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Künstliche Intelligenz

Sicher durch den Stromausfall: Notlicht, Stromspeicher, Stromerzeuger & Co.


Heizen, kochen, Strom erzeugen und Fische im Aquarium am Leben halten – wer sich richtig vorbereitet, muss einen Stromausfall nicht fürchten. Wir zeigen, welche Tools und Hilfsmittel es gibt und was sie kosten.

Solche Checklisten werden aktuell von Städten und Gemeinden verteilt.

Die durchschnittliche Ausfallzeit in Deutschland lag je angeschlossenem Verbraucher im Jahr 2020 bei gerade einmal 10,73 Minuten (Quelle: Bundesnetzagentur). Das ist der niedrigste Wert seit Erhebung der Zahlen im Jahr 2006, als die durchschnittliche Ausfallzeit noch bei über 21 Minuten lag. Da es sich hier allerdings um Durchschnittswerte handelt, kann es lokal durchaus zu längeren Ausfällen kommen.

Bei einem normalen Stromausfall helfen USVs (Universelle Stromversorgung, englisch UPS für Universal Power Supply oder kurz Notstromversorgung). Die gibt es etwa kompakt und praktisch in der Form einer Steckdosenleiste mit integriertem Notfall-Akku (Top 5: Die besten Steckdosen-USVs) zu Preisen von unter 100 Euro. Wer sich damit ausstattet, verhindert Datenverlust durch Computer-Abstürze und hält wichtige Technik zu Hause – etwa WLAN oder Telefon – auch bei Stromausfall am Leben. Die Puffer reichen je nach Stromaufnahme für einige Minuten und können kleine Verbraucher wie eine Aquariumpumpe auch länger überbrücken.

Wer auf dem Land wohnt, hat mehrstündige Ausfälle sicherlich schon miterlebt. Aber auch in Städten kann es vorkommen, dass der Ausfall länger dauert. Neben dem Stromausfall im Januar 2026 waren 2019 in Berlin schon einmal rund 31.500 Haushalte und 2000 Gewerbeeinheiten für knapp 31 Stunden ohne Strom. In solchen Fällen reicht eine einfache USV nicht mehr; wie man gegebenenfalls auch mehrere Tage ohne Stromversorgung sicher überbrückt, zeigen wir im Folgenden.

Notfallausstattung

Wer sich ins Thema Notfallausstattung einarbeitet, findet zunächst Tipps wie die Bevorratung von Wasser und Nahrungsmitteln. Dies klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Die angegebenen Mengen sind derart groß, dass es hier in vielen Haushalten schlicht zu Lager- und Budgetproblemen kommen dürfte. Beim Kauf muss immer bedacht werden, wie solche Lebensmittel gelagert und zubereitet werden können – auch ohne Strom. Da Nahrungsmittel ein Verfallsdatum besitzen und nur bei lang anhaltenden und großflächigen Stromausfällen wichtig sind, sollte jeder für sich entscheiden, in welcher Menge Lebensmittel und Wasser bevorratet werden können. Empfohlen wird eine Menge für etwa 10 Tage. Auch für Haustiere sollte man Vorräte für 10 Tage anschaffen.

Unser Tipp: keine Experimente! Seltsam anmutendes Dosenfleisch oder teure Survival-Nahrung würden wir aktuell nicht kaufen; eine Katastrophe steht nicht unmittelbar bevor. Es ist sinnvoller, beim nächsten Wocheneinkauf einfach etwas mehr Nudeln, Fertigsaucen, Konserven und Ähnliches zu kaufen – immer mit Blick auf ein möglichst langes Verfallsdatum! Ein paar Liter Mineralwasser, Teebeutel und Instant-Suppen sollte man auch immer im Haushalt haben.

Welche Notbeleuchtung funktioniert bei einem Stromausfall?

Deutlich sinnvoller als Survival-Nahrung erscheinen uns die Empfehlungen zum Kauf von Kerzen und Streichhölzern, da selbst ein kurzer Stromausfall bei Dunkelheit schnell zum Spießrutenlauf werden kann, wenn keine andere Lichtquelle wie Taschenlampe oder Smartphone greifbar ist. Im Jahr 2026 würden wir allerdings eher zur LED-Taschenlampe als zur Kerze greifen. Das ist sicherer, die Lichtausbeute ist deutlich größer und die Preise für brauchbare Lampen beginnen bei unter 10 Euro. Im Ratgeber: Günstige Taschenlampen: Ab 5 € okay, ab 20 € brutal hell, wasserdicht & mit Akku zeigen wir, worauf man beim Kauf von Taschenlampen achten sollte.

Eine praktische Alternative zur klassischen Taschenlampe sind spezielle Notfalllampen, die dauerhaft geladen werden und bei Bedarf sofort einsatzbereit sind. Praxis-Tipp: Wir nutzen eine Leuchte von Amazon für 24 Euro. Dieses hängt am Kellerabgang und erhellt die Treppe dank Bewegungssensor im Vorbeigehen. Bei Stromausfall aktiviert sich die LED automatisch und kann zusätzlich mobil als Taschenlampe eingesetzt werden. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Das beste Notlicht für die Steckdose mit Akku im Test.

Es ist letztlich egal, ob Notlampe, Taschenlampe oder Mini-LED eingesetzt werden, Hauptsache ist, es gibt eine einsatzbereite Lichtquelle.

Trotz des allgegenwärtigen Smartphones sollte man für Notfälle auch immer noch ein Radio im Haushalt haben, um sich beim Ausfall des Mobilfunknetzes über Stromausfall und Ähnliches informieren zu können. Notfallradios mit integriertem Akku, Solarzelle und/oder Kurbelantrieb gibt es schon ab knapp 10 Euro. Unser privates AM/FM-Radio von Tendak für 36 Euro dient zusätzlich als Powerbank und helle Notlampe. Wir haben verschiedene Geräte getestet und zeigen unsere Favoriten im Artikel Das beste Kurbelradio im Test – Rundfunkempfang bei Stromausfall.

Diese Notfallradio lädt per Handkurbel oder Solarzelle. Neben FM/AM-Radio, Uhr und Wecker sind auch Powerbank und LED-Lampe integriert.

Wer generell kein Smartphone nutzt, sollte zudem über die Anschaffung eines günstigen Handys für Notfälle nachdenken. Geeignete Geräte zeigt unsere Bestenliste Die 5 kleinsten Handys für Reise, Notfall & Co: ab 19 Euro. Wer auch bei großflächigen Ausfällen kommunizieren möchte, sollte einen Blick in den Ratgeber Kommunikation & SOS im Notfall per Funk oder Satellit werfen – allerdings: Nur das Kaufen eines Funkgeräts nützt wenig. Man braucht auch Vereinbarungen mit Nachbarn oder Freunden, die dem gleichen Plan folgen und bei Stromausfall auch zuhören, wenn es etwas gibt.

Notstrom

Dank Smartphone haben wir mittlerweile alle immer Taschenlampe, Telefon und Internet greifbar in der Hosentasche. Umso wichtiger ist es, dass dieses und andere Gadgets im Bedarfsfall geladen und einsatzbereit sind. Wirklich wichtig ist eine Notstromversorgung aber etwa bei der Nutzung von medizinischem Gerät. Dieses ist zwar in der Regel mit kleineren Akkus ausgestattet, wirklich lange halten sie aber nicht durch. Um technische Geräte auch während eines längeren Stromausfalles benutzen und laden zu können, gibt es verschiedene Lösungen.

Powerstations sind größer und teurer als Powerbanks, bieten aber deutlich mehr Leistung und haben eine riesige Kapazität.

Mehr Leistung, aber vor allem erheblich mehr Kapazität und Anschlussmöglichkeiten bieten die teureren Powerstations (Bestenliste). Zwar kosten besonders starke Geräte mit hoher Kapazität schnell über 1000 Euro, wer sich bei Leistung oder Kapazität einschränkt, bekommt aber schon für deutlich weniger Geld ordentliche Modelle. In Verbindung mit einem mobilen Photovoltaik-Modul (Bestenliste) ab mindestens 100 Watt wird aus dem Stromspeicher dann ein Solargenerator, mit dem eine autarke Stromversorgung über längere Zeiträume möglich ist – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist aber zumindest das Nachladen des Stromspeichers ohne Netzversorgung überhaupt möglich.

Für die tägliche Nutzung sollte das Modell möglichst langlebig sein. Hier hilft ein Blick auf die installierten Akkus. Moderne LiFePO4-Akkus halten bis zu sechsmal länger (nach 3000 bis 3500 Ladezyklen noch etwa 80 Prozent Restkapazität), weshalb sich der geringe Aufpreis lohnt.

Günstige und alltagstaugliche Modelle wie die Allpowers R600 mit vier USB-Ladeports, drei 12-V-Anschlüssen und zwei 230-V-Schukosteckdosen gibt es in Aktionen ab unter 150 Euro. In der Regel musste man bisher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ab etwa 300 Euro startet die gehobene Klasse von namhaften Herstellern mit integriertem Solargenerator und ordentlicher Leistung und Kapazität. Diese Powerstations lassen sich nicht nur per Netzteil befüllen, sondern können alternativ per Solarpanel geladen werden. Premium-Powerstations leisten gar bis über 3000 Watt und haben Kapazitäten von mehreren kWh. Die Preise hier liegen dann aber bei mehreren tausend Euro, wie der Blick auf unsere Top 10: Die besten Solargeneratoren zeigt. Was die großen Premium-Geräte in der Praxis leisten und wie weit man damit im Alltag kommt, zeigt unser Ratgeber: Immun gegen Stromausfall? Das leisten große Powerstations mit Photovoltaik.

Günstiger, wenn auch nicht mobil, sind sogenannte Solarinseln (Ratgeber), welche aus Solarpanel, Akku und Laderegler bestehen. Varianten mit schwachem Panel und kleinem Akku gibt es ab 110 Euro. Zwar sind diese günstigen Kits in der Regel nicht für hohe Leistungen geeignet, die Versorgung von Notebook, Smartphone oder Lampen funktioniert aber problemlos. Leistungsstärkere Sets sind deutlich teurer.

Eine Insellösung: Oben ist das Solarpaneel zu erkennen. Darunter befinden sich (v.l.n.r) der Blei-Akku, der Laderegler und der Spannungswandler.

Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor sind zwar auf Baustellen unabdingbar, für Privathaushalte sind sie aber nicht die beste Lösung. Die Geräte machen viel Lärm, produzieren Abgase und benötigen Brennstoff. Außerdem brauchen starke Aggregate einiges an Platz und sind so bestenfalls für Hausbesitzer geeignet. Mit einem Preis von etwa 155 Euro und einer Leistung von 1000 Watt gehört der Benzingenerator von Einhell zu den günstigsten Geräten seiner Klasse. Günstige Generatoren mit einer Leistung ab 3000 Watt gibt es aktuell ab etwa 350 Euro.

Kleine Benzingeneratoren, sogenannte Inverter, sind zwar noch verhältnismäßig leise (60 dB), sie bieten allerdings nicht mehr Leistung als die lautlosen und abgasfreien Powerstations (Bestenliste).

Ein mobiler Stromgenerator mit Benzinmotor (links) neben zwei Powerstations mit gleicher Leistung.

Eine zunächst denkbare Alternative zur Solarstromversorgung sind kleine Windmühlengeneratoren. Diese Mini-Windkraftwerke für den Garten kosten je nach Leistung zwischen 300 und über 1000 Euro. Stromspeicher und Wandler müssen hier allerdings noch zugekauft werden. Überdies lohnt sich die Installation nur in extrem windigen Regionen, etwa an der Küste, und am besten deutlich höher als auf Bodenniveau.

Kühlen

Bei anhaltenden Stromausfällen sollte man Kühlschrank und Kühltruhe nur im Bedarfsfall und nur für wenige Sekunden öffnen, da sich die Temperatur so für bis zu mehr als 12 Stunden hält. Falls die Kühlung länger ausfällt, sind dann nicht nur Rinderfilet oder Tiefkühlspinat, sondern auch etwa temperaturempfindliche Medikamente in Gefahr.

Zwar ist theoretisch auch der Betrieb herkömmlicher Kühlschränke an der Powerstation möglich, die sind allerdings meistens derart stromhungrig, dass selbst große Energiespeicher nach wenigen Stunden leer sind. Anders sieht es mit den besonders sparsamen Kühlschränken mit der neuen Energieeffizienzklasse A aus. Die im Preisvergleich aufgeführten Modelle könnte man mit ausreichend starken Powerstations theoretisch für 10 bis 14 Tage mit Strom versorgen.

Mit aktiver Kühlung halten Lebensmittel und Medikamente deutlich länger.

Kochen und Trinken

Es muss schon viel passieren, dass bei uns Lebensmittel und Trinkwasser knapp werden. Letztlich ist dieses Szenario weniger für Stromausfälle als etwa die viel zitierte Zombieapokalypse geeignet. Trotzdem möchten wir hier einige Möglichkeiten aufzeigen, die auch bei kleineren Notfällen sinnvoll sein können – etwa, um Babynahrung zu erwärmen.

Da wären etwa kleine Gaskocher, wie sie auch beim Campen benutzt werden. Die sind aus unserer Sicht die beste und günstigste Lösung, Lebensmittel zuzubereiten oder Wasser abzukochen. Solche einflammigen Kocher gibt es bereits ab unter 20 Euro. Sets mit Kocher und mehreren Gaskartuschen gibt es ab unter 30 Euro. Für etwa 50 bis 70 Euro gibt es dann auch doppelflammige Kocher. Wer statt auf Kartuschen lieber auf die große Gasflasche aus Campingwagen oder vom Gasgrill setzen will, der muss auf einen entsprechenden Anschluss achten.

Wer zusammen mit Stromspeicher/Generator klassische Küchengeräte zum Kochen einsetzen will, muss ganz genau auf die technischen Spezifikationen achten. Selbst Benzingeneratoren bieten häufig eine maximale Dauerlast von 1000 Watt, was für Wasserkocher, Kochplatte oder Minibackofen in der Regel zu wenig ist.

Selbst Powerstations und Stromgeneratoren über 500 Euro liefern in der Regel zu wenig Leistung für etwa Wasserkocher oder Elektrogrill. Hier müssen es Premium-Geräte wie die Ecoflow Delta Pro sein.

Eine weitere theoretische Möglichkeit sind Solarofen und -Kocher. Die kosten in der Regel allerdings gleich mehrere hundert Euro oder sind zu klein und hierzulande wenig effizient. Im Gegensatz zum Gaskocher ist diese Lösung auch nur bei wirklich viel Sonnenschein nutzbar. Mobile Solarkocher fürs Camping sind hierzulande bestenfalls eine Notlösung.

Das kompakt faltbare Modell Solar Cooker von Solar Brother etwa kostet knapp 90 Euro und kommt zusammen mit einem Rezeptbuch und einer Tasche zum Kunden. Die Temperatur im Kochbereich liegt allerdings bei maximal 150 Grad Celsius. Da für die höchstmögliche Ausbeute aber schon ordentlich viel Sonnenschein benötigt wird, ist dieses Modell wohl eher zum Erwärmen als zum Kochen geeignet. Der etwa 250 Euro teure Parabolspiegelkocher mit bis zu 1800 Watt sorgt hingegen für Temperaturen zwischen 700 und 1000 Grad. Dies gilt zwar nur für einen winzigen Brennpunkt, aber zum Wasserkochen ist dieses Modell wohl auch bei mäßigem Sonnenschein geeignet.

Falls tatsächlich die Trinkwasserversorgung ausfällt oder beeinträchtigt ist, hilft das Abkochen von Wasser, um Keime und Bakterien abzutöten. Das klappt am günstigsten mit dem genannten Gaskocher. Wer fürchtet, dass dazu im Falle einer Zombieapokalypse keine Zeit bleibt, der kann auch auf mobile Wasserfilter setzen. Diese sind eigentlich für Expeditionen und Camping gedacht, können im Notfall aber auch zu Hause hilfreich sein. Abhängig von der maximalen Filtermenge sind solche Reinwasserfilter ab etwa 20 Euro erhältlich. Wir nutzen privat einen größeren Keramikfilter mit Pumpe und Stromversorgung per Akku für rund 40 Euro. Dessen wechselbare Filterkartusche hält für rund drei Monate oder über 700 Liter gefiltertes Wasser.

Heizen

Ein längerer Ausfall der Heizungsanlage wäre zumindest außerhalb der Sommermonate unangenehm. Im Normalfall helfen hier Decken und mehrere Kleidungsschichten, um sich selbst warmzuhalten und so einige kalte Stunden oder gar Tage zu überdauern. Auch die Verwendung von Kerzen führt zu einer Erhöhung der Raumtemperatur, geht aber zulasten der Luftqualität. Außerdem müssten dafür eine große Menge Kerzen angezündet werden, was sogar gefährlich werden kann. Der Gasheizpilz für die Terrasse ist für innen völlig ungeeignet und gefährlich.

Wer auch Innenräume unabhängig von Zentralheizung, Schwedenofen oder Kamin heizen will, braucht etwa einen Petroleumofen. Diese kleinen Öfen gibt es ab etwa 90 Euro – allerdings sollte auch diese Notheizung nur in gelüfteten Räumen benutzt werden. Die kompakten Öfen liefern in der Regel eine Heizleistung zwischen 2 und 4 kW bei einem Verbrauch von etwa einem Viertelliter Petroleum pro Stunde. Das ist für Räume von etwa 20 bis 25 qm ausreichend.

Wer solch einen Ofen einsetzt, sollte dies immer nur in Kombination mit einem CO₂-Detektor tun, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen. Die kleinen Messgeräte gibt es ab etwa 20 Euro.

Die wichtigsten Fragen beim Stromausfall

Auch wenn wir bereits einige Tipps geben konnten, haben wir uns zusätzlich die am häufigsten gesuchten Fragen rund um das Thema Stromausfall angesehen und diese beantwortet.

  • Wann ist ein Stromausfall ein Blackout?

Einen Stromausfall bezeichnet man als Blackout, wenn er großflächig ist (mehrere Regionen/Länder), länger andauernd (Stunden bis Tage) und unkontrolliert auftritt, weil das Stromnetz überlastet ist und zusammenbricht. Das hat dann weitreichende Folgen für Infrastruktur und Alltag, im Gegensatz zu kurzen, lokalen Ausfällen. Ein Blackout führt oft auch zum Ausfall von Kommunikationsmitteln (Internet, Mobilfunk) und kritischer Infrastruktur wie Krankenhäusern, Banken und Wasserversorgung.

  • Was sind die ersten Schritte bei einem Stromausfall?

Zuerst die eigenen Sicherungen prüfen, um ein Problem im eigenen Stromnetz auszuschließen und dann die Umgebung checken. Ist der Strom offensichtlich nur in der eigenen Behausung weg, liegt die Ursache wahrscheinlich in der Wohnung/dem Haus. Handelt es sich um einen Stromausfall, kann man den Netzbetreiber kontaktieren oder einen Störungsmelder nutzen. Erfahrungsgemäß ist die Nutzung eines Online-Störungsmelders einfacher.

  • Wo anrufen bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall ruft man auf keinen Fall die Notrufnummern an, sondern meldet den Ausfall direkt beim lokalen Stromnetzbetreiber (nicht dem Stromlieferanten!), da dieser für die Stromversorgung und Reparaturen zuständig ist. Erfahrungsgemäß tun dies aber viele Betroffene, weshalb man sich das in der Praxis meist sparen kann.

  • Wie lange dauert der Stromausfall noch?

Die wahrscheinlich dringendste Frage bei einem akuten Stromausfall lautet: Wann ist er endlich wieder vorbei? Zwar ist es möglich beim Netzbetreiber nachzufragen, allerdings dürften dessen Serviceleitungen bei einem akuten und größeren Ausfall überlastet sein.

Im Schnitt dauern Stromausfälle weniger als eine Viertelstunde, also sollte man zunächst abwarten. Auch bei der Störungsauskunft sind oft Informationen zur voraussichtlichen Länge des Ausfalls hinterlegt – zumindest, wenn dieser länger als ein paar Minuten anhält.

  • Funktioniert das Telefon bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall funktioniert ein analoger Festnetzanschluss mit einem einfachen Schnurtelefon oft noch für eine Weile, da es Strom direkt aus der Leitung bezieht und die Vermittlungsstellen Notstrom haben. Internet-basiertes Festnetz (VoIP) (wie bei vielen DSL-Paketen) fällt allerdings mit dem Router aus; Handys funktionieren nur, solange der Akku hält und die Mobilfunkmasten Notstrom haben. Für längerfristige Sicherung der Kommunikation benötigt man bei VoIP eine eigene USV (Bestenliste: Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Router und DECT-Basisstation.

  • Wie rufe ich einen Notruf bei Stromausfall?

In der Regel sind die Notrufe auch beim Stromausfall per Smartphone oder Handy erreichbar – allerdings kann es bei großflächigen Ereignissen auch zum Ausfall von Funkmasten kommen, was die mobile Kommunikation dann generell einschränkt.

  • Welche Geräte sollte man bei Stromausfall ausschalten?

Bei einem Stromausfall sollten Betroffene theoretisch alle größeren elektrischen Geräte wie Herd, Backofen, Fernseher, Computer und Küchengeräte ausschalten oder vom Netz trennen, um sie vor Schäden durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten zu schützen und eine Überlastung zu vermeiden. In der Regel kommen Schäden zwar nur selten vor, bei teuren Geräten lohnt sich hier ansonsten der Einsatz einer Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz.

  • Was passiert mit der Wärmepumpe bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall schaltet die Wärmepumpe ab. Bei anhaltendem Frost besteht hier die Gefahr, dass das Wasser im Heizkreislauf gefriert und Leitungen oder den Wärmetauscher beschädigt, was zu teuren Frostschäden führen kann, insbesondere bei Monoblock-Geräten. Maßnahmen wie eine gute Dämmung, ein Batteriespeicher oder ein Generator können das Risiko minimieren, wobei eine Explosion als unwahrscheinlich gilt. Totalschäden durch Eisbildung sind aber durchaus möglich und kostenintensiv. Hier sollte man sich dringend im Vorfeld beim Fachmann über die individuellen Möglichkeiten informieren.

Eine gute Isolierung des Heizsystems reduziert das Risiko. Moderne Wärmepumpen ermöglichen außerdem oft einen Notbetrieb oder haben integrierte Schutzfunktionen. Wer rechtzeitig plant, kann seine Wärmepumpe auch mit dem eigenen Batteriespeicher der PV-Anlage versorgen und sie zumindest in Intervallen starten und so vor Schäden schützen. Möglich wäre auch eine Notversorgung per Stromgenerator. Der muss allerdings ausreichend Leistung haben, um den Anlaufstrom zu bewältigen, idealerweise 30 % mehr als die Pumpe.

  • Wie öffnet man elektrische Rollläden bei Stromausfall?

So praktisch motorisierte Rollläden sein mögen, beim Stromausfall können sie ein Problem sein. Um elektrische Rollläden bei Stromausfall zu öffnen, benötigt man spezielle Notbediensysteme wie eine Nothandkurbel oder eine integrierte Gurtentriegelung, die den Motor vom Rollladen abkoppeln, sodass ein manuelles Hochziehen des Rollladens möglich ist. Einige moderne Systeme haben zudem einen integrierten Notfall-Akku integriert, der eine Öffnung auch beim Stromausfall ermöglicht.

  • Welcher Campingkocher bei Stromausfall?

Letztlich eignet sich jeder Campingkocher auch zum Kochen bei Stromausfall. Allerdings ist bei der Nutzung in Innenräumen unbedingt auf eine ausreichende Lüftung und eine gute Frischluftversorgung zu achten. Heizpilze und Ähnliches haben in Innenräumen grundsätzlich nichts verloren!

  • Wie lange hält eine USV bei einem Stromausfall?

Hier kommt es auf die Kapazität des integrierten Akkus und das oder die zu versorgende(n) Geräte an. In der Regel sind insbesondere günstige weniger für eine langfristige Versorgung gedacht, sondern als Schutzfunktion für sensible Geräte und Daten. So funktionieren die meisten USVs zwar ausreichend lange, um etwa Daten zu sichern und den PC herunterzufahren, für eine langfristige Versorgung fehlt es hier aber an Kapazität. Wer Geräte auch länger beim Stromausfall nutzen will, sollte sich eine Powerstations (Bestenliste) mit integrierter USV-Funktion und Speicherkapazitäten von teils mehreren Kilowattstunden zulegen.

Fazit

Stromausfälle sind selten und dauern zudem nicht lange an – zumindest in der Regel. Große Sorgen muss man sich aus unserer Sicht nicht machen. Sollte es tatsächlich zu einem Ausfall des Stromnetzes kommen, braucht man weder Feuerstarter noch Solarkocher, um über die Runden zu kommen. Andere Anschaffungen sind hingegen sinnvoll.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Notstromversorgung für etwa Smartphone und medizinisches Gerät. Im einfachsten Fall helfen hier schon günstige Powerbanks weiter. Wer neben USB-Gadgets auch stärkere 230-Volt-Verbraucher anschließen will, greift am besten zu einer Powerstation (Bestenliste), welche notfalls auch per Solar geladen werden kann.

Geht es um die Sicherheit vom Smart Home, Computer oder Daten beim Stromausfall, empfehlen wir die Anschaffung einer USV. Mehr dazu in der Bestenliste Top 5: Die besten Steckdosen-USVs.



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Interview zu Abfindungen: Goldener Handschlag oder unter Wert verkauft?


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Bosch muss sparen. Auch beim Personal. Um dabei langfristig einen Effekt zu erzielen, greift der Technologiekonzern tief in die Tasche. Allein für das Jahr 2025 hatte Bosch rund 2,7 Milliarden Euro zur Seite gelegt, etwa für Abfindungen von Mitarbeitern, die das Unternehmen freiwillig verlassen.

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Bosch ist eines von vielen Unternehmen in Deutschland, das Stellen abbaut. Besonders hart trifft es die Industrie. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 120.000 Jobs gestrichen, meldet die Prüfungs- und Beratungsorganisation EY. Und Experten befürchten weitere Einschnitte.

Kaum eine Branche oder Tätigkeit betrifft das nicht. Laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom rechnen 14 Prozent aller Unternehmen in Deutschland damit, IT-Fachkräfte im laufenden Jahr zu entlassen.

Wer freiwillig geht, kann das mit dem goldenen Handschlag tun. Aber warum „golden“? Weil die Konditionen für das Ausscheiden – die Abfindung – finanziell lukrativ sein können. Außerdem: Wenn ein Unternehmen entschieden hat, sich von einem Mitarbeitenden zu trennen, hat dieser ohnehin keine Zukunft mehr in der Firma. Weil Abfindungen Verhandlungssache sind, haben Beschäftigte maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Betrags.

Worauf bei Abfindungen im Wesentlichen zu achten ist, weiß Volkan Ulukaya. Er ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp Rechtsanwälte (BBR).

Gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung?

Den gibt es nur in den Fällen, in denen ein Sozialplan für den Stellenabbau besteht. Darin werden beispielsweise Abfindungen und deren Höhe geregelt. Nur im Falle eines bestehenden Sozialplans können Beschäftigte ihren Anspruch auf Abfindung einklagen. Häufiger tritt jedoch der Fall ein, dass Arbeitgeber eine Abfindung anbieten im Rahmen eines Aufhebungsvertrages, um keine langwierige Auseinandersetzung führen zu müssen.

Was ist ein Aufhebungsvertrag?

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Ein Aufhebungsvertrag wird verhandelt, damit keine Kündigung ausgesprochen werden muss. Und weil es dann keine Kündigung gibt, kann auch keine Kündigungsschutzklage eingereicht werden. Der Aufhebungsvertrag ist eine einvernehmliche Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Was darf darin nicht fehlen?

Natürlich die Abfindungshöhe, also die Konditionen, weshalb der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis auflösen sollte. Wichtig ist außerdem ein Absatz, der klarmacht, dass der Aufhebungsvertrag auf Wunsch des Arbeitgebers geschlossen wurde. Und dass bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses die Tarif- oder arbeitsvertragliche Kündigungsfrist nicht unterschritten wird. Beides kann zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen. Grundsätzlich können im Aufhebungsvertrag alle gegenseitigen Ansprüche erledigt werden, wie offene Urlaubsansprüche, etwa im Rahmen einer sogenannten Abgeltungsklausel.

In welchen Fällen ist die Abfindung, in welchen die Kündigungsschutzklage die passende Variante?

Das hängt von der Zielsetzung des Arbeitnehmers ab. Wer keinesfalls mehr in dieser Firma arbeiten möchte, ist gut beraten, eine Abfindung zu verhandeln. Dann muss man sich nur noch über die Höhe einig werden. Wenn ein Beschäftigter an seinem Arbeitsplatz festhalten will, ist die Kündigungsschutzklage die bessere Variante. Unwahrscheinlich ist dieser Weg nicht, etwa im öffentlichen Dienst.

Bei einer Kündigungsschutzklage geht es aus rechtlicher Sicht stets um die Fortführung des Arbeitsverhältnisses. Dabei wird geklärt, ob die Kündigung wirksam ausgesprochen wurde, also beispielsweise die vom Arbeitgeber angegebenen Gründe die Kündigung tragen. Bei einem Aufhebungsvertrag gibt es kaum ein Risiko: Der Arbeitgeber muss bezahlen, was vertraglich vereinbart wurde.

Wie hoch sind Abfindungen?

Arbeitnehmer können grundsätzlich alles verlangen. Da gibt es keine Grenzen. Die Frage ist nur, ob der Arbeitgeber das mitmacht, also dem zustimmt. Abfindungen sind frei verhandelbar. Zur Orientierung für beide Seiten gilt die Faustformel: ein halbes Bruttogehalt mal Beschäftigungsjahre. Wenn das Risiko im Falle einer Kündigungsschutzklage 50:50 verteilt ist, können Arbeitnehmer mindestens diese Regelabfindung verlangen.

In welchen Fällen mehr?

Wenn es um Personen mit besonderem Kündigungsschutz geht, wie Betriebsräte, Schwangere oder Schwerbehinderte, können diese durchaus für eine Abfindung oberhalb der Regelabfindung argumentieren. Oder wenn der Arbeitgeber eine Kündigung ausgesprochen hat und klar ist, dass diese aus juristischer Sicht unbegründet ist. In diesem Fall könnten Arbeitnehmer vor Gericht eine Abfindung über dem Regelsatz fordern – und würden sie wohl auch bekommen.

Gibt es Alternativen zur Abfindung?

Der Gesetzgeber begünstigt Abfindungen steuerlich. Das spricht schon sehr dafür, dass Abfindungen die offiziell empfohlene Lösung sind, um Arbeitsverhältnisse ohne gerichtliche Auseinandersetzung zu beenden. Es kann sich allerdings auch anbieten, dass Arbeitnehmer statt einer Abfindung eine Verlängerung der Kündigungsfrist verlangen, um etwa in ein neues Arbeitsverhältnis überzugehen oder in Rente. Auch das ist nicht selten. Ansonsten kann, wenn eine Abfindung keine Option für Arbeitnehmer ist, etwa über Boni-Ansprüche, Freistellungsphasen oder andere Ansprüche verhandelt werden.

Ist anwaltlicher Rat bei einem Abfindungsangebot immer ratsam?

Ja, um die angemessene Höhe einer Abfindung zu erhalten, weil Fachanwälte das Prozessrisiko einschätzen können. Wenn der Arbeitgeber das Prozessrisiko trägt, muss das bei der Abfindungshöhe berücksichtigt werden, weil der Arbeitnehmer sich sonst unter Wert verkaufen würde. Aus Arbeitgebersicht ist es genau andersherum: Es kann ja sein, dass es einen berechtigten Grund gibt, dem Arbeitnehmer zu kündigen. Dann würde der Arbeitnehmer leer ausgehen. Beim Abwägen ihrer Interessen sollten beide Parteien stets davon ausgehen, wie der Fall wahrscheinlich vor Gericht ausgehen würde. Das können üblicherweise nur Anwälte rechtssicher prüfen.


(nie)



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Nie wieder Funkloch: Satelliten-Telefonie für Autos kommt


Im Falle einer Panne oder eines Unfalls lässt sich Hilfe in vielen modernen Autos einfach über die integrierte Telefoniefunktion – etwa eCall – anfordern. Bislang ist dafür ein Mobilfunknetz erforderlich, was sich perspektivisch aber ändern soll. Denn auf dem MWC 2026 hat Harman eine Kooperation mit Viasat angekündigt. Diese ermöglicht Sprachtelefonie über Satellitenverbindungen, der Pannen- und Rettungsdienst ist so auch in Funklöchern erreichbar.

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Die Funktion baut auf der bereits 2024 vorgestellten Ready Connect Telematics Control Unit (TCU) mit Qualcomms Snapdragon Auto 5G Modem-RF Gen 2 auf. Das Modem unterstützt neben herkömmlichen Mobilfunkverbindungen und der direkten Kommunikation zwischen Fahrzeugen (V2V, Vehicle-to-Vehicle) sowie zwischen Fahrzeug und Infrastruktur (V2I, Vehicle-to-Infrastructure) auch den Datenaustausch mit Satelliten.



Die Telematics Control Unit enthält neben dem Modem für Mobilfunk- und Satellitenverbindungen auch die notwendigen Antennen.

Wahlfreiheit sollen die Fahrzeuginsassen nicht haben. Stattdessen entscheidet die Software in Abhängigkeit der Netzverfügbarkeit über die passende Verbindung. In diesem Zusammenhang spricht Harman explizit davon, dass die Satellitennetze lediglich eine Ergänzung darstellen sollen – und keinen vollständigen Ersatz. Zusätzliche Antennen sind nicht notwendig, für Satellitenverbindungen reichen die ohnehin in der TCU verbauten aus.

Als Ersatz kommt die neue Funktion aufgrund einer wichtigen Einschränkung auch nicht infrage. Denn Harman und Viasat setzen lediglich auf eine Schmalband-Verbindung (NB-NTN, Narrowband Non-Terrestrial Network) mit geringer Bandbreite. Konkrete Übertragungsraten nennen beide Unternehmen nicht. Sie sollen aber für Text- und Sprachnachrichten ausreichen. Die verwendeten Satelliten ermöglichen einen weltweiten Einsatz, sofern die staatlichen Regularien die entsprechenden Dienste erlauben. In den wichtigsten Zielmärkten wie Europa und Nordamerika ist dies laut Harman der Fall.

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Perspektivisch sollen auch Verbindungen mit höherem Bandbreitenbedarf möglich sein. Entsprechende Breitband-Dienste könnten der Fernzugriff auf Fahrzeugfunktionen, Diebstahlverfolgung und Ferndiagnose sein. Ebenso spricht Harman von Streaming-Diensten, die die Daten über eine Satellitenverbindung erhalten. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.


(pbe)



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Elektro-Kleintransporter Hudson eBuddy: Neuzugang für die Last-Mile-Logistik


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Einen elektrischen Kleinsttransporter zwischen Fiat Tris und Piaggio Porter hat ein österreichischer Importeur kürzlich ins Programm genommen. Der Hudson EV eBuddy aus Hongkong ist ein zweisitziger Transporter in der Leichtfahrzeugklasse L7e. Nach Europa holt ihn jetzt die Holvex Handels GmbH aus der Heinzl-Gruppe in Kammersdorf nahe Wien, die schon seit einigen Jahren die Elektromotorräder der Marke Horwin aus China nach Europa bringt. Sie stellt den eBuddy am 25. und 26. März 2026 auf dem Fuhrparkmanager-Event „Flotte! Der Branchentreff“ auf der Messe Düsseldorf vor.

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Shenxing Akku CATL

Shenxing Akku CATL

(Bild: 

Florian Pillau

)

Einen nachhaltig wachsenden Absatzmarkt für solche Fahrzeuge erhofft man sich in der sogenannten „Last-Mile-Logistik“, bei der innerhalb emissionsgeschützter Innenstadtbereiche ausgeliefert werden muss. Dort dürfen Fahrzeuge mit Verbrennungsantrieben wegen der Abgas- und Lärmbelastung nicht oder nur eingeschränkt eingesetzt werden, mit wachsender Tendenz sowohl bei Restriktionen als auch Fläche.

Dazu kommt, dass sich Innenstadt oft auch mit Altstadt übersetzt, mit den typischen Einschränkungen in Straßenbreite und -belastbarkeit. Hier sind Fahrzeuge mit einer geringen Grundfläche und einem kleinen Wendekreis im Vorteil, was im Übrigen der einzige Grund für Fiat ist, seinen Tris weiterhin mit einem einzelnen vorderen Rad auszustatten. Damit kann das Fahrzeug praktisch auf der Stelle wenden. Piaggio Porter und Hudson eBuddy bieten als Vierradkonstruktionen eine deutlich bessere fahrdynamische Sicherheit und dürfen auch schneller fahren. Um den Wendekreis dennoch so gering wie möglich zu halten, sind beide Hecktriebler.


Zwei Paletten und 850 Kilogramm Nutzlast transportiert der Hudson eBuddy als Pritschenwagen. (Bild:

Hudson

)

Der eBuddy misst 3820 mal 1480 mm und ist in seiner Version mit Cargobox noch unter zwei Meter hoch, was ihm unter anderem die Einfahrt in übliche Tiefgaragen und Parkhäuser ermöglicht. Außer in der Last-Mile-Logistik sieht der Importeur Anwendungen in Land- und Forstwirtschaft, auf dem Bau, als Kommunalfahrzeug und auf Industriegeländen. Als lokal emissionsfreies Fahrzeug kann er dauerhaft auch etwa in Gewächshäusern und Hallen eingesetzt werden.

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Im Aufbau hält sich der eBuddy an das im Automobilbau seit über 100 Jahren bewährte Konzept mit einem Leiterrahmen aus Stahlblechprofilen, einer hinteren Starrachse, die nur von Blattfedern geführt wird, und einer vorderen Aufhängung mit unteren Querlenkern. Der direkt an die Hinterachse geflanschte Elektromotor bietet 15 kW Dauer- und 30 kW Spitzenleistung und bis zu 110 Nm Drehmoment gewissermaßen aus dem Stand. Damit erreicht der Transporter 71 km/h Höchstgeschwindigkeit – mehr als ausreichend für den Stadtverkehr.

Der 15,4 kWh fassende Lithium-Eisenoxid-Akku (LFP), der in der Fahrzeugmitte zwischen den Rahmenlängsträgern hängt, soll bis zu 150 Kilometer Reichweite ermöglichen, die Ladezeit gibt der Anbieter mit rund acht Stunden an. Rekuperation beim Bremsen ist Serie, eine Schnellladeoption oder eine Akkukonditionierung werden – wie bei den Konkurrenzprodukten – nicht angeboten. Die LFP-Zellchemie mag zwar gerade bei Kälte nicht die höchsten Ladeleistungen bieten, dafür ist sie günstig, robust und sicher gegen thermisches Durchgehen. Das Arbeitspferd unter den Akkutechnologien ist damit eine konsequente Wahl für stark beanspruchte Nutzfahrzeuge.

Für die 3,82 Meter messende Version mit der 2 auf 1,4 Meter messenden Pritsche nennt Hudson ein Leergewicht von 850 Kilogramm und 1,7 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, also 850 Kilogramm Nutzlast. Die gleich lange Version mit einer geschlossenen Cargobox mit 2045 mm Länge, 1420 mm Breite und 1195 mm Höhe und einem Volumen von 3,47 Kubikmetern wiegt 910 kg, was die Zuladung auf 790 Kilogramm verringert. Beide Versionen sollen Platz für zwei Europaletten bieten. Die zweiflügelige Hecktür der Cargo-Variante lässt sich je Flügel um bis 270 Grad öffnen und außen an der Seitenwand arretieren.

Zur Serienausstattung zählen unter anderem Servolenkung, elektrischer Bremskraftverstärker, ABS, Klimaanlage, Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber und USB-Anschluss. Der Importeur gewährt zwei Jahre oder 50.000 Kilometer Garantie, auf den Akku fünf Jahre oder 150.000 Kilometer. Als Pritschenwagen kostet der Zweisitzer 14.900 Euro, mit Transportkiste statt Ladefläche auf dem Rahmen 1000 Euro mehr. Der österreichische Importeur nennt das ein „sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis“.

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