Künstliche Intelligenz
„Staatliche russische Unterstützung“: EU sanktioniert die Kryptowährung A7A5
Der Europäische Rat hat am Donnerstag ein umfassendes, 19. Sanktionspaket verabschiedet. Es führt zahlreiche weitere restriktive Wirtschaftsmaßnahmen gegen Schlüsselsektoren ein, die Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine finanzieren. Die Sanktionen zielen auf die Bereiche Energie, Finanzen und den militärisch-industriellen Komplex ab. Erstmals geht es dabei auch um Blockchain-basierte digitale Zahlungsmittel.
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Die jüngsten Entwicklungen haben laut den europäischen Staats- und Regierungschefs gezeigt, dass Russland verstärkt Kryptowährungen nutzt, um bestehende Sanktionen zu umgehen. In diesem Kontext habe sich der Stablecoin A7A5, der „mit staatlicher russischer Unterstützung“ geschaffen worden sei, als wichtiges Instrument zur Finanzierung von Aktivitäten entwickelt, die den Krieg unterstützen.
Im Fokus: A7A5 und die Umgehung von Sanktionen
Um diese Umgehungsstrategie zu unterbinden, hat der Rat im Rahmen des neuen Pakets mehrere auf A7A5 bezogene Restriktionen eingeführt: Die Sanktionen treffen etwa den Entwickler von A7A5, den kirgisischen Emittenten des Coins und den Betreiber einer Handelsplattform, über die erhebliche Mengen von A7A5 gehandelt werden. Transaktionen mit diesem Stablecoin sind nun in der gesamten EU verboten. Erstmals verbieten die neuen Maßnahmen explizit die Nutzung dieser spezifischen Kryptowährung in der EU.
A7A5 ist an den russischen Rubel gekoppelt. Der Stablecoin wird in erheblichem Umfang für Transaktionen genutzt. Berichten zufolge wurden bereits über eine Milliarde US-Dollar pro Tag transferiert. Dies erleichtert grenzüberschreitende Zahlungen, was als Alternative zu gängigen Währungen die russische Kriegswirtschaft indirekt unterstützt.
Die Kryptowährung entwickelte ein Unternehmen namens A7, das mit dem sanktionierten russischen Staatsunternehmen Promsvyazbank (PSB) und dem moldauischen Bankier Ilan Shor in Verbindung gebracht wird, der ebenfalls auf Sanktionslisten steht.
Schlüsselmaßnahmen nicht nur im Finanzsektor
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Das Sanktionspaket markiert eine deutliche Weiterentwicklung des EU-Sanktionsregimes. Durch die Adressierung von Stablecoins und Offshore-Börsen soll die Integrität des finanziellen Sanktionsrahmens gestärkt werden. EU-Betreibern ist es jetzt untersagt, Krypto-Dienstleistungen und bestimmte andere FinTech-Services anzubieten, die es Russland ermöglichen, eine eigene Finanzinfrastruktur zu entwickeln und Sanktionen zu umschiffen. Die EU verbietet ihren Betreibern die Zusammenarbeit mit dem russischen nationalen Zahlungskartensystem Mir und dem Fast Payments System SBP.
Ferner werden die Sanktionen direkt auf eine Kryptowährungsbörse in Paraguay ausgeweitet, die eine Schlüsselrolle bei der Umgehung bestehender Beschränkungen gespielt hat. Durch diese Maßnahmen zielt die EU darauf ab, Schlupflöcher zu schließen, die sich bislang insbesondere durch digitale Vermögenswerte geöffnet haben. Die EU-Kommission hatte zunächst noch weitergehende Sanktionen im Kryptosektor ins Spiel gebracht. Dezentrale Plattformen und private Krypto-Wallets lassen sich aber schwer kontrollieren.
Das Paket macht für alle Dienstleistungen, die für die russische Regierung erbracht werden, eine vorherige Genehmigungspflicht erforderlich. Ferner beschränkt es die Bereitstellung von Diensten rund um KI, Hochleistungsrechner und die kommerzielle Raumfahrt auf russische Firmen und die Regierung. Dazu kommt ein Einfuhrverbot für russisches Flüssigerdgas (LNG) ab dem 1. Januar 2027 für langfristige Verträge und innerhalb von sechs Monaten für kurzfristige. Enthalten ist zudem ein vollständiger Transaktionsbann für Rosneft und Gazprom Neft. Die USA haben gerade erst Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil sowie diverse Tochterunternehmen verhängt.
(mho)
Künstliche Intelligenz
KI-Update Deep-Dive: Wo stehen wir in Deutschland?
Von der Nische zum Hype
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Schon im zehnten Jahr veranstaltet Fabian Westerheide mit seiner Frau zusammen die Rise of AI. Ein Branchentreffen für KI-Experten. Zu Beginn trafen sich ein paar wenige KI-Enthusiasten, wie Westerheide erklärt. Visionäre wie er, die schon damals an das enorme Umwälzungspotenzial von KI glaubten. Inzwischen kommen die Gäste und Speaker von großen Unternehmen – aus der Industrie und von KI-Unternehmen, aus der Forschung und natürlich auch Startups.

So ist Westerheide auch Gründungspartner des KI-fokussierten Venture-Capital-Investors AI.Fund. Seit 2014 investiert er in KI-Unternehmen und kennt die Startup-Szene in Deutschland daher auch besonders gut.
Nicht abgehängt, aber auch kein Vorreiter
Startups gibt es in Deutschland eine Menge, aber natürlich nicht genug, findet Westerheide. Die Bedingungen in Deutschland sind bekanntlich nicht ideal. Dennoch ist er kein Schwarzmaler. Kluge Köpfe, gute Ausbildung sind in Deutschland und der EU vorhanden. Es mangelt zum Teil am Kapital. Ob man sich mit seinen Ideen hierzulande selbstständig macht oder den Schritt in das „Haifischbecken Silicon Valley“ wagt, sei eine Typsache. Es käme auch auf die Lebensumstände an.
Westerheide empfiehlt eher zu schauen, wo es Nischen gibt, wo es Sinn ergibt, sich mit seiner Idee niederzulassen. Wo sind Kapital und Gleichgesinnte, wo ist Bedarf.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Mut auf allen Ebenen
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Gefordert sind aber nicht nur die Startups in Deutschland. Der Experte meint, alle Unternehmen müssten sich gut überlegen, was sie wollen – und manchmal auch mutiger sein. Es sei nicht immer sinnvoll, auf die großen US-Unternehmen zu setzen. Das Problem: Diese seien oft günstiger und verbreiteter als andere Lösungen. Doch es gebe genug Möglichkeiten, sich auch nach EU-Lösungen umzuschauen. Wenn das zunächst unbequemer ist, so kann es auf Dauer aber auch zielführender sein.
(emw)
Künstliche Intelligenz
#TGIQF: Das Quiz rund um Satelliten-Navigation
In dieser Woche wurde bekannt, dass die amerikanische Mathematikerin Gladys West, eine der wichtigsten Entwicklerinnen der GPS-Navigation, im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Zwar ist der Name den meisten Menschen kein Begriff, aber immer dann, wenn wir uns per GPS-Navigation auf dem Smartphone oder einem Gerät orientieren, nutzen wir das System, für das sie die Grundlagen geschaffen hat. Dazu ein kleines Quiz rund um Satelliten-Navigation.
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Zunächst profitierte nur das Militär von GPS, doch mit der Jahrtausendwende wurde das System auch für den privaten Gebrauch schlagartig attraktiv: Einerseits wurden GPS-Geräte immer kompakter und bezahlbarer, andererseits wurde eine Art Störsignal abgeschaltet, welches die Genauigkeit von GPS für zivile Anwendungen um den Faktor 10 auf 100 Meter verschlechterte.
Doch wie heißt GPS in voller Schreibweise? Das wollen wir von Ihnen wissen in unserem kleinen Nerdquiz zum Wochenende und um Gladys West, GPS und Co… Wer sich vorbereiten will, kann den Nachruf auf West lesen, oder sich mit dem älteren GPS-Jubiläumsartikel befassen.
In der heiseshow stellte Moderatorin Anna Bicker der Stammcrew drei Fragen vorweg: Dr. Volker Zota und Malte Kirchner hatten eine gute Orientierung und fanden größtenteils den richtigen Weg.
Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.
Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.
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Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster aka Herr der fiesen Fragen.
(mawi)
Künstliche Intelligenz
Suche nach außerirdischem Leben: Habitable Zonen bislang wohl zu eng gezogen
Ein israelischer Astrophysiker plädiert dafür, das bei der Suche nach außerirdischem Leben zentrale Konzept der habitablen Zone zu erweitern. Der Begriff bezeichnet jenen Bereich um einen Stern, in dem auf Exoplaneten nach aktuellem Verständnis flüssiges Wasser existieren kann. Amri Wandel von der Hebräischen Universität Jerusalem sagt jetzt aber, dass dieser Bereich sowohl in Richtung des Sterns als auch nach außen hin ausgeweitet werden sollte. Gravitativ gebundene Exoplaneten, die ihrem Stern nur eine Seite zeigen, könnten demnach noch viel näher am Stern auf der ewigen Nachtseite flüssiges Wasser vorhalten. Weiter weg könnte flüssiges Wasser dagegen noch unter mächtigen Eispanzern existieren, wo es auf der Oberfläche längst zu kalt ist.
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Könnte unerwartete Funde erklären

Die vorgeschlagene Erweiterung der habitablen Zone
(Bild: Amri Wandel)
Wandel erklärt, dass viele der jetzt entdeckten Exoplaneten nicht in das bisherige Schema passen und das Weltraumteleskop James Webb auch auf Exoplaneten außerhalb der habitablen Zone flüchtige Gase findet. Seine Arbeit könne erklären, warum es auch auf denen flüssiges Wasser und damit eine der grundlegendsten Voraussetzungen für die Entstehung von erdähnlichem Leben geben könnte. Eine Visualisierung seiner Berechnung zeigt, dass die habitable Zone kein schmales Band, sondern ein relativ breiter Bereich sein sollte. Im Sonnensystem würde sie nicht nur von der Erde bis fast zum Mars reichen, sondern sogar den Merkur und die Gasriesen Jupiter und Saturn umfassen. Bei mehreren ihrer Monde wurden bereits Hinweise auf Ozeane unter der Oberfläche entdeckt.
Wenn man die Annahmen über die habitable Zone und ihre Grenze überarbeitet, könnte das dafür sorgen, dass Astronomen und Astronominnen an Orten nach Spuren von außerirdischem Leben suchen, die sie bisher ignoriert haben, meint Wandel. Inzwischen kennen wir mehr als 6000 Planeten um andere Sterne, fast 8000 Kandidaten müssen noch überprüft werden. Dutzende davon gelten als potenziell bewohnbar, auch wenn das durch weitere Beobachtungen oft später wieder ausgeschlossen wird. Wandel stellt seine Überlegungen jetzt in The Astrophysical Journal vor, dort spricht er von einer „erweiterten habitablen Zone“.
(mho)
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