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Drei Fragen und Antworten: Was Führungskräfte für die stillen Techies tun können
Wieder mal von den Dampfplauderern aus der anderen Abteilung ausgekontert worden, wieder mal im Meeting kaum zu Wort gekommen, wieder mal kein Gehör bei der Geschäftsführung für die technischen Argumente gefunden: Das sind Erfahrungen, die ITler mit introvertierter Persönlichkeit im Arbeitsleben häufig machen. Der ITler und Berater Peyman Pouryekta erklärt, was Führungskräfte machen können, um ihre stillen Schaffer besser glänzen zu lassen.
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Peyman Pouryekta hat rund 20 Jahre Erfahrung in der IT und ist selbst ausgebildeter Softwareentwickler. Als selbstständiger Experte berät er CTOs, Firmen und Venture Funds.
(Bild: Peter Rigaud)
Der introvertierte Techie aus der IT ist ein verbreitetes Klischee. Wie häufig ist das wirklich noch in diesem Berufsfeld?
Früher war dieses Klischee des introvertierten Techies sicher zutreffender als heute. Menschen, die sehr tief in eine Materie eingetaucht sind, wirkten auf Außenstehende oft wie aus einer anderen Welt. Und wenn wir ehrlich sind, gibt es das natürlich immer noch, aber das Berufsfeld ist deutlich vielfältiger geworden – mit introvertierten und auch extrovertierten Persönlichkeiten.
Für viele Tech-Rollen und das tiefe sowie fokussierte Arbeiten braucht es eine ruhige Atmosphäre. Introvertierte schöpfen ihre Energie häufig genau aus so einem Umfeld, deswegen passt die Kombination sehr gut für sie. Gleichzeitig gibt es aber immer mehr Tech-Expertinnen und -Experten, die als CTOs, im Produktmanagement oder in der Softwareentwicklung aktiv Netzwerke aufbauen und ihre Arbeit wirklich sichtbar machen.
Entscheidend ist nicht, ob man introvertiert oder extrovertiert ist, sondern wie man seine Stärken einbringt. Viele introvertierte Techies kommunizieren lieber schriftlich oder in einer kleineren Runde. Das kann effektiver sein, bringt aber auch das Risiko mit sich, übersehen zu werden, vor allem, wenn man seine Ideen nicht klar vermitteln kann.
Vor welchen Herausforderungen steht man als Führungskraft introvertierter Angestellter?
Eine der größten Herausforderungen ist, dass das Wissen introvertierter Mitarbeitender nicht wahrgenommen wird, obwohl es für strategische Entscheidungen oft ausschlaggebend ist. Ich sehe, wie sich in vielen Unternehmen vor allem diejenigen durchsetzen, die laut und präsent sind. Wer sich lieber im Hintergrund hält, wird seltener wahrgenommen, selbst wenn er entscheidendes Wissen mitbringt.
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Ich hatte mal einen Fall, in dem sich die Führung von IT und Produkt auf eine gemeinsame Linie einigen musste. Die IT-Führung war eher introvertiert, die Produktführung eher extrovertiert. Dreimal dürfen Sie raten, wer die Moderation übernommen hat – das Produkt-Team. Die IT-Themen wurden kaum berücksichtigt, das Team wurde mitten in seiner Präsentation unterbrochen und am Ende fehlte die IT-Perspektive auch in der Entscheidung. Später stellte sich auch heraus, dass wichtige technische Aspekte ignoriert worden waren – was das Unternehmen nicht nur Zeit, sondern auch eine Menge Geld kostete.
Ein Problem, das ich immer wieder beobachte, ist die Art und Weise, wie Meetings organisiert werden – oder besser gesagt: nicht organisiert werden. Oft laufen sie nach dem Prinzip „Wer was zu sagen hat, sagt es einfach“. Das kann offen und dynamisch wirken, führt aber dazu, dass vor allem extrovertierte Teilnehmende das Gespräch dominieren. Sie denken laut, reagieren spontan und setzen dadurch oft die Richtung der Diskussion und nehmen den Raum ein.
Introvertierte hingegen brauchen mehr Zeit zum Reflektieren und teilen ihre Gedanken lieber strukturierter. Ohne klare Moderation und Gesprächsregeln kann es leicht passieren, dass ihr Wissen im Hintergrund bleibt. Der Unterschied wird sofort spürbar, wenn Meetings mit einer festen Agenda und klaren Redezeiten gestaltet werden. Sobald jede Person einen definierten Zeitraum für ihre Inhalte bekommt, verändert sich die Dynamik: Plötzlich kommen auch die Stimmen zu Wort, die vorher untergegangen sind.
Noch entscheidender ist die neutrale Rolle der Moderation. Ein guter Moderator hält sich eher im Hintergrund und geht auf alle Teilnehmenden ein, stellt gezielt Fragen und sorgt dafür, dass nicht nur die Lautesten gehört werden. Ich habe erlebt, wie allein diese Anpassung dazu führte, dass strategische Entscheidungen fundierter getroffen wurden, weil plötzlich nicht nur Meinungen, sondern auch echte Expertise im Raum sichtbar wurden.
Was sollte man als Führungskraft unbedingt tun und was vermeiden gegenüber Introvertierten?
Man sollte unbedingt dafür sorgen, Meetings so zu strukturieren, dass alle zu Wort kommen. Introvertierte arbeiten besonders effektiv, wenn sie genug Zeit zur Vorbereitung haben. Außerdem lohnt es sich, als Führungskraft seinen Mitarbeitenden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung anzubieten, um zum Beispiel Präsentationstechniken und Storytelling besser zu beherrschen.
Vermeiden sollte man, extrovertierte Verhaltensweisen als einzig richtig anzusehen und introvertiertes Verhalten als negativ darzustellen. Introvertierte in große, laute Gruppen zu setzen oder sie zu spontanen Präsentationen zu zwingen, kann sie eher ausbremsen, als ihr Potenzial zu fördern. Ein typisches Problem zeigt sich meist nach Meetings: Während extrovertierte Teilnehmende die Diskussion dominieren, analysieren introvertierte oft erst später, was im Meeting besprochen wurde und bringen meist erst dann wertvolle neue Perspektiven mit. Doch zu diesem Zeitpunkt ist die Entscheidung aus dem Meeting meist schon gefallen.
Eine einfache, aber effektive Lösung ist es, Feedback-Schleifen nach den Meetings einzuführen. Wer Zugang zu Meeting-Notizen hat und Kommentare oder Ergänzungen nachträglich einbringen kann, sorgt für fundiertere Entscheidungen. Auch asynchrone Kommunikation oder gezielte Follow-ups helfen, alle Perspektiven einzubeziehen. Eine gute Führungskraft erkennt diese Unterschiede und schafft Strukturen, in denen sowohl introvertierte als auch extrovertierte Persönlichkeiten wachsen und zum Erfolg beitragen können.
Herr Pouryekta, vielen Dank für das Interview!
In der Serie „Drei Fragen und Antworten“ will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.
(axk)
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Anthropic will über 3,5 Gigawatt Rechenkapazität mit Googles TPUs
Anthropic will im großen Stil Googles Tensor Processing Units (TPUs) einsetzen, um auf ihnen Claude-Modelle laufen zu lassen (Inferenz). „Wir haben eine neue Vereinbarung mit Google und Broadcom über mehrere Gigawatt an TPU-Kapazität der nächsten Generation unterzeichnet, die voraussichtlich ab 2027 in Betrieb genommen wird“, kündigt Anthropic in einem Blog-Beitrag an.
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Eine Börsenaufsichtsmeldung von Broadcom nennt eine erste konkrete Zahl: Broadcom stellt ab 2027 TPUs bereit, die final eine Rechenkapazität von 3,5 Gigawatt erreichen sollen. Laut Mitteilung handelt es sich dabei um einen Teil der angekündigten „mehreren Gigawatt“.
Broadcom ist in dem Abkommen involviert, da die Firma die TPU-Beschleuniger seit 2016 maßgeblich mitentwickelt. Im Hintergrund hat sich Broadcom zu einem KI-Giganten entwickelt: Es entwirft die meisten KI-Beschleuniger der Cloud-Hyperscaler mit, darunter auch Amazons Trainium und Microsofts Maia. In der eigenen Meldung verkündet Broadcom auch ein neues Langzeitabkommen mit Google, das bis 2031 läuft und die Entwicklung neuer TPU-Generationen beinhaltet.
Die aktuelle TPU v7 alias Ironwood nimmt rund 1000 Watt elektrische Leistung auf. 3,5 Gigawatt entsprächen da 3,5 Millionen Beschleunigern. Die nächste Generation dürfte pro Chip allerdings mehr elektrische Leistung aufnehmen.
Amazon und Nvidia weiter im Boot
Anthropic betont, dass Amazon AWS der Hauptpartner beim Training von KI-Modellen bleibe und auch weiter Nvidia-GPUs zum Einsatz kommen. Auf den Google-TPUs laufen dagegen fertig trainierte KI-Modelle; sie beantworten etwa Fragen, die Nutzer an Claude stellen. Anthropic braucht dringend mehr Rechenleistung, um alle Claude-Dienste bedienen zu können. Kürzlich warf die Firma unter anderem OpenClaw aus seinen Abos raus, um die Rechenlast zu senken.
Schon im Oktober 2025 kündigte Anthropic an, die eigene Rechenkapazität auf bis zu eine Million TPUs aufstocken zu wollen. Die Financial Times gibt eine firmennahe Quelle wieder, wonach Anthropics Gesamt-Rechenkapazität in den kommenden Jahren auf fünf Gigawatt steigen solle.
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Ein Gigawatt Rechenkapazität soll rund 35 Milliarden bis 50 Milliarden US-Dollar kosten, hauptsächlich für den Kauf der Hardware. Anthropic verkündet zur Finanzierung gleichzeitig einen Umsatzmeilenstein: Rechnet man den aktuellen Umsatz aufs komplette Jahr hoch, landet die Firma bei 30 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz. Ende 2025 waren es laut eigenen Angaben noch 9 Milliarden US-Dollar. Die aktuelle Vereinbarung knüpft an Anthropics Verpflichtung vom November 2025 an, insgesamt 50 Milliarden US-Dollar in die US-amerikanische Recheninfrastruktur zu investieren.
(mma)
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Toyota RAV4 in sechster Generation jetzt als Hybrid und PHEV bestellbar
Der bis heute anhaltende und weiter wachsende Erfolg der Bauform „SUV“ in Europa geht ganz entscheidend auch auf Toyotas Beitrag zurück. Als einer der ersten Hersteller brachten die Japaner mit dem RAV4 1994 ein Auto an den Start, das nicht der ursprünglichen Definition folgend von einem Nutz-Geländewagen abgeleitet wurde, sondern in seiner ganzen Substanz ein hoher Pkw auf großen Rädern war. Wie fast kein anderer Hersteller – eine der wenigen Ausnahmen war der frühreif-kühne Versuch mit dem Talbot-Simca-Rancho bereits Ende der 70er – hat sich auch Toyota damals noch nicht getraut, ein solches Auto ohne Allradantrieb anzubieten. Heute ist Frontantrieb die Regel bei fast allen SUV. Den Kunden freut der geringere Kaufpreis.
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Allrad ohne Verbrauchsnachteil
Doch trotz der Forderungen nach gesetzeskonformen Flottenverbräuchen ist Toyota sowohl der Baureihe als auch dem Angebot eines Allradantriebs treu geblieben und so verwundert es nicht, dass der RAV4 mittlerweile in sechster Generation mit Hybridantrieb fährt. Die Elektrifizierung schließt den Kreis zum Allradantrieb mit modernen Mitteln: Seine Hinterachse wird bei Bedarf elektrisch angetrieben. Die für den Hybridantrieb ohnehin nötige Elektrifizierung spart Verteilergetriebe, Kupplung (oder Differenzial) und Kardanantrieb ein. Der Allradantrieb ist damit kein Verbrauchsnachteil mehr. Erstmals wird der Plug-in-Hybrid auch als Fronttriebler erhältlich sein. Bei allen PHEV-Versionen steigen die elektrischen Reichweiten. Eine batterieelektrische Version, wie 2012 homöopathisch dosiert in den USA gesehen, ist indes nicht vorgesehen.

Toyota
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Der Hybridantrieb nutzt einen 2,5-Liter-Ottomotor, der immer 105 kW leistet, in den Hybridmodellen mit 221 Nm Drehmoment, für die PHEV-Versionen aber mit 227 Nm angegeben ist – ein im Alltag wohl kaum spürbarer Unterschied. Im Hybrid mit Frontantrieb leistet die E-Maschine 100 kW, die Systemleistung beträgt maximal 136 kW. Im Allrad-Hybrid kommt ein 40 kW leistender E-Motor an der Hinterachse dazu, die Systemleistung steigt auf 143 kW. Der Verbrauch wird mit 4,9 bis 5,2, für das Allradmodell mit 5,3 bis 5,7 Litern auf 100 km angegeben.
Effiziente Hybridantriebe
Beim Plug-in-Hybrid leistet die E-Maschine 151,4 kW, was eine Systemleistung von 200 kW ermöglicht. Als Allrad-PHEV bekommt der RAV4 die gleiche E-Hinterachse mit 40 kW wie mit einfachem Hybridantrieb und liefert dann eine Systemleistung von 227 kW. Der gewichtete Verbrauch liegt bei 1,3 bis 1,8 respektive 1,3 bis 1,6 Litern. Mit leerem Akku sind es mit 5,2 bis 5,6 oder 5,3 bis 5,8 nicht deutlich mehr als bei den Hybridmodellen ohne elektrische Reichweite – nicht selbstverständlich in einer Welt, in der Hybridantriebe meist aus konventionellen abgeleitet sind, was den Verbrauch nach oben treibt.

Toyota
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Im Segmentvergleich sind die guten Werte angesichts des bei Toyota gewissermaßen schon traditionellen Vorsprungs bei Hybridantrieben auch glaubhaft. Toyota schreibt, man habe die Wirtschaftlichkeit gegenüber der Generation davor um weitere zehn Prozent gesteigert. Nicht nur mit dem Hinweis auf die aktuellen Kraftstoffpreisentwicklung sei an dieser Stelle auch ausdrücklich auf die beiden batterieelektrischen SUV-Modelle Toyota bZ4X und Toyota bZ4X Touring im entsprechenden Format hingewiesen.
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Schnellladen als Option beim PHEV
Die bei Bedarf kühlbare Batterie der PHEV-Versionen fasst jeweils 22,7 kWh, also 30 Prozent mehr als bisher, und verleiht ihnen 126 bis 137 oder 121 bis 133 Kilometer Reichweite. Mit ausstattungsabhängig optionalen 50 kW Ladeleistung sind sie für PHEV gut aufgestellt. Von 10 auf 80 Prozent soll sich ihr Akku in rund 30 Minuten füllen lassen. Serienmäßig ist ein 11-kW-Lader eingebaut, dessen Ladeleistung für etwa drei Stunden von 10 auf 80 Prozent gut sein soll.
Großer Kofferraum
Mit einer Länge von 4,6 Metern, einer Breite von 1,85 und einen Meter 68 hoch bleibt der RAV4 in seiner gewohnten Größenordnung und bietet die modischen Rad-Dimensionen auf 18- und 20-Zoll-Felgen. Wie das Teil aussieht? Toyota sagt „seine ikonische DNA verbindet robuste Outdoor-Tauglichkeit mit raffiniertem urbanem Stil“. Wir finden es kantiger als die meisten anderen Autos. Der Laderaum bietet beim Hybrid ein Fassungsvermögen von 514 bis 1706 Liter, beim Plug-in Hybrid sind es 446 bis 1619 Liter. Die Allradversion ist sowohl für den Vollhybridantrieb als auch für die Plug-in-Version optional erhältlich. Sie bietet eine aktive Kraftverteilung, Bergabfahrhilfe, eine Anhängelast von 2000 kg bei einer Stützlast von 100 Kilogramm. Die Frontantriebsvariante bietet hingegen maximal 800 kg und eine Stützlast von 80 kg.
Die neue Modellgeneration des RAV4 ist bereits in Deutschland bestellbar, als Hybrid für 43.990 Euro, als Plug-in Hybrid für 49.990 Euro. Toyota gibt bis zu 15 Jahre beziehungsweise 250.000 Kilometer Garantie bei vertragsgemäßer Wartung. Erste Auslieferungen plant Toyota für Juni 2026.
Mehr zur Marke Toyota
(fpi)
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Ehemaliger Postminister Schwarz-Schilling gestorben | heise online
Der frühere Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling (CDU) ist tot. Der 95-Jährige sei am Ostermontag im Kreise seiner Familie im hessischen Büdingen gestorben, teilte der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand mit, ein langjähriger Freund Schwarz-Schillings. Als internationaler Vermittler bemühte sich der Ex-Minister von 1995 bis 2007 um die Beilegung der Spannungen in Bosnien-Herzegowina.
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Kabel-TV und GSM-Mobilfunk
Schwarz-Schilling wurde am 19. November 1930 in Innsbruck als Sohn eines Komponisten und einer Pianistin geboren. Selbst an Klavier und Orgel versiert, studierte er nach dem Abitur in Berlin Geschichte und Sinologie, begann dann eine Banklehre und heiratete in eine Unternehmerfamilie im hessischen Büdingen ein. Mit 30 Jahren trat er der CDU bei und profilierte sich im konservativen hessischen Landesverband als liberales Gegengewicht sowie als Fachmann für neue Medien.
Seinen Kampf für die Durchsetzung des privaten Rundfunks führte Schwarz-Schilling von 1976 an als Bundestagsabgeordneter und nach dem Ende der sozial-liberalen Koalition im Jahr 1982 als Minister für Post und Fernmeldewesen. In einem jahrelangen Reformprozess stellte er die Weichen für die Privatisierung von Post und Telekom, was ihm auch viel Kritik und den Vorwurf der Verquickung privater und dienstlicher Interessen eintrug. In seine Amtszeit fielen die Einführung des Kabelfernsehens und der Start des GSM-Mobilfunks in Deutschland.
Schwarz-Schilling sah deshalb seinen Rückhalt beim damaligen Kanzler Helmut Kohl (CDU) schwinden. Gleichzeitig erbitterte ihn, was er als Tatenlosigkeit der deutschen Politik angesichts des Bürgerkriegs im zerfallenden Jugoslawien empfand und provozierte so Ende 1992 seine Entlassung.
Engagement auf dem Balkan
Im Bundestag verlegte sich der Ex-Minister dann auf Auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte und humanitäre Hilfe und erwarb sich auf häufigen Balkan-Reisen internationalen Respekt. Im April 1995 wurde er offiziell zum Streitschlichter für Bosnien-Herzegowina berufen. Auf diesem Posten regelte er insbesondere die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen. Als Krönung seines Einsatzes im früheren Jugoslawien wurde er Ende 2005 zum Hohen Repräsentanten der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina ernannt. Wenig später wurde er zudem Bosnien-Beauftragter der EU.
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Die CDU erinnerte auf X an ihr langjähriges Mitglied. „Mit ihm verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit und einen Politiker mit Weitsicht, Prinzipientreue und einem unermüdlichen Einsatz für wirtschaftlichen Wohlstand und internationale Verständigung.“ Schwarz-Schilling habe über Jahrzehnte die deutsche und europäische Politik geprägt und sei wegen seiner Integrität und seines Mutes weit über Parteigrenzen hinweg geschätzt worden, schrieb die Bundespartei.
(vbr)
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