Connect with us

Künstliche Intelligenz

Mit Auto, Rad oder zu Fuß: So bewegt sich Deutschland


84 Minuten – so lang ist jeder von uns im Durchschnitt pro Tag unterwegs: am längsten freitags, am kürzesten sonntags, im Sommer öfter und im Winter weniger. Aber mit welchen Verkehrsmitteln kommt man von A nach B und welche Veränderungen gibt es? Antworten darauf gibt eine große Mobilitätsstudie im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums. Zentrale Ergebnisse: Die Bürgerinnen und Bürger gehen häufiger zu Fuß und fahren länger mit dem Rad. Im Nahverkehr wirkt das Deutschlandticket. Das Auto steht häufiger rum – bleibt vor allem auf dem Land aber unverzichtbar.

Weiterlesen nach der Anzeige

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte, die Studie sei eine wichtige Entscheidungsgrundlage auf dem Weg in eine „attraktive Mobilität“ der Zukunft. Er betonte, die Bundesregierung wolle Mobilität in Stadt und Land „nach den Bedürfnissen“ der Menschen ermöglichen.

Einer der wichtigsten Kennwerte der Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) ist der „Modal Split“. Er drückt die prozentualen Anteile der Verkehrsmittel am gesamten Verkehrsaufkommen und damit an allen zurückgelegten Wegen aus. Auch wenn Verkehr durch Routinen geprägt sei, wie es in der Studie heißt: Es gibt Veränderungen. Der Autoverkehr bleibt zwar mit Abstand das zentrale Verkehrsmittel, der Anteil liegt bei 53 Prozent aller Wege. Das betrifft Fahrer und Mitfahrende. Aber der Anteil sinkt im Vergleich zur MiD-Studie 2017 um vier Prozentpunkte.

Der Anteil des Fahrrads liegt stabil bei bundesweit 11 Prozent – wobei davon inzwischen gut 2 Prozentpunkte auf das E-Bike entfallen. Der öffentliche Verkehr geht leicht rauf auf 11 Prozent. Gewinner ist der Fußverkehr: Der Anteil ausschließlich zu Fuß zurückgelegter Wege wächst deutlich von 22 Prozent im Jahr 2017 auf 26 Prozent sechs Jahre später.

Bei den gefahrenen Kilometern ist der Anteil des Autoverkehrs mit 73 Prozent deutlich höher, weil vor allem längere Strecken mit dem Auto gefahren werden. Es folgt der öffentliche Verkehr – also vor allem Busse und Bahnen – mit einem knappen Fünftel, danach kommen das Fahrrad und reine Fußwege.

Weiterlesen nach der Anzeige

Der Anteil der Haushalte ohne Auto ist der Studie zufolge auf knapp unter ein Fünftel abgesunken – Haushalte mit mehreren Autos machen nun hingegen fast 30 Prozent der Haushalte aus. In Großstädten lebt ein deutlich größerer Anteil der Haushalte ohne Auto als in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Aber: Fast die Hälfte der Autos wird an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt – 2008 blieb lediglich ein Drittel der Autos am Tag stehen. Auch die mittlere Fahrleistung ist auf etwa 26 Kilometer gesunken.

Die durchschnittliche Fahrzeit pro Fahrzeug pro Tag sinkt auf 42 Minuten. Die Parkzeiten zu Hause nahmen auf etwa 21 Stunden zu. Eine Erklärung: der Trend zum Homeoffice. Der Anteil des klassischen Berufsverkehrs mit Wegen von oder zur Arbeit geht laut Studie zurück.

Bei der Nutzung von Elektroautos und anderen Autos gibt es laut Studie seit 2017 eine deutliche Angleichung. Laut Studie 2017 wurden Elektroautos überwiegend für kurze Strecken genutzt – ein Hinweis, dass Reichweitenbedenken vorherrschten. Das habe sich geändert. Der Anteil für längere Strecken ab 30 Kilometern liege annähernd gleichauf mit den Weglängen, die mit Verbrennerfahrzeugen zurückgelegt werden. Nach wie vor seien aber nur etwa ein gutes Viertel der Elektroautos das einzige Auto eines Haushaltes. „Elektromobilität ist also weiterhin vor allem ein Phänomen von Haushalten mit mehreren Autos.“ Die E-Mobilität soll eine Schlüsselrolle für mehr Klimaschutz im Verkehr spielen.

Der öffentliche Verkehr hat sich laut Studie dank des Deutschlandtickets im Nah- und Regionalverkehr von Einbrüchen in der Corona-Pandemie erholt. Das im Mai 2023 eingeführte bundesweit gültige Ticket im Nah- und Regionalverkehr hat das Tarifangebot stark vereinfacht und ist mit derzeit 58 Euro pro Monat günstiger als vergleichbare Abos zuvor. 16 Prozent verfügten zum Zeitraum der Erhebung der Studie zwischen Mai 2023 und Juni 2024 über ein Deutschlandticket.

Das Ticket ist beliebt vor allem in großen Städten mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Die Studienautoren aber heben hervor, dass das Ticket auch im ländlichen Raum „nicht der oft erwartete Ladenhüter“ ist. Immerhin ein knappes Zehntel der Bevölkerung entscheide sich auch dort für dieses Angebot. Das Deutschlandticket wird auch nicht nur für den Weg zur Arbeit genutzt – fast ein Drittel der Fahrten sind Freizeitwege.

Bei der ÖPNV-Nutzung insgesamt gibt es aber laut Studie große Hindernisse. Für mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind keine oder schlechte Verbindungen ein Hindernis für die Nutzung – vor allem auf dem Land – gibt es oft ein mangelhaftes Angebot.

Beim Deutschlandticket gibt es Planungssicherheit: Es ist finanziell bis 2030 abgesichert. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat einer Gesetzesänderung zu. Demnach stellt der Bund bis 2030 pro Jahr 1,5 Milliarden Euro zum Ausgleich von Einnahmeausfällen bei Verkehrsanbietern zur Verfügung. Die Länder geben ebenfalls insgesamt 1,5 Milliarden Euro. Ab Januar 2026 kostet das Ticket 63 Euro im Monat. Ab 2027 soll der Preis mit einem noch genau festzulegenden Index ermittelt werden.

Eine der deutlichsten Entwicklungen der Alltagsmobilität in Deutschland seit 2017 sei die Zunahme des Fußverkehrs, heißt es in der Studie. Dabei gelte: Es gibt wenige Arbeits- und viele Freizeitwege. Warum gehen die Menschen mehr zu Fuß? Studienautor Robert Follmer vom infas Institut sprach von einem bunten Mix aus Gründen. So gebe es mehr Hunde, die ausgeführt werden. Außerdem sei das Gesundheitsbewusstsein gestiegen, viele Leute zählten ihre Schritte. Es habe aber bereits bei der Studie 2008 einen hohen Fußgänger-Anteil gegeben.

Roland Stimpel vom Fußgängerverband FUSS sagte: „Die Menschen in Deutschland gehen immer mehr, weil es gesund, einfach, kostengünstig und umweltfreundlich ist. Aber viele Menschen brauchen mehr Sicherheit und bessere Wege. Das muss der Bund viel stärker fördern.“

Die Studie basiert laut Ministerium auf einer bundesweiten Befragung von Haushalten in mehr als 1.000 Städten und Gemeinden zu ihrem alltäglichen Verkehrsverhalten. Zwischen Mai 2023 und Juni 2024 seien über 218.000 Haushalte und rund 421.000 Personen befragt worden. Die Studie wurde bereits in den Jahren 2002, 2008 und 2017 erhoben.


(nen)



Source link

Künstliche Intelligenz

Qualcomm wird primärer Halbleiterlieferant für VWs E-Autos


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Volkswagen und Qualcomm vertiefen ihre Partnerschaft. Qualcomm soll eine relevante Rolle bei der „Einführung fortschrittlicher Infotainment- und Konnektivitätsfunktionen“ auf Basis der Snapdragon Digital Chassis-Technologie spielen. Der US-Halbleiterhersteller soll ab 2027 „leistungsstarke System-on-a-Chip (SoCs) für Infotainment-Funktionen“ ausliefern und „damit ein wichtiger Technologieanbieter zum Start der zonalen SDV-Architektur des Volkswagen-Konzerns“ werden. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde von beiden Unternehmen auf der CES 2026 unterzeichnet.

Weiterlesen nach der Anzeige

Mehr zur CES 2026

Zonale SDV-Architektur steht dabei für „Software-Defined Vehicle“, also stark vernetzte Fahrzeuge. Diese will Volkswagen in Kooperation mit dem US-Startup Rivian im Joint Venture „RV Tech“ entwickeln. Die Technologie basiert dabei auf Rivians Elektronik-Architektur. Volkswagen hatte die Partnerschaft mit Rivian im Juni 2024 angekündigt und mitgeteilt, dass die Technologie ab 2027 nach und nach in allen kommenden Elektroautos auf Basis der Scalable Systems Platform (SSP) einziehen soll. Ziel sei es, „technologisch führende Produkte in unterschiedlichen Segmenten, Preisklassen und internationalen Märkten anzubieten“, erklärt VW.

Der erste Volkswagen mit der neuen SDV-Architektur wird das Serienmodell des ID.Every1, das voraussichtlich ab 2027 auf den Markt kommen wird und ID.1 oder ID.Up heißen könnte. Bei der Namensgebung orientiert sich VW bei seinen kommenden E-Auto-Modellen, angefangen mit dem ID.Polo, offenbar wieder an seinen vertrauten Modellnamen, statt sie wie bisher von ID.3 bis ID.7 durchzunummerieren.

Fahrzeuge auf Basis der SDV-Architektur sollen laut VW unter anderem „moderne Infotainment-Lösungen sowie hochautomatisierte Fahrfunktionen erhalten, die sich per Over-the-Air-Update aktualisieren und erweitern lassen“. Auf diesem Wege können Fahrzeuge stets auf dem neuesten Stand gehalten werden – zudem spricht der Konzern von einem sich kontinuierlich verbesserten Fahrerlebnis. Zur Steuerung sämtlicher Fahrzeugfunktionen sollen „leistungsstarke, modulare Zentralrechner“ zum Einsatz kommen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Weiter spricht VW davon, dass künftige Fahrzeuge mit der Snapdragon Cockpit Plattform auch über KI-gestützte Funktionen verfügen würden. Diese sollen „Bedürfnisse der Insassen vorausschauend erkennen und in Echtzeit aktive Unterstützung leisten“. Als Beispiele nennt der Konzern etwa personalisierte Klima- und Sitzkomfort-Einstellungen, optimierte Routenplanung und eine intuitive Sprach- und Gestensteuerung.

Gleichzeitig beabsichtigt die Automated Driving Alliance (ADA), eine Initiative von Cariad und Bosch, die Snapdragon Ride Elite Plattform einzusetzen. Mit dieser wolle man die Entwicklung des automatisierten Fahrens vorantreiben. Ziel von ADA sei ein KI-basiertes Gesamtsystem für hochautomatisiertes Fahren, das marken- und modellübergreifend skalierbar und vollständig kompatibel mit der SDV-Architektur ist, so Volkswagen. Damit spielt VWs Softwaremarke Cariad auch eine gewisse Rolle bei der Entwicklung der künftigen SDV.

Die angestrebte Lieferkooperation wird aktiv von Audi und der Marke VW Pkw vorangetrieben. Das Ziel sei jedoch eine „konzernweite Wirkung“. Im Zuge der Absichtserklärung beabsichtigen die Konzernmarken zudem, Qualcomms Snapdragon 5G Modem-RF und V2X-Technologie in ihre kommenden SDV-basierten Fahrzeuge für Konnektivität und Echtzeit-Kommunikation zu integrieren.

Die Softwarebasis für das Infotainmentsystem, auf das sowohl VW/Cariad als auch Rivian setzen, ist Googles Android Automotive (AAOS – Android Automotive OS). Dabei setzen beide nicht auf das komplette Google-Paket, sondern auf das quelloffene Android (AOSP) ohne Google-Dienste, aber mit eigenen App-Stores und Services.

Qualcomm und Google haben im Zuge der CES 2026 auch das Thema Android Automotive inklusive Updates adressiert. Der Ankündigung zufolge wird Android Automotive an den Release-Zyklus von Android angeglichen und die Entwicklung der Infotainment-Plattform durch weitere Schritte beschleunigt. Unter anderem bringt Google Project Treble in AAOS, das seit 2017 und Android 8.0 Oreo Teil des Betriebssystems ist und Updates vereinfachen soll.

Automobilhersteller würden „von erheblich vereinfachten Android-Updates, einer optimierten Integration, geringeren Entwicklungskosten und einer schnelleren Markteinführung“ profitieren, argumentiert Qualcomm. Zudem versprechen Qualcomm und Google für einen Zeitraum von zehn Jahren wichtige Software-Updates. Ob das für ein Autoleben genügt?


(afl)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Elektro-Kleinsttransporter Fiat Tris: Lokal emissionsfrei bienenfleißig


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Ape (zu Deutsch „Biene“) ist in Italien längst automobiles Kulturgut, bei meist jungen Enthusiasten weltweit inzwischen sogar Kult. 2025 hat Piaggio die Produktion des seit 1947 auf Vespa-Basis gebauten Dreirads in Pontedera endgültig beenden müssen und bietet stattdessen den elektrischen Porter NPE auf Suzuki-Basis an. Angeblich waren die Zulassungsvorschriften der EU zu streng geworden für das minimalistische Fahrzeug, es soll jedoch in Indien weitergebaut werden. Italien hat wohl die höchste Dichte enger Altstadtgassen in Europa. Doch auch anderswo auf der Welt gibt es offenbar genügend Nachfrage für solche stadttauglichen Kleinsttransporter.

Weiterlesen nach der Anzeige


Fiat Tris

Fiat Tris

Der Fiat Tris, dahinter sein technischer Verwandter, der Citroën Ami, alias Fiat Topolino, alias Opel Rocks auf der Brüsseler Motor Show 2026

(Bild: Stellantis)

Gewissermaßen im Anschluss legt Fiat Professional nun mit dem Fiat Tris ein frappierend ähnlich dimensioniertes Dreirad mit Elektroantrieb neu auf, um es in Afrika und „anderen Schwellenregionen“ zu vermarkten. Entworfen vom Fiat Style Centre und produziert in Marokko, wird er von dort auch nach Europa exportiert. Das Elektrodreirad mit Pritsche und Kabine setzt auf die im Konzern bereits vorhandene Technik der Stellantis-Kleinkraftwagenmodelle Fiat Topolino, Opel Rocks und Citroën Ami. Fiat zeigt das Minimalmobil auf der Brüssel Motor Show vom 9. bis 18. Januar 2026.

Fiat bietet den Tris in den drei Versionen Kabine, mit Pritsche und als Koffer an. Die Abmessungen sind, ähnlich wie bei der Ape, mit 3,17 m Länge und dank des einzelnen Vorderrads konkurrenzlosen Wendekreises von 3,05 m auf engste urbane Verhältnisse ausgelegt. Er kann eine Europalette transportieren und bietet eine Nutzlast von 540 kg, passgenau für die Last-Mile-Logistik. Der Antrieb mit dem 6-kW-Motor und einer Spitzenleistung von 9 kW sowie einer statt 5,5 wie im Fiat Topolino 6,9 kWh fassenden Lithiumbatterie soll unter den Bedingungen des WMTC 90 km Reichweite ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt die für Leichtkraftwagen einigermaßen unglücklich festgesetzten 45 km/h. An der Steckdose soll eine Ladung von leer auf 80 Prozent in 3,5, von null auf 100 Prozent in 4,4 Stunden möglich sein. Laden an der Wallbox ist nicht möglich.


Drei Räder, 45 km/h, 540 kg Zuladung und 90 km Reichweite (Bild:

Fiat / Piaggio

)

Weiterlesen nach der Anzeige

Der Fiat Tris überführt so das geistige Erbe der Ape in die Zukunft nachhaltiger Mobilität. In Afrika, wo es auch gebaut wird, verspricht das Mikromobil einen niederschwelligen Einstieg in die Mobilität. In Europa könnte eine Kombination aus dem ansteigenden Last-Mile-Transportbedarf und strengen urbanen Emissionsvorschriften sowohl bei Lärm als auch beim Abgas dem elektrifizierten Dreirad zu einem 1947 sicher unvorhergesehen langen Leben verhelfen. Der Tris wird 2026 in den relevanten europäischen Märkten eingeführt, beginnend in Italien, schreibt Stellantis heute.

Lesen Sie auch


(fpi)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Mini-PC Acemagic M1 für 599 € im Test: Intel i9 mit starker Leistung ist leise


Acemagic liefert einen weiteren Mini-PC mit dem Namen „M1“, dieses Mal mit dem älteren Spitzen-SoC Intel i9-13900HK.

Dem treuen Leser unserer Artikel wird auffallen, dass wir den Acemagic M1 bereits getestet haben. Allerdings hat sich die Mini-PC-Union, genauer Acemagic, dazu entschieden, auch eine Version des Mini-PCs mit Intel-CPU anzubieten. So werkelt jetzt der Intel Core i9-13900HK mit 14 Kernen und 20 Threads in dem kompakten Gehäuse. Zudem gibt es satte 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und eine SDD mit 1 TB Kapazität zum Preis von 599 Euro. Die beiden Varianten des M1 kämpfen allerdings in verschiedenen Preisklassen. So stellt sich nur die Frage, wie gut sich der ältere i9 heutzutage noch schlägt. Antworten gibt unser Testbericht.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Ausstattung: Welche Hardware bietet der Acemagic M1?

Der Acemagic hat mit dem Intel Core i9-13900HK einen leistungsfähigen Prozessor mit 14 Threads und 20 Kernen. Dabei kommt die bigLITTLE-Architektur zum Einsatz, wobei der Chip über 6 Leistungskerne (P-Cores) mit Hyperthreading und 8 Effizienzkerne (E-Cores) ohne Hyperthreading verfügt. Die Leistungskerne takten mit bis zu 5,4 GHz, bei den Effizienzkernen sind es maximal 4,1 GHz.

Die CPU ist bereits seit 2023 erhältlich, als Speerspitze der erstmaligen Auflage von Raptor Lake-H. Die CPU ist im 10-Nm-Verfahren, auch bekannt als Intel 7, gefertigt und damit nicht so effizient, wie neueste Chips im 5-Nm-Verfahren. Das SoC wird mit einer TDP von 45 Watt angegeben, wobei diese auf maximal 115 Watt vom Systemkonfigurator angehoben werden kann.

Als Grafikeinheit kommt die alte, hauseigene Iris Xe zum Einsatz und nicht eine moderne und leistungsfähigere Arc-iGPU. Der Grafikchip verfügt über 96 Kerne (Compute Units) mit einem maximalen Takt von 1,5 GHz.

Der CPU stehen zudem 32 GB RAM in Form von zwei DDR4-Modulen zur Seite. Leider wird hier auf namhafte Hersteller verzichtet. Die Module liefern eine Übertragungsrate von 3200 MT/s (Megatransfers/s). Damit stellen sie zwar die maximal unterstützte Datenrate für die CPU in puncto DDR4 bereit, der Prozessor unterstützt allerdings auch den neueren DDR5-Standard. Hier hat man also grundsätzlich Leistung ungenutzt gelassen, vor allem iGPUs profitieren von schnellem RAM. Mit üblichen DDR5-SO-DIMM-Modulen wären schon 5200 MT/s möglich gewesen. Immerhin kann der RAM laut Hersteller auf bis zu 64 GB aufgerüstet werden.

Acemagic M1 (i9-13900HK) – RAM & SSD

Beim Speicher gibt es 1 TB in Form einer M.2-NVMe-SSD – leider wieder No-Name-Hardware. Im Crystaldiskmark erzielt die SSD Geschwindigkeiten von 3481 MB/s (Megabyte/s) im Lesen und 3391 MB/s im Schreiben. Zudem bietet der Mini-PC noch einen weiteren M.2-Port, allerdings nur mit SATA-Geschwindigkeit (B-Key). Beide M.2-Anschlüsse sind für den Formfaktor 2280 ausgelegt und unterstützen offiziell eine Kapazität bis insgesamt 4 TB.

Der M1 stellt nur einen USB-C-Anschluss im USB4-Standard mit 40 Gb/s (Gigabit/s) auf der Vorderseite bereit. Dieser unterstützt zwar die Bildübertragung via Displayport (4K bei 120 Hz), lässt sich aber nicht für die Stromversorgung des Mini-PCs nutzen – diese erfolgt wie so oft nur per DC-Buchse. Zum Anschließen von Monitoren stehen zudem HDMI in der Version 2.0 (4K bei 60 Hz) und Displayport 1.4 (4K bei 120 Hz) bereit. Der RJ45-Ethernet-Anschluss auf der Rückseite überträgt Daten mit bis zu 2,5 Gb/s und wird von dem Chipsatz RTL8125 Gaming von Realtek verwaltet.

Drahtlos funkt der Mini-PC über den Mediatek MT7922 mit Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2 – ziemlich aktuell, wobei Wi-Fi 7 ideal wäre.

Performance: Wie schnell ist der Acemagic M1?

Der Intel i9-13900HK war einer der stärksten mobilen Prozessoren seiner Zeit. Seit dem Release vor fast drei Jahren hat sich in der Technikwelt allerdings etwas getan, und gerade AMD hat die Effizienz ihrer Chips noch einmal deutlich steigern können. Es ist nicht verwunderlich, dass der i9 in PCMark 10 durchschnittlich 7520 Punkte einfährt. Das ist ein sehr starkes Ergebnis, das nur knapp hinter den Ryzen AI 9 370 HX im Geekom A9 Max (Testbericht) zurückfällt (7684 Punkte).

In 3DMark Time Spy macht sich die schwache Grafik des i9 allerdings deutlich bemerkbar. Das Ergebnis liegt nur bei 1543 Punkten, davon 1347 Punkte für die Grafik und 8971 für den Prozessor. Der A9 Max erzielt hier etwa 3868 Punkte aus 3466 Grafik- und 11305 CPU-Punkten und ist folglich deutlich besser für Gaming und grafikintensive Aufgaben gewappnet.

Die CPU alleine zeigt auch in Cinebench R24 ihre Klasse und erreicht 122 Punkte im Single- und 807 Punkte im Multicore. Abschließend attestiert der Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6.5 der CPU 2813 Punkte im Single- und 9429 Punkte im Multicore. Der OpenGL-Grafikscore beläuft sich auf magere 13.609 Punkte.

Trotz der vergleichsweise schwachen Grafik haben wir uns an die üblichen Spiele getraut: Anno 1800 und Cities Skylines 2. Wir spielen ersteres in Full HD mit aktiviertem FSR (FidelityFX Super Resolution) im Modus „Leistung“ und wählen das niedrige Einstellungspreset. So erhalten wir im fortgeschrittenen Endlosspiel beim Blick auf unsere 50.000-Einwohner-Stadt durchschnittlich 40 FPS. Anno hat aber eine wunderschöne Grafik, die so natürlich nicht mehr ersichtlich ist.

Deshalb wechseln wir zu hohen Einstellungen und FSR im Modus „Qualität“. So sind es im Schnitt nur noch 15 FPS, was das Spielerlebnis trotz schöner Grafik erneut trübt und wir als nahezu unspielbar betiteln müssen. Zum Vergleich: Der Geekom A9 Max erreicht selbst bei ultrahohen Einstellungen und deaktiviertem FSR noch 18 FPS.

Cities Skylines 2 ist noch einmal leistungshungriger, sodass selbst bei niedrigsten Einstellungen und aktiver dynamischer Auflösungsskalierung (Modus „Konstant“) nicht mehr als 11 FPS im Schnitt möglich sind. Die GPU-Auslastung liegt konstant bei 100 Prozent, die der CPU allerdings nur bei rund 15 Prozent – ein klares Bottleneck. Damit ist Cities Skylines 2 in Full HD mit dieser Hardware unspielbar.

Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Acemagic M1?

Leistungstechnisch konnte der i9 noch ganz gut mit den aktuellen Top-Prozessoren mithalten, doch geht das nur auf Kosten einer hohen Leistungsaufnahme? Wir sehen bereits im Idle einen Verbrauch von 20 Watt, was doch deutlich über den 10 bis 15 Watt der aktuellen Systeme liegt. Unter Volllast steigt der Verbrauch direkt auf 95 Watt an und verweilt dort für rund 90 Sekunden. Der Prozessortakt liegt in dieser Zeit bei 2,7 bis 2,8 GHz, über alle Kerne gemittelt. Anschließend sinkt der Verbrauch dauerhaft auf knappe 81 Watt – dabei liegt die durchschnittliche Taktrate nur mehr bei 2,4 GHz.

Der Geekom A9 Max verhält sich hier sehr ähnlich, bei langer Auslastung liegt der Verbrauch jedoch bei 70 Watt mit 2,9 GHz CPU-Takt – 1 zu 1 lässt sich das aber natürlich nicht vergleichen.

Lüfter: Wie laut ist der Acemagic M1?

Auch die Kühlung macht eine gute Figur, so ist der Lüfter im Idle nicht zu hören. Unter längerer Volllast schafft es die Kühlung, die CPU stets unter 85 Grad zu halten. Dabei messen wir mit dem Smartphone nur 30 dB(A) direkt am Gehäuse des Mini-PCs – ein sehr starkes Ergebnis. In einem Meter Entfernung sind es dann noch 19,5 dB(A) im Schnitt. Damit ist das System gerade in Anbetracht der hohen CPU-Leistung unter Last enorm leise. Die Temperaturen sind zudem im guten Bereich.

Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Acemagic M1 installiert?

Auf dem Acemagic M1 ist Windows 11 Pro vorinstalliert. Ein vollständiger Virenscan mit dem Windows Defender bleibt ohne Befund. Das System verzichtet zudem auf jegliche Bloatware mit Ausnahme der Microsoft-Apps und -Dienste.

Auch Linux läuft auf dem System problemlos, so wie es der Hersteller bewirbt. Wir haben Ubuntu 24.04.1 LTS über unseren USB-Stick mit Ventoy gebootet. Dazu sind wir zuvor über das erweiterte Startmenü von Windows in das BIOS gegangen und haben dort die Boot-Reihenfolge angepasst und Secure Boot deaktiviert.

In Ubuntu angekommen, sehen wir, dass die Auflösung unseres Monitors korrekt erkannt ist. Zudem funktionieren Audio via AUX, WLAN, Bluetooth und Ethernet ohne weiteres Zutun. Sogar aus dem Stand-by wacht der Mini-PC zuverlässig auf – besser geht es nicht.

Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Acemagic M1?

Acemagic M1 (Ryzen 7 6800H) vs Acemagic M1 (i9-13900HK)

Beim Gehäuse setzt der M1 vollständig auf Kunststoff. Das ist hier in einem dunkleren Grauton gefärbt, als bei der AMD-Version. Die Aufteilung der Anschlüsse und die generelle Form sind allerdings identisch. Wir können nur einen wirklichen Unterschied festmachen: Der USB-C-Port auf der Vorderseite hat eine leichte Einbuchtung.

Die Verarbeitung ist in Ordnung, wobei sich das Gerät nicht so hochwertig anfühlt, wie es mit einem Metallgehäuse der Fall wäre. Die hohe Empfindlichkeit der Beschichtung, wie es bei der AMD-Version der Fall ist, ist uns hier nicht so deutlich aufgefallen. Das Gehäuse misst 128,2 × 128,2 × 41 mm und ist damit üblich groß.

Zur Wartung oder Aufrüstung der Hardware lässt sich das Gehäuse mit etwas Vorsicht öffnen. Dazu entfernen wir die vier Gummifüße auf der Unterseite und lösen die darunterliegenden, aber tief eingesetzten Schrauben. An diese gelangt man im Zweifel nur mit einem langen, dünnen Bit, wie von einem elektrischen Präzisionsschraubendreher (Bestenliste). Anschließend müssen wir den Boden aufhebeln und zudem auf der Rückseite die Rahmen der Anschlüsse vom Gehäuse separieren. So können wir den Boden vom Rest des Mini-PCs trennen, wobei nur das Kabel der DC-Buchse mit dem Mainboard verbunden bleibt.

Acemagic M1 (i9-13900HK) – Gehäuseinneres

Um an RAM, SSD und die CMOS-Batterie zu gelangen, nehmen wir das gesamte Mainboard aus der übrigen Gehäusehälfte. Wir biegen den Rahmen seitlich, sodass die Platine an den Vorrichtungen vorbeipasst – dabei ist bei uns schon ein Teil am Gehäuse ausgebrochen. Beim Zusammenbau ist zudem darauf zu achten, dass die Antennenkabel nicht zwischen Gehäuse und Mainboard eingequetscht werden – hier gibt es extra eine Aussparung an der Platine. Der Mini-PC ist in unseren Augen also nicht sonderlich wartungsfreundlich, wenn man mehr als nur den Lüfter vom Staub befreien möchte.

Preis: Was kostet der Acemagic M1?

Der Acemagic ist in der getesteten Ausstattung mit 32 GB RAM und 1 TB Speicher aktuell zum Preis von 599 Euro auf Amazon erhältlich.

Fazit:

Der M1 mit Intel Core i9-13900HK bietet erstaunlich viel Prozessorleistung und kann in diesem Punkt sogar noch mit modernen Chips der Oberklasse mithalten. Auch der Stromverbrauch ist nicht viel höher. Das Defizit liegt hier vor allem bei der Grafikeinheit, die der CPU nicht gerecht wird. Dadurch ist das System etwa für Gaming sehr unausgewogen und die Grafik hält die restliche Hardware stets zurück. Neue Systeme, sowohl von AMD als auch von Intel, legen einen starken Fokus auf eine solide integrierte GPU, die dann gut und gerne doppelt so stark ist.

Nicht gerade hilfreich ist es in diesem Zusammenhang auch, dass nur DDR4-RAM zum Einsatz kommt. Ansonsten macht die Kühlung eine enorm gute und vor allem leise Figur. Wer also vor allem auf der Suche nach einem Mini-PC mit starker CPU ist, für den zählt der Acemagic M1 als echter Geheimtipp. Für die alltägliche Nutzung gibt es aber Alternativen, die ausgewogener und mit DDR5-RAM zukunftssicherer sind, wie etwa den Minisforum UM760 Slim (Testbericht).



Source link

Weiterlesen

Beliebt