Digital Business & Startups
Wie „Too Good To Go“ vom Startup zum Millionen-Business wurde
In dem gelben Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert sprühten einst die Funken einer Berliner Blechschweißerei. Heute sitzt hier eine blonde Frau an einem langen Besprechungstisch, die den Kapitalismus mit kapitalistischen Mitteln reparieren will. Mette Lykke hat eine Mission: „Ich träume von einem Planeten, auf dem keine Lebensmittel mehr im Abfall landen“, sagt sie und klingt dabei nicht marktschreierisch, sondern nachdenklich.
Lest auch
Die 45 Jahre alte Dänin, die bereits das zweite Millionen-Unternehmen aufgebaut hat, trägt bei dem Treffen im deutschen Firmensitz des dänischen Unternehmens Too Good To Go Jeans und Jeanshemd unter einer dunkelblauen Wollweste. Die blonden, langen Haare sind unkompliziert zum Zopf gebunden. Fragen beantwortet Lykke freundlich, aber zurückhaltend. Sie beschreibt sich selbst als introvertierten Menschen. Führung und Auftritte vor Publikum habe sie erst lernen müssen.
Digital Business & Startups
Die KI-Revolution frisst ihre Kinder: Deepl streicht 250 Mitarbeiter
DeepL-CEO Jarek Kutylowski beschreibt, warum klassische Unternehmensstrukturen aus seiner Sicht nicht mehr funktionieren.
Der deutsche KI-Übersetzer DeepL baut rund 250 Stellen ab. Das betrifft rund ein Viertel der Angestellten. CEO und Gründer Jarek Kutylowski begründet den Schritt in einem ungewöhnlich offenen Statement mit dem rasanten Wandel durch Künstliche Intelligenz.
„Wir erleben gerade einen massiven strukturellen Wandel darin, welche Arbeit existiert, wer sie macht und wie viele Menschen dafür gebraucht werden“, schreibt Kutylowski. KI sei nicht nur ein Produktivitäts-Tool, sondern verändere grundlegend, wie Unternehmen aufgebaut werden.
Deepl wolle künftig deutlich „AI-native“ arbeiten: kleinere Teams, weniger Hierarchien, schnellere Entscheidungen. KI soll tief in alle Prozesse integriert werden – von Produktentwicklung bis Vertrieb. Einzelne Personen könnten dadurch Arbeit erledigen, für die früher ganze Teams nötig gewesen seien.
Besonders deutlich wird der CEO bei der Frage, ob die bisherige Struktur von Deepl noch funktioniere: „Die ehrliche Antwort war: Nein. Was uns hierher gebracht hat, wird uns nicht dorthin bringen, wo wir hinmüssen.“
Gleichzeitig investiert DeepL weiter in neue KI-Produkte. Das Unternehmen übernimmt das Team des US-Audio-Startups Mixhalo und eröffnet ein Büro in San Francisco. Vor allem Echtzeit-Sprachübersetzung sieht Deepl als nächstes großes Wachstumsfeld.
Zum Ende seines Statements beschreibt Kutylowski eine Arbeitswelt, in der klassische Spezialisierung an Bedeutung verlieren könnte. Künftig seien vor allem Urteilsvermögen, Fokus und Eigenverantwortung gefragt.
Digital Business & Startups
Startup feuert jeden vierten Mitarbeiter, weil KI-Agenten ihre Jobs übernehmen
0G Labs ersetzt rund 25 Prozent seiner Belegschaft durch KI. Die Mitarbeitenden sollen täglich KI nutzen, um das „20‑Fache“ ihrer bisherigen Leistung zu schaffen.
0G Labs, ein Startup aus San Francisco, das Blockchains für KI‑Agenten entwickelt, gibt an, ein Viertel seiner Belegschaft abzubauen, weil seine Agenten menschliche Aufgaben so gut übernehmen können.
0G Labs gab die Entscheidung vergangene Woche in einer E‑Mail des CEO Michael Heinrich bekannt, die uns vorliegt.
Heinrich erklärte, das Unternehmen werde zu einem „schlankeren, schnelleren, KI‑nativen Unternehmen“ und konzentriere sich nun darauf, KI hoch zu skalieren statt die Mitarbeiterzahl.
„Jeden Tag sprechen wir über eine Welt, in der KI‑Agenten Arbeit erledigen, die Menschen nicht erledigen müssen sollten“, heißt es in seiner E‑Mail. „Es ist an der Zeit, selbst so zu arbeiten.“
In der E‑Mail steht weiter, Mitarbeitende sollten täglich KI nutzen, um das „20‑Fache“ ihrer bisherigen Leistung zu erreichen, während menschliches Urteilsvermögen weiterhin „essenziell“ bleibe.
0G Labs erklärte in einer Stellungnahme, dass Entscheidungen über Entlassungen „nie leicht“ seien, die Effizienzgewinne durch KI‑Agenten seien jedoch real.
Das Startup sei zwei Milliarden Dollar wert
„Als Unternehmen, das KI‑Infrastruktur entwickelt, glauben wir daran, selbst mit derselben Technologie zu arbeiten, die wir auch anderen zur Verfügung stellen“, sagte ein Sprecher.
0G Labs hatte angegeben, bis zum vergangenen Jahr rund 350 Millionen US‑Dollar an Kapital eingesammelt zu haben und eine Bewertung von zwei Milliarden US‑Dollar erreicht zu haben. Das Unternehmen wurde damals in einem Business‑Insider‑Artikel über KI‑Unicorns mit sehr kleinen Teams vorgestellt, der schrieb, dass 0G Labs etwa 40 Mitarbeitende habe.
Der Krypto‑Token des Startups, $0G, ist laut CoinMarketCap seit seiner Einführung im vergangenen Jahr um mehr als 80 % im Preis gefallen. 0G Labs äußerte sich nicht dazu, ob dies die Entscheidung zum Stellenabbau beeinflusst habe.
KI‑getriebene Entlassungen haben die Tech‑Branche hart getroffen, nachdem sich die Technologie über die Feiertage sprunghaft weiterentwickelt hat – ein Zeitraum, den einige als „Claude Christmas“ bezeichneten, in Anlehnung an den Chatbot von Anthropic.
Im Februar baute das Fintech‑Unternehmen Block aufgrund von KI fast die Hälfte seiner Belegschaft ab, während Coinbase am Dienstag ankündigte, ebenfalls 14 % seiner Mitarbeitenden wegen KI zu entlassen.
Digital Business & Startups
Fresenius investiert in Avelios Medical
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Gesundheitskonzern Fresenius investiert in HealthTech Avelios Medical +++ HealthTech ViViRA sammelt Kapital ein +++ Finanzspritze für Onyx Biotech +++

Im #DealMonitor für den 7. Mai werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Avelios Medical
+++ Der Medizintechnik- und Gesundheitskonzern Fresenius investiert eine ungenannte Summe in Avelios Medical. Zuletzt investierte der deutsche Softwaregigant SAP in das HealthTech. Fresenius und SAP hatten bereits vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass sie gemeinsam die digitale Gesundheitsversorgung in Deutschland beschleunigen möchten. Avelios Medical, 2020 von Nicolas Jakob, Sebastian Krammer und Christian Albrecht gegründet, positioniert sich als Krankenhausinformationssystem. Dabei geht es darum, „klinische Prozesse zu optimieren, den Dokumentationsaufwand zu reduzieren und Patientendaten intelligent zu vernetzen – von der Aufnahme bis zur Abrechnung“. „Avelios investiert das Kapital konsequent in den nachhaltigen Team-Aufbau, mit Fokus auf Produkt und Delivery-Strukturen und erhöht die operative Schlagkraft für erfolgreich skalierende Rollouts im Enterprise-Maßstab“, teilen die Unternehmen mit. Sequoia Capital sowie Altinvestoren wie Revent und High-Tech Gründerfonds (HTGF) investierten zuletzt 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Mehr über Avelios Medical
ViViRA
+++ Der Berliner Investor IBB Capital, der Münchner Impact-Investor Bonventure und TeleClinic-Gründer Patrick Palacin investieren eine ungenannte Summe in ViViRA. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin und München, 2015 von Philip Heimann, Petra Becker und Fabian Blank gegründet, entwickelt digitale Gesundheitslösungen (DTx/DiGA) im Segment Muskel-Skelett-Gesundheit. Dabei geht es unter anderem um das Thema Rückenschmerzen. Bonventure und der spanische Impact-Geldgeber Ship2B Ventures investierten zuvor bereits in das Unternehmen. Mehr über ViViRA
Onyx Biotech
+++ Der Göttinger Life Science Valley Wachstumsfonds, Freiraum Ventures aus München und Business Angels investieren in Onyx Biotech. Das Startup aus Vaterstetten, 2024 von den Brüdern Florian und Gregor Essert gegründet, entwickelt „digitale Lösungen zur Optimierung verfahrenstechnischer Prozesse in Pharma, Biotech und Chemie“. Die Digital Twins des Startups sollen Entwicklungszyklen von Monaten auf wenige Tage verkürzen können. Mehr über Onyx Biotech
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
