Künstliche Intelligenz
Top 10: Der beste Open-Ear-Kopfhörer im Test – Shokz fast so gut wie In-Ears
JBL Sense Pro
JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.
- exzellenter Open-Ear-Klang
- Bluetooth 6.0 mit Auracast
- Hi-Res-Audio via LDAC
- sehr gute Telefoniequalität
- umfangreiche App mit Hörtest
- Touch-Steuerung zu empfindlich
- Gesten kaum anpassbar
- bei Bewegung leichtes Rutschen
JBL Sense Pro: Einer der besten Open-Ear-Kopfhörer im Test
JBL bringt mit dem Sense Pro einen der technisch umfassendsten Open-Ear-Kopfhörer an den Markt. Wir haben ihn getestet.
JBL hat auf der Gamescom 2025 die Sense Pro vorgestellt – als Premium-Modell neben den Gaming-Headsets der Quantum-Serie. Die Nachfolger des Soundgear Sense bringen einige Neuerungen mit: größere 16,2-mm-Treiber, Bluetooth 6.0 mit Auracast-Unterstützung, Hi-Res-Audio via LDAC und eine verbesserte Akkulaufzeit. Damit positioniert sich JBL im oberen Preissegment gegen Konkurrenten wie die Anker Soundcore Aerofit 2 oder die Shokz Openfit 2+. Wir haben sie getestet.
Design
Die JBL Sense Pro setzen auf einen hochwertigen, unaufdringlichen Look. Mattes Silikon kombiniert mit metallischen Akzenten sorgt für ein elegantes Erscheinungsbild. Die Kopfhörer wirken premium.
JBL bietet sie in fünf Farbvarianten an: Grau, Blau, Lila, Weiß und Schwarz. Die Farbpalette ist gelungen, besonders das Blau sticht positiv hervor. Im Vergleich zu den Nothing Ear (Open) mit ihrem transparenten Plexiglas-Design wirken die JBL dezenter und erwachsener.
Die Sense Pro fallen etwas größer aus als viele andere Open-Ear-Kopfhörer. Sie sind zwar kleiner als der Vorgänger Soundgear Sense, der Bügel steht aber deutlich sichtbar vor dem Ohrkanal. An zierlichen Ohren könnte das optisch etwas wuchtig wirken.
Verarbeitung
Der Bügel besteht aus einer Titanlegierung und behält seine Form auch nach häufigem Biegen und Verstauen. Das Silikon fühlt sich angenehm an und reizt auch bei längerem Tragen nicht.
Die IP54-Zertifizierung schützt vor Staub und Spritzwasser. Für Sport und leichten Regen reicht das aus. Wer allerdings regelmäßig im Starkregen joggt oder die Kopfhörer zum Schwimmen nutzen will, sollte zu Modellen mit höherer Schutzklasse greifen.
Tragekomfort der JBL Sense Pro
Der Tragekomfort gehört zu den Stärken der Sense Pro. Die leichte Bauweise und der gleichmäßige Druck durch das Split-Hook-Design ermöglichen ganztägiges Tragen ohne Druckstellen. Selbst nach mehreren Stunden spürt man die Kopfhörer kaum.
Durchdacht wirkt der verstellbare Ohrbügel mit 20-Grad-Scharnier. Damit lassen sich die Sense Pro an verschiedene Ohrformen anpassen. Das funktioniert ähnlich gut wie bei den Soundcore Aerofit 2 mit ihrer vierstufigen Mechanik.
Bei Bewegung zeigt sich allerdings eine Schwäche: Die Kopfhörer können bei manchen Trägern verrutschen. Das betrifft vor allem Menschen mit kleineren oder ungewöhnlich geformten Ohren. Die Nothing Ear (Open) sitzen hier etwas sicherer, da ihr schmalerer Bügel mehr Grip bietet.
Bedienung und App des JBL Sense Pro
JBL setzt bei den Sense Pro auf Touch-Bedienung. Die linke Seite regelt die Lautstärke, die rechte Seite steuert die Wiedergabe. Das Konzept klingt logisch, doch die Umsetzung hinkt.
Die Touch-Flächen reagieren zu empfindlich. Im Test kam es regelmäßig zu unbeabsichtigten Auslösungen – etwa beim Zurechtrücken der Kopfhörer. Physische Tasten wie bei den Shokz Openfit 2+ wären hier die bessere Wahl gewesen.
Ärgerlich: Die Touch-Steuerung lässt sich in der App kaum anpassen. Nutzer können lediglich die Funktionsblöcke zwischen links und rechts tauschen oder die Touch-Steuerung komplett deaktivieren. Eine individuelle Belegung fehlt. Auch das Deaktivieren einzelner Gesten – etwa des empfindlichen Einzeltipps – ist nicht möglich.
Trotzdem gehört die JBL Headphones App zu den besseren Begleit-Apps für Kopfhörer. Sie bietet einen großen Funktionsumfang und ist übersichtlich gestaltet.
Ein zweiminütiger Hörtest erstellt auf Wunsch ein individuelles Klangprofil für beide Ohren. Die App passt den Klang dann frequenziell an die persönlichen Hörfähigkeiten an. Das funktioniert besonders gut bei asymmetrischen Hörverlusten – etwa wenn ein Ohr hohe Frequenzen schlechter wahrnimmt als das andere. Der Unterschied ist hörbar: Musik klingt nach der Kalibrierung ausgewogener und detaillierter.
Der Equalizer bietet zehn Bänder von 32 Hz bis 16 kHz. Dazu kommen sechs Presets für Bass, Jazz, Club und weitere Genres. Ein Balance-Regler ermöglicht den Stereo-Ausgleich zwischen links und rechts.
Weitere App-Funktionen umfassen: Spatial Audio aktivieren/deaktivieren, Voice-Tone-Optionen für Anrufe, Entspannungsklänge, Sleep-Timer, Find-My-Earbuds und Firmware-Updates. Die Entspannungsklänge sind ein nettes Extra für Meditation oder zum Einschlafen.
Die Open-Ear-Kopfhörer unterstützen Bluetooth 6.0. Das bringt neben verbesserter Energieeffizienz auch Auracast, einen neuen Bluetooth-Standard für Audio-Sharing. Damit können viele Nutzer gleichzeitig denselben Audiostream empfangen – etwa in Flughäfen, Fitnessstudios oder Kinos. Noch ist die Infrastruktur dafür kaum vorhanden, aber das Feature ist zukunftssicher.
Multipoint für die gleichzeitige Verbindung mit zwei Geräten funktioniert zuverlässig. Der Wechsel zwischen Laptop und Smartphone klappt nahtlos.
Klangqualität
Die 16,2-mm-Treiber der Sense Pro liefern einen der besten Klänge im Open-Ear-Segment. JBL nennt die Technologie Open Sound mit Adaptive Bass Boost. In der Praxis bedeutet das: natürlicher, luftiger Klang mit überraschend kräftigem Bass.
In ruhigen Umgebungen entfalten die Kopfhörer ihr volles Potenzial. Details in der Musik werden hörbar, die Bühne wirkt breit und räumlich. Der Adaptive Bass Boost sorgt dafür, dass tiefe Frequenzen nicht untergehen – ein häufiges Problem bei Open-Ear-Kopfhörern. Im Vergleich zu den Soundcore Aerofit 2 liegt der Bass auf ähnlichem Niveau, beide Modelle gehören hier zur Spitzenklasse. Trotzdem kann die Klangqualität bauartbedingt nicht mit guten In-Ear- oder Over-Ear-Modellen mithalten.
Der JBL Spatial Sound erweitert die Klangbühne zusätzlich. Bei Filmen und Spielen sorgt das für mehr Immersion. Allerdings reduziert Spatial Audio die Akkulaufzeit spürbar.
Die Sense Pro unterstützen LDAC für hochauflösendes Audio mit 24 Bit. Auf Android-Geräten mit LDAC-Unterstützung klingt die Musik hörbar besser als mit dem Standard-Codec SBC. iPhone-Nutzer müssen mit AAC vorliebnehmen – immer noch gut, aber nicht auf Hi-Res-Niveau.
Bei Umgebungslärm stoßen die Sense Pro an ihre Grenzen. In der U-Bahn oder an belebten Straßen verliert der Sound an Durchsetzungskraft. Das betrifft bauartbedingt alle Open-Ear-Kopfhörer. Wer in lauten Umgebungen Musik genießen will, braucht In-Ears oder Over-Ears mit ANC.
Die Privatsphäre ist gut gewahrt: Erst bei hoher Lautstärke hört die Umgebung etwas mit. JBL hat die Schallabstrahlung nach außen effektiv reduziert.
Bei der Anrufqualität überraschen die Sense Pro positiv. Vier Mikrofone und ein zusätzlicher Knochenleitungssensor sorgen für klare Sprachübertragung. Ein KI-Algorithmus filtert Umgebungsgeräusche zuverlässig heraus. Im Test verstand uns das Gegenüber klar und deutlich. Die Huawei Freearc sind zwar noch einen Tick besser zum Telefonieren, aber die JBL gehören definitiv zur Spitzengruppe.
Akku
Die Akkulaufzeit der Sense Pro ist solide. JBL verspricht 8 Stunden pro Ladung bei den Ohrhörern. In der Praxis erreichen wir bei normaler Lautstärke 7 bis 8 Stunden – das deckt sich mit den Herstellerangaben.
Das Ladecase liefert weitere 30 Stunden Energie. Insgesamt sind also 38 Stunden Wiedergabe möglich, bevor das Case an die Steckdose muss. Das liegt im oberen Mittelfeld: Die Earfun Openjump schaffen 42 Stunden, die Nothing Ear (Open) etwa 30 Stunden.
10 Minuten Laden reichen für 4 Stunden Wiedergabe. Das rettet den Arbeitstag, wenn man morgens das Laden vergessen hat. Wireless Charging wird unterstützt.
Preis: Was kostet der JBL Sense Pro?
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 180 Euro. Aktuell sind die Sense Pro für 160 Euro (Amazon) erhältlich.
Fazit
Die JBL Sense Pro gehören zu den besten Open-Ear-Kopfhörern am Markt. Sie überzeugen mit hervorragendem Klang, langer Akkulaufzeit und zukunftssicherer Technik wie Auracast. Die Personi-Fi-Kalibrierung und der umfangreiche Equalizer heben sie von der Konkurrenz ab. Auch die Telefonqualität ist überdurchschnittlich gut.
Kritikpunkte sind die zu empfindliche Touch-Steuerung und die eingeschränkten Anpassungsmöglichkeiten für Gesten. Wer physische Tasten will, sollte zu den Shokz Openfit 2+ greifen. Für alle anderen sind die Sense Pro eine klare Empfehlung.
Künstliche Intelligenz
Das Meldeportal in der AWS-Cloud: Warum nur, BSI?
Das neue Meldeportal des BSI ist da. Es ist als zentrale, gesetzlich vorgesehene Plattform gedacht: zur Registrierung von NIS2-Einrichtungen ebenso wie zur Entgegennahme, Verarbeitung und Koordination von Meldungen – sowohl von KRITIS-Unternehmen, die dazu verpflichtet sind, als auch von anderen Personen. Das Portal nimmt sensible Daten der kritischsten Unternehmen Deutschlands entgegen und ist für diesen Zweck obligatorisch einzusetzen.
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Tobias Glemser ist BSI-zertifizierter Penetrationstester und Geschäftsführer der secuvera GmbH. Seit über 20 Jahren arbeitet er in der Cybersicherheit. Privat ist er unter anderem bei OWASP engagiert.
Die Security-Bubble schreit auf. Der Grund? Das Portal wird bei AWS betrieben. Platt gesagt: Nein, das ist kein Zeichen für die Stärkung der eigenen Digitalindustrie. Und damit auch keines für das, was viele unter nationaler digitaler Souveränität verstehen. Alternativen am deutschen Markt gibt es zuhauf. Sich wie BSI-Präsidentin Claudia Plattner gegenüber heise online auf „eine passende Infrastruktur mit Sicherheitseigenschaften nach dem Stand der Technik“ zurückzuziehen, greift zu kurz.
Rein formal ist alles sauber. Die Datenschutzerklärung des Portals ist transparent und ausführlich. Wenn dort aber steht „Dadurch kann es zu einer Übermittlung der IP-Adresse in die USA kommen“ und gleichzeitig freiwillige Meldungen „einfach und anonym“ erfolgen sollen, zucke ich innerlich zurück. Muss das wirklich sein? Ich denke nicht. Alternativen – siehe oben – gibt es doch.
Souverän oder autark
Der Fairness halber: Das BSI beziehungsweise seine Präsidentin unterscheidet schon seit Längerem zwischen „digital souverän“ und „digital autark“. Internationale Produkte sollen daher so eingebettet werden können, dass „Datenabfluss technisch unmöglich“ ist, wie Frau Plattner im BSI-Cybernation-Blog zur digitalen Souveränität schreibt. Das ist ein nachvollziehbarer Ansatz.
Warum im Falle des Portals nicht konsequent der erste Punkt der Doppelstrategie, den „EU-Markt und die eigene Digitalindustrie“ zu stärken, verfolgt wurde, bleibt bislang unkommentiert. Hier wünsche ich mir dringend einen Nachsatz bei dem zentralen und gesetzlich verpflichtenden Portal für KRITIS-Betreiber.
Auch technisch wirft die Umsetzung Fragen auf, selbst wenn eine Analyse naturgemäß nur eingeschränkt möglich ist. Warum etwa die security.txt nicht RFC-konform implementiert wurde – immerhin Stand der Technik, den das BSI in seinen FAQ für den Umgang mit Schwachstellen selbst empfiehlt –, erschließt sich mir nicht. Offensichtlich kommt zudem die Web Application Firewall (WAF) von AWS zum Einsatz.
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„Datenabfluss technisch unmöglich“?
Üblicherweise terminiert eine WAF den verschlüsselten Datenstrom, damit sie den Inhalt analysieren kann. Auch die Vorfallsmeldung eines KRITIS-Unternehmens. Wie unter diesen Voraussetzungen sichergestellt wird, dass ein „Datenabfluss technisch unmöglich“ ist, interessiert mich als Informatiker brennend. Gleiches gilt für die Persistenz der Daten auf AWS und ihre Weiterverarbeitung in nachgelagerten Fachverfahren.
Das bestehende Portal MIP-2 wird übrigens von der Swiss IT Security Deutschland GmbH betrieben – immerhin in Schweizer Hand – und steht KRITIS-Betreibern „voraussichtlich sogar bis 31.12.2026“ zur Verfügung. Funfact am Rande: Im Zuge der Recherche für diese Zeilen habe ich eine klassische Webschwachstelle in MIP-2 gefunden. Gemeldet habe ich sie lieber PGP-verschlüsselt per E-Mail statt über das neue Portal. Nur wenn ich mich selbst darum kümmere, ist technisch sichergestellt, dass ein „Datenabfluss technisch unmöglich“ bleibt. Schade eigentlich.
Dieser Kommentar ist das Editorial zur neuen iX-Ausgabe 02/2026, die ab 22. Januar 2026 erhältlich ist.
(axk)
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„Fallout Shelter“: Amazon macht „Fallout“ zur Reality-Serie
Amazon macht „Fallout“ nach dem Erfolg der gleichnamigen Serie auch zur Reality-Show. In „Fallout Shelter“ müssen sich Show-Teilnehmer in einem Vault in verschiedenen Wettbewerben duellieren. Die Reality-Serie soll zehn Folgen umfassen und auf Amazon Prime Video zu sehen sein.
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Derzeit sucht Amazon nach Teilnehmern für „Fallout Shelter“. Wer mitspielen will, muss mindestens 21 Jahre alt sein und in die USA sowie ins Vereinigte Königreich reisen dürfen. Gefilmt wird voraussichtlich im Juni 2026 für drei Wochen, heißt es in dem Casting-Aufruf.
Produziert vom „Squid Game“-Team
„Fallout Shelter“ (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Mobilspiel von Bethesda) wird von Studio Lambert produziert. Das Team steckt auch hinter der Reality-Umsetzung von „Squid Game“, deren Teilnehmer zum Teil massive Kritik an den Drehs äußerten: An einem verlassenen Militärflughafen nördlich von London mussten Teilnehmer etwa stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt stillstehen. Mehrfach mussten Teilnehmer von Notfallsanitätern versorgt werden, berichtete unter anderem die Sun. „Sie haben uns wie Pferde bei einem Pferderennen behandelt“, sagte eine Person dem Rolling Stone.
Voraussichtlich werden Amazon und Studio Lambert trotzdem keine Probleme haben, ausreichend Interessenten für die Reality-Show aufzutreiben. Immerhin winkt dem Gewinner ein „riesiger Cash-Preis“ – die genaue Summe wird noch nicht genannt.
„Angesiedelt in den bombensicheren Bunkern von Vault-Tec versetzt ‚Fallout Shelter‘ eine vielfältige Gruppe von Teilnehmern in eine immersive Welt, in der viel auf dem Spiel steht“, schreibt Amazon in der Ankündigung der Serie. „Fallout Shelter“ sei vom schwarzen Humor der Serie inspiriert und soll Teilnehmer vor eine Reihe anspruchsvoller Herausforderungen stellen. Auch moralische Dilemmata müssen die Spieler demnach lösen. Wann „Fallout Shelter“ ausgestrahlt wird, ist noch nicht bekannt.
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(dahe)
Künstliche Intelligenz
Netflix: Keine Änderung an Kino-Zeitfenster nach Warner-Kauf
Netflix versucht, die Sorge zu zerstreuen, dass die Übernahme des Hollywood-Urgesteins Warner Brothers die Zukunft der Filmtheater-Branche torpedieren könnte. Der Streaming-Riese werde das Kino-Geschäft von Warner keinen Risiken aussetzen, versicherte Co-Chef Ted Sarandos in einem Interview der New York Times. So werde man etwa das bisherige Zeitfenster von etwa 45 Tagen, die Filme exklusiv in Kinos laufen, beibehalten.
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Netflix hatte in der Vergangenheit wenig Begeisterung für Filmtheater gezeigt. Auf Fragen dazu antworteten Manager stets, dass es für die Firma wichtiger sei, Filme für hunderte Millionen Streaming-Kunden zu veröffentlichen, als sie in Kinos zu bringen. Zur Verkündung der Warner-Übernahmepläne hatte Sarandos noch signalisiert, dass Netflix von einer schrittweisen Veränderung der Zeiträume ausgehe, die Filme nur im Kino zu sehen seien. Amerikanische Kinobetreiber sorgen sich, dass ihnen bei kürzeren Exklusivfenstern überlebenswichtige Einnahmen entgehen könnten. Filme von Warner waren zuletzt ein wichtiger Stützpfeiler für das Geschäft der Kinos.
„Wir wollen gewinnen“
Sarandos betonte, dass Netflix nach einer Warner-Übernahme auch die Nummer eins im Kino-Geschäft sein wolle. „Wir wollen gewinne“ sagte er, und zwar sowohl am ersten Wochenende eines Films als auch bei den Einnahmen an den Kinokassen insgesamt. Durch Einblick in die Warner-Bilanzen habe Netflix festgestellt, dass das Kino-Geschäft des Hollywood-Konzerns besser laufe als man es angenommen habe.
Netflix will das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers in einem 83 Milliarden Dollar schweren Deal kaufen – ohne die aktuell noch zum Konzern gehörenden Fernsehsender wie CNN. Der Rivale Paramount dagegen bietet 108,4 Milliarden Dollar für das gesamte heutige Unternehmen Warner Bros. Discovery. Das Warner-Management entschied sich für das Netflix-Gebot, Paramount wandte sich danach direkt an die Aktionäre. Der Ausgang des Bieter-Wettstreits ist noch offen.
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