Künstliche Intelligenz
Wander-bot: Windgetriebener Roboter soll Langstrecken ohne Akku erkunden
Ein Forschungsteam der Cranfield University hat einen 3D-gedruckten Roboter entwickelt, der sich mittels Windenergie vorwärtsbewegt. Der Wander-bot-Roboter ist an dem „Strandbeesten“-Kunstprojekt von Theo Jansen angelehnt, in dem der niederländische Künstler windgetriebene Roboter für den Strand erstellt hat. Der Wander-bot der Wissenschaftler nutzt allerdings eine Windturbine statt Segel für den Antrieb. Das soll dafür sorgen, dass der Roboter sich besser bewegen kann. Der Plan ist, den Roboter Langzeiterkundungstouren in windigen Umgebungen wie Wüsten oder auch auf anderen Planeten vornehmen zu lassen, ohne dass er für die Bewegung Strom benötigt.
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Der Wander-bot befindet sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase und wurde als Prototyp mit niedrigem Reifegrad auf dem Advanced Space Technologies in Robotics and Automation Symposium 2025 (ASTRA) der europäischen Weltraumorganisation ESA vorgestellt, wie die Cranfield University in einer Mitteilung schreibt.
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Das Video zeigt die Funktionsweise des Wander-bot-Roboters der Cranefiled University.
Cranefield University
Der Roboter besteht im Wesentlichen aus Teilen, die mit einem 3D-Drucker erstellt worden sind. Der Wander-bot nutzt dabei einen Gestängemechanismus zur Fortbewegung. Die Forscher greifen auf das von Jansen entwickelte Gestänge zurück, das Rotationsbewegungen in eine Gehbewegung umwandelt. Die Forscher benutzen allerdings statt eines Segels, wie bei Jansens „Strandbeesten“, eine tonnenförmige Savonius-Windturbine mit schaufelförmigen Rotorblättern. Sie wird durch Wind in eine Rotation gebracht, die die Forscher über Zahnräder auf das Gestänge umleiten und den Roboter damit zum Gehen bringen.
Keine Motoren und Batterien zum Bewegen nötig
Nach Angaben der Wissenschaftler soll der Wander-bot bei Windeinfluss selbstständig laufen können, ohne dafür weitere Energie zu benötigen. Dadurch reicht es aus, in den Roboter lediglich eine kleinere Batterie einzubauen, die etwa eine zusätzliche Elektronik und Sensoren zur Umweltüberwachung antreiben kann. Die Reichweite des Roboters sei durch den Antrieb über Windenergie nahezu unbegrenzt und damit nicht durch die Kapazität eines Akkus beschränkt. Der Wander-bot könne entsprechend sehr lange in Umgebungen eingesetzt werden, in denen viel Wind vorkommt. Auch sei er dort einsetzbar, wo wegen Lichtmangels keine Solarenergie genutzt werden kann oder bei Dunkelheit.
Dabei kommt dem Roboter zugute, wartungsarm zu sein. So kann er über einen längeren Zeitraum ohne menschlichen Zugriff an schwer zugänglichen Orten, wie etwa Wüsten und perspektivisch auch auf anderen Planeten seinen Dienst tun. Durch den Einsatz 3D-gedruckter Teile könne er außerdem schnell und kostengünstig repariert werden, werben die Forscher für den Wander-bot.
Die Wissenschaftler arbeiten nun daran, den Roboter hinsichtlich seiner Manövrierfähigkeit zu verbessern. Er soll sich dann auch in schwierigerem Gelände bewegen und steuern lassen.
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Die Forschungsarbeit der Wissenschaftler der Cranfield University wird von den UK-RAS Network+ der University of Manchester unterstützt. Finanzielle Mittel für die Arbeit kommen vom UK Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC).
(olb)
Künstliche Intelligenz
Polymarket: Angeblich seit Monaten irreführende Werbung von Influencern
Das Wettportal Polymarket soll Influencer dafür bezahlt haben, gefälschte Videos vom Abschließen und Gewinnen von Internetwetten aufzunehmen und zu verbreiten, um damit zu werben. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Analysen zahlreicher solcher Kurzfilme und interner Dokumente. Die Videos hätten sich an Menschen in den USA gerichtet, wo Polymarket seit 2022 nicht zugelassen ist und nur per VPN benutzt werden kann. Gefunden hat die US-Zeitung Videos, die seit Juni 2025 verbreitet wurden. Die Werbenden seien angewiesen worden, die Bezahlung nicht öffentlich zu machen, bekommen hätten sie zwischen 2000 und 3000 US-Dollar im Monat. Polymarket hat demnach eine umfassende Untersuchung zugesagt.
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Wetten auf falscher Plattform gefilmt
Das Wall Street Journal hat demnach mehr als 1100 Videos von 10 Personen analysiert, die mit Polymarket zusammenarbeiten. 70 Prozent der Clips würden angeblich den Abschluss einer Wette auf Polymarket zeigen. In jedem einzelnen davon gebe es aber Hinweise darauf, dass die Wetten nicht echt sind. So stimmt teilweise die URL nicht, statt „polymarket“ stehe in der Adresszeile beispielsweise „poiymarket“, was bei Großbuchstaben nicht zu unterscheiden sei. In manchen Clips gebe es sogar Hinweise darauf, dass es sich um Testumgebungen für Entwickler von Polymarket handelt. Eingeweihte hätten erzählt, dass aufgenommene Clips an Polymarket geschickt wurden. In manchen Fällen seien die abgelehnt worden und hätten neu aufgenommen werden müssen.
Zu den Diskrepanzen bei den Aufnahmen vom Abschluss einer solchen Wette kommt dem Bericht zufolge hinzu, dass sie in den meisten Fällen auch gar nicht gewonnen worden wären. So zeigt ein Beispiel vorgeblich eine erfolgreiche Wette darauf, dass US-Präsident Donald Trump im Januar öffentlich das Wort „McDonald’s“ sagt. Als er das tut, jubelt der Creator. Dabei sei der Clip da schon zwei Monate alt gewesen, die Wette wäre also verloren gegangen. Insgesamt seien auf 118 der analysierten Videos angebliche Gewinne in einer Gesamthöhe von 900.000 US-Dollar zu sehen gewesen, mit den Wetten hätte man aber insgesamt 166.000 US-Dollar verloren. Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC habe die Recherche nicht kommentieren wollen.
Polymarket gehört zu mehreren Internetplattformen, auf denen Nutzer und Nutzerinnen auf das Eintreten der unterschiedlichsten Ereignisse wetten können. Die Plattformen stehen schon länger unter Beobachtung, unter anderem wegen des Verdachts, dass hier mit Insiderwissen Geld gemacht wird. In Israel sollen Personen mit militärischen Hintergrundinformationen auf Ereignisse gewettet haben, in dem Land wurde im Frühjahr ein Journalist bedroht. Er sollte einen Bericht ändern, der eine millionenschwere Wette aufgelöst hat. In Frankreich gab es im April Hinweise darauf, dass jemand im Zusammenhang mit Onlinewetten Temperaturmessungen der Wetterbehörde manipuliert hat.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Playstation: Sonys Studios setzen verstärkt KI in der Entwicklung ein
Sonys Playstation-Studios setzen bei der Spieleentwicklung KI-Werkzeuge ein, um wiederkehrende Arbeitsschritte zu automatisieren. Das beschreibt Sony im aktuellen Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr.
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Konkret nennt Sony in seinem Strategiebericht die Bereiche Softwareentwicklung, Qualitätssicherung, 3D-Modellierung und Animation. Die KI-Werkzeuge sollen die Teams von manuellen Routineaufgaben entlasten, damit sie mehr Zeit in Spieldesign, Spielwelten und Gameplay stecken können.
Erstmals im Mai vorgestellt
Neu ist diese KI-Strategie nicht: Sony hat sie bereits Anfang Mai bei der Präsentation der Jahreszahlen umrissen. Der Geschäftsbericht führt die Pläne nun weiter aus und unterlegt sie mit konkreten Beispielen. Dabei betont Sony, dass KI menschliche Kreativität nicht ersetzen soll. Die Technik biete neue Chancen für Wertschöpfung und Wachstum und bleibe „ein Werkzeug, um menschliches Potenzial freizusetzen, kein Ersatz für Künstler oder Kreative“.
Als Beispiel für generative KI verweist Sony auf ein laufendes Pilotprojekt mit Bandai Namco. Dabei habe das Unternehmen in der Videoproduktion deutliche Verbesserungen bei der Produktivität pro Person gemessen.
Mehr Spiele, mehr Kuratierung
Wenn KI die Hürden für die Spieleentwicklung senkt, dürfte die Zahl der veröffentlichten Titel weiter steigen, führt Sony aus. Genau darin sieht Sony eine wachsende Rolle für die eigene Plattform: Je mehr Inhalte auf den Markt drängen, desto wichtiger werde es, Spielern die passenden Titel zu empfehlen.
Sonys Vorstoß fällt in eine angespannte Phase der Branche. Die Produktionskosten steigen, weil die Spieleentwicklung länger dauert. Das Wachstum während der Coronapandemie ist abgeflacht, was zu zahlreichen Entlassungswellen bei Spielefirmen geführt hat. Der Einsatz von KI schürt zusätzliche Sorgen um Arbeitsplätze. Laut einer Umfrage ist mehr als die Hälfte der Spieleentwickler überzeugt, dass generative KI der Branche schadet.
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Auch andere Publisher setzen KI ein: Activision etwa nutzt generative KI in der Entwicklung von „Call of Duty“. Epic-Chef Tim Sweeney hat sich sogar gegen die Offenlegung von KI-Einsatz in der Spieleentwicklung ausgesprochen.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Montag: Ubisoft-Gründer tödlich verunglückt, Steam Controller erst wieder 2027
Nach dem Absturz einer Propellermaschine in Frankreich trauert das große Spiele-Unternehmen Ubisoft um einen seiner Gründer. Der Eigentümer des Flugzeugs war Claude Guillemot, der Ubisoft 1986 gemeinsam mit seinen Brüdern gegründet hat. Die Behörden ermitteln. Derweil haben die Bestellungen des neuen Steam Controllers Valve offenbar überwältigt. Schon wenige Stunden nach der Verfügbarkeit war das Steam-Gamepad ausverkauft. Kunden können sich zwar weiterhin ein Exemplar reservieren, aber dürfen mit einer Lieferung erst im nächsten Jahr rechnen. Deutlich länger ist die Zeit seit dem Erscheinen von Quake, das heute sein 30. Jubiläum feiert. Mit diesem Spiel kam im Jahr 1996 der Durchbruch für 3D-Ego-Shooter. Nicht nur die Technik, auch das Gameplay von Quake setzte Maßstäbe. Selbst nach 30 Jahren haben wir noch einige interessante neue Fakten gefunden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Beim Absturz eines Propellerflugzeugs in der westfranzösischen Gemeinde La Baule sind zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter der Mitgründer der weltweit bekannten Videospielfirma Ubisoft. Das Kleinflugzeug sei auf einem Feld abgestürzt, als es sich im Anflug auf den Flugplatz in La Baule befand, teilte die zuständige Staatsanwältin mit. Die genauen Umstände und Ursachen des Unfalls stehen bislang nicht fest, aber es wurden Ermittlungen wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung eingeleitet. Ubisoft schrieb, dass es mit großer Trauer vom Tod von Claude Guillemot erfahren habe, „der bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.“ Das französische Unternehmen ist unter anderem für Spieleserien wie „Assasin’s Creed“ und „Far Cry“ bekannt: Ubisoft-Mitgründer stirbt bei Flugzeugabsturz in Frankreich.
Valve hat das eigene Bestellsystem für Steam-Hardware erneut überarbeitet. Dieses zeigt jetzt eines von drei Zeitfenstern an, in denen Kunden, die einen Steam Controller reserviert haben oder bestellen wollen, mit ihrem Gerät rechnen dürfen. Abhängig vom Zeitpunkt der Reservierung heißt es dort entweder „bis September 2026“ oder „bis Dezember 2026“. Dabei wird deutlich, dass die Firma die Nachfrage deutlich unterschätzt hat. Der Steam Controller kann zwar auch weiterhin reserviert werden, aber neue Besteller müssen geduldig sein, denn für diese gilt das dritte Zeitfenster: 2027. Damit will Valve Transparenz zeigen. Gleichzeitig verspricht die Firma, die Produktion des Steam Controllers weder zu drosseln noch einzustellen: Valves Steam Controller wird bei neuen Bestellungen wohl erst 2027 ausgeliefert.
Mit dem Steam Controller lassen sich auch Klassiker wie „Quake“ spielen, das in diesen Tagen 30 Jahre alt wird. In dieser Zeit wurde viel geschrieben über das Actionspiel, das die ersten bezahlbaren PC-Grafikkarten mit 3D-Beschleunigung so richtig ausreizen konnte und das Gewaltorgien mit Monstern in einer Horror-Atmosphäre zu einem grob überzeichneten Spaß machte. Und – natürlich – in Deutschland auf dem Index landete. Wir haben zum Jubiläum des Spiels ein paar weniger bekannte Fakten zu Quake ausgegraben. Selbst für Gaming-Veteranen, die das Spiel als „Quake Deathmatch TEST“ schon im Februar 1996 als frühe Fassung mit drei Deathmach-Levels ausprobiert haben, dürfte es neben Erinnerungen auch einige interessante neue Zusatzinformationen geben: 30 Fakten zu 30 Jahren Quake.

Screenshot Quake/René Meyer
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Die rund sechs Millionen installierten Solarstromanlagen in Deutschland haben in den vergangenen Jahren großen volkswirtschaftlichen Nutzen gebracht. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) wurden zwischen 2020 und 2025 fossile Energieimporte im Wert von rund 20 Milliarden Euro ersetzt und zugleich Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro vermieden. Laut Zahlen des Umweltbundesamtes wurden in diesem Zeitraum knapp 390 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugt. Laut BSW-Solar verdrängte diese Strommenge im deutschen Stromsystem vor allem Erdgas- und Steinkohlekraftwerke und verringerte damit sowohl den Bedarf an fossilen Brennstoffimporten als auch die damit verbundenen Treibhausgasemissionen: Hunderte Milliarden Euro an Klimaschäden durch deutschen Solarstrom gespart.
Norwegen gilt seit Jahrzehnten als Vorreiter der digitalen Bildung. Schon in den 1990er-Jahren hielten Computer Einzug in die Klassenzimmer, ab 2010 ersetzten Tablets wie das iPad zunehmend klassische Schulbücher und das Schreiben mit der Hand. Doch nun vollzieht das skandinavische Land eine Kehrtwende. Die norwegische Regierung reagiert auf sinkende Testergebnisse bei Schülern und erlässt ein weitreichendes Verbot für den Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) im Unterricht. Denn der unbedarfte Einsatz von KI berge das Risiko, dass Kinder essenzielle Schritte in ihrer Bildungsbiografie einfach übersprängen. Das Wichtigste in der Schule sei nach wie vor, dass der Nachwuchs verlässlich Lesen, Schreiben und Rechnen lernt. Deshalb greifen Schulkinder zurück zu Buch und Stift: Norwegen verbannt KI aus Grundschulen.
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(fds)
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