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Yann blindSALIDA › PAGE online


PAGE gefällt…: Illustrationen von Yann blindSALIDA aus Frankreich, der seinen Stil immer stärker reduzierte und mit verschiedenen Formen und Farben eine eindrucksvolle Vielfalt schafft – und das für die großen Marken der Welt.

Yann blindSALIDA › PAGE online

Name Yann blindSALIDA

Standort Frankreich

Web blindsalida.fr

Anfänge Nach einem kurzen Studium der Kommunikationswissenschaften habe ich zehn Jahre lang als Art Director in Werbeagenturen gearbeitet. Aber die Illustration hat mich immer gereizt. Ich begann zu experimentieren und probierte alle möglichen visuellen Ausdrucksformen aus. Alles veränderte sich, als der Telekommunikationsanbieter Orange mich mit meinen ersten Illustrationen beauftragte. Zu der Zeit waren explosive, fließende und bewegungsreiche Bildwelten populär, die mich sehr inspirierten. Mit der Zeit aber entwickelte sich mein Stil allmählich zu dem minimalistischen, geometrischen Ansatz, den ich heute verfolge.

Stil Je mehr ich mich als Illustrator entwickle, desto stärker zieht es mich zur Einfachheit. Wenn ich eine Idee mit nur wenigen Formen ausdrücken kann, warum sollte ich dann mehr verwenden? So ist mein Stil immer präziser, minimalistischer und geometrischer geworden. Dennoch verlangt jede Idee eine einzigartige Umsetzung und deshalb ist meine Palette vielfältig: Ich verwende oft isometrische oder Wireframe-Stile für technische Aufträge, flaches Design für Mainstream-Inhalte und füge für eher literarische Themen Konturen hinzu.

Lieblingsmotive Lesbarkeit hat für mich Priorität. Jahrelang habe ich leuchtende Farben verwendet, um starke Kontraste zu schaffen. Doch als meine Linien raffinierter wurden, habe ich meine Palette um Pastelltöne erweitert, um noch ausdrucksstärkere Nuancen zu erreichen. Wegen meines minimalistischen Ansatzes vermeide ich Muster und verwende nur subtile Farbverläufe, die normalerweise den technologischen Themen vorbehalten sind.

Technik Ich arbeite ausschließlich mit Illustrator. Ich liebe die Freiheit, von Grund auf neu zu gestalten, die mathematische Präzision und natürlich die Tatsache, dass meine Grafiken unendlich skaliert werden können, ohne an Qualität zu verlieren!

Inspiration Ich interessiere mich sehr dafür, wie Informationen visuell verarbeitet werden. Die Datenvisualisierung zum Beispiel ist eine faszinierende Herausforderung: Wie macht man Hunderte von Datenpunkten lesbar? Am anderen Ende des Spektrums inspirieren mich Beschilderungen sehr. Hier muss man nur sehr wenige Informationen vermitteln, aber das auf möglichst universelle Weise.

Kunden Ich hatte die Gelegenheit, mit vielen renommierten Marken zusammenzuarbeiten, unter anderem aus den Bereichen Digital (Google, Sony), Transport (Flughafen Frankfurt, Mercedes), Finanzen (Forbes, BNP Paribas), Bildung (Harvard, Oxford) und Medien (The Wall Street Journal, The Daily Telegraph).

Agent 2026 habe ich ein neues Kapitel mit meiner deutschen Agentin art-act.de begonnen.

Flächige Illustration einer Person mit Laptop am Schreibtisch vor abstrakten Diagrammen, Formularsymbolen, Taschenrechner und Fragezeichen; rot-beiger Hintergrund mit grafisch vernetzten Elementen.
Client Forbes Project: The undergrads new journey to real world ready Bild: Yann blindSALIDA
Grafisches Cover mit blauem Hintergrund und geometrischer Illustration einer vernetzten Arbeitsumgebung; zentrale Figur am Laptop, umgeben von Diagrammen, Interface-Elementen und technischen Symbolen; Titel »CLUB DE LA PRESSE ET DE LA COMMUNICATION DU GARD – L’ANNUAIRE 2024/2025«.
Client Club de la presse: Project Annuary 2025 Bild: Yann blindSALIDA
Abstrakte urbane Komposition aus Gebäuden, Bäumen, Säulen und geometrischen Formen in Blau, Rot, Grün und Beige; angedeutete Stadtsilhouette mit Sonne am Himmel.
Client Le moniteur Project: Le laboratoire de la ville de demain for cover of the magazine
Redaktionelle Illustration einer Café-Szene mit zwei lesenden Personen unter einer halbierten Tages- und Nachtdarstellung; rechts ein Schild mit der Aufschrift »2025 BOOKS OF THE YEAR«.
Client The Wall Street Journal: 2025 Project Books of the year
Konzeptionelle Darstellung eines halb menschlichen, halb digitalen Kopfprofils; kombiniert mit Balkendiagramm, Wolkenformen und großem Stecker auf blauem Hintergrund.
Personal Conceptual Experiment

Name Yann blindSALIDA

Location France

Web blindsalida.fr

Start  After brief studies in communication, I worked as an art director in advertising agencies for ten years. But illustration was always calling me. I started experimenting, exploring all kinds of visuals. Everything changed when Orange, the telecom operator, commissioned my first illustrations. The era was all about explosive, liquid, movement-filled visuals, which inspired me deeply. Over time, my style gradually evolved into the minimalist, geometric approach I embrace today.

Style The further I progress as an illustrator, the more I’m drawn to simplicity. If I can express an idea with fewer shapes, why use more? My style has become increasingly precise, minimalist, and geometric. Yet, every idea deserves a unique treatment, which is why my palette remains varied: I often use isometric or wireframe styles for technical subjects, flat design for mainstream topics, and add outlines for more literary themes.

Favourite motifs I prioritize readability. For years, I used bright colors to create strong contrasts, but as my lines became more refined, I expanded my palette to include pastel tones, allowing for even more expressive nuances.
True to my minimalist approach, I avoid patterns, using only subtle gradients, usually reserved for the most technological subjects.

Technique I work exclusively in Illustrator. I love the freedom to create from scratch, the mathematical precision, and of course, the fact that my visuals can be scaled infinitely without losing quality!

Inspiration I’m deeply interested in how information is visually processed. Data visualization, for example, is a fascinating challenge: how to make hundreds of data points readable?
On the other end of the spectrum, signage inspires me endlessly, here, you have very little information to convey, but it must be done in the most universal way possible.

Clients I’ve had the opportunity to collaborate with many prestigious brands, including in digital (Google, Sony), transport (Frankfurt Airport, Mercedes), finance (Forbes, BNP Paribas), education (Harvard, Oxford), and media (The Wall Street Journal, The Daily Telegraph).

Agent In 2026, I began a new chapter with my German agent, art-act.de.

 



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Schriftfamilie Markelius Sans › PAGE online


Auf Basis des Leitsystems für das renovierte Folkets Hus am Norra Bantorget in Stockholm, entstand eine Type mit acht Schnitten.

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Ein Folkets Hus (schwedisch für Haus des Volkes) ist ein traditionelles skandinavisches Gemeinschaftszentrum, das als Treffpunkt für Kultur, Bildung und politische Aktivitäten dient. Ursprünglich von der Arbeiterbewegung ins Leben gerufen, beherbergen diese Häuser heute oft Kinos, Bibliotheken, Cafés und Räume für Vereine. 

Das Folkets Hus am Norra Bantorget in Stockholm ist ein Meisterwerk des Funktionalismus, entworfen vom Architekten Sven Markelius, der eine zentrale Rolle in der Stadtplanung Stockholms nach dem Zweiten Weltkrieg spielte. 

Die Stockholmer Designagentur Figur wurde mit der Gestaltung eines Leitsystems für das nach einigen Jahren Renovierungszeit 2025 wiedereröffnete Folkets Hus beauftragt. Für die Schriftentwicklung holten die Kreativen von Figur Typedesigner Göran Söderström, Gründer der Foundry Letters from Sweden ins Boot.

Zusammen mit dem französischen Typedesigner Léo Guibert, entwickelte Göran Söderström die Markelius Sans, die auf handgezeichneten Interpretationen der Schriftart Helvetica basiert, die sie zwischen Architekturzeichnungen und Schildern im Archiv des Folkets Hus am Norra Bantorget in Stockholm fanden.

»Als das Gebäude 1960 eingeweiht wurde, fanden sie für die Beschilderung mit den Aufschriften stadsteatern, kongresshallen, baldakinen und pelarsalen Verwendung,« so Göran Söderström. »1991 kam die Beschilderung für dansens hus hinzu, die mit dem gleichen begrenzten Satz von Buchstaben hergestellt wurde.«

Söderström und Guibert scannten die Originalbuchstaben und zeichneten sie für die Digitalisierung nach, fehlende Zeichen entwickelten sie nach derselben Grundlogik. Dabei ist die Markelius Sans keine perfekte zeitgenössiche Schrift, sie hat einen ganz eigenen Charme, der sich nicht allein mit Bézier-Kurven konstruieren lässt. »Wir haben nichts verändert. Bei der Markelius Sans handelt sich nicht um eine kommerzielle Modernisierung, sondern mehr um eine Hommage an das Original,« sagt Göran Söderström.

Der Letters from Sweden-Gründer entwarf den Regular Schnitt aus dem Ausgangsmaterial, das nur in einer Stärke vorlag. Damit war der Job, den Söderström von der Agentur Figur bekommen hatte, eigentlich erfüllt. Aber Lukas Nässil, Designer, Art-Director und Gründer von Figur stieß die Idee an, die Schrift weiter auszubauen. Gedacht getan, Léo Guibert erstellte weitere Strichstärken und Kursive. Er zeichnete auch einige noch fehlende Glyphen.

Sechsundsechzig Jahre nach der Einweihung des von Sven Markelius entworfenen Gebäudes hat dieses nicht nur ein wunderbares neues Leitsystem. Es gibt auch die Schrift Markelius Sans in acht Schnitten: Regular, Medium, Semibold und Bold mit passenden Kursiven. Die Familie umfasst auch jede Menge Pfeile: Mit und ohne Kreis, jeweils angepasst an die Ausrichtung von Klein- und Großbuchstaben.

Lizensieren kann man die Type mit dem 60er Jahre Schweden-Flair über Letters from Sweden, Einzelschnitte kosten rund 50 Euro, alle acht zusammen knapp 300 Euro.

Das von der Stockholmer Designagentur Figur entwickelte Leitsystem passt perfekt zum Gebäude.

  

Die Inspiration für die Piktogramme stammt vom Portikus. Die Winkel, Proportionen und Größen der tanzenden Figuren prägen das Erscheinungsbild der Icons. Ihr auffälligstes Merkmal ist die Größe des Kopfes im Verhältnis zum Körper.

Stehende Zeichen sind an einer eigenen Grundlinie ausgerichtet. Alle anderen Symbole wurden optisch vertikal und horizontal zentriert.



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wenn Biermarken Limonaden Namen geben – Design Tagebuch


Der deutsche Getränkemarkt durchläuft eine tiefgreifende Transformation. Da der Absatz von klassischem, alkoholhaltigem Bier seit Jahren kontinuierlich zurückgeht, haben viele Brauereien ihr Sortiment um reine Limonaden erweitert. Aus Biermarken werden Limonadenmarken. Wie dies konkret beim Packaging aussieht und welche unterschiedlichen Strategien die Getränkehersteller anwenden, soll in diesem Beitrag aufgezeigt werden.

Die Deutschen trinken immer weniger Bier: Waren es 1980 noch 146 Liter pro Kopf, sind es im Jahr 2023 lediglich noch 82,2 Liter gewesen, wie das Statistische Bundesamt ermittelt hat. Der Trend setzt sich fort. Im 1. Halbjahr 2025 wurde ein historischer Tiefstand erreicht. Erstmals seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 1993 sank der Absatz in einem Halbjahr unter 4 Milliarden Liter.

Deutschland ist nach wie vor der größte Bierproduzent Europas, doch dem Ruf als „das Land der Biertrinker“ wird Deutschland kaum noch gerecht. Bei Tschechen (130–140 Liter) und nun auch Österreichern (90–95 Liter) liegt der Bier-Pro-Kopf-Konsum mittlerweile deutlich höher. Für den Absatzrückgang gibt es Gründe.

Primär resultiert der rückläufige Bierabsatz aus einem geschärften Gesundheitsbewusstsein und dem demografischen Wandel. Jüngere Generationen praktizieren vermehrt „Mindful Drinking“. Mindful Drinking (achtsames Trinken) beschreibt einen bewussten und moderaten Umgang mit Alkohol, ohne dabei zwangsläufig eine strikte Abstinenz zu verfolgen. Der im wissenschaftlich-soziologischen Kontext verwendete Terminus „Sober curiosity“ beschreibt eine seit Ende der 2010er Jahre größer werdende Bewegung, die insbesondere unter Millennials Verbreitung findet.

Bierabsatz in Deutschland – Entwicklung 1993 bis 2026, Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026 | Stand: 27.02.2026
Bierabsatz in Deutschland – Entwicklung 1993 bis 2026, Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026 | Stand: 27.02.2026

Herausstechen in einem stark umkämpften Umfeld

Die Entwicklung hat dazu geführt hat, dass das Angebot alkoholfreier Alternativen und funktionaler Getränke in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist. Nachdem Fassbrausen in den letzten fünf Jahren eine Renaissance erfuhren und sich fest im Sortiment der Getränkemärkte etablieren konnten, setzen Brauereien nun auf Limonaden als Umsatzträger. Da die Zutaten für Limonaden, ähnlich wie bei vielen Fassbrausen, lediglich im Mischtank homogenisiert werden und kein biologischer Wandlungsprozess stattfindet, wie bei Bier, ist die Herstellung aufgrund geringerer Energieaufwendung kostengünstiger.

Auch deshalb verstärken viele Brauereien ihre Aktivitäten in diesem Segment mit dem Ziel, den rückläufigen Alkoholkonsum durch alkoholfreie und kalorienreduzierte Erfrischungsgetränke zu kompensieren. Bierbrauer werden immer mehr zum Limonadenmixer.

Krombacher hatte schon vor Jahren umgesteuert und Limonaden, Fassbrause und Malzbier ins Sortiment aufgenommen. Die Einbecker Brauerei hat im August 2025 erstmals drei Limonaden-Sorten auf den Markt gebracht. Im kommenden April steigt auch die Brauerei C. & A. Veltins mit einem Cola-Mix-Getränk („Remix“) in den boomenden Softdrink-Markt ein.

Im Hinblick auf die heutige Markenkommunikation stellen sich vielfältige Herausforderungen. Der Limonadenmarkt gilt als gesättigt und stark umkämpft. Schon vor drei Jahren gab es allein auf dem deutschen Markt, neben Mezzo Mix, mehr als 30 unterschiedliche Cola-Orange-Mischgetränk-Marken. Und es werden immer mehr. Auffallen und herausstechen ist für eine Marke hier besonders schwierig. Ein überzeugendes Branding, ein cleveres Wording, eingebunden in eine kreative Story Line, sowie ein attraktives Packaging Design sind also von großer Bedeutung, abgesehen vom Geschmack des Getränkes, versteht sich.

Zwischen Neuerfindung und Neupositionierung

Strategisch setzen die meisten Getränkehersteller, anstatt eine gänzlich neue unbekannte Marke zu lancieren, auf Subbranding. Namhafte Biermarkennamen wie Krombacher, Paulaner und Veltins, seit vielen Jahrzehnten im Markt präsent, fungieren dabei (lediglich) als übergeordnete Dachmarke, treten innerhalb der Kommunikation zurück. Das Limonandenprodukt selbst wird dabei zur Hauptmarke. Der hohe Bekanntheitsgrad der Biermarke soll Vertrauen stiften.

Auf dem Flaschenetikett der Limonade ist das Logo der Biermarke meist deutlich kleiner abgebildet als auf einer Bierflasche, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen. Mit dem Design der dahinter stehenden Biermarke haben die Limonadenmarken „Lümo“ (Lübzer), „Remix“ (Veltins) oder „Hanse Brause“ (Einbecker) ohnehin nichts mehr gemein. Die Markendesigns der Limonaden bewegen sich zwischen Neuerfindung und Neupositionierung. Der Name der Biermarke dient hier lediglich als eine Art Reputations-Anker.

Im Rahmen dieser Neuerfindung werden Markendehnung (Brand Extension) und die Markenelastizität (Brand Elasticity) auf die Probe gestellt. Markenelastizität beschreibt, wie weit sich eine Marke, in diesem Fall eine Biermarke, auf neue Kategorien, Zielgruppen oder Bedeutungen ausdehnen kann, ohne an Glaubwürdigkeit oder Klarheit einzubüßen. Hoch-elastische Marken wie Nivea, Nike oder Miele können expandieren, weil ihr Kernwert breit gefächert, emotional ansprechend oder zweckorientiert ist, während niedrig-elastische Marken, wie UHU, Steiff oder Red Bull, eng mit einem bestimmten Produkt oder einer bestimmten Funktion verbunden sind.

Tiefkühlprodukte von UHU? Schokolade von Nivea? Kaum vorstellbar. Eine Limo bringt die Dehnbarkeit einer Biermarke hingegen nicht an ihre Grenzen. Biermarken, von denen bereits Fassbrausen und andere alkoholfreien Getränke im Handel erhältlich sind, habe ihre Flexibilität bereits unter Beweis gestellt.

Vom Produkt, zur Submarke, zum Brand-Spin-Off

Im Handel und in den Supermärkten werden Konsumenten fortwährend mit neuen Bezeichnungen, Namen, Subbranding-Lösungen und Marken konfrontiert. Neben Faktoren wie Geschmack, Preis und Verfügbarkeit wird auch die Aufmachung der neuen Limonaden, das Markendesign, über Erfolg und Misserfolg entscheiden.

Setzt sich die Entwicklung fort, dann könnte in 60, 70 Jahren ein Großteil der Konsumenten in Deutschland nicht mehr wissen, dass Krombacher und Paulaner einst Biermarken gewesen sind. So wie heute wenig bekannt ist, dass Coca-Cola ursprünglich als Arzneitonikum konzipiert und als „Heilmittel“ vermarktet wurde. Anfänglich war Coca-Colas ausschließlich in Apotheken verfügbar.

Ein absolut realistisches Szenario wäre für die noch jungen Limomarken Lümo, Remix und Hanse Brause hingegen, wenn sie in einigen Jahren, bei entsprechendem Erfolg und Etablierung im Markt, aus der Obhut der Markenmutter entlassen und als gänzlich eigenständige Marke positioniert werden. Wie zuletzt in einem anderen Marktsegment geschehen, der Automobilbranche, wo die Cupra-Modellreihe aus der Seat-Markenwelt herausgelöst wurde (Brand Spinoff), siehe dt-Beitrag „CUPRA wird eigenständige Marke“.

So wie viele Hersteller auch in anderen Branchen eine Mehrmarkenstrategie (Multi-Brand Strategy) verfolgen, um so eine am Bedarf und der jeweiligen Zielgruppe ausgerichteten somit passgenauen Markenkommunikation propagieren zu können. Dies ist ihr großer Vorteil. Wie bei Adidas und Nike, bei denen die Labels von Prominenten, auch die Produkte einer Kollektion (z.B. Adidas Originals, Air Jordan), als eigene Sportmarke im Markenportfolio angelegt und auf Basis eines separaten Brandings auch (größtenteils) eigenständig beworben werden. Doch eine Mehrmarkenstrategie bringt auch Nachteile mit sich: je größer die Anzahl an eigenständigen Marken, umso größer wird der Aufwand bei Kosten und Pflege.

Im Getränkesegment wird sich zeigen, ob das Renommee und die Bekanntheit der jeweiligen Biermarke auf das Image-Konto der jungen Limomarke wird positiv einzahlen können, oder ob der Markenname gar, da dieser womöglich in den Ohren junger Konsumenten verstaubt klingt, eher ein Klotz am Bein darstellt. Nachfolgend einige Beispiele. Auf der linken Seite ist jeweils die Bierflasche (klassisches Pils) abgebildet, rechts daneben das Packaging der Limonade.

Bier Limo Subbranding – Krombacher, Quelle: Krombacher, Bildmontage: dt
Bier Limo Subbranding – Krombacher, Quelle: Krombacher, Bildmontage: dt

Krombacher „Spezi“. Das Markendesign von Krombacher Spezi sah, wie im dt berichtet, zur Markteinführung ganz anders aus. Das aktuelle Design wurde in Folge eines Rechtsstreits mit der Paulaner-Brauerei geschaffen. Anstelle des vollständigen Krombacher-Logos samt Bildmarke ist auf den von der Illustratorin/Designerin Mathilda Mutant entworfenen Etiketten, gestaltet mit in orange, grün und hellblau gehaltenen geometrischen Grundformen, lediglich die Krombacher-Wortmarke als Markenabsender abgebildet, oberhalb des offiziellen Spezi-Logos.

Bei Spezi handelt es sich um ein eingetragenes Markenzeichen – die Markenrechte hierfür liegen bei der Riegele Brauerei. Krombacher nutzt den Markennamen im Rahmen eines Lizenzgeschäfts.

Bier Limo Subbranding – Paulaner, Quelle: Paulaner, Bildmontage: dt
Bier Limo Subbranding – Paulaner, Quelle: Paulaner, Bildmontage: dt

Paulaner „Limo“. „Paulaner Limo Orange“ kam im März 2024 bundesweit in den Handel. Weitere Sorten folgten. Ähnlich wie bei Krombacher fungiert lediglich die Paulaner-Wortmarke als Absender der Marke. Wenn schon der Produktname „Limo“ aufgrund der Verbreitung als üblicher Gattungsname kaum Unterscheidungskraft bietet, so zeichnet sich zumindest die Gestaltung und die Typo mit gewelltem L-Schweif durch eine gewisse Eigenständigkeit aus.

Eine Wellen-artige Farbabstufung (von unten nach oben Rot, Orange, Gelb) ziert die Flaschenetiketten der Limonaden. Im deutlichen Kontrast hierzu steht das eher klassische Design der Hefe-Weißbier-Flasche (zentrischer Aufbau, Goldglanz-Effekt, Serifenschriften, teils handschriftlicher Duktus).

Bier Limo Subbranding – Lübzer, Quelle: Lübzer, Bildmontage: dt
Bier Limo Subbranding – Lübzer, Quelle: Lübzer, Bildmontage: dt

Lübzer „Lümo“. Mitte Februar 2026 wurde „Lübzer Lümo“ von Carlsberg lanciert, dem Mutterkonzern von Lübzer. Der Name „Lümo“, ein Verweis auf den Gründungsort der Brauerei, Lübz (Mecklenburg-Vorpommern), sorgt für Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit. Gleiches gilt für die Gestaltung der in der Lübzer-Markenfarbe Grün gehaltenen Wortmarke. Die im Hinblick auf jüngere Zielgruppen konzipierte Wortmarke mit kantigen Lettern in Comic-Style kann man sich auch gut als alleinigen Markenabsender vorstellen, auf dem Etikett oder in einem Social Post.

Ungeachtet dessen ist das Lübzer-Logo vollständig eingebunden, Wortmarke plus vorgestellte Leuchtturm-Bildmarke. Im unteren Bereich sind Illustrationen von Früchten (wahlweise Pfirsich, Zitrone, Rote Beeren & Apfel) abgebildet, wie es auch auf Etiketten von Fruchtsäften üblich ist. Bezugspunkte zur Dachmarke Lübzer sind in diesem Fall die Farbe Grün und das Lübzer-Logo.

Bier Limo Subbranding, Quelle: Einbecker, Bildmontage: dt
Bier Limo Subbranding, Quelle: Einbecker, Bildmontage: dt

Einbecker „Hanse Brause“. Im August 2025 hat die Einbecker Brauerei ein AGF-Sortiment mit insgesamt drei Limonaden-Sorten auf den Markt gebracht: Die Range der Produktkategorie mit dem Namen „Hanse Brause“ besteht aus den Sorten Cola+Orange, Orangen, Cola.

Anders als bei den zuvor gezeigten Beispielen fungiert als Bezugspunkt und Absender zur Dachmarke nicht eine Wortmarke, sondern in diesem Fall die Einbecker-Bildmarke, ergänzt um den am Flaschenhalsetikett hochkant platzierten Claim „Echt. Einbecker.“ Letzterer wurde im Sommer 2025 eingeführt, im Zuge einer umfassenden Neugestaltung des Markenauftritts. Die Einbecker-Bildmarke, ein bekrontes Fraktur-F, findet sich darüber hinaus auf den Kronkorken sowie, etwas versteckt, innerhalb der Illustration mit Pferd und Planwagen auf dem Bauchetikett. Ob die Aufmachung mit Western-Planwagen als Eyecatcher bei der jungen Zielgruppe verfängt?

Bier Limo Subbranding – Veltins, Quelle: Veltins, Bildmontage: dt
Bier Limo Subbranding – Veltins, Quelle: Veltins, Bildmontage: dt

Veltins „Remix“. Erst vor wenigen Tagen angekündigt und damit jüngster Spross im Limonadensegment ist „Remix“, ein Cola-Orange-Mix aus dem Hause Veltins. Ab April soll „Remix“ im Handel verfügbar sein, im Gebinde einer 0,33-l-Dose. Die Aluminiumdose wird im besten Werbesprech-Jargon als „conveniencefreundlich“ bezeichnet. Seit 2006, als das Rücknahmesystem für Dosen und Einwegflaschen deutschlandweit vereinheitlicht, vereinfacht und flächendeckend ausgebaut wurde, steigt die Nachfrage nach Dosen auch dank Influencer-Marketing kontinuierlich an, wie im Beitrag „Guilty Pleasures“ – Was Mezzo Mix, Markendesign, Aluminiumdosen und Schuldgefühle verbindet“ berichtet. Umweltorganisationen sehen die Entwicklung kritisch und warnen vor einem weiteren Anstieg von Getränkedosen.

Das Packaging Design von „Remix“ ist nahezu vollständig eigenständig, und das Story Telling auf Nostalgie ausgerichtet. Bei keiner anderen Limonade ist der Bezug zu Dachmarke, in diesem Fall Veltins, so dezent. Fast wirkt es so, als habe man die Veltins-Wortmarke verstecken wollen, so klein ist diese ganz unten auf der Dose platziert, eingebettet in die grafische Gestaltung.

In dem auf Retro-Look zugeschnittenen Markendesign besteht das zentrale Keyvisual aus einem mittig platzierten Halbkreis mit farbig abgestuften Ringen (braun, orange, gelb). Dem Aussehen einer Schallplatte nachempfunden, erstreckt sich der Halbkreis über einen großen Teil der Dose. Ungeachtet des Umstandes, dass das Revival von Vinylplatten bereits vor zwei Jahrzehnten eingesetzt hat, erklärt der Hersteller anlässlich der Markteinführung kühn: „Die Schallplatte und die Musik der 80er- und 90er-Jahre erfahren gerade ein Comeback. In einer schnelllebigen, digitalen Welt wächst die Sehnsucht nach Nostalgie und analogen Dingen. Daran knüpft die Marke Remix nahtlos an“. Einen typisch 80er-/90er-Jahre-Look vermitteln zumindest die blockhaften Lettern, mit denen „REMIX“ gesetzt ist, jedoch nicht. Veltins reagiert zudem sehr spät auf die Entwicklung, Stichwort Copycat.

Soweit ein Überblick. Ob und inwieweit diese und andere neu geschaffenen Limonadenmarken in der Lage sind, bundesweit einen signifikanten Marktanteil zu erreichen, wird sich zeigen. Seit Jahrzehnten dominiert Coca-Cola als Marktführer den Limonadenmarkt mit einem hohen Marktanteil von etwa 53% bei klassischer Cola. Ziel dürfte zunächst werden, zumindest im regionalen Umfeld Marktanteile zu erringen, ähnlich wie z.B. Vita Cola, das in Thüringen stark präsent ist. An der Kasse im Supermarkt werden Konsumenten über Erfolg und Misserfolg der neu lancierten Submarken entscheiden.

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna

Achim Schaffrinna ist Designer und Autor. Hier im Design Tagebuch, 2006 von mir gegründet, schreibe ich über die Themen Corporate Identity und Markendesign. Ich konzipiere und entwerfe Kommunikationsdesign-Lösungen und unterstütze Unternehmen innerhalb von Designprozessen. Designanalyse ist Teil meiner Arbeit. Kontakt aufnehmen.



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So wild ist Tourismus-Werbung selten! › PAGE online


Neurowissenschaft trifft Live-Action und Zeichentrick in diesem wirklich ungewöhnlichen Spot, den Serviceplan Wien Nord für Austria Tourism entwickelte und darin zeigt, wie ein Urlaub in Österreich nachwirkt.

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Längst reicht es vielen nicht mehr, einfach »nur« in den Urlaub zu fahren. Sich mit etwas Idylle zu umgeben, die Beine auszustrecken und einfach für eine kurze Zeit woanders zu sein.

Man möchte etwas mitnehmen, das über den Urlaub hinaus in den Alltag hineinreicht, ihn verändert – zumindest für eine kurze Zeit. Und am besten so lange wie möglich.

Und das greift die Kampagne »The Austrian Synapse« auf, die Serviceplan Wien Nord für Austria Tourism entwickelte. Und es ist nicht ihre erste Idee, die einen neuen Zugang zum Thema Tourismus öffnet.

Im Januar bereits brachten die Kreativen aus Wien die »Non-Disclosure Austria« Geheimhaltungserklärung auf den Weg, die Tourist:innen unterschreiben sollten, um zu garantieren, dass die schönen Orte Österreichs geheim bleiben.

Jetzt zeigt der Social-Media-Spot »The Austrian Synapse«, in dem Zeichentrick, Animé und Live-Action aufeinandertreffen auf schönste Landschaftsaufnahmen, spielende Kinder und romantische Abende treffen, wie sich in einem Urlaub in Österreich neue Synapsen bilden, die weit über die Ferienzeit hinaus nachsimmern.

Neurowissenschaft trifft Zeichentrick

Erzählen Landschaftsaufnahmen von dem Urlaubserlebnis in Österreich, von den Bergseen und Radrennstrecken, dem Ferienspaß für die Kinder und der Schönheit der Berge, zeigen Zeichentrick- und anderen artifizielle Aufnahmen ganz im Sinne der Neurowissenschaft, wie die Erlebnisse im Gehirn wirken.

Wie aus Kindern Superhelden werden, dass die Freiheit in den Bergen sich wie Galoppieren anfühlt, die Geschmacksnerven im Restaurant explodieren und sich auf diese Weise die Synapsen bilden.

Darauf muss man erst einmal kommen. Und die Umsetzung ist ein wilder Ritt – und das alles ist untermalt von dem Song »Softpower« der österreichischen Indie-Ikonen Bilderbuch.

Doch damit nicht genug, denn gleichzeitig kann man auf austriansynapse.com Live-Daten verfolgen, die visualisieren, wie die »Austrian Synapses« im Gehirn der Besucher:innen weltweit entstehen. Als wir geschaut haben, waren es 40.643.007:)

Erlebnisreiche Selbstoptimierung

Der Spot entstand gemeinsam PPMNext Film, Regie führte Roland Schafek, bekannt auch für seine Musikvideos, während die handgefertigten Animationen von Bounty Studio und Illustrator:innen wie Pia Graf stammen.

Mit diesem neuen Ansatz soll eine Generation angesprochen werden, die, wie Sandra Stichauner, CMO von Österreich Werbung, erklärt »Reisen als Investition in sich selbst sieht – in mentale Gesundheit, Inspiration und persönliche Entwicklung.«

Umso besser, dass die Kampagne die permanente Selbstoptimierung so ausgelassen und mitreißend inszeniert, dass sie nicht wie eine Investition, sondern wie ein wirklicher Urlaub wirkt.

Die Kampagne ist in den wichtigsten europäischen Märkten zu sehen, darunter Deutschland, die Schweiz, Großbritannien und die Niederlande. Dabei wird der Social-Media-Spot OOH, mit digitalen Plattformen und realen Aktivierungen später in diesem Jahr, begleitet.



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