Künstliche Intelligenz
Souveräner Bezahldienst Wero klebt noch an AWS, aber gelobt Besserung
Um seinem Anspruch als souveräner Bezahldienst gerecht zu werden, will Wero künftig seine Abhängigkeit von außereuropäischen Cloudanbietern reduzieren. Das teilte die European Payment Initiative (EPI) mit, ein Zusammenschluss von Banken und Zahlungsdienstleistern aus sieben europäischen Ländern, der Wero betreibt.
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Dienstleister aus Übersee
Momentan greife Wero in bestimmten Bereichen noch auf Dienste von Anbietern außerhalb Europas zurück, wobei die EPI offen ließ, welche Bereiche und welche Firmen das sind. Man sei aber bestrebt, den Einsatz von Anbietern mit Sitz in Europa „schrittweise“ auszuweiten. Welche das wiederum sind und in welchem Zeitraum das geschehen soll, blieb ebenfalls offen.
Dass bei Wero hinter dem EU-Anstrich auch US-Dienste stecken, hatte in der vergangenen Woche eine Anfrage von netzpolitik.org ergeben. Demnach räumte die EPI ein, dass Wero seine Dienste teilweise über Amazons Cloudtochter AWS abwickelt. Laut Bericht greift die EPI „auf eine Kombination aus europäischen und internationalen Technologieanbietern“ zurück, darunter auch „Managed-Infrastructure- und Software-Services von AWS“. Genauere Details, welche Dienste man in Anspruch nimmt, wollte die EPI „aus Sicherheitsgründen“ nicht nennen.
netzpolitik.org kritisierte, dass Wero durch die Nutzung von US-Diensten keinen Schutz vor dem CLOUD Act gewährleisten könne. Das US-Gesetz von 2018 verpflichtet aus den USA stammende Tech-Dienstleister, unter bestimmten Bedingungen Daten mit den US-Behörden zu teilen, auch wenn diese außerhalb des US-Gebiets vorgehalten werden.
Wir hatten ja nichts damals
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„Als EPI Wero erstmals auf den Markt brachte, konnten nur Cloud-Dienste internationaler Anbieter die Leistung, Sicherheit und Stabilität bieten, die für eine wettbewerbsfähige Lösung erforderlich waren“, heißt es dazu in der Mitteilung der EPI. Nun habe sich der Cloudmarkt aber so signifikant entwickelt, dass die EPI den Übergang voranbringen könnte.
Abgesehen davon würden „alle Daten von EPI und Wero in europäischen Rechenzentren gespeichert und durch geeignete Sicherheitsmaßnahmen verschlüsselt sowie vor potenziellen Zugriffen von außerhalb Europas geschützt“. Ebenfalls hob die EPI hervor, dass die Kontrolle über Wero rein in europäischen Händen liege: Man nutze die europäische SEPA-Infrastruktur für Echtzeit-Zahlungen, befolge europäische Systemregeln und werde von europäischen Institutionen unterstützt und finanziert.
Schleppender Start in Deutschland
Mit Wero will die EPI ein Gegengewicht zu US-amerikanischen Zahlungsanbietern schaffen. Im Juli 2024 ging Wero mit Handy-zu-Handy-Zahlungen an den Start, seit November 2025 kann der Dienst auch als Bezahlmethode im E-Commerce eingesetzt werden. Das Bezahlverfahren ist in mehreren europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und den Niederlanden verfügbar.
In Deutschland sind auf der Bankenseite unter anderem die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken mit an Bord, außerdem Deutsche Bank, Postbank und die Commerzbank. Auf der Händlerseite unterstützen unter anderem Eventim, Lidl, Rossmann und Decathlon das Bezahlsystem. Eine kürzliche Umfrage des Handelsblatts deutet auf eine eher schleppende Einführung in Deutschland: Demnach hat von den zehn größten Onlinehändlern hierzulande bislang nur Media-Markt-Saturn die Wero-Anbindung in Aussicht gestellt, ohne dabei ein Startdatum zu nennen. Zahlen zum Volumen verarbeiteter Zahlungen nennt Wero laut dem Handelsblatt auch noch nicht.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Schummeln mit KI: Was gegen ein Pauschalverbot spricht
Die Klagen in den Lehrerzimmern wegen KI-gestützter Schummeleien mit Smartphones, Smartwatches oder Scan-Stiften werden lauter. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hält technische Sperren – vor allem bei Abschlussprüfungen – jedoch für zu kurz gegriffen.
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Die Frage sei nicht, wie Künstliche Intelligenz (KI) aus dem Unterricht verbannt werden könne, sagte Landeschef Gerhard Brand. Vielmehr müsse geklärt werden, wie Schule unter anderem in Prüfungen mit einer derart prägenden Technologie umgehen könnte.
Forderung nach technischen Maßnahmen
Zuvor hatte der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) in einem offenen Brief einfache technische Regelungen gefordert. Verwendet würden inzwischen etwa Smart Glasses, KI-Pins oder Scan-Stifte, mit denen sich während Prüfungen unbemerkt recherchieren lasse.
KI-gestütztes Spicken unterminiere die Chancengerechtigkeit, schrieb BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann an das Kultusministerium in München. Sie fordert technische Maßnahmen, etwa zur Blockade des Datenverkehrs.
Bildungsverband setzt auf neue Prüfungsformate
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Aus Sicht des VBE greift die Diskussion über Störsender, Sperren und Kontrollinstrumente zu kurz. Es müsse zunächst geklärt werden, welche Rolle KI künftig in Bildung, Gesellschaft und Arbeitswelt spielen solle. Statt sie pauschal auszuschließen, plädiert der Verband dafür, Prüfungsformate weiterzuentwickeln.
„Mündliche Prüfungen, projektorientierte Aufgabenstellungen und andere Formate können dazu beitragen, individuelle Leistungen auch in einer von KI geprägten Welt verlässlich zu erfassen“, sagte Brand der Deutschen Presse-Agentur. Die Risiken der rasanten technologischen Entwicklung dürften aber auch nicht ausgeblendet werden.
Schulen sollen auf KI-Alltag vorbereiten
Der Einsatz von KI sei Teil einer Entwicklung, auf die Schülerinnen und Schüler in den Schulen vorbereitet werden. Entscheidend sei daher nicht nur, wie KI in Prüfungen verhindert werden könne, sagte Brand. Vielmehr müsse Schule auf eine Zukunft vorbereiten, in der KI selbstverständlich zum Alltag gehört.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Deutschland-Stack: Bund und Länder feiern Durchbruch bei der Verbindlichkeit
Bund und Länder feiern sich für einen Durchbruch bei den Verhandlungen über den Deutschland-Stack: Die 16 Bundesländer haben eine „verbindliche Anbindung und Flächendeckung“ von Basiskomponenten des Stacks zugesagt. Im Gegenzug übernimmt der Bund überwiegend die Kosten für Entwicklung und Betrieb der Komponenten. Damit habe man eine „entscheidende Weichenstellung vorgenommen“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung des IT-Planungsrates von Bund und Ländern.
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Bislang geht es allerdings nur um eine überschaubare Zahl von Basiskomponenten. Die Zusage der Länder zur Anbindung, Flächendeckung und Nutzung gelte für die bereits definierten Komponenten, erklärte Markus Richter, Staatssekretär im Bundesdigitalministerium, bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung des IT-Planungsrates sowie auf LinkedIn. Dabei handelt es sich um die digitale Identität (eID und EUDI-Wallet), um das National Once Only Technical System (NOOTS) für den Nachweisdatenabruf sowie um die Datentransportinfrastruktur FIT-Connect.
Zur Akzeptanz von eID und (ab 2027) EUDI-Wallet sind Behörden im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes allerdings sowieso verpflichtet. Und die Verbindlichkeit des NOOTS ist bereits im NOOTS-Staatsvertrag geregelt. Neu sind daher im Wesentlichen die Regelungen zur Finanzierung und Verbindlichkeit von FIT-Connect. Schnittstellen für diese Transportinfrastruktur müssen in vielen Fällen allerdings von privaten Softwareanbietern gebaut werden, die dazu nicht verpflichtet sind. Das Bekenntnis von Bund und Ländern zu FIT-Connect könnte dabei helfen, dieses Produkt weiter zu etablieren und ältere Infrastrukturen wie OSCI zurückzudrängen.
Bezahldienst und Postfachsystem noch nicht fertig
Der Deutschland-Stack umfasst aktuell zwei weitere Basiskomponenten: Einen Bezahldienst auf Basis von ePayBL sowie ein umfassendes System für die Kommunikation zwischen Staat, Bürgern und Unternehmen auf Matrix-Basis, das aktuell noch unter dem Projektnamen ZaPuK läuft. Diese beiden Komponenten sind laut Richter allerdings noch „in Ausgestaltung“. Was genau die Länder hier zugesagt haben, ist noch unklar, da der Beschluss des IT-Planungsrates erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden soll.
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Vor allem mit einem flächendeckenden Rollout von ePayBL und ZaPuK könnte der Deutschland-Stack eine spürbare Wirkung entfalten. Bei den Bezahldiensten gibt es aktuell noch einen föderalen Flickenteppich. Und aufgrund des Scheiterns von De-Mail existiert aktuell kein umfassendes System für die rechtssichere Kommunikation zwischen Bürgern, Unternehmen und dem Staat. Bund und Länder wollen nach und nach weitere Komponenten in den Deutschland-Stack aufnehmen. Dafür soll laut Richter ein „Portfolio-Board“ eingerichtet werden, in dem der Bund und fünf Länder die Weiterentwicklung und die föderale Nutzung begleiten.
Aus Sicht der Beteiligten ist ihnen trotzdem schon jetzt ein Durchbruch gelungen. „Der gordische Knoten ist durchschlagen“, sagte Richter bei der Pressekonferenz. Staatssekretär und IT-Planungsrat-Mitglied Fedor Rose aus Rheinland-Pfalz kommentierte, er sei von der Verbindlichkeit des Beschlusses begeistert. „Die Länder werden die Basiskomponenten verbindlich nutzen und in die Fläche bringen!“ Im Dezember hatte Bayern als einziges Land noch gegen einen Beschluss zur verbindlichen Nutzung des Stacks gestimmt. Damals waren die Komponenten noch nicht verbindlich definiert.
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Experte fordert Qualitätskriterien
Auch aus Sicht von Florian Theißing, Experte für Digitales Regierungshandeln beim Think-Tank Agora Digitale Transformation, ist der Beschluss „ein Riesenschritt hin zu einer einheitlichen Plattform für die digitale Verwaltung, die wir dringend brauchen“. Die Nutzungsverpflichtung müsse allerdings auch mit verbindlichen Qualitätskriterien für die Komponenten einhergehen. „Es wäre fatal, wenn die Behörden durch den Beschluss gezwungen würden, untaugliche Lösungen einzusetzen“, betonte Theißing im Gespräch mit c’t. „Die BundID ist hier ein warnendes Beispiel.“ Erst vor Kurzem hatten Nordrhein-Westfalen und Bayern in der Digitalministerkonferenz die Usability der BundID und der damit verbundenen eID kritisiert.
Zum Deutschland-Stack gehört neben den Basiskomponenten auch noch ein Katalog aus technischen Standards, auf den sich Bund und Länder im Frühjahr geeinigt haben. Dieser soll ebenfalls noch weiter ausgestaltet werden.
(cwo)
Künstliche Intelligenz
Qwen-Robot Suite: Alibabas neue KI lässt Roboter simulieren, bevor sie handeln
Im Februar 2026 hatte Alibaba mit Rynnbrain ein KI-Modell für Roboter vorgestellt, das diesen ein besseres Verständnis für ihre Umgebung sowie ein Erinnerungsvermögen geben soll. Jetzt folgen mit der Qwen-Robot Suite gleich drei KI-Modelle für den Bereich „Embodied AI“, also KI-Systeme, die mit einem physischen Körper in der realen Welt handeln können.
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Alibaba arbeitet an KI für Roboter
Wie Alibaba mitteilt, besteht die Qwen-Robot Suite aus den Foundation-Modellen Qwen-Robot-Nav, Qwen-Robot-Manip und Qwen-Robot-World. Ziel ist es laut dem chinesischen Tech-Konzern, die Lücke zwischen reinen sprachlichen Anweisungen und der Erzeugung physikalischer Aktionen zu überbrücken. Letztlich also die Welt der großen Sprachmodelle mit der Robotik-KI zu verbinden.
Qwen-Robot-Nav soll den Robotern helfen, physische Räume zu verstehen und sich in ihnen zu bewegen. Qwen-Robot-World, eine Art Video-Weltmodell, soll es dann ermöglichen, dass Roboter vorhersagen oder vorab simulieren können, wie eine Handlung auf physischer Ebene abläuft, bevor sie diese dann in Angriff nehmen.
Für Qwen-Robot-Manip haben die Alibaba-Entwickler über 38.000 Stunden an Trainingsdaten aus Roboterdatensätzen und menschlichen Videos verwendet. Dieses KI-Modell soll dafür sorgen, dass unterschiedliche Arten von Robotern Greif- oder Manipulationsaufgaben, etwa Sortieren, Transportieren oder Zusammenbauen, mit Armen oder Händen durchführen können.
Zur Konkurrenz gehören Nvidia und Neura Robotics
Noch steckt die KI-Robotik laut Alibaba in den Kinderschuhen. Aber das Ziel ist es, dass ein physischer KI-Agent überall hingehen, alles machen und vorhersehen kann, was als Nächstes kommt. Die Qwen-Robot Suite, so der Konzern, sei der erste Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.
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Neben Alibaba arbeiten freilich weitere Konzerne daran, ähnliche Modelle und Roboter zu entwickeln, wie die South China Morning Post schreibt. Aktuell werden demnach Milliarden in den Sektor gepumpt. Zu den US-Konzernen mit großen KI-Robotik-Ambitionen gehören etwa Nvidia mit seinen KI-Plattformen Cosmos, Isaac und Groot und Google Deepmind mit dem Gemini-Robotcos-Projekt. Darüber hinaus gibt es etwa mit Physical Intelligence, Skild AI und Figure AI eine Reihe von Start-ups. In Deutschland gilt Neura Robotics als Vorreiter. Das Unternehmen ist unter anderem an einem Roboter-Trainingszentrum am Münchener Flughafen beteiligt.
Qwen-Robot Suite: Pilotprogramm läuft
Wann Alibaba die von seiner Forschungseinheit Tongyi Lab entwickelte Qwen-Robot Suite Entwicklern verfügbar macht, hat das Unternehmen nicht bekannt gegeben. Aktuell werden Pilottests mit ausgewählten Firmenkunden von Alibaba Cloud durchgeführt.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
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