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Studierende gestalten schwingenden Buchmessestand › PAGE online


Aus den Hochschulen: Da möchte man direkt mitschwingen – dieses Konzept enthält eine bogenförmige Wand und ein schwebendes Dach für den Messestand der Bauhaus-Universität Weimar auf der Buchmesse in Leipzig.

Studierende gestalten schwingenden Buchmessestand › PAGE online

Diese aneinander gereihten Holzrahmen muten fast wie eine hölzerne Welle an, die einen eleganten Schwung in der Luft vollzieht. Und diese besondere Form wird auf dem von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar gestalteten Buchmessestand für die Buchmesse 2026 in Leipzig zu sehen sein. Vom 19. bis 22. März 2026 öffnet die Messe ihre Türen.

Wie das Material Holz hier im Entwurf wirkt, ist beeindruckend, denn es zeigt einen luftigen Charakter von eigentlich schwerem Material. Man darf gespannt sein, wie das live vor Ort wirken wird. Auf den Bildern scheint es zumindest sehr leicht zu sein. Die meisten der Studierenden halten die »Welle« mit nur einer Hand fest.

Leicht und schwungvoll erzählen

Der Konstruktionsentwurf ist im Rahmen des interdisziplinären Bauhaus-Moduls »typotopie« entstanden. Diese Disziplin verbindet die eigentliche Konstruktion, also die Materialien Holz, Textil und Licht (zu letzterem supportete Lichtkünstlerin Cornelia Erdmann), mit Typografie, welche die erzählerische Struktur darstellt.

Buchmesse Stand, digitaler Enwturf
Der digitale Entwurf des Messestandes

 

Zero Waste, zero Problem

Die Idee wurde mit Birkensperrholz umgesetzt und folgt dem Zero-Waste-Prinzip. Auch ein Grund, warum sich dieser Entwurf gegenüber anderen durchsetzte. Es wurde eine Ressourcen schonende Konstruktion gesucht.

Im Vorfeld hatten die Studierenden dafür die Möglichkeit, sich tiefergehend mit materialsparenden sowie leichten Stab-, Faltwerken und Membranen auseinanderzusetzen und diese zu erproben.

Letztlich wurde für den Messestand das gewählte Birkensperrholz mittels einer Wasserstrahltechnik geschnitten. Das Ziel: den Verschnitt so gering wie möglich zu halten. Reiht man diese einzelnen Elemente aneinander, entsteht die »gekrümmte Raumstruktur mit optimierter Tragwirkung«. Außerdem lässt sich der Stand im Nachgang in Gänze abmontieren und wiederverwenden.

Buchmesse-Stand-Anfertigung
Während des Zuschnitts der einzelnen Elemente sollen so wenig wie möglich Verschnitte übrigbleiben

 

Den Messestand erleben

Doch nicht nur das: Die gesuchten Ideen sollten »lesbar, sprechend, erlebbar sein«. Mit dem schwungvollen wellenartigen Format fühlt es sich schon beim Betrachten der Entwurf-Fotos so an, als ob man gleich mal dynamisch mitschwingen möchte – auch wenn die Holzfertigung sicherlich nicht dafür gedacht ist.

Aber es lässt sich auf Bücher und das Lesen selbst übertragen. So erlebbar der Messestand, so erlebbar und sprechend können Bücher sein.

Das Konzept stammt von den Studierenden Petter Bolstad, Nina Siegle und Ngoc Truc Phuong Nguyen. Die Leitung haben Prof. Dr. Michael Hermann und Torsten Müller, Professur für Konstruktives Entwerfen und Tragwerkslehre, inne. Modul: Typotopie+. 

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Von Kultur bis Haltung: Fünf Trends bei der OFFF › PAGE online


Felix Damerius, ECD der Peter Schmidt Group und Kurator der Typo-Trends für PAGE, stand diesmal selbst auf der Bühne in Barcelona. Bei den zahlreichen Eindrücken vor Ort sind es vor allem fünf Trends, die die diesjährige OFFF geprägt haben.

Von Kultur bis Haltung: Fünf Trends bei der OFFF › PAGE onlineBild: Arnau RoviraSeit Wochen fiebert man drauf hin – und dann ist sie auch schon wieder vorbei: die OFFF in Barcelona. Drei Tage Input, Gespräche und diese typische Erschöpfung, die sich nur gut anfühlen kann. Für mich war die OFFF in diesem Jahr ein besonderes Erlebnis: nicht nur als Besucher, sondern gerade als Speaker. Zusammen mit unserem CEO Lukas Cottrell durfte ich mit »Own Your Aura« zeigen, wie wir Marken verstehen und verbessern. Selbst auf der Bühne zu stehen, vor so vielen Menschen, das lässt niemanden kalt. Gleichzeitig war es auch eine riesengroße Ehre, die eigene Arbeit auf der großen Leinwand zeigen zu können.

Drei Tage OFFF in Barcelona bedeuten nicht nur volle Programme und visuelle Eindrücke, sondern auch Austausch mit anderen, bei einer Cerveza, in abgelegenen Industrieanlagen oder beim täglichen Tapasessen. Nach drei Tagen hat man aber besonders eins: ein schärferes Gefühl dafür, wohin sich kreative Arbeit gerade bewegt. Zwischen Talks, Projekten und Gesprächen ließen sich in diesem Jahr einige Trends erkennen. Fünf davon sind bei mir besonders hängen geblieben:

1: Branding mit kultureller Bedeutung

Die OFFF stand in diesem Jahr unter dem Motto »Cultured«. Für die visuelle Identität kultivierte Uncommon buchstäblich die Bakterien der kreativen Community. Wie? Indem sie Gestalter aus aller Welt zu Events mit Essen und Getränken einluden. Was die Gäste nicht wussten: Im Nachhinein entnahm das Uncommon-Team Proben von benutzten Bechern und Gegenständen. In Petrischalen herangezüchtet, formten die gewonnenen Bakterienkulturen schließlich das bunte, vielfältige OFFF-Visual. (Siehe Video!)

Der Ansatz beschreibt einen klaren Trend: weg vom durchoptimierten Branding hin zu kulturell verankerten Systemen. Gestaltung wird als kollektiver, lebendiger Prozess verstanden – roh und experimentell. Kreativität entsteht im Austausch, gewinnt Bedeutung durch Kontakt und schöpft ihre Stärke aus gemeinsamen Prozessen und geteilter Geschichte.

Drei farbintensive Poster hängen nebeneinander an einer hellen Wand. Links ein rot-weißes, abstraktes Motiv mit stilisierter Schrift „CULTURED“, in der Mitte ein blau-grünes, organisch wirkendes Design mit dem Schriftzug „CULTURE IS CONTAGIOUS“, rechts ein orangefarbenes Poster mit großflächiger Typografie „BARCELONA 2026“.
Nicht nur Bakterien – die visuelle Identity der OFFF hat Geschichte Bild: PSG

2: Die Persönlichkeit zählt

Wir alle haben eine Vorstellung davon, wie Präsentationen so laufen: Cases, Showreel, Cases – und am Ende staunt das Publikum. Bei der OFFF war die Ansage von Anfang an: Zeigt nicht das, was man auf der Website eh schon sieht, sondern die Geschichten dahinter. Bei vielen Speakern waren diese Stories sehr persönlich: Lebenswege, persönliche Hintergründe und Scheitern wurden Teil der Präsentationen – und machten sie dadurch nahbarer. James Callahan, CEO von Future Deluxe, redete über seine Erfahrung wie es war, plötzlich CEO zu sein und sich mit Zahlen und Begriffen rumschlagen zu müssen, die er vorher nicht mal kannte. Natürlich waren auch die Projekte Highlights. Aber sie standen eben nicht für sich allein.

Ein Mann steht auf einer Bühne und hält einen Vortrag vor Publikum. Hinter ihm ist eine große Leinwand mit einem Ausschnitt der Mona Lisa und dem Text „I thought I had to be someone else – turns out I just had to be more me“. Im Vordergrund sitzen Zuhörer und blicken zur Bühne.
James Callahan wird persönlich, man darf auch im T-Shirt CEO sein. Bild: PSG

3: Mehr Menschlichkeit

Jede Bewegung ruft eine Gegenbewegung hervor. Im Zeitalter von künstlicher Intelligenz bekommt genau das wieder eine Bühne, was die menschliche Handschrift erkennen lässt. Ob persönliche Skizzen, Zeichnungen, Graffiti und Process Charts – Dinge, die reale Prozesse zeigen. Menschliche Gedankengänge statt Prompts. Foreal stellte die Frage »Wer von euch hat in den letzten Tagen mit dem Stift etwas gezeichnet?« – und überraschend für alle: Viele im Raum hoben die Hand! Analog ist also relevanter denn je.

Ein Mann steht auf einer Bühne neben einem pinken Rednerpult mit der Aufschrift „ROOTS“ und hält einen Vortrag. Hinter ihm zeigt eine große Leinwand den Text „A PEN AND A SIGNATURE STYLE“ mit grafischen Elementen. Im Vordergrund sind Teile des Publikums zu sehen, die zur Bühne blicken.
Foreal zeigte, wie kreative Ideen Menschen beeindrucken können. Bild: PSG

4: Perfektionismus ist out

Viele Talks einte in diesem Jahr ein beinahe befreiender Gedanke: Perfektion ist kein Ziel mehr. Scheitern gehört zum Weg. Los York zeigt das anhand eines Projekts, das so deutlich misslang, dass der Kunde sagte: »Du wirst in dieser Stadt nie wieder arbeiten.« Der wahre Albtraum eines jeden Gestalters! Doch genau darin liegt die Erkenntnis: Es geht darum, Dinge zu veröffentlichen, zu testen und sich weiterzuentwickeln. Fehler, Brüche und Unschärfen sind kein Makel, sondern ein fester Teil des gestalterischen Prozesses.

Ein Mann steht auf einer Bühne neben einem pinken Rednerpult und spricht vor Publikum. Hinter ihm zeigt eine große Leinwand den handschriftlich wirkenden Text: „We don’t learn from the wins! We really learn from losses!“. Im Vordergrund sitzen Zuhörer und verfolgen den Vortrag.
Los York startete die Präsentation mit Fehlern, nicht mit Perfektion. Bild: PSG

5: Haltung statt Tools

Gleich zu Beginn gab Uncommon den Ton an: »In einem Zeitalter von Prompts wird Geschmack das sein, was heraussticht.« KI, neue Software, das nächste große Kreativ-Tool – die OFFF hat eines sehr deutlich gemacht: Tools ersetzen keine Ideen. Sie sind Werkzeuge. Entscheidend ist der Blick dahinter: der Faktor Mensch, die individuelle Haltung und der ganz persönliche Blick. Das passte irgendwie dann auch zu unserer Präsentation: KI erzeugt austauschbare Ergebnisse. Das Besondere, die Aura einer Marke, entsteht nur durch die Kraft der menschlichen Idee.

Und trotzdem: Niemand war »anti AI« – im Gegenteil. Die zentrale Botschaft war eindeutig: Nicht das neueste Tool erzeugt gute Ideen, sondern Menschen – mit Fantasie, mit Meinungen, und Ecken und Kanten.

Von Kultur bis Haltung: Fünf Trends bei der OFFF › PAGE onlineBild: Arnau Rovira

Was bleibt

Zwischen Vorträgen, Sonne, Beton und Gesprächen entsteht auf der OFFF jedes Jahr ein besonderer Raum. Einer, in dem Status egal ist, in dem man genauso viel lernt, wenn man zufällig irgendwo sitzen bleibt oder gezielt zu einem Vortrag geht. Die OFFF ist keine klassische Designkonferenz – sie ist ein Ort des Austausches und ein Treffpunkt für eine ganze Community. Sie wird zur Bühne grandioser Arbeit, aber zeigt auch, dass Zweifel dazugehören. Dass Wege selten gerade verlaufen. Und dass das vollkommen okay ist.





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Brand Forward: Was macht Marken heute stark? › PAGE online


Beim German Brand Award werden Marken ausgezeichnet, die »Brand Forward« denken und mit exzellenter Markenführung einen Unterschied machen. Aber was heißt das eigentlich konkret – und wann ist eine Marke stark? Wir haben bei den Juror:innen des German Brand Award nachgefragt.

Brand Forward: Was macht Marken heute stark? › PAGE onlineBild: Ben Kuhlmann © German Design CouncilWas bedeutet eigentlich »Marke« und was macht eine starke Marke heute aus? Sind deutsche Marken überhaupt begehrenswert? Und wie wichtig ist Branding? Das haben wir fünf von 17 der Jurymitglieder des German Brand Award 2026 gefragt – und festgestellt: Marke ist mehr als Kommunikation oder Design, sondern zentrales Orientierungssystem in den Köpfen der Zielgruppen.

Das ist heute wichtiger denn je. Denn in einer Zeit, die von Informationsüberfluss, Austauschbarkeit und KI geprägt ist, wird es für Menschen zunehmend schwer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Genau hier liegt das Problem: Produkte und Dienstleistungen gleichen sich immer stärker an, während die Zahl der Reize und Botschaften wächst. Marken übernehmen dabei die Rolle einer Abkürzung, schaffen Vertrauen, reduzieren Unsicherheit und geben Orientierung. Und werden damit zum entscheidenden Faktor für Relevanz, Differenzierung und Erfolg.

Ein Mann in weißem Hemd und grauer Stoffhose steht entspannt in einem hellen Flur mit großen Fensteröffnungen, lächelt freundlich in die Kamera und hat eine Hand locker in der Hosentasche.Bild: Ben Kuhlmann © German Design Council

»Marke hält alles zusammen«

Christian Rummel, Head of Central Brand Management, Deutsche Bank AG

Marke hält alles zusammen, wofür ein Unternehmen oder auch ein Produkt steht – nach innen, wie nach außen. Marke ist dabei keine Dekoration. Sie ist ein bedeutender geschäftsrelevanter Hebel, der Strategie in Momentum, Präferenz und messbaren Wert verwandelt. Eine starke Marke ist ein wichtiger Anker im Leben der Menschen, sie steht für Vertrauen und trägt damit zur Entlastung bei, wenn es täglich darum geht, Entscheidungen zu treffen. Dabei gewinnt die Bedeutung von Marken und Branding an Bedeutung: Die medialen Kanäle und Kontaktpunkte, an denen Menschen mit Marken in Berührung kommen, nehmen zu und werden vielfältiger. Gerade in der digitalen Welt ist es von Bedeutung, dass Marken Präsenz zeigen und im Sinne der Customer Journey im richtigen Moment, in der kontextuell passenden Art und Weise im Leben der Menschen erscheinen.

Deutsche Marken haben in der Welt eine hohe Strahlkraft. Allerdings verändert sich die Sicht auf Marken in anderen Ländern. Chinesische Marken zum Beispiel gewinnen aufgrund der stetig steigenden Qualität, Innovationen sowie des Designs an Bedeutung.

Marken transportieren ein Lebensgefühl, wenn sie ganzheitlich gedacht werden und im Leben der Menschen eine Rolle spielen. Die Relevanz der Marke ist dafür entscheidend, aber auch eine emotionale Aufladung, die resoniert.

Eine junge Person mit heller Kappe und großen Creolen steht in einem hellen Flur vor Fenstern und blickt direkt in die Kamera. Sie trägt ein locker geschnittenes, sportliches Trikot mit grafischem Muster und auffälliger Schrift, dazu mehrere Ringe und Armbänder, die den lässigen Stil unterstreichen.Bild: Ben Kuhlmann © German Design Council

»Marke ist Orientierung«

Isabelle Rogat, Cultural Trendscout, Next Gen & DEIB Expert

In einer Welt voller Komplexität, Gleichzeitigkeit und Unbeständigkeit ist Marke Orientierung. Sie schafft es, Klarheit zu geben. Sowohl in dem, was Konsument:innen von ihr erwarten können (ob Image oder Qualität) – als auch in dem, was deren Entscheidung für die entsprechende Marke über sie selbst aussagt. Jeden Tag machen uns Unternehmen und Menschen unzählige Versprechen. Viele Inhalte imitieren andere, viele überhöhen wiederum. Eine gute Marke steht für etwas und leistet das dann auch, während der Standard verspricht, was nicht gehalten wird. Dass Marken ein Lebensgefühl transportieren, spielt auch heute eine große Rolle, nur anders als früher. Es braucht aspirative Inspiration – auch (oder gerade) in den 2020ern wollen Menschen sich neu erfinden können und in neue Welten eintauchen. Marken müssen nur verstehen, welche Rolle sie hier spielen.

Bei den Einreichungen für den German Brand Award hat sich gezeigt: »Anders sein« und »anders sagen« sind zwei Paar Schuhe. Wir als Branche sind gut darin, kleine Optimierungen als Revolution zu verkaufen. Das funktioniert – bis eine echte Innovation die Synapsen anzündet und man sich denkt: Okay, DAS ist wirklich neu.

Eine Frau mit langen, rötlich-braunen Haaren steht in einem hellen Flur vor großen Fensteröffnungen, die Arme selbstbewusst verschränkt. Sie trägt eine weiße Bluse und einen grafisch gemusterten Rock und blickt mit einem freundlichen, sicheren Lächeln in die Kamera.Bild: Ben Kuhlmann © German Design Council

»Marke ist ein Versprechen«

Saskia Diehl, Managing Director & Co-Owner, GMK Markenberatung

Für mich ist eine Marke immer zuerst ein Versprechen. Ein Versprechen an Menschen, was sie erwarten dürfen – an Qualität, Haltung und Erlebnis. Was für Marken jetzt erfolgskritisch wird: Sie müssen genau hinschauen, welche Relevanz sie im Leben ihrer Zielgruppen haben. Märkte, Technologien und gesellschaftliche Strukturen verändern sich in hoher Geschwindigkeit – und damit auch die Bedürfnisse und Erwartungen an Marken. Starke Marken vermögen es, sich in diesem Tempo weiterzuentwickeln und dabei immer klar zu zeigen, wofür sie stehen. Und: Starke Marken sind schon jetzt »KI-ready«. Damit meine ich sowohl die technische Seite – also die »Maschinenlesbarkeit« von Marken – als auch die KI-Readiness im Brand Management. Der Anteil der durch das Brand Management gesteuerten Markenerlebnisse wird immer geringer, während die Menge an nicht kuratiertem Markencontent explodiert. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Dabei ist Branding zentraler denn je: Wenn Kanäle und Angebote explodieren, Produkte und Services sich immer stärker ähneln und Empfehlungsplattformen komplett KI-generiert sind, steigen Risiko und Verunsicherung. Stärke und Einzigartigkeit wird dann zum zentralen Vorteil.

Besonders positiv überrascht hat mich bei den Einreichungen zum German Brand Award, wie differenziert Nachhaltigkeit und Transformation zusammengedacht werden: nicht als Kommunikationsanlass, sondern als integraler Bestandteil der Markenidentität. Gleichzeitig sieht man eine Herausforderung: Viele Marken haben gute Ideen und starke visuelle Auftritte – aber die wirklich differenzierende Markenstrategie dahinter bleibt manchmal noch zu vage.

Eine Frau mit kurzem, seitlich gestyltem Haar steht in einem hellen Flur vor großen Fensteröffnungen, die Arme selbstbewusst verschränkt. Sie trägt eine gemusterte Jacke im Leo-Look mit auffälligem pinken Kragen über einem dunklen Outfit und blickt ruhig und direkt in die Kamera.Bild: Ben Kuhlmann © German Design Council

»Marke bedeutet Emotion und Positionierung«

Sophia Rödiger, Chief Marketing Officer, 1KOMMA5°

Marke bedeutet für mich Emotion und Positionierung. Sie kann ein Lebensgefühl ausdrücken, Community-Zugehörigkeit stiften und baut so einen echten Zugang sowie eine tiefe Beziehung auf. Marken geben einem Unternehmen »Profil« – sie machen sichtbar, wofür man eigentlich einsteht. Mehr denn je müssen Marken Haltung einnehmen, Verantwortung übernehmen und ein klares Profil zeigen. Denn wer versucht, jedem zu gefallen, bleibt am Ende profillos. In der Masse des zunehmend KI-generierten Contents wird man schnell beliebig, redundant und aussagelos.

Markenführung bedeutet heute »Sensing« und echtes Erleben zu kreieren. Und Marke muss semantische Dominanz aufbauen. Sie muss KI integrieren und vor allem muss die KI wiederum die Marke kennen – denn Fakt ist: Die Kunden von heute googeln nicht mehr, sie fragen die KI.

Branding ist heute wichtiger denn je. Durch KI-Automation und Creation kann jedes Unternehmen und jede:r Influencer:in exponentiell mehr Content – und damit Reize – generieren und veröffentlichen. Was am Ende zählt: Was spüren wir? Was bleibt an Sinneswahrnehmung wirklich hängen? Wo sind wir noch authentisch und schlichtweg menschlich, indem wir ein Gesicht mit allen Makeln und Emotionen zeigen?

Bei deutschen Marken fehlen oft Mut und Authentizität. Es wird zu wenig eigene Position bezogen, vor allem wenn man nicht direkt einer Meinung mit Lobby, Politik oder Aktionären ist, aber unternehmerisch für das Beste einsteht. Viel zu viel Branding wird heute teuer an Agenturen ausgelagert. Ich würde es begrüßen, wenn wir wieder mehr selbst verrückt denken, ausprobieren und uns die »Branding-Hände« richtig schmutzig machen.

Ein Mann mit Brille und leichtem Bart steht in einem hellen Flur vor großen Fensteröffnungen und lächelt in die Kamera. Er trägt ein dunkles Sakko über einem weißen T-Shirt und wirkt entspannt und zugänglich.Bild: Ben Kuhlmann © German Design Council

»Marke ist ein emotionales Vorurteil«

Jörg Liebeskind, Senior Director Corporate Communications & Brand Management, Conrad Electronic Group

Eine Marke ist für mich ein emotionales Vorurteil gegenüber einem Produkt, einer Firma oder einer Dienstleistung. Dieses Vorurteil kann positiv oder negativ sein. Eine starke Marke 2026 zeichnet sich nicht durch bloße Bekanntheit aus, sondern durch starke mentale Verfügbarkeit. D.h. sie muss Menschen in dem Moment, in dem ein konkretes Bedürfnis entsteht, automatisch in den Sinn kommen. Branding ist heute wichtiger denn je, weil es als kognitive Abkürzung fungiert. In einer Welt des Overloads entscheiden Menschen sehr oft intuitiv. Eine starke Marke senkt das empfundene Risiko und sorgt dafür, dass der Kunde nicht mehr vergleicht, sondern direkt wählt. Branding spart dem Kunden Zeit – und der Marke den reinen Preiskampf.

Viele deutsche Marken sind nach wie vor sehr begehrenswert, aus einem einfachen Grund: Resilienz. In einer volatilen Welt ist Verlässlichkeit das höchste Gut. Da spielt auch das »Verlassen können auf die Qualität einer Marke« wieder eine wichtigere Rolle. Das Lebensgefühl einer Marke von heute ist daher nicht mehr nur ‚Prestige‘, sondern häufig ‚Peace of Mind‘, weil die Marke für meinen Anspruch bestens funktioniert. Quasi Qualität als neues Lebensgefühl. Und beim German Brand Award sieht man zum Glück immer wieder, welch starke Marken in Deutschland existieren.



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Endlich Neues von Hornbach: Es ist nur ein Brett? Auf keinen Fall! › PAGE online


In der neuen Frühlingskampagne besinnt sich HeimatTBWA\ wieder auf den skurrilen Charme, mit dem sie Hornbach auf den Baumarkt-Olymp katapultiert hat. Zurückhaltender und neu fokussiert ist der Spot – und eine Freude.

Endlich Neues von Hornbach: Es ist nur ein Brett? Auf keinen Fall! › PAGE online

Man kann sich Hornbach gar nicht mehr unabhängig von den vielfach preisgekrönten Kampagnen von HeimatTBWA\ vorstellen.

Bizarr geht es darin zu, absurd und kurios. Ein Chor singt, Hände führen ein Eigenleben, Gärten machen sich selbstständig oder der Baumarkt verwandelt sich in einen Erlebnispark, Bimmelbahn inklusive.

Dann wieder geht es ikonische Bauanleitungen, um ein Kunstwerk zum Selberbauen von Ai Weiwei oder zuletzt um Selbstreferenzielles von Heinz Strunk, MIA oder Benjamin von Stuckrad-Barre, die man ja so gar nicht mit einem Baumarkt in Verbindung bringt.

Was alles möglich ist!

Nach diesem Ausflug zur Indie-Prominenz, kehrt Hornbach jetzt wieder zu den Heimwerker:innen selbst zurück. Aber statt um ein Projekt, geht es dabei ums Material.

Und das stammt, was ein schöner Dreh der Geschichte ist, nicht aus dem Baumarkt, sondern ist, gebraucht und lehnt, etwas mitgenommen, an einer Hauswand.

Aus diesem Brett, das natürlich viel mehr als nur ein schnödes Stück Holz ist, entwerfen die Kreativen ein ganzes Panorama an Möglichkeiten, was darin alles steckt: vom Zaun zum Protestschild, das um Frieden wirbt, bis zu Ess-Stäbchen und Zahnstochern, einem bequemen Sitz fürs stille Örtchen, zum Brett vorm Kopf und Holz, an dem man sich die Zähne ausbeißt.

Breit angelegte Kampagne

»Es ist nur ein Brett.« ist weniger schräg als viele andere Kampagnen, aber umso schöner und feiert das Material selbst und das Potenzial, das in ihm steckt.

Denn genauso denken leidenschaftliche Heimwerker:innen, sagt Guido Heffels, Chefkreativer für Hornbach bei HeimatTBWA\. »Deren Keller und Garagen sind voll von solchen Dingen, die man irgendwann sicher noch mal ganz dringend brauchen könnte.«

Der Spot, bei dem Ian Pons Jewell Regie führte, ist ab heute im TV, im Streaming und im Kino, Online und in den Social Media zu sehen. Er wird von einer OOH-Kampagne mit Großflächen, CLPs, Blow Ups, Display Ads und anderen Sonderformaten begleitet.

Als Multipicture nehmen die Motive die Möglichkeiten auf, die ein scheinbar schnödes Brett bietet. Sie zeigen, wie sich ein Käsebrett in eine Haifisch-Flosse oder in ein Bücherregal verwandelt, wie es vom Hühnerbalken zum Holzschiff wird, wie es zum Skateboard oder Bierbrett wird.

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