Künstliche Intelligenz
Mittwoch: Handy-Neuheit mit alten Funktionen, Google-Interesse an SpaceX-Plänen
Sony stellt mit dem Xperia 1 VIII ein neues High-End-Smartphone vor. Bei der Ausstattung setzt es sich deutlich von der direkten Konkurrenz ab. Die Telekamera kommt ohne optischen Zoom, aber mit höherer Lichtempfindlichkeit. Auf Klinkenbuchse und MicroSD-Kartenfach müssen Nutzer aber nicht verzichten. Derweil macht auch Google im Vorfeld des SpaceX-Börsengangs mit beim Wirbel um Rechenzentren im Orbit. Angeblich gibt es ernsthafte Gespräche zwischen den Konzernen. Das dürfte wenig überraschen, denn Google hat bereits 2015 in SpaceX investiert und plant seit Ende 2025 eigene orbitale KI-Datenzentren. In München setzt die neue Landesregierung der „Mango-Koalition“ nach Jahren des Richtungsstreits auf digitale Souveränität, stärkt das Open-Source-Programm und gibt das IT-Referat der FDP. Nach dem Prinzip „Public Money, Public Code“ muss mit Steuermitteln finanzierte Software künftig der Allgemeinheit zur Verfügung stehen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Sony entwickelt weiterhin neue Smartphones. Nachdem der misslungene Start des Sony Xperia 1 VII samt Rückruf Zweifel an Sonys Smartphone-Ambitionen hatte aufkommen lassen, stellt Sony mit dem Xperia 1 VIII den Nachfolger des Unglücksraben vor. Die achte Auflage des Xperia 1 verändert Sony vor allem in einer Hinsicht: Der Hersteller hat die Telekamera überarbeitet. Anstelle eines stufenlosen optischen Zooms von 85 bis 170 mm pflanzt Sony dem 1 VIII eine fixe 70-mm-Brennweite ein. Was zunächst nach einer Verschlechterung klingt, soll angesichts eines deutlich größeren Sensors und der damit höheren Lichtempfindlichkeit eine Verbesserung sein. Zudem grenzt sich Sony mit Klinkenbuchse und MicroSD-Kartenfach von der Konkurrenz ab: Sony streicht den Zoom beim Xperia 1 VIII, aber nicht die Klinkenbuchse.
Google und SpaceX sprechen derzeit hinter verschlossenen Türen über eine Vereinbarung, um Rechenzentren in den Erdorbit zu bringen. Das berichtet der Wall Street Journal. SpaceX-Gründer Elon Musk vermarktet die Idee orbitaler Datenzentren als weiteres Geschäftsmodell seines Unternehmens, insbesondere im Hinblick auf den anstehenden Börsengang. Die Idee ist aber nicht neu für Google, der Datenkonzern hat bereits seit letztem Jahr entsprechende Pläne. Für die zunächst geplante erste Konstellation aus 81 Satelliten bietet sich eine Kooperation mit SpaceX an. Zudem hält Google schon seit mehr als zehn Jahren Anteile an SpaceX, sodass auch der Datenkonzern von geschäftlichen Erfolgen des Raumfahrtunternehmens profitiert: Auch Google ist offenbar an SpaceX-Rechenzentren im Weltraum interessiert.
Münchens IT-Geschichte ist ein dramatisches Wechselspiel aus Pioniergeist und politischem Rollback. Nach dem weltweit beachteten LiMux-Projekt und der 2017 von CSU und SPD über die Bühne gebrachten Rückkehr in die Microsoft-Welt hat die frisch geschmiedete „Mango-Koalition“ der bayerischen Landeshauptstadt aus Grünen/Rosa Liste, SPD und der Fraktion FDP/Freie Wähler in ihrem Koalitionsvertrag für die nächsten Jahre festgelegt, dass Open Source zum Standard der städtischen Software-Beschaffung werden soll. Damit manifestiert sich ein politischer Wille, der digitale Souveränität ins Zentrum der Verwaltungsmodernisierung rückt. Herzstück der Strategie ist das Bekenntnis zum Prinzip „Public Money, Public Code“. Das wird Teil von Münchens IT-Wende: Open Source ist für die neue Koalition der Normalfall.
Die Zahl der Internetanschlüsse ab 1 Gigabit pro Sekunde Downloadbandbreite in Deutschland überholt 2026 erstmals die Zahl derjenigen mit weniger als 16 Megabit: 2,9 Millionen zu 2,8 Millionen dürfte das Verhältnis am Ende des Jahres 2026 betragen, sagt der Marktforscher Dialog Consult. Laut dessen TK-Marktanalyse hält der Trend zu leistungsfähigeren Breitbandanschlüssen an. Immerhin verfügte jeder vierte der 37,7 Millionen Anschlüsse 2025 zumindest nominell über mehr als 250 Mbit/s Downstream. Doch der Wechsel vollzieht sich nur allmählich, zeigt die Analyse. Die Marktforscher rechnen damit, dass bis Ende 2026 eine Million DSL-Nutzer zu Glasfaser migrieren würde, während die Zahl der Kabelanschlussnutzer etwa gleich bleibe: Gigabit überholt endlich Schneckentempoanschlüsse in Deutschland.
Anker Solix hat in Berlin die Solarbank 4 E5000 Pro vorgestellt. Das Gerät kombiniert einen Akkuspeicher mit bidirektionalem Wechselrichter und einer Notstromsteckdose. Bis zu zwölf Solarmodule mit insgesamt 5000 Watt Peak lassen sich an den vier PV-Eingängen mit diskretem MPPT anschließen. Die Speicherkapazität ist gegenüber dem Vormodell Solarbank 3 Pro auf 5 kWh fast verdoppelt, allerdings wächst damit auch die Höhe der Solarbank und das Gewicht der Haupteinheit steigt auf 50 kg. Nach wie vor zeigt ein LED-Streifen an der Front den aktuellen Betriebsmodus an. Hinzugekommen sind Segmentanzeigen, über die man Kennzahlen wie Akkufüllstand oder die eingehende und ausgehende Energie auf einen Blick, ohne App, ablesen kann: Anker Solix Solarbank 4 mit mehr Speicher, mehr Leistung, mehr Wieland.
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(fds)
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Bahnausfall: Wartungsarbeiten künftig nur von 0 bis 4 Uhr
Nach zuerst nur stückweisen und zögerlichen Erklärungen zum bundesweiten Ausfall des Zugverkehrs hat die Deutsche Bahn nun einige technische Details zu den Ursachen vorgelegt. Ebenso soll es für künftige Wartungsarbeiten neue Regeln geben, denn: laut Bahn „planmäßige Instandhaltungsarbeiten“ hatten zum Stillstand aller Züge geführt. Von einem fehlgeschlagenen Softwareupdate hatten in der fraglichen Nacht bereits dpa und SWR berichtet, die Bahn hat das nun bestätigt.
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In einem am Freitag veröffentlichten Blogbeitrag beschreibt die Deutsche Bahn, dass der Austausch eines Netzwerk-Switches ursächlich die Probleme verursacht hat. Dabei habe es dann, so wörtlich, einen „singulären Softwarefehler“ gegeben, aber keine Fehlermeldung. Das resultierte in einem Ausfall des Mobilfunksystems GSM-R, ohne das Züge nicht fahren dürfen. Für GSM-R gibt es laut Bahn zwar ein redundantes System – das wurde aber nicht automatisch aktiviert. Es scheint, als wäre diese Umschaltung von einer Fehlermeldung abhängig gewesen, diese blieb aber wie beschrieben aus.
Erst Cyberattacke ausschließen, dann umschalten
Für einen solchen Fall, schreibt die Bahn, ist zunächst ein Cyberangriff auszuschließen. Das erscheint sinnvoll, denn in solchen Fällen könnte man seinen eigenen Systemen nicht mehr trauen. Durch übereilte Gegenmaßnahmen an der falschen Stelle können dann die Probleme nur größer werden. Nach 90 Minuten haben dann Mitarbeiter der Bahn manuell die „Rückfallebene“ aktiviert, die Züge konnten wieder fahren.
Das deckt sich mit Beobachtungen von heise online und zahlreichen Berichten von Reisenden: Schon gegen 0:30 Uhr bewegten sich einige Züge wieder. Die ersten Meldungen von im Bahnverkehr beschäftigten Personen über den Ausfall von GSM-R und damit des gesamten Zugverkehrs gab es gegen 22:20 Uhr. Zum zuerst befürchteten Verkehrschaos am Mittwochmorgen kam es nicht. Bei längeren Ausfällen von zentralen Bahnsystemen ist das zwangsläufig der Fall, weil Personal und Züge sich nicht da befinden, wo sie sein sollten.
Um solche Ausfälle zu vermeiden, hat die Bahn drei Maßnahmen ergriffen: Vorerst soll es keinen Austausch von Komponenten mehr geben, mit dem Hersteller des Switches soll der Fehler behoben werden. Und wohl am wichtigsten, und von Beobachtern häufig gefordert: Instandhaltungsarbeiten sollen nur noch von 0 Uhr nachts bis 4 Uhr morgens durchgeführt werden. Dann fahren auf deutschen Schienen fast nur Güterzüge, die ohne große Folgeprobleme auch auf freier Strecke anhalten können.
GSM-R bleibt noch zehn Jahre
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Der Chef der Schienen, der Vorstandsvorsitzende der DB InfraGO, Philipp Nagl, beschreibt in dem Blogeintrag zudem, dass man derzeit für GSM-R die „Rückfallebene über den öffentlichen Mobilfunk“ neu aufstellen würde. An der Sanierung von GSM-R arbeitet die Bahn laut Nagl schon länger, es soll unter anderem resilienter werden. Noch mindestens zehn Jahre soll das auf 2G basierende System der Bahn noch gebraucht werden, erst dann soll nur noch der Zugfunk-Standard FRMCS (Future Railway Mobile Communication System) genutzt werden. Aber, so die Bahn: FRMCS sei durch die Europäische Union noch nicht spezifiziert, daher könnten Komponenten dafür auch weder bestellt noch verbaut werden.
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(nie)
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Bundestag beschließt Recht auf Reparatur von Elektrogeräten
Deutschlands Verbraucher haben künftig ein Recht auf Reparatur. Der Bundestag beschloss am Abend die Umsetzung einer EU-Richtlinie, die sich gegen die weit verbreitete Wegwerf-Mentalität richtet. Hersteller von Waschmaschinen, Mobiltelefonen, Tablets oder E-Bikes werden damit gesetzlich verpflichtet, ihre Produkte während der üblichen Lebensdauer zu einem angemessenen Preis zu reparieren.
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Außerdem müssen die Geräte künftig so konstruiert sein, dass man sie reparieren kann. Wer also etwa den Akku so verbaut, dass ein Tausch nicht möglich ist, verstößt gegen das neue Gesetz. Die Neuregelung sieht auch Anreize für die Verbraucher vor: Entscheiden sie sich für eine Reparatur statt für den Tausch eines defekten Geräts, verlängert sich eine laufende Gewährleistungsfrist um zwölf Monate.
Der Branchenverband der Informations- und Telekommunikationsbranche, Bitkom, sieht dadurch Vorteile für Verbraucher und Umwelt. „Wer Smartphone, Tablet oder Laptop länger nutzt, spart Geld, vermeidet Elektroschrott und schont Ressourcen“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband begrüßt die Neuregelung, fordert aber darüber hinaus einen von den Herstellern finanzierten Reparaturbonus, um das Reparieren insgesamt attraktiver zu machen.
(mho)
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US-Regierung lässt Zugang zu neuer KI von OpenAI beschränken
Der ChatGPT-Entwickler OpenAI schränkt auf Forderung der US-Regierung den Zugang zu seinem neuesten KI-Modell ein. Zugriff auf die Vorschau-Version von Modellen der GPT-5.6-Reihe bekomme nur eine abgestimmte kleine Gruppe von Partnern, denen man vertraue, teilte OpenAI mit. Die eingeschränkte Veröffentlichung sei von der Regierung verlangt worden.
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Die Freigaben seien zunächst nur in den USA erteilt worden, hieß es von OpenAI. Man arbeite daran, auch Partnern aus anderen Ländern Zugang zu geben, dies könne bereits kommende Woche passieren. OpenAI schränkte zugleich ein, man glaube nicht, dass solche Zugangskontrollen der Behörden langfristig zur Norm werden sollen. Derzeit sehe man das Einverständnis damit als besten Weg, um in den kommenden Wochen den Zugang zu erweitern.
Anderer Weg als bei Anthropic
Diese Feststellung kann man als Hinweis auf Probleme des Rivalen Anthropic verstehen. Die Firma hatte ihr neues leistungsstärkstes Modell zunächst veröffentlicht – und musste es dann wenige Tage später auf Forderung der US-Regierung wieder zurückziehen. Auslöser waren Warnungen, dass Vorkehrungen gegen einen Missbrauch der Software möglicherweise ausgehebelt werden könnten.
Das neue KI-Modell von Anthropic ist besonders gut darin, Schwachstellen in Software zu finden. Das macht Programme sicherer – in den falschen Händen könnte eine solche KI aber als Cyberwaffe eingesetzt werden. Die US-Regierung forderte aber, dass nur amerikanische Firmen und Personen Zugang zu dem KI-Modell haben dürften.
Beim neuen OpenAI-Modell GPT-5.6 kann die leistungsstärkste Variante mit dem Namen „Sol“ der Firma zufolge eigenständig Aufgaben beim Programmieren sowie in Biologie und Cybersicherheit ausführen. Man habe Schutzvorkehrungen gegen einen Missbrauch getroffen, betonte OpenAI. Zugleich könne man bei Bewertungen nicht jede mehrstufige Attacke berücksichtigen, warnte das Unternehmen.
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