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KI-Rechenzentren treiben ARM an | heise online


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

ARMs Geschäftsbericht zum Jahresabschluss spricht eine eindeutige Sprache: KI-Rechenzentren sind der größte Wachstumstreiber. Smartphones, Notebooks und Edge-Geräte erwähnt die Firma in ihrem zweiseitigen Brief an Anleger nur beiläufig, im restlichen Bericht gar nicht. „Bald wird das Rechenzentrum ARMs größtes Geschäftsfeld sein“, heißt es, angetrieben vom ersten eigenen Serverprozessor, den ARM fertig hergestellt verkauft.

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Gut 4,9 Milliarden US-Dollar hat ARM im Fiskaljahr 2026 umgesetzt, das vom April 2025 bis Ende März 2026 lief. Verglichen mit dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 23 Prozent. Am meisten Geld bringen Abgaben pro verkauftem ARM-Prozessor ein (Royalty): Dieser Teil macht 2,6 Milliarden US-Dollar Umsatz aus (+ 21 Prozent). Lizenzgebühren bringen ARM 2,3 Milliarden ein (+25 Prozent).

Die Royalty-Abgaben steigen aus zwei Gründen: Zum einen bekommt ARM durchschnittlich mehr Geld pro Prozessor, zum anderen werden mehr hochpreisige Serverprozessoren hergestellt. Mit der aktuellen ARMv9-Architektur und neuen CPU-Baukästen sind die Gebühren für alle Lizenznehmer gestiegen.


Übersicht zu ARMs Geschäftsfeldern

Übersicht zu ARMs Geschäftsfeldern

Für Chipdesigner, die keine eigenen ARM-Kerne entwickeln, bietet ARM drei Optionen an: einzelne Logikblöcke, einen Baukasten für komplette Prozessoren, und neuerdings fertige Prozessoren.

(Bild: ARM)

Da die Abgaben anhand des Prozessorpreises berechnet werden, sind solche für Rechenzentren besonders lukrativ für ARM. Dort kosten CPUs Tausende US-Dollar; bei Smartphones nur Dutzende. Smartphones lohnen sich für ARM nur aufgrund der schieren Masse – 2025 wurden rund 1,25 Milliarden Smartphones verkauft, alle mit ARM-Innenleben.

Versuche, die Abgaben auf Smartphone-Prozessoren zu erhöhen, sind gescheitert. Offenbar wollte ARM diese zwischenzeitlich anhand des kompletten Gerätepreises berechnen, scheiterte damit jedoch.

Unterm Strich reicht es für einen Betriebsgewinn von 900 Millionen US-Dollar (+8 Prozent). Der Nettogewinn nach Steuern ist mit 904 Millionen US-Dollar (+14 Prozent) minimal höher, weil ARM 257 Millionen US-Dollar durch Zinserträge, sonstiges nicht operatives Geschäft und Beteiligungen an anderen Unternehmen eingenommen hat.

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Die Betriebsausgaben umfassen hauptsächlich Forschung und Entwicklung sowie weitere Personalausgaben. Für ersteren Posten hat ARM im Fiskaljahr knapp 2,8 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Laut ARM haben sich die Royalty-Einnahmen mit Prozessoren für Rechenzentren mehr als verdoppelt, ohne einen konkreten Wert zu nennen. Das Wachstum kommt von Cloud-Hyperscalern, die eigene CPUs auflegen, etwa Amazon AWS den Graviton, Google Axion und Microsoft Cobalt. Meta ist der einzige Hyperscaler ohne CPU-Eigengewächs, ist jetzt aber der Hauptentwicklungspartner für ARMs „AGI CPU“.

Bei der AGI CPU hat sich die Prognose seit Ankündigung mehr als verdoppelt: Sie soll in den Fiskaljahren 2027 und 2028 insgesamt über zwei Milliarden US-Dollar in die Kasse spülen. Langfristig will ARM jährlich 15 Milliarden US-Dollar mit eigenen Prozessoren umsetzen.

Im aktuellen Quartal erwartet ARM im Mittel 1,26 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das wären 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Börse reagierte zunächst positiv auf den Geschäftsbericht. Nach dem Hoch von 223 Euro ist die Aktie jedoch um 16 Prozent abgestürzt.


(mma)



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Polnische E-Autofirma plant Kooperation mit Foxconn für neues Werk in Südpolen


Der 2016 von mehreren staatlichen Energieunternehmen Polens gegründete Zusammenschluss „ElectroMobility Poland“ (EMP) strebt eine Partnerschaft mit dem taiwanischen Elektrotechnikkonzern Hon Hai Technology an, im Westen als Foxconn bekannt. Gemeinsam soll ein neues Werk für Elektroautos im südpolnischen Jaworzno gebaut werden, zu dem auch ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum gehört. Bislang gibt es nur Gespräche auf hoher Ebene, verbindliche Vereinbarungen sollen in der zweiten Hälfte dieses Jahres unterzeichnet werden.

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Auftragsfertiger Foxconn plant seit Jahren, neben Elektronik auch Elektroautos im Auftrag herzustellen. Vor rund einem Jahr wurde berichtet, dass Foxconn bald Elektroautos für Mitsubishi bauen könnte. Die entsprechende Kooperation wurde im Mai 2025 vereinbart. Laut Mitsubishi-Mitteilung werden die in Taiwan entwickelten und produzierten Elektroautos noch im Laufe dieses Jahres unter der Marke Mitsubishi in Australien und Ozeanien verkauft.

EMP wollte bereits 2023 mit der Produktion eigener Elektroautos unter der Eigenmarke „Izera“ beginnen, ebenfalls in einem neuen Werk im schlesischen Jaworzno. Doch nach etlichen Verzögerungen durch bei weitem nicht erreichte Ziele hat die polnische Regierung das Projekt Ende 2024 eingestellt und Izera als Automarke aufgegeben, wie polnische Branchenmedien meldeten. Doch innerhalb der EU steigt der E-Auto-Anteil jetzt wieder, begünstigt durch die höheren Benzinpreise aufgrund der Konflikte im Nahen Osten, sodass EMP nun offenbar einen zweiten Anlauf plant.

Dazu hat die polnische Regierung diese Woche Vertreter von EMP und Foxconn in das Ministerium für Staatsvermögen zu Verhandlungen über eine zukünftige Kooperation geladen, erklärt EMP. Im Raum steht die Formierung eines Joint Ventures für den Bau von Elektroautos unter einer polnischen Marke. Die in Polen entwickelten und gebauten Fahrzeuge sollen zunächst drei Modelle umfassen, die in Europa angeboten werden sollen.

Die Produktionsstätte für E-Autos in Jaworzno soll Karosseriebau, Lackiererei, Batteriemontage, Montage der elektrischen Antriebseinheit und Endmontage der Fahrzeuge umfassen. Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum soll sich auf Software-, Datenanalyse- und digitale Mobilitätslösungen konzentrieren. Ergänzt wird das Projekt durch gemeinsame Investitionen in das breitere Ökosystem der Elektromobilität, mit Schwerpunkt auf dem Batteriesektor.

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Finanziert wird das Projekt über den nationalen Wiederaufbauplan und den Reprivatisierungsfonds Polens, aus dem auch EMP im Dezember 2025 rekapitalisiert wurde. Foxconn soll sowohl Technologie als auch Kapital in das Joint Venture einbringen. EMP, Foxconn und die polnische Regierung haben sich dem Projekt jetzt verschrieben, aber konkrete Vereinbarungen sollen erst im Laufe dieses Jahres geschlossen werden.

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(fds)



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Google stellt Fitbit Air vor: Fitnesstracker ohne Abozwang


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Google hat sein erstes Fitbit-Wearable seit dem Charge 6, das im Jahr 2023 eingeführt wurde, vorgestellt. Mit dem Fitbit Air steigt Google in den Markt der bildschirmlosen Fitnesstracker à la Whoop, Amazfit Helio Strap und Polar Loop ein. Googles Armband ist mit 99 Euro günstiger als zwei der Konkurrenzmodelle, zudem gibt es keinen Abozwang.

Außerdem benennt Google seine Fitness-App von Fitbit in Google Health um. So gerät die Marke Fitbit weiter in den Hintergrund.

Der Fitbit-Air-Tracker ist mit einem Gewicht von nur 12 Gramm ein regelrechtes Leichtgewicht – Whoop 5.0 wiegt mit 26,5 Gramm etwa das Doppelte, was allerdings immer noch leicht ist. Die Laufzeit des Google-Trackers ist mit gut einer Woche angegeben, womit das Gadget ausdauernder als die Pixel Watch 4 ist, die spätestens nach zwei Tagen nachgeladen werden muss. Whoops aktueller Tracker hält etwa zwei Wochen mit einer Akkuladung durch.


Google Fitbnir Air in Blau

Google Fitbnir Air in Blau

Google bietet für den Fitbit Air drei verschiedene Armbänder an. Hier das „Performance Loop Band“.

(Bild: Google)

Immerhin soll ein Tag Laufzeit in nur einer Minute über das Ladedock nachgeladen werden können. Zudem funktioniert das mitgelieferte magnetische Ladegerät bidirektional, sodass man den Air-Tracker nicht falschherum auflegen kann. Falls der Tracker einmal komplett leer sein sollte, soll er binnen 90 Minuten wieder voll aufgeladen sein.


Fitbit Air Active Band

Fitbit Air Active Band

(Bild: Google)

Google spricht ferner davon, dass der Fitbit Air komfortabler als die Konkurrenz am Handgelenk sitzt. Der Hersteller bietet verschiedene Armbänder an, die sich in „Sekundenschnelle“ austauschen lassen. Wasserfest ist der Fitnesstracker für bis zu 50 Meter. Google ermöglicht zudem die Nutzung zweier Fitbit-Produkte: Tagsüber könne man die Pixel Watch verwenden, während man den weniger stark auftragenden Fitbit Air für den Schlaf verwenden könne, „ohne etwas zu verpassen“.

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Wie die Konkurrenzmodelle soll das Air-Gadget jedoch rund um die Uhr getragen werden. Es trackt nicht nur die üblichen Fitnessdaten wie Herzfrequenz, Distanz und Schritte, sondern auch den Schlaf inklusive der Schlafqualität. Durch die permanente Herzfrequenzmessung kann der Tracker Anzeichen von Vorhofflimmern bei unregelmäßigem Herzrhythmus erkennen und entsprechende Warnungen aussprechen. Ferner können Nutzerinnen und Nutzer sich benachrichtigen lassen, wenn die Herzfrequenz über oder unter ihrem üblichen Bereich liegt. Zudem misst der Fitbit Air die Herzfrequenzvariabilität (HRV) sowie deren Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden. Der Air trackt außerdem die wöchentliche Cardio-Belastung und überwacht sämtliche Basiswerte, um die persönliche Fitness „visualisieren und verstehen“ zu können.


Fitbit Air – Blick auf die Unterseite mit Sensoren

Fitbit Air – Blick auf die Unterseite mit Sensoren

Auf der Unterseite sind Sensoren und Ladekontakte angebracht. An Sensoren sind ein optischer Herzfrequenzmesser, ein 3-Achsen-Beschleunigungsmesser und ein Gyroskop integriert. Zudem sind Rot- und Infrarotsensoren zur Überwachung der Sauerstoffsättigung (SpO2), ein Temperatursensor zur Anzeige der Hauttemperaturschwankungen in der Google Health-App und ein Vibrationsmotor an Bord.

(Bild: Google)

Gesammelt und aufbereitet werden sämtliche Daten in der neuen Fitbit-App mit KI-Coach, die Google im August vergangenen Jahres vorgestellt hat. Seit einigen Wochen lässt sie sich auch hierzulande in der öffentlichen Vorschau ausprobieren. Mit der Ankündigung des Air-Trackers benennt Google die App und die Dienste um: Statt Fitbit-App heißt sie nun „Google Health App“. Aus dem kostenpflichtigen Fitbit Premium wird „Google Health Premium“.

Laut Google sind mit der Google-Health-App „alle Funktionen zur Erfassung von Schlaf-, Aktivitäts- und Gesundheitsdaten“ verfügbar. Mit Google Health Premium erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugriff auf den Google Health Coach, der die Funktion „Ask Coach“, proaktive Benachrichtigungen, adaptive Trainingspläne und Zusammenfassungen des Coaches sowie „multimodale/konversationsbasierte Protokollierung“ umfasst.

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Dieser auf Gemini basierende Fitnesscoach ist dem Konzern zufolge dazu in der Lage, alle Fitness-, Gesundheits- und wichtigen medizinischen Daten inklusive des Zyklus zusammenzuführen, um Nutzerinnen und Nutzern einen umfassenden Überblick zu verschaffen. Der KI-Coach erinnert ein wenig an jenen, den Whoop vor einer Weile eingeführt hat. Er erklärt etwa, wie sich ein Training und Schlaf auf den Körper auswirken und rät anhand der Daten, ob man sich besser ausruhen oder eine weitere harte Trainingseinheit absolvieren sollte.


Screenshot: Google Health App

Screenshot: Google Health App

Die Premium-Version der Google-Health-App liefert mehr Daten und Analysedetails.

(Bild: Google)

Der KI-Coach soll etwa auch bei der wöchentlichen Trainingsplanung helfen und detaillierte Workouts sowie Trainingsziele erstellen, die auf den persönlichen Gesundheitszielen basieren. Die KI soll zudem dazu in der Lage sein, die Workouts anhand von Echtzeitdaten dynamisch anzupassen. Wenn man etwa eine schlechte Nacht hatte, soll das berücksichtigt werden, sodass das Training für den Tag entsprechend weniger intensiv ausfällt.

Nutzer sollen die Google-Health-App mit „hunderten“ Apps und Geräten verbinden können – „unabhängig davon, ob diese über Health Connect, Apple Health oder die Google Health-APIs integriert sind“, schreibt Google. Damit könne man die Daten an einem Ort einsehen, „beispielsweise die Radtouren von Peloton oder Ihre Mahlzeiten von MyFitnessPal“. Nicht unterstützt wird offenbar die Kopplung des Fitbit Air mit anderen Geräten wie Radcomputern, um die Herzfrequenz darauf anzeigen zu können. Mit der Pixel Watch 3 und 4 war das unter Wear OS 6 möglich, mit Wear OS 6.1 hatte Google die Verbindung offenbar gekappt – ein Verbindungsaufbau zu Wahoo-Fahrradcomputern lässt sich nicht mehr herstellen, auch wenn Google in einem Supportdokument anderes schreibt. Mit einem Whoop-Armband geht das reibungslos.

Googles Fitbit Air unterstützt Smartphones, auf denen Android 11 oder neuer sowie Apples iOS 16.4 oder neuer läuft. Zudem seien ein Google-Konto und die Google-Health-App erforderlich. Das Gadget kostet 99,90 Euro und umfasst eine dreimonatige Testversion von Google Health Premium, das danach mit 8,99 Euro im Monat oder knapp 80 Euro im Jahresabo zu Buche schlägt. Zum Vergleich: Whoop 5.0 kostet in der günstigsten Variante 200 Euro im Jahr.


(afl)



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Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro im Test: Mähen & Kanten trimmen für unter 1000 Euro


Der Goat O1200 LiDAR Pro ist der günstigste Ecovacs-Mähroboter mit integriertem Trimmer. Wie gut das LiDAR-Modell in der Praxis funktioniert, zeigt der Test.

Aktuelle Mähroboter setzen für die Navigation vermehrt auf LiDAR. Die Technik bietet in kleinen und mittelgroßen Gärten Vorteile gegenüber der Satelliten-Navigation (RTK), da LiDAR auch unter Bäumen oder zwischen Gebäuden zuverlässig funktioniert und nicht von Empfangsproblemen der Satellitendaten betroffen ist.

Auch beim Kantenschnitt gibt es in diesem Jahr einige Neuerungen. Manche Hersteller verwenden ein Schnittsystem, das wie beim Dreame A3 AWD Pro beim Kantenschnitt nach außen fährt, sodass nur noch wenig Rasen am Rand stehen bleibt. Bei anderen Modellen, etwa dem Mammotion Luba Mini 2 AWD, kommt ein zweites Schnittsystem nah am Gehäuserand zum Einsatz, das ebenfalls für einen sauberen Randschnitt sorgt. Mit den Modellen Goat A3000, A1600 und O1200 LiDAR Pro integriert Ecovacs einen Trimmer, der Nacharbeiten am Rasenrand reduzieren soll.

Getestet wurde der 13 kg schwere Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro in einem anspruchsvollen Garten mit drei Rasenzonen und einer Gesamtfläche von knapp 500 m². Eine Zone weist eine Steigung von rund 30° auf, zwischen den Zonen liegen 4 bis 5 Zentimeter hohe Randsteine, und eine weitere Zone ist nur über eine 70 Zentimeter breite Engstelle erreichbar. Die Mähgeschwindigkeit wurde auf einer flachen, 240 m² großen Referenzfläche gemessen.

Design & Lieferumfang

Mit Abmessungen von 60,0 × 47,9 × 30,4 Zentimeter fällt der Goat O1200 LiDAR Pro kompakt und mit einem Gewicht von 13 Kilogramm vergleichsweise leicht aus. Das Gehäuse besteht aus mattem Kunststoff in Weiß und Schwarz und entspricht im Wesentlichen dem Design der Vorjahresmodelle. Eine Ausnahme bildet der an der linken Geräteseite angebrachte Tru-Edge-Trimmer, der wie ein herkömmlicher Trimmer mithilfe eines Fadens den Kantenschnitt verbessern soll. Dieser muss zunächst an den Mäher geschraubt werden, was mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel schnell erledigt ist. Eine seitliche Bürste schirmt den Trimmer nach außen ab und schützt Bordsteine, Mauern sowie Zäune vor Kontakt mit dem rotierenden Faden.

Ecovacs O1200 LiDAR Pro: Mähroboter für Flächen bis 1200 m² mit integriertem Kantentrimmer

Der umlaufende Stoßfänger aus schwarzem Kunststoff ist federnd gelagert und dient zusammen mit einem integrierten Sensor als Kollisionsdetektor (Bumper). Bei Kontakt mit einem Gegenstand stoppt der Mähroboter.

Das Gehäuse reicht fast bis zum Boden, sodass der Mäher nur Hindernisse von bis zu drei Zentimetern Höhe überwinden kann. Die durch 4 bis 5 Zentimeter hohe Randsteine abgegrenzte Rasenzone des Testgartens erreicht er damit ebenso wenig wie das Schwestermodell Goat A3000 LiDAR Pro (Testbericht).

Die breiten, tief profilierten hinteren Antriebsräder sorgen für ausreichende Traktion. Mit der Schutzklasse IPX6 ist das Gehäuse gegen Strahlwasser aus allen Richtungen geschützt, sodass die Unterseite mit einem Gartenschlauch, nicht aber mit einem Hochdruckreiniger gesäubert werden kann.

Die Ladestation fällt kompakt aus, benötigt wenig Raum und lässt sich dank des zehn Meter langen Netzkabels flexibel positionieren. Die Verarbeitung des Mähroboters ist insgesamt solide.

Das Mähwerk verfügt über eine einzelne Klingenscheibe mit drei Wechselmessern und einer Schnittbreite von 22 Zentimetern. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch in 0,5-Zentimeter-Schritten von drei bis acht Zentimetern einstellen, und das zonenweise über die App.

Ausstattung

Zur Navigation verwendet der O1200 LiDAR Pro ein 360-Grad-LiDAR, das wie bei den Schwestermodellen A1600 und A3000 LiDAR Pro an der Glaskuppel an der vorderen Gehäuseoberseite zu erkennen ist. Hinzu kommt ein 3D-ToF-Solid-State-LiDAR, ergänzt durch eine KI-Kamera. Zusammen ermöglichen die drei Sensoren eine kontinuierliche dreidimensionale Erfassung der Umgebung mit einer Positioniergenauigkeit von rund zwei Zentimetern. Mithilfe von KI dient das System auch zur Erkennung von Hindernissen. Laut Hersteller identifiziert die Technik mehr als 200 verschiedene Objekte wie Menschen, Tiere, Gartenschläuche und Spielzeug.

Das Mähwerk verfügt über eine einzelne Klingenscheibe mit drei Wechselmessern und einer Schnittbreite von 22 Zentimetern. Die Schnitthöhe lässt sich elektrisch in 0,5-Zentimeter-Schritten von drei bis acht Zentimetern einstellen, und das Zonenweise über die App. Die Flächenleistung liegt laut Hersteller bei 180 m² pro Stunde. In der Praxis fällt sie deutlich niedriger aus (siehe Abschnitt Mähleistung im Praxistest).

Inbetriebnahme und Kartierung

Die Einrichtung über die Ecovacs-App ist gelungen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Bildern führt durch Bluetooth-Kopplung, QR-Code-Scan und WLAN-Verbindung über 2,4 GHz. Auch in gemischten Netzen traten keine Probleme auf. Nach einem obligatorischen Firmware-Update war der Roboter in etwa 30 Minuten startklar. Lediglich die Montage des Trimmermoduls erfordert etwas Geduld und einen Kreuzschlitzschraubendreher mit langer Klinge von mindestens 10 Zentimeter, da eine Schraube tief im Gehäuse sitzt.

Die Ecovacs-App ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Sie erlaubt die Einstellung wichtiger Mäh-Parameter und bietet viele Hilfestellungen, etwa für die Kartierung.

Kartierung: Die automatische Kartierung funktioniert nur bei klaren Rasenkanten wie Randsteinen oder Mauern. Da der Testgarten offene Grenzen hat und nur teilweise mit Randsteinen umgeben ist, ließ sich die automatische Kartierung nicht sinnvoll überprüfen. Für komplexe Gärten ist die manuelle Kartierung ohnehin die bessere Wahl: Dabei läuft der Nutzer in Bluetooth-Reichweite hinter dem Roboter her und steuert ihn per App entlang der Rasengrenzen. Das ist präziser, zuverlässiger und wird von der App gut unterstützt. Mehrere Zonen und Verbindungspfade lassen sich nach der Kartierung der Gesamtfläche bequem über die App anlegen.

Die Mindestdurchfahrtsbreite gibt Ecovacs mit 80 Zentimeter an. Dennoch passierte der O1200 LiDAR Pro die nur 70 Zentimeter breite Engstelle im Testgarten problemlos, während das größere Modell, der Ecovacs Goat A3000 LiDAR Pro, daran gescheitert ist.

Das manuelle Kartieren ist präziser als eine automatische Kartierung. Letztere funktioniert zufriedenstellend nur bei Rasenflächen mit festen Grenzen. Eine Aufteilung in Zonen unterstützt die App nach der Kartierung. Damit kann man pro Zone nicht nur die optimale Mährichtung einstellen, sondern auch andere Mähparameter wie Schnitthöhe und Hinderniserkennung.

Mähleistung im Praxistest

Der Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro mäht in geraden, parallelen Bahnen und liefert ein sauberes Schnittbild. Pro Zone lassen sich die Mährichtung gradgenau und die Mähgeschwindigkeit zwischen 0,35 und 0,5 m/s festlegen. Die Mähgeschwindigkeit sollte allerdings nur erhöht werden, wenn die Rasenfläche kaum Hindernisse wie Bäume oder Büsche aufweist – bei höherem Tempo navigiert der Roboter etwas unpräziser, was grundsätzlich für alle Mähroboter gilt.

Auf dem 240 m² großen Teststück mit einigen Hindernissen benötigte der O1200 LiDAR Pro 3 Stunden und 7 Minuten, was einer Stundenleistung von 77 m² entspricht. Da er diese Fläche nicht am Stück schafft, sondern zwischendurch zur Ladestation muss, dauert das Mähen der 240 m² inklusive Ladezeiten 4 Stunden und 26 Minuten. Damit liegt die Bruttomähleistung bei 54 m² pro Stunde. Für die vom Hersteller spezifizierte Rasengröße von 1200 m² benötigt der Goat O1200 LiDAR Pro mehr als 22 Stunden.

Über Zeitpläne lässt sich der Einsatz des Mähroboters automatisieren. Soll auch der Trimmer verwendet werden, muss für diesen ein zusätzlicher Zeitplan erstellt werden. Zuvor markiert man den Bereich auf der Karte, der von der Trimmeinheit bearbeitet werden soll. Nützlich ist auch die Möglichkeit, Zonen mit geringer Hinderniserkennung festzulegen. Dadurch mäht der O1200 LiDAR Pro auch unter Büschen.

Die vom Hersteller angegebene Stundenleistung von bis zu 180 m² gilt vermutlich nur für Flächen ohne Hindernisse bei maximaler Geschwindigkeit. Zum Vergleich: Der Dreame A3 AWD Pro 3500 ist aufgrund seiner Schnittbreite von 40 Zentimetern mit 186 m²/h auf derselben Testfläche deutlich schneller, kostet jedoch mehr als doppelt so viel.

Die wesentliche Neuerung des Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro ist der integrierte Fadentrimmer. Er wird separat über die App gestartet, nachdem die zu bearbeitenden Kanten markiert wurden. Der Roboter fährt diese ab und beginnt mit dem Trimmen.

An den Außengrenzen des Gartens funktioniert das Trimmen zufriedenstellend, sodass deutlich weniger Nacharbeit anfällt als bei Mährobotern ohne Trimmer. Im Praxistest zeigten sich jedoch mehrere Schwächen: Der Roboter verliert gelegentlich ohne erkennbaren Grund den Kontakt zum Rasenrand, navigiert ins Flächeninnere oder stoppt den Trimmer während der Fahrt. An Sperrflächen hält er einen Abstand von 10 bis 20 Zentimetern, obwohl diese auf 1 bis 2 Zentimeter genau kartiert waren – der Trimmer ist dort wirkungslos. Zudem kann die feste Bauhöhe des Trimmers von 6 Zentimeter dazu führen, dass dieser an Randsteinen aufsetzt, wenn der Rasen tiefer als die angrenzende Fläche liegt.

Ecovacs weist in den FAQ darauf hin, dass dichtes Gras mehrere Trimmsitzungen erfordern kann und die Personenerkennung den Trimmvorgang unterbricht. Beides bestätigte sich im Test. Nach zwei Durchläufen war das Ergebnis an den Außenkanten gut, die Sperrflächen-Problematik bleibt jedoch bestehen. Insgesamt ist der Trimmer eine vielversprechende Innovation, die in der aktuellen Softwareversion noch nicht ganz ihr volles Potenzial entfaltet.

Die 3D-Karte gibt interessante Einblicke, wie der Mähroboter seine Umwelt wahrnimmt.

Navigation und Hinderniserkennung

Die Hinderniserkennung mittels LiDAR und KI-Kamera arbeitet im Test zuverlässig: Schläuche, kleine Bälle, Spielzeug und Igelattrappen werden sicher umfahren. Dunkle Bereiche oder schlechter Satellitenempfang stellen dank LiDAR kein Problem für eine präzise Navigation dar, was einen Vorteil gegenüber RTK-basierten Systemen darstellt.

Die Navigation weist jedoch einige Kritikpunkte auf. Die Hinderniserkennung reagiert mitunter übervorsichtig auf hohes Gras, was die Mähzeit verlängert. Hier hilft die Anpassung des Vermeidungsmodus in der App, der sich auf 10, 15 oder 20 Zentimeter konfigurieren lässt. Auch die Überlappung der Mähbahnen schwankt stellenweise, was den Gesamteindruck etwas trübt.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Der Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro ist mit einem 5.200-mAh-Akku bei 18 V ausgestattet, was einer Kapazität von rund 94 Wh entspricht. Damit mäht er im Test auf flachem Grund etwa zwei Stunden, bevor er bei einem Akkustand von 15 % zur Ladestation zurückkehrt. Das Laden von 15 auf 80 Prozent dauert im Test 1 Stunde und 16 Minuten. Bei 80 Prozent Ladung setzt der O1200 LiDAR Pro seine Arbeit fort. Eine vollständige Ladung von 15 auf 100 Prozent dauert 1 Stunde und 51 Minuten. Zum Vergleich: Der A3000 LiDAR Pro benötigt dafür 1 Stunde und 25 Minuten.

Bei einem Strompreis von 35 Cent pro kWh kostet eine Vollladung rund 5 Cent. Die Betriebskosten sind damit vernachlässigbar.

Sicherheit und Diebstahlschutz

Der Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro verfügt über einen PIN-Code, der beim Einschalten oder Verlassen der Mähkarte abgefragt wird. Selbst mit Kenntnis der PIN können Diebe mit dem Gerät wenig anfangen: Solange der Roboter mit einem Nutzerkonto verknüpft ist, lässt er sich nicht erneut mit der Ecovacs-App verbinden. Wird das Gerät angehoben, löst es einen Alarm aus.

Die Kombination aus LiDAR, Kamera und ToF-Sensor erkennt auch kleine Gegenstände zuverlässig, eine hundertprozentige Garantie gibt es dennoch nicht. Zum Schutz nachtaktiver Tiere wie Igel sollte der Mähroboter ausschließlich tagsüber betrieben werden. In einigen Kommunen gibt es bereits Nachtfahrverbote mit empfindlichen Geldbußen, in Leipzig beispielsweise bis zu 50.000 Euro. Geht es nach dem Deutschen Städtetag, könnte ein solches Verbot bald bundesweit gelten. In der Ecovacs-App lassen sich entsprechende Tierschutz-Zeiten definieren, die standardmäßig auf 19:00 bis 7:00 Uhr eingestellt sind.

Für Home Assistant gibt es eine Community-Integration, die den Ecovacs Goat O1200 LiDAR unterstützt und viele Konfigurationsmöglichkeiten bietet. Außerdem liefert sie viele Betriebsdaten wie den Akkustand. Damit lassen sich Automatisierungen erstellen, etwa für eine Benachrichtigung über das Laden des Akkus.

App und Smart-Home-Integration

Die Ecovacs-App ist funktional und übersichtlich gestaltet. Sie bietet zonenbasierte Einstellungen für Mährichtung, Geschwindigkeit, Schnitthöhe und Hindernisvermeidungshöhe. Zeitpläne lassen sich ebenso konfigurieren wie Tierschutz-Zeiten und eine Regenverzögerung von 3 bis 5 Stunden. Die Kartenbearbeitung erlaubt das Teilen und Zusammenführen von Zonen, das Anlegen von Sperrflächen und Verbindungspfaden sowie die gezielte Auswahl der Kanten für den Trimmereinsatz. Hinzu kommen eine manuelle Steuerung und ein Livestream der integrierten Kamera. Für Tablets wie das iPad ist die App nicht optimiert; die Darstellung lässt sich lediglich vergrößert zoomen.

Der Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro unterstützt Sprachsteuerung über Amazon Alexa und Google Assistant sowie Siri-Kurzbefehle für grundlegende Kommandos wie Start, Stopp und Rückkehr zur Ladestation. Auch eine Einbindung in Smart Home by Hornbach ist möglich, bietet jedoch nur rudimentäre Funktionen. Selbst das Auslesen von Betriebsdaten wie dem Akkustatus fehlt.

Die Community-basierte Home-Assistant-Integration bietet mehr Steuerungsmöglichkeiten und Statusabfragen. Sie ist allerdings an die Hersteller-Cloud gekoppelt; ein rein lokaler Zugriff auf das Gerät ist nicht möglich. Eine native Anbindung an Apple Home besteht nicht.

Preis

Regulär kostet der Ecovacs Goat O1200 LiDAR knapp 1000 Euro. Aktuell ist er für 900 Euro im Angebot.

Fazit

Ecovacs bietet mit dem Goat O1200 LiDAR Pro einen Mähroboter, der dank LiDAR auch in schwierigen Situationen wie unter Bäumen und zwischen hohen Gebäuden präzise navigiert. Er meistert die Engstelle zwischen zwei Rasenzonen im Testgarten und liefert mit dem integrierten Trimmer zwar keine perfekte, aber eine brauchbare Lösung für den Randschnitt an befestigten Rasengrenzen.

Schwächen zeigt das Gerät im steilen Gelände und bei Rasenzonen, die von höheren Randsteinen umgeben sind, denn Hindernisse über 3 Zentimetern Höhe überwindet er nicht. Die Mähgeschwindigkeit liegt aufgrund der Schnittbreite von 22 Zentimetern im Mittelfeld, was für diese Preisklasse üblich ist.

Die Leistung des aktuell für 900 Euro erhältlichen Ecovacs Goat O1200 LiDAR Pro ist insgesamt angemessen. Für flache, leicht zugängliche Gärten mit engen Übergängen sowie um einen guten Randschnitt zu erreichen, ist das Modell eine sinnvolle Wahl. Für steilere Gärten und Rasenzonen, die mit Randsteinen bis 5 Zentimeter Höhe eingefasst sind, eignen sich Allradmodelle wie der Dreame A3 AWD Pro (Testbericht) oder der Mammotion Luba Mini AWD LiDAR (Testbericht) besser. Allerdings sind diese deutlich teurer.



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