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Was tun Influencer:innen fürs Brand Building? › PAGE online


Wir haben uns ein paar Zahlen und Key Facts aus einem aktuellen Report zum Thema Influencer Marketing angeschaut, die für die Kreativbranche durchaus interessant sind. Ein Punkt: Bitte mehr kreative Freiheit für Influencer:innen!

Was tun Influencer:innen fürs Brand Building? › PAGE online

Influencer Marketing wird langsam erwachsen, so bezeichnet es zumindest der Report »State of German Influencer Marketing 2026«. Das hat unter anderem damit zu tun, dass der Fokus heute stärker auf einem »Operating Model« als auf einzelnen Kampagnen liegt. Das bringt auch mehr Beständigkeit und fordert gleichermaßen mehr Verlässlichkeit.

PAGE hat einige Punkte der Branchenstudie zur aktuellen Situation, Entwicklung und Zukunft des Influencer-Marketings in Deutschland im Jahr 2026 betrachtet und zusammengefasst.

Sie hält diese Trends fest: Authentizität und Transparenz stehen ganz oben (71 %), dicht gefolgt von langfristigen Partnerschaften (69 %).

Wofür wird Influencer- und Creator Marketing eingesetzt?

Die Studie brachte hervor, dass Influencer Marketing zu 80 % für Awareness und Brand Building eingesetzt wird. Auch für Conversions sind es 80 %. Community Building folgt, aber mit nur 25 %. Eine Zusammenarbeit von Brands mit Influencer:innen wird demnach zukünftig sehr relevant bleiben.

Das spiegelt sich im Budgeteinsatz wider, denn der ist klar auf eine direkte Zusammenarbeit mit Creators ausgerichtet. 85 % investieren in Kampagnen mit Reichweiten-Creators, 75 % in Kampagnen mit Mikro und Nano Creators. Budgets für Always-on-Partnerschaften werden 45 % eingeplant.

Wird Influencer Marketing erwachsen?

Laut der Studie liegt der Fokus immer stärker auf einem Operating Model, weniger auf einzelnen Kampagnen. Damit wird die Zusammenarbeit mit Influencer:innen nicht mehr nur als reine Reichweitenmaschine genutzt – oder als reiner Salestreiber. Influencer Marketing ist vielmehr als das: ein fester Bestandteil eines ganzheitlichen Marketing-Systems. Daraus folgt der Wunsch nach Verlässlichkeit, nicht mehr nur nach einzelnen Peak-Momenten. Man könnte also auch sagen: Ja, hinsichtlich dieser Entwicklungen ist Influencer Marketing gewissermaßen »erwachsen« geworden.

Formate, die dominieren

Video ist immer noch das beliebteste Format, hier hat sich wenig verändert: mobil und möglichst schnell. Short Videos liegen mit 90 % sehr deutlich vorne. Das ist stimmig, wenn man sich nochmal einen Artikel anschaut, der zeigte, dass die GenZ Werbung überwiegend in Short Videos konsumiert.

Anschließend kommen Storys mit 74 %, UGC (User Generated Content) mit 32 % und Longform Videos mit 26 %. Die beliebteste Plattform ist nicht überraschend weiterhin Instagram mit 91 %.

Wer wünscht sich was?

Influencer:innen möchten verstärkt langfristige Deals – und mehr Klarheit sowie Fairness in Markenprozessen. Unternehmen wünschen sich im Prinzip ähnliches: Kontrollierbarkeit und Verlässlichkeit. Ein Zusammenkommen soll in der Zukunft demnach auf geerdeten Füßen stehen.

Allerdings muss man dann ebenso die Punkte anschauen, die Influencer:innen bemängeln. 60 % sagen, dass sie zu wenig kreative Freiheiten haben. 53 % beschweren sich über verspätete Zahlungen und 47 % über unklare Briefings sowie 44 % über kurzfristige Deadlines. Hier gibt es offenbar einiges an Optimierungspotenzial.

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Ist KI das neue Sampling oder das Ende der Originalität? › PAGE online


»Die Aufgabe von Kreativen ist es, den unwahrscheinlichen Gegenentwurf zu setzen«, sagt Nils Hartmann. PAGE hat mit ihm über Originalität in Zeiten von KI gesprochen – und darüber, was das mit Sampling zu tun hat. Es geht um Bruchstellen, Wissensverbindungen und unseren kreativen Widerstand.

Ist KI das neue Sampling oder das Ende der Originalität? › PAGE online
Foto: Nils Hartmann (Chief Creative Officer & Managing Partner, Parasol Island)

Der Begriff »Sampling« stammt aus subkulturellen Entwicklungen im Hip-Hop. Kurz erklärt: Bestehende Tonaufnahmen (Samples) werden in neuen Beats verarbeitet – wie eine musikalische Collage.

Nils Hartmann, Chief Creative Officer und Managing Partner bei Parasol Island, erklärt, wo der Unterschied zwischen Rekontextualisierung und bloßer Reproduktion liegt und wie heute neue Formen von Originalität entstehen können.

PAGE: Wie kann sich kreative Eigenständigkeit in heutigen Zeiten mit KI durchsetzen?

Nils Hartmann: Nicht über das Machen, sondern über das Unterscheiden. Wenn alle aus denselben (Cloud-)Archiven schöpfen, produziert das statistisch zwangsläufig mehr Ähnlichkeit. Eigenständigkeit entsteht heute nicht mehr durch die reine Erstellung, sondern durch Auswahl, Haltung und tiefe Rekontextualisierung – durch das Wissen, das man von außen in den Loop bringt oder bewusst ausschließt. Die KI berechnet den wahrscheinlichsten Output; unsere Aufgabe ist es, genau dort den unwahrscheinlichen Gegenentwurf zu setzen.

PAGE: Wo liegt der Unterschied zwischen Rekontextualisierung und bloßer Reproduktion?

Nils Hartmann: Im Widerstand des Materials. Beim klassischen Sampling – »Crate Digging«, ein Break auf der MPC – bringt das Original seinen »Geist« mit: seine Geschichte, seinen Kontext, seine Reibung. Ähnlich wie bei dem Stilmittel der Collage. Das ist Rekontextualisierung: Ich setze etwas Konkretes in eine neue Beziehung. Reproduktion dagegen ist, wenn dieser Geist in einer statistischen Wolke verdampft – wenn die Referenz so unsichtbar wird, dass nichts mehr Widerstand leistet. Kein Widerstand, keine Bedeutung. Oder wenn die Referenz zu eindeutig ist und nichts mehr dechiffriert werden muss.

PAGE: Können neue Formen von Originalität entstehen, wenn wir immer wieder Reproduziertes aus den Algorithmen weiterverarbeiten?

Nils Hartmann: Unbedingt sogar. Vor allem an den Bruchstellen. Indem man bewusst Brüche, Fehler und Mutationen erzeugt und sie mit echtem Wissen verbindet. Nicht das Wiederkäuen schafft Neues, sondern der Moment, in dem man den Algorithmus gegen seine eigene Wahrscheinlichkeit zwingt. Für unseren professionellen Alltag suchen wir nach neuen, ungesehenen visuellen Lösungen. Der Kampf um Aufmerksamkeit lässt sich nicht mit more sameness lösen. Aber das geht nur mit Führung (=Direction) und nicht, in dem man einfach die Ergebnisse so nimmt, wie sie kommen.

PAGE: »Den Algorithmus gegen seine eigene Wahrscheinlichkeit zwingen«, das trifft es gut. Aber wie ist es bei selbst programmierten KI-Tools? Die lassen sich mit eigenem Material füttern. Besteht da auch die Gefahr von ständiger Reproduktion?

Nils Hartmann: Ein Modell, das ausschließlich auf das eigene Material trainiert ist, perfektioniert vor allem eines: sich selbst zu wiederholen. Sofern das beabsichtigt ist, kann das Vorgehen zu eigenständigeren Lösungen führen als die Arbeit mit Tools von der Stange. Eigene Tools sind enorm wertvoll – wenn man sie als Erweiterung nutzt, um unerreichbare Territorien zu erkunden oder neue visuelle Ausdrucksformen finden möchte. Die Gefahr ist da, wenn wir KI als Optimierungsmaschine einsetzen, die den gewünschten Stil bis zur Erschöpfung dupliziert. Das ist es, was die meisten Anbieter (Adobe, OpenAI, etc.) ja verkaufen. Nicht »Einzigartigkeit«, sondern »sowohl als auch«. Wir sollten also nicht nur mit handelsüblichen Lösungen experimentieren. Es gibt eine engagierte Community (ähnlich wie damals bei der demoscene, Processing & vvvv), die Grenzen auslotet. Um den Bogen zur Musik zu schließen: It grows in the underground.

Danke!

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Spannende Annäherung an Verschollenes: Die Schrift »Ege Basalt« › PAGE online


Die Kleinbuchstaben der »Basalt«, die Eduard Ege in den Jahren 1926/27 entwarf, existierten nur noch in Fragmenten. Die Künstlerin und Schriftdesignerin Lena Schmidt hat das Alphabet jetzt ergänzt und als »Ege Basalt« veröffentlicht.

Spannende Annäherung an Verschollenes: Die Schrift »Ege Basalt« › PAGE online

Eduard Ege (1893-1978) war Grafiker, Holzschneider und Maler. Er entwarf das Münchner Stadtwappen, Buchumschläge und das Logo der Deutschen Bundesbahn, das bis 1993 im Gebrauch war.

1921 zeichnete er die »Ege-Schrift«, eine Versalschrift, auf die 1926/27 die Versalschrift »Basalt« folgte, bold, mit kunstvollen Punzen, Grundstrichen in kontrastierenden Stärken und Abstrichen, die schon mal ein aufregend markantes Eigenleben führen.

Genzsch & Heyse hat einst beide Schriften veröffentlicht, und 1934 erweiterte Eduard Ege die »Basalt« um ein Kleinbuchstabenalphabet.

Das allerdings ist zum Großteil verschollen. Einzig auf einem Flugblatt, das während des Zweiten Weltkriegs in den Niederlanden verteilt wurde, finden sich einige der Kleinbuchstaben. Zehn an der Zahl: a, c, g, h, i, n, r, s, u und w.

Moderne Interpretation

Die Hamburger Künstlerin und Typografin Lena Schmidt, die bei Matt Mullican an der HFBK in Hamburg Kunst studierte und sich dann an der HAW auf Grafikdesign mit dem Schwerpunkt Schriftgestaltung spezialisierte, hat jetzt die »Ege Basalt« veröffentlicht.

Und das mit ihrem Studio, ihrer Foundry und ihrem Schriftverlag Spirit & Bones.

Tief ist sie in die Arbeit von Eduard Ege eingetaucht, um anhand der noch vorhandenen zehn Kleinbuchstaben ein vollständiges Alphabet zu zeichnen.

Doch da man Historie natürlich nicht getreu abbilden kann und erst recht nicht kreative Arbeit, ist mit der »Ege Basalt« keine Rekonstruktion, sondern eine moderne Interpretation des Originals entstanden.

Und sie ist so ausdrucksstark und kraftvoll wie Eduard Eges Arbeit und eignet sich besonders für Anwendungen in Editorial Design, Branding und visueller Kommunikation.

Auf I Love Typography ist die »Ege Basalt« gerade mit einem Discount erhältlich.

 

 

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Klug & umwerfend modern: So rebranded man einen Energieversorger! › PAGE online


Erst hat Hochburg Design die Brands schwarzwald energy, schwarzwald nature und deer Mobility entwickelt, jetzt folgte der schwierigste Teil: das Rebranding der Dachmarke ENCW. Ein entscheidendes Detail der Identity haben die Kreativen bewahrt – und neu erfunden.

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