Entwicklung & Code
QEMU 11.0.0: AWS Nitro Enclaves jetzt lokal testen
QEMU 11.0.0 ist da: Die neue Version erweitert vor allem die Cloud-Unterstützung, Confidential Computing und verschiedene Hardwarearchitekturen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen ein neuer „nitro“-Accelerator für AWS Nitro Enclaves, zusätzliche Sicherheitsfunktionen für verschlüsselte VMs sowie Verbesserungen am Grafik- und Storage-Stack. QEMU ist ein weit verbreiteter Open-Source-Hypervisor und Emulator. Er beherrscht sowohl vollständige Virtualisierung über KVM, WHPX oder HVF als auch reine CPU-Emulation per TCG.
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Nitro Enclaves lokal ausführen
Ein Schwerpunkt von Version 11.0.0 ist der neue „nitro“-Accelerator. Damit laufen AWS Nitro Enclaves erstmals nativ in QEMU. Diese Enclaves sind stark isolierte Laufzeitumgebungen innerhalb von EC2-Instanzen. Sie haben weder Netzwerkzugriff noch persistenten Speicher und eignen sich für sicherheitskritische Workloads wie Schlüsselverwaltung oder die Verarbeitung sensibler Daten. Entwickler können solche Szenarien in QEMU nun lokal testen, ohne auf AWS-Infrastruktur zurückgreifen zu müssen.
Mehr Schutz für vertrauliche VMs
Im Bereich Confidential Computing baut QEMU die Unterstützung hardwarebasierter Sicherheitsmechanismen aus. Neu ist die Virtualisierung von Intels Control-flow Enforcement Technology (CET), die ROP-, JOP- und COP-Angriffe erschwert. Außerdem kann KVM SEV-SNP- und TDX-VMs nun zurücksetzen. Dafür initialisiert QEMU einen neuen, verschlüsselten Gastkontext. SEV-SNP und TDX schirmen virtuelle Maschinen gegen den Host ab und verschlüsseln deren Speicher.
Auch bei den Hypervisor-Backends gibt es Fortschritte. QEMU verbessert die Unterstützung der Beschleuniger MSHV und WHPX. Auf macOS beschleunigt HVF nun ARM-Workloads mit der Scalable Matrix Extension 2 (SME2), sofern die Host-CPU diese unterstützt.
Grafik und Storage
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Im Grafikstack erweitert QEMU virtio-gpu um den Modus „DRM native context“ für ausgewählte Linux-Grafiktreiber. Zudem lassen sich pro virtuellem Display unterschiedliche Auflösungen festlegen. Das erleichtert Multi-Monitor-Setups in VMs und verbessert die Anbindung moderner Grafik-APIs.
Im Block-Layer unterstützt der NFS-Treiber jetzt libnfs v6, außerdem haben die Entwickler die curl- und FUSE-basierten Blocktreiber überarbeitet. Das ist vor allem für Netzwerk-Storage und Host-seitige Image-Werkzeuge relevant: QEMU verbessert die Anbindung von Images auf NFS-Servern sowie über HTTP(S)/FTP erreichbaren Quellen. Per FUSE lassen sich Images zudem als Raw-Image für Host-Tools bereitstellen.
Der Tiny Code Generator (TCG), QEMUs Backend für reine Software-Emulation, unterstützt nun C++-Plugins direkt im Quellbaum. Das vereinfacht die Entwicklung von Analyse- und Instrumentierungswerkzeugen, etwa für Tracing oder Performance-Profiling.
Erweiterte Architekturunterstützung
Darüber hinaus erweitert QEMU 11.0.0 die Unterstützung zahlreicher Prozessorarchitekturen. Auf ARM kommen die CPU-Features FEAT_ASID2 und FEAT_E2H0 hinzu, außerdem emuliert TCG nun die Scalable Matrix Extension (SME). Für x86 unterstützt QEMU nun Intels kommende Diamond-Rapids-Prozessoren. RISC-V erhält mehrere neue ISA-Erweiterungen sowie eine verbesserte Darstellung der Control and Status Register. Auch LoongArch, HPPA, s390 und PowerPC erhalten neue Funktionen wie erweiterte ISA-Emulation, Snapshot-Support und zusätzliche Boot-Optionen.
Alle Informationen zu QEMU 11 finden sich in den Release Notes auf der Webseite des Projekts.
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(fo)
Entwicklung & Code
Ruby Central: Neustart nach Sponsorenverlust und Community-Krise
Ruby Central befindet sich seit Beginn dieses Jahres in einer finanziellen Schieflage und reagiert jetzt mit einer Reihe kostensparender und struktureller Maßnahmen. Von der geschäftsführenden Direktorin Shan Cureton hat sich die gemeinnützige Organisation der Ruby-Community genauso getrennt wie vom CFO, der PR-Agentur und mehreren externen Auftragnehmern. Die monetäre Misere begann bereits 2025 durch den Wegfall von Sidekiq, einem der wichtigsten Sponsoren.
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In einem weiteren Sanierungsschritt plant Ruby Central, seinen Verwaltungsrat in ein ehrenamtliches Mitarbeitergremium umzustrukturieren. Damit berichten die Vorstandsmitglieder künftig nicht mehr an einen Geschäftsführer, sondern übernehmen nun gemeinsam mit Teams aus Freiwilligen und angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern direkt Aufgaben und Verantwortlichkeiten.
Die RubyConf soll es auch zukünftig geben
Finanziell konsolidieren will sich Ruby Central auch durch das Neuverhandeln von Verträgen, ausgeweitete Fundraising-Aktivitäten sowie durch den Start der Initiativen Ruby Alliance und Project DREAM (Driving Ruby’s Evolution to AI Maturity). Künftig soll es zudem ein Ausbildungsprogramm geben, um eine neue Generation von Ruby-Mitwirkenden anzulernen. Gleichzeitig habe man dafür gestimmt, die RubyConf beizubehalten, deren Ausrichter Ruby Central ist und die im Juli dieses Jahres das nächste Mal stattfindet.
In der Ruby Alliance will Ruby Central Unternehmen versammeln, die RubyGems, das offizielle Paketsystem für Ruby, sowie das Ruby-Ökosystem durch finanzielle Unterstützung und Entwicklungszeit stärken sollen. Project DREAM zielt unter anderem darauf ab, KI-Tools und -Workflows leichter in Ruby-Anwendungen zu integrieren und Probleme zu identifizieren, die den Einsatz von Ruby in Entwicklungsumgebungen limitieren. Außerdem soll es dazu dienen, die Ruby-Unterstützung in APIs und SDKs auszuweiten.
Friedensangebot an die Ruby-Community
Mit seinem Maßnahmenpaket will Ruby Central auch verlorengegangenes Vertrauen der Ruby-Community zurückgewinnen. Zwischen beiden Parteien bestehen derzeit starke Misstöne. Nach dem Wegfall des Sponsors Sidekiq Anfang 2025 war Ruby Central finanziell praktisch abhängig von Shopify, einem weiteren großen Sponsor. Angeblich auf dessen Drängen übernahm Ruby Central im September 2025 die vollständige Kontrolle über RubyGems und das in Ruby integrierte Abhängigkeitsmanagement-Tool Bundler, beides bis dato von der Community gepflegte Open-Source-Projekte. Nach diesem Vorfall sprach die Community von einer „feindlichen Übernahme“.
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Aktuell legt es Ruby Central nicht auf weitere Konflikte an. Man glaube an das Motto „MINASWAN“ („Matz is nice and so we are nice“), erklären die Vorstandsmitglieder von Ruby Central, Jey Flores und Ran Craycraft, in der offiziellen Mitteilung. Damit spielen sie auf den höflichen Ton des Ruby-Erfinders Yukihiro „Matz“ Matsumoto an und betonen, dass man kein Interesse an einem Dauerstreit habe. Gleichzeitig verstehen sie ihren Statusbericht als Einladung zum Mitmachen und rufen die Ruby-Community zur aktiven Teilnahme auf.
(mro)
Entwicklung & Code
Visual Studio Code 1.117 bringt flexiblere LLM-Anbindung
Visual Studio Code 1.117 steht zum Download bereit. Das neue Release von Microsofts Sourcecode-Editor erweitert die KI-Fähigkeiten des Chats, bringt ein experimentelles neues Chat-Rendering und aktualisiert die App „Visual Studio Code Agents“, die derzeit nur Teilnehmende des Insider-Programms verwenden können.
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Flexiblere LLM-Anbindung für Business- und Enterprise-Kunden
Nutzerinnen und Nutzer von GitHub Copilot in einer Business- oder Enterprise-Edition können nun ihre eigenen API-Keys für Sprachmodelle einsetzen, bekannt als „Bring your own language model key (BYOK)“. Somit lassen sich Anbieter wie OpenRouter, Ollama, Google oder OpenAI einbinden, um deren Large Language Models im VS-Code-Chat zu nutzen.
Standardmäßig deaktiviert, können Admins BYOK mit der „Bring Your Own Language Model Key“-Richtlinie in den Copilot-Richtlinieneinstellungen aktivieren. Dabei können sie festlegen, welche Modellanbieter in ihrem Unternehmen zulässig sind. Anschließend können Organisationsmitglieder Modelle von integrierten Anbietern direkt in VS Code auswählen oder Extensions von Anbietern aus dem Visual Studio Code Marketplace installieren.
Die Vorteile liegen nicht nur in der größeren Modellauswahl, die über die integrierten Modelle hinausgeht, sondern auch darin, dass die integrierten Modelle dann nicht den Standard-Rate-Limits unterliegen. Dabei ist zu beachten, dass sich die „mitgebrachten“ Modelle lediglich auf den Chat auswirken, nicht auf Inline-Vorschläge oder andere KI-gestützte Features in VS Code.
Experimentelle und Insider-Features
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Als ein experimentelles Feature kann der VS-Code-Chat nun inkrementell rendern. Dadurch sollen die Chat-Antworten flüssiger und natürlicher wirken. Die Inhalte erscheinen blockweise mit optionalen Animationen, etwa fade, blur oder slide.
Darüber hinaus hat die App „Visual Studio Code Agents“ ein Update erhalten. Diese befindet sich noch im Preview-Status und ist VS-Code-Insidern vorbehalten. Die App bietet eine Agent-native Umgebung, in der sich parallele Sessions über Repos hinweg ausführen, Diffs inline betrachten und mehrschrittige Coding-Aufgaben durchführen lassen. Im neuen Release können Entwicklerinnen und Entwickler Sub-Sessions aus aktuellen Sessions erstellen. Neben weiteren Updates wurde auch die User Experience in der App überarbeitet.
Die offizielle Ankündigung informiert über diese und weitere neue Features in Visual Studio Code 1.117.
(mai)
Entwicklung & Code
Umami 3.1: Tracking ohne Cookies, jetzt mit Replays und Performance-Daten
Mit Version 3.1.0 erhält die Open-Source-Webanalyse Umami mehrere größere Funktionen für Auswertung, Debugging und Performance-Monitoring. Im Mittelpunkt stehen frei konfigurierbare Dashboards namens „Boards“ sowie Session Replays, mit denen sich echte Nutzersitzungen nachvollziehen lassen. Hinzu kommen ein integriertes Tracking der Core Web Vitals, deutlich erweiterte Filter- und Segmentfunktionen sowie überarbeitete Sharing-Optionen. Außerdem schließt das Release mehrere Sicherheitslücken, führt Schema-Migrationen aus und hebt die Mindestanforderungen an die Plattform an.
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Umami ist eine datenschutzfreundliche, selbst hostbare Alternative zu klassischen Webanalyse-Diensten wie Google Analytics. Die Software erfasst Seitenaufrufe und Events ohne Third-Party-Tracking und richtet sich vor allem an Entwickler und Unternehmen, die ihre Analyse selbst kontrollieren wollen.
Die neuen Boards bringen ein flexibles Dashboard-System. Anwender stellen Auswertungen aus Diagrammen, Tabellen und Kennzahlen in einem frei gestaltbaren Raster zusammen. Einzelne Komponenten lassen sich verschiedenen Websites zuordnen, live anpassen und anschließend im Team teilen oder duplizieren. Damit nähert sich Umami funktional spezialisierten Monitoring- und BI-Tools an. Ein Marketing-Team kann so etwa ein Board für Kampagnenkennzahlen pflegen, während das Produktteam parallel eines für Feature-Nutzung und Conversions führt.
Ebenfalls neu ist Session Replay. Die Funktion spielt reale Nutzersitzungen im Browser nach und basiert auf der Bibliothek rrweb. Session Replay zeichnet Klicks, Scrollbewegungen und Eingaben auf. Über konfigurierbare Maskierungsstufen lassen sich sensible Inhalte ausblenden. Die Aufzeichnungen sind pro Besuch segmentiert und nach Events filterbar. Das hilft etwa dabei, Abbrüche in Formularen oder Checkout-Prozessen zu analysieren.
Performance-Monitoring und feinere Auswertungen
Im Bereich Performance erfasst Umami nun die Core Web Vitals direkt im Browser der Besucher, darunter Largest Contentful Paint (LCP), Interaction to Next Paint (INP), Cumulative Layout Shift (CLS), First Contentful Paint (FCP) und Time to First Byte (TTFB). Eine überarbeitete Performance-Ansicht stellt die Werte dar und bewertet sie anhand gängiger Schwellenwerte. So lässt sich zum Beispiel erkennen, ob blockierendes JavaScript Interaktionen auf Mobilgeräten verzögert.
Auch die Filter- und Segmentlogik wächst spürbar. Neu sind ODER-Verknüpfungen zwischen Bedingungen, Regex-Operatoren und Mehrfachauswahl bei Vergleichsoperatoren. UTM-Parameter stehen jetzt systemweit zur Verfügung. Damit lassen sich komplexere Auswertungen formulieren, etwa Nutzersegmente über mehrere Kampagnen oder Regionen hinweg. Funnels unterstützen außerdem Filter auf Event-Eigenschaften pro Schritt sowie Wildcards in Zieldefinitionen.
Die überarbeitete Share-Funktion erlaubt eine feinere Steuerung freigegebener Inhalte. Einzelne Bereiche wie Übersichten oder Events lassen sich ein- oder ausblenden, Share-Links können einen Namen erhalten. Die Darstellung ist vollständig für Mobilgeräte optimiert.
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Administration, Internationalisierung und kleinere Verbesserungen
Weitere Neuerungen sind unter anderem die zusätzliche Filterdimension „Distinct ID“, eine flexible Zeitaggregation nach Stunde, Tag oder Monat, ein Download für Berichte sowie Performance-Optimierungen durch Pagination-Limits und Cache-Control-Header. Hinzu kommen Geolocation-Header für EdgeOne und zusätzliche Konfigurationsoptionen über Umgebungsvariablen.
Im Administrationsbereich wechselt Umami von react-intl zu next-intl und liefert vollständige Übersetzungen für 51 Sprachen. Mit „react-zen“ führt das Projekt zudem ein einheitliches Design-System ein und überarbeitet die Navigation. Die Teamfunktionen sind nun konsolidiert und um eine Redis-basierte Feature-Steuerung ergänzt.
Sicherheit, Migrationen und Bugfixes
Auf der Sicherheitsseite schließt das Release IDOR-Schwachstellen in Berichten und Segmenten und schränkt Share-Tokens stärker ein. Zusätzlich aktualisiert es mehrere Abhängigkeiten mit bekannten Lücken.
Für die neuen Funktionen führt Umami automatisch Schema-Migrationen aus, etwa für Boards, Session Replay und die Sharing-Mechanismen. Die Mindestanforderung steigt auf Node.js 22, weil das Release auf Prisma 7 setzt.
Daneben behebt Version 3.1.0 zahlreiche Bugs, vor allem bei der PostgreSQL-Kompatibilität, in SQL-Abfragen, bei der Zeitzonenverarbeitung sowie im Tracker und in der Oberfläche. Details zu allen Änderungen finden sich in den Release Notes auf der GitHub-Projektseite von Umami. Version 3.0 erschien im November 2025 und fügte in Umami neue Tracking-Features hinzu.
(fo)
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