Datenschutz & Sicherheit
QLNX: Neuer Remote-Access-Trojaner zielt auf Linux-Entwickler
Mit Quasar Linux (QLNX) ist ein neuer Remote Access Trojan (RAT) aufgetaucht, der Systeme von Linux-Entwicklerinnen und -Entwicklern im Visier hat. Durch seine Kombination aus Rootkit‑Techniken, Credential‑Diebstahl und Tarnmechanismen versetzt das erstmals Anfang Mai von Trend Micro dokumentierte Linux-RAT Bedrohungsakteure in die Lage, einen kompletten und verdeckten Angriffs-Workflow durchzuführen.
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Konkrete, durch QLNX verursachte Schadensfälle nennen die Sicherheitsforscher von Trend Micro nicht. In ihrer ausführlichen Analyse stufen sie das Bedrohungspotenzial dennoch als hoch ein, weil die Linux-Malware auf Entwickler‑ und DevOps‑Zugangsdaten in der gesamten Software‑Lieferkette abzielt und sich nur schwer von infizierten Systemen entfernen lässt.
Zum Zeitpunkt der Analyse schien Trend Micro der einzige AV-Anbieter mit detaillierten Detection-Regeln zu QLNX zu sein. Mittlerweile hat sich SOC Prime dazugesellt.
Ungebetener Dauergast
Auf infizierten Systemen stiehlt QLNX Geheimnisse zu npm, PyPI, GitHub, Amazon Web Services (AWS), Docker und Kubernetes. Informationen wie private SSH-Schlüssel, Browserlogins, Shell-Histories, der Inhalt der Zwischenablage sowie Passwörter, die im Linux‑PAM‑Authentifizierungsprozess unverschlüsselt vorliegen, stehen ebenfalls im Fokus der Datendiebe.
Die Informationen fließen über HTTPS, HTTP oder ein Custom-TLS-Protokoll an einen entfernten Server der Angreifer. Über den gleichen Kommunikationskanal empfängt die Malware auch Befehle. Durch seine P2P‑Mesh‑Funktion kann QLNX Daten zudem über andere kompromittierte Systeme weiterleiten, was seine Erkennung und Entfernung deutlich schwieriger macht.
Die gleiche Hartnäckigkeit legt QLNX auf infizierten Endgeräten an den Tag, denn dort betreibt es einigen Aufwand, um unauffällig im Hintergrund agieren zu können. Nach der Erstinfektion löscht das Linux-RAT seine Binärdateien, läuft fileless im Arbeitsspeicher weiter, fälscht seinen Prozessnamen, lässt Systemprotokolle verschwinden und installiert sieben redundante Persistenzmechanismen, um auch nach einer Teilbereinigung weiter aktiv bleiben zu können.
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Seinen Namen verleiht sich Quasar Linux quasi selbst. Die Malware verwendet zur Installation systemd-Einträge wie ~/.config/systemd/user/quasar_linux.service und /etc/systemd/system/quasar_linux.service.
QLNX bringt alle Voraussetzungen mit, um eine Supply-Chain-Attacke à la LiteLLM durchzuführen. Zur Erinnerung: Am 24. März 2026 kompromittierten Cyberkriminelle über einen aus LiteLLMs CI/CD-Pipeline erbeuteten PyPI-Token zwei LiteLLM-Pakete (v1.82.7 und v1.82.8) im Python Package Index und versahen sie mit einem Credential-Stealer.
(mro)
Datenschutz & Sicherheit
Sicherheitslücken gefährden Verbindungen über libssh2
Die Open-Source-SSH-Bibliothek libssh2 ist verwundbar. Angreifer können an zwei Sicherheitslücken ansetzen, um Systeme zu attackieren. Im schlimmsten Fall kann Schadcode Computer kompromittieren. Der Patchstatus ist den derzeit verfügbaren Informationen zufolge undurchsichtig. Zum Zeitpunkt dieser Meldung gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen.
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Unternehmen setzen die Bibliothek an empfindlichen Stellen im Netzwerk ein, um etwa Router und IoT-Feräte fernzusteuern und Server zu managen. Demzufolge könnten erfolgreiche Attacken weitreichende Folgen haben.
Warten auf reparierte Ausgabe
Beide Lücken (CVE-2026-55200 „kritisch“, CVE-2026-55199 „hoch“) sind auf GitHub dokumentiert. Angreifer können über präparierte SSH-Pakete Speicherfehler auslösen und Schadcode ausführen. Außerdem sind DoS-Attacken vorstellbar.
Davon sind den Entwicklern zufolge alle libssh2-Versionen bis einschließlich 1.11.1 bedroht. Das Problem ist, dass beide Sicherheitspatches derzeit nur in Form von GitHub-Commits (7acf3df, 1762685) existieren. Offensichtlich sind die Fixes bereits im Master-Branch verfügbar, aber eine neue Version steht noch aus. Stichproben bei Linux-Distributoren haben Folgendes ergeben: Laut dem Debian Security Tracker wird die reparierte Ausgabe 1.11.1-3 derzeit getestet. In Kali Linux ist diese Version wohl schon seit Mai dieses Jahres enthalten.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Jetzt patchen! Angriffe auf WordPress-Websites mit Gravity-SMTP-Plug-in
Derzeit haben es Angreifer auf WordPress-Websites mit Gravity-SMTP-Plug-in abgesehen und attackieren Instanzen. Ein Sicherheitspatch ist bereits seit Ende dieses Jahres verfügbar, aber offensichtlich noch nicht flächendeckend installiert.
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Vor den Attacken warnen Sicherheitsforscher von Wordfence in einem Beitrag. Ihnen zufolge ist die Lücke (CVE-2026-4020 „mittel“) seit März dieses Jahres bekannt. Seitdem gibt es auch die reparierte Ausgabe 2.1.5. Alle vorigen Versionen sind verwundbar.
Die Forscher geben an, dass das Plug-in derzeit rund 100.000 aktive Installationen aufweist.
Unbefugte Zugriffe
Ansatzpunkt für Angreifer ist ein nicht ausreichend sicher konfigurierter REST-API-Endpoint. So können sie ohne Authentifizierung darauf zugreifen, um über einen HTTP-GET-Request detaillierte Systemkonfigurationen abzurufen und diese Informationen für weiterführende Attacken zu nutzen.
Die Sicherheitsforscher geben an, bereits 17 Millionen Angriffsversuche dokumentiert zu haben. Admins sollten dementsprechend zügig handeln und ihre Instanzen absichern. In ihrem Beitrag führen sie detaillierte Informationen zur Lücke auf. Zusätzlich finden Admins dort konkrete Hinweise (Indicators of Compromise, IoC), wie IP-Adressen, an denen sie bereits attackierte Systeme erkennen können.
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Bamboo, Confluence & Co.: Atlassian schließt 100 Sicherheitslücken
Admins von Atlassian-Anwendungen sollten, um möglichen Attacken vorzubeugen, die ab sofort verfügbaren Sicherheitsupdates für verschiedene Produkte des Softwareherstellers installieren. Geschieht das nicht, können Angreifer Sicherheitslücken in etwa Bitbucket, Confluence und Jira Service Management ansetzen. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen.
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Überblick für Admins
Wie aus dem Sicherheitsbereich der Atlassian-Website hervorgeht, haben die Entwickler in aktuellen Versionen insgesamt 100 Lücken geschlossen. Davon sind neben dem eigenen Code auch Abhängigkeiten zu etwa Apache Tomcat betroffen.
Weil eine Auflistung der Schwachstellen und reparierten Ausgaben den Rahmen dieser Meldung sprengt, müssen sich Admins auf der verlinkten Seite des Softwareherstellers einen Überblick verschaffen. Im Folgenden finden sich einige besonders bedrohliche Lücken.
Die Gefahren
Unter den geschlossenen Schwachstellen sind auch einige „kritische“ Lücken – darunter sogar welche mit maximalem CVSS Score 10 von 10 (etwa CVE2026-40175). Das ist zum Beispiel der Fall in Axios im Zusammenhang von Jira Data Center and Server. Die Atlassian-Entwickler schreiben, dass aufgrund der Form der Abhängigkeit in diesem Kontext eine weniger bedrohliche Einstufung als kritisch gilt. Bei dieser Prototype-Pollution-Schwachstelle können Angreifer manipulierend eingreifen und etwa eigenen Code ausführen. Dagegen sollen die Versionen 11.3.7 (LTS) recommended Data Center Only und 10.3.22 (LTS) Data Center Only gerüstet sein.
Der Großteil der verbleibenden Lücken ist mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. An diesen Stellen können Angreifer unter anderem für DoS-Attacken (etwa CVE-2026-33388) ansetzen oder sogar Schadcode aus der Ferne ausführen (CVE-2026-41044).
(des)
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