Künstliche Intelligenz
Top 5: Der beste Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Test – schon ab 23 Euro gut
Bose Soundlink Micro 2
Der Bose Soundlink Micro Bluetooth-Lautsprecher will im Test trotz kompakter Bauweise mit kraftvollem Klang überzeugen.
- kompakt & leicht
- exzellente Verarbeitung & robust
- IP67 wasserdicht & staubdicht
- Lange Akkulaufzeit
- gute App mit Equalizer
- hoher Preis
- Bass unsauber
- kein integriertes Mikrofon
- schwammige Tastenbedienung
Bose Soundlink Micro 2 im Test: Dieser Mini-Bluetooth-Lautsprecher ist zu teuer
Der Bose Soundlink Micro Bluetooth-Lautsprecher will im Test trotz kompakter Bauweise mit kraftvollem Klang überzeugen.
Die Marke Bose hat den Ruf, hochpreisige Lautsprecher mit ausgewogenem Klang zu verkaufen. Mit dem Soundlink Micro 2 hat der Hersteller jetzt einen Mini-Bluetooth-Lautsprecher im Programm, der ebendiese Bose-Qualität in kompakter Bauweise liefern soll. Robuste Verarbeitung, klarer Klang und kraftvolle Bässe – das hat der Speaker auf dem Papier zu bieten. Aber kann er diese Versprechen auch in der Praxis einlösen? Und ist das Gesamtpaket den recht hohen Preis von 108 Euro (Coolblue) wert? Genau das finden wir im Test heraus.
Design und Verarbeitung des Bose Soundlink Micro 2
Der Bose Soundlink Micro 2 ähnelt optisch ein wenig dem Teufel Boomster Go. Er setzt auf das gleiche quadratische Design mit dem Durchmesser und der doppelten Dicke einer Tafel Rittersport. Mit Maßen von 10,40 cm x 4,30 cm x 10,40 cm und einem Gewicht von 330 g ist er aber etwas kleiner und leichter als die Teufel-Konkurrenz. Dank der geringen Größe passt er gut in den Rucksack oder die Handtasche, aber auch in größere Jackentaschen.
Bei der Farbauswahl setzt Bose auf dezente Zeitlosigkeit. Der Soundlink Micro 2 ist in Schwarz, Sandstein, Blütenrosa, Petrol und Babyblau erhältlich. Alle Farben passen zum Kern der Marke. Knallige, aufregende Designs sucht man vergebens. Die Farbe Blütenrosa, die aussieht wie gerötete Haut, setzt ungewohnte Akzente, die eindeutig Geschmackssache sind.
Der Speaker ist fast vollständig mit einer Silikonummantelung überzogen, wobei kleine Wölbungen an der Unterseite als rutschfeste Standfüße fungieren. Die integrierte Trageschlaufe aus Textil und Silikon dient gleichzeitig als Halteband mit Klettverschluss, über das sich der Lautsprecher beispielsweise am Lenker eines Fahrrads befestigen lässt. Das klappt im Test recht gut, weil die Gummierung an der Unterseite des Bandes ein Verrutschen verhindert. Allerdings hätte das gesamte Halteband gerne etwas länger sein können.
Bei der Verarbeitung lässt der Bose Soundlink Micro 2 keine Wünsche offen. Dank der Silikonummantelung ist der Mini-Bluetooth-Lautsprecher stoßfest und übersteht Stürze aus einem Meter an Höhe auf Steinboden oder Asphalt ohne Schäden. Dank Schutzklasse IP67 ist der Speaker sowohl staubgeschützt als auch zeitlich begrenzt bis zu einem Meter an Tiefe wasserdicht. Damit bewegt sich der Soundlink Micro auf vergleichbarem Terrain wie der Teufel Boomster Go.
Wie gut ist der Klang des Bose Soundlink Micro 2?
Bose macht keinerlei Angaben zur Leistung, dem Frequenzbereich oder zu den eingebauten Hoch- und Tieftönern des Speakers – auf den ersten Blick ein eher schlechtes Zeichen, denn bei einem Hersteller dieser Preisklasse wären entsprechende Details normalerweise ein Verkaufsargument.
Aber was zählt, ist der Praxistest, und da macht der Soundlink Micro 2 eine gute Figur. Gesprochene Inhalte wie Podcasts kommen angenehm deutlich und klar aus dem Speaker, auch wenn der Klang generell wie beim Teufel Boomster Go oder JBL Go 3 vom Hörwinkel abhängig ist. Hängt man den Speaker aufrecht mit dem Halteband auf, sollte man sich am besten davor aufhalten. Ansonsten legt man den Lautsprecher auf den Boden, um ein optimales Klangerlebnis zu erhalten.
Bei Musik hat der Mini-Bluetooth-Lautsprecher dann aber doch ein paar Probleme, und die haben vor allem mit dem Bass zu tun, den Bose eigentlich als besonders kraftvoll bewirbt. Das ist er auch, denn schon bei mittlerer Lautstärke vibriert der kleine Brüllwürfel merklich.
Gleichzeitig wirkt der Bass aber arg verwaschen und unsauber. Bei The Weeknds “Die For You” mischt der Soundlink Micro 2 die tiefen Töne zu einem dumpfen Brei zusammen, gegen den dann auch der Gesang nicht mehr ankommt. Etwas besser sieht es bei “Blinding Lights” aus, weil die Höhen hier recht klar bleiben. Trotzdem wird auch hier der Gesang vom Bass verschluckt.
Wer den Equalizer der Bose-App benutzt, kann gegensteuern. Bei vollen Höhen und komplett wegreguliertem Bass klingt der Sound etwas besser, aber immer noch verwaschen.
Bei klassischer Musik ergibt sich ein ähnliches Bild, allerdings hat der Bose-Speaker hier vor allem Probleme mit den Höhen. Beethovens Streichquartett #3 in D-Dur klingt einfach zu schrill, wenn die Violinen einsetzen, während der Kontrabass bei von Dittersdorfs Konzert für Kontrabass #1 unsauber und matschig rüberkommt.
Alles in allem ist der Sound des Soundlink Micro 2 aber trotzdem nicht schlecht. Gemessen an der geringen Größe des Mini-Bluetooth-Lautsprechers lassen sich die Probleme und Unsauberkeiten verschmerzen. Der Teufel Boomster Go konnte uns im Test bei ähnlicher Größe und geringerem Preis aber eher überzeugen.
Wo die App-Anbindung für zusätzliche Features sorgt, müssen Käufer des Soundlink Micro 2 allerdings auf weitere Extras verzichten: Der Speaker verzichtet auf ein integriertes Mikrofon und eignet sich daher weder als Freisprecheinrichtung für Telefonate noch als Eingabegerät für Sprachassistenten. Ein AUX-Anschluss für externe Geräte fehlt ebenso.
Bedienung und App des Bose Soundlink Micro 2
Um den Soundlink Micro 2 zu bedienen, nutzen wir primär die physischen Tasten auf der Oberseite des Mini-Bluetooth-Lautsprechers. Etwas irritierend: Der An- und Ausschaltknopf befindet sich an der unteren Kante neben dem USB-C-Anschluss. Zudem wirken die Druckpunkte der unbeleuchteten Tasten recht schwammig. Wir müssen viel Kraft aufwenden, um eine Eingabe zu tätigen.
Zusätzlich zu den Standardtasten (Power, Bluetooth, Play/Pause und Lautstärke) gibt es einen sogenannten Shortcut-Button. Über diesen Button können wir den Soundlink Micro 2 mit einem weiteren Lautsprecher der Soundlink-Baureihe verbinden (Soundlink Micro 2, Soundlink Flex 2, Soundlink Plus und Soundlink Max).
Was der Soundlink Micro 2 anderen Mini-Bluetooth-Lautsprechern voraus hat, ist die App. Während etwa Nutzer des Teufel Boomster Go oder JBL Go 3 auf eine separate Smartphone-Software verzichten müssen, kommen Bose-Käufer zumindest in den Genuss ein paar zusätzlicher Features.
Die App erlaubt die Einrichtung einer Mehrpunkt-Verbindung, sodass wir den Speaker mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln können. Dazu kommen ein recht einfach gestalteter Equalizer mit vier Voreinstellungen (viel/wenig Bass, viel/wenig Höhen) und eine Konfigurationsmöglichkeit für die Shortcut-Funktion. Darüber können wir die Shortcut-Taste auch verwenden, um die Wiedergabe von Inhalten über Spotify fortzusetzen. Schließlich können wir in der App auch einstellen, dass sich der Speaker nach einer vorgegebenen Zeit automatisch selbst abschaltet – ein nützliches Feature für alle, die gerne beim Podcast- oder Musikhören einschlafen.
Der Akku des Bose Soundlink Micro 2
Bose hat sich bei der Laufzeit des Soundlink Micro 2 nicht lumpen lassen, und dem Speaker einen erstaunlich leistungsfähigen Akku mit einer Kapazität von 3000 mAh spendiert. Damit hält der Lautsprecher bis zu 12 Stunden durch und damit nicht nur doppelt so lange wie sein Vorgänger, sondern auch länger als viele andere Mini-Bluetooth-Lautsprecher wie der JBL Go 3 oder der Teufel Boomster Go.
Eine Powerbank-Funktion gibt es übrigens nicht. Das Aufladen des Soundlink Micro 2 funktioniert über das beiliegende USB-C-auf-USB-A-Kabel und dauert mit etwa vier Stunden verhältnismäßig lange. Eine Anzeige des Ladestands finden wir nur in der App.
Was kostet der Bose Soundlink Micro 2?
Aktuell kostet der Mini-Bluetooth-Lautsprecher 108 Euro (Coolblue).
Fazit
Der Bose Soundlink Micro 2 ist im Grunde ein guter Mini-Bluetooth-Lautsprecher, aber er hat ein gewichtiges Problem – und das ist sein Preis. Denn für das, was der Speaker bei Klang und Features zu bieten hat, ist er im Vergleich einfach zu teuer.
Gesprochene Inhalte spielt der Soundlink Micro 2 gut ab, doch bei basslastigen Stücken lässt er Federn. Obwohl der Bass kraftvoll daherkommt, wie es der Hersteller auch verspricht, fehlt es ihm an Sauberkeit. Deshalb verschluckt er gerne die Höhen, was zu einem insgesamt eher matschigen und verwaschenen Klang führt.
Zu den Pluspunkten des Bose-Speakers gehören neben der guten Verarbeitung und der IP67-Zertifizierung die lange Akkulaufzeit und die Anbindung an eine App mit Equalizer – welcher den Klang etwas verbessert. Schade finden wir, dass Bose auf ein integriertes Mikrofon verzichtet hat.
Eine günstigere Alternative zum Soundlink Micro 2 sind der Teufel Boomster Go für knapp unter 80 Euro, der zudem ein integriertes Mikrofon zu bieten hat, und der JBL Go 3 ab 32 Euro, bei dem Käufer aber mit einer geringeren Akkulaufzeit leben müssen.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich den Soundlink Micro 2 zu kaufen, sollte mit den klanglichen Schwächen des Speakers leben können. Dann bietet der Bose-Lautsprecher ein gutes Gesamtpaket zu einem hohen Preis.
Künstliche Intelligenz
Hinterland of Things: Kernfusion und Drohnentechnik suchen Kapital
Die Entwicklung der Kernfusion gilt als eine der größten technologischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte und als eine der kapitalintensivsten, während viele Software-Start-ups mit vergleichsweise wenig Kapital starten können. Auf der Start-up-Konferenz Hinterland of Things erklärte Armin Reinartz von Proxima Fusion, dass die wissenschaftlichen Grundlagen inzwischen vorhanden seien. Die eigentliche Herausforderung bestehe nun darin, daraus eine wirtschaftlich tragfähige Technologie zu machen.
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Das Münchner Start-up, das eine Ausgründung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik ist, hat nach eigenen Angaben eine der bislang größten privaten Finanzierungsrunden eines europäischen Fusions-Start-ups abgeschlossen. Es entwickelt Fusionsreaktoren, sogenannte Stellaratoren, die extrem heißes Plasma mithilfe komplexer Magnetfelder einschließen sollen, um Energie nach dem Vorbild der Sonne zu erzeugen.
Der nächste große Meilenstein soll 2027 erreicht werden. Dann will das Unternehmen einen neu entwickelten Magneten präsentieren, der später Teil eines Fusionsreaktors werden soll. Anfang der 2030er Jahre soll mit „Alpha“ ein Demonstrator folgen. Langfristig arbeitet Proxima auf kommerzielle Fusionskraftwerke hin. In den USA und China fließen Reinartz zufolge bereits Milliardenbeträge in die Entwicklung von Fusionstechnologien. Europa müsse nun entscheiden, ob die künftige Wertschöpfung rund um Fusionskraftwerke auf dem Kontinent entstehen solle oder ob die Technologie später aus dem Ausland bezogen werde.
Für Investoren unterscheiden sich Fusionsunternehmen deutlich von klassischen Software-Start-ups. Statt Nutzerzahlen oder Umsatzwachstum stehen technische Fortschritte und klar definierte Entwicklungsziele im Mittelpunkt, um das hohe Risiko zu minimieren. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Lieferkette. Proxima arbeitet nach eigenen Angaben bereits mit mittelständischen Zulieferern zusammen und sieht erhebliches Potenzial für weitere Industriepartner. Für den Aufbau einer europäischen Fusionsindustrie werde eine Vielzahl spezialisierter Unternehmen benötigt.
Als Beispiel nannte Reinartz die Rolf Kind GmbH aus Lindlar. Das mittelständische Unternehmen fertigt hochpräzise Stahlkomponenten, sogenannte „Pancakes“, aus denen die Magneten für den Reaktor aufgebaut werden. Gerade bei der Kernfusion komme es auf höchste Fertigungsqualität an. Bereits kleinste Materialfehler könnten dazu führen, dass die supraleitenden Magneten ihre Funktion verlieren. Im internationalen Wettbewerb sieht Reinartz darin einen Vorteil für deutsche und europäische Industrieunternehmen. Während Hersteller aus China in vielen Industriebereichen häufig über den Preis konkurrierten, seien für Fusionsanlagen vor allem Präzision, Zuverlässigkeit und Fertigungsqualität entscheidend. Mit dem Demonstrator Alpha könnte die Nachfrage nach solchen Komponenten deutlich steigen. Nach Einschätzung von Reinartz müssten sich die Kapazitäten deutlich erhöhen.
Daher bleibt die Finanzierung ein Thema. Dr. Sarah Theinert von UVC Partners, einem an Proxima Fusion beteiligten Venture-Capital-Investor, warnte auf der Veranstaltung davor, dass es in Europa weiterhin an ausreichend Wachstumskapital mangele. Die Gefahr bestehe darin, dass wichtige Zukunftstechnologien zwar in Europa entwickelt würden, größere Finanzierungsrunden später aber von Investoren aus den USA oder Asien getragen werden.
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Ukraine-Krieg beschleunigt Drohnenentwicklung
Die Diskussion über Zukunftstechnologien beschränkte sich auf der Konferenz nicht auf die Kernfusion. Auch Unternehmen aus der Drohnen- und Luftfahrtbranche warben für mehr Investitionen in Deep-Tech-Projekte. Matthias Lehna von Quantum Systems und Maximilian Oligschläger von ERC System betonten, dass die Branche von den geopolitischen Veränderungen und daraus entstehenden neuen Sicherheitsanforderungen profitiert. Quantum Systems entwickelt KI-gestützte „Aufklärungsdrohnen“ und autonome Luftfahrtsysteme für zivile und militärische Anwendungen. ERC System arbeitet an hybridelektrischen Senkrechtstartern (eVTOL), die künftig unter anderem in der Logistik, bei Rettungsdiensten und zum Schutz kritischer Infrastruktur eingesetzt werden sollen.
Besonders der Krieg in der Ukraine habe die Entwicklung unbemannter Systeme beschleunigt. Er habe gezeigt, wie schnell sich Drohnen und ihre Einsatzkonzepte weiterentwickeln können. Hardware werde teilweise innerhalb weniger Monate angepasst, Software sogar innerhalb weniger Wochen. Der Einsatz unbemannter Systeme habe Lehna zufolge eine Dynamik ausgelöst, die weit über klassische Rüstungsprojekte hinausgehe.
Oligschläger verwies dabei auf strukturelle Unterschiede zu den USA und China. Europa verfüge über starke Forschungseinrichtungen und Ingenieurskompetenz, sei aber oft zu langsam bei der Industrialisierung und Skalierung neuer Technologien. Die eigentliche Herausforderung bestehe darin, aus wissenschaftlichen Durchbrüchen erfolgreiche Unternehmen und industrielle Wertschöpfung zu machen. Dafür brauche es nach Ansicht der Diskutanten mehr Risikokapital, schnellere Skalierung und langfristige politische Unterstützung.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Apple Music: Hi-Res-Lossless-Audio erstmals für Apple TV 4K
Apple-TV-User fühlen sich aktuell vergessen: Weder hat Apple seit 2022 neue Modelle auf den Markt gebracht, noch während seiner WWDC-Keynote in der vergangenen Woche das Betriebssystem tvOS 27 überhaupt großartig erwähnt. Interessierte mussten sich daher die Details aus verschiedenen Website-Dokumenten zusammensuchen. Eines davon betrifft die Musikwiedergabe auf der Multimediabox: Künftig wird es möglich, hochauflösendes, verlustfreies Songmaterial wiederzugeben. Das geht zunächst aber nur mit Apple Music, ob auch andere Streaming-Apps das Format via API unterstützen werden, blieb zunächst unklar.
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Lossless geht schon seit tvOS 26
Die grundlegende Unterstützung für Lossless-Audio im Rahmen von Apple Music hatte Apple den Apple-TV-Geräten bereits mit tvOS 26 spendiert. Technisch drin sind seither 24 Bit mit bis zu 48 kHz. Nun kommt Apples Hi-Res-Lossless-Format hinzu. Dieses beherrscht mehr als 48 kHz, schafft bis zu 192 kHz bei 24 Bit. Das neue Format verspricht ein noch natürlicheres Klangbild, wobei man dafür schon sehr gute Ohren haben muss.
Das Material muss zudem überhaupt als Hi-Res-Lossless-Audio vorliegen, was vor allem bei neuerer Musik sowie Klassikeralben der Fall ist, die ein entsprechendes Remastering hinter sich haben. Apple verspricht „Audiowiedergabe in Studioqualität“, wobei dies viel mit den hinter dem Apple TV hängenden Verstärkern und Lautsprechern zu tun hat. Lossless-Formate komprimieren Medien ohne Kompressionsverluste und entpacken sie dann ins Originalformat. In einem Supportdokument erklärt Apple, wie man das verlustfreie Songmaterial wiedergibt. Verschiedene Geräte bieten hier verschiedene Möglichkeiten.
Podcast-Neuerungen in tvOS 27
Weitere Neuerungen in tvOS betreffen die AutoMix-Funktion, die Songs mithilfe von KI überblenden kann. Diese ist erstmals auf Apple-TV-Geräten verfügbar (sowie auf dem HomePod). Weiterhin hat Apple die Podcasts-App für tvOS überarbeitet. Sie kommt in einem neuen Look, mit zusätzlichem Fokus auf Video-Podcasts, einer neuen Navigationsleiste und verbesserten Suchfunktionen.
tvOS 27 erscheint im Herbst. Entwickler dürfen bereits eine Betaversion ausprobieren. Eine Public Beta erscheint vermutlich im kommenden Monat.
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(bsc)
Künstliche Intelligenz
Kommentar KI – es wird nicht ohne gehen
Vielleicht geht es Ihnen ja wie mir und Sie rollen bloß noch genervt mit den Augen, wenn das Stichwort KI fällt. Zwar haben die Chatbots, also ChatGPT, Claude, Gemini & Co. mit künstlicher Intelligenz gar nicht so viel zu tun. Vielmehr sind sie sehr ausgefuchste Statistik im Hinblick auf Sprache, weshalb die Bezeichnung Large Language Model, kurz LLM, angemessener ist. Für diese Differenzierung allerdings hat man im Marketing keinen Nerv und auch keine Zeit. Also KI rauf und runter, den ganzen Tag: KI am Smartphone, KI bei der Arbeit, KI zu Hause und so weiter. Und viel zu oft mit missionarischem Eifer: Google etwa tischt einem mittlerweile regelmäßig ungebeten halbgare Antworten als erstes Ergebnis bei einer einfachen Suche auf. Kratzt man sich bei der Verwendung eines Computers mit Microsoft Windows am Kopf, offeriert Copilot gleich eine Liste der Dermatologen in der Gegend, zumindest gefühlt. Und wer derzeit Doomscrolling auf Instagram & Co. betreibt, wird mit Anzeigen für KI nur so bombardiert: Marketing und Vertrieb? Erledigt jetzt die KI. Partnersuche? KI. Buchhaltung? Sie ahnen es …
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Martin Gerhard Loschwitz ist freier Journalist und beackert regelmäßig Themen wie OpenStack, Kubernetes und Ceph.
Vielleicht ist es gerade die Penetranz der Präsentation, die vielerorts für totalen Verdruss im Hinblick auf das Thema KI sorgt. Aber auch das ist Teil der Wahrheit: Schon heute lassen sich LLMs durchaus sinnvoll und effizient einsetzen. Ich selbst habe um die gängigen KI-Modelle lange einen großen Bogen gemacht, bis mir eine – eher aus Jux – in Claude eingegebene Frage sehr eindrucksvoll bewiesen hat, wie gut sich manche Aufgaben des Alltags mit LLMs bereits heute erledigen lassen. Und wie viel effizienter.
Ignorieren hilft nicht, verbieten auch nicht
Passend dazu häufen sich dieser Tage die Meldungen, wonach deutsche Organisationen ihren Mitarbeitenden die Verwendung der großen LLMs untersagen oder sogar technisch verunmöglichen. Mit teils abenteuerlichen Begründungen: So sei etwa unklar, wem der geschaffene Code gehöre. Und natürlich darf das bisweilen merklich überstrapazierte Argument des Datenschutzes nicht fehlen, ganz so, als werde man quasi gezwungen, mit Gemini & Co. sensible Informationen zu teilen. Ein derartiges Vorgehen passt im stark innovationsaversen Deutschland freilich gut ins Bild – neue Dinge werden erst verboten und danach in Grund und Boden reguliert. Der Ansatz löst aber wie üblich keine Probleme, sondern schafft eher neue.
Denn Fakt ist: Gut trainierte LLMs lösen viele alltägliche Aufgaben besser und schneller, als ein Mensch es in derselben Situation jemals vermochte. Man kann hier einerseits rein monetär denken und auf den betriebswirtschaftlichen Aspekt abstellen. Dann ist kaum zu rechtfertigen, dass ein Entwickler wochenlang auch an einigermaßen einfachem Code sitzt, den Claude in ein paar Stunden zusammenbaut, und zwar in einer vergleichbaren Qualität. Ja, Vibe Coding kann ein Problem sein. In den Händen von guten Entwicklern mit echtem Domänenwissen allerdings werden Claude & Co. zu einem mächtigen Werkzeug. Weigert man sich auf Ebene von Firmen und Konzernen, Gebrauch davon zu machen, bindet man sich einen riesigen Wettbewerbsnachteil völlig notlos ans Bein, zusätzlich zu den Herausforderungen, mit denen die deutsche Wirtschaft ohnehin bereits konfrontiert ist.
Was im Übrigen durchaus Raum für Schabernack bietet – was käme wohl heraus, sperrte man in Konzernen die Bilanzoptimierer (pro-KI) der einen Unternehmensberatung mit den Rechtsbeiständen (anti-KI) der anderen Unternehmensberatung in einen Raum, um Vor- wie Nachteile der KI abschließend zu klären? Vermutlich ließen sich für solch ein Ereignis Eintrittskarten hervorragend vermarkten.
KI löst Probleme – schnell
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Man kann LLM aber auch vor einem anderen Hintergrund betrachten: In einer immer komplexeren Welt kann KI nämlich auch das Werkzeug sein, dessen Verwendung schlicht notwendig ist, um immer komplexere Lösungen für stetig komplizierter werdende Probleme zu finden. Ein tagesaktuelles Beispiel verdeutlicht das eindrucksvoll: Die Streitkräfte der Ukraine setzen im von Russland völkerrechtswidrig begonnenen Angriffskrieg gegen ihr Land seit Monaten auf per KI vernetzte Billig-Drohnen. So gelingt es nicht nur, mit Drohnen, deren Stückpreis kaum über 2000 US-Dollar liegt, Shahed-Drohnen abzufangen, die ein Dutzendfaches davon kosten – ein Return-on-Invest also, wie ihn selbst kühne BWLer sich kaum vorzustellen trauen. Sondern ganz praktisch kann jedes Geschoss aus Russland, das nicht in der Ukraine einschlägt, dort auch keine Menschen ermorden. Das Prinzip funktioniert so gut, dass vielerorts an der Front das Momentum im Augenblick klar bei der Ukraine liegt. Längst schielen europäische Verteidigungspolitiker und Militärs auf die in der Ukraine entwickelten Lösungen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte, die in dieser Form ohne KI schlicht nicht denkbar wäre.
Diskurs ist dringend nötig
Angesichts der Vorteile ist kaum davon auszugehen, dass LLMs absehbar wieder in der weltweiten Versenkung verschwinden. Begegnet man ihnen mit kategorischer Ablehnung, wie es in Europa und insbesondere in Deutschland derzeit gut zu beobachten ist, macht man es sich nicht nur selbst unmöglich, von den Vorteilen der Technologie zu profitieren. Sondern man unterbindet auch Diskurs zu einer Reihe von Fragen, mit denen wir uns als Gesellschaft besser gestern als heute beschäftigt hätten.
Absehbar ist etwa bereits heute, dass KI einen Kahlschlag im Hinblick auf Arbeitsplätze impliziert. Längst kursieren Tabellen, aus denen sich ablesen lässt, welche Berufsgruppen es vermutlich zuerst erwischen wird. Buchhalter beispielsweise stehen in diversen Studien ganz oben auf der Abschussliste. Und gerade Buchhalter sind an dieser Stelle ein hervorragendes Beispiel für den praktischen Nutzen von KI. Buche ich in Berlin ein Taxi per Free Now, muss ich den daraus resultierenden Beleg in der Buchhaltung auf drei Kategorien aufteilen. Den eigentlichen Fahrpreis (7% USt.), das Trinkgeld (0% USt.) sowie die Servicegebühr des Fahrtenvermittlers (19% USt.). Will ich in Lexware den Lieferanten richtig erfassen, muss ich diesen auch noch händisch korrigieren. Pro Beleg sind das 30 Sekunden, in denen ich ebenso gut etwas Sinnvolleres tun könnte. Könnte ich stattdessen den jeweiligen Beleg der KI vor die Füße werfen, sodass diese ihn korrekt aufgeteilt verbucht – worin läge der Mehrwert, stattdessen Handarbeit zu leisten?
Auch typische MINT-Jobs sind durch KI offensichtlich gefährdet. Und selbst altehrwürdigen Berufen wie den Rechtsanwälten dürfte es früher oder später an den Kragen gehen. Das alles birgt genug sozialen Sprengstoff. Erinnern Sie sich an die Debatten vor einigen Jahren, was man denn mit arbeitslosen Fernfahrern tun solle, wenn autonome LKW marktreif sind? Die KI-Diskussion ist im Kern dieselbe, allerdings auf Steroiden und mit viel größerer gesellschaftlicher Sprengkraft. Und Deutschland wird ebenso wenig wie Europa die Insel der vermeintlich Glücksseligen sein, die dem Sturm der Innovation dauerhaft trotzt. Wir müssen stattdessen schleunigst mit der gesellschaftlichen Debatte darüber beginnen, wie wir die sozialen Auswirkungen von KI abfedern und handhaben wollen, statt das Thema den jüngeren Generationen ungelöst zu vererben. „Nach mir die Sintflut“ funktioniert nicht. Und hoffen, dass der Megatrend KI wieder verschwindet, ebenso wenig.
Und obendrein muss Europa – mal wieder – die Frage beantworten, wie es sich in Sachen KI schlagkräftig positionieren will, um nicht – mal wieder – unter die Räder der Technologieriesen aus dem Silicon Valley zu geraten. Die Regierung Trump hat es neulich deutlich gemacht: Weil man die neuen Claude-Modelle Fable 5 und Mythos 5 für zu mächtig hielt, untersagte man kurzerhand ihren Export aus den USA. Anthropic musste die Modelle daraufhin global abschalten, weil selbst eigene Mitarbeitende ohne US-Pass von der Exportbeschränkung betroffen wären und man schlechterdings nicht feststellen kann, welcher Nutzer der Software US-Bürger ist oder nicht. Wenn Unternehmen hierzulande aus Mangel an europäischen Alternativen also ChatGPT & Co. einsetzen, ist das nicht weniger als ein weiterer Schritt in die völlige digitale Abhängigkeit. Und mithin das genaue Gegenteil zur richtigen und wichtigen digitalen Souveränität aus Sicht Europas.
Wie aber hältst du’s mit der KI?
KI ist keinesfalls das Allheilmittel, als das ihre Erfinder es gern anpreisen. Aber sie lässt sich gut und hilfreich einsetzen. Verbieten reicht deshalb schlicht nicht. Und je länger man hierzulande mit dem Fuß aufstampft und „ich will aber nicht“ postuliert, desto kürzer wird die Zeit, in der sich ein Modell für den sinnvollen Umgang mit dem Thema erdenken lässt. Die Uhr tickt längst. Für Europa. Und für Deutschland.
(fo)
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