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Verwechselt Interesse nicht mit Nachfrage


#Interview

Nuvio Planet ermöglicht die präzise Analyse von Emissionen entlang komplexer Lieferketten. „Wenn ein Futtermittelunternehmen eine Einkaufsentscheidung ändert, weil Nuvio Planet es ihnen zeigt – das ist der Moment, der zählt“, sagt Gründerin Irene Rosique-Conesa.

„Verwechselt Interesse nicht mit Nachfrage“

Das Berliner Startup Nuvio Planet, 2023 von Irene Rosique-Conesa und Jorg Riesmeier gegründet, setzt auf eine Environmental Intelligence Software für die globale Protein- und Futtermittelindustrie. Ursprünglich entwickelte das Team seine Idee im BASF-Ökosystem, gründete Nuvio Planet dann aber aus.

„Jedes Produkt, das wir essen und das tierisches Protein enthält, stammt aus einer Lieferkette, die niemand wirklich vollständig überblicken konnte. Alle haben geraten. Wir haben Nuvio Planet gebaut, damit das nicht mehr nötig ist“, erklärt Gründerin Rosique-Conesa das Konzept.

Im Interview mit deutsche-startups.de spricht die Nuvio Planet-Macherin ausführlich über den Stand der Dinge in ihrem Unternehmen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter Nuvio Planet erklären?
Jedes Produkt, das wir essen und das tierisches Protein enthält, also Fleisch, Eier, Milchprodukte, Fisch – stammt aus einer Lieferkette, die niemand wirklich vollständig überblicken konnte. Nicht das Unternehmen, das es hergestellt hat. Nicht der Landwirt, der das Futter angebaut hat. Nicht der Einkäufer, der es bezogen hat. Alle haben geraten. Wir haben Nuvio Planet gebaut, damit das nicht mehr nötig ist, indem wir zeigen, wo Kosten und Emissionen entstehen und wie man das verändern kann. Statt zu raten, können Unternehmen bessere Entscheidungen bei Einkauf, Rezeptur und Produktion treffen. Dasselbe Geschäft, bessere Margen, geringerer Fußabdruck. Stell dir das wie Kochen zu Hause vor. Wenn du genau weißt, welche Zutaten am meisten Energie und Geld verschwenden, kochst du klüger. Wir geben Unternehmen genau diese Klarheit – nur im Maßstab der Welternährung.

War dies von Anfang an Euer Konzept?
Der Kern hat sich nicht verändert. Aber die Rolle schon. Wir haben uns von der Modellierung von Wirkungen hin zur Einbettung in Entscheidungen entwickelt. Anfangs lebte Nachhaltigkeit in der Berichterstattung. Heute sitzt sie in Einkauf, Rezeptur und kommerziellen Abwägungen. Deshalb haben wir Nuvio Planet als Entscheidungsinfrastruktur für die tierische Proteinwertschöpfungskette gebaut, nicht als Reporting-Tool.

Wie hat sich Nuvio Planet seit der Gründung entwickelt?
Nuvio Planet ist ein junges Unternehmen, aber die zugrunde liegenden Modelle wurden über mehr als ein Jahrzehnt in der Industrie entwickelt und validiert. Heute arbeiten wir mit globalen Playern wie BASF, Evonik und Vall Companys zusammen – Unternehmen, die zusammen den Großteil der Emissionen in tierischen Proteinlieferketten abdecken. Umsatzzahlen teilen wir in dieser Phase nicht, aber was ich sagen kann: Die Gespräche, die wir führen, drehen sich nicht mehr um Pilotprojekte, sondern um Integration in großem Maßstab.

Was war zuletzt das Highlight bei Euch?
Wir haben den Schritt vollzogen von einem Nachhaltigkeitstool hin zu einem System, das dort sitzt, wo echte Entscheidungen getroffen werden: in Einkaufsprozessen, Futtermittelrezeptierung, kommerzieller Planung. Dieser Wandel ist eingetreten, weil unsere Kunden aufgehört haben, Umweltdaten als Reporting-Output zu behandeln und sie stattdessen als Input für ihre wirtschaftlichen Kalkulationen zu nutzen. Wenn ein Futtermittelunternehmen eine Einkaufsentscheidung ändert, weil Nuvio Planet es ihnen zeigt – das ist der Moment, der zählt. Das passiert immer öfter.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist seit der Grüdung so richtig schief gegangen? 
Wir haben überschätzt, wie schnell Regulierung in operative Veränderungen innerhalb von Unternehmen übersetzen würde. Der eigentliche Flaschenhals war nicht die Regulierung, sondern die Nutzbarkeit. Unternehmen hatten keinen Mangel an Daten. Ihnen fehlten Systeme, die Daten mit Entscheidungen verbinden.

Und wo hat Ihr bisher alles richtig gemacht? 
Wir haben uns früh auf die wirtschaftliche Ebene konzentriert. In Lebensmittelsystemen sind Emissionen und Kosten eng verknüpft, besonders im Futtermittelbereich. Wenn man das einmal zeigt, hört Nachhaltigkeit auf, eine Debatte zu sein, und wird zur Margenfrage. Genau dort beginnt echte Adoption.

Welchen generellen Tipp gibst Du anderen Gründer:innen mit auf den Weg?
Verwechselt Interesse nicht mit Nachfrage. Gerade im Bereich Nachhaltigkeit werden die Menschen dir lange zustimmen, bevor sie tatsächlich kaufen. Baut für den Moment, in dem euer Produkt wirtschaftlich unvermeidbar wird. Dann bewegt sich etwas.

Wo steht Nuvio Planet in einem Jahr?
In einem Jahr sitzt Nuvio Planet in den Systemen, in denen Entscheidungen getroffen werden: Rezeptierungstools, Einkaufsprozesse, kommerzielle Planung. Und es reicht in die angrenzenden Ebenen hinein, von denen diese Entscheidungen abhängen – Lieferantendaten, Betriebsleistung und Portfoliostrategie. Nicht als Reporting-Schicht, sondern als Infrastruktur. Das Ziel ist einfach: Umweltwirkung wird Teil jeder wirtschaftlichen Entscheidung in der Wertschöpfungskette.

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Foto (oben): Nuvio Planet



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8 To-dos an Merz – mit freundlichen Grüßen, die Startup-Szene


Mehr als 100 Gründer wenden sich mit einem Brandbrief an Friedrich Merz – und fordern weniger Bürokratie und einen Kurswechsel.

8 To-dos an Merz – mit freundlichen Grüßen, die Startup-Szene

Post aus der Startup-Szene: Friedrich Merz hat derzeit einiges zu lesen.
Picture Alliance

Mehr als 100 Gründer und Manager deutscher Tech-Unternehmen wenden sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz. Ihre Botschaft: Deutschland verliere im internationalen Wettbewerb zunehmend an Boden und brauche dringend Reformen, um wieder attraktiver für Gründer, Investoren und Talente zu werden.

Initiiert wurde der Brief vom Startup-Verband. Zu den Unterzeichnern gehören Vertreter einiger der bekanntesten deutschen Technologieunternehmen, darunter Flix, Zalando und Home24. Sie eint die Sorge, dass hohe Energiekosten, ausufernde Bürokratie und langsame Behörden den Standort Deutschland ausbremsen.

Was die Gründer von Merz wollen

Die konkreten Forderungen an die Bundesregierung:

  • Rente investiert in Startups: Wer fürs Alter spart, soll sein Geld künftig auch in junge Wachstumsunternehmen stecken dürfen.
  • Mehr Großinvestoren ins Boot: Banken, Versicherungen und Fonds sollen leichter in Startups investieren können.
  • Flexiblere Kündigungsregeln für Topverdiener: Startups sollen Spitzenkräfte leichter einstellen und bei Bedarf auch kündigen können.
  • Mitarbeiter zu Miteigentümern machen: Wer im Startup arbeitet, soll unkompliziert Firmenanteile bekommen. Heute sei das steuerlich viel zu kompliziert.
  • Weniger Bürokratie, schnelleres Gründen: Neue Belastungen stoppen, alte abbauen. Firmengründungen sollen in 24 Stunden möglich sein.
  • Mehr Ausgründungen aus Uni und Forschung: Deutschlands Labore stecken voller Ideen, so die Gründer. Die müssen raus in den Markt – mit besseren Anreizen für Startups.
  • Staat kauft bei Startups ein: Die öffentliche Hand soll innovative Unternehmen gezielt als Auftragnehmer wählen.
  • Eigene KI-Infrastruktur aufbauen: Deutschland braucht eigene Server, eigene Rechenkapazitäten, eigene KI-Modelle – unabhängig von US-Konzernen.

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Die Forderungen selbst sind in der Startup-Szene nicht neu und richten sich dabei nicht ausschließlich an die aktuelle Bundesregierung. Sie beschreiben Probleme, die sich über Jahre aufgebaut hätten – von den Folgen der Corona-Pandemie über den Ukraine-Krieg bis hin zu neuen Handelskonflikten und dem internationalen Wettbewerb mit China. Deutschland drohe, wichtige Zukunftsbranchen an andere Standorte zu verlieren, wenn Reformen weiter aufgeschoben würden. Ob die Politik daraus konkrete Maßnahmen ableitet, wird sich zeigen.





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„So schlimm kann Berlin gar nicht sein“: Kai Wegners Spitze gegen Söder


Kaum eine deutsche Stadt wird so oft kritisiert wie Berlin. Im Royal-GS-Podcast wehrt sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner dagegen.

„So schlimm kann Berlin gar nicht sein“: Kai Wegners Spitze gegen Söder

Berlins Bürgermeister Kai Wegner.
picture alliance / dts-Agentur | dts Nachrichtenagentur GmbH

Kaum eine deutsche Stadt wird so oft kritisiert wie Berlin. Zu viel Bürokratie, zu viele Baustellen, zu wenig Wohnungen, zu langsame Verwaltung. Für Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner greift dieses Bild jedoch zu kurz.

Im Podcast Royal GS rechnete der CDU-Politiker mit dem aus seiner Sicht übertriebenen Berlin-Bashing ab. Besonders deutlich wurde er mit Blick auf Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Hört rein auf Spotify und Apple Podcasts

„So schlimm kann Berlin gar nicht sein, du hast doch selbst zweimal versucht, hierherzukommen“, sagte Wegner in Richtung Söder.

Für ihn sei die Debatte symptomatisch für ein größeres Problem. Während innerhalb Deutschlands oft vor allem über die Schwächen Berlins gesprochen werde, nehme er international ein völlig anderes Bild wahr. Im Ausland werde Berlin weiterhin als kreative, internationale und dynamische Metropole wahrgenommen.

Tatsächlich wächst die Hauptstadt weiter. Die Bevölkerung nähert sich der Marke von vier Millionen Einwohnern, die Stadt bleibt Deutschlands wichtigster Startup-Standort und zieht weiterhin internationale Talente an.

Wegner fordert deshalb einen Perspektivwechsel. Natürlich gebe es Probleme bei Wohnungsbau, Infrastruktur oder Verwaltung. Gleichzeitig werde zu selten über die Stärken gesprochen: die Hochschulen, die Startup-Szene, die Kreativwirtschaft und die internationale Anziehungskraft.

Für den Regierenden Bürgermeister ist klar: Berlin müsse selbstbewusster werden. Nicht trotz seiner Probleme, sondern gerade weil die Stadt trotz dieser Herausforderungen weiterhin Menschen aus aller Welt anzieht.





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+++ Metaloop +++ Cortea +++ FinTech +++ André Schürrle +++ Venture Capital +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Recycling-Scaleup Metaloop schlittert in die Insolvenz +++ StartupsToWatch: Cortea (FinTech aus Berlin) +++ So investiert (und gründet) Weltmeister André Schürrle+++ Wie Startups Investor:innen jetzt finden +++

+++ Metaloop +++ Cortea +++ FinTech +++ André Schürrle +++ Venture Capital +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 19. Juni).

#STARTUPLAND: Super Early Bird-Tickets sind live!

STARTUPLAND is where the future begings

+++ Schnell sein lohnt sich! Die Zahl der Super-Early-Bird-Tickets für unsere vierte STARTUPLAND Conference am 10. März 2027 in Köln (RheinEnergieStadion) ist begrenzt. Wer zuerst kommt, profitiert vom günstigsten Preis. Nutze diese Chance!

#STARTUPTICKER

Metaloop
+++ Bitter! Das Grazer Recycling-Scaleup Metaloop, früher als Schrott24 bekannt, ist insolvent und hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Wie brutkasten berichtet, weist das Unternehmen Verbindlichkeiten von rund 11 Millionen Euro auf. Bemerkenswert dabei: Anfang 2026 schrieb das Unternehmen laut AKV erstmals schwarze Zahlen und arbeitet seitdem „leicht“ profitabel. „Die Liquidität blieb jedoch angespannt, da weitere Eigenkapitalzuführungen ausblieben. Dies führt zu erhöhtem Aufwand im Tagesgeschäft, eingeschränkter Geschäftsentwicklung und Vertrauensverlust bei Partnern. Zusätzlich belasten eine schwache Industriekonjunktur, volatile Rohstoffmärkte und strengere regulatorische Vorgaben das wirtschaftliche Umfeld“, heißt es weiter. Noch 2023 sammelte das Startup 16 Millionen Euro von Investoren wie FirstMark Capital, Statkraft Ventures und FJ Labs ein. Die Sanierung reiht sich in eine Entwicklung ein, die sich zuletzt im Recycling-Segment abzeichnete. Nach Jahren mit hohen Erwartungen und millionenschweren Finanzierungsrunden geraten erste Unternehmen unter Druck. Zuletzt musste bereits das Hamburger Recycling-Startup Cirplus liquidiert werden. Gleichzeitig fließt weiter viel Kapital in junge Unternehmen wie WeSort.AI, Eeden, Metycle oder ScrapBees. Das Interesse an Kreislaufwirtschaft ist damit ungebrochen. Der Fall Metaloop zeigt jedoch, wie schwierig Anschlussfinanzierungen selbst für Unternehmen geworden sind, die operativ bereits auf dem Weg in die dauerhafte Profitabilität sind. (Brutkasten, AKV) Mehr über Metaloop

Cortea
+++ StartupsToWatch! Während viele KI-Startups auf Vertrieb, Marketing oder Kundenservice setzen, nimmt sich Cortea einen der konservativsten Bereiche der Wirtschaft vor: Die Wirtschaftsprüfung. Das Berliner FinTech entwickelt KI-Agenten für Audits und adressiert damit einen Markt, der unter Fachkräftemangel, steigenden regulatorischen Anforderungen und immer komplexeren Berichtspflichten leidet. Investoren wie Dawn Capital und Cherry Ventures trauen dem 2024 gegründeten Unternehmen dabei einiges zu. Insgesamt flossen bereits mehr als 15 Millionen Euro in die Jungfirma. Bemerkenswert: Gerade in der Wirtschaftsprüfung sind Nachvollziehbarkeit und Vertrauen entscheidend – zwei Eigenschaften, an denen viele KI-Anwendungen bislang scheitern. Gelingt der Ansatz, könnte Cortea einen milliardenschweren Markt verändern. Mehr über Cortea

André Schürrle
+++ Weltmeister mit Exit-Gespür! André Schürrle investierte in den vergangenen Jahren unter anderem in das E-Bike-Startup Dance, das Cannabis-Unternehmen Sanity Group, das FinTech Bling, das Food-Startup Lanch und das Fantasy-Manager-Spiel Sorare. Bemerkenswert: Mit Dance und Sanity Group landeten gleich zwei seiner Beteiligungen bereits erfolgreiche Exits. Gemeinsam mit David Rost gründete der ehemalige Nationalspieler zudem das Berliner Getränke-Startup DRYLL. Darüber hinaus engagiert sich Schürrle auch bei den Venture-Capital-Investoren Planet A Ventures, Visionaries Club und Whitewater Ventures. Mehr über Startup-Investments von Fußball-Weltmeistern

Investor:innen
+++ Ich habe in den letzten Jahren viele Founder erlebt, die Investor:innen wie ein notwendiges Übel behandeln. So ein Modus kann funktionieren. Problematisch wird es, wenn daraus ein Dauerzustand wird. Mehr im Gastbeitrag von Jasper Roll (Haufe Group Ventures)

#JOBS

Malteser
+++ Unser Job des Tages! Malteser sucht einen Junior-Projektmitarbeiter (m/w/d) Online Marketing. Sie interessieren sich für digitale Projekte, holen das Beste aus einer Website heraus und möchten Ihre Expertise in einer modernen Hilfsorganisation einbringen? Dann sind Sie bei uns richtig. Bewerben Sie sich als Junior-Projektmitarbeiter (m/w/d) in Vollzeit (39 Stunden) für das Online Marketing in der Malteser Zentrale in Köln.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen. Hier entlang zu unserer Jobbörse!

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker



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