Künstliche Intelligenz
Warum Big-Tech-Konzerne ihre KI-Modelle öffnen – ein Interview
Big-Tech-Konzerne und KI-Startups trainieren für Hunderte Millionen US-Dollar ihre Sprachmodelle – und geben diese komplett oder teilweise frei. Meist werden über einen Open-Weights-Ansatz die Gewichte veröffentlicht. Damit ist es möglich, KI-Modelle auf eigenen Geräten zu betreiben, autonom, dauerhaft kostenlos und datensparsam.
Meta hat die Gewichte seines Sprachmodells Llama offengelegt, ebenso handhaben es das französische KI-Startup Mistral und der chinesische IT-Konzern Alibaba es (mit Qwen). Google (mit Gemma), Microsoft (Phi) und OpenAI (gpt-oss) haben kleine Versionen ihrer Sprachmodelle freigegeben.
Dirk Riehle hat eine Professur für Open-Source-Software an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Dort beschäftigt er sich unter anderem mit klassischen Open-Source-Geschäftsmodellen. Wir haben ihn gebeten, die Strategien hinter der Öffnung von KI-Modellen zu erklären.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Warum Big-Tech-Konzerne ihre KI-Modelle öffnen – ein Interview“.
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WhatsApp führt Benutzernamen ein – Handynummer bleibt privat
Der weltweit populärste Messenger-Dienst WhatsApp ändert ein grundlegendes Funktionsprinzip: Künftig müssen Nutzer ihre private Handynummer nicht mehr preisgeben, um mit neuen Kontakten zu chatten. Stattdessen führt der Messenger-Dienst individuelle Benutzernamen ein, über die Anwender miteinander in Verbindung treten können. Die weltweite Phase zur Reservierung der Wunschnamen startet am 29. Juni, bevor die eigentliche Funktion im Laufe des Jahres schrittweise für alle Nutzer freigeschaltet wird.
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Datenschutz als Kern der neuen Funktion
Bislang war die mit dem WhatsApp-Konto verknüpfte Handynummer für jeden Chatpartner sichtbar. Alice Newton-Rex, Vizepräsidentin für Produktentwicklung bei WhatsApp, bezeichnet die Neuerung als das „nächste große Datenschutz-Upgrade“ des Unternehmens. Da die persönliche Telefonnummer oft mit sensiblen Lebensbereichen verknüpft sei, sollten die Nutzer nun selbst entscheiden können, wem sie diese überhaupt noch zeigen – etwa beim Beitritt in neue Gruppenchats oder beim Kennenlernen neuer Menschen.
Wer künftig über den Benutzernamen kontaktiert wird oder selbst jemanden anschreibt, gibt seine Nummer nicht mehr preis, es sei denn, die andere Person hat diese bereits in ihrem Telefonbuch gespeichert. Auch bei Anrufen über die App wird anstelle der Telefonnummer der Benutzername eingeblendet. Für die generelle Erstellung eines WhatsApp-Kontos bleibt die Handynummer indes weiterhin zwingend erforderlich.
Weltweite Reservierung und Instagram-Verknüpfung
Da WhatsApp eine hohe Nachfrage nach beliebten Namen erwartet, wird die Reservierung weltweit gleichzeitig geöffnet, um jedem die gleiche Chance auf seinen Wunschnamen zu geben. Jeder Benutzername muss dabei eindeutig sein und kann später auch wieder geändert oder gelöscht werden. Für Unentschlossene bietet die App einen Namens-Generator zur Inspiration an.

WhatsApp führt Nutzernamen ein.
(Bild: Meta)
Unternehmen, Influencer oder Organisationen erhalten zudem eine Sonderfunktion: Durch eine Verknüpfung mit ihrem Meta-Konto können sie ihre bereits etablierten Facebook- oder Instagram-Nutzernamen direkt für WhatsApp beanspruchen und so ihre Online-Identität wahren.
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Kein öffentliches Verzeichnis
Um Spam und unerwünschte Kontaktanfragen zu verhindern, wird es kein öffentliches Verzeichnis zum Durchsuchen und keine Namensvorschläge (Autocomplete) geben. Man muss den exakten Namen einer Person kennen, um sie kontaktieren zu können.
Als zusätzliche Schutzmaßnahme führt WhatsApp einen optionalen „Username Key“ (Benutzernamen-Schlüssel) ein. Haben Nutzer diesen aktiviert, müssen Fremde diesen zusätzlichen Code kennen, um überhaupt die allererste Nachricht an den Benutzernamen senden zu können.
WhatsApp schließt zur Konkurrenz auf
Mit dem Verbergen der Handynummer erfüllt WhatsApp einen der am häufigsten geäußerten Wünsche seiner weltweiten Nutzerschaft und zieht technologisch mit der Konkurrenz gleich. Der Messenger Signal ermöglicht bereits seit Anfang 2024, die eigene Nummer hinter einem Benutzernamen zu verstecken. Bei Telegram gehört die Kommunikation über öffentliche Benutzernamen ebenfalls zum Standard.
Wer im Netz absolute Anonymität sucht, findet diese bei Alternativen wie Threema oder Session: Diese Apps verzichten sogar bei der Registrierung komplett auf persönliche Daten wie die Telefonnummer und funktionieren rein über zufällig generierte IDs.
Marktführer WhatsApp
WhatsApp gehört zum Facebook-Konzern Meta und dominiert den weltweiten Markt der Messenger-Dienste mit rund 3 Milliarden Anwendern. Telegram ist mit rund einer Milliarde Usern mit Abstand die größte Alternative zu WhatsApp. Signal wächst mit seinem Fokus auf Datenschutz kontinuierlich und kommt auf schätzungsweise 70 bis 100 Millionen Anwender. Threema hat mit knapp 10 Millionen Anwendern eine vergleichsweise kleine Nutzerbasis – genießt aber insbesondere in der Schweiz und in Deutschland sowie bei datenschutzbewussten Unternehmen und Behörden einen guten Ruf.
(afl)
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Plattformarbeit im Test: Kaum eine App bietet faire Bedingungen
Die Bequemlichkeit der modernen digitalen Welt ist für viele Menschen in Deutschland zur Selbstverständlichkeit geworden. Per App lässt sich das Abendessen bestellen, eine Fahrt buchen oder eine Reinigungskraft vermitteln. Doch hinter den glänzenden Oberflächen der Smartphone-Anwendungen verbirgt sich oft eine prekäre Realität.
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Der jetzt veröffentlichte Fairwork-Report 2026 für Deutschland, den das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und das Oxford Internet Institute verfasst haben, zeichnet ein düsteres Bild der hiesigen Plattformökonomie. Im Fokus standen sieben große Anbieter, von denen die überwiegende Mehrheit bei der Einhaltung elementarer Arbeitsstandards durchfällt.
Das schlechte Ergebnis offenbart eine deutliche Kluft. Angesichts der zehn möglichen Punkte, mit denen die Forscher die Fairness in Kategorien wie Bezahlung, Verträge und Management bewerteten, konnte lediglich der Lebensmittellieferdienst Flink mit sieben Zählern überzeugen. Die Plattform Helpling schaffte gerade noch einen Punkt. Für die Branchenriesen Lieferando, Wolt, Bolt, Uber und Uber Eats endete die Analyse im Desaster: Sie gingen mit null Punkten aus der Bewertung hervor. Faire Beschäftigungsverhältnisse sind in der App-basierten Wirtschaft nach wie vor eine Ausnahme.
Absturz von Branchenriesen wie Lieferando
Besonders im Fokus der Untersuchung steht die fortschreitende Auslagerung von Tätigkeiten an Subunternehmen. Die Wissenschaftler sehen darin einen Trend, der die Rechte der Beschäftigten massiv schwächt. Bemerkenswert ist hier vor allem ein Kurswechsel bei Lieferando. Hatte der Marktführer im Bereich der Essenslieferungen im Vorjahr noch die höchste Bewertung erhalten, stürzte er nun auf null Punkte ab.
Der Grund liegt in der Umstellung des Geschäftsmodells hin zu einem hybriden System. Lieferando setzt neuerdings verstärkt auf externe Dienstleister, statt Kuriere direkt anzustellen. Die Firma folgt damit Konkurrenten wie Wolt oder Uber Eats.
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Diese Entwicklung hat für die Betroffenen gravierende Konsequenzen, denn durch die oft undurchsichtigen Flottenstrukturen werden Verantwortlichkeiten gezielt verschleiert. Viele Fahrer sehen sich so mit niedrigen, unregelmäßigen Einkommen konfrontiert und haben oft nicht einmal direkten Zugang zu ihren Verträgen. Elementare Rechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub werden in diesen Ketten vielfach ausgehebelt. Ferner erfolgt die Kommunikation meist über unpersönliche Kanäle, was es den Beschäftigten nahezu unmöglich macht, effektiv gegen Managemententscheidungen oder willkürliche Kontosperrungen vorzugehen.
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Flink als positive Ausnahme – mit Fehlern
Dass es auch anders geht, beweist der neue Spitzenreiter Flink. Als einzige Plattform im Test setzt der Berliner Lieferdienst konsequent auf ein Direktanstellungsmodell. Flink konnte nachweisen, dass die Bruttovergütung nach Abzug aller Kosten dem seit 1. Januar 2026 geltenden gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde entspricht.
Zudem stellt die Firma kostenlose Sicherheitsausrüstung bereit und bietet transparente Verträge sowie strukturierte Prozesse für Beschwerden. Doch auch beim Testsieger ist nicht alles makellos: Einen existenzsichernden Lohn, der für Berlin auf 18,30 Euro beziffert wird, zahlt auch Flink nicht. Zudem fehlen echte, unabhängige, kollektive Mitspracherechte für die Belegschaft. Das Recht auf gewerkschaftliche Organisation wird branchenweit vernachlässigt: Kein Anbieter konnte hier punkten.
Angesichts der anhaltenden Missstände gewinnt die politische Debatte an Fahrt. Im Gespräch ist derzeit die Einführung eines strikten Direktanstellungsgebots im Liefersektor, orientiert an den Regulierungen in der Fleischindustrie. Die Debatte wird durch die laufende Umsetzung der EU-Richtlinie zur Plattformarbeit in deutsches Recht angeheizt, für die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales derzeit einen Referentenentwurf erarbeitet.
Befürworter betonen: Echte Reformen greifen nur, wenn die Verantwortung dort verbleibt, wo auch die Gewinne erwirtschaftet werden. Andere Marktbeobachter hoffen noch auf die bessere Durchsetzung bestehender Gesetze. Die Berliner Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sieht in ihrem Vorwort auch den Bundesgesetzgeber gefordert, der systematischen Umgehung von Arbeitsrechten in der Digitalwirtschaft endlich einen Riegel vorzuschieben.
(afl)
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KI-Update kompakt: KI-Moderation, Finanzmarkt, Datenschutz, GPT-Images
Meta verlagert Inhalte-Moderation auf KI
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Meta will die Moderation auf Facebook und Instagram bis Ende 2026 weitgehend automatisieren. Schon heute übernehmen Sprachmodelle die Hälfte aller menschlichen Prüfanfragen. Bei manchen Inhaltstypen sollen künftig neun von zehn Entscheidungen allein von der KI stammen. Offiziell nennt Meta die Qualität als Grund: Interne Tests zeigten 13 Prozent weniger Fehler und 10 Prozent mehr erkannte Regelverstöße als bei menschlichen Prüfern. Informanten der Financial Times zufolge geht es primär ums Geld, da Meta seine milliardenschweren KI-Investitionen gegenfinanzieren will. Das Unternehmen bestreitet dies.
Technisch wechselt Meta von Google Gemini auf sein eigenes Modell Muse Spark aus den Super Intelligence Labs. Die Umstellung holpert. Intern heißt es, die KI sperre harmlose Inhalte und es fehlten Methoden, ihre Leistung verlässlich zu messen. Zunächst trifft der Wandel Vertragsfirmen, deren Aufträge auslaufen. Langfristig dürfte er auch eigene Stellen kosten, denn Mark Zuckerberg will einzelne Mitarbeiter so mit KI ausstatten, dass sie die Arbeit ganzer Abteilungen erledigen.

Sachsen erlaubt KI-Fahndung und Gesichtserkennung
Der Sächsische Landtag hat sein Polizeigesetz reformiert und gibt der Polizei weitreichende KI-Befugnisse zur Überwachung. Kernstück ist die automatisierte Videoüberwachung. Die Systeme verfolgen Personen über mehrere Kameras, analysieren Verhalten, erkennen gefährliche Gegenstände und führen biometrische Gesichtserkennung in Echtzeit durch. Zusätzlich dürfen Ermittler Gesichter und Stimmen mit frei zugänglichen Internetdaten abgleichen. Das Verfassungsgericht hatte eine Neuregelung bis Ende Juni verlangt, weshalb das Gesetz unter Zeitdruck entstand.
Innenminister Schuster verteidigt das Gesetz als ausgewogenen Kompromiss. Opposition und Bürgerrechtler kritisieren den Aufbau einer Überwachungsinfrastruktur. Der Chaos Computer Club warnt vor großem Missbrauchspotenzial der neuen Technik.
J.P. Morgan warnt vor Konzentrationsrisiken am KI-Markt
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Die US-Großbank J.P. Morgan sieht zahlreiche Warnsignale an den Finanzmärkten rund um KI und spricht von übertriebener Begeisterung der Investoren. Seit dem Start von ChatGPT Ende 2022 treiben demnach nur 42 KI-Unternehmen im S&P 500 bis zu 80 Prozent der Gewinne, Erträge und Investitionen des gesamten Index.
Bei Halbleiter-Aktien erkennt die Bank Muster wie zur Dotcom-Blase: Hedgefonds sind stark in Chip-Aktien investiert, an der koreanischen Börse steigen kreditfinanzierte Käufe, und auch Privatanleger handeln mehr Chip-Optionen. Der Einfluss gehebelter Chip-ETFs auf die Aktienmärkte hat sich seit Anfang 2024 verfünffacht. Die zehn größten US-Aktien machen inzwischen rund 40 Prozent der Marktkapitalisierung des S&P 500 aus, 2015 waren es 17 Prozent.
US-Regierung lockert Sperre von Claude Mythos
Die US-Regierung hat die Sperre von Anthropics Modell Claude Mythos teilweise aufgehoben, und zwar per Brief von Handelsminister Howard Lutnick. Er stellt fest, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen vertrauenswürdigen Partnern den Zugang erlauben. Diese sollen verhindern, dass das Modell nach einem Jailbreak gefährliche Aufgaben ausführt. Anthropic unterliegt als Lieferketten-Risiko weiterhin strengen Exportkontrollen, nur etwa hundert Firmen und Behörden erhalten Zugang zu Mythos. Berichten zufolge darf auch die NSA das Modell für offensive Cyberangriffe nutzen.
Das entschärfte Modell Fable 5 bleibt gesperrt. Die rechtliche Grundlage für diese strenge Regulierung ist unklar. Zahlreiche andere Firmen unterstützen Anthropic in dessen Klagen gegen die Einstufung als Sicherheitsrisiko und nennen das Vorgehen willkürlich.
OpenAI verspricht mehr Leistung bei weniger Token
Unter strengen Auflagen der US-Regierung durfte OpenAI GPT-5.6 veröffentlichen, das mit Anthropics Mythos 5 konkurrieren soll. Auch dieses System ist für die breite Öffentlichkeit gesperrt, nur ausgewählte Kunden haben Zugriff. GPT-5.6 bietet bessere agentische Fähigkeiten in Programmierung, Biologie und Cybersicherheit sowie stärkere Schutzmaßnahmen. Echtzeit-Klassifikatoren überwachen die Antworten laufend, um Missbrauch auch bei Jailbreak-Versuchen zu verhindern.
Die Generation umfasst drei Modelle: Terra für den Alltag, Luna für Tempo und Sol als Flaggschiff. In Benchmarks übertrifft Sol das Konkurrenzprodukt Mythos 5 bei Programmieraufgaben. Bei Cybersicherheit erreichen alle Modelle die Leistung von Mythos Preview, brauchen aber nur ein Drittel der Token. Preislich unterbietet OpenAI die Konkurrenz mit 2,50 Dollar pro Million Input-Token gegenüber 10 Dollar bei Anthropic.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
Baden-Württemberg streicht Stellen im Datenschutz
Die Landesregierung von Baden-Württemberg will bei der Datenschutzbehörde 40 Prozent der Stellen einsparen. Sie verweist auf die föderale Modernisierungsagenda, die Kompetenzen auf Bundesebene bündeln soll. Zugleich will Grün-Schwarz den Einsatz von KI zur Überwachung deutlich ausweiten, etwa durch intelligente Videoüberwachung, mehr Bodycams und automatisierten Bildabgleich im Internet.
Landesbeauftragter für den Datenschutz und Informationsfreiheit Prof. Tobias Keber kritisiert den Schritt im c’t-Podcast Auslegungssache. Beratung koste Kapazität, und wo Behörden technisch aufrüsteten, fordere das Bundesverfassungsgericht sonst eine Kompensation bei der Aufsicht. Hier geschehe das Gegenteil. Keber fragt zudem, ob die gestrichenen Stellen beim Bundesbeauftragten aufwachsen oder ob die erhofften Skaleneffekte überhaupt belegt seien.
Fast 400 US-Verlage verklagen Microsoft und OpenAI
Fast 400 US-Nachrichtenportale aus 33 Bundesstaaten verklagen Microsoft und OpenAI. Die Verlage werfen den Unternehmen vor, ihre Inhalte ohne Erlaubnis für das Training von ChatGPT und Copilot genutzt zu haben. Laut Klageschrift durchsuchten die Konzerne systematisch Webseiten und speicherten Inhalte, auch solche hinter Bezahlschranken. Die Verlage sprechen von systematischem Diebstahl geschützter Artikel und fordern Schadenersatz sowie ein Ende der Verletzungen.
Die Kläger argumentieren, Microsoft und OpenAI hätten durch ihre Modelle Hunderte Milliarden Dollar Marktwert gewonnen, während die Verlage leer ausgingen. Sam Altman hatte zuvor erklärt, führende Modelle ließen sich ohne geschützte Materialien nicht trainieren. Vor den Verlagen klagten bereits die New York Times, Encyclopædia Britannica und andere Medien gegen OpenAI.
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Google drängt Verlage zu weitreichenden KI-Lizenzen
Wer an KI-generierten Artikelübersichten und Audio-Briefings teilnehmen will, muss Google weitreichende Nutzungsrechte einräumen, die auch das Training von KI-Modellen umfassen. Das Problem entsteht durch die Kopplung an Google Showcase, ein bestehendes Lizenzprogramm, in dem Verlage für kuratierte Inhalte Geld erhalten. Google droht, Showcase auslaufen zu lassen, sodass Verlage zum neuen KI-Programm wechseln müssen, um ihre Zahlungen zu behalten.
Die Lage wird damit angespannter, denn Googles AI Overviews beantworten Anfragen direkt und senken die Zahl der Website-Besuche. Das untergräbt das werbebasierte Geschäftsmodell vieler Medien. Die britische Wettbewerbsbehörde verpflichtete Google bereits, Verlagen mehr Kontrolle über ihre Inhalte zu geben.
Coinbase halbiert KI-Kosten mit chinesischen Modellen
Die Kryptobörse Coinbase hat ihre Software auf chinesische Standard-KI-Modelle umgestellt, um zu sparen. Laut Chef Brian Armstrong verbraucht das Unternehmen mehr Token als früher, zahlt aber nur noch die Hälfte. Genutzt werden unter anderem GLM 5.2 und Kimi 2.7. Ein automatisches System leitet jede Anfrage nach Aufgabe, Preis und Caching an das passende Modell weiter. Ein besseres Caching steigerte die Trefferquote von 5 auf 60 Prozent. Coinbase macht den Verbrauch jeder Entwicklerin sichtbar, begrenzt ihn aber nicht. Wer mehr ausgibt, muss mehr Wirkung nachweisen.
Coinbase ist kein Einzelfall. Der Chef des Startups Lindy äußerte sich ähnlich, und das Datenunternehmen Snowflake testet chinesische Modelle als Alternative zu den teuren westlichen Modellen von OpenAI und Anthropic. Für die westlichen Labore wächst damit der Preisdruck, was im Umfeld anstehender Börsengänge ein zusätzliches Risiko ist.
Bei OpenAIs Bildgenerator reichen kurze Prompts
OpenAI hat im April den Bildgenerator GPT Images 2.0 in ChatGPT integriert und will daraus ein Werkzeug für professionelle visuelle Kommunikation machen. Das Modell verarbeitet Bilder, Texte und Layouts gemeinsam. So erzeugt ChatGPT nicht nur fotorealistische Motive, sondern auch Infografiken, Anleitungen, Präsentationsfolien und Plakate mit lesbarem Text und einheitlicher Gestaltung. Produktleiterin Adele Li berichtet von Eltern, die Unterrichtsmaterial und Kinderbücher gestalten, und von kleinen Firmen, die ihr ganzes Erscheinungsbild in ChatGPT entwerfen.
Bei den Eingaben kehrt sich eine alte Regel um. Statt langer, detaillierter Prompts empfiehlt Li nun kurze Anweisungen, oft reiche eine knappe Beschreibung. Noch hilfreicher sei ein Referenzbild, dessen Stil die KI übernimmt. OpenAI arbeitet zudem daran, einzelne Bildbereiche gezielt zu ändern, ohne den Rest zu verfälschen.
Gartner erwartet 2028 KI-Coding teurer als Entwicklergehälter
Das Marktforschungsunternehmen Gartner erwartet stark steigende Kosten beim KI-gestützten Programmieren. Bis 2028 sollen die Token-Kosten pro Entwicklerin den globalen Durchschnittslohn von 2000 Dollar im Monat übersteigen. Schon heute zahlen sechs Prozent der Unternehmen mehr als 2000 Dollar pro Monat und Entwickler für KI-Token. Der Hauptgrund ist der rasche Übergang von Testphasen zur breiten Einführung, wobei viele Firmen die Folgen des steigenden Verbrauchs unterschätzen, weil Entwickler eher Komfort und Tempo als Kosten priorisieren.
Erschwerend kommen die mangelnde Transparenz bei der Abrechnung und fehlende Sparfunktionen der Anbieter hinzu. Firmen wie Uber berichten von aufgebrauchten Jahresbudgets ohne klaren Nutzen. Gartner empfiehlt Schwellenwerte, automatisierte Überwachung und kleinere Modelle für einfache Aufgaben.
Jeder zweite Claude-Nutzer lässt viel Arbeit von der KI erledigen
Rund die Hälfte der Nutzer von Anthropics Claude sagt, die KI könne bereits einen großen Teil ihrer Arbeit erledigen. Das ergab eine Umfrage des Unternehmens unter knapp 10.000 Nutzern. Etwa ein Drittel setzt die KI bei 30 bis 60 Prozent der Aufgaben ein, jeder Siebte sogar bei bis zu 90 Prozent. Mehr als ein Viertel rechnet damit, dass KI in zwölf Monaten den Großteil der Arbeit übernimmt. Anthropic betont jedoch, die Umfrage beziehe sich auf konkrete Aufgaben, und Arbeit sei mehr als deren Summe.
Bemerkenswert ist die Einschätzung der eigenen Zukunft. Berufseinsteiger sehen den höchsten Anteil KI-fähiger Aufgaben und sorgen sich am meisten um ihren Arbeitsplatz. Die intensivsten Nutzer glauben dagegen, ihre Fähigkeiten gewännen an Wert. Die meisten hoffen auf eine Zusammenarbeit, bei der die KI Routine übernimmt und die Gewinne breit geteilt werden.

(igr)
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