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TerraMaster D1 SSD Plus für USB 4 im Test
Ein SSD-Gehäuse der massiven Art hat TerraMaster mit dem D1 SSD Plus im Programm. Dank USB4-Support sind Transferraten bis 3.800 MB/s möglich. ComputerBase hat eine der schnellsten PCIe-4.0-SSDs verbaut. Welche Leistung ist in der Praxis drin und wie gut sind die Temperaturen bei so viel Aluminium?
Das TerraMaster D1 SSD Plus im Überblick
Für den Eigenbau einer externen SSD hat TerraMaster inzwischen diverse Gehäuse mit massivem Kühlrippendesign im Programm. Das D1 SSD Plus mit USB4 platziert sich zwischen dem D1 SSD mit USB 3.2 Gen 2 und dem D1 SSD Pro mit Thunderbolt 5. Rund 3.800 MB/s sind über USB4 möglich.
Mit rund 11 cm Länge, 6 cm Breite und gut 3 cm Höhe ist das D1 SSD Plus sicher nicht das kompakteste SSD-Gehäuse. Allerdings besitzt es auch 34 Kühlrippen und ist aus massivem Aluminium gefertigt. Das verspricht hohes Kühlpotenzial, bedeutet aber auch ein stolzes Gewicht von einem halben Pfund. Auf der Unterseite sorgen Gummifüße für sicheren Halt. Eine dezente LED-Anzeige ist an der Flanke über dem USB-C-Anschluss platziert. Zum Lieferumfang gehören ein 30 cm langes USB-C-Kabel, ein Kreuzschlitzschraubendreher und ein Beutel für den Transport.
Der Einbau der SSD
Zur Montage einer SSD muss lediglich eine kleine Schraube gelöst werden. Danach lassen sich die beiden Gehäuseschalen voneinander trennen. Auf einer davon sitzt die Trägerplatine mit M.2-Steckplatz. Es werden ausschließlich NVMe-SSDs mit dem Formfaktor M.2 2280 unterstützt. Die SSD wird wie auf einem Mainboard eingesteckt und mit einer winzigen Schraube arretiert. Schraublöcher für kürzere Formate wie M.2 2242 oder M.2 2230 gibt es nicht.
Die andere Gehäuseschale ist mit einem Wärmeleitpad bestückt, das Abwärme von der SSD an das Gehäuse weiterleitet. Zusammengebaut wird die fertige externe SSD über das beiliegende Kabel mit dem USB-C-Steckplatz eines Endgeräts verbunden und steht dann als USB-Datenträger zur Verfügung.
Preis und Verfügbarkeit
Das TerraMaster D1 SSD Plus ist aktuell zum Preis von rund 100 Euro* erhältlich. Preislich bewegt sich das Produkt in der oberen Hälfte des Marktangebots mit USB4. Günstigere Produkte mit deutlich weniger Materialeinsatz gibt es bereits für etwa die Hälfte des Preises.
PCIe 5.0 vs. PCIe 3.0/4.0 und SATA im Testsystem
Die Probanden müssen im Test gegen die High-End-Konkurrenz mit PCIe 5.0 wie der SanDisk WD_Black SN8100 (Test) und der Samsung 9100 Pro (Test) sowie die Flaggschiffe der PCIe-4.0-Generation in Form der WD_Black SN850X (Test) und der Samsung 990 Pro (Test) antreten. Auch ein Vergleich mit SSDs der langsameren Sorte auf Basis von PCIe 3.0 und SATA sowie mit externen Modellen wird gezogen.
Der Wechsel auf PCIe 5.0 seitens der SSDs machte auch einen Wechsel des Testsystems von ComputerBase nötig. Die Wahl fiel auf AMDs aktuelle AM5-Plattform mit einem B650E-Mainboard von Asus und dem mit 65 Watt TDP antretenden 12-Kern-Prozessor Ryzen 9 7900 (Test). Der primäre M.2-Slot des Mainboards erhält PCIe 5.0 x4 direkt über die CPU. Beim Betriebssystem fand ein Umstieg auf Windows 11 statt.
Nachfolgend werden die aktuell für SSD-Tests verwendeten Hard- und Software aufgelistet.
- Windows 11 Pro 22H2 22621.1413
- AMD Ryzen 9 7900
- Asus B650E-F Strix Gaming WiFi
- DDR5-5200, 38-38-38-84
- AMD-Chipsatztreiber 5.02.19.2221
- GeForce RTX 2080 Ti mit GeForce-Treiber 531.29
- GeForce RTX 3080 Ti mit GeForce-Treiber 552.22 (Zusatztest DirectStorage)
- SoftPerfect RAMdisk 4.4
- Asus BIOS 1222
Die Angabe und die dauerhafte Verwendung der konkreten Version von Windows 11 sind entscheidend, denn Microsoft hat zuletzt verstärkt an der Datenträger-Leistung im Explorer gearbeitet. So erzielt die neue Plattform beim Kopieren aus der RAM-Disk auf eine sehr schnelle SSD über 6,0 GB/s, während die alte Plattform mit denselben SSDs bei unter 2,5 GB/s an eine Grenze stieß. Auch das Kopieren auf der SSD ist mit dem neuen System und insbesondere mit dem aktuelleren Windows viel schneller. Die letzten inkrementellen Updates für Windows 11 22H2 brachten dabei noch einmal einen deutlichen Schub gegenüber der ersten Hauptversion aus dem 4. Quartal 2022 – mit der lag das Limit im Explorer noch bei knapp unter 4,0 GB/s.
Ein Benchmark musste raus
Zuletzt förderte der sogenannte Avocados-Benchmark, der offiziell als BulkLoadDemo für Microsofts DirectStorage-API bekannt ist, seltsame Ergebnisse zutage. Die eigentlich schnellsten Modelle konnten so nur kurzfristig die Spitzenleistung von rund 30 GB/s ermöglichen, brachen bei nachfolgenden Messungen aber spürbar ein, wodurch ihr Durchschnittswert geringer als erwartet ausfällt.
Mit Temperaturproblemen ist das nicht zu erklären, gerade weil neue Flaggschiffe viel weniger Energie benötigen als etwa die E26-Generation. Auch die sehr schnelle Corsair MP700 Pro XT (Test) verfehlte so das Spitzenfeld deutlich, was eigentlich nicht sein kann. Da die Ursache nicht zu ergründen war, verzichtet ComputerBase fortan auf diesen Benchmark.
Testergebnisse und Benchmarks
Das D1 SSD Plus wurde für die Tests im üblichen Parcours mit einer WD_Black SN850X SSD (Test) mit 2 TB bestückt. Das Modell zählt zu den schnellsten PCIe-4.0-SSDs und liefert im internen Einsatz über PCIe 4.0 x4 über 7.000 MB/s in der Spitze. Damit ist es ausreichend dimensioniert, um keinen Flaschenhals für USB4 darzustellen.
TerraMaster hat selbst Messungen mit einer ähnlich schnellen Samsung 990 Pro 4 TB durchgeführt und dabei im Benchmark bis zu 3.800 MB/s beim Lesen und 3.700 MB/s beim Schreiben erreicht.
Schreibleistung (SLC-Modus)
Wie ausdauernd der SLC-Modus ausfällt, testet ComputerBase wie folgt: Eine komprimierte RAR-Datei mit 10 GB Größe wird aus einer RAM-Disk mit fortlaufender Nummer in der Dateibezeichnung so oft ohne Pause auf die leere Test-SSD geschrieben, bis die Kapazitätsgrenze erreicht ist (grün). Für jeden Kopiervorgang wird die erreichte Transferrate protokolliert. Direkt nach dem letzten Transfer werden 50 Prozent der erstellten Dateien gelöscht. Im Anschluss wird der SSD für die interne Speicherverwaltung eine halbe Stunde Ruhe gegönnt. Dann wird sie abermals mit den RAR-Dateien vollgeschrieben (gelb). Der Test soll die Abhängigkeit des SLC-Modus vom Füllgrad der SSD ermitteln beziehungsweise aufzeigen, ob der einmal genutzte SLC-Modus sich nach Ruhephasen erholt.
Ernüchternd fiel der praktische Schreibtest mit einer kontinuierlichen Dauerlast bis zum vollständigen Befüllen der 2 TB großen SSD aus. Während die SN850X intern rund 5.000 MB/s im SLC-Modus und danach noch rund 1.500 MB/s im TLC-Modus schafft, bleibt davon im externen Betrieb im D1 SSD Plus nicht mehr viel übrig. Maximal 1.300 MB/s gibt es zu Beginn, während sich am Ende die Marke von nur noch 400 MB/s nähert.
Nur mit Schreibcache flott
Nach Rücksprache mit TerraMaster empfahl der Hersteller die Schreibcache-Einstellungen von Windows zu prüfen. Bei externen Datenträgern ist dieser standardmäßig deaktiviert, damit es beim plötzlichen Entfernen aus der USB-Buchse nicht zu Datenverlust kommt. Im nächsten Versuch wurde der Schreibcache manuell aktiviert. Damit wurde eine wesentlich höhere Schreibrate mit maximal 2.700 MB/s und kontinuierlichen Phasen mit 1.500 MB/s erreicht. Allerdings schwankte die Leistung stark und brach zwischenzeitlich bis auf 500 MB/s ein.
Da der manuell aktivierte Schreibcache aber nicht zu empfehlen ist und auch bei anderen externen Probanden nicht zum Zuge kam, wird nur das Ergebnis mit deaktiviertem Schreibcache gewertet und das ist im Vergleich zu „fertigen“ externen SSDs wirklich sehr niedrig.
Zum Vergleich: Eine Corsair EX400U mit 2 TB (Test) erreichte über USB4 kurzzeitig 2.800 MB/s und relativ konstante 1.500 MB/s. Ähnlich schnell und ohne größere Schwankungen agiert auch die LaCie Rugged SSD4 (Test).
- Schwarz/Weiß: NVMe-SSDs (PCI Express 5.0, M.2)
- Rot: NVMe-SSDs (PCI Express 4.0, M.2)
- Blau: NVMe-SSDs (PCI Express 3.0, M.2)
- Grün: Externe SSDs (USB, Thunderbolt)
- Gelb: SATA-SSDs (2,5 Zoll)
Hinweis: Über die Schaltfläche oben rechts im Diagramm (+…Einträge) lassen sich weitere Ergebnisse einblenden, die zur besseren Übersicht zunächst versteckt sind.
Leseleistung
Zur Überprüfung der praktischen Leseleistung wird der Installationsordner des Spiels Shadow of the Tomb Raider (SotTR, 32 GB) auf das Testmuster kopiert und anschließend in die RAM-Disk gelesen. Das Gegenstück sollte in diesem Fall also erneut keinen Flaschenhals darstellen. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Schreibcache an oder aus spielt beim Lesen keine Rolle. Und so zeigt sich beim praktischen Lesetest das volle Potenzial des D1 SSD Plus. Mit der SN850X bestückt werden gut 3.200 MB/s erreicht – ein neuer Bestwert für externe Datenträger im Testfeld der Redaktion! Fertige USB4-Lösungen von Corsair und LaCie sehen nur die Rücklichter. Das gilt insbesondere bei hohem Füllstand der SSDs.
Kopierleistung
Als Kopiertest (Lesen + Schreiben) hat die Redaktion einen 195 GB großen Steam-Ordner mit fünf installierten Spielen auf der SSD dupliziert. Dies geschieht einmal mit völlig leerem Laufwerk und einmal praxisnah mit 80 Prozent Füllstand. Der Testlauf im leeren Zustand erfolgt 30 Minuten nach der Formatierung. Der Testlauf bei 80 Prozent wird auf dem zuerst zu 100 Prozent und dann ausgehend von 50 Prozent vollgeschriebenen Laufwerk durchgeführt, auf dem 20 Prozent gelöscht und dann 30 Minuten Pause eingelegt wurden.
Beim Kopiertest spielt wieder die Schreibleistung und damit auch der Schreibcache eine Rolle. Ohne Schreibcache (Standard) kann die SN850X im D1 SSD Plus nur mit der Fraktion USB 3.2 Gen 2×2 mithalten. Wird der Schreibcache manuell aktiviert, eilt sie der externen Konkurrenz weit davon und kann auch so manche intern angeschlossene SSD mit PCIe 4.0 schlagen.
Gaming-Leistung
Aufgrund zuletzt nicht mehr nachvollziehbarer Resultate verzichtet die Redaktion auf den DirectStorage-Benchmark (Avocados). In diesem Abschnitt wird fortan nur noch der auf die Gaming-Leistung von Massenspeichern ausgerichtete 3DMark Storage verwendet.
Die Schreibcache-Einstellung spielt auch im 3DMark Storage das Zünglein an der Waage. In der empfohlenen Standardeinstellung (deaktiviert) ist das Gespann aus SN850X und TerraMaster D1 SSD Plus über USB4 kaum schneller als fertige Lösungen mit USB 3.2 Gen 2×2. Mit aktiviertem Schreibcache steigt die Punktzahl um satte 68 Prozent und erreicht den Bestwert unter den bisher getesteten externen Datenträgern.
Office-Leistung
Der Quick System Drive Benchmark des PCMark 10 soll leichtere Aufgaben im Alltag widerspiegeln. Das Szenario reicht vom Schreiben, Lesen und Duplizieren von Bilddateien über die Anwendung von Adobe Illustrator und Photoshop bis Microsoft Excel.
Auch ohne Schreibcache kann die SN850X im D1 SSD Plus glänzen, wenn es um Alltags-Workloads wie im PCMark 10 geht. Allerdings liefert das Aktivieren des Schreibcache nochmals 15 Prozent mehr Punkte. Die Latenz, die schon ohne Schreibcache die beste in dieser Klasse ist, sinkt um fast 20 Prozent.
Theoretische Leistung
Der CrystalDiskMark hat sich quasi zum Standard-Benchmark der Branche gemausert und dient auch den SSD-Herstellern zur Ermittlung der beworbenen Leistungswerte. Wenig praxisnah, wird der Test an dieser Stelle zur Überprüfung der theoretischen Spitzenleistung verwendet.
Und wo bleiben die vom Hersteller versprochenen 3.800 MB/s beim Lesen und 3.700 MB/s beim Schreiben? Im synthetischen Benchmark mit Idealbedingungen wie einer tiefen Befehlswarteschlange lautet die Antwort. Lesend wird die Marke mit rund 3.700 MB/s nur knapp verfehlt, schreibend sind es aber sogar fast 3.800 MB/s.
Beim sequenziellen Schreiben mit Q8T1 liegt das Gespann TerraMaster + SN850X an der Spitze der externen Datenträger. Lesend sind allerdings die nativen externen SSDs von Corsair und LaCie noch etwas schneller und erreichen 4.000 MB/s.
Spannend ist immer der Blick auf das Szenario „Random Read 4K Q1T1“, da dies in etwa einen Workload wie beim typischen Programmstart bedeutet. Hier halten sich die nativen USB4-SSDs und die selbst gebastelte Lösung in etwa die Waage.
Temperaturen
Das massive Alu-Gehäuse des TerraMaster D1 SSD Plus bietet mit seinen Kühlrippen eine große Oberfläche zur passiven Kühlung der SSD. Kann es eine SSD wie die SN850X unter Dauerlast im Zaum halten? Ja, das kann es ohne Probleme. Selbst nach 50 Minuten (!) Dauerschreiblast bleibt die Temperatur mit 68 °C im Rahmen – ein Drosseln droht damit nicht. Das Gehäuse wird warm, kann aber ohne Probleme in der geschlossenen Faust gehalten werden.
Damit wird die SN850X im externen Gehäuse allerdings 10 °C wärmer als im internen Einsatz unter dem Mainboard-Kühler. Und auch im Vergleich zu fertigen externen SSDs der USB4-Klasse beeindruckt das Ergebnis nicht. Eine Corsair EX400U wird zum Beispiel nur ähnlich warm, trotz wesentlich kompakterer Bauweise. Bei den Outdoor-Modellen Corsair EX400U Survivor und LaCie Rugged SSD4 meldeten die Sensoren sogar viel geringere Temperaturen. Bei keinem der genannten Modelle kam es zu einer Drosselung der Leistung unter extremer Dauerbelastung.
Leistungsrating
Die vorherigen Tests haben gezeigt, dass das Gespann aus D1 SSD Plus und SN850X beim Lesen zu den schnellsten Lösungen mit USB4 zählt. Doch beim Schreiben gelingt das nur mit manuell aktiviertem Schreibcache. Und so reicht es „out of the box“ mit der Windows-Standardeinstellung (Schreibcache deaktiviert) nur für ein Leistungsniveau zwischen den schnellsten Fertiglösungen mit USB 3.2 Gen 2×2 und den fertigen USB4-SSDs. Wird der Schreibcache aktiviert, ist die Selbstbau-SSD im TerraMaster-Gehäuse aber die schnellste Lösung im Testfeld mit rund 10 Prozent Vorsprung vor den fertigen USB4-SSDs.
Hinweis zum Diagramm: Über die Schaltfläche oben rechts im Diagramm (+…Einträge) lassen sich weitere Ergebnisse einblenden, die zur besseren Übersicht zunächst versteckt sind. Da nicht alle SSDs in demselben Umfang getestet werden konnten, bleiben einige Modelle mit dem Ergebnis „0“ außen vor.
Fazit
Die Verwandlung einer internen M.2-SSD mit PCIe 4.0 in eine externe USB4-SSD mit dem Gehäuse TerraMaster D1 SSD Plus gestaltet sich einfach und funktioniert problemlos, solange die SSD nicht zu viel Leistung aufnimmt: Als die Redaktion zur Probe die PCIe-5.0-SSD Corsair MP700 im Gehäuse verstaute, meldet sich das Laufwerk unter Last sofort ab. Natürlich ergibt es keinen Sinn eine solche SSDs zu nutzen, aber es zeigt einmal mehr: Wer eine interne SSD in ein externes Gehäuse verbannt, kann sich nicht sicher sein, dass sie an jedem USB-Port an jedem System einwandfrei funktioniert – auch nicht an USB-4-Ports (USB-C-Stecker).
Kombiniert mit der problemlos im Parcours funktionierenden, sehr schnellen SSD WD_Black SN850X avanciert das TerraMaster D1 SSD Plus zu einem der schnellsten externen Datenträger mit USB4. Allerdings nur unter der Bedingung, dass der Schreibcache unter Windows aktiviert wird. Dann ist diese Lösung im Durchschnitt sogar etwa 10 Prozent schneller als die nativen USB4-SSDs. Ohne Schreibcache sind die fertigen Lösungen aber mindestens 20 Prozent schneller als der Eigenbau, bei dem die Schreibrate einbricht.
Die maximale Leistung ist also nur durch das nicht empfohlene Aktivieren des Windows-Schreibcache abrufbar. Das bedeutet, dass die SSD nicht einfach so vom System entfernt werden sollte, sondern zuvor das Taskleistensymbol „Hardware sicher entfernen“ betätigt werden muss. Andernfalls droht Datenverlust, da sich noch nicht final in den Speicherzellen der SSD geschriebene Daten im Cache befinden können.
Genau deshalb ist bei externen Datenträgern der Schreibcache in der Standardeinstellung unter Windows deaktiviert. Bei fertigen USB4-SSDs mit nativem USB-Controller bedeutet das aber keinen Nachteil und so sind diese beim Schreiben ohne Schreibcache deutlich flotter.
Fast ein halbes Pfund bringt der massive Aluminium-Block mit seinen 34 Kühlrippen auf die Waage. Diese riesige Oberfläche sollte doch besonders gut beim Wärmeaustausch mit der Umgebung (passive Kühlung) funktionieren? Die Temperaturmessungen sind aber eher ernüchternd. Zwar kommt es zu keiner Drosselung und die Anzeige bleibt unter 70 °C, doch schaffen das fertige USB4-SSDs mit ähnlicher Leistung auch mit viel kompakterem Kühler oder erreichen sogar noch wesentlich niedrigere Temperaturen.
Die SN850X benötigt in der Spitze zwar immerhin 7 Watt, doch läuft sie durch das Limit von USB4 nur mit halber Kraft. Dennoch sind die nativen USB-SSD-Controller der fertigen Lösungen offensichtlich weitaus effizienter und lassen sich auch ohne großen Kühlblock im Zaum halten.
Wie gut sich das rund 100 Euro* teure D1 SSD Plus gegen andere externe SSD-Gehäuse mit USB4 schlägt, kann an dieser Stelle allerdings nicht beantwortet werden. Beim Kühlpotenzial sollte TerraMaster allein von der schieren Masse her zumindest weit vorn liegen. Dafür ist der Preis allerdings sehr hoch.
Eigentlich sollte der Eigenbau einer externen SSD durch Kombination eines Gehäuses mit einem internen Datenträger günstiger sein als die fertig kaufbare Komplettlösung. Doch trifft das auch in diesem Fall zu?
Jein, lautet die Antwort nach einer Analyse anhand der Angebotspreise im ComputerBase-Preisvergleich. In der getesteten Kombination mit dem TerraMaster D1 SSD Plus und einer WD_Black SN850X mit 2 TB ergibt sich ein kombinierter Preis von rund 386 Euro. Das ist momentan sogar teurer als diverse fertige USB4-SSDs.
Allerdings lässt sich auch eine deutlich günstigere M.2-SSD verbauen, wie zum Beispiel die Kingston NV3, die USB4 lesend wie schreibend ausreizen kann, aber rund 86 Euro günstiger ist. Damit ergeben sich rund 300 Euro für das Gespann. Das ist wiederum ein gutes Stück günstiger als die fertigen Lösungen (mit einer Ausnahme). Allerdings muss bedacht werden, dass in bestimmten Szenarien (zum Beispiel 4K Random Read) auch die Leistung mit der NV3 geringer ausfallen wird als mit der schnellen SN850X.
Ein vergleichbar massives (und schweres) Gehäuse wie bei TerraMaster bietet allerdings in diesem Vergleich wohl nur die OWC Express 1M2, die mit rund 580 Euro noch sehr viel teurer ist.
Mehr Informationen zu SSDs gewünscht? Die 17. Episode von „CB-Funk – der ComputerBase-Podcast“ bietet Details satt. Welche Unterschiede gibt es eigentlich zwischen SATA und PCIe Gen 3 bis 5 sowie TLC und QLC? Wie testet die Redaktion, was gilt es beim Kauf einer neuen SSD zu beachten und welche Modelle sind empfehlenswert? Die 17. Folge CB-Funk liefert Antworten.
CB-Funk lässt sich nicht nur über den eingebetteten Podigee-Player abspielen, sondern auch bequem direkt in den Podcast-Apps eurer Wahl abonnieren und hören. Verfügbar ist der ComputerBase-Podcast auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, Amazon Music und Deezer.
ComputerBase hat das D1 SSD Plus leihweise von TerraMaster zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.
(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.
Dieser Artikel war interessant, hilfreich oder beides? Die Redaktion freut sich über jede Unterstützung durch ComputerBase Pro und deaktivierte Werbeblocker. Mehr zum Thema Anzeigen auf ComputerBase.
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Einarex Pulse PM300: Gehäuse mit Griff lässt seinen Sockel leuchten

Wenn ein Micro-ATX-Gehäuse für „Bewegung und Airflow“ konzipiert wurde, ist das Ergebnis das relativ kompakt gehaltene Einarex Pulse PM300. Die Interpretation des Herstellers löst das Rätsel: Airflow heißt Mesh, Bewegung bedeutet Tragegriff. Ein Sockel mit umlaufendem RGB-Streifen kommt dazu.
Das reine Konzept des PM300 bleibt recht dicht bei der Norm. Um Platz in der Höhe zu sparen, setzt es das Netzteil hinter die Front, die Tiefe wird nur so lang gezogen, wie Grafikkarten brauchen. In diesem Fall bleiben den Erweiterungskarten 340 Millimeter in der Länge.
Dieser Wert soll sich laut Datenblatt bei Nutzung eines Radiators auf 250 Millimeter reduzieren. Das erschließt sich erst auf den zweiten Blick, denn der der Wärmetauscher, ein 240-mm-Modell, passt nur unter den Deckel des Gehäuses und damit weit entfernt von der Grafikkarte. Gemeint sein wird ein Netzteil in Überlänge oder der Umstand, dass das Netzteil bei Nutzung eines Radiators nach unten versetzt werden muss.
Durch diese Anordnung kann die Grafikkarte direkt über den Gehäuseboden frische Luft ansaugen oder über dort platzierte 120-mm-Lüfter gekühlt werden. Ebenfalls zwei Lüfter entweder mit 120-mm- oder 140-mm-Rahmendurchmesser passen unter den Deckel. Belüftung ist zudem über die Front möglich. Je nach Größe des Netzteils besteht dort die Option, einen 92-mm- oder bei Nutzung eines SFX-Netzteils einen 120-mm-Lüfter einzusetzen, sofern keine Wasserkühlung verbaut wird. Ein 120-mm-Lüfter mit PWM-Anschluss liefert Einarex im Heck mit.
Festplatten werden hinter das Netzteil oder an Lüfterpositionen gesetzt, was vor eine Entweder-Oder-Entscheidung stellt. Hinter dem Mainboard-Tray, der üblichen Heimat von Datenträgern, bleiben beim PM300 nur 12 Millimeter Luft zum Seitenteil und es ist keine Montage vorgesehen.
Preis und Verfügbarkeit
Das PM300 soll ab sofort in den Handel gelangen, wird dort aber noch nicht gelistet. Auch zum Preis macht Einarex offiziell keine Angaben. Ausstattung und Aufbau legen jedoch nahe, dass sich das Modell in günstigeren Gefilden zwischen 60 und 80 Euro bewegen wird, wo es mit ähnlichen Modelle unter anderem von Jonsbo oder Deepcool konkurrieren würde.
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Intel-AI-Beschleuniger mit Xe3P: Crescent Island braucht 20 LPDDR5X-Chips für 160 GByte

Intel ist beim AI-Zug mit reinen Beschleunigern abgehängt, also musste ein Notfallplan her. In Form von Crescent Island auf Xe3P-Basis soll der anscheinend aber nur Reste nutzen, denn 20 LPDDR5X-Chips zu nutzen um lediglich 160 GByte Kapazität zu ermöglichen geht heutzutage eigentlich mit viel weniger, Stichwort: SOCAMM2.
Mitte Oktober im letzten Jahr angekündigt war schon damals klar, dass es sich bei Crescent Island um so etwas wie einen Schnellschuss als Notfalllösung handeln muss, um beim Thema der reinen AI-Beschleuniger überhaupt noch ein Wort mitreden zu können. Seinerzeit war noch nicht so klar abzusehen, dass die CPU-Nachfrage wieder explodieren würde – hier hat Intel deutlich mehr zu bieten. Aber bis Intel Jaguar Shores als AI-Lösung kommt, dauert es eben noch.
Die Gerüchte über die Notfalllösung – Falcon Shores wurde zuvor gecancelt, ebenso Rialto Bridge und Ponte Vecchio war auch kein Erfolg – werden nun untermauert durch die Spezifikationen und den Aufbau von Crescent Island. Dass er 160 GByte LPDDR5X nutzen wird, war bereits bestätigt worden. Dass dies aber über 20 8-GByte-Chips passiert, ist neu. Gemunkelt wird in der Gerüchteküche dabei, dass es sich hierbei quasi um Überreste der gleichen Chips handelt, die eigentlich für Intel Lunar Lake gedacht waren – zwei davon auf einem Package bieten 16 GByte, mit denen Lunar Lake im Notebook und Mini-PC zumeist im Handel steht.
LPDDR5X gibt es schon in viel größeren Chips
Dass LPDDR5X heutzutage eigentlich bereits in viel größeren Konfigurationen zur Verfügung steht, zeigen andere Lösungen wie SOCAMM2. Mit vier LPDDR5X-Chips werden hier 192 oder gar 256 GByte realisiert, ein Chip fasst entsprechend bereits 48 respektive 64 GByte. Die 160 GByte von Crescent Island wären so also mit nur vier Chips umsetzbar.
Doch warum überhaupt LPDDR5X? Während der Hersteller zwar die Effizienz bei einem AI-Beschleuniger dann in den Vordergrund rückt, hat es wohl eher logistische Gründe: HBM ist nicht mehr erhältlich, da de facto ausverkauft. Wer als Hersteller so spät die Party betritt, findet die besten Dinge nicht mehr vor. In dem Dilemma steckt nicht nur Intel, auch Qualcomms AI-Beschleuniger nutzt deshalb nur LPDDR5X.
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AMD Epyc 8005 als Mega-Update: 84 Kerne in 12 CCDs nutzen 6 × DDR5-6400 im Sockel SP6

Die neuen AMD Epyc 8005 bieten bis zu 84 Kerne, 384 MByte L3-Cache und Sechs-Kanal-DDR5-6400 und stellen den Vorgänger so deutlich in den Schatten, denn die wichtigste Neuerung steckt unter der Haube: Es wird nicht nur die Architektur geändert, sondern eigentlich alles.
AMD fährt auch zur finalen Vorstellung der Epyc 8005 ein extrem kleines Profil. Nach einem Blog-Post im Februar ohne Details folgt nun ein Blog-Post mit mehr Informationen – und das war es dann auch schon. Kein großer Launch und nicht einmal eine Pressemitteilung sind die Epyc 8005 wert – selbst der AMD Ryzen 9 9950X3D2 Dual Edition bekam eine – dabei bieten sie im gleichen Sockel SP6 wie die Vorgänger Epyc 8004 doch viele Upgrades, die mehr als lohnenswert erscheinen. AMDs Marketing bleibt auch nach Jahrzehnten ein Mysterium für sich.
Von 4 auf 12 CCDs!
Sorano, so der Codename der Neulinge unter der offiziellen Bezeichnung Epyc 8005, ist ein extrem großes Update gegenüber Siena, die bisher in dem Marktsegment als Epyc 8004 vertreten waren, was erst bei der Betrachtung der Details wirklich deutlich wird. Denn AMD wechselt hier nicht nur einfach von Zen 4 auf Zen 5, sondern von Zen 4c mit kleinen Kernen und wenig L3-Cache, auf Zen 5 mit den großen Kernen und viel Cache. Daraus resultierend ändert sich natürlich auch der Aufbau radikal: Waren es zuvor nur vier CCDs für maximal 64 Kerne, sind es nun 12 CCDs für 84 Kerne. Und das funktioniert als Drop-in-Lösung für bisherige Server, die Epyc 8004 unterstützt haben und entsprechend nun Support für die neuen Modelle erhalten.
Aber warum eigentlich nur 84 Kerne? Gute Frage, hat ein CCD doch eigentlich 8 Kerne, theoretisch wären also 96 Kerne möglich, AMD wird aber erst einmal maximal 84 Kerne bieten. Der L3-Cache-Ausbau spricht aber für vollwertige Chips, das Topmodell bietet so schließlich 384 MByte L3-Cache an, das Maximum in 12 CCDs mit jeweils 32 MByte L3-Cache. Das ist drei Mal so viel wie beim Vorgänger, bei dem bei maximal 128 MByte Schluss war. Sorano ist nun de facto aber eher ein (mehr als) halber Turin.
Sieben Modelle von 529 bis 5.799 US-Dollar
Insgesamt sieben Modelle wird AMD erst einmal anbieten, gestreckt von 8 bis 84 Kerne. Entsprechend stark ist auch die preisliche Streckung, der kleinste kostet nur 529 US-Dollar, das Flaggschiff wird für 5.799 US-Dollar angeboten, selbst der 64-Kerner kostet noch 5.499 US-Dollar. Erst der 48-Kerner wird mit 3.099 US-Dollar UVP etwas günstiger, 32 Kerne kosten noch 2.299 US-Dollar, 24 Kerne dann aber wiederum nur 1.079 US-Dollar, 16 Kerne abschließend 799 US-Dollar. Preislich ist das kaum eine große Änderung zum Vorgänger, dort erstreckte sich das Feld auch auf bis zu 5.450 US-Dollar, aber nur für 64 Kerne.
Viel mehr Leistung und Potenzial
Die Leistungssteigerungen gegenüber dem Vorgänger sind deshalb in so einigen Bereichen sehr groß. Wann immer dann auch noch der größere L3-Cache und das viel schnellere Speicherinterface zum Einsatz kommt, gepaart mit mehr Kernen in nahezu gleichem TDP-Umfeld, steigt die Effizienz massiv an. Bisher gibt es das zwar nur als Aussage vom Hersteller, die technischen Daten untermauern das aber durchaus.
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