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Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste Überwachungskamera für außen im Test – Reolink Testsieger


Testsieger 4K

Reolink RLC-811A

Reolink RLC-811A im Test

Die Onvif-kompatible PoE-Überwachungskamera Reolink RLC-811A bietet eine Objekterkennung, die zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen differenziert.

VORTEILE

  • hohe Auflösung und Framerate (3840 × 2160 bei 25 fps) und optischen 5x-Zoom
  • ohne Cloud vollständig nutzbar, optionale Cloud-Speicherung
  • Per Smartphone-/Desktop-App und Browser leicht zu bedienen
  • dank ONVIF-Support leicht in Smart-Home-Zentralen und NAS-Systeme integrierbar
  • Zeitraffer-Funktion

NACHTEILE

  • Ethernet-Verkabelung erforderlich
  • leichte Schwächen bei Gegenlicht

Die Onvif-kompatible PoE-Überwachungskamera Reolink RLC-811A bietet eine Objekterkennung, die zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen differenziert.

Überwachungskameras mit Ethernet-Verkabelung bieten gegenüber WLAN-Modellen entscheidende Vorteile: Die Verbindung ist wesentlich stabiler und leistungsfähiger. Der Livestream steht auch bei 4K mit 3840 × 2160 Pixel und hoher Bandbreite sofort parat und auch der Zugriff auf vergangene Ereignisse gelingt deutlich schneller und zuverlässiger.

Praktisch ist obendrein, dass die Ethernet-Verbindung zudem die Energieversorgung übernehmen kann (PoE, Power over Ethernet). Da eine PoE-Verkabelung allerdings in bestehenden Objekten aufwendig sein kann, kommen PoE-Überwachungskameras vorwiegend im professionellen Umfeld zum Einsatz. Bauherren, die eine spätere Überwachung ihrer Immobilie in Betracht ziehen, sollten auf eine bedarfsgerechte PoE-Verkabelung achten.

Bei der PoE-Überwachungskamera Reolink RLC-811A handelt es sich um ein sehr leistungsfähiges Modell: Es unterstützt eine Auflösung von bis zu 4K mit maximal 25 fps, bietet dank zusätzlicher LEDs eine farbige Nachtsicht und kann dank eines 5-fach optischen Zooms Objekte vergrößert darstellen, ohne dass es dabei zu Qualitätseinbußen wie bei rein digitaler Vergrößerung kommt. Zudem integriert sie eine Zwei-Wege-Kommunikation, sodass Anwender die Kamera auch als Gegensprechanlage nutzen können.

Integriert ist außerdem eine smarte Objekterkennung, die zwischen Menschen, Tieren und Fahrzeugen differenziert. Eine lokale Aufzeichnung von Videos realisiert sie mithilfe einer microSD-Karte, die allerdings nicht zum Lieferumfang gehört. Anwender können die Reolink RLC-811A zudem mit einem Network Video Rekorder (NVR) oder einer Dritthersteller-Lösung wie einer NAS betreiben und aufgezeichnete Videos zentral abspeichern. Wie gut die Reolink in der Praxis funktioniert und was sie sonst noch zu bieten hat, zeigen wir in folgendem Testbericht.

Weitere Ausstattungsmerkmale und Lieferumfang

Die in einem klassisch länglichen Metallgehäuse (Bullet) gehaltene Kamera misst inklusive voll ausgefahrener Halterung 23,8 × 7,2 × 8 Zentimeter. Die Kamera ist nach IP66 gegenüber Staub und starkem Strahlwasser unempfindlich, bringt 838 Gramm auf die Waage und ist laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -10° und 55° Celsius und einer Luftfeuchte zwischen 10 und 90 Prozent einsatzbereit. Reolink bietet für die RLC-811A zwei Jahre Garantie.

Der Lieferumfang enthält neben der Kamera noch Netzwerkkabel, Montageplatte sowie Lochschablone und Schrauben und Dübel zur Befestigung. Gegen das Eindringen von Wasser an der Verbindungsstelle zwischen den Netzwerkkabeln liegt auch eine wasserfeste Hülle inklusive Gummidichtungen bei. Neben dem 100-MBit/s-Ethernet Anschluss führen noch zwei weitere Kabel aus dem Gehäuse. Das eine bietet einen runden 12-Volt-Eingang für ein entsprechendes Netzteil (nicht im Lieferumfang), um damit die Kamera mit Strom zu versorgen, wenn sie nicht mit einem PoE-Switch/Injektor verbunden ist. Im anderen gibt es etwas eingelassen einen Reset-Knopf, mit dem man die Reolink RLC-811A in den Auslieferungszustand zurücksetzen kann.

Weitere Funktionen und Inbetriebnahme der Reolink RLC-811A

Die Inbetriebnahme erfolgt entweder mit der Reolink-App, die für iOS und Android vorliegt, dem Desktop-Client, der für macOS und Windows erhältlich ist oder mit einem Browser. Egal für welchen Weg man sich auch entscheidet, nach wenigen Minuten ist die Einrichtung abgeschlossen und die Kamera einsatzbereit (siehe auch Bildergalerie). Egal mit welcher Lösung man die Kamera betreibt, die Bedienoberfläche ist größtenteils identisch. Man muss sich also nicht umgewöhnen. Die Einstellungsoptionen sind logisch aufgebaut, sodass selbst unerfahrene Anwendern mit der Einrichtung und den wichtigsten Kameraeinstellungen kaum Probleme haben dürften.

Um eine microSD-Karte einzusetzen, muss man das Gehäuse mit dem im Lieferumfang beiliegenden Torx-Montageschlüssel öffnen und ein entsprechendes Speichermedium, maximal werden Modelle mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte unterstützt, in den microSD-Card-Slot einrasten (siehe auch Bildergalerie).

Die Kamera bietet wie die Dome-Variante RLC-842A (Testbericht) ein motorisiertes Objektiv und realisiert darüber einen fünf-fachen optischen Zoom. Ohne Vergrößerung bietet die RLC-811A ein 105° großes horizontales Sichtfeld, vertikal sind es 55°. Durch die Zoom-Funktion reduziert sich das Sichtfeld allerdings erheblich auf 31° horizontal und 17° vertikal, sodass man diese Limits für eine optimale Ausrichtung beachten muss.

Einstellungen & Benachrichtigungen

Die Einstellungen der Kamera erreichen Anwender über das Zahnradsymbol. Dabei stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung. So kann man etwa unter Display die Qualität der Aufnahme und des Livestreams für die Betriebsarten Klar und Flüssig in Bezug auf Auflösung, Bildrate (fps) und maximale Bitrate (kbps) anpassen. Für Klar stehen neben der UHD-Auflösung von 3840 × 2160 Pixel noch 2560 × 1440 und 2304 × 1296 Pixel zur Auswahl. Die Bitrate kann man auf 4, 5, 6 7 und 8 MBit/s einstellen und bei der Bildrate niedrigere Werte als standardmäßig 25 fps auswählen. Für die Option Flüssig lässt sich hingegen die Auflösung von 640 × 360 Pixel nicht verändern, wohl aber die Bild- und auch die maximal Datenrate. Im Livestream steht mit der Option Balanciert eine weitere Darstellungsmöglichkeit parat, deren Parameter (896 × 512 Pixel, 20 fps) man jedoch nicht verändern kann. Zudem können Anwender den Bildrate-Modus von einer automatischen Anpassung auf konstant umstellen.

Mit diesen Einstellungsmöglichkeiten können Anwender die Reolink optimal auf unterschiedliche Situationen anpassen. Möchten diese etwa per Smartphone aus der Ferne auf die Kamera zugreifen, erfolgt die Übertragung trotz Ethernet-Verkabelung teilweise über Funk. Zu hohe Qualitätseinstellungen können dazu führen, dass das Funknetz überlastet und der Livestream unterbrochen wird. Wird die Reolink hingegen ausschließlich lokal über Ethernet gesteuert, kann man sie mit den maximal möglichen Einstellungen betreiben, um somit die beste Bildqualität zu erreichen.

Privatsphärenmaske

Um die Reolink RLC-811A datenschutzkonform zu betreiben, wenn sie etwa auf öffentliches Gelände oder ein fremdes Grundstück ausgerichtet ist, können Anwender unter Privatsphärenmaske drei Zonen definieren, in denen keine Aufnahme erfolgt respektive dieser Bereich im Video geschwärzt ist (siehe auch Bildergalerie).

Im Abschnitt Alarm-Einstellungen können Anwender die Empfindlichkeit bei der Bewegungserkennung einstellen. Grundsätzlich unterscheidet die Kamera bei der Bewegungserkennung zwischen Menschen, Fahrzeuge, Haustieren und anderer sich bewegenden Objekte. Zudem lassen sich Alarme einschränken, indem man unter Bewegungszonen Bereiche für Personen, Fahrzeuge, Tiere und andere Objekte definiert, in denen keine Alarmierung erfolgen soll.

Unter Dimension des Objekts können Nutzer außerdem noch einen minimalen und maximalen Größenbereich für ein Objekt festlegen, außerhalb dessen kein Alarm erfolgt. Zur Feinjustierung von Alarmen kann man diese auf bestimmte Wochentage und Stunden eingrenzen. Eine jährliche Planung steht hingegen nicht zur Verfügung. Mit diesen Einstellungsmöglichkeiten treten im Test praktisch keine Fehlalarme auf.

Benachrichtigungen zu Alarmen erfolgen per Pushbenachrichtigung und optional über E-Mail. Für letzteren Übertragungsweg lassen sich bis zu drei E-Mail-Adressen konfigurieren, wobei die erste mit Angabe des SMTP-Servers und Ports konfiguriert sein muss. Im Test hat das mit einem Gmail-Konto mit aktivierter Zwei-Faktor-Überprüfung aber nicht funktioniert. Ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung verläuft die E-Mail-Benachrichtigung problemlos. Einen Gerätealarm in Form einer Sirene gibt es ebenfalls.

Die Kamera zeichnet Videos nicht nur bei Bewegung oder kontinuierlich auf. Wer sie nicht zu Sicherheitszwecken verwendet, kann sie dank integrierter Zeitraffer-Funktion auch nutzen, um den Fortschritt beim Hausbau oder anderer Ereignisse zu dokumentieren. Für die Konfiguration empfiehlt die App je nach Verwendung unterschiedlich lange Intervalle.

Praxiseinsatz und Aufnahmequalität

Die Kamera reagiert schnell auf Nutzereingaben, wenn sie vom Desktop aus per Client oder Browser gesteuert wird. Dank Ethernet-Verbindung erfolgt auch die Darstellung des Livestreams mit maximaler Auflösung und Datenrate nahezu verzögerungsfrei. Auch im lokalen WLAN kommt es mit unserem Setup zu keinen Problemen, wenn man die Kamera per Smartphone-App steuert.

Der Zugriff von unterwegs ist allerdings nicht unproblematisch: Hier kommt es im Test des Öfteren zu Unterbrechungen des Livestreams, was allerdings kein Alleinstellungsmerkmal von Reolink-Überwachungskameras ist, sondern auch mit Modellen anderer Hersteller von 4K-Kameras passiert. Reduziert man die Auflösung der Kamera, gibt es auch von unterwegs keine Probleme mit dem Livestream. Apropos unterwegs: Möchte man den Livestream der Kamera über das Mobilfunknetz abrufen, erscheint unter dem Play-Button der Hinweis „Abspielen über Mobilfunkdaten“. Diese Warnung ist angesichts der hohen Datenmengen einer 4K-Kamera und Nutzung eines Volumenvertrags sehr nützlich.

Die Aufnahmequalität ist in puncto Bild und Ton insgesamt gut. Die Gegensprechfunktion funktioniert tadellos und Videos und Bilder sind dank 8-Megapixel-Auflösung bei Tag und bei Nacht detailreich und scharf. Bei Dunkelheit aktiviert die Kamera fünf sogenannte Spotlight-LEDs, die für eine 450 Lumen helle Beleuchtung sorgen und damit farbige Aufnahmen auch bei Dunkelheit ermöglichen. Diese sind aber auch abschaltbar, sodass dann die vier Infrarot-LEDs für eine Nachtsicht in Schwarz-Weiß sorgen. Die Nachtsicht soll in beiden Fällen 30 Meter weit reichen.

Auf unserer Test-Terrasse mit elf Meter Breite war die Ausleuchtung in beiden Fällen einwandfrei. Gut gelungen sind auch die Aufnahmen mittels optischen Zooms. Anders als bei einer mehrfachen digitalen Vergrößerung liefert die optische Variante keinen Pixelbrei, sondern klare Aufnahmen mit vielen Details. Tagsüber neigt die Kamera bei einem hohen Dynamikumfang dazu, helle Bereiche etwas überzubelichten. Immerhin erlauben die Bildeinstellungen, die standardmäßig auf Automatik stehen, durch eine manuelle Anpassung dieses Problem etwas abzumildern. An die erstklassige Bildqualität der Annke-Kameras NCD800 (Test) und NC400 (Test) reicht die Reolink aber nicht heran.

Smart-Home: Google Assistant, Amazon Alexa, ONVIF-Support, NAS

Über Amazon Alexa und Google Assistant können Anwender die Reolink RLC-811 auch per Sprache steuern. Hierfür wird allerdings ein Konto bei Reolink benötigt, das mit dem Amazon- oder/und Google-Konto gekoppelt werden muss. Dann ist es auch möglich, den Livestream der Kamera auf einem smarten Display (Ratgeber) wie Amazon Show oder Google Nest Hub wiederzugeben.

Dank Onvif-Support findet die Reolink RLC-811A auch Anschluss an entsprechend kompatible Smart-Home-Zentralen (Bestenliste). Unter Homey Pro (Test) ist die Einbindung wie auch bei anderen Onvif-Kameras (Ratgeber) nahezu perfekt. Zwar gibt es wie üblich nur ein Standbild statt eines Livestreams, aber dafür erfasst die Smart-Home-Zentrale Bewegungs- und Sabotage-Ereignisse, die Anwender für Automatisierungen nutzen können.

Auch wird die Kamera von Onvif-kompatibler Software und auch von NAS-Systemen unterstützt. Im Test mit der Synology DS223 und der für die Plattform erhältlichen Surveillance Station hat der Zugriff auf die Reolink RLC-811A einwandfrei funktioniert. Der Onvif-Support garantiert außerdem den Weiterbetrieb der Reolink-Kamera, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – vom Hersteller nicht mehr unterstützt wird.

Die Smart-Home-Zentrale Homey Pro kann die Reolink RLC-811A wie viele andere Onvif-kompatible Überwachungskameras für Automatisierungen nutzen.

Preise

Reolink verkauft die Bullet-Überwachungskamera RLC-811A regulär für 130 Euro. Sie ist in Schwarz und in Weiß erhältlich. Aktuell kostet sie bei Amazon mit einem Rabatt 110 Euro.

Fazit

Die PoE-Überwachungskamera Reolink RLC-811A kann im Test nahezu in jedem Bereich überzeugen. Mit 4K-Auflösung und einer Bildrate von 25 fps liefert sie bei Tag und bei Nacht detailreiche und scharfe Aufnahmen. Die gute Bildqualität bleibt auch bei Vergrößerungen dank des optischen 5x-Zooms erhalten.

Sicher gibt es Modelle, die wie die Annke NCD800 bei Gegenlicht und nachts eine noch bessere Bildqualität bieten, dafür aber deutlich mehr kosten. Mit einem Preis von aktuell 110 Euro gibt es aber kaum ein anderes Modell, das die mit der Reolink RLC-811A mithalten kann. Erst recht nicht, wenn man dank Onvif-Support die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten mit NAS- oder Smart-Home-Koppelung berücksichtigt. Zudem bietet Reolink mit Zeitrafferaufnahmen ein Feature, das nur sehr selten bei Überwachungskameras zu finden ist und wenn, dann ist es meist nicht so einfach konfigurierbar wie bei der Reolink. Anwender können die Reolink außerdem vollständig lokal und sogar mit Dritthersteller-Software betreiben. Kosten für ein Cloud-Abonnement, wie bei Ring und Arlo üblich, fallen standardmäßig auch nicht an.

Abgerundet werden die guten Leistungen der Hardware durch eine einfache Bedienung der Software, wobei man beim Wechsel von App zu Desktop-Client oder Browser eine einheitliche Bedienoberfläche vorfindet und sich nicht umgewöhnen muss. Wie bei allen PoE-Überwachungskameras muss man allerdings die Herausforderungen bei der Verkabelung meistern.

Der Testbericht stammt vom 7.3.2023. Bei attraktiven Angeboten wird er aktualisiert.



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Hinterland of Things: Kernfusion und Drohnentechnik suchen Kapital


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Die Entwicklung der Kernfusion gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte und als eine der kapitalintensivsten, während viele Software-Start-ups mit vergleichsweise wenig Kapital starten können. Auf der Start-up-Konferenz Hinterland of Things erklärte Armin Reinartz von Proxima Fusion, dass die wissenschaftlichen Grundlagen inzwischen vorhanden seien. Die eigentliche Herausforderung bestehe nun darin, daraus eine wirtschaftlich tragfähige Technologie zu machen.

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Das Münchner Start-up, das eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik ist, hat nach eigenen Angaben eine der bislang größten privaten Finanzierungsrunden eines europäischen Fusions-Start-ups abgeschlossen. Es entwickelt Fusionsreaktoren, sogenannte Stellaratoren, die extrem heißes Plasma mithilfe komplexer Magnetfelder einschließen sollen, um Energie nach dem Vorbild der Sonne zu erzeugen.

Der nächste große Meilenstein soll 2027 erreicht werden. Dann will das Unternehmen einen neu entwickelten Magneten präsentieren, der später Teil eines Fusionsreaktors werden soll. Anfang der 2030er Jahre soll mit „Alpha“ ein Demonstrator folgen. Langfristig arbeitet Proxima auf kommerzielle Fusionskraftwerke hin. In den USA und China fließen Reinartz zufolge bereits Milliardenbeträge in die Entwicklung von Fusionstechnologien. Europa müsse nun entscheiden, ob die künftige Wertschöpfung rund um Fusionskraftwerke auf dem Kontinent entstehen solle oder ob die Technologie später aus dem Ausland bezogen werde.

Für Investoren unterscheiden sich Fusionsunternehmen deutlich von klassischen Software-Start-ups. Statt Nutzerzahlen oder Umsatzwachstum stehen technische Fortschritte und klar definierte Entwicklungsziele im Mittelpunkt, um das hohe Risiko zu minimieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Lieferkette. Proxima arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit mittelständischen Zulieferern zusammen und sieht erhebliches Potenzial für weitere Industriepartner. Für den Aufbau einer europäischen Fusionsindustrie werde eine Vielzahl spezialisierter Unternehmen benötigt.

Als Beispiel nannte Reinartz die Rolf Kind GmbH aus Lindlar. Das mittelständische Unternehmen fertigt hochpräzise Stahlkomponenten, sogenannte „Pancakes“, aus denen die Magneten für den Reaktor aufgebaut werden. Gerade bei der Kernfusion komme es auf höchste Fertigungsqualität an. Bereits kleinste Materialfehler könnten dazu führen, dass die supraleitenden Magneten ihre Funktion verlieren. Im internationalen Wettbewerb sieht Reinartz darin einen Vorteil für deutsche und europäische Industrieunternehmen. Während Hersteller aus China in vielen Industriebereichen häufig über den Preis konkurrierten, seien für Fusionsanlagen vor allem Präzision, Zuverlässigkeit und Fertigungsqualität entscheidend. Mit dem Demonstrator Alpha könnte die Nachfrage nach solchen Komponenten deutlich steigen. Nach Einschätzung von Reinartz müssten sich die Kapazitäten deutlich erhöhen.

Daher bleibt die Finanzierung ein Thema. Dr. Sarah Theinert von UVC Partners, einem an Proxima Fusion beteiligten Venture-Capital-Investor, warnte auf der Veranstaltung davor, dass es in Europa weiterhin an ausreichend Wachstumskapital mangele. Die Gefahr bestehe darin, dass wichtige Zukunftstechnologien zwar in Europa entwickelt würden, größere Finanzierungsrunden später aber von Investoren aus den USA oder Asien getragen werden.

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Die Diskussion über Zukunftstechnologien beschränkte sich auf der Konferenz nicht auf die Kernfusion. Auch Unternehmen aus der Drohnen- und Luftfahrtbranche warben für mehr Investitionen in Deep-Tech-Projekte. Matthias Lehna von Quantum Systems und Maximilian Oligschläger von ERC System betonten, dass die Branche von den geopolitischen Veränderungen und daraus entstehenden neuen Sicherheitsanforderungen profitiert. Quantum Systems entwickelt KI-gestützte „Aufklärungsdrohnen“ und autonome Luftfahrtsysteme für zivile und militärische Anwendungen. ERC System arbeitet an hybridelektrischen Senkrechtstartern (eVTOL), die künftig unter anderem in der Logistik, bei Rettungsdiensten und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden sollen.

Besonders der Krieg in der Ukraine habe die Entwicklung unbemannter Systeme beschleunigt. Er habe gezeigt, wie schnell sich Drohnen und ihre Einsatzkonzepte weiterentwickeln können. Hardware werde teilweise innerhalb weniger Monate angepasst, Software sogar innerhalb weniger Wochen. Der Einsatz unbemannter Systeme habe Lehna zufolge eine Dynamik ausgelöst, die weit über klassische Rüstungsprojekte hinausgehe.

Oligschläger verwies dabei auf strukturelle Unterschiede zu den USA und China. Europa verfüge über starke Forschungseinrichtungen und Ingenieurskompetenz, sei aber oft zu langsam bei der Industrialisierung und Skalierung neuer Technologien. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, aus wissenschaftlichen Durchbrüchen erfolgreiche Unternehmen und industrielle Wertschöpfung zu machen. Dafür brauche es nach Ansicht der Diskutanten mehr Risikokapital, schnellere Skalierung und langfristige politische Unterstützung.


(mack)



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Apple Music: Hi-Res-Lossless-Audio erstmals für Apple TV 4K


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Apple-TV-User fühlen sich aktuell vergessen: Weder hat Apple seit 2022 neue Modelle auf den Markt gebracht, noch während seiner WWDC-Keynote in der vergangenen Woche das Betriebssystem tvOS 27 überhaupt großartig erwähnt. Interessierte mussten sich daher die Details aus verschiedenen Website-Dokumenten zusammensuchen. Eines davon betrifft die Musikwiedergabe auf der Multimediabox: Künftig wird es möglich, hochauflösendes, verlustfreies Songmaterial wiederzugeben. Das geht zunächst aber nur mit Apple Music, ob auch andere Streaming-Apps das Format via API unterstützen werden, blieb zunächst unklar.

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Die grundlegende Unterstützung für Lossless-Audio im Rahmen von Apple Music hatte Apple den Apple-TV-Geräten bereits mit tvOS 26 spendiert. Technisch drin sind seither 24 Bit mit bis zu 48 kHz. Nun kommt Apples Hi-Res-Lossless-Format hinzu. Dieses beherrscht mehr als 48 kHz, schafft bis zu 192 kHz bei 24 Bit. Das neue Format verspricht ein noch natürlicheres Klangbild, wobei man dafür schon sehr gute Ohren haben muss.

Das Material muss zudem überhaupt als Hi-Res-Lossless-Audio vorliegen, was vor allem bei neuerer Musik sowie Klassikeralben der Fall ist, die ein entsprechendes Remastering hinter sich haben. Apple verspricht „Audiowiedergabe in Studioqualität“, wobei dies viel mit den hinter dem Apple TV hängenden Verstärkern und Lautsprechern zu tun hat. Lossless-Formate komprimieren Medien ohne Kompressionsverluste und entpacken sie dann ins Originalformat. In einem Supportdokument erklärt Apple, wie man das verlustfreie Songmaterial wiedergibt. Verschiedene Geräte bieten hier verschiedene Möglichkeiten.

Weitere Neuerungen in tvOS betreffen die AutoMix-Funktion, die Songs mithilfe von KI überblenden kann. Diese ist erstmals auf Apple-TV-Geräten verfügbar (sowie auf dem HomePod). Weiterhin hat Apple die Podcasts-App für tvOS überarbeitet. Sie kommt in einem neuen Look, mit zusätzlichem Fokus auf Video-Podcasts, einer neuen Navigationsleiste und verbesserten Suchfunktionen.

tvOS 27 erscheint im Herbst. Entwickler dürfen bereits eine Betaversion ausprobieren. Eine Public Beta erscheint vermutlich im kommenden Monat.

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(bsc)



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Kommentar KI – es wird nicht ohne gehen


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Vielleicht geht es Ihnen ja wie mir und Sie rollen bloß noch genervt mit den Augen, wenn das Stichwort KI fällt. Zwar haben die Chatbots, also ChatGPT, Claude, Gemini & Co. mit künstlicher Intelligenz gar nicht so viel zu tun. Vielmehr sind sie sehr ausgefuchste Statistik im Hinblick auf Sprache, weshalb die Bezeichnung Large Language Model, kurz LLM, angemessener ist. Für diese Differenzierung allerdings hat man im Marketing keinen Nerv und auch keine Zeit. Also KI rauf und runter, den ganzen Tag: KI am Smartphone, KI bei der Arbeit, KI zu Hause und so weiter. Und viel zu oft mit missionarischem Eifer: Google etwa tischt einem mittlerweile regelmäßig ungebeten halbgare Antworten als erstes Ergebnis bei einer einfachen Suche auf. Kratzt man sich bei der Verwendung eines Computers mit Microsoft Windows am Kopf, offeriert Copilot gleich eine Liste der Dermatologen in der Gegend, zumindest gefühlt. Und wer derzeit Doomscrolling auf Instagram & Co. betreibt, wird mit Anzeigen für KI nur so bombardiert: Marketing und Vertrieb? Erledigt jetzt die KI. Partnersuche? KI. Buchhaltung? Sie ahnen es …

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Ein Kommentar von Martin Gerhard Loschwitz

Ein Kommentar von Martin Gerhard Loschwitz

Martin Gerhard Loschwitz ist freier Journalist und beackert regelmäßig Themen wie OpenStack, Kubernetes und Ceph.

Vielleicht ist es gerade die Penetranz der Präsentation, die vielerorts für totalen Verdruss im Hinblick auf das Thema KI sorgt. Aber auch das ist Teil der Wahrheit: Schon heute lassen sich LLMs durchaus sinnvoll und effizient einsetzen. Ich selbst habe um die gängigen KI-Modelle lange einen großen Bogen gemacht, bis mir eine – eher aus Jux – in Claude eingegebene Frage sehr eindrucksvoll bewiesen hat, wie gut sich manche Aufgaben des Alltags mit LLMs bereits heute erledigen lassen. Und wie viel effizienter.

Passend dazu häufen sich dieser Tage die Meldungen, wonach deutsche Organisationen ihren Mitarbeitenden die Verwendung der großen LLMs untersagen oder sogar technisch verunmöglichen. Mit teils abenteuerlichen Begründungen: So sei etwa unklar, wem der geschaffene Code gehöre. Und natürlich darf das bisweilen merklich überstrapazierte Argument des Datenschutzes nicht fehlen, ganz so, als werde man quasi gezwungen, mit Gemini & Co. sensible Informationen zu teilen. Ein derartiges Vorgehen passt im stark innovationsaversen Deutschland freilich gut ins Bild – neue Dinge werden erst verboten und danach in Grund und Boden reguliert. Der Ansatz löst aber wie üblich keine Probleme, sondern schafft eher neue.

Denn Fakt ist: Gut trainierte LLMs lösen viele alltägliche Aufgaben besser und schneller, als ein Mensch es in derselben Situation jemals vermochte. Man kann hier einerseits rein monetär denken und auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt abstellen. Dann ist kaum zu rechtfertigen, dass ein Entwickler wochenlang auch an einigermaßen einfachem Code sitzt, den Claude in ein paar Stunden zusammenbaut, und zwar in einer vergleichbaren Qualität. Ja, Vibe Coding kann ein Problem sein. In den Händen von guten Entwicklern mit echtem Domänenwissen allerdings werden Claude & Co. zu einem mächtigen Werkzeug. Weigert man sich auf Ebene von Firmen und Konzernen, Gebrauch davon zu machen, bindet man sich einen riesigen Wettbewerbsnachteil völlig notlos ans Bein, zusätzlich zu den Herausforderungen, mit denen die deutsche Wirtschaft ohnehin bereits konfrontiert ist.

Was im Übrigen durchaus Raum für Schabernack bietet – was käme wohl heraus, sperrte man in Konzernen die Bilanzoptimierer (pro-KI) der einen Unternehmensberatung mit den Rechtsbeiständen (anti-KI) der anderen Unternehmensberatung in einen Raum, um Vor- wie Nachteile der KI abschließend zu klären? Vermutlich ließen sich für solch ein Ereignis Eintrittskarten hervorragend vermarkten.

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Man kann LLM aber auch vor einem anderen Hintergrund betrachten: In einer immer komplexeren Welt kann KI nämlich auch das Werkzeug sein, dessen Verwendung schlicht notwendig ist, um immer komplexere Lösungen für stetig komplizierter werdende Probleme zu finden. Ein tagesaktuelles Beispiel verdeutlicht das eindrucksvoll: Die Streitkräfte der Ukraine setzen im von Russland völkerrechtswidrig begonnenen Angriffskrieg gegen ihr Land seit Monaten auf per KI vernetzte Billig-Drohnen. So gelingt es nicht nur, mit Drohnen, deren Stückpreis kaum über 2000 US-Dollar liegt, Shahed-Drohnen abzufangen, die ein Dutzendfaches davon kosten – ein Return-on-Invest also, wie ihn selbst kühne BWLer sich kaum vorzustellen trauen. Sondern ganz praktisch kann jedes Geschoss aus Russland, das nicht in der Ukraine einschlägt, dort auch keine Menschen ermorden. Das Prinzip funktioniert so gut, dass vielerorts an der Front das Momentum im Augenblick klar bei der Ukraine liegt. Längst schielen europäische Verteidigungspolitiker und Militärs auf die in der Ukraine entwickelten Lösungen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte, die in dieser Form ohne KI schlicht nicht denkbar wäre.

Angesichts der Vorteile ist kaum davon auszugehen, dass LLMs absehbar wieder in der weltweiten Versenkung verschwinden. Begegnet man ihnen mit kategorischer Ablehnung, wie es in Europa und insbesondere in Deutschland derzeit gut zu beobachten ist, macht man es sich nicht nur selbst unmöglich, von den Vorteilen der Technologie zu profitieren. Sondern man unterbindet auch Diskurs zu einer Reihe von Fragen, mit denen wir uns als Gesellschaft besser gestern als heute beschäftigt hätten.

Absehbar ist etwa bereits heute, dass KI einen Kahlschlag im Hinblick auf Arbeitsplätze impliziert. Längst kursieren Tabellen, aus denen sich ablesen lässt, welche Berufsgruppen es vermutlich zuerst erwischen wird. Buchhalter beispielsweise stehen in diversen Studien ganz oben auf der Abschussliste. Und gerade Buchhalter sind an dieser Stelle ein hervorragendes Beispiel für den praktischen Nutzen von KI. Buche ich in Berlin ein Taxi per Free Now, muss ich den daraus resultierenden Beleg in der Buchhaltung auf drei Kategorien aufteilen. Den eigentlichen Fahrpreis (7% USt.), das Trinkgeld (0% USt.) sowie die Servicegebühr des Fahrtenvermittlers (19% USt.). Will ich in Lexware den Lieferanten richtig erfassen, muss ich diesen auch noch händisch korrigieren. Pro Beleg sind das 30 Sekunden, in denen ich ebenso gut etwas Sinnvolleres tun könnte. Könnte ich stattdessen den jeweiligen Beleg der KI vor die Füße werfen, sodass diese ihn korrekt aufgeteilt verbucht – worin läge der Mehrwert, stattdessen Handarbeit zu leisten?

Auch typische MINT-Jobs sind durch KI offensichtlich gefährdet. Und selbst altehrwürdigen Berufen wie den Rechtsanwälten dürfte es früher oder später an den Kragen gehen. Das alles birgt genug sozialen Sprengstoff. Erinnern Sie sich an die Debatten vor einigen Jahren, was man denn mit arbeitslosen Fernfahrern tun solle, wenn autonome LKW marktreif sind? Die KI-Diskussion ist im Kern dieselbe, allerdings auf Steroiden und mit viel größerer gesellschaftlicher Sprengkraft. Und Deutschland wird ebenso wenig wie Europa die Insel der vermeintlich Glücksseligen sein, die dem Sturm der Innovation dauerhaft trotzt. Wir müssen stattdessen schleunigst mit der gesellschaftlichen Debatte darüber beginnen, wie wir die sozialen Auswirkungen von KI abfedern und handhaben wollen, statt das Thema den jüngeren Generationen ungelöst zu vererben. „Nach mir die Sintflut“ funktioniert nicht. Und hoffen, dass der Megatrend KI wieder verschwindet, ebenso wenig.

Und obendrein muss Europa – mal wieder – die Frage beantworten, wie es sich in Sachen KI schlagkräftig positionieren will, um nicht – mal wieder – unter die Räder der Technologieriesen aus dem Silicon Valley zu geraten. Die Regierung Trump hat es neulich deutlich gemacht: Weil man die neuen Claude-Modelle Fable 5 und Mythos 5 für zu mächtig hielt, untersagte man kurzerhand ihren Export aus den USA. Anthropic musste die Modelle daraufhin global abschalten, weil selbst eigene Mitarbeitende ohne US-Pass von der Exportbeschränkung betroffen wären und man schlechterdings nicht feststellen kann, welcher Nutzer der Software US-Bürger ist oder nicht. Wenn Unternehmen hierzulande aus Mangel an europäischen Alternativen also ChatGPT & Co. einsetzen, ist das nicht weniger als ein weiterer Schritt in die völlige digitale Abhängigkeit. Und mithin das genaue Gegenteil zur richtigen und wichtigen digitalen Souveränität aus Sicht Europas.

KI ist keinesfalls das Allheilmittel, als das ihre Erfinder es gern anpreisen. Aber sie lässt sich gut und hilfreich einsetzen. Verbieten reicht deshalb schlicht nicht. Und je länger man hierzulande mit dem Fuß aufstampft und „ich will aber nicht“ postuliert, desto kürzer wird die Zeit, in der sich ein Modell für den sinnvollen Umgang mit dem Thema erdenken lässt. Die Uhr tickt längst. Für Europa. Und für Deutschland.


(fo)



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