Social Media
Feed und Fudder 78 – Content über den niemand spricht
Psst, wir wagen uns in die dunklen Ecken von Social Media. Klingt gruselig, ist aber ganz harmlos und doch wenig bekannt. Dark Social bezeichnet Plattformen und Funktionen, die wie soziale Netzwerke aufgebaut sind oder innerhalb von Social Plattformen, wie Gruppen, existieren, aber nicht öffentlich zugänglich sind.
Der Clou an Dark Social: die große Menge an User-Generated-Content! Nirgends reden die User*innen so frei und offen, wie in geschlossenen Räumen. Dark Social Kanäle sind zahlreich, denkt an Whatsapp-Chats, Facebook-Gruppen oder auch Bewertungen in Google Maps.
Viele Marken und Unternehmen haben das Potenzial von Dark Social noch gar nicht erkannt. Auch weil der Zugang natürlich nicht so leicht ist. Wir sprechen im Podcast, wie Marken das Potenzial von Dark Social nutzen können und welche Kanäle ihr nicht verpassen dürft!
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche „Inhalt entsperren“. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Die Macht des privaten Teilens: Warum Dark Social der nächste große Wettbewerbsvorteil ist
GEO für die KI-Suche – Erfolgsfaktor Social Media: Die besten Insights aus Blog und Podcast
Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 78 – Content über den niemand spricht
Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!
Hier gibt es das Transkript zu Folge 78 – Content über den niemand spricht
Transkript
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed & Fudder mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex.
Alexander
Hallo, herzlich willkommen. Darf ich die heutige Folge mit einem Sprichwort starten?
Nicola
Ja, von mir aus, komm, hau raus.
Alexander
Im Dunkeln ist gut munkeln.
Nicola
Wow, aus welcher Kiste hast du das rausgeholt? Ich dachte, wir machen heute unsere Karma-Punkte, weil wir über Content reden, über den niemand spricht. Das sind unsere Karma-Punkte, dass man auch mal dem Content eine Chance gibt, über den eigentlich niemand sprechen möchte oder den niemand sieht.
Alexander
Und teilweise haben diese Orte sogar einen Namen, deswegen auch mein Sprichwort. Da kommen wir gleich dazu, was das bedeutet: Dark Social.
Nicola
Witzigerweise denke ich bei Dark Social immer an Darknet, so böse. Aber es ist gar nicht so böse, es wird heute nicht so böse.
Alexander
Genau.
Nicola
Und vielleicht darf ich ein Zitat einwerfen von Lara Daniel, die einen Gastbeitrag auf allsocial.de geschrieben hat, schon etwas länger her, über Dark Social. Schaut gerne nochmal nach, vielleicht verlinkst du das in den Shownotes. Sie ist Co-Founderin und CEO der Social-Media-Agentur Pulse Advertising.
Sie hat den Artikel damit begonnen, dass sie schreibt: Es ist eine unbequeme Wahrheit für alle, die im Social Media Marketing arbeiten. Der Großteil des Content-Sharings und der Gen Z findet an Orten statt, die nicht sichtbar sind. So, was heißt das eigentlich?
Alexander
Ich würde sagen, wir trennen das. Wir reden zuerst über Content, der enorme Reichweite hat, aber von Marken nicht wahrgenommen wird, der an sichtbaren Orten stattfindet, wie Google Maps oder TripAdvisor. Und das Zweite sind diese Dark-Social-Geschichten. Die kann man schlichtweg nicht einsehen, weil sie nicht einsehbar sind, wie Direct Messages, private WhatsApp-Gruppen oder Facebook-Gruppen.
Nicola
Das ist eine gute Idee. Eine meiner meistfrequentierten Apps ist Google Maps, bin ich ehrlich. Das ist echt traurig, aber ich liebe diese App. Ich schaue mir so gerne Orte an. Und wenn ich irgendwo hinfahre, recherchiere ich und markiere mir Orte. Ich schreibe Rezensionen und es ist unfassbar, welche Reichweiten man über Google-Rezensionen bekommen kann.
Es gibt so viele tolle Orte. Ich glaube, ich habe es schon mal erwähnt: In Heidelberg ist eine der berührendsten Sehenswürdigkeiten der Spongebob-Schwammkopf-Elektrokasten, wenn man reinfährt. Diese Rezensionen sind Content-Gold. Auch Stadien sind Content-Gold. Eine meiner Lieblingsrezensionen war bei der Allianz Arena: tolles Stadion, zu weit weg.
Alexander
Ich habe leider den Namen der Stadt vergessen, aber es war eine Stadt in Baden-Württemberg. Die hatten mitten in der Stadt eine Baugrube. Dann ist das Geld ausgegangen oder man wusste nicht, was man damit macht. Irgendwann wurde das bekannt als „das Loch“ und hat hervorragende Bewertungen als Fünf-Sterne-Reiseziel bekommen, auf Google Maps oder TripAdvisor.
Nicola
Ja, ich liebe es. Es gibt auch bei uns im Ort Markierungen von lustigen Locations. Die Insider wissen, was das ist. Es sind keine offiziellen Orte. Aber ich liebe Google-Rezensionen, sie machen unfassbar Freude. Ich lese sie auch gerne, einmal weil ich etwas wissen will, aber auch weil sie unterhaltsam sind. Das findet nicht so richtig in der Öffentlichkeit statt. Niemand spricht darüber.
Das sind die User unter sich. Es findet aus User-Sicht statt und sehr aktiv. Der Anteil an User-Generated-Content auf Google Maps, Rezensionsportalen, TripAdvisor, Kununu oder Arztbewertungsportalen ist extrem hoch. Aber in Marketingabteilungen denkt man nur in Plattformlogiken: Wie ist das Sentiment auf Facebook? Wie ist es auf TikTok? Aber mal zu schauen, wie stehen wir auf Google Maps da, daran denkt niemand.
Manche schon, gerade Local Stores. Wenn ich lokale Rezensionen schreibe und wieder in den Laden gehe, wurde ich schon angesprochen. Eine Ladenbesitzerin hat mir gedankt. Sie hat gesagt, das war wertvoll und hat ihrem kleinen Laden geholfen. Das ist total schön.
Ich habe mal nachgeschaut: Ich mache das aus Spaß, nicht professionell, aber ich habe inzwischen 806 Rezensionsbeiträge. Da war ich selbst überrascht.
Alexander
Krass, du bist ja voll die Google-Maps-Influencerin.
Nicola
Und manche Beiträge haben unfassbare Reichweiten, gerade ältere. Ich habe inzwischen fast 500.000 Views in Google-Rezensionen. Und was ich mache, ist harmlos. Es gibt Leute, die machen das professionell und haben unfassbare Reichweiten. Gerade bei lokalen Locations mit schönen Bildern.
Alexander
Also alle Läden da draußen: Wenn ihr bisher keine Rezension von Nicola habt, strengt euch mal an.
Nicola
Ich mache nur positive. Ich mache kein Bashing. Ich schreibe nur, wenn ich finde, dass es wirklich gut ist und sie es verdient haben.
Es ist erstaunlich. 1000 Views auf einen Beitrag sind nicht selten. Und seien wir ehrlich: Wenn du Instagram machst, ist es als Privatperson schwer, Views zu bekommen. Und das sind Evergreens. Wenn sie einmal drin sind, werden sie immer wieder gesehen.
Ich hatte bei einem Restaurant in Heidelberg 7500 Views, der Beitrag ist zwei Jahre alt. Es ist erstaunlich, wie viel Reichweite da entsteht. Google Maps ist für mich Content, über den niemand spricht, der aber wirklich Reichweite bringt, unterhaltsam ist und sich lohnt.
Alexander
Sie sind auch manchmal total amüsant. Ich finde es lustig, wenn Leute sich beschweren, weil sie etwas völlig anderes erwartet haben. Zum Beispiel gehen sie in ein Fitnessstudio und erwarten einen Supermarkt.
Nicola
Oder wirklich Stadien. Schaut euch Stadionrezensionen an. Da steht dann: schönes Stadion, gute Stimmung, aber nicht mein Verein, nur ein Stern. Leute, echt jetzt? Das geht nicht.
Alexander
Aber du hast gerade etwas Entscheidendes gesagt: Die Ladenbesitzerin hat sich bei dir bedankt. Die Awareness ist ganz unten, aber die meisten Ladenbesitzer sind keine Marketingexperten. Trotzdem ist ihnen bewusst, wie wichtig das ist.
Nicola
Weil sie den direkten Effekt sehen. Für sie ist es wertvoll.
Alexander
Wir kommen gleich zu Dark Social. Aber es ist interessant, dass im professionellen Marketing das kaum jemand auf dem Schirm ist. Man kann es nicht direkt kontrollieren, man kann keinen Google-Maps-Account wie einen Facebook-Account anlegen. Aber man kann extrem viele Learnings daraus ziehen: Wie entsteht User-Generated-Content? Welchen Humor hat die Zielgruppe? Welche Gefühle? Welche Vorerfahrungen?
Nicola
Darf ich reingrätschen? Das stimmt nicht ganz. Es gibt Unternehmensaccounts. Wenn ich eine Rezension schreibe, kann das Unternehmen antworten. Jedes Hotel macht das. Gute Restaurants, gute Hotels, engagierte Menschen sagen auch: Wenn es dir gefallen hat, kannst du uns auf Google bewerten. Wenn man das charmant macht, mache ich das auch.
Und es gibt Branchen, da ist das ein volles Business-Ding, gerade im Tourismus. Da hätte ich auch noch ein Beispiel für Content, über den niemand spricht.
In anderen Branchen ist es schwierig. Wenn ich ein großes Pharmaunternehmen bin, sind Rezensionen extrem aktuellkeitsgebunden. Da ist es schwierig. Aber im Tourismus bietet es sich extrem an, da wirklich dahinter zu sein.
Zum Thema Content, über den niemand spricht: Webcams. Webcams von Städten, Webcams in Bergdestinationen. Ich liebe Webcams. Kennst du das? Zum Beispiel Bergfex. Ich will Schneehöhen sehen, gehe ins Skigebiet und schaue mir die Webcam an. Das ist Content, der da ist.
Früher gab es diese Panorama-TV-Sender, wo du morgens das Wetter aus jedem Skigebiet gesehen hast. Und manchmal entstehen aus Webcam-Material Geschichten. Wenn es krass schneit oder etwas passiert, kann man das als Content nutzen.
Alexander
Oder wenn man Sentimentanalysen machen will: YouTube-Kommentare sind extrem unterschätzt. Die Leute sind dort unglaublich aktiv. Ich sehe nirgendwo so viele Kommentare wie auf YouTube. Die Bereitschaft zu kommentieren, ist dort extrem hoch.
Nicola
Ja, und auch da: Webcams sind vielleicht ein Nerd-Thema, aber spannend für Destinationen. Da gibt es viel Content. Die streamen 24 Stunden. Ein Skigebiet hat acht oder zehn verschiedene Webcam-Perspektiven. Das ist Content, der immer da ist. Manchmal langweilig, aber die Frage ist: Was machst du daraus? Und es gibt viele Leute, die sich das anschauen.
Alexander
Jetzt mal etwas Ernstes. Bisher war es humorvoll, aber einer spricht über diesen Content: die KI. Noch ist es eine Anekdote, diese User-Generated-Kommentare auf Google Maps. Aber KI-Modelle, die das ganze Internet abgrasen, suchen immer mehr Informationen. Reddit geht in eine ähnliche Richtung. Und du siehst in KI-Antworten immer mehr solche Quellen: Reddit, Google Maps, solche Dinge werden zitiert.
Die Relevanz von diesem Nicht-Content-Content wird durch KI steigen, weil die Modelle nach neuen Trainingsdaten suchen.
Nicola
Ja, und abgesehen davon gehe ich davon aus, dass Gemini Plattformen wie ChatGPT stark vom Markt fegen wird, weil Google seine eigenen Daten nutzt. Google hat alle Google-Rezensionen. Diese Trainingsdaten sind Google-Daten.
Wenn man nur bei Google-Rezensionen bleibt: Das wird mega spannend. Da bin ich voll bei dir. Das kann ein Meinungsbild verändern.
Aber auch Amazon-Bewertungen. Unfassbar viel Content.
Und eine Nische, die es rausgeschafft hat: eBay Kleinanzeigen. Der Content dort ist ein Running Gag, wie früher die Twitter-Perlen. Das hat es geschafft, aus Nicht-Content neuen Content zu machen. Und es ist unfassbar unterhaltsam.
Alexander
Mittlerweile werden auch oft Memes im eBay‑Kleinanzeigen‑Stil produziert, als Grafik oder ähnliches.
Nicola
Ja, es ist ein eigenes Genre. Rezensionen und eBay‑Kleinanzeigen haben es wirklich geschafft, aus Nicht‑Content Content zu machen.
Aber der Schwenk zur Dunkelheit, wobei dunkel… ich finde auch das Thema Direct Messaging spannend. Jetzt gehen wir mal kurz ins Private. Es ist unglaublich, wie viel Content in WhatsApp‑Gruppen geteilt, geschrieben und produziert wird. Das ist unfassbar viel.
Es schafft es natürlich nur bedingt aus dieser Bubble raus. Soll es vielleicht auch gar nicht. Es soll in dieser Bubble bleiben.
Ein Beispiel: Ich bin in einer lokalen Ortsgruppe. Da ist jeden Tag so viel Engagement, weil es sehr spezifisch ist. Nur Menschen aus diesem Ort. Da war letztes Jahr eine Mondfinsternis. Ohne Aufforderung teilen die Leute Bilder aus ihrer Perspektive und so viele reagieren darauf. Da dachte ich mir: Was für ein Potenzial da drin steckt. Unfassbar.
Alexander
Genau. Dark Social ist ein Begriff aus dem Marketing, der genau das beschreibt. Wie kann eine Marke herausfinden, wie in diesen Bereichen über sie gesprochen wird? Und was kann sie tun, um positiv wahrgenommen zu werden?
Das erste ist verdammt schwer. Ich weiß nicht, wie man als Marke in so eine Dorfgruppe reinkommt. Und es kommt oft nicht gut an. Ich kenne das aus Facebook‑Gruppen. Ich liebe Facebook‑Gruppen. Da gibt es alles: Kochen, Hobbys, historische Bilder von Mannheim. Ich bin überall drin.
Marken versuchen oft reinzukommen und posten dann Promocodes. Das wird meistens von Admins unterbunden und kommt bei Usern nicht gut an. Diese Gruppen eignen sich nicht gut für plumpes Marketing.
Nicola
Ich glaube, da verprellt man sich eher.
Alexander
Was man aber machen kann: Auf den eigenen Profilen Inhalte erstellen, die zum Teilen einladen. Rabattcodes, die man tracken kann. Dann sieht man, wie oft etwas geteilt wurde, wie oft es sichtbar geteilt wurde und ob es funktioniert.
Um in Dark Social zu punkten, brauchst du Inhalte, die geteilt werden wollen.
Nicola
Spannend ist auch: Was sind das für Gruppen? Interessengruppen oder lokale Gruppen? Im Lokalen geht es eher. In meiner Ortsgruppe gibt es Unterbereiche wie Ankündigungen oder Einkaufen. Da können lokale Geschäfte posten, was es zum Mittagstisch gibt oder dass zur Kerwe verkaufsoffener Sonntag ist. Das ist okay, weil es in den Rahmen passt.
Man muss schauen: Welche Optionen gibt es? Gibt es Unterrubriken, in denen Werbung akzeptiert ist? Neueröffnungen funktionieren gut. Für den lokalen Markt ist das super.
Unangenehm wird es, wenn es random ist. Wenn die Leute das Gefühl haben: Das ist eine private Gruppe, wir unterhalten uns hier gut, und jetzt kommt eine Brand rein. Da sind die Leute sensibel.
Ich würde es nicht ausschließen, aber man muss prüfen: Habe ich Relevanz und Berechtigung? Oder bin ich Initiator der Gruppe?
In Tirol habe ich erlebt, dass Tourismusvereine Gruppen gegründet haben. Sie sind eher Hosts. Sie posten wenig, bieten aber die Plattform. Die Leute unterhalten sich, teilen Bilder, reagieren auf Wetter. Das funktioniert.
Alexander
Es hält dich ja nichts davon ab, selbst aktiv zu werden und eine Gruppe zu gründen. Oder einen WhatsApp‑Channel oder einen Instagram‑Broadcast‑Channel.
Nicola
Genau. Da gibt es viele Möglichkeiten. Interessant ist: Wo bin ich unterwegs und wo bringt es mir etwas? Und dieses Sharing: Instagram bewertet inzwischen Saves und Shares höher, weil genau das passiert. Ich sehe etwas, mache einen Screenshot und teile es. Das ist mega wertvoll. Und ich teile es meistens nicht öffentlich, sondern privat. Für Brands ist das extrem wertvoll.
Lara hat in ihrem Artikel erwähnt, dass häufiger über private als über öffentliche Kanäle geteilt wird. Das überrascht nicht, weil wir Social nicht mehr so privat nutzen. Studien zeigen: 63 Prozent teilen eher privat, 20 Prozent ausschließlich über Dark Social.
Das ist sehr relevant. Und Empfehlungsmarketing ist da riesig. Wenn ich dir privat etwas empfehle, hast du kaum Streuverluste.
Alexander
Das ist natürlich die Königsdisziplin: Empfehlungsmarketing.
Nicola
Genau. Und ich glaube, es lohnt sich für euch da draußen, je nachdem ob ihr auf Agenturseite oder Brandseite arbeitet, diesen Dark‑Social‑Bereich einmal bewusst anzuschauen und in diese Richtung zu brainstormen. Reddit ist da natürlich ein großes Thema, war es schon immer.
Alleine Social Listening zu machen und sich anzuschauen, wie die Stimmung ist, würde helfen, Angebote zu schaffen oder einzuschätzen, wie die Brand wahrgenommen wird, wenn sie überhaupt wahrgenommen wird. Das muss man ja auch dazu sagen, wenn es Sinn macht.
Alexander
Deswegen: Macht Content, der gut teilbar ist. Und natürlich auch die Produktqualität. Du musst halten, was du versprichst. Wenn du ein schlechtes Produkt hast, wird das auch geteilt. Dann wird schlecht über dich gesprochen.
Nicola
Aber Teilbarkeit kann ja unterschiedlich sein. Shareability im privaten Umfeld ist nochmal spezieller. Die Frage ist: Wie ist der Content gemacht? Ist das ein Design, das eher dafür geeignet ist, privat geteilt zu werden? Dann müssen andere Komponenten drauf sein.
Alexander
Genau. Du musst Content so erstellen, dass er die Leute animiert, ihn in Gruppen zu teilen. Zum Beispiel: jemand findet ein richtig gutes Angebot und teilt es.
Nicola
Ja, das ist spezieller. Da kann man eine eigene Folge draus machen: shareable Content. Es ist ein Unterschied, ob ein Post öffentlich geteilt werden soll oder ob er privat geteilt wird.
Der Klassiker: Neueröffnung. Oder ein Musikfest. Das würde ich niemals auf Instagram teilen, aber in WhatsApp schon. Das sind diese Mini‑Poster, die als Kachel funktionieren. Privat teile ich das, öffentlich nicht.
Alexander
Schade, dass ich nicht im selben Dorf bin. Ich würde gerne wissen, wann bei euch das Musikfest ist.
Nicola
Kann ich dir über WhatsApp schicken. Aber genau das meine ich: Das Design ist privat tauglich, aber nicht für Instagram. Ihr könnt uns ja gerne schreiben, wie wichtig euch das Thema Dark Social ist. Ich finde, das ist ein Gedanke wert.
Alexander
Oder habt ihr jetzt zum ersten Mal in dieser Folge von Dark Social gehört? Ich bin gespannt auf das Feedback. Überlegt euch, das in die Marketingstrategie aufzunehmen. Und dann können wir über shareable Content reden.
Nicola
Auf der AllSocial Marketing Conference wird es auch Themen zu Reddit geben. Das streift das Thema, weil Reddit und KI gerade sehr präsent sind. Ich persönlich finde diese nischigen Sachen spannend: Webcams, Rezensionen, WhatsApp‑Gruppen. Da steckt so viel Potenzial drin. Es ist nicht einfach, eine clevere Strategie zu haben. Manchmal macht es keinen Sinn, aktiv zu werden. Aber es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken, Social Listening zu betreiben und zu schauen, was es da gibt und wie es stattfindet. Vielleicht gibt es Content, den man anders nutzen kann.
Alexander
Social Listening ist nie verkehrt.
Nicola
Ich glaube, wir bleiben da mal dran. Oder, Alex?
Alexander
So oder so ja nicht, nein.
Nicola
Wir sind ja alle Voyeuristen. Daher ist es okay. Wir sneaken überall rein und gucken. Das befriedigt unseren voyeuristischen Drang.
Alexander
Du schaust ja eigentlich nach, wie über dich auf Social Media gesprochen wird. Aber Social Listening heißt ja eigentlich hören.
Nicola
Ja, du hast recht, das ist eigentlich nicht korrekt.
Alexander
Ich werde es verkraften. Macht es gut.
Nicola
In dem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche. Schau doch mal nach, was über dich im Social gesprochen wird. Vielleicht gibt es ja auch ein paar Gruppen. In die Ortsgruppe darfst du leider nicht rein, weil du weder aus dem Ort kommst noch dort wohnst. Sorry, it’s a closed community. Es bleibt ein dunkler Fleck in deiner Content‑Landschaft. Wir hören uns. Ciao.
Social Media
Jugendverbote für Social Media sind die falsche Antwort
Australien macht es vor, die EU und ihre Mitglieder diskutieren noch: Jugendliche sollen keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken haben. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer die Diskussionen rund um mentale Gesundheit, Cybermobbing, Radikalisierung oder problematische Schönheitsideale verfolgt, kommt zwangsläufig zu der Frage, ob Jugendliche auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat wirklich gut aufgehoben sind.
Trotzdem halte ich solche Verbote für den falschen Weg.
Nicht, weil die Probleme nicht existieren würden. Im Gegenteil. Die negativen Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Jugendliche werden seit Jahren untersucht und dokumentiert. Wer behauptet, Social Media sei für junge Menschen völlig unproblematisch, verschließt die Augen vor der Realität. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es Risiken gibt. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit diesen Risiken umgehen.
Genau an dieser Stelle wirkt die aktuelle politische Debatte auf mich seltsam. Statt die Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, konzentriert sie sich auf die Nutzerinnen und Nutzer. Statt die Ursachen zu bekämpfen, wird über Ausschluss diskutiert.
Dabei wissen wir inzwischen sehr genau, wo viele der Probleme entstehen. Die großen Netzwerke sind nicht zufällig so aufgebaut, wie sie heute funktionieren. Empfehlungsalgorithmen wurden entwickelt, um möglichst lange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Endlose Feeds, Push-Benachrichtigungen und automatisierte Empfehlungen sind keine technischen Notwendigkeiten, sondern bewusste Produktentscheidungen. Die Plattformen optimieren ihre Angebote nicht primär auf das Wohlbefinden ihrer Nutzerinnen und Nutzer, sondern auf Nutzungsdauer, Reichweite und Werbeumsätze.
Wenn Politik nun zu dem Schluss kommt, dass diese Produkte für Jugendliche nicht geeignet sind, dann stellt sich für mich eine andere Frage: Warum diskutieren wir über Verbote für Jugendliche und nicht über strengere Regeln für die Anbieter?
In anderen Lebensbereichen würden wir genauso wenig argumentieren. Niemand würde auf die Idee kommen, Kinderspielplätze zu verbieten, weil Kinder sich dort verletzen könnten. Niemand würde fordern, dass Kinder nicht mehr Fahrrad fahren dürfen, weil es Verkehrsrisiken gibt. Stattdessen schaffen wir Regeln, Sicherheitsstandards und Schutzmechanismen. Wir verpflichten Hersteller, Produkte sicherer zu machen, und sorgen dafür, dass Risiken möglichst weit reduziert werden.
Bei sozialen Netzwerken scheint diese Logik plötzlich nicht mehr zu gelten. Hier soll nicht das Produkt verbessert oder verändert werden, sondern der Zugang eingeschränkt werden.
Das wirkt auf mich wie eine politische Abkürzung. Denn die Regulierung internationaler Plattformkonzerne ist kompliziert. Sie erfordert technische Kompetenz, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich mit wirtschaftlich mächtigen Unternehmen anzulegen. Die EU hat eine vereinfachte Version des dazu nötigen Gesetzes sogar bereits implementiert, mit dem DSA (Digital Service Act).
Ein Verbot lässt sich dagegen deutlich einfacher umsetzen und kommunizieren. Es vermittelt Handlungsfähigkeit, ohne die eigentlichen Ursachen zu verändern.
Manchmal frage ich mich, ob die Zurückhaltung der Politik auch damit zu tun hat, dass sie selbst längst Teil dieses Systems geworden ist. Kaum eine Partei, kaum eine Politikerin oder ein Politiker kommt heute ohne soziale Netzwerke aus. Reichweite, Aufmerksamkeit und öffentliche Wahrnehmung entstehen zunehmend auf Plattformen, deren Mechanismen gleichzeitig kritisiert werden. Vielleicht ist es einfacher, über Verbote für Jugendliche zu diskutieren, als sich mit Unternehmen anzulegen, die für die eigene Kommunikation inzwischen unverzichtbar geworden sind. Beweisen lässt sich das nicht. Der Eindruck drängt sich dennoch gelegentlich auf.
Hinzu kommt, dass solche Verbote viele praktische Fragen offenlassen. Wie soll das Alter überprüft werden? Welche Daten müssen dafür erhoben werden? Welche Auswirkungen hat das auf die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer? Und wie wirksam sind solche Maßnahmen überhaupt in einer digitalen Welt, in der technische Hürden häufig innerhalb weniger Minuten umgangen werden können?
Vor allem aber halte ich den Grundgedanken für problematisch. Social Media ist längst kein Nischenphänomen mehr. Für viele Jugendliche gehören soziale Netzwerke zum Alltag. Sie informieren sich dort, kommunizieren mit Freundinnen und Freunden, entdecken neue Interessen und nehmen an gesellschaftlichen Debatten teil. Man kann diesen Fakt nicht einfach ignorieren.
Deshalb sollten wir nicht darüber diskutieren, wie wir Jugendliche aus sozialen Netzwerken heraushalten. Wir sollten darüber diskutieren, wie soziale Netzwerke gestaltet sein müssen, damit Jugendliche sie sicher nutzen können. Auch unabhängig von halbherzigen „Medienkompetenz-Stunden“ in der Schule.
Dazu gehören transparente Algorithmen. Dazu gehören wirksame Schutzmechanismen für Minderjährige. Dazu gehören klare Regeln gegen problematische Inhalte. Und dazu gehört vor allem die Bereitschaft, Plattformen für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen verantwortlich zu machen.
Wenn ein Produkt für Jugendliche zu gefährlich ist, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Man kann Jugendliche vom Produkt fernhalten. Oder man kann dafür sorgen, dass das Produkt sicherer wird. Die aktuelle Debatte konzentriert sich fast ausschließlich auf die erste Option. Ich würde mir wünschen, dass die Politik endlich den Mut aufbringt, ernsthaft über die zweite zu sprechen.
Social Media
Reddit Marketing für GEO und Social Media: Warum die Plattform plötzlich unverzichtbar wird
Einst Nische, plötzlich Mainstream? Reddit tauchte bis vor Kurzem in kaum einem Social‑Media‑Redaktionsplan auf. Vorrang erhielt Video-Content im 9:16 Format für TikTok und Instagram Reels. Dann erschien das Schlagwort “GEO” am Marketing-Himmel und plötzlich steht Reddit ganz oben auf der Social Media Agenda. Warum eigentlich?
Mehr News zu GEO und GenAI-Optimization gibt es auch im Newsletter. Hier abonnieren und sichere dir deinen Rabatt für die AllSocial Marketing Conference!
Wie KI für GEO Relevanz bewertet und warum Reddit dabei gewinnt
Die Antwort darauf beginnt mit einer kleinen Portion Ironie. Die Maschine misstraut der Maschine. KI‑Tools und Chatbots folgen einem Relevanzprinzip. Für jede Anfrage berechnen sie, welche Wörter mit der höchsten Wahrscheinlichkeit aufeinander folgen. Dafür greifen sie auf ihre Trainingsdaten, internen Datenbanken und weitere extrahierte Quellen zurück. Aus dieser Datengrundlage wählen sie schließlich jene Informationen aus, die für die User*innen am relevantesten erscheinen und daraus entsteht ihre Antwort.
Um diese Relevanz zu bestimmen, orientieren sich KI‑Modelle an Quellen, die sie als Relevanzmarker nutzen. Und weil sich heute in Sekundenschnelle nahezu jeder Inhalt generieren lässt, bei oft schwankender Qualität und Wahrhaftigkeit, setzen KI‑Tools vermehrt auf Quellen, die menschlichen Content kuratieren, prüfen oder besonders hoch bewerten, etwa Nennungen in Online‑Medien. Eine Plattform steht dabei jedoch ganz hoch im Kurs der KI: Reddit.
Als das Internet noch aus Foren bestand – und wie Reddit dieses Prinzip neu belebt
Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, wie das Internet aussah, bevor Social Media Plattformen Einzug hielten. Wer sich online vernetzen wollte, landete in einem Forum. Und davon gab es zu wirklich jedem erdenklichen Thema eines. Manche Foren waren so riesig, dass man sich tagelang darin verlieren konnte, quasi der inoffizielle Vorläufer des Doom‑Scrollings.
Nach einem ähnlichen Prinzip, nur moderner, umfangreicher und mit deutlich mehr Social Media Elementen, funktioniert auch Reddit. Doch spannender als die technische Struktur ist das Verhalten der Communitys. Genau hier unterscheidet sich Reddit von anderen Plattformen und genau das macht Reddit für GEO so wertvoll.
Reddit Marketing: Wo echte Fragen entstehen und warum GEO davon profitiert
Reddit ist derzeit eine der wichtigsten Quellen für GEO, weil die Plattform einen unmittelbaren Einblick in die Sprache, Fragen und echten Probleme der User*innen bietet. Während klassische Keyword‑Tools lediglich Suchvolumen und Begriffvarianten anbieten, zeigt Reddit, wie User*innen tatsächlich denken, formulieren und diskutieren.

Diese authentischen Beiträge tauchen zunehmend in Suchergebnissen auf, sowohl in den Antworten von KI‑Tools als auch bei Google, das inzwischen ebenfalls Inhalte aus Subreddits einbindet, besonders aus aktuellen Diskussionen.
Für GEO ist das ein guter Leitfaden. Ein Blick in die aktiven Subreddits zeigt schnell, welche Themen angesagt sind, welche Fragen die Communitys bewegen und wo neue Pain Points entstehen. Reddit ist damit auch ein exzellenter Hinweisgeber für Trends und Pain Points.
Subreddits: Das Herzstück von Reddit
Stichwort Subreddits: Sie sind der eigentliche Kern von Reddit und darin lauern die Antworten, nach denen die KI so gerne sucht. Reddit selbst ist ein communitybasiertes Netzwerk, das wiederum aus vielen verschiedenen Subreddits besteht. Subreddits sind ähnlich wie die oben erwähnten Foren Online-Räume, in denen die User*innen über ganz bestimmte Themen miteinander sprechen und diskutieren.
Die jeweilige Themenbreite variiert dabei je nach Community von kleiner Nische bis zu weitläufigen Communitys. Jede dieser Communitys hat eigene Regeln, Moderationen und häufig auch eine eigene Gesprächskultur. Beiträge werden dabei nicht von Algorithmen im Feed sortiert, sondern die User*innen entscheiden selbst durch Up- und Downvotes, was weit oben im Diskussionsbereich angezeigt wird.

Und hier hat AI-Slop wenig Chancen. Die User*innen auf Reddit wollen sich mit anderen User*innen über ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen. Häufig beginnen Gespräche mit Fragen nach Lösungen aller möglichen Probleme. Egal, was der Fokus eines Subreddits ist, die User*innen erwarten authentische Antworten, und KI-generierte Beiträge bekommen schnell ihre Downvotes.
Kein Ort für schnelle Marketing-Erfolge: Warum Reddit Zeit braucht
Aus der GEO-Perspektive ist es sinnvoll, diese Funktionsweise von Reddit zu kennen. Um Reddit wirklich zu verstehen und dort erfolgreich zu sein – und ich denke, das kann man nicht oft genug betonen – sollten sich Marken und Unternehmen bewusst sein, dass die Plattform völlig anders funktioniert als gewöhnliche Social Media Netzwerke. Darin liegt auch der Wert von Reddit.
User*innnn posten Beitragen, diskutieren miteinander und sprechen authentisch. Wobei natürlich wie jede Online-Community auch Subreddits über ganz eigene Sprachstile und Insider-Begriffe verfügen können. Du siehst auf Reddit, postet man nicht einfach mal einen Beitrag und hofft, dass etwas passiert. Du musst wirklich tief in die Subreddits und Communitys eintauchen.
Übrigens ein kleiner Tipp für alle, die sich auch der Social SEO widmen. Auch Google schätzt Reddit Beiträge und indexiert diese teilweise recht hoch. Sowohl für die GEO als auch eben die Social SEO solltest du zudem wissen, warum die User*innen bestimmte Themen nach oben voten. Nur so kannst du Inhalte erstellen, die Suchintentionen wirklich präzise widerspiegeln und auf die Fragen sowie Bedürfnisse der Community eingehen. Deswegen ist Reddit auch kein Kanal, um kurz vorbeischauen. Ansprechendes Reddit Marketing braucht Zeit.
Reddit ist kein Social Media Kanal wie jeder andere
Ebenso solltest du Reddit nicht nach einer Marketing Denkweise behandeln. Subreddits sind kein Platz für Eigenwerbung. Betrachte Reddit nicht als Marketing Plattform, sondern als Community Plattform. Denn durch den GEO-Hype ist die Gefahr groß, dass Marken, Agenturen und Unternehmen nichts unversucht lassen, um so schnell wie möglich auf Reddit sichtbar zu werden. Reddit bedeutet: Investiere Zeit und Ressourcen ins Community Management!
Reddit belohnt Community‑Arbeit, nicht Marketing‑Taktiken
Mehr Zeit für die eigene Community sollte eigentlich für jede Social Media Plattform gelten, auf der du aktiv bist. Aber für Reddit gilt das in besonderem Maße. Trotz aller GEO-Verlockungen! Ehrlich gemeinter Ratschlag: Wenn GEO in deinen Marketing-Bemühungen zurzeit an erster Stelle steht – was absolut legitim ist, gute Gründe für GEO gibt es einige, wie du hier in unserem GEO Best-of nachlesen kannst – solltest du lieber nicht auf Reddit sein. Und genauso wird direkte Werbung ebenso abgelehnt und mit Downvotes bestraft.
Ja, das ist vielleicht ein wenig drastisch, aber die Hauptmotivation für eine aktive Reddit-Präsenz sollte ausschließlich der Austausch mit der Community sein. Dafür wurde Reddit geschaffen und dafür sind die User*innen auf Reddit aktiv.
Performance ist dennoch erlaubt und Reddit bietet hier auch Möglichkeiten. Doch für organische Inhalte zählt nur: Wie und worüber sprichst du mit deiner Community? Und hierbei stehst nicht du oder dein Unternehmen im Mittelpunkt, sondern ausschließlich die Themen, welche deine Community bewegen.
Denke nicht an irgendwelche Chatbots, in denen dein Unternehmensname auftauchen soll, denke lieber daran, wie du mit gehaltvollen Inhalten Antworten auf die Anliegen deiner Community findest und wie Reddit für diesen Austausch dir eine Plattform bieten kann. Darum geht es bei Reddit: Die User*innen erwarten von Marken und Unternehmen, dass sie sich wie Teilnehmer*innen verhalten, sich an die Regeln der Subreddits halten und wirkliche Mehrwerte schaffen.
Social Media
Feed und Fudder Podcast 83 – GEO: Citation Drift
GEO für LLMs ist gerade das Marketing-Buzzword und das nicht ohne Grund. Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen direkt an KI-Tools und Chatbots. Logisch also, dass Marken in genau diesen Antworten auftauchen wollen.
Doch wie schafft man es überhaupt, von einer KI genannt zu werden? Das Zauberwort lautet GEO! Nur hat GEO einen kleinen Haken: den sogenannten GEO Citation Drift. KI-Antworten sind unbeständig, Nennungen schwanken stark, und dauerhafte Sichtbarkeit ist schwer zu halten.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche „Inhalt entsperren“. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
GEO für die KI-Suche – Erfolgsfaktor Social Media: Die besten Insights aus Blog und Podcast
Feed und Fudder Podcast 52 – GEO: SEO für KI-Tools und Chatbots
Transkript Feed und Fudder Podcast Folge 83 – GEO: Citation Drift
Transkript
Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!
Hier gibt es das Transkript zu Folge 83 – GEO: Citation Drift
Nicola
Hallo und Servus zu einer neuen Folge Feed und Fudder mit Alex und mir, der Nici. Hallo Alex.
Alexander
Hallo, herzlich willkommen.
Nicola
Schön, dass wir uns wieder hören. Du hast dich erfolgreich zurückgemeldet aus Hamburg und der Schnupfen ist wohl auch vorbei.
Alexander
Der ist weg. Und witzigerweise haben sich ein paar Leute nach der Konferenz gemeldet, die es auch erwischt hat.
Nicola
Das ist der Fluch der Messehallen. Aber schön, dass du wieder frisch und munter da bist. Danke auch nochmal für die Insights und an euch Hörerinnen und Hörer. Ich hoffe, es war interessant, mal einen subjektiveren Einblick zu bekommen.
Alexander
Genau. Und heute drehen wir uns im Kreis.
Nicola
Erzähl.
Alexander
Wir haben heute ein besonderes Thema. Achtung: GEO Citation.
Nicola
Citation.
Alexander
Geo Citation.
Nicola
Drift. Schrift. Drift, Drift, Drift. Ja, lass uns einen total sperrigen Titel nehmen. Macht überhaupt nichts.
Alexander
Alles für die Spotify‑SEO.
Nicola
Es geht tatsächlich um Nennungen oder das Zitieren von Inhalten. Und wie wir darauf kamen, ist eigentlich ein alter Hut. Springen wir mal 100 Jahre zurück in die Vergangenheit. Liebe Grüße übrigens an einen Hörer aus Wien, der uns geschrieben hat. Wir erzählen gerne mal, wie wir zu Social gekommen sind, aber das machen wir in einer anderen Folge. Spoiler!
Hier wollen wir über Nennungen sprechen. Sowohl du als auch ich haben in der PR gearbeitet. Ich kann mich gut erinnern: Grüße nach Mannheim ans Stadtmarketing. Als Praktikantin und Werkstudentin durfte ich Artikel ausschneiden und Clippings machen. Das hieß super neudeutsch Clippings, aber im Prinzip waren es Zeitungsschnipsel. Ich musste sie mit der Schere ausschneiden, auf Papier kleben, in einen Leitzordner einheften und in den Keller stellen. Da stehen sie wahrscheinlich heute noch.
Alexander
Wir haben fast die gleiche Erfahrung. Ich habe auch ein PR‑Praktikum gemacht und musste exakt das Gleiche tun. Mir blieb nur das Ausschneiden erspart, das hat eine Clipping‑Firma gemacht. Aber man hat gesehen, dass es von Hand ausgeschnitten war. Ich musste es dann auch auf weißes Papier kleben, in Leitzordner sortieren und ins Lager stellen. Wenn Kunden kamen, hat man die Ordner rausgeholt und gezeigt: Eins, zwei, drei, vier Nennungen.
Nicola
Genau. Das KPI war Nennungen und man hat einfach gezählt. Der nächste Schritt der Digitalisierung war dann, dass aus Papierschnipseln PDFs wurden. Dann hat man PDFs ausgeschnitten und digital abgeheftet.
Die neueste Entwicklung, und das ist noch gar nicht so lange her, sind Nennungen über Monitoring‑Tools. Ihr kennt diese Tools: Social‑Media‑Nennungen, Podcast‑Nennungen, Medien‑Nennungen. Und das ist schwieriger, weil man definieren muss: Was ist eine Nennung im Social‑Bereich? Und wie ordnet man Reichweite zu? Früher war es einfach: Die Zeitschrift hat X Abonnenten, also hat der Artikel X Menschen erreicht. Heute ist das komplexer.
Alexander
Und dieses Nennungsthema erlebt jetzt eine neue Dimension. Viele Tools versuchen jetzt, GEO‑Features einzubauen und herauszufinden, wie oft man in einem LLM‑Modell genannt wird.
Nicola
Ja, und das Lustige ist: Früher war Schere und Kleber das Tool der Wahl. Heute sind es Software‑Tools. Aber das Problem ist das gleiche: Wie trackt man das? Was ist das KPI? Erfassen wir alles? Früher hatte man Angst, einen Artikel zu übersehen. Heute hat man Angst, eine Erwähnung im Social‑ oder KI‑Kontext zu verpassen.
Alexander
Genau. Unternehmen wollen wissen: Tauche ich auf, wenn Leute etwas eingeben? Werde ich in Antworten genannt? Viele SEO‑Tools bieten jetzt Geo‑Features an, bei denen man Prompts analysieren kann. Aber ein Prompt ist nicht wie ein Keyword. Ein Keyword bleibt ein Keyword. Ein Sportschuh ist ein Sportschuh.
Aber Prompts sind unendlich variabel. Niemand weiß, wie Menschen schreiben. Ich sage immer: Bitte zu meiner KI. Wenn man überall „bitte“ reinschreibt, erwischt man vielleicht alle, die höflich sind.
Nicola
Vielleicht solltest du einen AllSocial‑Artikel über „Bitte“ schreiben und rankst dann im Bereich Freundlichkeit.
Alexander
Genau. Und anders als früher, wo Suchmaschinen Keywords zugeordnet haben, versucht KI, auf jedes Wort eines Prompts zu antworten – basierend auf Wahrscheinlichkeiten. Deshalb ist Prompt‑Tracking schwierig. Viel wichtiger ist: Wo werde ich als Marke überhaupt genannt? Und da gibt es eine faszinierende Entwicklung.
KI automatisiert alles, aber die Tools selbst vertrauen KI‑Content nicht. Das ist die Ironie. Und wenn man schaut, welche Quellen KI‑Modelle am häufigsten nutzen, ist Reddit ganz oben – also menschlich getriebener Content.
Nicola
Also ein Forum halt.
Alexander
Wir finden aber auch oft YouTube. Und wenn man sich dort die Kommentarspalten anschaut, sind die sehr lebhaft. Das sind echte Menschen. Und dann gibt es PR‑Quellen, bei denen Redaktionen entschieden haben, dass ein Artikel faktenkorrekt ist und relevant genug, um veröffentlicht zu werden.
Die KIs ziehen in ihren Antworten also vorrangig menschlichen Content heran, nicht KI‑Content. Außer man bewegt sich auf Plattformen wie Moldburg, wo nur noch Bots miteinander sprechen.
Nicola
Ja, aber das ist ja der Wert. Echte Menschen sind halt echte Menschen. Zitat des Tages. Letztlich ist es ein Perpetuum mobile, wenn KI KI‑Content zitiert, der wiederum KI‑Content zitiert. Das führt komplett in die Irre. Deshalb ist die menschliche Grundquelle entscheidend.
Aber unsere Herausforderung in PR und Kommunikation bleibt: Ich habe eine Message oder Kampagne und muss sie irgendwie messen. Ich muss messen, was Erfolg ist. Im E‑Commerce ist das einfach: Leads, Abverkauf, klare Zahlen. In der Kommunikation ist es schwieriger. Und eigentlich hat sich seit Schere und Kleber nichts geändert: Wir versuchen immer noch, über eine komplizierte Brücke zu messen, ob eine Kampagne erfolgreich war.
Und das ist die Grundfrage: Was ist Erfolg? Und wo willst du stattfinden? Jetzt kommen Sprachmodelle und KI dazu und wir wollen in diesen Sprachmodellen stattfinden! Warum eigentlich? Muss man das überhaupt?
Alexander
Weil die Leute immer mehr KI nutzen. Klassische Suchen gehen zurück. KI ist überall eingebunden: im Browser, im Smartphone, im Fernseher, im Auto, im Kühlschrank. Überall laufen KI‑Assistenten und KI‑Agenten, die auf Sprachmodellen basieren. Sprachmodelle sind der Touchpoint für fast alles.
Nicola
Ja, absolut. Wenn wir bei Futter bleiben: KI‑Modelle sind überall involviert.
Alexander
Genau. Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Bei klassischen Clippings war es so: Wenn der Ordner im Keller steht, dann steht er da. Wenn wir heute ins Stadtmarketing Mannheim gehen würden, würden wir den Ordner finden, aufschlagen und das Clipping wäre noch da. Es bleibt bestehen.
Bei KI‑Tools ist das anders. Die Quellen wechseln permanent. Nur weil du heute einen guten Artikel platziert hast, heißt das nicht, dass er morgen noch in den Modellen auftaucht. Es kann eine Stunde später schon verschwunden sein, je nach Prompt, je nach Datenbank, je nach Aktualisierung.
Wir finden aber auch oft YouTube. Und wenn man sich dort die Kommentarspalten anschaut, sind die sehr lebhaft. Das sind echte Menschen. Und dann gibt es PR‑Quellen, bei denen Redaktionen entschieden haben, dass ein Artikel faktenkorrekt ist und relevant genug, um veröffentlicht zu werden. Die KIs ziehen in ihren Antworten also vorrangig menschlichen Content heran, nicht KI‑Content. Außer man bewegt sich auf Plattformen, auf denen nur noch Bots miteinander sprechen.
Nicola
Ja, aber das ist ja der Wert. Echte Menschen sind halt echte Menschen. Zitat des Tages. Letztlich ist es ein Perpetuum mobile, wenn KI KI‑Content zitiert, der wiederum KI‑Content zitiert. Das führt komplett in die Irre. Deshalb ist die menschliche Grundquelle entscheidend. Aber unsere Herausforderung in PR und Kommunikation bleibt: Ich habe eine Message oder Kampagne und muss sie irgendwie messen.
Ich muss messen, was Erfolg ist. Im E‑Commerce ist das einfach: Leads, Abverkauf, klare Zahlen. In der Kommunikation ist es schwieriger. Und eigentlich hat sich seit Schere und Kleber nichts geändert: Wir versuchen immer noch, über eine komplizierte Brücke zu messen, ob eine Kampagne erfolgreich war.
Und das ist die Grundfrage: Was ist Erfolg? Und wo willst du stattfinden? Jetzt kommen Sprachmodelle und KI dazu und wir wollen in diesen Sprachmodellen stattfinden. Warum eigentlich? Muss man das überhaupt?
Alexander
Weil die Leute immer mehr KI nutzen. Klassische Suchen gehen zurück. KI ist überall eingebunden: im Browser, im Smartphone, im Fernseher, im Auto, im Kühlschrank. Überall laufen KI‑Assistenten und KI‑Agenten, die auf Sprachmodellen basieren. Sprachmodelle sind der Touchpoint für fast alles.
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem. Bei klassischen Clippings war es so: Wenn der Ordner im Keller steht, dann steht er da. Wenn wir heute ins Stadtmarketing Mannheim gehen würden, würden wir den Ordner finden, aufschlagen und das Clipping wäre noch da. Es bleibt bestehen.
Bei KI‑Tools ist das anders. Die Quellen wechseln permanent. Nur weil du heute einen guten Artikel platziert hast, heißt das nicht, dass er morgen noch in den Modellen auftaucht. Es kann eine Stunde später schon verschwunden sein, je nach Prompt, je nach Datenbank, je nach Aktualisierung.
Und deshalb sollte man vorsichtig sein, wenn Agenturen plötzlich behaupten: „Wir sind die führende Geo‑Agentur.“ Da sollten die Ohren klingeln.
Nicola
Spitzen. Oder wie nennt man das?
Alexander
Bei allem, was wir tun, arbeiten wir auf fremdem Grund, etwa Social‑Media‑Plattformen. Und selbst da können wir mit SEO‑Tools Google noch halbwegs emulieren. Wir haben Studien, wir kennen die Algorithmen zumindest teilweise. Aber KI‑Tools sind eine Blackbox. Keines der großen Modelle ist Open Source. Wir wissen nur: Die Antworten basieren auf Wahrscheinlichkeiten. Wie die Quellen ausgewählt werden, wissen wir nicht.
Wenn jemand sagt, er sei führend in Geo, muss man ehrlich sein: Wir arbeiten hier mit der größten Blackbox im Online‑Marketing.
Nicola
Und wenn wir über Nennungen sprechen, ist die Herausforderung bei KI‑Tools die Dynamik. Es ist nicht reproduzierbar. Bei Social‑Nennungen kann ich Posts oder Kommentare verlinken. Bei KI‑Nennungen ist es flüchtig. Du kannst einen Treffer haben, machst vielleicht einen Screenshot, aber er ist weg. Es ist wie Hörensagen im Dorf: Jemand hat angeblich etwas gesagt, aber du kannst es nicht beweisen.
Alexander
Genau. Und es ist doppelt flüchtig. Erstens müsstest du exakt denselben Prompt reproduzieren. Zweitens kann sich das Modell inzwischen verändert haben und anders antworten. Es gibt Tools, die historische Daten sammeln und dir zeigen, wie oft du genannt wurdest. Aber du kannst diese Nennungen kaum recyceln oder reproduzieren.
Nicola
Und das ist die Schwierigkeit: diese Flüchtigkeit. Und dann ist die Frage aus strategischer Sicht: Ist eine Nennung überhaupt etwas wert?
Alexander
Sie ist etwas wert, wenn jemand nach einem Produkt sucht, dich findet und kauft. Aber die Analyse ist schwer. Wir müssen schauen, wie sich die Messbarkeit entwickelt. Vielleicht bieten KI‑Anbieter irgendwann interne Analysen an. Bing macht das schon ein bisschen: Über die Developer‑Tools kann man sehen, wie man im Co‑Pilot erscheint. Vielleicht gibt es irgendwann Business‑Metriken wie im Meta‑Ads‑Manager.
Nicola
Das wäre interessant. Ich weiß nicht, ob sie daran arbeiten. Aber grundsätzlich ist es gut, genannt zu werden, weil viele Menschen KI nutzen. Es ist nur schwer zu analysieren. Siehst du es auch so, dass man die Maßnahmen, die man ohnehin für SEO macht, weiter ausbauen sollte? Also Inhalte so optimieren, dass sie Antworten auf Fragen liefern, die Menschen sowieso stellen würden?
Alexander
Absolut. Bleibt bei dem, was man ohnehin gut macht, denn gewisse Dinge verlieren nie an Wert. Branding und Markenaufbau zum Beispiel. Wenn Menschen eine Marke kennen, geben sie in KI‑Prompts eher ein: „Buch mir eine Reise mit Anbieter XY“, statt einfach nur „Buch mir eine Reise nach Thailand“. Markenbewusstsein bleibt also entscheidend.
SEO bleibt ebenfalls wichtig. Trotz aller Rufe „SEO ist tot“ sieht man, dass Google für seine AI‑Antworten oft dieselben Quellen nutzt wie für die klassische Suche. Und PR bleibt wichtig, nicht nur weil ich PR‑Freelancer bin, sondern weil PR für menschliche Beziehungen steht. Gerade im Zeitalter von AI‑Slop werden menschliche Beziehungen wichtiger denn je.
Nicola
Da hatten wir mal eine Folge mit Jan. Liebe Grüße an Jan. Könnt ihr euch gerne nochmal anhören. Vielleicht machen wir in einem halben Jahr ein Update.
Alexander
Absolut. Und jetzt, nachdem wir so viel über das Problem gesprochen haben, kommen wir zur Lösung. Stand jetzt muss man akzeptieren: Man kann KI‑Nennungen nicht so messen wie Social‑Media‑Metriken. Auch wenn es Tools gibt, sind das Momentaufnahmen. Wenn du es bei Google auf Platz 1 schaffst, bleibst du dort oft länger sichtbar als in einer KI‑Antwort, die sich ständig ändert.
Wir können uns vorstellen, dass die Tools besser werden. Vielleicht gibt es irgendwann einen Co‑Pilot‑Business‑Manager, so wie den Meta‑Ads‑Manager. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis KI‑Tools Werbung integrieren. Spätestens dann braucht es messbare Ergebnisse.
Nicola
Ja, definitiv. Sobald Werbung geschaltet werden kann, braucht es harte Zahlen: Reichweite, Umfeld, Sichtbarkeit. In Social Media kam die Professionalisierung der Analytics auch über den Werbeanzeigenmanager.
Alexander
Und wenn wir über Citation Drift sprechen, heißt das: Es ist ein Kreislauf. Man muss kontinuierlich dranbleiben. Vielleicht taucht eine Nennung wieder auf, die verschwunden war. Und man braucht eine Mischung: menschliche Beziehungen, PR, SEO, Content. Der Marketing‑Mix wird wichtiger denn je.
Früher sprach man vom T‑Shaped‑Marketing. Heute ist es eher ein breiter Mix. Und ja, der gute alte Marketing‑Mix bleibt relevant.
Nicola
Hallo, ich habe in Mannheim studiert. Marketing‑Mix, erstes Semester. Ich habe das Buch von Professor Homburg noch zuhause. Damals war alles einfacher. Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück.
Alexander
Es ist natürlich eine Budgetfrage, aber der Marketing‑Mix wird wichtiger. Und kontinuierliche Formate auch. Wir haben in einer der letzten Folgen über Social‑Media‑Serienformate gesprochen. Durch den Drift werden serielle Formate, Long‑Form‑Content oder Artikelreihen wichtiger.
Und etwas finde ich besonders spannend: Es hieß immer „Video first“. Für Social Media stimmt das. Aber KI‑Modelle brauchen Text. Für Bilder brauchst du Alt‑Texte. Für Videos brauchst du Beschreibungen. Für KI‑Antworten brauchst du Blogartikel, PR‑Texte, strukturierte Inhalte.
Also: Text wird wieder wichtiger. Kontinuierliche Formate werden wichtiger. Und der Marketing‑Mix wird wichtiger. Das sind meine drei Erkenntnisse aus dem aktuellen Citation Drift.
Nicola
Vielen Dank. Ich glaube, das ist eine gute Zusammenfassung. Und dann geht es direkt weiter mit unseren Hot‑and‑Not‑Learnings der Woche. Sollen wir mal wieder ein bisschen einführen? Ich habe etwas mitgebracht: Papst Leo hat eine AI‑Kommission ins Leben gerufen. Das passt ganz gut zu unserem Thema. Ich finde es spannend, dass der Vatikan sagt: Wir müssen uns das anschauen. Es geht vor allem um das Potenzial und die Effekte des menschlichen Impacts. Also darum, was der Mensch leisten kann und wie wichtig er in der Ära der KI bleibt. Auch auf dem heiligen Stuhl hat man erkannt, dass Mensch und KI ein Thema sind. Interessant, dass selbst tausendjährige Institutionen mit der Zeit gehen.
Alexander
Ich habe auch eine Nachricht mitgebracht, kein Win oder Fail, aber wichtig: Das Oberlandesgericht Hamm hat entschieden, dass Unternehmen komplett für KI‑Halluzinationen haften. Man kann Fehler nicht auf die KI schieben. In dem Fall ging es um einen Klinik‑Chatbot, der bei der Terminvergabe autonom gehandelt und vieles falsch gemacht hat. Patienten haben sich beschwert, die Klinik wollte es auf das Modell schieben, aber das Gericht sagte: Nein, ihr seid verantwortlich, wenn ihr so etwas einsetzt. Das passt gut zu dem, was wir heute besprochen haben.
Und ich habe noch ein Fail. Wir haben über Clippings gesprochen und über LinkedIn. Dort sieht man viele merkwürdige Learnings. Und wir haben über serielle Formate und Kontinuität gesprochen. Aber ein Posting, das ich gesehen habe, war wirklich fragwürdig: In der Notaufnahme zu landen ist kein Grund, Social‑Media‑Postings nicht vorzubereiten.
Nicola
Dumm ist nur, wer Dummes tut.
Alexander
Genau. Gesundheit geht vor. Auch wenn wir sagen, man sollte kontinuierlich dranbleiben, gesund werden ist wichtiger.
Nicola
Gesundheit ist das Allerwichtigste. Ich zitiere den Post, den du mir geschickt hast, und ich habe nur den Kopf geschüttelt: „Ich sitze gerade in der Notaufnahme auf Mallorca und bereite meine Social‑Media‑Posts für die nächsten Tage vor.“ Da denkt man sich: Leute, ihr seid motiviert, ihr nehmt euren Job ernst, aber Gesundheit geht vor.
Alexander
Und wenn du gesund bist, kannst du auch wieder posten.
Nicola
Absolut. Und der Algorithmus wird es vielleicht verzeihen. Vielleicht brauchen wir eine Krankmeldung für den Insta‑Feed. Nicht nur eine Krankmeldung für den Arbeitgeber, sondern auch für den Algorithmus und das KI‑Modell. „Lieber Algorithmus, ich bin eine Woche krank. Bitte verzeih mir.“
Nicola
Rank mich nicht runter, nur weil ich krank bin. Wer weiß, vielleicht sollten wir das mal bei Meta einreichen.
Nicola
In dem Sinne wünsche ich dir eine schöne Woche. Schön, dass wir uns gehört haben. Euch da draußen auch eine gute Zeit. Bleibt gesund. Wir hören uns. Ciao.
Alexander
Macht’s gut.
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniX-Workshop KRITIS: Zusätzliche Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenOscars 2026: Was die heise‑Leser anders entschieden hätten
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
