Künstliche Intelligenz
KI-Update kompakt: Googles KI, Strommangel, Desinformation, Quellenangaben
EU-Kommission prüft Googles KI-Praktiken wegen Wettbewerbsverstoß
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Die Europäische Kommission hat ein Verfahren gegen Google eingeleitet. Der Vorwurf: Google nutzt Inhalte von Verlagen und Webseitenbetreibern für KI-Übersichten und den KI-Modus, ohne angemessene Kompensation zu zahlen. Nutzer erhalten Antworten direkt in der Suchmaschine und müssen nicht mehr auf die ursprünglichen Webseiten klicken. Den Betreibern entgehen dadurch Werbeeinnahmen.
Die Kommission kritisiert zudem, dass Google keine technische Möglichkeit bietet, Inhalte nur vor KI-Nutzung zu schützen. Wer entsprechende Crawler ausschließen will, verschwindet komplett aus der Google-Suche. Auch Youtube-Videos nutzt Google automatisch für das Training seiner KI-Modelle, während anderen Unternehmen dies verboten ist. Google steht damit vor einem weiteren Verfahren, nachdem das Unternehmen zuletzt knapp 3 Milliarden Euro Strafe zahlen musste, weil es seine Anzeigentechnologie bevorzugt hatte.

Trump erlaubt Nvidia Chipverkauf nach China gegen 25 Prozent Abgabe
Nvidia darf bald KI-Beschleuniger vom Typ H200 nach China liefern, allerdings nur an ausgewählte Abnehmer. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass Nvidia 25 Prozent des Umsatzes als Strafsteuer zahlen muss. Ähnliche Regelungen sollen für Intel, AMD und andere US-Unternehmen gelten.
Trump hatte das Vertriebsverbot bisher mit Bedenken zur nationalen Sicherheit begründet. Wie eine Umsatzbeteiligung von 25 Prozent diese Bedenken ausräumen soll, bleibt unklar. Die meisten Chips werden ohnehin nicht in den USA produziert. Nvidias Chips kommen von TSMC aus Taiwan.
Verfassungsschutz fordert europäische Alternativen zu Palantir
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Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Sinan Selen, warnt vor übermäßiger Abhängigkeit von US-Software wie Palantir. Beim Symposium des Verfassungsschutzes in Berlin betonte er, Europa müsse Alternativen bieten. Politik solle bei der Auswahl von Software drei Faktoren berücksichtigen: Sicherheitsbeitrag, Performance und geostrategische Richtigkeit.
Mehrere Bundesländer hatten sich zuletzt für Palantirs System als Analysesoftware für die Polizei entschieden. Selen hält das für problematisch und verweist auf europäische Anbieter. Deutschland und Europa hätten Industrien und Firmen, die solche Systeme entwickeln können. Diese müsse man stärker unterstützen und berücksichtigen.
US-Stromnetz bremst KI-Ausbau der Tech-Konzerne
Die großen KI-Konzerne investieren Hunderte Milliarden Dollar in neue Rechenzentren, stoßen aber an die Grenzen des amerikanischen Stromnetzes. Eine Analyse der Financial Times zeigt: Bis 2028 werden etwa 44 Gigawatt zusätzliche Leistung für neue Rechenzentren benötigt. Das Netz kann im gleichen Zeitraum nur 25 Gigawatt bereitstellen. Die Lücke von 19 Gigawatt entspricht 40 Prozent des Bedarfs.
Amazon, Google, Meta und Microsoft haben zusammen mehr als 400 Milliarden Dollar für Rechenzentren eingeplant. Das Problem liegt in der veralteten Infrastruktur. Viele Strommasten und Transformatoren stammen aus den 1960er und 1970er Jahren. Die Wartezeit von der Beantragung eines Netzanschlusses bis zum Betrieb überschreitet acht Jahre. Um Verzögerungen zu umgehen, setzen die Konzerne auf eigene Kraftwerke.
Transformer-Pionier Vaswani stellt kompaktes Coding-Modell vor
Essential AI hat ein neues Open-Source-Modell für Programmieraufgaben vorgestellt. Rnj-1 übertrifft in Coding-Benchmarks deutlich größere Konkurrenten, obwohl es mit acht Milliarden Parametern zu den kompakteren Modellen zählt. Vorgestellt wurde das System von Ashish Vaswani, Mitgründer von Essential AI und Co-Autor des einflussreichen Forschungspapiers „Attention is all you need“, das die Transformer-Architektur einführte.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt laut Essential AI im verbesserten Vortraining. Das Unternehmen setzte auf einen speziellen Optimierungsalgorithmus namens „Muon“ der die benötigten Rechenressourcen deutlich reduziert. Andere Methoden wie Verstärkungslernen nach dem Training spielten eine untergeordnete Rolle.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Chinesische KI-Firmen organisieren Datenarbeit in Kenia über WhatsApp
Während US-Konzerne für ihre Arbeitspraktiken in Kenia unter Beobachtung stehen, bauen chinesische KI-Firmen im Stillen ein Netzwerk aus Billigarbeitskräften auf. Das berichtet das Technologie-Magazin „Rest of World“. Anders als US-Konzerne, die meist formelle Outsourcing-Partner nutzen, setzen chinesische Akteure auf undurchsichtige Netzwerke. Die Arbeit wird über WhatsApp-Gruppen organisiert, die Bezahlung erfolgt über mobile Zahlungsdienste.
Formale Arbeitsverträge oder Sozialleistungen existieren laut den befragten Arbeitern nicht. Oft kennen die Angestellten nicht einmal den Namen des Auftraggebers. Im regulären Betrieb müssen die größtenteils jungen Menschen bis zu 26.000 Videoclips pro Tag klassifizieren. Für Schichten von bis zu zwölf Stunden erhalten sie teilweise nur etwa fünf Dollar. Die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit von 67 Prozent in Kenia zwingt viele dazu, diese Bedingungen zu akzeptieren. Professorin Payal Arora von der Universität Utrecht warnt, dass diese Schatten-Lieferketten die Rechenschaftspflicht massiv erschweren.
Europäer vertrauen wieder stärker klassischen Medien wegen KI-Desinformation
KI macht es wesentlich einfacher, manipulierende Medien zu erstellen. Die Menschen in Europa reagieren darauf und vertrauen verstärkt den klassischen Medien. Das ergab eine Studie des Vodafone Instituts, der Denkfabrik des Telekommunikationsdienstleisters. Europäer sorgen sich, dass durch KI-generierte Fake News und Deepfakes Demokratien in Gefahr sind.
Sie wenden sich wieder mehr klassischen Medien wie Nachrichten im Fernsehen und Radio zu. Das gilt besonders für die ältere Bevölkerung, aber auch Jüngere vertrauen verstärkt auf traditionelle Quellen. Jüngere Europäer beziehen ihre Nachrichten allerdings mehrheitlich über Social Media und sind sich bewusst, dass dort Inhalten nicht immer vertraut werden kann. Die Befragten stufen ihre eigene Medienkompetenz als weniger wirksam ein als einen Dreiklang aus prüfenden Institutionen, klassischen Medien, KI-Detektoren und staatlichen Einrichtungen.
Rotes Kreuz warnt vor erfundenen Archivverweisen durch KI
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat darauf hingewiesen, dass KI-Systeme inkorrekte oder komplett falsche Archivverweise generieren können. Wenn ein Dokument nicht auffindbar sei, bedeute das nicht, dass das Rote Kreuz Informationen zurückhalte, versichert die Organisation. KI-Systeme recherchierten nicht, verifizierten keine Quellen und überprüften keine Informationen.
Die Inhalte würden nur auf Basis statistischer Muster generiert, weshalb sie Katalognummern, Beschreibungen von Dokumenten oder Verweise zu Plattformen erfänden. Zuverlässige Informationen finde man nur in offiziellen Katalogen oder direkt in Bibliotheken. Bibliothekare hatten bereits vor mehreren Wochen gegenüber dem US-Magazin 404 von viel Verwirrung und einem merklichen Vertrauensverlust berichtet. Die falschen Verweise bedeuten viel unnötige Mehrarbeit, da jedes Mal erst recherchiert werden muss, bevor klar wird, dass ein Titel nicht existiert.
Doctolib kooperiert mit Deutschem Forschungszentrum für KI
Doctolib, ein Anbieter für Online-Terminservices, will seine KI-Systeme künftig in enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz weiterentwickeln. Als Ziel nennt Doctolib die Weiterentwicklung von Methoden zur sicheren und datenschutzkonformen Verarbeitung medizinischer Informationen in KI-Systemen. Das DFKI wird mehrsprachige Datensätze in Deutsch, Französisch und Englisch bereitstellen.
Die Betonung von Datenschutz und Sicherheit scheint auch eine Reaktion auf anhaltende Datenschutzkritik zu sein. Experten bemängeln seit Langem, die Verarbeitung sensibler Gesundheitsdaten durch Doctolib sei zu umfangreich und nicht transparent genug. Seit 2019 finden sich regelmäßig Beschwerden zu dem Unternehmen in den Tätigkeitsberichten der Berliner Datenschutzbeauftragten.

(igr)
Künstliche Intelligenz
Nach Metas Kurswechsel: So geht es weiter mit dem Metaverse
Meta entließ vergangene Woche rund 1.500 Angestellte der VR-Sparte. Der personelle Einschnitt entspricht etwa zehn Prozent der Reality-Labs-Abteilung, die VR-Brillen und Smart Glasses entwickelt. Meta erklärte, dass man Investitionen vom Metaverse in Richtung KI-Brillen und Wearables umverteilen werde. Ein Geschäftsbereich, der derzeit deutlich stärkere Wachstumssignale zeigt als Virtual Reality.
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Eine Woche später bezog Reality-Labs-Leiter Andrew Bosworth erstmals Stellung zu Metas Kurswechsel. Er legte dar, warum es zu den Einschnitten kam und wie die neue Metaverse-Strategie aussieht. Meta hat im Einklang mit dieser noch in der gleichen Woche Änderungen an Horizon OS angekündigt, dem Betriebssystem der VR-Brille Meta Quest.
Das Metaverse-Projekt lebt weiter – aber auf Smartphones statt VR
„Virtual Reality wächst offensichtlich langsamer, als wir hofften“, räumte Bosworth im Gespräch mit dem Tech-Newsletter Sources ein. Meta halte an gewichtigen Investitionen in das Metaverse fest, wolle jedoch sicherstellen, dass die Aufwendungen angemessen seien.
Während Meta mehreren Berichten zufolge weiterhin an neuer VR-Hardware arbeitet, findet der eigentliche Umbruch auf der Softwareseite statt.
Die neue VR-Strategie trifft das Herzstück von Metas Metaverse-Wette: die eigene Metaverse-Plattform Horizon, auf die das Betriebssystem und das Nutzererlebnis in den letzten Jahren zugeschnitten wurden. Horizon hätte das VR-Pendant zu Metaverse-Plattformen wie Roblox, Fortnite und Minecraft werden sollen, stieß bei vielen VR-Nutzern jedoch auf breite Ablehnung. Zudem konkurrierte Meta durch kostenlose Horizon-Inhalte direkt mit externen Studios, was heftige Kritik seitens der Entwickler nach sich zog.

Mark Zuckerbergs „Horizon“-Selfie, das 2022 für viel Häme im Internet sorgte.
(Bild: Meta)
Die Botschaft der Verbraucher und Entwickler ist mittlerweile bei Meta angekommen. In einem Interview mit dem US-Portal Axios auf YouTube erklärte Bosworth, dass man VR künftig „VR sein lassen“ und sich auf Inhalte externer Studios sowie das bestehende Ökosystem fokussieren werde.
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Horizon, das ursprünglich für VR-Brillen entwickelt wurde und seit längerem auch für Smartphones erhältlich ist, soll nun fast ausschließlich auf letztere Geräte ausgerichtet werden. „Wir haben unseren Fokus im letzten Jahr auf den Mobilmarkt verschoben, und das läuft wirklich gut. Deshalb möchten wir diesen Bereich jetzt weiter ausbauen“, sagte Bosworth.
Erste Horizon-Features verschwinden
Auf die Worte folgten Taten: Am Mittwoch kündigte Meta an, den von vielen VR-Nutzern verpönten Horizon Feed zu entfernen. Die Startseite, die sich unaufgefordert bei jedem Starten des Headsets öffnet, diente lange Zeit dazu, Nutzern kostenlose Inhalte aus Horizon aufzudrängen. Ersetzt wird der Horizon Feed durch eine neue Bedienoberfläche, die die App-Bibliothek und den Store ins Zentrum rückt.
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Kehrt Meta damit wirklich von seiner destruktiven Metaverse-Vision ab und wendet sich wieder stärker den Bedürfnissen unabhängiger VR-Entwickler zu? Die Abkehr von Horizon deutet zumindest darauf hin. Auch die Schließung fast aller First-Party-Studios stützt diese These: Bisher trat der Konzern mit millionenschweren Eigenproduktionen in direkten Wettbewerb zu externen Studios. Ein ungleicher Kampf, der nun beendet scheint.
Auf der anderen Seite bleibt unklar, wie viel Substanz Metas Bekenntnis zum Ökosystem tatsächlich hat. Gerüchten zufolge sollen Förder- und Inkubatorprogramme für externe Studios gestrichen worden sein. Zudem wird die weitverbreitete Quest-Piraterie von Meta weiterhin geduldet. Ob der Kurswechsel durchgehalten wird oder sich lediglich als eine weitere flüchtige Episode in Metas sprunghafter VR-Strategie erweist, bleibt abzuwarten.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Mini-PC Gmktec Nucbox M6 Ultra im Test: 32 GB DDR5 RAM & Ryzen 5 für nur 460 €
Die Gmktec Nucbox M6 Ultra bietet mit 32 GB DDR5 RAM und dem Ryzen-5-Prozessor ansprechende Hardware.
Mit der Nucbox M6 Ultra liefert Gmktec eine weitere Iteration der mittlerweile vierzehnteiligen Nucbox-Serie. In der Testversion unseres M6 Ultra stecken ein AMD Ryzen 5 7640HS, 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 1 TB SSD-Speicher. Eine abgespeckte Konfiguration mit 16 GB RAM und 512 GB SSD ist auch im Angebot. Für viele ist sicherlich auch die Barebone-Variante ohne RAM und SSD spannend. Wir haben uns den Mini-PC für 460 Euro angesehen und berichten, was die Nucbox M6 Ultra noch so alles zu bieten hat.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Ausstattung: Welche Hardware bietet die Gmktec Nucbox M6 Ultra?
Die Nucbox M6 Ultra kommt mit einem AMD Ryzen 5 7640HS, dem sechs Kerne bei 12 Threads zur Verfügung stehen. Die CPU hat einen Grundtakt von 4,3 GHz und einen Turbo-Takt von 5,0 GHz. Sie gehört zur Zen-4-Architektur (Phoenix) und ist im 4-Nm-Verfahren gefertigt. Die thermische Verlustleistung (TDP) liegt bei 45 W, die maximale Betriebstemperatur bei 100 Grad. Als Grafikeinheit kommt die AMD Radeon 760M mit acht Kernen bei einem Takt von 2600 MHz zum Einsatz.
In unserem Testgerät stecken 32 GB DDR5-RAM in Form von zwei 16 GB großen SODIMM-Modulen, allerdings bieten diese eine (für DDR5-Verhältnisse) etwas enttäuschende Übertragungsrate von 4800 MT/s. Unterstützt werden bis zu 128 GB an RAM. Die NVMe-SSD mit PCIe 4.0 verfügt über 1 TB und hat laut Crystaldiskmark eine maximale Lesegeschwindigkeit von 3554 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 2581 MB/s. Hier kann man dank zweitem M.2-Slot auf bis zu 8 TB aufrüsten.
Bei den Anschlüssen fällt direkt der USB-4.0-Port mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 40 GB/s positiv auf. Er unterstützt neben Displayport auch Power-Delivery-Input bis 100 W und ist ungewöhnlicherweise vorne am Mini-PC angebracht. Damit kann man den Mini-PC auch per USB-C mit Strom versorgen. Zusätzlich bietet die Nucbox zwei USB-3.2-Anschlüsse vorne sowie einen weiteren USB-3.2-Anschluss und einen USB-2.0-Anschluss hinten.
Zum USB-4.0-Port gesellen sich noch HDMI 2.0 und Displayport 1.4 hinzu und ermöglichen somit, drei Monitore gleichzeitig anzuschließen. Ebenfalls erfreulich sind die zwei Ethernet-Ports mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 2,5 Gbit/s. Für die traditionelle Stromversorgung dient ein DC-19-V-Anschluss mit Rundhohlstecker.
An Drahtlos-Schnittstellen bietet die Nucbox M6 Ultra indes Wi-Fi 6E (2,4 Gbit/s) und Bluetooth 5.2. Letzteres ist zwar nicht der neueste Stand der Technik, geht aber noch in Ordnung. Wi-Fi 6E ist hingegen erfreulich, häufig verwenden günstige Mini-PCs noch den veralteten Wi-Fi-5-Standard. Abgerundet wird die Auswahl an Anschlüssen durch einen 3,5-mm-Aux-Port.
Dem PC liegen ein HDMI-Kabel, ein 19-V-Netzteil mit Rundhohlstecker sowie eine Adapterplatte zur Montierung an Monitoren bei.
Gmktec Nucbox M6 Ultra – Bilder
Performance: Wie schnell ist die Gmktec Nucbox M6 Ultra?
Um die Performance des Mini-PCs mit Ryzen 5 7640HS zu untersuchen, haben wir ihn mehreren Benchmarks unterzogen. Mit diesen soll die generelle Leistung in verschiedenen Alltagsszenarien wie bei der Büroarbeit oder beim Zocken geprüft werden. Spannend ist insbesondere der Vergleich zum Minisforum UM760 Slim (Testbericht), der den gleichen Prozessor einsetzt.
Bei PCmark erzielt die Nucbox einen Wert von 6780 Punkten und liegt damit minimal unter dem UM760 Slim. Dabei handelt es sich um das Ergebnis der bisherigen Versionen 1.x. Seit Kurzem installieren neue Updates des Benchmarks hingegen aufsteigend ab der Versionsnummer ab 2.x. Entwickler UL Solutions weist im Changelog des Updates darauf hin, dass die Ergebnisse beider Versionen untereinander nicht vergleichbar sind. Mit der neuesten Workstation-Version erreichen wir entsprechend eine abweichende Punktzahl von 6929 Punkten. Bis auf Weiteres geben wir daher in unseren neuen Mini-PC-Tests beide Ergebnisse an, um die Vergleichbarkeit aufrechtzuerhalten.
Bei Cinebench R24 bekommt die Multi-Core-Performance 697 Punkte (UM760 Slim: 739), während die Single-Core-Leistung 103 Punkte erreicht (UM760 Slim: 104). Beim plattformübergreifenden Benchmark Geekbench 6 erzielt die CPU einen Single-Core-Wert von 2562 (UM760 Slim: 2608 Punkte) und einen Multi-Core-Wert von 10.850 Punkten (UM760 Slim: 10.795 Punkte). Der Open-CL-Score liegt hingegen bei 23.374 Punkten (Minisforum: 23.368).
3DMark Time Spy prüft die CPU- und GPU-Performance mit Blick auf die Gamingtauglichkeit. Hier bekommt die Nucbox M6 Ultra einen Gesamtwert von 2586 zugeschrieben, während die GPU einzeln betrachtet 2317 (Minisforum: 2300) und die CPU 7597 Punkte ergattert (Minisforum: 8006). Ein wirkliches Gaming-Biest ist die Nucbox M6 Ultra damit nicht. Bei modernen AAA-Spielen dürfte die Maschine schnell an die Grenzen des Ertragbaren kommen.
Lüfter: Wie laut ist die Gmktec Nucbox M6 Ultra und wie hoch ist die Leistungsaufnahme?
Der Lüfter in der Gmktec Nucbox M6 Ultra beglückt die Ohren mit bis zu 44,8 dB(A) unter Volllast und ist damit mehr als deutlich hörbar. Das verwundert auch nicht, denn die CPU erreicht Temperaturhöchstwerte von 91,4 Grad (um die 39 Grad im Idle), die der Lüfter natürlich im Hochbetrieb versucht zu senken. Selbst in einem Meter Entfernung zum Gerät erreicht die Lautstärke so noch bis zu 25 dB(A).
Bei der Stromaufnahme beobachten wir etwa 11 W im Idle und bis zu 65 W, wenn er auf Hochtouren arbeitet. Im BIOS kann der Stromverbrauch der CPU ein Stück weit angepasst werden. Hier stehen Silent-, Balance- und Performance-Mode zur Auswahl.
Mit welchen Betriebssystemen arbeitet die Gmktec Nucbox M6 Ultra?
Auf dem Mini-PC ist Windows 11 Pro in der Version 24H2 aufgespielt. Die Einrichtung unmittelbar nach dem Auspacken des Geräts funktioniert einwandfrei und ohne Internetzugang. Der anschließende vollständige Systemscan via Windows Defender zeigt keine Auffälligkeiten. An vorinstallierten Apps findet sich lediglich die Standard-Windows-Bloatware wieder. Mit aktivem Internetzugang stehen erwartungsgemäß einige Windows-Updates an, die ebenfalls reibungslos heruntergeladen und installiert werden.
Unter Ubuntu, welches wir über einen Stick booten, erkennt das System sofort das WLAN-Netzwerk und verbindet sich problemlos. Bluetooth können wir allerdings nicht aktivieren. Das ist verwunderlich und ein deutlicher Malus gegenüber anderen Modellen, die wir getestet haben.
Bauform: Wie ist die Verarbeitung der Gmktec Nucbox M6 Ultra?
Das 128, 8 x 47,8 x 127 mm große Gehäuse besteht vollständig aus Plastik ist robust und sauber verarbeitet. Allerdings ist der Logo-Aufdruck oben etwas schief angebracht. Auf die Waage bringt die Nucbox etwa 528 g. An den Seiten sowie hinten und unter dem Gehäuse befinden sich Lüftungsgitter. Um an das Innere des Mini-PCs zu gelangen, muss man den Deckel des Gehäuses abziehen. Anschließend gilt es, die vier Schrauben zu lösen, die den Lüfter festhalten. Den Lüfter samt Verdeck herauszunehmen, erfordert etwas Kraft und Vorsicht, da er natürlich per Kabel verbunden ist.
Preis: Was kostet die Gmktec Nucbox M6 Ultra?
Der Preis der Nucbox M6 Ultra liegt bei 460 Euro für die Ausstattung mit 32 GB SODIMM-DDR5 RAM und 1 TB SSD. Die 16/512-GB-Variante schlägt mit 380 Euro zu Buche. Für das Barebone-Modell ohne RAM und SSD zahlt man aktuell nur noch 239 Euro (Code M6ultra00)
Fazit
Die Gmktec Nucbox M6 Ultra wartet mit einer guten Verarbeitung sowie ein paar ansprechenden Features auf, darunter USB 4 und zwei LAN-Ports mit 2,5 Gbit/s. Letztere ermöglichen es, die Nucbox ohne Adapter auch für Firewall-Lösungen zu verwenden. Hinzu kommt eine grundsolide Leistung des Ryzen 5, die den Mini-PC für die Arbeit im Büro tauglich macht.
Wer ihn für anspruchsvollere Aufgaben verwenden möchte, sollte jedoch die hohe Lautstärke von bis zu 42 dB(A) sowie die schlechte Kühlung des Mini-PCs bedenken, die die CPU auf bis zu 91,4 °C unter Volllast hochtreibt. Schlussendlich bekommt man für den Preis aber einen grundsoliden Mini-PC, der für den Preis einige nützliche Funktionen bereithält.
Künstliche Intelligenz
Debatten um Stablecoins auf dem Weltwirtschaftsforum
Stablecoins und Krypto-Tokens für fast alle anderen Arten von Vermögenswerten waren eines der heißen Themen beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos diese Woche. In mehreren Runden lieferten sich die Repräsentanten von Zentral- und Geschäftsbanken Scharmützel über die Zukunft des Finanzsektors mit Vertretern von Kryptowährungen.
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Brian Armstrong, Gründer und CEO der Handelsplattform Coinbase, beschrieb in einem Vortrag die Zukunft des Finanzsektors aus Sicht der US-Kryptobranche so, dass es möglicherweise in einigen Jahren nur noch zehn herkömmliche nationale Währungen geben werde. Der Rest der Welt werde zu US-basierten Stablecoins und Bitcoin umgezogen sein, so Armstrongs Provokation.
Stablecoins sind Digitalgeld, das an den Kurs herkömmlicher Währungen (oder andere Vermögenswerte) gekoppelt ist. Üblicherweise werden Stablecoins durch Reserven in diesen Währungen oder durch passende Staatsanleihen abgesichert. Im vergangenen Jahr erreichten sie eine Gesamtkapitalsumme von knapp 300 Milliarden Euro. Das Gros machen die an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins USDT (vom Unternehmen Tether) und USDC (von Circle) aus.
Donald Trumps Genius Act vom Sommer 2025 hat Stablecoins und der US-Kryptobranche insgesamt einen Boom beschert, den auch Europas Zentralbanken sehr genau beobachten. Frankreichs Zentralbank hat das Thema auch auf die Agenda der französischen G7-Präsidentschaft 2026 setzen lassen. Man wolle in diesem Kontext unter anderem über mögliche Harmonisierungen bei der Regulierung sprechen, sagte François Villeroy de Galhau, Gouverneur der französischen Zentralbank.
Dominante Dollar-Coins
Zum Aufwind, in dem sich die US-Kryptobranche dank der ihr freundlich gesonnenen US-Administration sieht, hat sie selbst beigetragen. Laut Brad Garlinghouse, CEO des Krypto-Finanztech-Unternehmens Ripple, habe man sich zur Wahl dieser Administration zusammengetan. Geht es nach dem Willen der Branche, muss die US-Administration aber weitere regulatorische Schritte tun. Europas MiCA-Verordnung gehe schon weiter, so Armstrong.
Die Kryptowährungsvertreter aus den USA fordern für sich, dass die US-Administration das bestehende Verbot einer Verzinsung der Stablecoins aufhebt. Im Zug einer stärkeren Tokenisierung von Vermögenswerten, beispielsweise auch von Immobilien, Staatsanleihen oder Fonds, werde sich das natürlich entwickeln, prophezeite Bill Winters, Group CEO der Bank Standard Chartered.
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Laut der Krypto-Banker wollen etablierte Investmentunternehmen wie Blackrock oder Apollo künftig Fondsanteile in Form von Tokens anbieten. Auch der belgische Finanzdienstleister Euroclear treibt entsprechende Projekte voran. Tokens für Immobilien und Fonds böten Firmen neue Liquiditätsquellen und Kleinanlegern einen einfacheren Zugang zu Finanzmarktprodukten, erklärte Valérie Urbain, CEO von Euroclear, in Davos.
Flucht in (Dollar-)Stablecoins
Auch Dan Katz vom Internationalen Währungsfonds nannte Inklusion und besseren Finanzmarktzugang unbestreitbare Vorteile von Stablecoins und Tokenization. In vielen Ländern Afrikas seien US-Dollar-basierte Stablecoins äußerst beliebt, berichtete Vera Songwe, Gründerin der Afrika-fokussierten Liquidity and Sustainability Facility.
Kunden aus Ländern mit hoher Inflation flöhen in US-basierte Stablecoins und hätten damit einfachen Zugang zum internationalen Finanzsystem. Unternehmer müssten bei internationalen Geschäftsabschlüssen ohnehin den Umweg über den Dollar machen, sagte Songwe. Vor allem könnten so aber auch die bislang hohen Transaktionskosten des klassischen Überweisungsverkehrs drastisch reduziert werden. Mit aktuell rund 7 Milliarden überstiegen diese laut Songwe die gesamte Entwicklungshilfe, die auf den Kontinent fließt.
Erste Ansätze, afrikanische Stablecoins zu schaffen, gibt es ebenso wie Versuche einzelner afrikanischer Länder, Stablecoins komplett verbieten zu lassen. Denn mit der „Dollarisierung“ ihrer Wirtschaft verlieren Regierungen in den entsprechenden Ländern mächtige Instrumente, mit denen sie die ökonomische Entwicklung des eigenen Landes kontrollieren und gestalten können, warnten viele der klassischen Bankfachleute in Davos. Songwe bedauerte ausdrücklich, dass Europas Finanzwirtschaft keine Alternativen zu den dollarbasierten Coins bietet. Europa sei zu langsam, sagte sie.
Verpasst Europa den Zug?
Ein gutes Beispiel für das gemütliche Tempo der Europäer ist der digitale Euro. Seit 2021 läuft das Projekt dafür offiziell. Es war ursprünglich gestartet, um dem Facebook-Projekt Diem (vormals Libra) etwas entgegenzusetzen. Diem wurde allerdings schon 2022 eingestellt, vom digitalen Euro wird es 2026 lediglich eine Wholesale-Variante für die Transaktion zwischen Banken geben, erklärte Villeroy de Galhau.
Andere Regionen sind wesentlich schneller. Beispielsweise gibt es seit 2020 in Brasilien das Sofortzahlungsmittel PIX von der Zentralbank des Landes. China will Zinszahlungen auf den digitalen Yuan einführen und Indien, das die digitale Rupie eingeführt hat, schlägt aktuell den BRICS-Staaten vor, ihre Digitalwährungen leichter austauschbar zu machen.
(syt)
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