Künstliche Intelligenz
Saugroboter Narwal Flow 2 im Test: Bodenwischen mit 60 °C, Moppwäsche bei 100 °C
Der Narwal Flow 2 setzt auf neue Optik, rotierende Wischwalze und 100 °C heiße Reinigung. Wir haben den Premium-Saugroboter im Alltag getestet.
Narwal hat sich in den letzten Jahren einen festen Platz unter den Premium-Saugrobotern erarbeitet. Mit dem Flow 2 schickt der Hersteller nun den Nachfolger des erst kürzlich erschienenen Flow ins Rennen – und ändert dabei mehr, als die schlichte Versionsnummer vermuten lässt. Neu sind nicht nur das deutlich kompaktere Stationsdesign und ein 7.000 mAh großer Akku, sondern auch eine 31.000 Pa starke Saugleistung sowie eine Heißwasser-Selbstreinigung mit 100 °C.
Die markante rotierende Wischwalze hat Narwal beibehalten, weiterentwickelt und um eine 60 °C heiße Bodenreinigung ergänzt. Damit positioniert sich der Flow 2 klar im Oberhaus der Saugroboter, in dem Roborock, Dreame und Ecovacs den Ton angeben. Ob das Konzept aufgeht, wie er gegenüber dem Vorgänger abschneidet und ob der Preis von 1099 Euro gerechtfertigt ist, klärt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Narwal Flow 2?
Beim Flow 2 setzt Narwal erstmals seit mehreren Generationen auf ein komplett neues Stationskonzept. Statt der klobigen Robotergarage gibt es nun eine kompakte, schmucke Kastenform. Die durchgehende Front aus mattem Aluminium wirkt edel und hochwertig, unsaubere Kanten oder Übergänge sucht man vergeblich. Eine LED-Leiste unterhalb der Front leuchtet je nach Status in unterschiedlichen Farben – etwa rot bei leerem Frischwassertank oder vollem Schmutzwasserbehälter.
Die beiden Wassertanks befinden sich auf der Oberseite und lassen sich dank deckellosem Design einfach entnehmen. Darunter verbergen sich Staubbeutel und Reinigungsflüssigkeit. Die Station misst 360 × 530 × 450 mm und wiegt 10 kg.
Narwal Flow 2 – Bilderstrecke
Der Roboter selbst bleibt dem Narwal-typischen Aufbau treu. Vorne sitzen zwei 1080p-Kameras, der Lidar-Sensor steckt auf der Rückseite. Letzteres bedeutet, dass sich der Roboter einmal um die eigene Achse drehen muss, um den gesamten Raum zu erfassen. Im Gegenzug fällt die Bauhöhe mit 95 mm flacher aus als bei vielen Topmodellen – wirklich flach sind aber nur Geräte um 80 mm. Mit einem Durchmesser von 363,5 mm und 5 kg Gewicht liegt der Flow 2 im üblichen Rahmen.
Der Staubbehälter des Roboters ist von der Oberseite erreichbar unter einem eingehakten Kunststoffdeckel, der so nicht einfach herausfallen kann. Die Wischrolle lässt sich mit seitlichen Knöpfen links und rechts lösen, klappt dann hoch und kann einfach herausgenommen werden. So kann man einfach die Bereiche darunter reinigen, was sich gelegentlich empfiehlt.
Einrichtung: Wie schnell ist der Narwal Flow 2 betriebsbereit?
Die Einrichtung verläuft unkompliziert. Nach dem Aufstellen der Station und dem Befüllen des Frischwassertanks scannt man einen QR-Code in der Narwal-App. Alternativ wählt man das Modell aus einer Liste und sucht das Gerät in der Umgebung. Dann konfiguriert man das WLAN – der Roboter unterstützt sowohl 2,4 GHz als auch 5 GHz, wobei 2,4 GHz empfohlen wird. Unser Hybrid-Netz mit gemeinsamer SSID funktionierte problemlos.
Die initiale Kartierung dauerte in unserem Fall rund 25 Minuten. Wer die Live-Videofunktion nutzen möchte, muss sie durch dreimaliges Drücken der Home-Taste freischalten. Auch Datenschutz- und Nutzungsbedingungen müssen bestätigt werden. Die visuellen Daten werden laut Narwal lokal verarbeitet und die Verarbeitung wurde TÜV-zertifiziert.
Die App wirkt übersichtlich und zackig, reagiert zuverlässig auf Eingaben und ist farblich mit den typischen lila Akzenten gestaltet. Allerdings fehlt es ihr an Detailtiefe bei den Reinigungsparametern – Roborock, Dreame und Ecovacs bieten hier mehr. Auch ist nicht alles sauber ins Deutsche übersetzt: Bei der Einrichtung fehlen auf einem Erklärbildschirm zu den Funktionen des Roboters die eigentlichen Texte, dort steht nur „Alle“ und unten der Button zur „Schnellkartierung“.
Narwal Flow 2 – App & Einrichtung
Die Sprachansagen kommen mit einer warmen, wohlklingenden Frauenstimme, neigen aber ebenfalls zu gehobener, akademischer Wortwahl. Wem das auf Dauer auf die Nerven geht, kann sie abschalten. Auch in der App finden sich solche Stilblüten: Erkannte Schmutzpartikel am Boden zeigt die Karte als „verstreute Granulatverschmutzung“ an – ein vergleichsweise kryptischer Begriff für etwas eigentlich Simples, aber durchaus belustigend. Noch amüsanter wurde es bei einer Firmware-Aktualisierung, die das „Whaling-Sorgerecht“ ankündigte – gemeint ist wohl der Freo-Modus, der Reinigungsparameter automatisch anhand von Reinigungshäufigkeit und Verschmutzung festlegt.
Ein integrierter Sprachassistent ist ebenfalls an Bord – allerdings scheint sich Narwal beim Namen noch nicht ganz einig zu sein: Das Aktivierungswort lautet „Hey Nawa“, in der App und an anderen Stellen wird der Assistent jedoch als „Navo Sprachassistent“ beschrieben. Daneben lässt sich der Flow 2 unter dem Bereich „Dritt-Steuerung“ auch mit Alexa und Google Home verbinden, zudem gibt es nun eine Matter-Integration.
Navigation: Wie gut erkennt der Narwal Flow 2 Hindernisse?
Der Flow 2 nutzt Lidar zur Kartierung sowie zwei 1080p-RGB-Kameras – was der Hersteller „Nar-Mind-Pro“ nennt und in der Praxis bedeutet, dass die Kamerabilder per KI ausgewertet werden, um Hindernisse zu erkennen, einzuordnen und zu umfahren. Die Navigation verläuft flott und effizient, beim Wenden stoppt der Roboter nicht ab. Ganz so flink wie der Vorgänger wirkt er aber nicht mehr.
Bei der Hinderniserkennung enttäuscht der Flow 2 für Narwal-Verhältnisse. Unter unserem Tisch stieß er wiederholt gegen Stuhlbeine und schob diese sogar leicht beim Rangieren. Die Füße eines freischwebenden Stuhls erkannte er mal als „Stativ“, mal nicht. Auch mit unserem Teppich tat er sich schwer: Mal erklomm er ihn problemlos, mal faltete er ihn auf oder schob ihn weg. Schwellen bis 40 mm überwindet der Flow 2 dank seiner Kletterfunktion dagegen souverän.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Narwal Flow 2?
Die größte Stärke des Flow 2 ist die rotierende Wischwalze. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Doppel-Pads handelt es sich um ein ringsum aufgespanntes, rotierendes Wischtuch, das mit 12 N Druck auf den Boden gepresst wird. 16 Düsen spülen das Tuch permanent mit 60 °C heißem Wasser, ein Schaber entfernt Rückstände, das Schmutzwasser landet im Abwassertank. Die größere Auflagefläche soll für eine intensivere Wischwirkung sorgen. Auf Hartboden liefert der Flow 2 damit ein gründliches, gleichmäßiges Wischbild und löst auch eingetrocknete Flecken souverän.
Beim Saugen leistet der Flow 2 mit 31.000 Pa starke Arbeit. Auf Hartboden erwischt er im Test 90 % der von uns verteilten Haferflocken. Allerdings hat Narwal die viel von uns gelobte doppelte Seitenbürste eingestrichen – also die zwei gegenläufig rotierenden Bürsten links und rechts, die Schmutz gezielt unter den Roboter zur Aufnahme schaufelten. Übrig bleibt nur eine einzelne Seitenbürste, die mehr Partikel durch den Raum schießt, wo sie außerhalb des Reinigungsbereichs liegen bleiben. Schade. Immerhin ist die verbliebene Bürste weiterhin zweiarmig und lässt sich nach innen zur Ansaugung klappen, damit sich dort verfangene Haare lösen können – eine Raffinesse, die schon die Vorgänger boten.
Auf Teppich enttäuscht der Flow 2 trotz Funktion zum Andrücken der Hauptbürste, die für eine stärkere Saugkraft auf der Fläche sorgen soll. Beim ersten Durchgang ließ er einiges des ausgebrachten Mehls aus und fuhr sogar mit den Rädern hindurch, was Abdrücke im restlichen Raum hinterließ. Beim zweiten Versuch lief es besser: 60 % des Mehls und 80 % der grobkörnigen Haferflocken fanden den Weg in den Staubbehälter – mäßige Resultate für ein Gerät dieser Preisklasse. Problematisch ist auch, dass die Wischwalze auf Teppich zwar angehoben, aber nicht weit genug weggeklappt wird. Sie streift den Teppich teils trotzdem und befeuchtet ihn leicht.
Narwal Flow 2 – Reinigung
Die Schmutzerkennung funktioniert dagegen gut: In 9 von 10 Fällen erkannte der Flow 2 die ausgebrachten Haferflocken im Test, markierte den betroffenen Bereich auf der Karte und reinigte ihn intensiver nach.
In der Station erfolgt die Selbstreinigung der Walze mit 100 °C heißem Wasser, anschließend trocknet 60 °C warme Luft die Walze. Das verhindert Gerüche zuverlässig. Hinzu kommen die automatische Reinigerdosierung, ein wechselbarer Filter sowie ein Antikalk-Modul. Den Staubbeutel will Narwal bis zu 120 Tage Schmutz aufnehmen lassen.
Die App bietet die Wahl zwischen Reinigung der gesamten Wohnung, einzelner Räume oder einer frei verschiebbaren Zone. Außerdem entscheidet man, ob der Roboter parallel saugt und wischt, erst saugt und dann wischt oder nur saugt. Die Lautstärke liegt bei 42 bis 58 dB(A), die Fahrmotoren arbeiten angenehm leise – aber nicht ganz auf Dreame-Niveau.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Narwal Flow 2?
Der Flow 2 verfügt über einen 7.000 mAh großen Lithium-Ionen-Akku (14,4 V, 6,5 Ah laut Datenblatt). Damit soll er laut Hersteller bis zu 289 m² am Stück reinigen können – ein Wert, den wir mit Vorbehalt einordnen, weil er nur unter idealen Bedingungen erreicht wird. Im Alltag reicht die Ladung problemlos für mittelgroße bis große Wohnungen aus. Sollte der Akku doch zur Neige gehen, fährt der Roboter zur Station, lädt zwischen und setzt die Reinigung anschließend fort. Die volle Ladezeit beträgt rund 3 h. Ein Akkumanagement soll laut Narwal die Alterung der Zelle reduzieren – ein Punkt, der sich erst über Jahre nachweisen lässt.
Preis: Was kostet der Narwal Flow 2?
Der aktuelle Preis des Narwal Flow 2 liegt bei 1099 Euro.
Optional bietet Narwal außerdem ein Modul für automatische Frischwasserzufuhr und Abwasserableitung an, das den Wartungsaufwand weiter reduziert.
Fazit
Der Narwal Flow 2 ist ein Saug- und Wischroboter mit klaren Stärken und überraschenden Schwächen. Die rotierende Wischwalze mit 60 °C heißem Wasser liefert auf Hartboden eine erstklassige Reinigung, die Station mit 100 °C Heißwasser-Selbstreinigung und Heißlufttrocknung verhindert Gerüche zuverlässig. Auch das neue Stationsdesign ist ein echter Hingucker und deutlich kompakter als beim Vorgänger.
Enttäuschend ist dagegen die Hinderniserkennung, die für Narwal-Verhältnisse einen Rückschritt darstellt – Stuhlbeine und Teppiche bringen den Flow 2 immer wieder aus dem Konzept. Auch die Teppichreinigung überzeugt trotz starker 31.000 Pa Saugleistung nicht durchgängig, und der Wegfall der zweiten Seitenbürste ist ein unverständlicher Schritt. Die App ist zwar flott, bleibt bei der Detailtiefe aber hinter Roborock und Dreame zurück. Wer überwiegend Hartboden besitzt und Wert auf eine herausragende Wischleistung legt, bekommt mit dem Flow 2 ein starkes Gerät. Wer viel Teppich hat, sollte sich die Konkurrenz genau ansehen.
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E-Scooter Egret Unit im Test: Viel Power, großer Akku & cleverer Gepäckträger
Der Egret Unit bietet einen kräftigen Motor, großen Akku, Top-Verarbeitung und cleveren Gepäckträger. Im Test zeigt er nur wenige Schwächen.
Egret zählt zu den beliebtesten deutschen Herstellern von E-Scootern. Schon der Egret Pro, der Egret X und der Egret One überzeugten uns im Test mit hoher Verarbeitungsqualität, starken Bremsen und großen Akkus. Auch die günstigere Ey!-Serie schnitt hervorragend ab. Ein gutes Beispiel ist der Egret Ey! 1 (Testbericht), der mit Vollfederung sowie hoher Reichweite punktete und trotzdem bezahlbar bleibt.
Jetzt tritt der Egret Unit an. Ein Merkmal hebt ihn klar von der Konkurrenz ab: ein schlau positionierter Gepäckträger für bis zu 10 kg. Dazu kombiniert er einen kräftigen Motor mit 1890 W Spitzenleistung und einen großen 730-Wh-Akku. Damit zielt der E-Scooter auf Pendler und Vielfahrer, die zusätzlichen Stauraum schätzen. Den Egret Unit gibt es für 799 Euro direkt beim Hersteller oder ebenfalls für 799 Euro bei Amazon.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Der Egret Unit kommt fast vollständig vormontiert. Käufer drehen nur vier Schrauben für den Lenker ein – fertig. Wir empfehlen für jede Fahrt einen Helm.
Optisch zeigt sich der Unit minimalistisch in Mattschwarz. Das Design wirkt stabil und chic. Die Trittfläche ist gummiert und bietet guten Grip. Wer es bunter mag, individualisiert den E-Scooter mit den beiliegenden, lifestyligen Streifenaufklebern in verschiedenen Farben und Designs.
Egret Unit Bilder
Die Verarbeitung bewegt sich auf Top-Niveau. Hier schlackern keine Kabel, die Reifen wirken hochwertig, nichts wackelt. Auffällige Spaltmaße sucht man vergeblich. Beim Fahren über Kopfsteinpflaster klappert nichts, auch der Lenker zeigt kein Spiel.
Ausgeklappt misst der Unit rund 113 × 62 × 124 cm. Zusammengeklappt schrumpft die Höhe auf etwa 55 cm. Ein Schwergewicht bleibt er trotzdem. Mit 28 kg Leermasse laut Zulassungspapier – das Handbuch nennt rund 27 kg – fällt das Tragen über Treppen oder in den Kofferraum schwer. Dafür trägt der Unit ordentlich Last: Die maximale Zuladung beträgt 130 kg, das technisch zulässige Gesamtgewicht 158 kg. Der Egret Unit eignet sich laut Hersteller für Fahrer zwischen 1,40 m und 2,05 m Körpergröße.
Lenker & Display
Die Griffe des Egret Unit gefallen dank ihrer ergonomischen Handballenauflage. Die Lenkerhöhe ist fix, passt aber auch für größere Fahrer. Unser 186 cm großer Testfahrer fühlte sich rundum wohl.
Die Bedienung fällt minimalistisch aus. Eine einzige Taste steuert fast alles: Langes Drücken schaltet den Unit ein und aus, einfaches Drücken aktiviert das Licht, ein Doppeldruck wechselt den Fahrmodus. Das Gas regelt ein Daumenhebel rechts. Dieser geht etwas zu straff, was bei langen Fahrten unangenehm werden kann. Eine Klingel sitzt links, integriert in den Bremshebel.
Das LED-Display zeigt die Geschwindigkeit in km/h ohne Nachkommastelle, den Fahrmodus und den Akkustand in fünf Balken – mehr nicht. Es nutzt wenige farbige Elemente, bleibt bei Sonnenlicht aber okay ablesbar.
Die integrierten Blinker sitzen nur an den Lenkerenden, nicht am Heck. Eine akustische Rückmeldung erinnert daran, den Blinker wieder auszuschalten, eine automatische Rückstellung fehlt. Im Dunkeln leuchten die Blinker hell genug, bei strahlendem Sonnenschein erkennt man sie dagegen kaum noch. Der Blinkerschalter liegt gut positioniert neben dem linken Daumen.
Beim Licht setzt Egret vorn auf ein integriertes LED-Frontlicht mit 40 Lux. Verstellen lässt es sich in der Höhe nicht. Am Heck überzeugt ein sehr helles LED-Rücklicht mit Bremslichtfunktion – beim Bremsen leuchtet es zusätzlich auf. Das Licht schaltet sich allerdings nur manuell ein, ein Dämmerungssensor fehlt.
App
Den Egret Unit verbindet man auf Wunsch mit einer App. Deren Funktionen sind überwiegend Standard. Nutzer behalten Ladestand und verfügbare Reichweite im Blick. Sie ändern den Fahrmodus und sehen direkt, wie sich das auf die Restreichweite auswirkt. Es stehen die Modi Eco, Tour, Sport oder Walk zur Wahl. Zusätzlich lässt sich der E-Scooter per App sperren und entsperren.
Fahren
Das Fahren mit dem Egret Unit macht richtig Laune. Der Motor liefert 500 W Nennleistung und 1890 W Maximalleistung bei 38 Nm Drehmoment. Damit gehört er zu den stärksten Antrieben in unserem Testfeld. Auch die elektrische Steuerung gefällt. Der Unit beschleunigt giftig aus dem Stand, ohne dabei gleich einen Wheelie hinzulegen. Das Gas lässt sich fein dosieren, und die Geschwindigkeit hält der E-Scooter konstant, statt einzubrechen.
Die Steigfähigkeit gibt der Hersteller mit bis zu 32 % an. In der Praxis messen wir per GPS rund 22 km/h Maximalgeschwindigkeit. Schön, dass der Unit den legalen Rahmen voll ausreizt – viele andere E-Scooter bleiben hier knapp darunter. Trotz des hohen Eigengewichts zeigt sich der Unit zudem erstaunlich wendig und agil. Kurven und enge Manöver meistert er souverän.
Bei der Federung setzt Egret auf eine Doppelfederung. Vorn arbeitet eine Federgabel mit 20 mm Federweg, hinten eine Schwinge mit 30 mm. Dazu kommen 10-Zoll-Luftreifen. Vollfederung und Gravel-Reifen schlucken Kopfsteinpflaster und Unebenheiten gut weg, auf Bordsteinkanten setzt der Unit nicht auf. Insgesamt fällt die Federung jedoch etwas zu straff für entspanntes Fahren auf Feldwegen oder Pflastersteinen. Der Unit eignet sich daher vor allem für den urbanen Einsatz. Dort spielt die Federung ihre Stärken aus.
Die Bremsen arbeiten zuverlässig. Vorn und hinten verzögern mechanische Trommelbremsen über zwei separate Bremshebel. Diese Bremsen sind robust und wartungsarm. Im Test schliff die hintere Bremse zunächst, nach etwa 1 km Einfahren war das Problem aber behoben. Insgesamt liefert der Unit ein gutes Bremssystem.
Akku
Der fest verbaute Li-Ionen-Akku liefert mit 46,8 V und 15,6 Ah eine Kapazität von 730 Wh. Entnehmen lässt er sich nicht. Das Ladegerät leistet 109,2 W (54,6 V × 2 A). Der Ladeport mit Gummiabdeckung sitzt unter dem Gepäckträger am vorderen Teil des Trittbretts. Eine Vollladung dauert rund 8 Stunden. Gegen Feuchtigkeit ist der Akku nach IPX5 geschützt.
Der Hersteller verspricht bis zu 100 km Reichweite im Eco-Modus. Dieser Wert gilt aber nur unter Idealbedingungen: vollgeladener Akku, konstant 15 km/h, 25 °C, 75 kg Last, gerade und ebene Asphaltfahrbahn – also weit weg vom Alltag. In der Praxis kommen wir mit 86 kg Last, im Sportmodus, bei viel Stop-and-Go und 30 °C auf knapp 50 km. Das ist immer noch ein sehr guter Wert.
Preis
Fazit
Der Egret Unit ist ein rundum gelungener E-Scooter für Pendler und Vielfahrer, die Qualität und Stauraum schätzen. Ein Highlight ist der Gepäckträger für bis zu 10 kg. Er sitzt klug zwischen Lenkstange und Trittbrett und schwebt rund 10 cm über der Trittfläche. Die Füße passen gut darunter, der Träger stört nicht. Dank des tiefen Schwerpunkts merkt das Gewicht des Gepäcks kaum: Balance und Wendigkeit bleiben unbeeinflusst. Die Größe reicht für kleine Kartons oder Rucksäcke – ein überzeugendes Konzept.
Dazu kommen ein bärenstarker Motor, ein großer Akku mit guter Reichweite und eine erstklassige Verarbeitung. Auch die ergonomischen Handballenauflagen, die robusten Trommelbremsen, das helle Bremslicht und der stabile Seitenständer gefallen. Klingel und App-Anbindung runden das Paket ab.
Kritik gibt es dennoch. Das hohe Gewicht von knapp 28 kg erschwert den Transport, die etwas zu straffe Federung empfiehlt den Unit eher für die Stadt als für Feldwege. Auch der straffe Daumenhebel, die fehlenden Heckblinker und das schlichte Display trüben das Bild leicht. Wer darüber hinwegsieht, erhält für 799 Euro einen hervorragenden E-Scooter mit einzigartigem Transport-Talent.
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Fünf Tage Akkulaufzeit: E-Ink-Smartphone Bigme Hibreak Pro im Test
Moderne Smartphone-Displays mit OLED-Panel sind toll für Filme, Fotos und Spiele, doch zum langen Lesen eignen sie sich weniger gut. Für diesen Zweck sind E-Ink-Panels besser geeignet, zudem entlasten sie die Augen. Mit dem 349 Euro teuren Hibreak Pro hat der Hersteller Bigme ein E-Ink-Smartphone im Sortiment. Das ist durch sein Display also eher ein E-Book-Reader, der nebenbei auch ein Smartphone ist.
Das Design des Hibreak Pro ist schlicht. Der Rahmen aus Kunststoff und die Rückseite aus mattem Glas sind weiß gehalten und passen damit gut zum hellen E-Ink-Display. Im rot gefärbten Einschalter befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der im Test immer wieder drei, vier Versuche benötigte, um einen registrierten Fingerabdruck korrekt zu erkennen. Mit 180 Gramm wiegt das Bigme für ein Smartphone recht wenig. Die Verarbeitung ist in Ordnung, ohne besondere Eleganz zu versprühen.
Bigme hat sich für ein monochromes E-Ink-Display vom Typ Carta 1300 und nicht für ein farbiges. Zwar gelten diese durch ihre geringere Helligkeit und oft leicht gräuliche Darstellung als weniger geeignet für langes Lesen, andererseits gibt es bei einem Smartphone durchaus mehr Gründe, die für ein farbiges Display sprächen. Schon zur Unterscheidung der App-Icons wäre Farbe hilfreich. Dennoch: Der Startbildschirm des Hibreak Pro erscheint trotz Schwarz-Weiß-Darstellung zwar minimalistisch, aber aufgeräumt.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Fünf Tage Akkulaufzeit: E-Ink-Smartphone Bigme Hibreak Pro im Test“.
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Statt Emulator: Bastler baut Apple II Plus komplett in Hardware nach
Ein Bastler aus Schottland hat einen Apple II Plus mit modernen Bauteilen konstruiert. Statt sich einer Software-Emulation zu bedienen, wagte Simon Boak einen echten Hardware-Nachbau. Der SB Mini II, der den Klassiker von Steve Wozniak rekonstruiere, behalte trotz einiger Veränderungen aber dessen Schaltungsprinzipien weitgehend bei, betont er.
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Wie Boak in seinem Blog Unimplemented Trap schreibt, war der Apple II/II Plus seinerzeit aus Standardbauteilen aufgebaut – viele der damals verwendeten Logikbausteine und der 6502-Prozessortyp sind bis heute erhältlich. Hinzu kommt, dass Apple im Handbuch zum Apple II die kompletten Schaltpläne veröffentlichte und ganze Bücher die Funktionsweise erklären. Es bleibe damit, so Boak, „kein Geheimnis“, wie der Rechner intern arbeite. Die offene Dokumentation war eine wichtige Voraussetzung für sein Bastelprojekt.
Im Zentrum des SB Mini II arbeitet ein handelsüblicher 65C02, getaktet mit rund 1,024 MHz. Boak erzeugt diesen Wert durch einen 4,096-MHz-Quarzoszillator, dessen Frequenz durch vier geteilt wird – der Originalwert lag bei 1,023 MHz für die 60-Hz-Modelle. Beim Arbeitsspeicher kommen 48 KByte zum Einsatz, realisiert über anderthalb 32-KByte-SRAM-Bausteine, wobei 16 KByte ungenutzt bleiben. Der Wechsel von DRAM zu SRAM vereinfacht die Schaltung erheblich, weil die beim Original nötige Refresh-Logik wegfällt. DRAM war damals eine reine Kostenentscheidung; heute sei SRAM preislich vertretbar, sagte Boak.
Eine integrierte Language-Card-Logik für volle 64 KByte hatte Boak zunächst angedacht, dann aber wegen der Komplexität verworfen. Stattdessen steckt im Slot 0 eine Replica einer Saturn-128-KByte-Karte. Das ROM liegt als 12-KByte-Image in einem 32-KByte-EEPROM; per Jumper lässt sich zwischen oberer und unterer Hälfte des Chips umschalten, wobei in der zweiten Hälfte Adrian Blacks Diagnoseprogramm „Deadtest“ untergebracht ist.
Abstriche beim Nachbau
Boak weist noch auf einige weitere Abstriche bei seinem Nachbau hin: Die Steckplätze führen kein DMA-Signal, kein USER-1-Signal und keinen 7M-Takt. Auch einen Kassettenanschluss gibt es im Gegensatz zum Original nicht.
Bei Tastatur und Peripherie zeigt sich der Spagat zwischen Original und Moderne besonders deutlich. Ein Raspberry Pi Pico stellt eine USB-Tastaturschnittstelle bereit, erzeugt elektrisch aber die gleichen parallelen Datensignale wie die originale ASCII-Tastatur des Apple II. Pegelwandler sind nicht nötig, da der Pico nur Logik auf der Platine treibt und die 3,3 Volt für die verwendete CMOS-Logik ausreichen. Über Control+Print Screen lässt sich ein Reset auslösen, beim Einschalten führt der Pico einen Power-On-Reset durch. Ein integrierter Lautsprecher entspricht funktional dem des Originals.
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Video ausschließlich über VGA-Karte
Auf Onboard-Grafik verzichtet der SB Mini II komplett. Die Videoausgabe übernimmt ausschließlich eine Apple-II-VGA-Karte im Erweiterungsslot. Beim originalen Apple II diente ein erheblicher Teil der Schaltung der Erzeugung eines Composite-Videosignals. Diese Logik entfällt hier zugunsten der VGA-Karte und eines schärferen Bildes.
Der SB Mini II ist Boaks erstes vierlagiges Platinendesign: Die inneren Lagen führen die Spannungsversorgung, die Signale laufen außen. Versorgt wird die Platine mit 12 Volt, ein Pololu-Regler erzeugt daraus die 5 Volt.
3D-gedrucktes Gehäuse und passender Monitor
Das Gehäuse besteht aus mehreren 3D-gedruckten Teilen, die verklebt und anschließend lackiert werden. Das Design orientiert sich am Apple-ProFile-Festplattengehäuse, kombiniert dessen Form aber mit Lüftungsschlitzen und der Rückseite des Apple II. Wie beim Original lässt sich der Deckel ohne Werkzeug einklippen und für einen Blick ins Innere wieder abnehmen.
Passend dazu hat Boak den Studio-II-Monitor gestaltet, ein 3D-druckbares Gehäuse für ein 8-Zoll-LCD mit 1024 × 768 Pixeln und dem über eBay oder AliExpress erhältlichen Treiberboard HE080IA-01D. Die Farbgebung erinnert an den Apple II und an Apple-Displays der frühen 2000er-Jahre. Zum Bausatz gehören neben Front, Rückseite, zweiteiligem Standfuß und Tastengehäuse auch eine Reihe von Schrauben, Gewindeeinsätzen und Schaumstreifen; die Montageanleitung umfasst zehn Schritte. Die Schaltpläne, Stücklisten und CAD-Dateien des SB Mini II stehen auf GitHub bereit, der Studio-II-Monitor liegt als Original-Entwurf auf Printables unter einer Creative-Commons-Lizenz (Attribution-ShareAlike 4.0) vor.
Wer den Apple II als prägendes System der frühen Heimcomputer-Ära einordnen möchte, findet im heise-Artikel Apple II: Nostalgische Zeitreise und Interview mit Zeitzeuge John Romero den passenden Kontext.
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