Connect with us

Künstliche Intelligenz

Saugroboter Ecovacs X12 Omni Cyclone im Test: Flecken lösen mit Wassersprüher


Der Ecovacs X12 Omni Cyclone bringt eine neue Wassersprühfunktion und eine breitere Wischwalze mit. Im Test überzeugt das Gesamtpaket aber nur bedingt.

Mit dem X12 Omni Cyclone schickt Ecovacs die zweite Generation seines beutellosen Saug- und Wischroboters ins Rennen. Statt Staubbeutel sitzt an der Front der Station ein großer Schmutzbehälter, den man wie bei einem Handstaubsauger entleert. Das spart langfristig Geld, vermeidet Müll und schont die Umwelt.

Die spannendste Neuerung beim X12 ist die Focus-Jet-Wassersprühfunktion: Zwei Düsen an der Front sprühen Wasser auf erkannte Flecken, um diese vor dem Wischen einzuweichen. Hinzu kommen eine deutlich breitere Wischwalze mit 27 cm, eine überarbeitete Reinigungswanne und ein Akku, der in nur drei Minuten spürbar Energie nachlädt. Ecovacs ruft dafür 1300 Euro auf und positioniert den X12 damit klar im Premiumsegment, wo Dreame und Roborock starke Konkurrenz bieten. Ob die neuen Funktionen den hohen Preis rechtfertigen und wie sich der Roboter im Alltag schlägt, klärt unser Test.

Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs X12 Omni Cyclone?

Optisch knüpft der X12 nahtlos an seinen Vorgänger X11 an. Der Roboter selbst kommt in mattem Schwarz, misst 353 mm im Durchmesser und ist 98 mm hoch. Die Verarbeitung ist tadellos, die Spaltmaße sind gleichmäßig. An der Front sitzen zwei Düsen für die neue Focus-Jet-Sprühfunktion, oben thront der Lidar-Turm zur Navigation.

Die Station erinnert weiterhin an einen Kaffeevollautomaten und gehört zu den größeren Vertretern. Auffällig bleibt die seit dem X11 eingeführte, umgekehrte Anordnung der Wasserbehälter: Schmutzwasser rechts (2,7 l), Frischwasser links (3,5 l). Bei den meisten Konkurrenzmodellen und auch bei den Ecovacs-Modellen vor dem X11 ist es genau andersherum – links Schmutz, rechts Frischwasser. Warum Ecovacs vom etablierten Standard abgewichen ist, erschließt sich uns nicht. Vorher war alles in Ordnung, ein technischer Grund ist nicht ersichtlich. Wer wie wir regelmäßig verschiedene Modelle testet, greift hier intuitiv zum falschen Tank. Doch auch im normalen Haushalt dürften viele Nutzer beim Wechsel von einem anderen Hersteller stolpern. Aufgedruckte Piktogramme helfen, sind aber kein vollständiger Ersatz bei Änderung der Anordnungslogik.

Den Schmutzbehälter mit 1,6 l Volumen entnimmt man frontal und entleert ihn manuell. Die Reinigungswanne, in der die Wischwalze gesäubert wird, hat Ecovacs überarbeitet – erkennbar an der helleren Farbe. Innen sorgt ein Hochgeschwindigkeitspropeller mit bis zu 5000 U/min für die Selbstreinigung. Im Alltag funktioniert das gut, die Wanne bleibt sauber.

Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs X12 Omni Cyclone betriebsbereit?

Die Einrichtung erfolgt über die Ecovacs-Home-App. Nach der Account-Erstellung scannt man den QR-Code unter dem Deckel auf der Roboter-Oberseite, verbindet das Gerät mit dem WLAN und wartet die Updates ab. Der Roboter akzeptiert reine 2,4-GHz-Netze sowie kombinierte 2,4-/5-GHz-Netze, mit reinem 5-GHz-WLAN funktioniert er nicht. Das ist 2026 schon schade. Insgesamt dauert die Ersteinrichtung mit Updates und anschließender Kartierung der Räumlichkeiten etwa 30 Minuten.

Die App ist Ecovacs-typisch übersichtlich, aber nicht immer ideal übersetzt und reagiert mitunter träge. Sie zählt trotzdem zu den Besseren am Markt. Die Hauptansicht zeigt den Roboter und ermöglicht den Zugriff auf alle Reinigungsmodi. Kartenverwaltung, Raumaufteilung, virtuelle Wände und No-Go-Zonen sind vorhanden. Die Wischwassermenge regelt man zwischen 0 und 50, die Saugkraft in vier Stufen (Leise, Standard, Hoch, Max). Auch ein Live-Videostream der eingebauten Kamera ist integriert.

Eigenwillig ist der nach wie vor vorhandene Bedienfehler, dass man Kartenänderungen speichert, indem man über „Abbrechen“ statt „Bestätigen“. Das ist kontraintuitiv und längst überfällig zu beheben. Die Sprachansagen des Roboters sind sehr ausführlich, ein Button verkürzt sie auf das Wesentliche, alternativ lassen sie sich komplett deaktivieren. Der Sprachassistent Yiko hört auf „OK Yiko“ und Befehle wie „Reinige die Küche“. Amazon Alexa, Google Assistant und Matter sind ebenfalls an Bord.

Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs X12 Omni Cyclone Hindernisse?

Hier liegt eine der größten Schwächen. Trotz Lidar, Ultraschall und AIVI-3D-4.0-Kamera stößt der X12 häufig mit dem Frontschild gegen Stuhlbeine, weicht rückwärts gegen den nächsten Stuhl aus und schiebt diesen durch den Raum. Steckt er zwischen zwei Stuhlbeinen fest, gibt er Gas und schiebt sich frei – elegant ist anders. Auch die ausgefahrene Wischwalze rammt regelmäßig Möbelfüße, als kenne der Roboter seinen eigenen Wenderadius nicht.

Bei der Wegfindung wählt der X12 zudem ungewöhnlich umständliche Routen zur Station, fährt Bögen durch die Küche oder verirrt sich in angrenzende Räume. Schwellen bis 2,4 cm überwindet er problemlos, durchgehende Doppelstufen bis 4 cm ebenfalls. Auf Teppich kommt er meist sauber hinauf.

Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs X12 Omni Cyclone?

Beim Saugen liefert der X12 solide, aber keine Spitzenwerte. Auf Hartboden nimmt er rund 90 % feiner und 85 % grober Partikel auf. Der etwas niedrigere Wert bei groben Partikeln kommt von der einarmigen Seitenbürste, die durch ihre Drehbewegung viele Krümel im Raum verteilt, statt sie aufzunehmen. Auf Teppich erwischt er gut zwei Drittel der feinen und etwa 70 % der groben Partikel. Das geht besser, aber auch schlechter. Die angegebene Saugkraft beträgt 22.000 Pa oder 0,22 bar bei einem Luftdurchsatz von 22 l/s.

Spannender ist die neue Focus-Jet-Wassersprühfunktion. Zwei Düsen an der Front sprühen Wasser auf erkannte Schmutzflecken, um diese vor dem Wischen einzuweichen. Die Idee zielt auf klebrige oder eingetrocknete Flecken. In der Praxis erkennt der Roboter unsere präparierten Stellen mit eingetrocknetem Mehl jedoch gar nicht erst. Über die App lässt sich die Funktion manuell für eine Zone starten – wichtig: Eine normale Zonenreinigung nutzt im Gegensatz zur Gesamt- oder Raumreinigung den Sprüher nie, dafür gibt es einen separaten Button mit eigenem Auswahlfeld, der aber nur eine einzige Zone akzeptiert.

Mit Standardspurbreite trifft der Sprüher die Stelle nur punktuell und weicht den Schmutz kaum ein. Engere Bahnen helfen, die anschließende Wischwalze entfernt aber nur sporadisch Schmutz, viel bleibt zurück. Auch nach vier Wiederholungen bleiben Reste. Bei Ketchup verteilt der Sprüher den Fleck zunächst sogar großflächig – am Ende klebt er an Rädern, Walze, Absaugung und Sensoren. Die Idee hat Potenzial, die Umsetzung enttäuscht. Eine Heißwasserfunktion im Sprüher würde die Funktion sicher noch aufwerten.

Die zweite große Neuerung ist die breitere Wischwalze: 27 cm beim X12 statt 19 cm beim X11. Das spart Bahnen und beschleunigt die Reinigung. Die Walze wird in der Station mit 75 °C heißem Wasser gewaschen und anschließend mit 63 °C warmer Heißluft getrocknet – wahlweise 2, 3 (Standard) oder 4 Stunden lang. Damit bleibt Ecovacs allerdings hinter der direkten Konkurrenz zurück: Dreame Aqua 10 Ultra Roller (Testbericht) und Roborock Saros 20 (Testbericht) waschen die Walze mit bis zu 100 °C heißem Wasser, was hartnäckige Verschmutzungen und Fett deutlich besser löst.

Beim eigentlichen Reinigen wirkt der Roboter wenig zielstrebig: Er dreht sich oft, bricht ohne erkennbaren Grund ab, fährt mitten durch den ausgebrachten Schmutz und macht an anderer Stelle weiter. Logisch nachvollziehbar ist das selten.

Eine Anti-Tangle-Bürste soll das Verheddern langer Haare verhindern, wobei sich im Test selbst Staubflocken nur schwer abwickeln. Der X12 nutzt hier wie seine Vorgänger eine Bürste, die auf einer Seite einen Spalt lässt. Wirklich hilfreich finden wir den häufig von Roborock gewählten Aufbau, wo dieser Spalt in der Mitte liegt und die Bürstenrolle in zwei kleine Bürsten unterteilt ist.

Der Schmutzwasserbehälter wird in der Station automatisch über einen Hochgeschwindigkeitspropeller mit bis zu 5000 U/min gereinigt, Sedimente fließen über einen senkrechten Ablauf ab. Auf Teppich hebt der Roboter die Walze um bis zu 15 mm an.

Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs X12 Omni Cyclone?

Laut Hersteller hält der 4,0-Ah-Akku bis zu fünf Stunden. In unserem rund 60 m² großen Testbereich verbraucht der X12 etwa 80 % seiner Ladung und benötigt 94 Minuten – das ist viel und liegt mit an den umständlichen Wegen, die er wählt. Für Wohnungen über 100 m² ist eine Zwischenladung daher Pflicht. Hier zeigt sich eine Stärke: Der Akku lädt vergleichsweise zügig nach, laut Ecovacs sind bis zu 13 % in nur drei Minuten möglich. Eine vollständige Ladung dauert 145 Minuten.

Beim Geräuschpegel hat Ecovacs nachgebessert: Das reine Fahrgeräusch fällt leiser aus als beim X11, mit 64,4 dB(A) im Saugbetrieb gehört der X12 aber nicht zu den leisen Modellen. Dreame setzt hier mit kaum hörbaren Fahrmotoren den Maßstab – beim X12 klingt das Geräusch der Antriebe weiterhin nach Spielzeugauto. Das passt nicht zum Premiumanspruch.

Preis

Die UVP des Ecovacs X12 Omni Cyclone beträgt 1399 Euro, der aktuelle Straßenpreis liegt bei 1300 Euro.

Für diesen Kurs sind in unseren Augen erheblich bessere Alternativen erhältlich, etwa der Dreame Aqua10 Ultra Roller oder Roborock Saros 20. Beide bieten 100 °C Heißwasserwäsche und eine deutlich präzisere Navigation. Auch viele günstigere Modelle navigieren souveräner.

Fazit

Der Ecovacs X12 Omni Cyclone ist ein gemischtes Vergnügen. Die beutellose Station, die breite 27-cm-Wischwalze und die schnelle Akkunachladung sind echte Argumente. Auch die Saugleistung auf Hartboden ist gut, und die App bietet alle erwarteten Funktionen samt Matter-Anbindung.

Auf der anderen Seite stehen klare Schwächen: Der Roboter rempelt durch die schwache Navigation häufig gegen Möbel, wählt unlogische Wege und benötigt für unsere Standardrunde überdurchschnittlich lange. Die viel beworbene Focus-Jet-Sprühfunktion erkennt Flecken kaum und löst das Problem in der Praxis nicht – im Ketchup-Test verschlimmert sie es sogar. Bei den harten Datenblattwerten zieht die Konkurrenz vorbei: 100 °C Heißwasserwäsche und höhere Saugwerte gibt es bei Dreame, Roborock und sogar bei Mittelklasse-Modellen wie dem Mova P70 Pro Ultra für deutlich weniger Geld. Die 75 °C des X12 sind 2026 hingegen bis in die 500-Euro-Klasse Standard. Auch die Lautstärke der Fahrmotoren wirkt für ein Premiumgerät überholt.

Für 1300 Euro ist der X12 daher schwer zu empfehlen. Wer das gleiche Geld in einen Dreame Aqua10 Ultra Roller oder Roborock Saros 20 investiert, bekommt mehr Reinigungsleistung und eine deutlich bessere Navigation. Wer gezielt nach einem beutellosen Premiumroboter sucht, sollte zumindest auf deutliche Rabatte warten oder den Vorgänger kaufen. Erst deutlich unterhalb der 900-Euro-Marke wird der X12 attraktiver.



Source link

Künstliche Intelligenz

Wegen „GTA 6“: Werden die Konsolen wieder knapp?


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Zum Start von „Grand Theft Auto 6“ am 19. November drohen in mehreren Märkten Konsolenengpässe, warnt ein Handelseinkäufer beim Branchenmedium The Game Business. Auch ein Xbox-Manager sieht Knappheit.

Weiterlesen nach der Anzeige

Der leitende Einkäufer eines nicht genannten Spielehändlers, der eigenen Angaben zufolge ohne Erlaubnis seines Arbeitgebers sprach, schilderte The Game Business: Sein Unternehmen sei von Zulieferern informiert worden, dass die für den „GTA 6“-Launch benötigten Konsolenmengen wegen anhaltender Bauteilprobleme nicht rechtzeitig geliefert werden könnten. Im Weihnachtsgeschäft werde die Nachfrage daher das Angebot voraussichtlich übersteigen.

Xbox-Strategiechef Matthew Ball hatte bereits Anfang Juni in einem ausführlichen Gespräch mit The Game Business die Situation offen eingeräumt: „Ich kann Ihnen definitiv sagen, dass die Nachfrage nach unserer Konsole das Angebot übersteigt“, sagte er. Microsoft tue alles, um die Geräte in möglichst vielen Läden anzubieten und produziere so schnell wie möglich. Die Möglichkeiten seien aber begrenzt: In mehreren Märkten sei das Unternehmen derzeit gar nicht lieferfähig, in anderen nur unzureichend. Auf den „GTA 6“-Launch angesprochen, sagte Ball, das Spiel werde viele Spieler begeistern und zusätzliche Geräte absetzen.

Sony-Konzernchef Hiroki Totoki hatte Investoren im Mai gegenüber eine optimistischere Prognose abgegeben: Für das Kalenderjahr 2026 seien die notwendigen Konsolenmengen gesichert worden. Auf steigende Speicherpreise bereitete er die Anleger jedoch vor – diese könnten die Herstellungskosten erhöhen und sich entsprechend auf die Konsolenpreise auswirken.

Rockstar hat mit Bekanntgabe der Vorbestellung auch die Preise für „GTA 6“ veröffentlicht: Die Standard-Edition kostet 80 US-Dollar, die Ultimate Edition 100 US-Dollar. Die Konsolenpreise sind durch die anhaltende Speicherkrise bereits mehrfach gestiegen. Microsoft hat gerade erst eine weitere Xbox-Preiserhöhung zum 1. August angekündigt: In den USA steigt der Preis der Series S (512 GByte) auf 500 US-DollarX mit Laufwerk auf 800 US-Dollar. Als Begründung nennt das Unternehmen gestiegene Kosten für SSD- und Arbeitsspeicher. Auch Sony hat die Preise für die Playstation schon mehrfach erhöht.

Weiterlesen nach der Anzeige

Playstation 5 und Xbox Series X/S waren nach dem Marktstart im Herbst 2020 einige Monate lang ausverkauft. Die Situation stabilisierte sich erst nach zwei Jahren.


(dahe)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Missing Link: 30 Jahre N64 – Nintendos 3D-Wunderkiste


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Es gibt Konsolen, die erfolgreich waren. Konsolen, die technisch beeindruckten. Und Konsolen, die ganze Generationen geprägt haben. Das N64 war all das und noch viel mehr. Genau 30 Jahre nach seinem Erscheinen steht Nintendos grauer Kasten nach wie vor für einen wichtigen Wendepunkt – nämlich den Moment, in dem Videospiele lernten, sich frei im Raum zu bewegen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Mitte der 90er befand sich die Spieleindustrie in einer wichtigen Übergangsphase: Die Ära der 16-Bit-Konsolen war endgültig vorbei. Zweidimensionale Sprites wurden zwar immer größer und bunter, ihre Animationen immer aufwendiger. Doch die Zukunft gehörte eindeutig texturierten Polygonen und dreidimensionalen Welten, wie auf den PCs der damaligen Zeit durch Spiele-Meilensteine wie „Quake“ (1996) überdeutlich zu sehen war. Auch Sonys Ende 1994 veröffentlichte Playstation setzte nicht mehr auf aufwendig gepixelte Sprites, sondern konzentrierte sich voll auf eindrucksvoll inszenierte 3D-Welten. Das Problem war nur: Niemand wusste so richtig, wie man darin eigentlich spielen soll.


Hach, das N64. Optisch und inhaltlich noch bis heute eine ganz besondere Konsole. (Bild:

Paul Kautz

)

Viele frühe 3D-Titel, gerade im Bereich der Plattformer, wirkten folgerichtig noch sehr experimentell. Figuren bewegten sich hakelig, Kameras zeigten wild in alle möglichen Richtungen, die Steuerung fühlte sich oftmals an, als würde man eine Mischung aus Panzer und klemmendem Einkaufswagen kontrollieren. Selbst große Entwickler tasteten sich noch sehr unsicher durch dieses neue Medium, wie man gut am fummeligen Playstation-Starttitel „Jumping Flash!“ sehen und spielen konnte.

Nichtsdestotrotz: Die Playstation war modern, cool und technisch herausragend. Nintendo dagegen galt plötzlich fast schon als piefig. Das Unternehmen, das den Videospielmarkt in den Achtzigern neu aufgebaut und schnell uneinholbar dominiert hatte, musste auf einmal um seine Zukunftsfähigkeit bangen. Das Nintendo 64, dessen Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem Grafikriesen Silicon Graphics unter dem Namen „Project Reality“ bereits im Jahr 1993 begann, war deshalb mehr als nur ein aufgebohrter Nachfolger des SNES. Es war ein großes Risiko. Denn Nintendo musste mit diesem System beweisen, dass es mehr konnte als nur 2D-Pixel durch die Gegend zu schubsen. Dass „Big N“ auch in der 3D-Ära nach wie vor die Hosen anhatte. Polygonale Klempnerhosen, um genau zu sein.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das N64 steht in den Erinnerungen jener, die mit ihm aufgewachsen sind, noch bis heute für durchkreischte Multiplayer-Abende, Module mit goldenen Logos und große Fragezeichen ob der Nutzung des Trident-Controllers mit dem wabbeligen Analogstick. Doch jede ernsthafte Retrospektive der Konsole führt zwangsläufig zu einem Spiel: „Super Mario 64“. Nicht nur, weil es der wichtigste Starttitel der Konsole war, sondern weil es etwas schaffte, das heute selbstverständlich wirkt: Es erschuf den modernen 3D-Plattformer.

„Super Mario 64“ heute zum ersten Mal zu spielen, ist ehrlicherweise keine sonderlich erfüllende Erfahrung: Gerade die Grafik wirkt mittlerweile ganz schön simpel, mit grob gehauenen Figuren und umständlicher Kameraführung. Man merkt schon deutlich, dass das einer der N64-Starttitel war. Aber, und das ist ein sehr großes Aber, es war auch gleichzeitig einer der wichtigsten Konsolen-Starttitel aller Zeiten. Denn „Super Mario 64“ war mehr als nur ein neues Prinzessinnenretterabenteuer – es war auch DAS Vorzeigespiel für all die aufregenden neuen Features, die unter der Haube des N64 pochten.

Dinge wie die bis dahin auf Heimkonsolen schlicht nicht-existente Steuerung über einen kleinen Analogstick. Eine Steuerung, die es möglich machte, Mario langsam gehen, hurtig spurten oder von „Wahuuu!“ begleitete Dreifachsprünge machen zu lassen. Die einigermaßen frei kontrollierbare 3D-Kamera. Oder die voll ausmodellierte, offen gestaltete 3D-Welt, die eben nicht linear einen Level an den anderen reihte, sondern den Spielern überließ, wie sie das Abenteuer in Angriff nahmen. Dazu noch die 3D-Grafik, die einen nicht, wie auf der Playstation, mit gigantischen Pixeln erschlug, sondern dank des hardwarebasierten bilinearen Filterings und Anti-Aliasings weiche Kanten und flimmerfreie Texturen servierte, was für ein deutlich ruhigeres und harmonisches Bild sorgte.



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Bericht: Apple bemüht sich um Speicher von CXMT


Laut einem Bericht der Financial Times betreibt Apple seit Wochen Lobbyarbeit, um von der US-Regierung eine Freigabe für Einkäufe bei dem chinesischen Unternehmen CXMT zu erhalten. Bisher ist das riskant, weil ChangXin Memory Technologies auf einer schwarzen Liste des US-Verteidigungsministeriums steht. Das Unternehmen soll auch das chinesische Militär beliefern.

Weiterlesen nach der Anzeige

Unter Berufung auf sechs verschiedene, namentlich nicht genannte Personen, schreibt die Financial Times, dass Apples Lobbyisten seit rund einem Monat Gespräche in Washington führen. Diese sollen mit Vertretern des Handelsministeriums, wie auch anderen Regierungsvertretern laufen. Mitte Mai hatte Chinas Staatschef Xi Präsident Trump zu einem Staatsbesuch empfangen.

CXMT kann bereits seit mindestens anderthalb Jahren konkurrenzfähige DDR5-Bausteine herstellen. Das Unternehmen gilt als führend unter den chinesischen DRAM-Herstellern, und auch bei Flash-Speicher wächst mit YMTC ein starker Konkurrent aus China. Für beide Firmen gibt es laut der Financial Times zwar kein direktes Kaufverbot für Apple. Ohne Genehmigung durch die US-Regierung droht aber offenbar Ärger, denn die übt verstärkt Druck auf Technologieunternehmen aus.

Wie alle anderen Hardwarehersteller auch leidet Apple unter den vervielfachten Preisen für Speicherbausteine, erst in der vergangenen Woche kündigte das Unternehmen daher Preiserhöhungen an. Weitere Zulieferer, mit dann günstigeren Preisen, könnten die Situation auch für Apple wieder lindern. Bereits seit Jahren gibt es Berichte, Apple wolle bei chinesischen Chipherstellern einkaufen.

Diese bezogen sich bisher aber vorwiegend auf Geräte, die für den chinesischen Markt vorgesehen sind. Nun bemüht sich Apple aber wohl um die Möglichkeit, China-Chips auch weltweit einzusetzen. Auch PC-Hersteller verfolgen seit Längerem entsprechende Pläne.

Für Apple ist die unklare Regulierungssituation ein Risiko, denn die fragliche schwarze Liste wurde allein in diesem Jahr mehrfach geändert, mal standen CXMT und YMTC darauf, und dann wieder nicht. Zum Zeitpunkt dieser Meldung sind die beiden Firmen dort noch aufgeführt. Die Begründung für CXMT besteht aus einem einzigen Satz: Das Unternehmen sei „direkt verbunden“ mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium. Als „indirekt verbunden“ sieht das US-Verteidigungsministerium eine Sonderkommission (SASAC), welche staatliche Unternehmen steuert, und das chinesische Technologieministerium (MIIT).

Dass China früher im Land fehlende Branchen wie die Chipherstellung massiv subventioniert, ist kein Geheimnis. Wie jedoch die militärische Bedeutung sich dabei auswirken soll, und warum Geschäfte mit CXMT und YMTC eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellen sollen, ist unbekannt. Speicherchips aller weltweiten Hersteller sind wie andere Halbleiter stets Dual-Use-Güter, die für zivile wie militärische Zwecke verwendet werden können.

Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch


(nie)



Source link

Weiterlesen

Beliebt