Digital Business & Startups
Roll-ups – die neue Goldgrube der Startup-Szene
Sogenannte Roll-up-Modelle, bei denen es im weitesten Sinne darum geht, kleine und mittelgroße Unternehmen in einem fragmentierten Markt zu übernehmen, zusammenzuführen und in gewisser Weise zu digitalisieren, sind weiter extrem angesagt in der deutschen Startup-Szene. Abgesehen einmal vom einstigen Roll-up-Hype rund um Amazon-Shops (Razor Group, SellerX und Co.).
Das große Vorbild für die derzeitige Roll-up-Welle ist die 2020 gegründete Berliner Firma Arsipa Gruppe (unter anderem Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit), die 2025 vom Finanzinvestor Warburg Pincus übernommen wurde – wohl für eine niedrige dreistellige Millionensumme. Inzwischen ist die umtriebige Gruppe, die einst maßgeblich von Tengelmann Ventures finanziell unterstützt wurde, an über 70 Standorten in Deutschland und Österreich aktiv. Rund 1.100 Mitarbeitende arbeiten derzeit für die Gruppe, die vor sechs Jahren von Felix Jander, Stefan Schmidt und Alexander Keil gegründet wurde.
Seit 2022 im Segment unterwegs ist das Hamburger Unternehmen Entro, ein weiteres Szene-Vorbild, unterwegs. Die Firma, von Claudio Tubach und Philipp Westphal gegründet, setzt auf „technische Dienstleistungen im Bereich Zutrittslösungen, Brandschutz und Sicherheitstechnik“. Der amerikanische Private-Equity-Geber Levine Leichtman Capital Partners übernahm im September 2025 die Mehrheit an Entro. Im Zuge der Übernahme geisterte die Summe von 100 Millionen Euro als Bewertung durch die Startup-Szene.
Zu den Teams, die sich derzeit im Roll-up-Segment tummeln gehört neuerdings auch Averia aus Köln. Beim jungen Startup dreht sich alles um die Themenfelder Geo- und Umwelttechnik. “Unser Ziel ist es, Unternehmen in den Bereichen Geotechnik, Hydrogeologie, Umwelttechnik und Altlastenerkundung bei der Nachfolge zu unterstützen und zukunftssicher weiterzuführen”, teilt das Team mit.
Hinter dem Nachfolge-getriebenem Buy-and-Build-Modell stecken Fabian Frick (früher McKinsey) sowie der ehemalige HelloFresh- und Rocket Internet-Manager Viktor Pallua. Zur ihrem Ansatz schreiben die Averia-Macher: „In jeder Region etablieren wir größere Champions, um eine starke Basis hinsichtlich Organisation, Prozessabläufen und Technologie zu bilden“. Investoren wie Tengelmann Ventures, Vorwerk Ventures und der junge Roll-up-Investor Aven Capital Partners (50 Millionen Fonds), der vom frühen Arsipa-Investor Frederik Brandis und Arsipa-Gründer Felix Jander gegründet wurde, investierten bereits in die 2025 gegründete Jungfirma.
Vorwerk Ventures und Aven Capital Partners investierten zudem bereits die IX Gruppe. Das 2024 gegründete Berliner Unternehmen, von Philipp Krautenbacher (früher GetYourGuide) und Moritz Jacoby (Bridgepoint) gegründet, übernimmt kleine und mittelständische Ingenieur- und Planungsbüros. Zu den weiteren Investoren der IX Gruppe gehört auch Cherry Ventures.
Der Berliner Frühphasen-Investor ist zudem auch an der Aretea Group beteiligt. Die Berliner Jungfirma, 2025 von Maximilian Brückner und Maximilian Blome (zuletzt beide bei Cherry tätig) gegründet, möchte „hochspezialisierte, erfolgreiche Cybersecurity-Unternehmen in einer starken Gruppe“ vereinen. Zu den weiteren Investoren von Aretea gehört erneut Tengelmann Ventures.
Ebenfalls seit 2025 unterwegs ist Dachverbund. Das Berliner Unternehmen, das von Max Heisterkamp, Sören Beisswingert und Philipp Spögler gegründet wurde, möchte einen „starken Verbund für Dachhandwerksbetriebe“ aufbauen. Zu den Investoren der Jungfirma gehört unter anderem Summiteer, die Beteiligungsgesellschaft des Serienunternehmers Sven Schulz.
Der umtriebige Roll-up-Investor Tengelmann Ventures ist zudem auch bei Habanero Networks aktiv. Das Münchner Unternehmen, 2025 von Marc Mielmann und Alexander Müller gegründet, möchte eine „Gruppe für KMUs und Industrieunternehmen in der Bereitstellung integrierter Netzwerk- und IT-OT-Lösungen“ aufbauen. Zu den weiteren Investoren der Jungfirma gehört Discovery Ventures.
Der Berliner Geldgeber rund um Jan Deepen und Stefan Jeschonnek, der mit einem eigenen Vehikel in Roll-up-Modelle investiert, ist auch bei der 2024 gegründeten DAP an Bord. Das Unternehmen, von Benedict Wollschlaeger, Leonard Benning und Kai Mittmann-Munderloh gegründet, möchte ein „deutschlandweites Netzwerk für Betriebsverpflegung“ aufbauen.
Außerdem baut Onefootball-Gründer Lucas von Cranach gemeinsam mit Marcel Hartmann, Simon Freiherr von Poschinger-Bray und Richard Malley OG3 auf, ein Roll-up-Konzept rund um Optiker. „Unsere Vision ist es für Sie langfristig einen Unterschied zu machen. Ihr Lebenswerk und Ihre Berufung in Ihrem Sinne fortzuführen“, heißt es auf der Website. Zu den Investoren gehören unter anderem die Flix-Gründer.
Zu guter Letzt treibt SellerX-Gründer Malte Horeyseck derzeit Vambiant voran. „Wir investieren in inhabergeführte Ingenieurbüros, die eine langfristige Nachfolgelösung durch einen Mehrheits- oder Komplettverkauf suchen. Voraussetzung ist ein starkes Team und ein erfolgreiches Geschäftsmodell“, teilt die Jungfirma mit.
Eine imposante Liste, die gut zeigt, was derzeit im Segment los ist. Und da draußen sind sicherlich noch dutzende weitere Startups, die auf Roll-ups setzen (gerne bei uns melden). Ebenfalls noch frisch im Segment unterwegs ist der Roll-up-Fonds Tenet (Zielgröße: 80 Millionen). Zum Tenet-Team gehören Martin Janicki, zuletzt Partner beim Wagniskapitalgeber Cavarly (NAP), Simon Lohmann (zuvor Food Labs), Alex Maly (zuvor Clearsight) und Sahil Patwa (zuvor Unbound). Zum Start investiert Tenet in das Unternehmen Taxforce, das Steuerberatungen zusammenkaufen möchte.
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#StartupTicker
+++ #StartupTicker-Wochenrückblick +++ n8n +++ Parloa +++ NVision +++ Elephant +++ inMusic +++ Native Instruments +++ AAreon Group +++ easimo +++ Sovendus +++ 35up +++ walter services Group +++ novofon.ai +++ NCSoft +++ JustPlay +++ Schwabe Group +++ NeuroNation +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker-Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#StartupTicker – Was zuletzt wirklich wichtig war!
STARTUP-RADAR
Brandneu
+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: Delta Labs, modulo8, BubbleTax, GuardAero, Lobby, Skalar, Verrano, outcoach, EasyTaxCMS, Enao Vision, Preeo, firepanda.ai, Boniforce, Liebs und Bitpull AI. Mehr im Startup-Radar
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INVESTMENTS
n8n – Parloa
+++ Der Walldorfer Softwaregigant SAP investiert in die beiden Berliner KI-Startups n8n und Parloa. Im Zuge der Investmentrunde wird n8n nach eigenen Angaben mit 5,2 Milliarden US-Dollar bewertet. n8n ist somit nun das wertvollste deutsche KI-Startup. Mehr über n8n
NVision
+++ Das Diagnostik- und Medizintechnikunternehmen Abbott, Playground Global, Matterwave Ventures, b2venture und Entrée Capital investieren 55 Millionen US-Dollar in NVision. Mehr über NVision
Elephant
+++ EnBW New Ventures, der Investmentarm des Energieversorgers EnBW, Wepa Ventures, der Investmentableger des Hygienepapierherstellers Wepa, und Business Angels investieren über 5 Millionen Euro in Elephant Company. Mehr über Elephant Company
MERGERS & ACQUISITIONS
inMusic – Native Instruments
+++ Die US-amerikanische DJ-Tech-Firma inMusic übernimmt das insolvente Berliner Musikunternehmen Native Instruments. Mehr über Native Instruments
Aareon Group – easimo
+++ Die Mainzer Aareon Group, die auf Softwarelösungen für die Immobilienwirtschaft setzt, übernimmt das 2020 gegründete Bielefelder Startup easimo, ein „All-in-One Cloud-ERP für die Immobilienverwaltung“. Mehr über easimo
Sovendus – 35up
+++ Das 2008 gegründete Karlsruher Online-Marketing-Unternehmen Sovendus (gehört seit 2021 zu Paragon Partners) übernimmt das Berliner Cross-Selling-Tech 35up. Mehr über 35up
walter services Group – novofon.ai
+++ Das Kundenservice-Unternehmen walter services Group (Königswinter) übernimmt das Ingolstädter KI Telefonagenten-Startup novofon.ai. Mehr über novofon.ai
NCSoft – JustPlay
+++ Der koreanische Videospielentwickler NCSoft übernimmt die Mehrheit (70 %) am 2020 gegründeten Berliner Casual-Gaming-Startup JustPlay. Mehr über JustPlay
Schwabe Group – NeuroNation
+++ Die Karlsruher Schwabe Group, ein Unternehmen für Gesundheitslösungen, übernimmt die Mehrheit (80 %) am Berliner HealthTech-Unternehmen Synapticon, zu dem die Brain-Training-App NeuroNation und die digitale Gesundheitsanwendung NeuroNation MED gehören. Mehr über NeuroNation
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Einer der größten deutschen Startup-Gründer wird aufhören
15 Jahre lang war Niklas Östberg das Gesicht von Delivery Hero. Jetzt kündigt der Gründer seinen Rückzug an.
Der Gründer geht: Delivery-Hero-Chef Niklas Östberg kündigt seinen Rückzug an. Der 46-Jährige will spätestens Ende März 2027 als Vorstandschef des Berliner Lieferdienstes aufhören. Damit verliert eines der bekanntesten deutschen Tech-Unternehmen seinen prägenden Gründer. „Delivery Hero war mein Lebenswerk – und heute beginnt das nächste Kapitel dieser Geschichte“, schreibt Östberg in seinem Linkedin-Post.
Die Ankündigung überrascht und dürfte kaum freiwillig sein. Hintergrund ist offenbar der zunehmende Druck des Großaktionärs Aspex. Der Hongkonger Investor hatte seinen Anteil zuletzt auf knapp 15 Prozent erhöht und immer wieder die schwache Profitabilität sowie Östbergs Strategie kritisiert.
Bis in den DAX getragen
Östberg hatte Delivery Hero 2011 in Berlin mitgegründet und das Unternehmen zu einem globalen Lieferkonzern aufgebaut. Zwischenzeitlich schaffte es Delivery Hero sogar in den Dax. Heute ist der Konzern in rund 65 Ländern aktiv und an der Börse knapp 7,4 Milliarden Euro wert.
Zuletzt lief es für Delivery Hero allerdings holprig: Das Asiengeschäft galt als schwierig, der Deutschland-Comebackversuch mit Foodpanda scheiterte und mehrere Töchter stehen wegen des Umgangs mit Fahrern unter Druck der Behörden.
Bis zu seinem Abschied soll Östberg nun noch ein Strategie-Update ausarbeiten und „strategische Optionen“ prüfen. Einen Nachfolger will der Aufsichtsrat bis Ende 2026 finden.
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Versteckte Kosten im Fundraising – Business Insider
Jeder Founder kennt Customer-Acquisition-Costs (CAC). Kaum ein Pitchdeck kommt ohne diese Kennzahl aus. Dafür testest, optimierst und iterierst du so lange, bis der Funnel effizient genug ist, um skalieren zu können. Doch dann kommt Fundraising.
Plötzlich verschwinden Struktur und Systematik. Founder schreiben Investoren an, führen Gespräche, warten auf Antworten, ganz ohne klaren Plan. Dabei liegt die Parallele auf der Hand: Wenn du Kunden effizient gewinnen willst, warum nicht auch Investoren?
Was hinter Investor-Acquisition-Costs steckt
Investor-Acquisition-Costs beschreiben im Kern, was es dich kostet, Kapital einzuwerben. Gemeint sind nicht nur direkte Ausgaben, sondern vor allem Zeit und Opportunitätskosten. Also alles, was du in dieser Zeit nicht tun kannst.
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