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Künstliche Intelligenz

Sicher durch den Stromausfall: Notlicht, Stromspeicher, Stromerzeuger & Co.


Heizen, kochen, Strom erzeugen und Fische im Aquarium am Leben halten – wer sich richtig vorbereitet, muss einen Stromausfall nicht fürchten. Wir zeigen, welche Tools und Hilfsmittel es gibt und was sie kosten.

Solche Checklisten werden aktuell von Städten und Gemeinden verteilt.

Die durchschnittliche Ausfallzeit in Deutschland lag je angeschlossenem Verbraucher im Jahr 2020 bei gerade einmal 10,73 Minuten (Quelle: Bundesnetzagentur). Das ist der niedrigste Wert seit Erhebung der Zahlen im Jahr 2006, als die durchschnittliche Ausfallzeit noch bei über 21 Minuten lag. Da es sich hier allerdings um Durchschnittswerte handelt, kann es lokal durchaus zu längeren Ausfällen kommen.

Bei einem normalen Stromausfall helfen USVs (Universelle Stromversorgung, englisch UPS für Universal Power Supply oder kurz Notstromversorgung). Die gibt es etwa kompakt und praktisch in der Form einer Steckdosenleiste mit integriertem Notfall-Akku (Top 5: Die besten Steckdosen-USVs) zu Preisen von unter 100 Euro. Wer sich damit ausstattet, verhindert Datenverlust durch Computer-Abstürze und hält wichtige Technik zu Hause – etwa WLAN oder Telefon – auch bei Stromausfall am Leben. Die Puffer reichen je nach Stromaufnahme für einige Minuten und können kleine Verbraucher wie eine Aquariumpumpe auch länger überbrücken.

Wer auf dem Land wohnt, hat mehrstündige Ausfälle sicherlich schon miterlebt. Aber auch in Städten kann es vorkommen, dass der Ausfall länger dauert. Neben dem Stromausfall im Januar 2026 waren 2019 in Berlin schon einmal rund 31.500 Haushalte und 2000 Gewerbeeinheiten für knapp 31 Stunden ohne Strom. In solchen Fällen reicht eine einfache USV nicht mehr; wie man gegebenenfalls auch mehrere Tage ohne Stromversorgung sicher überbrückt, zeigen wir im Folgenden.

Notfallausstattung

Wer sich ins Thema Notfallausstattung einarbeitet, findet zunächst Tipps wie die Bevorratung von Wasser und Nahrungsmitteln. Dies klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Die angegebenen Mengen sind derart groß, dass es hier in vielen Haushalten schlicht zu Lager- und Budgetproblemen kommen dürfte. Beim Kauf muss immer bedacht werden, wie solche Lebensmittel gelagert und zubereitet werden können – auch ohne Strom. Da Nahrungsmittel ein Verfallsdatum besitzen und nur bei lang anhaltenden und großflächigen Stromausfällen wichtig sind, sollte jeder für sich entscheiden, in welcher Menge Lebensmittel und Wasser bevorratet werden können. Empfohlen wird eine Menge für etwa 10 Tage. Auch für Haustiere sollte man Vorräte für 10 Tage anschaffen.

Unser Tipp: keine Experimente! Seltsam anmutendes Dosenfleisch oder teure Survival-Nahrung würden wir aktuell nicht kaufen; eine Katastrophe steht nicht unmittelbar bevor. Es ist sinnvoller, beim nächsten Wocheneinkauf einfach etwas mehr Nudeln, Fertigsaucen, Konserven und Ähnliches zu kaufen – immer mit Blick auf ein möglichst langes Verfallsdatum! Ein paar Liter Mineralwasser, Teebeutel und Instant-Suppen sollte man auch immer im Haushalt haben.

Welche Notbeleuchtung funktioniert bei einem Stromausfall?

Deutlich sinnvoller als Survival-Nahrung erscheinen uns die Empfehlungen zum Kauf von Kerzen und Streichhölzern, da selbst ein kurzer Stromausfall bei Dunkelheit schnell zum Spießrutenlauf werden kann, wenn keine andere Lichtquelle wie Taschenlampe oder Smartphone greifbar ist. Im Jahr 2026 würden wir allerdings eher zur LED-Taschenlampe als zur Kerze greifen. Das ist sicherer, die Lichtausbeute ist deutlich größer und die Preise für brauchbare Lampen beginnen bei unter 10 Euro. Im Ratgeber: Günstige Taschenlampen: Ab 5 € okay, ab 20 € brutal hell, wasserdicht & mit Akku zeigen wir, worauf man beim Kauf von Taschenlampen achten sollte.

Eine praktische Alternative zur klassischen Taschenlampe sind spezielle Notfalllampen, die dauerhaft geladen werden und bei Bedarf sofort einsatzbereit sind. Praxis-Tipp: Wir nutzen eine Leuchte von Amazon für 24 Euro. Dieses hängt am Kellerabgang und erhellt die Treppe dank Bewegungssensor im Vorbeigehen. Bei Stromausfall aktiviert sich die LED automatisch und kann zusätzlich mobil als Taschenlampe eingesetzt werden. Mehr dazu in unserer Bestenliste Top 5: Das beste Notlicht für die Steckdose mit Akku im Test.

Es ist letztlich egal, ob Notlampe, Taschenlampe oder Mini-LED eingesetzt werden, Hauptsache ist, es gibt eine einsatzbereite Lichtquelle.

Trotz des allgegenwärtigen Smartphones sollte man für Notfälle auch immer noch ein Radio im Haushalt haben, um sich beim Ausfall des Mobilfunknetzes über Stromausfall und Ähnliches informieren zu können. Notfallradios mit integriertem Akku, Solarzelle und/oder Kurbelantrieb gibt es schon ab knapp 10 Euro. Unser privates AM/FM-Radio von Tendak für 36 Euro dient zusätzlich als Powerbank und helle Notlampe. Wir haben verschiedene Geräte getestet und zeigen unsere Favoriten im Artikel Das beste Kurbelradio im Test – Rundfunkempfang bei Stromausfall.

Diese Notfallradio lädt per Handkurbel oder Solarzelle. Neben FM/AM-Radio, Uhr und Wecker sind auch Powerbank und LED-Lampe integriert.

Wer generell kein Smartphone nutzt, sollte zudem über die Anschaffung eines günstigen Handys für Notfälle nachdenken. Geeignete Geräte zeigt unsere Bestenliste Die 5 kleinsten Handys für Reise, Notfall & Co: ab 19 Euro. Wer auch bei großflächigen Ausfällen kommunizieren möchte, sollte einen Blick in den Ratgeber Kommunikation & SOS im Notfall per Funk oder Satellit werfen – allerdings: Nur das Kaufen eines Funkgeräts nützt wenig. Man braucht auch Vereinbarungen mit Nachbarn oder Freunden, die dem gleichen Plan folgen und bei Stromausfall auch zuhören, wenn es etwas gibt.

Notstrom

Dank Smartphone haben wir mittlerweile alle immer Taschenlampe, Telefon und Internet greifbar in der Hosentasche. Umso wichtiger ist es, dass dieses und andere Gadgets im Bedarfsfall geladen und einsatzbereit sind. Wirklich wichtig ist eine Notstromversorgung aber etwa bei der Nutzung von medizinischem Gerät. Dieses ist zwar in der Regel mit kleineren Akkus ausgestattet, wirklich lange halten sie aber nicht durch. Um technische Geräte auch während eines längeren Stromausfalles benutzen und laden zu können, gibt es verschiedene Lösungen.

Powerstations sind größer und teurer als Powerbanks, bieten aber deutlich mehr Leistung und haben eine riesige Kapazität.

Mehr Leistung, aber vor allem erheblich mehr Kapazität und Anschlussmöglichkeiten bieten die teureren Powerstations (Bestenliste). Zwar kosten besonders starke Geräte mit hoher Kapazität schnell über 1000 Euro, wer sich bei Leistung oder Kapazität einschränkt, bekommt aber schon für deutlich weniger Geld ordentliche Modelle. In Verbindung mit einem mobilen Photovoltaik-Modul (Bestenliste) ab mindestens 100 Watt wird aus dem Stromspeicher dann ein Solargenerator, mit dem eine autarke Stromversorgung über längere Zeiträume möglich ist – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. So ist aber zumindest das Nachladen des Stromspeichers ohne Netzversorgung überhaupt möglich.

Für die tägliche Nutzung sollte das Modell möglichst langlebig sein. Hier hilft ein Blick auf die installierten Akkus. Moderne LiFePO4-Akkus halten bis zu sechsmal länger (nach 3000 bis 3500 Ladezyklen noch etwa 80 Prozent Restkapazität), weshalb sich der geringe Aufpreis lohnt.

Günstige und alltagstaugliche Modelle wie die Allpowers R600 mit vier USB-Ladeports, drei 12-V-Anschlüssen und zwei 230-V-Schukosteckdosen gibt es in Aktionen ab unter 150 Euro. In der Regel musste man bisher deutlich tiefer in die Tasche greifen. Ab etwa 300 Euro startet die gehobene Klasse von namhaften Herstellern mit integriertem Solargenerator und ordentlicher Leistung und Kapazität. Diese Powerstations lassen sich nicht nur per Netzteil befüllen, sondern können alternativ per Solarpanel geladen werden. Premium-Powerstations leisten gar bis über 3000 Watt und haben Kapazitäten von mehreren kWh. Die Preise hier liegen dann aber bei mehreren tausend Euro, wie der Blick auf unsere Top 10: Die besten Solargeneratoren zeigt. Was die großen Premium-Geräte in der Praxis leisten und wie weit man damit im Alltag kommt, zeigt unser Ratgeber: Immun gegen Stromausfall? Das leisten große Powerstations mit Photovoltaik.

Günstiger, wenn auch nicht mobil, sind sogenannte Solarinseln (Ratgeber), welche aus Solarpanel, Akku und Laderegler bestehen. Varianten mit schwachem Panel und kleinem Akku gibt es ab 110 Euro. Zwar sind diese günstigen Kits in der Regel nicht für hohe Leistungen geeignet, die Versorgung von Notebook, Smartphone oder Lampen funktioniert aber problemlos. Leistungsstärkere Sets sind deutlich teurer.

Eine Insellösung: Oben ist das Solarpaneel zu erkennen. Darunter befinden sich (v.l.n.r) der Blei-Akku, der Laderegler und der Spannungswandler.

Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotor sind zwar auf Baustellen unabdingbar, für Privathaushalte sind sie aber nicht die beste Lösung. Die Geräte machen viel Lärm, produzieren Abgase und benötigen Brennstoff. Außerdem brauchen starke Aggregate einiges an Platz und sind so bestenfalls für Hausbesitzer geeignet. Mit einem Preis von etwa 155 Euro und einer Leistung von 1000 Watt gehört der Benzingenerator von Einhell zu den günstigsten Geräten seiner Klasse. Günstige Generatoren mit einer Leistung ab 3000 Watt gibt es aktuell ab etwa 350 Euro.

Kleine Benzingeneratoren, sogenannte Inverter, sind zwar noch verhältnismäßig leise (60 dB), sie bieten allerdings nicht mehr Leistung als die lautlosen und abgasfreien Powerstations (Bestenliste).

Ein mobiler Stromgenerator mit Benzinmotor (links) neben zwei Powerstations mit gleicher Leistung.

Eine zunächst denkbare Alternative zur Solarstromversorgung sind kleine Windmühlengeneratoren. Diese Mini-Windkraftwerke für den Garten kosten je nach Leistung zwischen 300 und über 1000 Euro. Stromspeicher und Wandler müssen hier allerdings noch zugekauft werden. Überdies lohnt sich die Installation nur in extrem windigen Regionen, etwa an der Küste, und am besten deutlich höher als auf Bodenniveau.

Kühlen

Bei anhaltenden Stromausfällen sollte man Kühlschrank und Kühltruhe nur im Bedarfsfall und nur für wenige Sekunden öffnen, da sich die Temperatur so für bis zu mehr als 12 Stunden hält. Falls die Kühlung länger ausfällt, sind dann nicht nur Rinderfilet oder Tiefkühlspinat, sondern auch etwa temperaturempfindliche Medikamente in Gefahr.

Zwar ist theoretisch auch der Betrieb herkömmlicher Kühlschränke an der Powerstation möglich, die sind allerdings meistens derart stromhungrig, dass selbst große Energiespeicher nach wenigen Stunden leer sind. Anders sieht es mit den besonders sparsamen Kühlschränken mit der neuen Energieeffizienzklasse A aus. Die im Preisvergleich aufgeführten Modelle könnte man mit ausreichend starken Powerstations theoretisch für 10 bis 14 Tage mit Strom versorgen.

Mit aktiver Kühlung halten Lebensmittel und Medikamente deutlich länger.

Kochen und Trinken

Es muss schon viel passieren, dass bei uns Lebensmittel und Trinkwasser knapp werden. Letztlich ist dieses Szenario weniger für Stromausfälle als etwa die viel zitierte Zombieapokalypse geeignet. Trotzdem möchten wir hier einige Möglichkeiten aufzeigen, die auch bei kleineren Notfällen sinnvoll sein können – etwa, um Babynahrung zu erwärmen.

Da wären etwa kleine Gaskocher, wie sie auch beim Campen benutzt werden. Die sind aus unserer Sicht die beste und günstigste Lösung, Lebensmittel zuzubereiten oder Wasser abzukochen. Solche einflammigen Kocher gibt es bereits ab unter 20 Euro. Sets mit Kocher und mehreren Gaskartuschen gibt es ab unter 30 Euro. Für etwa 50 bis 70 Euro gibt es dann auch doppelflammige Kocher. Wer statt auf Kartuschen lieber auf die große Gasflasche aus Campingwagen oder vom Gasgrill setzen will, der muss auf einen entsprechenden Anschluss achten.

Wer zusammen mit Stromspeicher/Generator klassische Küchengeräte zum Kochen einsetzen will, muss ganz genau auf die technischen Spezifikationen achten. Selbst Benzingeneratoren bieten häufig eine maximale Dauerlast von 1000 Watt, was für Wasserkocher, Kochplatte oder Minibackofen in der Regel zu wenig ist.

Selbst Powerstations und Stromgeneratoren über 500 Euro liefern in der Regel zu wenig Leistung für etwa Wasserkocher oder Elektrogrill. Hier müssen es Premium-Geräte wie die Ecoflow Delta Pro sein.

Eine weitere theoretische Möglichkeit sind Solarofen und -Kocher. Die kosten in der Regel allerdings gleich mehrere hundert Euro oder sind zu klein und hierzulande wenig effizient. Im Gegensatz zum Gaskocher ist diese Lösung auch nur bei wirklich viel Sonnenschein nutzbar. Mobile Solarkocher fürs Camping sind hierzulande bestenfalls eine Notlösung.

Das kompakt faltbare Modell Solar Cooker von Solar Brother etwa kostet knapp 90 Euro und kommt zusammen mit einem Rezeptbuch und einer Tasche zum Kunden. Die Temperatur im Kochbereich liegt allerdings bei maximal 150 Grad Celsius. Da für die höchstmögliche Ausbeute aber schon ordentlich viel Sonnenschein benötigt wird, ist dieses Modell wohl eher zum Erwärmen als zum Kochen geeignet. Der etwa 250 Euro teure Parabolspiegelkocher mit bis zu 1800 Watt sorgt hingegen für Temperaturen zwischen 700 und 1000 Grad. Dies gilt zwar nur für einen winzigen Brennpunkt, aber zum Wasserkochen ist dieses Modell wohl auch bei mäßigem Sonnenschein geeignet.

Falls tatsächlich die Trinkwasserversorgung ausfällt oder beeinträchtigt ist, hilft das Abkochen von Wasser, um Keime und Bakterien abzutöten. Das klappt am günstigsten mit dem genannten Gaskocher. Wer fürchtet, dass dazu im Falle einer Zombieapokalypse keine Zeit bleibt, der kann auch auf mobile Wasserfilter setzen. Diese sind eigentlich für Expeditionen und Camping gedacht, können im Notfall aber auch zu Hause hilfreich sein. Abhängig von der maximalen Filtermenge sind solche Reinwasserfilter ab etwa 20 Euro erhältlich. Wir nutzen privat einen größeren Keramikfilter mit Pumpe und Stromversorgung per Akku für rund 40 Euro. Dessen wechselbare Filterkartusche hält für rund drei Monate oder über 700 Liter gefiltertes Wasser.

Heizen

Ein längerer Ausfall der Heizungsanlage wäre zumindest außerhalb der Sommermonate unangenehm. Im Normalfall helfen hier Decken und mehrere Kleidungsschichten, um sich selbst warmzuhalten und so einige kalte Stunden oder gar Tage zu überdauern. Auch die Verwendung von Kerzen führt zu einer Erhöhung der Raumtemperatur, geht aber zulasten der Luftqualität. Außerdem müssten dafür eine große Menge Kerzen angezündet werden, was sogar gefährlich werden kann. Der Gasheizpilz für die Terrasse ist für innen völlig ungeeignet und gefährlich.

Wer auch Innenräume unabhängig von Zentralheizung, Schwedenofen oder Kamin heizen will, braucht etwa einen Petroleumofen. Diese kleinen Öfen gibt es ab etwa 90 Euro – allerdings sollte auch diese Notheizung nur in gelüfteten Räumen benutzt werden. Die kompakten Öfen liefern in der Regel eine Heizleistung zwischen 2 und 4 kW bei einem Verbrauch von etwa einem Viertelliter Petroleum pro Stunde. Das ist für Räume von etwa 20 bis 25 qm ausreichend.

Wer solch einen Ofen einsetzt, sollte dies immer nur in Kombination mit einem CO₂-Detektor tun, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen. Die kleinen Messgeräte gibt es ab etwa 20 Euro.

Die wichtigsten Fragen beim Stromausfall

Auch wenn wir bereits einige Tipps geben konnten, haben wir uns zusätzlich die am häufigsten gesuchten Fragen rund um das Thema Stromausfall angesehen und diese beantwortet.

  • Wann ist ein Stromausfall ein Blackout?

Einen Stromausfall bezeichnet man als Blackout, wenn er großflächig ist (mehrere Regionen/Länder), länger andauernd (Stunden bis Tage) und unkontrolliert auftritt, weil das Stromnetz überlastet ist und zusammenbricht. Das hat dann weitreichende Folgen für Infrastruktur und Alltag, im Gegensatz zu kurzen, lokalen Ausfällen. Ein Blackout führt oft auch zum Ausfall von Kommunikationsmitteln (Internet, Mobilfunk) und kritischer Infrastruktur wie Krankenhäusern, Banken und Wasserversorgung.

  • Was sind die ersten Schritte bei einem Stromausfall?

Zuerst die eigenen Sicherungen prüfen, um ein Problem im eigenen Stromnetz auszuschließen und dann die Umgebung checken. Ist der Strom offensichtlich nur in der eigenen Behausung weg, liegt die Ursache wahrscheinlich in der Wohnung/dem Haus. Handelt es sich um einen Stromausfall, kann man den Netzbetreiber kontaktieren oder einen Störungsmelder nutzen. Erfahrungsgemäß ist die Nutzung eines Online-Störungsmelders einfacher.

  • Wo anrufen bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall ruft man auf keinen Fall die Notrufnummern an, sondern meldet den Ausfall direkt beim lokalen Stromnetzbetreiber (nicht dem Stromlieferanten!), da dieser für die Stromversorgung und Reparaturen zuständig ist. Erfahrungsgemäß tun dies aber viele Betroffene, weshalb man sich das in der Praxis meist sparen kann.

  • Wie lange dauert der Stromausfall noch?

Die wahrscheinlich dringendste Frage bei einem akuten Stromausfall lautet: Wann ist er endlich wieder vorbei? Zwar ist es möglich beim Netzbetreiber nachzufragen, allerdings dürften dessen Serviceleitungen bei einem akuten und größeren Ausfall überlastet sein.

Im Schnitt dauern Stromausfälle weniger als eine Viertelstunde, also sollte man zunächst abwarten. Auch bei der Störungsauskunft sind oft Informationen zur voraussichtlichen Länge des Ausfalls hinterlegt – zumindest, wenn dieser länger als ein paar Minuten anhält.

  • Funktioniert das Telefon bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall funktioniert ein analoger Festnetzanschluss mit einem einfachen Schnurtelefon oft noch für eine Weile, da es Strom direkt aus der Leitung bezieht und die Vermittlungsstellen Notstrom haben. Internet-basiertes Festnetz (VoIP) (wie bei vielen DSL-Paketen) fällt allerdings mit dem Router aus; Handys funktionieren nur, solange der Akku hält und die Mobilfunkmasten Notstrom haben. Für längerfristige Sicherung der Kommunikation benötigt man bei VoIP eine eigene USV (Bestenliste: Unterbrechungsfreie Stromversorgung) für Router und DECT-Basisstation.

  • Wie rufe ich einen Notruf bei Stromausfall?

In der Regel sind die Notrufe auch beim Stromausfall per Smartphone oder Handy erreichbar – allerdings kann es bei großflächigen Ereignissen auch zum Ausfall von Funkmasten kommen, was die mobile Kommunikation dann generell einschränkt.

  • Welche Geräte sollte man bei Stromausfall ausschalten?

Bei einem Stromausfall sollten Betroffene theoretisch alle größeren elektrischen Geräte wie Herd, Backofen, Fernseher, Computer und Küchengeräte ausschalten oder vom Netz trennen, um sie vor Schäden durch Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten zu schützen und eine Überlastung zu vermeiden. In der Regel kommen Schäden zwar nur selten vor, bei teuren Geräten lohnt sich hier ansonsten der Einsatz einer Mehrfachsteckdose mit Überspannungsschutz.

  • Was passiert mit der Wärmepumpe bei Stromausfall?

Bei einem Stromausfall schaltet die Wärmepumpe ab. Bei anhaltendem Frost besteht hier die Gefahr, dass das Wasser im Heizkreislauf gefriert und Leitungen oder den Wärmetauscher beschädigt, was zu teuren Frostschäden führen kann, insbesondere bei Monoblock-Geräten. Maßnahmen wie eine gute Dämmung, ein Batteriespeicher oder ein Generator können das Risiko minimieren, wobei eine Explosion als unwahrscheinlich gilt. Totalschäden durch Eisbildung sind aber durchaus möglich und kostenintensiv. Hier sollte man sich dringend im Vorfeld beim Fachmann über die individuellen Möglichkeiten informieren.

Eine gute Isolierung des Heizsystems reduziert das Risiko. Moderne Wärmepumpen ermöglichen außerdem oft einen Notbetrieb oder haben integrierte Schutzfunktionen. Wer rechtzeitig plant, kann seine Wärmepumpe auch mit dem eigenen Batteriespeicher der PV-Anlage versorgen und sie zumindest in Intervallen starten und so vor Schäden schützen. Möglich wäre auch eine Notversorgung per Stromgenerator. Der muss allerdings ausreichend Leistung haben, um den Anlaufstrom zu bewältigen, idealerweise 30 % mehr als die Pumpe.

  • Wie öffnet man elektrische Rollläden bei Stromausfall?

So praktisch motorisierte Rollläden sein mögen, beim Stromausfall können sie ein Problem sein. Um elektrische Rollläden bei Stromausfall zu öffnen, benötigt man spezielle Notbediensysteme wie eine Nothandkurbel oder eine integrierte Gurtentriegelung, die den Motor vom Rollladen abkoppeln, sodass ein manuelles Hochziehen des Rollladens möglich ist. Einige moderne Systeme haben zudem einen integrierten Notfall-Akku integriert, der eine Öffnung auch beim Stromausfall ermöglicht.

  • Welcher Campingkocher bei Stromausfall?

Letztlich eignet sich jeder Campingkocher auch zum Kochen bei Stromausfall. Allerdings ist bei der Nutzung in Innenräumen unbedingt auf eine ausreichende Lüftung und eine gute Frischluftversorgung zu achten. Heizpilze und Ähnliches haben in Innenräumen grundsätzlich nichts verloren!

  • Wie lange hält eine USV bei einem Stromausfall?

Hier kommt es auf die Kapazität des integrierten Akkus und das oder die zu versorgende(n) Geräte an. In der Regel sind insbesondere günstige weniger für eine langfristige Versorgung gedacht, sondern als Schutzfunktion für sensible Geräte und Daten. So funktionieren die meisten USVs zwar ausreichend lange, um etwa Daten zu sichern und den PC herunterzufahren, für eine langfristige Versorgung fehlt es hier aber an Kapazität. Wer Geräte auch länger beim Stromausfall nutzen will, sollte sich eine Powerstations (Bestenliste) mit integrierter USV-Funktion und Speicherkapazitäten von teils mehreren Kilowattstunden zulegen.

Fazit

Stromausfälle sind selten und dauern zudem nicht lange an – zumindest in der Regel. Große Sorgen muss man sich aus unserer Sicht nicht machen. Sollte es tatsächlich zu einem Ausfall des Stromnetzes kommen, braucht man weder Feuerstarter noch Solarkocher, um über die Runden zu kommen. Andere Anschaffungen sind hingegen sinnvoll.

Ebenfalls sinnvoll ist eine Notstromversorgung für etwa Smartphone und medizinisches Gerät. Im einfachsten Fall helfen hier schon günstige Powerbanks weiter. Wer neben USB-Gadgets auch stärkere 230-Volt-Verbraucher anschließen will, greift am besten zu einer Powerstation (Bestenliste), welche notfalls auch per Solar geladen werden kann.

Geht es um die Sicherheit vom Smart Home, Computer oder Daten beim Stromausfall, empfehlen wir die Anschaffung einer USV. Mehr dazu in der Bestenliste Top 5: Die besten Steckdosen-USVs.



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Amazons EU-Cloud: Abgekoppelter Betrieb nicht noch vom BSI getestet


Ein wenig wirkt es so, als hätte Amazons Clouddienstleister AWS sich beim Konzept seiner “European Sovereign Cloud” (ESC) von seinen Kunden treiben lassen: AWS habe von vornherein seinen Kunden versprochen, dass Daten nicht in andere Regionen verschoben würden und sich stets daran gehalten, sagt AWS-CEO Matt Garman am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen EU-Cloud in Potsdam. Niemand würde Zugriff auf die Workloads haben, betont Garman. Die Kunden wollten die Cloudnutzung. Sie sähen sich aber mit regulatorischen Anforderungen konfrontiert – und sie wollten keine verwässerte Version der Amazon-Clouddienstleistung haben.

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Vielfach betonen AWS-Vertreter an diesem Donnerstag im Hasso-Plattner-Institut in Potsdam-Griebnitzsee, dass es schon immer um Sicherheit gegangen sei – um technologische wie organisatorische Sicherheit, dass wirklich niemand auf Daten Zugriff habe oder abschalten könne. Als Testimonial für die Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit der bisherigen AWS-Angebote hat Garman ein Video des bisherigen ukrainischen Digitalministers Mychajlo Fedorow mitgebracht, der gerade erst zum Verteidigungsminister ernannt wurde. Der lobt Amazons Web Services, einen Dienst, der der Ukraine nach dem Großangriff Russlands vor fast vier Jahren eine digitale Zuflucht für Regierungsdaten bot.

Die Daten seien komplett in Europa geblieben, sagt Garman. Die Botschaft: AWS ist sicher – und die neue European Sovereign Cloud ist aber noch sicherer, für solche Kunden, denen das Sicherheitsversprechen allein nicht ausreicht.

Die ESC soll vollständig separat laufen können. Ein wichtiger Meilenstein sei mit dem offiziellen Start der Sovereign Cloud erreicht worden, sagt Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am Nachmittag in Potsdam. Die technisch-organisatorischen Maßnahmen, wie jene, die AWS bei seiner Europäischen Cloud eingeführt habe. Die wolle sie bei jedem Unternehmen sehen, mit dem das BSI zusammenarbeitet. Bei Google, Microsoft, Delos und anderen werden sie sehr genau zugehört haben und prüfen, ob sie damit mitgemeint sein könnten.

Und auch AWS hat mit der ESC noch den eigentlichen Lackmustest vor sich, wie Plattner sagt. Denn die European Sovereign Cloud soll auch dann noch funktionieren, wenn alle Verbindungen in die USA gekappt werden. „Wir müssen das jetzt testen“, sagt die BSI-Präsidentin. Anders gesagt: Bislang hat das nicht stattgefunden, auch wenn seit etwa sechs Wochen die ersten Kunden auf der Plattform aktiv sind.

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Dass AWS leistungsfähig ist, daran gibt es wenig Zweifel. Dass die Amazontochter US-Recht unterliegt, daran ebensowenig. Und AWS verdient bislang gut an europäischen Kunden, das Geschäft könnte sogar noch besser laufen. Denn Potenzial für mehr Cloudnutzung sehen viele in der EU, auch AWS. Aber die regulatorischen Anforderungen sind stärker geworden und dürften absehbar noch einmal weiter anziehen.

Dass das insbesondere für kritische Infrastrukturen, Finanzdienstleister, Energiefirmen und Regierungsorganisationen gilt, ist offenkundig. Die müssen die verschärften Bedingungen von DORA, NIS2, C5 und anderen Vorgaben einhalten – unter widrigen, geopolitischen Bedingungen. Ein Problem, das nicht nur, aber gerade Amazon betrifft.

Zugleich sollen die Kunden die Services weiter nutzen können, die sie gerne nutzen wollen. 90 der 240 Dienste, die in AWS laufen, sind zum Start in der Parental Zone Brandenburg verfügbar. Die soll bald um eine niederländische, eine belgische und eine portugiesische Tochterzone ergänzt werden – sprich: Rechenzentrumsverbünde, die sich geografisch an unterschiedlichen Orten befinden und alle dem ESC-Regime statt dem normalen AWS-Betrieb unterliegen, wo noch einmal stärker auf eine Verschlüsselung und Nichtlesbarkeit von Metadaten wie Nutzern, Rollen und Zugriffsrechten Wert gelegt wird.

„Kundendaten sind radioaktiv, wir wollen nicht in ihrer Nähe sein“, erläutert Colm MacCarthaigh die Herangehensweise, die schon immer gegolten habe. Und in die neue Struktur sei, nachdem man mit AWS Nitro und vielen anderen Maßnahmen bereits viele wichtige Schritte gegangen sei, ein umfangreicher Erfahrungsschatz eingeflossen.

Ein Spagat für die Firmenvertreter: Sie müssen das neue ESC anpreisen – aber ohne das normale AWS schlechtzumachen. AWS ESC könnte dabei die gesamte Bandbreite an Vorwissen ausspielen. Denn viele Kunden sehen sich vor allem in der Pflicht, nachweisen zu können, dass sie sich an die für sie geltenden Regeln gehalten haben.

Sarah Duffer erklärt in Potsdam, welche Rolle das „European Sovereign Reference Framework“ dafür spiele: die formale Beschreibung der Konzepte, mit denen AWS ESC die Unabhängigkeit sicherstelle. Solche Kriterien mitsamt Dokumentation sind für viele Nutzer relevant, wenn es um Haftungsfragen geht. Es gehe um die Überprüfbarkeit durch unabhängige Dritte, sagt Duffer, Director Security Assurance in der Zentrale. Im Hinblick auf Compliance sieht man sich gut aufgestellt.

Dass das nicht das Ende der Entwicklung sein wird, zeichnet sich jetzt bereits ab. Für viele Kunden, die bislang zweifelten, könnten die EU-AWS-Möglichkeiten allerdings ein willkommener Schritt sein. Und angesichts des politischen Klimas in den USA könnten auch bisherige Standard-AWS-Nutzer aus den USA überlegen, ob das für sie eine Alternative sein könnte. Finanziell jedenfalls ist die Nutzung der ESC laut den Modellrechnungen bei der Vorstellung noch etwas unterhalb der Standardpreise angesiedelt. Wie lang das so bleibt, ist abzuwarten.


(axk)



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Iran: Totale Internetblockade jetzt seit einer Woche, Berichte über viele Tote


Die totale Internetblockade im Iran dauert jetzt mehr als eine Woche und hat damit die bisher längste landesweite Internetsperrung aus dem Jahr 2019 übertroffen. Darauf hat Netblocks hingewiesen und zudem in Erinnerung gerufen, dass die ganze Brutalität bei der Niederschlagung der damaligen Proteste erst öffentlich wurde, als das Internet wieder verfügbar war. Zu befürchten ist, dass es dieses Mal erneut so ist, auch wenn Menschenrechtsorganisationen bereits jetzt von tausenden Toten sprechen. Netblocks weist noch darauf hin, dass es bislang keinerlei teilweise oder regionale Aufhebung der Internetsperre gibt; seit mehr als einer Woche können die Menschen im Iran deshalb fast keinen Kontakt zur Außenwelt herstellen.

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Vorigen Donnerstag hat das Regime in Teheran begonnen, das Internet im ganzen Land zu blockieren. Das war eine Reaktion auf tagelange Proteste, die an Intensität zugenommen hatten. Netblocks hatte damals darauf hingewiesen, dass der digitale Blackout dazu genutzt werden könnte, um noch härter gegen die Demonstrationen vorzugehen. Genau das ist dann offenbar auch eingetreten: Am Wochenende drangen immer mehr Videos und Bilder aus dem Land, die zahlreiche Tote zeigten. Möglich war das offenbar dank Starlink, das Satelliteninternet von SpaceX wird im Iran wohl von Zehntausenden genutzt. Später ist es dem Regime aber augenscheinlich gelungen, auch Starlink-Verbindungen zu blockieren. Seitdem gibt es noch weniger Informationen aus dem Land.

Hintergrund des harten Vorgehens ist offenbar die Sorge vor einer Revolution. Das ist das Ergebnis einer Analyse von US-Think-Tanks, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. „Das iranische Regime betrachtet die Proteste als eine Vorstufe zur Revolution, die es vollständig und unverzüglich niederschlagen muss“, schreiben das Institute for the Study of War (ISW) und das American Enterprise Institute. Gleichzeitig ist es dem Regime aber offenbar gelungen, ein Eingreifen des US-Militärs zu verhindern. Dafür hat Irans Außenminister versichert, dass es infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen geben wird. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor für diesen Fall mit einer entschiedenen Reaktion gedroht.

In Deutschland haben angesichts der Vorgänge im Iran zahlreiche Prominente, Politiker und Politikerinnen sowie Organisationen eine politische, wirtschaftliche und diplomatische Isolation der Islamischen Republik gefordert, berichtet die dpa. In einer Petition fordern sie die unverzügliche Ausweisung des iranischen Botschafters aus Deutschland und den Rückruf des deutschen Botschafters aus Teheran, sowie ein sofortiges Betätigungsverbot der Revolutionsgarden in Deutschland. Weiterhin müssten politische Gespräche mit demokratischen, säkularen iranischen Menschenrechtsorganisationen und Oppositionellen aufgenommen werden. Eine diesbezügliche Petition soll am Freitag veröffentlicht werden.


(mho)



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Vorsicht, Kunde: Fitnessstudio-Vertrag vorzeitig kündigen


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Zum Jahresbeginn werben viele Fitnessstudios aggressiv um neue Mitglieder. Doch wer vorschnell unterschreibt, bindet sich oft langfristig, wenn im Kleingedruckten lange Laufzeiten und Klauseln zur automatischen Verlängerung stehen.

Bei der Kündigung drohen weitere Fallstricke, speziell wenn man für jemand anderen kündigen möchte. Wir klären, wie man Verträge korrekt beendet und auf unberechtigte Forderungen reagieren sollte.

Verträge mit einer anfänglichen Laufzeit von bis zu 24 Monaten sind rechtlich zulässig. Wird die Kündigungsfrist versäumt, kann sich der Vertrag automatisch um bis zu zwölf weitere Monate verlängern. Dies unterscheidet sich von Regelungen in anderen Bereichen, wie beispielsweise bei Mobilfunkverträgen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entsprechende Klauseln in der Vergangenheit bestätigt. Verbraucherschützer raten daher dringend, die Laufzeiten im Blick zu behalten.

Um nicht in die Verlängerungsfalle zu tappen, empfiehlt es sich, direkt bei Vertragsabschluss eine Erinnerung für den letztmöglichen Kündigungstermin im Kalender zu notieren. Noch sicherer ist die sofortige Kündigung unmittelbar nach Vertragsunterzeichnung. Diese wird dann erst zum Ende der vereinbarten Laufzeit wirksam, man kann sie aber nicht mehr vergessen.

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Rechtlich handelt es sich bei einer Kündigung um eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung: Die Kunden müssen im Streitfall beweisen können, dass ihre Kündigung dem Unternehmen zugegangen ist.

Eine bestimmte Form dafür ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, kann aber im Vertrag selbst geregelt sein. Steht dort nichts anderes, kann die Kündigung per E-Mail, Post oder sogar mündlich erfolgen. Für den Nachweis eignet sich E-Mail besonders gut: Das dokumentiert im „Gesendet“-Ordner den Versandzeitpunkt und eine Bounce-Mail weist darauf hin, falls die Nachricht nicht angekommen ist. Ein Einschreiben mit Rückschein ist zwar rechtssicher, im c’t-Podcast rät Rechtsanwalt Niklas Mühleis aber davon ab, da dieser Weg für solche Standardfälle unverhältnismäßig teuer sei.

Unternehmen sind nicht verpflichtet, eine Kündigungsbestätigung zu schicken (RA Niklas Mühleis)

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Kündigungsbestätigung: Unternehmen sind gesetzlich nicht verpflichtet, den Erhalt einer Kündigung zu bestätigen, auch wenn seriöse Anbieter dies in der Regel tun.

Wichtig: Die Kündigung sollte unmissverständlich formuliert sein und alle relevanten Daten wie die Vertrags- oder Kundennummer enthalten, um die eindeutige Zuordnung zu ermöglichen.

Wer im Namen Dritter kündigt, etwa für den Partner oder Familienmitglieder, muss eine Vollmacht vorlegen. Fehlt diese, kann der Vertragspartner, also das Fitnessstudio, die Kündigung gemäß § 174 BGB zurückweisen. Dies muss „unverzüglich“ geschehen, in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen. Erfolgt die Zurückweisung verspätet, bleibt die Kündigung wirksam. Sicherer ist es, wenn jeder Vertragspartner seinen Vertrag selbst kündigt.

Falls der Studiobetreiber weiterhin Beiträge abbucht, kann der Kunde das Geld zurückbuchen – allerdings nur, wenn die Kündigung zweifelsfrei wirksam war. Andernfalls drohen Mahngebühren oder Inkassoverfahren, die die ursprüngliche Forderung schnell in die Höhe treiben.

Die Inkassokosten sind bei kleinen Forderungen oft zu hoch, dabei müssen sich die Inkassounternehmen seit Juni 2025 an den Gebühren für Rechtsanwälte orientieren. Für eine Forderung von unter 500 Euro dürfen sie maximal die höchstmöglichen Rechtsanwaltskosten von 95,60 Euro veranschlagen.

Auf ein Inkasso-Schreiben sollte man stets reagieren und den eigenen Standpunkt sachlich darlegen. Inkassounternehmen kennen zunächst nur die Darstellung des Gläubigers. Eine dokumentierte Gegendarstellung kann Missverständnisse ausräumen und stärkt die eigene Position bei einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung. Weitere Details zur rechtssicheren Vertragskündigung besprechen wir in der aktuellen Folge des c’t-Verbraucherschutzpodcast „Vorsicht, Kunde!“.

Hier können Sie den c’t-Artikel zu dem im Podcast behandelten Streitfall nachlesen

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(uk)





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