Connect with us

Künstliche Intelligenz

Urtopia Carbon 1 ST im Test: Leichtes City-E-Bike mit GPS, Alarm & Fingerprint


Das City-E-Bike Urtopia Carbon 1 ST kombiniert Carbon-Rahmen, Tiefeinstieg und Smart-Features wie Fingerabdrucksensor, GPS-Tracking und Sprachsteuerung.

Das Urtopia Carbon 1 ST positioniert sich als komfortorientierte Schwester des sportlicheren Urtopia Carbon 1 Pro (Testbericht) und richtet sich an urbane Pendler: tiefer Einstieg, Carbon-Rahmen, smarte Vernetzung. Im Fokus stehen das geringe Gewicht, eine entspannte Sitzposition und vor allem Connectivity-Funktionen. Rahmen und Gabel bestehen aus Toray T700/T800 Carbon. Das reduziert das Gesamtgewicht und dämpft Vibrationen etwas besser als ein Aluminiumrahmen.

Mit Akku, Schutzblech und Ständer bringt das Urtopia Carbon 1 ST rund 18,5 kg auf die Waage. Smarte Helfer wie Fingerabdrucksensor, integrierter Lautsprecher, GPS-Ortung, Geofencing und Sprachsteuerung heben das Carbon-E-Bike von der Konkurrenz ab. Auch beim Engwe N1 Pro (Testbericht) gab es ähnliche Vernetzungs-Spielereien, dort allerdings mit Mittelmotor – das Urtopia setzt auf einen Mahle-Heckmotor.

Preislich liegt das Carbon 1 ST aktuell bei 2199 Euro. Ab dem 24. Mai klettert der Preis auf 2299 Euro, ab dem 31. Mai dann auf 2499 Euro. Das Engwe N1 Pro kostet 1599 Euro. Ob die Smart-Offensive den Aufpreis rechtfertigt und für wen das Carbon-E-Bike taugt, klärt unser Test.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Das Urtopia Carbon 1 ST kommt größtenteils vormontiert. Anzuschrauben sind Lenker, Vorderrad, vorderes Schutzblech, Display mit Bedieneinheit, Pedale und das hintere Rücklicht. Zwei Verlängerungsstücke für den Lenker liegen bei, falls man die Position höher wünscht. Werkzeug ist im Karton, der Aufbau gelingt in rund 30 bis 45 Minuten. Vor der ersten Fahrt sollten Schrauben nachgezogen und die Reifen aufgepumpt werden. Auch der Akku will geladen werden. Wer alle Smart-Features nutzen möchte, installiert die Urtopia-App – mit Registrierungspflicht.

Erhältlich ist das Carbon-E-Bike in Schwarz, Weiß oder Hellblau. Unser schwarzes Testmodell wirkt mit kleinem Logo und ohne große Farbakzente eher zurückhaltend. Das Cockpit ist aufgeräumt. Mittig sitzt das integrierte LED-Punktmatrix-Display, der geschwungene Komfortlenker betont die Alltagsausrichtung. Kabel verlaufen größtenteils im Rahmen, optisch ist das eine saubere Sache.

Die Geometrie unterstreicht das Komfortkonzept: 181 cm Gesamtlänge, 109 cm Radstand, Lenkerhöhe zwischen 107 und 110 cm, Sitzrohr 38 cm, Sitzhöhenverstellung 12 cm. Mit nur 47,7 cm Überstand fällt der Einstieg recht tief aus.

Der Carbon-Rahmen ist sauber verarbeitet. Aluminium-Sattelstütze und Aluminium-Lenker fügen sich wertig ins Bild. Die IP65-Zertifizierung schützt vor Regen und Spritzwasser. Die maximale Zuladung liegt bei 110 kg, das Bike ist TÜV-EN-15194- und StVZO-konform. Am Rahmen finden sich Montagepunkte für Taschen und Zubehör, an der Gabel zusätzliche Aufnahmen für Gepäckhalter. Wer mehr will, ordert optional Heckträger oder Flaschenhalter. Ein Seitenständer gehört bereits zum Lieferumfang.

Lenker & Display

Stark Richtung Fahrer gekröpft, breit und mit ergonomischen Griffen ausgestattet: Der Komfortlenker bietet eine aufrechte, entspannte Sitzposition. Die Griffe liegen angenehm in der Hand. In drei Stufen lässt sich die Lenkerhöhe dank beiliegender Adapterringe um 0, 1,5 oder 3 cm anpassen.

Urtopia Carbon 1 ST

Mittig sitzt das LED-Punktmatrix-Display, bekannt vom Carbon 1 Pro. Es vereint Lautsprecher und Fingerabdrucksensor in einem Gehäuse. Das Display bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Auf der linken Lenkerseite sitzt eine Bedieneinheit mit fünf Knöpfen. Über sie steuert man die drei Unterstützungsstufen, das Licht und die Menüs.

Das Display zeigt auf Wunsch Uhrzeit und Wetter an, lotst per Navigation durch die Stadt und meldet Geschwindigkeit und Akkustand.

App & Sicherheit

Die Urtopia-App für iOS und Android verbindet sich per Bluetooth und nutzt zusätzlich das integrierte 4G-eSIM-Modul. Damit funktioniert die GPS-Ortung in Echtzeit, selbst wenn das Bike weit entfernt steht. Eine per App bestimmbare Geofencing-Zone schickt eine Nachricht aufs Handy, sobald das Carbon-E-Bike einen definierten Bereich verlässt. Ein Bewegungsalarm ertönt und schickt eine Nachricht ans Smartphone, sobald sich jemand am gesperrten E-Bike zu schaffen macht. Dieser lässt sich per App oder Fingerabdruck deaktivieren. Außerdem in der App: Navigation, die im Display angezeigt wird, Fahrstatistiken und Aktivitätsdaten.

Das erste Jahr Connect-Service ist kostenlos. Danach werden 45 Euro pro Jahr fällig. Viele Kernfunktionen hängen vom laufenden Abo ab. Wer es nicht verlängert, verliert die Mobilfunk- und Cloudfunktionen.

Der Fingerabdrucksensor entsperrt das E-Bike komfortabel – allerdings nur bei trockenen Bedingungen. Bei Regen muss man Finger und Sensor erst abtrocknen, sonst bleibt das Carbon 1 ST stur. Wer im verregneten Herbst aufs Rad steigen will, sollte daher das Smartphone mit App bereithalten – oder die Entsperrfunktion per Fingerabdruck abschalten.

Der integrierte Bluetooth-Lautsprecher überrascht: Bass fehlt zwar, dafür wird es richtig laut. Podcasts unterwegs? Kein Problem.

Licht

Der Frontscheinwerfer leuchtet ausreichend hell, um gesehen zu werden. Für eine vollständige Ausleuchtung dunkler Wege reicht es nicht. Der Abstrahlwinkel ist zudem nicht in der Höhe verstellbar. Schade auch: Das Rücklicht liegt bei, läuft jedoch mit Batterie und hängt nicht am Stromkreislauf. Blinker fehlen. Hier ist das Ado Air 30 Ultra (Testbericht) mit integrierten Blinkern bereits einen Schritt weiter. Immerhin gibt es eine automatische Lichtaktivierung bei Dunkelheit.

Fahren

Im Hinterrad sitzt ein Nabenmotor des deutschen Herstellers Mahle mit Urtopia-Branding: 250 Watt Nennleistung, 45 Nm Drehmoment, gekoppelt an einen Drehmomentsensor. Die Unterstützung setzt direkt ein, dosiert sich feinfühlig und wirkt natürlich. Trotz der bescheidenen 45 Nm ist der Antrieb erstaunlich kräftig und vor allem laufruhig. Flaches Terrain und moderate Steigungen meistert er harmonisch.

Urtopia Carbon 1 ST

An steileren Anstiegen merkt man dann jedoch, dass dem Heckmotor die Reserven eines Mittelmotors mit 70 oder 80 Nm fehlen. Hier muss man selbst kräftiger in die Pedale treten – das geringe Gewicht des Carbon-E-Bikes hilft dabei. Die drei Unterstützungsstufen reichen für die Stadt aus. Bei 25 km/h regelt der Motor sanft ab, nervöses Pendeln um die Grenze gibt es nicht.

Wer aus eigener Kraft schneller pedalieren möchte, profitiert von der großzügigen Schaltung. Shimano CUES U6000 1×10, 11–40T-Kassette, 44T-Kettenblatt und 170 mm lange Aluminium-Kurbeln liefern eine Bandbreite, die viele günstige City-E-Bikes alt aussehen lässt.

Die hydraulischen Tektro HD-M280 Scheibenbremsen mit 160-mm-Scheiben und Zweikolben-System packen zuverlässig zu – quietschen bei Feuchtigkeit jedoch unangenehm. Die Bremshebel liegen super in der Hand, die Dosierbarkeit gefällt. Auch mit voller Beladung bleibt das Bremsverhalten souverän.

Die Kenda 700 x 40C-Reifen mit integriertem Pannenschutz rollen leichtgängig und meistern Asphalt, Schotter sowie leichte Waldwege. Eine Federgabel oder gefederte Sattelstütze fehlen. Der Carbon-Rahmen schluckt Vibrationen einen Hauch besser als Alu. Auf Kopfsteinpflaster merkt man das Fehlen einer Federung trotzdem deutlich.

Urtopia Carbon 1 ST

Die größte Schwäche im Test ist die Ergonomie. Urtopia gibt eine empfohlene Körpergröße von 155 bis 185 cm an. Das ist zu optimistisch. Unser 186 cm großer Testfahrer fühlt sich auf dem Carbon 1 ST wie auf einem Kinderfahrrad. Selbst auf höchster Sattelposition sitzt er deutlich zu tief. Eine längere Sattelstütze müsste her. Auch der Lenker bleibt trotz beider mitgelieferter Erhöhungsstücke zu niedrig. Fahrer über 175 cm sollten unbedingt vorab probefahren. Das Carbon-E-Bike ist primär für kleinere Personen konzipiert. Wer hineinpasst, weiß den wirklich bequemen 25,5 x 22,2 cm großen Komfortsattel und eine entspannte, aufrechte Sitzposition zu schätzen. Lange Touren sind so angenehmer als auf sportlichen Rennrad-Geometrien.

Akku

Im Rahmen steckt ein Samsung-Lithium-Ionen-Akku mit 352,8 Wh. Er lässt sich herausnehmen und in der Wohnung laden – praktisch für Stadtbewohner ohne Steckdose im Keller. Mit 170 Watt Ladeleistung ist der Akku in rund 2,5 Stunden wieder voll. Ein erfreulich flotter Wert.

Urtopia verspricht im Eco-Modus bis zu 130 km Reichweite. Wie üblich gilt: nur unter Idealbedingungen. Realistisch sind bei 85 kg Fahrergewicht, 15 °C, voller Unterstützung und Stop-and-Go in der Stadt eher 30 km. Wer den Motor zurückhaltend nutzt, schafft deutlich mehr. Für tägliche Pendelstrecken reicht das. Bei längeren Wochenendtouren ohne Lademöglichkeit wird es schnell knapp. Im Vergleich zum Engwe P275 ST mit fast 700 Wh fällt der Stromspeicher des Carbon-E-Bikes bescheiden aus. Der Leichtbau fordert hier seinen Tribut.

Preis

Aktuell kostet das Urtopia Carbon 1 ST 2199 Euro. Ab dem 24. Mai steigt der Preis laut Hersteller auf 2299 Euro, ab dem 31. Mai dann auf 2499 Euro.

Fazit

Das Urtopia Carbon 1 ST ist ein hochwertig verarbeitetes City-E-Bike mit cleverer Smart-Ausstattung. Der Carbon-Rahmen drückt das Gewicht inklusive Akku, Schutzblech und Ständer auf rund 18,5 kg. Der Mahle-Heckmotor mit Drehmomentsensor liefert eine harmonische Unterstützung. In der Stadt macht das Carbon-E-Bike richtig Spaß. Fingerabdrucksensor, GPS-Tracking, Geofencing und das integrierte Punktmatrix-Display heben das Bike vom Wettbewerb ab. Auch die 10-Gang-Shimano-Schaltung und die hydraulischen Tektro-Bremsen überzeugen.

Schwächen zeigt das Carbon 1 ST bei der Reichweite – 352,8 Wh sind für ein City-E-Bike knapp bemessen. Die fehlende Federung lässt Kopfsteinpflaster ungefiltert durch. Die Ergonomie passt eher für kleinere Fahrer. Personen ab 1,75 m sollten unbedingt probesitzen. Der Fingerabdrucksensor streikt bei Regen und Blinker fehlen.

Für sicherheitsbewusste Pendler mit Faible für Connectivity und überschaubaren Streckenlängen ist das Carbon-E-Bike eine spannende Wahl – sofern Körpergröße und Geldbeutel passen.



Source link

Künstliche Intelligenz

Taiwanische Cybersicherheitsbehörde warnt vor Überwachung durch billige eSIMs


Eine eSIM ist eine einfache Lösung, um möglicherweise teures Daten-Roaming zu verhindern, wenn damit eine lokale Verbindung genutzt werden kann. Es gibt aber auch Risiken, warnt die zu Taiwans Digitalministerium gehörende Cybersicherheitsbehörde. Insbesondere zu niedrigen Preisen angebotene eSIMs weitgehend unbekannter Anbieter könnten Mobilfunkdaten durch die Netze von Drittanbietern leiten, einschließlich chinesischer Telekommunikationsnetze. Das berge die Gefahr von Überwachung.

Weiterlesen nach der Anzeige

Eine eSIM kann nützlich sein und hat zahlreiche Vorteile. Sie ersetzt die physische SIM-Karte durch eine fest im Gerät eingelötete und enthält die gleichen Daten wie eine konventionelle SIM-Karte. eSIMs lassen sich über eine Internetverbindung herunterladen, auf dem entsprechenden Chip speichern und dann genau wie in einer herkömmlichen SIM-Karte verwenden. Wer eine eSIM für den Urlaub erwirbt, kann die heimatliche SIM deaktivieren und das eSIM-Profil eines Netzes vor Ort verwenden.

Allerdings werden dabei nicht ausschließlich lokale Netze verwendet, wie Taiwans Cybersicherheitsbehörde laut lokaler Medien im Vorfeld der Sommerferien erklärt. Vor allem billige eSIMs könnten die Daten auch durch chinesische Netze leiten. Hier wird Taiwans Misstrauen gegenüber China deutlich. Denn die Abteilung des Digitalministeriums warnt, dass unverschlüsselte Daten in Netzen, die überwacht werden können, abgegriffen werden könnten. Damit könnten etwa der Browser-Verlauf oder Zugangsdaten abgefangen werden.

Reisende sollten besonders vorsichtig sein, wenn eine eSIM eine gesonderte App zur Aktivierung benötigt. Ein eSIM-Profil speichert nur die Nummer sowie verschlüsselte Telekommunikationszugangsdaten und kann selbst keine auf dem Smartphone gespeicherten Daten lesen. Apps, die Zugriff auf Kontakte, Bilder, Bluetooth oder den Standort verlangen, sollten genau geprüft und nur über Googles Play-Store oder Apples App-Store heruntergeladen werden.

Auch sollten eSIMs nur von Plattformen bezogen werden, die Kontaktinformationen deutlich darstellen, einen Kunden-Support bieten und einen guten Ruf besitzen. Wenn möglich, sollten Kunden nach dem Mobilfunk-Provider fragen, der das Netz betreibt. Grundsätzlich empfiehlt die taiwanische Cybersicherheitsbehörde das internationale Roaming über den heimischen Mobilfunkvertrag, was beim lokalen Provider angemeldet und erworben werden kann. Falls eine eSIM trotzdem gewünscht ist, sollte diese einen großen Mobilfunkbetreiber im Zielland nutzen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Im Ausland sollten Nutzer wie üblich darauf achten, nur gesicherte HTTPS-Verbindungen zu verwenden. Zu den Anzeichen einer Überwachung oder des Datenverlusts zählen demnach deutlich zugenommener Datenverkehr, fehlende Chats, Log-in-Warnungen von unbekannten Standorten oder Meldungen über Kennwort-Änderungen. In diesen Fällen sollten Anwender die eSIM und Roaming abschalten, das eSIM-Profil und eine damit verbundene App löschen, erteilte Berechtigungen widerrufen, den Cache löschen, wichtige Passwörter ändern und alle Geräte vorsorglich ausloggen.

Lesen Sie auch


(fds)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Mini-Barebone Asus NUC 16 Pro mit 16 Kernen und Wi-Fi 7 im Test


Performant, kompakt und halbwegs aufrüstbar – dieser Formel folgt die Mini-PC-Familie NUC schon lange. Traditionell enthalten die Barebone-Rechner Notebooktechnik, der Nutzer baut noch RAM und eine SSD ein. Die andere Konstante war bislang die quadratische Grundfläche. Der NUC 16 Pro bleibt der bisherigen Linie nur zur Hälfte treu und variiert das Format: Er misst nicht mehr wie die meisten seiner Vorfahren etwa 11 × 11 Zentimeter, sondern ist rechteckig (14,4 × 11,7 Zentimeter).

Ins rechteckige Gehäuse steckt Asus ein hochmodernes Innenleben, dessen (Viel-)Kernkomponente die Mobil-CPU Intel Core Ultra 7 356H ist, ein 16-Kern-Prozessor der Panther-Lake-Generation. Er enthält eine frische NPU (Neural Processing Unit), die dem NUC bei KI-Anwendungen Schub liefern soll. Mit Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, 2,5-Gbit-Ethernet und Thunderbolt 4 hat er zu einem Preis von etwa 660 Euro auch abseits der CPU viel zu bieten.

Problem für interessierte Käufer: Bis vor Kurzem unterlag der neue NUC ebenso wie einige andere Produkte einem Verkaufsstopp, weil sich Asus mit Nokia in einem Lizenzstreit zur Nutzung des H.265-Codecs alias HEVC befand. Es ist unklar, wie es um die Lagerbestände des kleinen Rechners bei deutschen Händlern bestellt ist. Zur Not kann man sich im EU-Ausland auf die Jagd machen. Ob sich der NUC-Kauf oder -Import lohnt, klärt der Test.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Mini-Barebone Asus NUC 16 Pro mit 16 Kernen und Wi-Fi 7 im Test“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Nach „Destiny 2“-Aus: Massenentlassung beim Studio Bungie


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Sony streicht beim Entwicklerstudio Bungie eine erhebliche Zahl an Stellen und trennt sich dabei vom Großteil des „Destiny“-Teams. Das teilte Sony-Manager Hermen Hulst am Donnerstag in einer Mail an die Belegschaft mit.

Weiterlesen nach der Anzeige

Betroffen sind neben dem „Destiny“-Team auch einzelne Mitarbeiter des „Marathon“-Teams sowie Beschäftigte bei Sony Interactive Entertainment, die Bungie zuarbeiten. Laut einer WARN-Meldung beim Arbeitsmarktamt des US-Bundesstaates Washington fallen am Bungie-Standort in Bellevue 292 Stellen weg, wie aus Hulsts auf dem SIE-Blog veröffentlichter Mail hervorgeht. Die WARN-Meldung deckt nur den Bellevue-Standort ab und schließt die ebenfalls betroffenen SIE-Beschäftigten nicht ein.

Bungie selbst spricht in einem Post auf X von einer Reduzierung der Belegschaft. Das Studio räumte dabei ungewöhnlich offen eigene Versäumnisse ein. „Als die Verantwortlichen von Bungie, in Vergangenheit und Gegenwart, erkennen wir an, dass ‚Destiny 2‘ in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist“, schreibt das Studio.

Nach dem letzten Content-Update für „Destiny 2“ und mit den künftigen Projekten noch in einer frühen Phase könne man nicht in der bisherigen Größe weiterarbeiten, hieß es weiter. Mehr zur Zukunft des Studios will Bungie zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen.

Die Entlassungen folgen auf das Ende von „Destiny 2“: Der Online-Shooter erhielt am 9. Juni mit „Monument of Triumph“ sein letztes großes Update, das die seit 2017 laufende Geschichte abschließt. Bloomberg-Journalist Jason Schreier hatte die Stellenstreichungen bereits im Mai vorhergesagt. Schon rund um das angekündigte Ende von „Destiny 2“ berichtete Schreier, dass das „Destiny“-Team nach dem Update kein neues Projekt habe, auf das es wechseln könne. Der Studiobetrieb sei für Sony ausgesprochen teuer, weil dort viele langjährige Angestellte in hohen Gehaltsstufen arbeiteten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Auch einen unmittelbaren Nachfolger soll es nicht geben. „Destiny 3“ stehe laut Schreier nicht in Planung, entsprechende Projektvorschläge aus dem Team habe Sony bislang nicht genehmigt. Für Sony ist Bungie zu einem verlustreichen Investment geworden. Das Unternehmen hatte das Studio 2022 für 3,6 Milliarden US-Dollar gekauft, um seine Live-Service-Sparte zu stärken. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2026 verbuchte Sony eine Wertberichtigung von 765 Millionen US-Dollar auf Bungie, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Die Abschreibung verteilte sich auf zwei Quartale. Rund 200 Millionen US-Dollar entfielen auf die schwache Entwicklung von „Destiny 2“, weitere 565 Millionen US-Dollar fielen im Quartal des „Marathon“-Starts an. Sony warnte zugleich, dass im laufenden Geschäftsjahr weitere Abschreibungen folgen könnten.

Der Online-Shooter „Marathon“ war erst im März für PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S zum Preis von 40 Euro erschienen. Erste Tests von „Marathon“ fielen durchwachsen aus, und kommerziell blieb der Shooter hinter den Erwartungen zurück. Hulst bezeichnete „Marathon“ dennoch als wichtigen Teil des Portfolios und kündigte an, das Team weiter zu unterstützen.

Die entlassenen Mitarbeiter sollen Unterstützung beim Übergang erhalten, zudem will Sony prüfen, ob sich für sie Stellen an anderer Stelle im Unternehmen oder bei weiteren Studios finden. Für Bungie ist es bereits die dritte Entlassungsrunde seit der Übernahme durch Sony. Im Oktober 2023 verlor das Studio rund 100 Stellen, im Juli 2024 folgten 220 weitere, hinzu kam der Wechsel von etwa 155 Mitarbeitern zu Sony Interactive Entertainment. Insgesamt hat Bungie seit der Akquisition damit über 600 Stellen gestrichen.


(dahe)



Source link

Weiterlesen

Beliebt