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N26: Wieder Maßnahmen von der Bafin gegen die Neobank
Es hört nicht auf: Wieder beschließt die BaFin Auflagen für N26 und bremst das Geschäft der Neobank – diesmal in den Niederlanden. Knackpunkt: das Risikomanagement.
Getty Images / Andreas Rentz, Collage: Dominik Schmitt / Gründerszene
So richtig rund lief es noch nie zwischen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und N26: Wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention und im Risikomanagement gab es seit Jahren immer wieder Stress. Die Neobank musste Millionenbußgelder wegen verspäteter Geldwäscheverdachtsmeldungen zahlen. Jahrelang begrenzte die Behörde zudem das Wachstum des Berliner Fintechs.
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2024 dann der einstweilige Durchbruch: N26 durfte ab da unbeschränkt Neukunden zulassen. Im Sommer 2025 begann dann allerdings der nächste Ärger, da ging es um das niederländische Tochterunternehmen „Neo Hypotheken“.
Kein neues Geschäft mehr in den Niederlanden
Und für genau dieses gibt es nun einen weiteren Dämpfer: N26 darf in den Niederlanden kein neues Hypothekengeschäft mehr betreiben, zudem wurde die Verbriefung entsprechender Forderungen untersagt.
Das ist nur eine der heute bekannt gewordenen Auflagen, die die BaFin für N26 erlassen hat. Hintergrund des umfassenden Maßnahmenpakets sind Prüfungen aus dem Jahr 2024, die erhebliche Defizite in der Geschäftsorganisation der Smartphone-Bank offengelegt haben sollen. Laut Aufsicht gab es insbesondere im Risiko- und Beschwerdemanagement sowie in der Struktur des Kreditgeschäfts schwerwiegende Mängel, die gegen zentrale Anforderungen des Kreditwesengesetzes verstoßen.
Zu den nun rechtskräftigen Auflagen gehören zusätzliche Eigenmittelanforderungen sowie weitreichende Geschäftsbeschränkungen, wie eben in den Niederlanden. Die BaFin hat außerdem erneut einen Sonderbeauftragten eingesetzt, der die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen überwachen und regelmäßig Bericht erstatten soll.
N26: Wollen mit der Aufsicht zusammenarbeiten
Die Bank teilte mit, dass sie eng mit der Aufsicht und dem Sonderbeauftragten zusammenarbeite und umfassende Reformen anstoße. Dazu gehören Anpassungen in der Governance, den Kontrollmechanismen und den internen Prozessen. Nach Unternehmensangaben laufen diese Arbeiten bereits seit Anfang 2025 in allen relevanten Bereichen.
Mit den aktuellen Maßnahmen will die BaFin sicherstellen, dass N26 eine, den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Geschäftsorganisation etabliert, insbesondere ein wirksames Risikomanagement, das Risiken verlässlich identifiziert, steuert und überwacht.
Dauerthema hatte bereits gravierende Folgen
Der Dauerzwist mit der BaFin hatte bereits personelle Konsequenzen: 2025 kam es wohl auf Druck der Investoren zu Veränderungen in der Führungsetage, darunter der Rückzug des Mitgründers Valentin Stalfs aus dem Vorstand Ende des Sommers.
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Im Gespräch mit Gründerszene bekennt der Gründer sich zu der komplizierten Beziehung seines Unternehmens zur BaFin: „Im Nachhinein ist man immer schlauer. Wir hätten ab 2016, seitdem wir die Banklizenz haben, deutlich mehr in Regulatorik investieren müssen – nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Das haben wir erst ab 2021 richtig nachgeholt.“
Die Probleme scheinen damit noch immer nicht vollends aufgelöst.
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Diese 15-Jährige ist eine der jüngsten Gründerinnen Deutschlands
Bibifotima Zukhurova ist 15, kommt aus Harsewinkel bei Bielefeld, entwickelt eine Finanzbildungsplattform für Gen Z – und das parallel zur Schule. Ihre Plattform sei „vom Prinzip her wie Duolingo, nur geht es nicht um Sprachen, sondern um Geld“, sagt sie.
Ihren Alltag beschreibt die junge Gründerin so: Morgens um sechs klingelt ihr Wecker. Um sieben beginnt die Schule. Der Unterricht dauert meist bis 15 Uhr. „Danach ist eigentlich die ganze Zeit Startup angesagt“, sagt sie. Dazwischen: Essen, Sport, Zeit mit der Familie. Meist arbeitet Zukhurova bis 20 oder 21 Uhr – manchmal sogar noch länger, wie uns die Gründerin erzählt.
In diesem Jahr stehen für die 15-Jährige auch ihre Abschlussprüfungen an. Damit Schule und Startup-Gründung funktionieren, strukturiert sie ihren Alltag konsequent. Zukhurova arbeitet mit Time-Blocking, einer Methode, die ihr aus der Startup-Szene empfohlen wurde, sagt sie. Ihre Termine organisiert sie über Notion, gekoppelt mit Google- und Apple-Kalender. Zusätzlich nutzt sie eine Erinnerungs-App. Alles ist miteinander verbunden. „Die verschiedenen Systeme sind integriert, weil mir das alles sonst zu viel wäre“, erklärt sie. Ohne diese Struktur würde ihr Alltag nicht funktionieren.
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Nebenbei noch studieren?
Zusätzlich zu Schule und Startup studiert Zukhurova als Jungstudentin Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bielefeld. Sie ist dort als Gasthörerin eingeschrieben und besucht Einführungsmodule in BWL und VWL. „Ich habe Zugang zu den ganzen Folien und Ressourcen und bringe mir eigentlich das meiste selbst zu Hause bei“, sagt sie.
Zeitlich ordnet sie das Studium hinter Schule und Startup ein. Klausuren kann sie mitschreiben, muss es aber nicht. Die Vorlesungen legt sie bewusst in ruhigere Phasen, in denen weder Schulprüfungen noch wichtige Startup-Termine anstehen. Hausaufgaben erledigt sie möglichst schon in der Schule, um sich nachmittags auf ihr Unternehmen konzentrieren zu können, sagt Zukhurova.
Das ständige Wechseln zwischen Matheunterricht, Businessmodell und Gesprächen mit Freundinnen empfindet sie nicht als Belastung. „Ich brauche ein bisschen Diversität im Alltag“, sagt sie. Sich den ganzen Tag nur mit einem einzigen Thema zu beschäftigen, fällt ihr schwerer. Die unterschiedlichen Themenblöcke helfen ihr, konzentriert zu bleiben.
Zwischen Pausenhof und Pitchdeck
Trotzdem bewegt sie sich täglich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Welten. In der Schule ist sie „eine ganz normale 15-Jährige“, wie sie sagt. Dort ist sie einfach Bibi. In der Startup-Szene dagegen ist sie meist die Jüngste im Raum.
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Sie sei anfangs davon ausgegangen, dass dort automatisch auf Augenhöhe gesprochen werde. „Deswegen war das eher ein Rücktritt von meinen Erwartungen“, sagt sie rückblickend. Manchmal sei ihr das Gefühl gegeben worden, „dass ich nicht richtig mitreden kann oder darf, weil ich noch zu unerfahren bin“. Niemand sage das offen, „aber man merkt es“. Statt klarer Kritik seien es eher indirekte Kontrollfragen gewesen. Situationen, in denen sie gespürt habe, dass man testen wollte, wie viel sie wirklich weiß.
Durch einen Pitch vor größerem Publikum habe sich dieses Bild verschoben. Nach ihrer Präsentation sei ihr gesagt worden, man habe ihr diese Professionalität nicht zugetraut. Seitdem werde sie anders wahrgenommen. Bei all dem gehe es ihr dabei weniger ums Beweisen, sondern darum, ernst genommen zu werden.
Vom dritten Platz zum Dämpfer
Ein prägender Moment war die Teilnahme an der Westfalen-Challenge von Startup Teens, einem Gründungswettbewerb für Jugendliche. Dort erreichte sie auf regionaler Ebene den dritten Platz.
Für Zukhurova war es dann der logische nächste Schritt, an der bundesweiten Challenge teilzunehmen. Wochenlang überarbeitete sie ihren Businessplan, machte ihn detaillierter und strukturierter. Bei der nationalen Runde schaffte sie es jedoch nicht unter die Top 5 und war somit nicht im Finale. „Ich habe da wirklich viel Zeit investiert, und als dann die Absage kam, war das schon hart“, sagt sie.
Nach dem Erfolg auf regionaler Ebene habe sie mit einem ähnlichen Ergebnis gerechnet. Die Enttäuschung traf sie stärker, als sie erwartet hatte, sagt sie. Das habe ihr nochmals gezeigt, wie stark sie schon in ihr Startup involviert ist.
Plötzlich Verantwortung
Seit rund einem Jahr bewegt sich Zukhurova in einer Welt, in der die meisten Gründer zehn oder zwanzig Jahre älter sind. Wettbewerbe, Konferenzen, Netzwerktreffen gehören inzwischen zu ihrem Alltag. Anfangs habe sich das wie eine neue, spannende Parallelwelt angefühlt. Doch irgendwann wurde ihr klar, dass Gründen mehr ist als Pitchdecks und Ideen. „Da passiert auch rechtlich ganz viel oder man muss bestimmte Pflichten erfüllen“, sagt sie.
Mit jedem Wettbewerb, jedem Programm wurde das Projekt verbindlicher. Verträge, Fristen, Strukturen – all das sind Dinge, mit denen sich die meisten in ihrem Alter noch nicht beschäftigen. Der Schritt vom Ausprobieren zur Verantwortung kam schleichend, aber spürbar.
Woher der Druck wirklich kommt
Von außen sieht man Bühnen, Programme, Netzwerke. Zukhurova pitcht vor Jurys, engagiert sich zusätzlich bei Initiativen wie dem Female Entrepreneurship Summit oder „Startup in School“ und war Teil des achtwöchigen Inkubators von Young Founders Network mit Finale in Stuttgart.
Der Druck entsteht jedoch weniger durch einzelne Events als durch das Zusammenspiel vieler Faktoren, sagt sie. Da ist ihr eigener Ehrgeiz. Da sind Erwartungen, die mit jeder Teilnahme an Wettbewerben oder Programmen wachsen. „Ich bin sehr ehrgeizig und möchte meine Ziele erreichen“, sagt die 15-Jährige. Und da sei eine Startup-Kultur, die oft suggeriere, man müsse ständig erreichbar sein und möglichst wenig schlafen.
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Sie merkt schnell, wenn sie an ihre Grenzen kommt, sagt Zukhurova. „Wenn ich zwei Stunden weniger schlafe, merke ich das am nächsten Tag vollkommen.“ Deswegen versucht sie Pausen einzuhalten, auch wenn wichtige Calls oder Deadlines es ihr nicht immer leicht machen.
Und dann ist da FOMO, allerdings nicht im klassischen Sinn. „FOMO begleitet mich täglich“, sagt sie. Gemeint ist weniger die verpasste Party als das ständige Abwägen von Prioritäten. Jede Stunde für das Startup ist eine Stunde, die sie nicht anders verbringt. Sie treffe diese Entscheidung bewusst, sagt sie, doch das Gefühl, parallel etwas anderes zu verpassen, bleibe.
Theoretisch könne sie jederzeit aufhören. „Ich könnte morgen sagen, ich stoppe das Ganze.“ Praktisch aber ist das Projekt längst mehr als ein Hobby. Morgen früh um sechs wird ihr Wecker wieder klingeln.
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+++ Teambuilding +++ N26 +++ Samaipata +++ Kapitalmangel +++ Flexvelop +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ STARTUPLAND: Building a Team Without HR Screw-Ups +++ N26 fährt 42 Millionen Verlust ein +++ Spanischer Frühphasen-Investor Samaipata setzt auf Deutschland +++ Kapitalmangel ist und bleibt ein Dauerbrenner +++ So ging Flexvelop auf Expansion +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Donnerstag, 12. März).
#STARTUPLAND – Noch 6 Tage!

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 18. März findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere dritte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
Masterclass im STARTUPLAND: Dream Team Instead of Drama: Building a Team Without HR Screw-Ups

Jedes Startup spricht vom Dreamteam – aber viele zahlen Lehrgeld durch Fehlbesetzungen, hohe Frühfluktuation und chaotische Prozesse. In dieser Session analysieren wir die typischen Muster und zeigen, wie Personalarbeit zum stabilen Fundament für Skalierung wird. An echten Fuck-Up Praxisbeispielen zeigen wir, wie Recruiting in unter 30 Tagen realistisch umsetzbar ist – und wie Einstellungen so getroffen werden, dass neue Mitarbeitende bleiben, zufrieden sind und in den ersten 90 Tagen produktiv ins Team hineinwachsen. Dr. Simon Kentsch ist Gründer der scaleyo HR GmbH und promovierter Personalexperte. Er unterstützt Startups dabei, den Wunsch nach A-Playern in leistungsfähige Teams zu überführen, die schnell produktiv werden und langfristig bleiben. Mit einer eigenen HR-Reifegradanalyse, praxiserprobten Plug-and-Play-Methoden und klarer Umsetzung zeigt er: Gute Personalarbeit ist kein Verwaltungsakt, sondern ein echter Wachstumsmotor.
#STARTUPTICKER
N26
+++ Zahlencheck! Die Berliner Smartphone-Bank N26 erwirtschaftete auch 2024 einen massiven Verlust (42 Millionen Euro). Es geht aber zumindest aufwärts: Im Vorjahr waren es noch 102,4 Millionen. „Aus Sicht der Geschäftsleitung war der Geschäftsverlauf 2024 zufriedenstellend und lag innerhalb der Erwartungen“, heißt es im neuen Jahresabschluss. Beim Zins- und Provisionsüberschuss konnte das Unternehmen seine Erträge steigern. „Der Zinsüberschuss stieg 2024 um 16 % auf 144 Millionen Euro an, was die Bank mit den ’neuen Produktangeboten‘ erklärt. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich um knapp 6 % auf 136 Millionen Euro“, schreibt das Handelsblatt zu den N26-Zahlen. Für 2025 erwartet das Unternehmen einen Zins- und Provisionsüberschuss in Höhe von 385 Millionen Euro. Zudem geht das Team von einer „nachhaltigen Profitabilität im zweiten Halbjahr 2025“ aus. Das Unicorn scheint somit fest auf Kurs zu sein. Das Ziel ist Profitabilität. (Handelsblatt) Mehr über N26
Samaipata
+++ Millionen aus Spanien! Der spanische Frühphasen-Investor Samaipata, der zuletzt bereits verstärkt in Deutschland investierte, legt seinen dritten Fonds (Zielvolumen: 110 Millionen Euro) auf. 70 Millionen konnte das Team bereits einsammeln – unter anderem von der KfW und der Spanischen Gesellschaft für Technologische Transformation (SETT). Der Investor plant mit dem Geld „Investitionen in 25 bis 30 Frühphasen-Startups in Deutschland und weiteren europäischen Märkten“. Samaipata investierte hierzulande bereits in aufstrebende Unternehmen wie Konvo, Synthavo und retraced. Samaipata, 2016 von den erfolgreichen Gründern José del Barrio and Eduardo Díez-Hochleitner ins Leben gerufen, verwaltet in zwei Fonds bisher 150 Millionen Euro. Der Geldgeber interessiert sich insbesondere für „Digital businesses with network effects“. Initial investiert Samaipata 1 bis 6 Millionen pro Startup (Seed bis Series A). Mehr über Samaipata
Kapitalmangel
+++ Es fehlen Milllionen! Kapitalmangel ist und bleibt ein Dauerbrenner in der deutschen Startup-Szene. Dies belegt nun auch wieder eine Befragung des Digitalverbands Bitkom. „Fast jedes zweite Startup (48 %) plant in diesem Jahr eine Kapitalaufnahme. Zugleich überlegt jedes vierte Startup (25 % ), Deutschland wegen fehlenden Kapitals zu verlassen, nur 17 % empfinden das Venture-Capital-Angebot hierzulande als ausreichend“, heißt es in einer Presseaussendung. Imposante 74 % der Gründerinnen und Gründer im Lande „würden ihren Kapitalbedarf möglichst bei Investoren aus Deutschland befriedigen“. Rund 52 % bevorzugen Investoren aus anderen EU-Ländern, nur 13 % US-Investoren. Am Ende des Tages wird wieder deutlich: Wir brauchen noch mehr Venture Capital in Deutschland. (Bitkom) Mehr über Bitkom
Expansion
+++ Expansion wird gerne als Prozess beschrieben: Rollen, Playbooks, KPIs. Was dabei untergeht, ist Vertrauen. Es entsteht in einem neuen Markt häufig analog: durch Gespräche, Verbindlichkeit, kurze Wege. Mehr Gastbeitrag von Hans-Christian Stockfisch (Flexvelop)
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ FinTech finperks erhält 4 Millionen +++ BioTech PerioTrap bekommt 2,9 Millionen +++ Superhuman übernimmt Rows +++ DHDL: Klemab, supernutural, BackDani. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
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OpenClaw: 4 Tipps, wie ihr den autonomen KI-Agenten nutzen könnt
In unserer neusten Folge von Royal GS sprechen Martin und Julian Eyerer sowie Nikita Fahrenholz über OpenClaw. Es geht um Risiken, aber auch um Tipps, wie man das Tool testen kann.
OpenClaw brachte in den vergangenen Wochen viel Diskussionsstoff in die KI-Bubble. OpenClaw ist ein KI-Agent, der direkt auf dem Computer installiert wird. Anders als ein Chatbot führt der KI-Agent Aufgaben selbstständig durch und handelt ziemlich autonom: Er liest und schreibt E-Mails, organisiert den Kalender und verwaltet Dateien. In der Tech-Szene ging OpenClaw in nur wenigen Tagen viral – und Erfinder Peter Steinberger heuerte direkt bei OpenAI an.
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Auch Martin Eyerer (Ex-CEO Factory Berlin, Unternehmer, Techno-DJ) hat OpenClaw ausprobiert. Gemeinsam mit Nikita Fahrenholz (Gründer von Delivery Hero & Fahrengold) und dem Softwareentwickler Julian Eyerer spricht er in der neuesten Folge unseres Podcasts Royal GS über die KI-Agenten von OpenClaw und die schnelle Entwicklung von KI-Tools.
Hört die Folge hier: Spotify und Apple Podcast
OpenClaw unterliegt quasi dem Prinzip des Vibe-Codings: KI-Tools übersetzen einfachen Text in Code. Klingt simpel. Ganz so einfach sei es laut Julian Eyerer dann aber doch nicht. Auch mit Vibe-Coding müsse man verstehen, wie Software strukturell aufgebaut ist und wie Datenbanken aufgesetzt werden müssen. Ansonsten habe man nur „eine schöne Oberfläche“ und nichts dahinter.
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Dennoch sparen Unternehmen durch Vibe-Coding viel Zeit und Geld. Im Podcast erzählt Fahrenholz, dass in den Anfangszeiten von Lieferheld 50 Entwickler in Vollzeit arbeiteten. „Jeder kostete 6.000 Euro“, sagt er. „Mit Vibe-Coding zahlst du für ein Minimum Viable Product 10.000 Euro und bist in einer Woche fertig“, sagt Julian Eyerer.
OpenClaw und Risiken
OpenClaw löst also einen gewissen Reiz aus. Einerseits möchte man selbst ausprobieren, welche lästigen Aufgaben der KI-Assistent autonom übernehmen kann, andererseits gibt es viele Diskussionen rund um das Thema Sicherheit.
Denn OpenClaw ist ein kostenloses Open-Source-Tool. Das heißt, der Quellcode ist im Rahmen der Lizenz öffentlich einsehbar und kann verändert werden. Was jedoch Sicherheitsbedenken auslöst, ist, dass das Programm vollen Zugriff auf den Computer und die dortigen Daten hat. Hinzu kommt, dass besonders problematisch sogenannte „Prompt Injections“ sind, wie Julian Eyerer sagt. Dabei wird der KI über manipulierte Inhalte ein neuer Befehl, beziehungsweise Prompt, untergeschoben – zum Beispiel per Mail. Viele Unternehmen verbieten Mitarbeitenden deswegen, OpenClaw auf Arbeitsrechnern zu installieren.
4 Tipps für den Umgang mit OpenClaw
Es gibt aber Wege, wie man OpenClaw testen und Risiken minimieren kann. Julian Eyerer hat hierfür folgende Tipps:
- Am besten schaffe man sich für OpenClaw zunächst einen neuen oder einen aussortierten Computer an, damit OpenClaw nicht direkt Zugriff auf alle Daten hat.
- Um erste Erfahrungen mit OpenClaw zu sammeln, biete es sich laut Julian Eyerer aufgrund der Sicherheitslücken an, das Programm auf einem eigenen Server zu hosten. Dafür gibt es bereits Anbieter.
- Dem Programm zu Beginn keine Schreibrechte für E-Mails oder Rechte auf den Zugang zum Bankkonto geben.
- OpenClaw Limits setzen: OpenClaw per se ist kostenlos. Interagiert der KI-Agent aber mit anderen KI-Tools, verbraucht er Tokens. Tokens sind quasi produzierte Texteinheiten – und die kosten Geld, was wiederum schnell teuer werden kann. Wenn man laut Julian Eyerer aber dem KI-Agenten eine bestimmte Anzahl von Tokens kauft und ihm diese zur Verfügung stellt, ließen sich die Kosten kontrollieren. Macht man das nicht, holt sich der KI-Agent so viele Tokens, wie er braucht, um die Aufgaben zu erledigen.
Bei der Frage, welche Daten man OpenClaw anvertrauen möchte, könne laut Julian Eyerer ein Gedanke helfen: „OpenClaw kann ein Verhalten an den Tag legen wie ein Dreijähriger“, sagt er. Wichtig sei, sich viel über den KI-Assistenten zu informieren und vorsichtig damit im Alltag umzugehen.
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