Social Media
Feed und Fudder Podcast 84 – Gen Z Marketing
Zielgruppen ansprechen und mit den richtigen Botschaften erreichen: eine der Kernaufgaben im Social Media Marketing. Doch mit einer Botschaft für alle, ist es nicht getan. Einzelne Zielgruppen müssen mit unterschiedlichen Inhalten und entsprechenden Formaten angesprochen werden.
Besonders wenn es die erste Zielgruppe ist, die mit digitalen Inhalten aufgewachsen ist: die Generation Z. Wir sprechen im Feed und Fudder Podcast mit Social Media Manager*in und GenZ-Marketing Expertin Nicole Klemm über die Bedeutung der GenZ in der Social Media Welt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Spotify. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche „Inhalt entsperren“. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Community Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
Feed und Fudder Podcast 57 – 50+ Zielgruppe der Zukunft
Transkript Feed und Fudder Podcast 84 – Gen Z Marketing
Du bist grad irgendwo, wo es still sein muss, schmöckerst lieber in Texten oder möchtest unsere Folge barrierefrei mit deinem Screenreader lesen? Kein Problem!
Hier gibt es das Transkript zu Folge 84 – Gen Z Marketing
Alexander
Hallo und herzlich Willkommen beim Feed und Fudder Podcast. Ich bin heute nicht allein, ich habe wieder einen Gast dabei. Und wir reden heute über ein Thema, das wir noch gar nicht im Podcast hatten. Deswegen bin ich super erfreut, dass wir heute einen Gast dazu haben. Wir reden heute über Gen Z Marketing. Und da darf ich euch die Nicole begrüßen. Und ja, vielen Dank, dass du hier bist. Stell dich doch einfach mal kurz unseren Zuhörerinnen und Zuhörern vor.
Nicole
Vielen, vielen Dank für die Einladung. Also ich freue mich wahnsinnig, mal so einen Podcast machen zu dürfen.Es ist auch tatsächlich mein erster. Deswegen schauen wir mal, wie es wird. Ich bin die Nicole. Ich bin Social Media Managerin in einem mittelständischen Unternehmen seit etwas mehr als zwei Jahren und mache da tatsächlich diesen klassischen Content, den man auf Instagram oder jetzt auch TikTok sieht.
Alexander
Und wir haben uns ein bisschen auf LinkedIn hin‑ und hergeschrieben und da kam irgendwann das Gespräch auf Generation Z Marketing. Vielleicht ganz kurz. Was ist eigentlich Gen Z Marketing?
Nicole
Tatsächlich geht es darum, eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Die jungen Menschen sind aktuell Generation Z oder auch Gen Alpha, die Generation darunter. Über Gen Z reden wir im Bereich 1995 bis 2009, das weicht immer etwas ab, aber ungefähr diese Altersspanne. Im Gen Z‑Marketing geht es, gerade auf Social Media, darum, diese jungen Menschen zu erreichen, zum Beispiel mit Reels, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Das könnte Azubi‑Rekrutierung oder Ähnliches sein.
Alexander
Und du hast Reels gesagt. Fällt dir in deiner täglichen Arbeit auf, dass es bei den Generationen Unterschiede in den bevorzugten Formaten gibt?
Nicole
Auf jeden Fall. Gerade Reels, die keinen fachlichen Mehrwert haben, sondern eher auf Aufmerksamkeit setzen, performen bei uns am besten. Ich hatte erst letztens ein Reel, das hatte gar keinen Mehrwert und hatte plötzlich 63.000 Aufrufe auf Instagram. Das ist der Unterschied zu älteren Generationen. Auch wenn ich diese Cluster nicht so mag. Generation Z schaut stärker darauf, dass man ihre Aufmerksamkeit bekommt.
Alexander
An der Stelle eine kleine Zuhörempfehlung: Wir haben auch mal eine Folge über die Generation 50+ gemacht. Wir wollen alle Social‑Media‑Generationen abdecken. Und tatsächlich: Wenn wir in unsere Analytics schauen, werden wir von 20 bis 60 gehört. Darum ist es schön, dass wir heute mal über eine ganz bestimmte Generation sprechen. Wir hatten diese Frage schon im Vorgespräch: Was macht eine Kampagne für diese Generation erfolgreich?
Nicole
Tatsächlich das Authentische. Weg von perfekten Imagevideos oder Stockfotos mit perfekt lächelnden Menschen. Das wollen junge Menschen nicht mehr sehen. Das wirkt für sie fake. Sie wollen Handyvideos, echte Menschen, keine riesigen Logos. Authentizität schlägt heute Perfektion, was vor ein paar Jahren noch Standard war.
Alexander
Du sagst fake und authentisch. Wie hat es diese Generation aus deiner Sicht mit KI? Nehmen sie das noch wahr oder zählt nur guter Content?
Nicole
Ich glaube, KI erkennen wir immer weniger. Das ist Fakt. Aber ich bin sicher, dass echte Menschen immer wichtiger werden. Gerade bei Azubi‑Rekrutierung möchte ich kein KI‑Gesicht sehen, sondern echte Einblicke ins Unternehmen. Wer arbeitet dort? Wen könnte ich treffen? Deshalb sollte man in diesem Bereich unbedingt auf echte Menschen setzen.
Alexander
Wir beide sind ja vorgeprägt durch unsere Arbeit. Und gerade im Recruiting finde ich es klasse, dass man Unternehmen so zeigen kann, wie sie sind. Warum tun sich deiner Meinung nach manche Marken trotzdem so schwer mit Marketing für diese Generation?
Nicole
Wahrscheinlich, weil es etwas Neues ist. Man muss offen dafür sein. Andere Generationen mögen es vielleicht mehr, Kontrolle zu behalten. Unternehmen fällt es schwer, Kontrolle abzugeben, weil Social Media schnelllebig ist. Wenn ein Trend passiert, kann man nicht vier Wochen auf eine Freigabe warten. Man braucht ein Team, dem man vertraut und das schnell umsetzen darf. Und man muss verstehen, warum man das für jüngere Menschen macht, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind und vor einer Bewerbung auf Instagram schauen: Was ist das für ein Unternehmen? Sind die modern, offen, cool? Da scheitert es oft noch.
Alexander
War das für dich eine große Umstellung? Du bist mit digitalen Medien aufgewachsen, aber jetzt bist du auf der anderen Seite des Bildschirms: Strategie, Content, Verantwortung. War das eine große Umstellung oder eher organisch?
Nicole
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für Personen wie mich, die damit groß geworden sind, einfacher ist. Ich habe mein erstes Smartphone mit 14 bekommen, Instagram war direkt installiert. Das ist für mich ganz normal, ich besitze seit über zwölf Jahren ein Smartphone. ch bin damit groß geworden. Für mich ist es Teil meines Alltags, wie für viele andere in meiner Generation. Wenn ich meine Oma anschaue, sie ist damit nicht groß geworden. Sie kennt sich damit 0,0 aus. Man kann sich da natürlich reinfuchsen, aber wenn man damit groß wird, fällt es einem leichter.
Alexander
Und dieses Prinzip „Wir machen Content für euch“, also wie es bisher war, funktioniert ja eigentlich nicht mehr. Diese Generation ist damit aufgewachsen. Das klassische Sender‑Empfänger‑Modell funktioniert nicht mehr. Man muss Content aus der Zielgruppe heraus machen, nicht von oben herab für die Zielgruppe.
Nicole
Ja, so sehe ich das auf jeden Fall. Gerade wenn Unternehmen Social Media machen wollen und junge Menschen erreichen möchten, kann ich nur empfehlen: Holt junge Menschen ins Boot. Fragt sie: Wie tickt ihr? Was braucht ihr? Was findet ihr cool? Was findet ihr nicht cool? Geht in offene Kommunikation und arbeitet zusammen. Nicht von oben herab sagen: „Warum sollten wir das machen?“ Sondern in den Dialog gehen.
Alexander
Und bei jungen Menschen nimmt ja auch die klassische Markenbindung ab. Früher hat mein Opa 60 Jahre VW gefahren. Das haben wir heute nicht mehr. Muss man für diese Generation auch die Erfolgsmessung anpassen?
Nicole
Ich glaube, die Schwierigkeit liegt eher in der Aufmerksamkeit. Junge Menschen – und ich weiß das, weil ich dazugehöre – haben eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es ist für Unternehmen deutlich schwieriger geworden, Aufmerksamkeit zu bekommen, weil es so viel Content gibt. Man hat teilweise drei Sekunden Zeit, um zu überzeugen, bevor jemand weiter scrollt. Die Kunst liegt darin, diese Aufmerksamkeit zu gewinnen. Aber junge Menschen binden sich schon gerne an Marken. Nur an sie ranzukommen ist schwieriger.
Alexander
Das finde ich interessant, weil man oft hört, dass Markenbindung abnimmt. Aber dann ist es eher eine Reichweiten‑ und Aufmerksamkeitsfrage. Jetzt möchte ich einen Schritt zurückgehen. Wir sagen das in fast jeder Folge: Leute, lasst diese Freigabeschlaufen endlich fallen!
Nicole
Oh ja, das stimmt.
Alexander
Wenn es auf LinkedIn Trends gibt, zum Beispiel diese Actionfiguren, dann sind die drei Tage aktuell. Und zwei Wochen später kommt ein Unternehmen mit seinem Actionfiguren‑Posting. Da weiß man genau: Das ging durch fünf Abteilungen, Verwandte wurden gefragt, ein Logo musste drauf. Das ist für jede Generation schwierig. Wie siehst du die Gefahr, dass schlechter Content die Marke beschädigt? Gerade bei einer Generation, die authentischen Content will?
Nicole
Auf jeden Fall. Es gibt ja den Begriff Cringe. Es gibt nichts Schlimmeres als Cringe‑Content, bei dem junge Menschen denken: Was ist das denn? Was machen die da? Das ist komisch. Wenn man diese Zielgruppe erreichen möchte – und das muss man immer dazu sagen, denn nicht jeder hat diese Zielgruppe – dann sollte man junge Menschen ins Boot holen. Sonst kommen Kommentare wie „WhatsApp‑Status‑Vibes“. Gerade auf TikTok ist das schlimm. Wenn junge Menschen das Gefühl haben, dass etwas komisch ist, sind die Kommentare gnadenlos.
Alexander
Du hast TikTok erwähnt. Welche Plattformen sind für die Gen Z am wichtigsten?
Nicole
Aus meiner Erfahrung auf jeden Fall Instagram und TikTok. Wenn man nur Instagram bespielt, sollte man TikTok trotzdem beobachten. Trends kommen dort zuerst und zwei Wochen später auf Instagram. Dann kann man sie übernehmen und sie funktionieren dort gut.
Alexander
Also ist Instagram schneller?
Nicole
Nein, andersrum. TikTok ist schneller. Dort explodiert ein Trend und zwei Wochen später kommt er auf Instagram.
Alexander
Super Tipp, den merke ich mir. Wie siehst du LinkedIn für diese Generation?
Nicole
LinkedIn ist eine ganz andere Zielgruppe. Wir sind dort im B2B‑Bereich. Aus meinen Erfahrungen fangen die Leute dort eher ab 25 plus an. Das ist zwar ein Teil der Gen Z, aber nicht alle – und nicht unbedingt die, die gesucht werden. Auch die Content‑Art ist anders.Fachliche Beiträge liest auf Instagram kaum jemand. Junge Menschen scrollen lieber Reels. Deswegen sehe ich da eine klare Differenzierung.
Nicole
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es für Personen wie mich, die damit groß geworden sind, einfacher ist. Ich habe mein erstes Smartphone mit 14 bekommen, Instagram war direkt installiert. Das ist für mich ganz normal, ich besitze seit über zwölf Jahren ein Smartphone. Ich bin damit groß geworden. Für mich ist es Teil meines Alltags, wie für viele andere in meiner Generation. Wenn ich meine Oma anschaue, sie ist damit nicht groß geworden. Sie kennt sich damit 0,0 aus. Man kann sich da natürlich reinfuchsen, aber wenn man damit groß wird, fällt es einem leichter.
Alexander
Und dieses Prinzip „Wir machen Content für euch“, also wie es bisher war, funktioniert ja eigentlich nicht mehr. Diese Generation ist damit aufgewachsen. Das klassische Sender‑Empfänger‑Modell funktioniert nicht mehr. Man muss Content aus der Zielgruppe heraus machen, nicht von oben herab für die Zielgruppe.
Nicole
Ja, so sehe ich das auf jeden Fall. Gerade wenn Unternehmen Social Media machen wollen und junge Menschen erreichen möchten, kann ich nur empfehlen: Holt junge Menschen ins Boot. Fragt sie: Wie tickt ihr? Was braucht ihr? Was findet ihr cool? Was findet ihr nicht cool? Geht in offene Kommunikation und arbeitet zusammen. Nicht von oben herab sagen: „Warum sollten wir das machen?“ Sondern in den Dialog gehen.
Alexander
Und jetzt nochmal: Wir haben schon ein paar Mal von Marken und Unternehmen gesprochen. Was würdest du als erste Schritte empfehlen, wenn ein Unternehmen diese Generation ansprechen möchte?
Nicole
Auf jeden Fall zuerst das Ziel definieren. Was wollen wir überhaupt erreichen? Bei uns war es zum Beispiel potenzielle Azubis und dual Studierende. Dann sollte man schauen, wie viele Ressourcen man hat, denn personelle Kapazitäten sind ein großes Thema. Und dann Stück für Stück eine Plattform aufbauen. Nicht direkt Instagram, TikTok, YouTube und alles gleichzeitig starten, sodass es am Ende abnimmt. Lieber mit Instagram anfangen, schauen, ob es läuft, ob genug Personal da ist und ob Leute mitmachen wollen.
Wenn das funktioniert, kann man einen weiteren Kanal dazunehmen. Lieber keinen TikTok‑Kanal als einen schlechten. So würde ich mich Stück für Stück rantasten, besonders wenn das Thema im Unternehmen noch fremd ist.
Alexander
Und auf Strategieebene kommt immer die Frage nach Creators und Influencern. Wie siehst du das? Lohnt sich Influencer‑Marketing bei der Gen Z noch oder wollen sie mehr originären Content aus dem Unternehmen selbst?
Nicole
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen. Bei der Gen Z gewinnt meistens der Karriere‑Kanal. Viele Unternehmen haben einen Hauptaccount und einen Karriereaccount. Bei uns ist der Karriereaccount der Hauptaccount. Influencer funktionieren immer noch, aber nicht mehr dieses Auffällige wie früher. Es muss passen: zur Branche, zum Inhalt, zur Zielgruppe. Wenn man jemanden bucht, der nichts mit der Branche zu tun hat, ist das unnötig. Aber wenn es passt, kann es super funktionieren.
Alexander
Du hast gerade etwas Interessantes gesagt: Hauptkanal und Recruiting‑Kanal. Macht ihr das, weil es unterschiedliche Zielgruppen sind? Oder ist es eine Generationsfrage, dass man nicht alle Generationen auf einem Kanal bedienen sollte?
Nicole
Auf jeden Fall. Wenn man unterschiedliche Zielgruppen ansprechen möchte, wird es schwierig, alles auf einem Kanal zu vereinen. Wenn man Azubis ansprechen möchte, der Kanal aber eine Zielgruppe von 45 bis 60 hat, passt das nicht. Wenn man dann ein typisches Gen‑Z‑Video postet, denkt sich die Zielgruppe: „Hä, was ist das?“ Das passiert ja schon im Alltag, wenn man Trends nicht mitbekommt. Deshalb würde ich das separat halten, wenn der Unternehmensaccount bisher eine ganz andere Zielgruppe hatte. Es kommt auf die Strategie an.
Alexander
Zum Abschluss hätte ich gerne noch eine Hoffnung. Egal wie lange man Social Media macht, wir kennen alle das Problem: Social Media ist in Unternehmen oft zu wenig auf Strategieebene angesiedelt. Jetzt haben wir die erste Generation, die mit diesen Medien aufgewachsen ist. Es ist ihr Hauptkommunikationskanal. Vielleicht sorgt Gen Z Marketing endlich dafür, dass Social Media den Platz bekommt, den es verdient.
Nicole
Auf jeden Fall. Ich finde es sehr schade, wenn Unternehmen kein Verständnis dafür haben, dass Social Media kein Aufgabenfeld ist, das jemand nebenbei macht. Es ist eine Ressource, eine verdammt gute Ressource. Und sie wird oft nicht anerkannt. Wir sind mittlerweile an einem Punkt, an dem diese Jobs von Profis ausgeübt werden sollten. Das kann nicht jemand nebenbei machen. Deswegen bin ich da absolut bei dir. Darüber müssten wir noch viel öfter sprechen, denn Social Media ist eigentlich eine ganze Abteilung.
Alexander
Das wäre auf jeden Fall ein Thema für eine weitere Folge. Vielen Dank, dass du dir bei diesem Wetter die Zeit genommen hast, hier bei uns im Podcast zu sein. Und vielen Dank für deine Einblicke in Gen‑Z‑Marketing.
Nicole
Vielen, vielen Dank. Es hat mir unfassbar Spaß gemacht und gerne nochmal.
Alexander
Also ihr da draußen, macht’s gut. Bis zum nächsten Mal.
Social Media
Call for Speakers: AllSocial Marketing Conference 2027
Speakers gesucht! Am 6.-7. April öffnet die AllSocial Marketing Conference in München. Bewirb dich jetzt und sei mit deinem Thema rund um Social-Media-Marketing dabei.
Von Marketing-Profis für Marketing-Profis!
Es geht wieder los! Ab sofort freuen wir uns über deine Bewerbung für unsere AllSocial-Marketing-Conferences im Jahr 2027. Deadline für die Conference in München (6.-7. April 2027) ist der 21. September 2026. Also ran an die Tasten!
Wir suchen dich…
Keine Sorge, wenn du noch nicht so viel Erfahrung hast. Du musst kein Profi sein. Wie schon die letzten Jahre wollen wir nur eins: gute Themen und spannende Inhalte! Mehrwert ist wichtiger als ein großer Name. Daher sei mutig und bewirb dich jetzt.
Was brauchst du für den großen Auftritt?
Wir suchen vor allem Vorträge für erfahrene Social-Media-Manager*innen, konkrete Cases und neue Themen. Wir suchen keine Perfektion. Daher sei mutig und zeige dich!
Fragestellungen, die wir spannend finden:
- Worüber konnte ich bisher kaum etwas lesen?
- Welche Funktionen/Strategien/Anwendungen sind eine große Herausforderung?
- Was hätte ich gerne vor dem Projekt gerne schon gewusst?
- In was habe ich mich wirklich „reingefuchst”?

Jede Bewerbung wird gesichtet!
Garantiert! Wir schauen uns jede Bewerbung persönlich an. Wir sind neugierig und freuen uns auf dich.
Alle Infos zu deiner Bewerbung findest du HIER.
Wir freuen uns auf dich!
Kleiner Hinweis: Falls du unsicher bist, dann schreibe uns auch gerne direkt () und wir können offene Fragen klären. Daran soll es nicht scheitern!
Social Media
Jugendverbote für Social Media sind die falsche Antwort
Australien macht es vor, die EU und ihre Mitglieder diskutieren noch: Jugendliche sollen keinen Zugang mehr zu sozialen Netzwerken haben. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer die Diskussionen rund um mentale Gesundheit, Cybermobbing, Radikalisierung oder problematische Schönheitsideale verfolgt, kommt zwangsläufig zu der Frage, ob Jugendliche auf Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat wirklich gut aufgehoben sind.
Trotzdem halte ich solche Verbote für den falschen Weg.
Nicht, weil die Probleme nicht existieren würden. Im Gegenteil. Die negativen Auswirkungen sozialer Netzwerke auf Jugendliche werden seit Jahren untersucht und dokumentiert. Wer behauptet, Social Media sei für junge Menschen völlig unproblematisch, verschließt die Augen vor der Realität. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es Risiken gibt. Die entscheidende Frage ist, wie wir mit diesen Risiken umgehen.
Genau an dieser Stelle wirkt die aktuelle politische Debatte auf mich seltsam. Statt die Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen, konzentriert sie sich auf die Nutzerinnen und Nutzer. Statt die Ursachen zu bekämpfen, wird über Ausschluss diskutiert.
Dabei wissen wir inzwischen sehr genau, wo viele der Probleme entstehen. Die großen Netzwerke sind nicht zufällig so aufgebaut, wie sie heute funktionieren. Empfehlungsalgorithmen wurden entwickelt, um möglichst lange Aufmerksamkeit zu erzeugen. Endlose Feeds, Push-Benachrichtigungen und automatisierte Empfehlungen sind keine technischen Notwendigkeiten, sondern bewusste Produktentscheidungen. Die Plattformen optimieren ihre Angebote nicht primär auf das Wohlbefinden ihrer Nutzerinnen und Nutzer, sondern auf Nutzungsdauer, Reichweite und Werbeumsätze.
Wenn Politik nun zu dem Schluss kommt, dass diese Produkte für Jugendliche nicht geeignet sind, dann stellt sich für mich eine andere Frage: Warum diskutieren wir über Verbote für Jugendliche und nicht über strengere Regeln für die Anbieter?
In anderen Lebensbereichen würden wir genauso wenig argumentieren. Niemand würde auf die Idee kommen, Kinderspielplätze zu verbieten, weil Kinder sich dort verletzen könnten. Niemand würde fordern, dass Kinder nicht mehr Fahrrad fahren dürfen, weil es Verkehrsrisiken gibt. Stattdessen schaffen wir Regeln, Sicherheitsstandards und Schutzmechanismen. Wir verpflichten Hersteller, Produkte sicherer zu machen, und sorgen dafür, dass Risiken möglichst weit reduziert werden.
Bei sozialen Netzwerken scheint diese Logik plötzlich nicht mehr zu gelten. Hier soll nicht das Produkt verbessert oder verändert werden, sondern der Zugang eingeschränkt werden.
Das wirkt auf mich wie eine politische Abkürzung. Denn die Regulierung internationaler Plattformkonzerne ist kompliziert. Sie erfordert technische Kompetenz, internationale Zusammenarbeit und die Bereitschaft, sich mit wirtschaftlich mächtigen Unternehmen anzulegen. Die EU hat eine vereinfachte Version des dazu nötigen Gesetzes sogar bereits implementiert, mit dem DSA (Digital Service Act).
Ein Verbot lässt sich dagegen deutlich einfacher umsetzen und kommunizieren. Es vermittelt Handlungsfähigkeit, ohne die eigentlichen Ursachen zu verändern.
Manchmal frage ich mich, ob die Zurückhaltung der Politik auch damit zu tun hat, dass sie selbst längst Teil dieses Systems geworden ist. Kaum eine Partei, kaum eine Politikerin oder ein Politiker kommt heute ohne soziale Netzwerke aus. Reichweite, Aufmerksamkeit und öffentliche Wahrnehmung entstehen zunehmend auf Plattformen, deren Mechanismen gleichzeitig kritisiert werden. Vielleicht ist es einfacher, über Verbote für Jugendliche zu diskutieren, als sich mit Unternehmen anzulegen, die für die eigene Kommunikation inzwischen unverzichtbar geworden sind. Beweisen lässt sich das nicht. Der Eindruck drängt sich dennoch gelegentlich auf.
Hinzu kommt, dass solche Verbote viele praktische Fragen offenlassen. Wie soll das Alter überprüft werden? Welche Daten müssen dafür erhoben werden? Welche Auswirkungen hat das auf die Privatsphäre aller Nutzerinnen und Nutzer? Und wie wirksam sind solche Maßnahmen überhaupt in einer digitalen Welt, in der technische Hürden häufig innerhalb weniger Minuten umgangen werden können?
Vor allem aber halte ich den Grundgedanken für problematisch. Social Media ist längst kein Nischenphänomen mehr. Für viele Jugendliche gehören soziale Netzwerke zum Alltag. Sie informieren sich dort, kommunizieren mit Freundinnen und Freunden, entdecken neue Interessen und nehmen an gesellschaftlichen Debatten teil. Man kann diesen Fakt nicht einfach ignorieren.
Deshalb sollten wir nicht darüber diskutieren, wie wir Jugendliche aus sozialen Netzwerken heraushalten. Wir sollten darüber diskutieren, wie soziale Netzwerke gestaltet sein müssen, damit Jugendliche sie sicher nutzen können. Auch unabhängig von halbherzigen „Medienkompetenz-Stunden“ in der Schule.
Dazu gehören transparente Algorithmen. Dazu gehören wirksame Schutzmechanismen für Minderjährige. Dazu gehören klare Regeln gegen problematische Inhalte. Und dazu gehört vor allem die Bereitschaft, Plattformen für die Auswirkungen ihrer Entscheidungen verantwortlich zu machen.
Wenn ein Produkt für Jugendliche zu gefährlich ist, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Man kann Jugendliche vom Produkt fernhalten. Oder man kann dafür sorgen, dass das Produkt sicherer wird. Die aktuelle Debatte konzentriert sich fast ausschließlich auf die erste Option. Ich würde mir wünschen, dass die Politik endlich den Mut aufbringt, ernsthaft über die zweite zu sprechen.
Social Media
Reddit Marketing für GEO und Social Media: Warum die Plattform plötzlich unverzichtbar wird
Einst Nische, plötzlich Mainstream? Reddit tauchte bis vor Kurzem in kaum einem Social‑Media‑Redaktionsplan auf. Vorrang erhielt Video-Content im 9:16 Format für TikTok und Instagram Reels. Dann erschien das Schlagwort “GEO” am Marketing-Himmel und plötzlich steht Reddit ganz oben auf der Social Media Agenda. Warum eigentlich?
Mehr News zu GEO und GenAI-Optimization gibt es auch im Newsletter. Hier abonnieren und sichere dir deinen Rabatt für die AllSocial Marketing Conference!
Wie KI für GEO Relevanz bewertet und warum Reddit dabei gewinnt
Die Antwort darauf beginnt mit einer kleinen Portion Ironie. Die Maschine misstraut der Maschine. KI‑Tools und Chatbots folgen einem Relevanzprinzip. Für jede Anfrage berechnen sie, welche Wörter mit der höchsten Wahrscheinlichkeit aufeinander folgen. Dafür greifen sie auf ihre Trainingsdaten, internen Datenbanken und weitere extrahierte Quellen zurück. Aus dieser Datengrundlage wählen sie schließlich jene Informationen aus, die für die User*innen am relevantesten erscheinen und daraus entsteht ihre Antwort.
Um diese Relevanz zu bestimmen, orientieren sich KI‑Modelle an Quellen, die sie als Relevanzmarker nutzen. Und weil sich heute in Sekundenschnelle nahezu jeder Inhalt generieren lässt, bei oft schwankender Qualität und Wahrhaftigkeit, setzen KI‑Tools vermehrt auf Quellen, die menschlichen Content kuratieren, prüfen oder besonders hoch bewerten, etwa Nennungen in Online‑Medien. Eine Plattform steht dabei jedoch ganz hoch im Kurs der KI: Reddit.
Als das Internet noch aus Foren bestand – und wie Reddit dieses Prinzip neu belebt
Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch daran, wie das Internet aussah, bevor Social Media Plattformen Einzug hielten. Wer sich online vernetzen wollte, landete in einem Forum. Und davon gab es zu wirklich jedem erdenklichen Thema eines. Manche Foren waren so riesig, dass man sich tagelang darin verlieren konnte, quasi der inoffizielle Vorläufer des Doom‑Scrollings.
Nach einem ähnlichen Prinzip, nur moderner, umfangreicher und mit deutlich mehr Social Media Elementen, funktioniert auch Reddit. Doch spannender als die technische Struktur ist das Verhalten der Communitys. Genau hier unterscheidet sich Reddit von anderen Plattformen und genau das macht Reddit für GEO so wertvoll.
Reddit Marketing: Wo echte Fragen entstehen und warum GEO davon profitiert
Reddit ist derzeit eine der wichtigsten Quellen für GEO, weil die Plattform einen unmittelbaren Einblick in die Sprache, Fragen und echten Probleme der User*innen bietet. Während klassische Keyword‑Tools lediglich Suchvolumen und Begriffvarianten anbieten, zeigt Reddit, wie User*innen tatsächlich denken, formulieren und diskutieren.

Diese authentischen Beiträge tauchen zunehmend in Suchergebnissen auf, sowohl in den Antworten von KI‑Tools als auch bei Google, das inzwischen ebenfalls Inhalte aus Subreddits einbindet, besonders aus aktuellen Diskussionen.
Für GEO ist das ein guter Leitfaden. Ein Blick in die aktiven Subreddits zeigt schnell, welche Themen angesagt sind, welche Fragen die Communitys bewegen und wo neue Pain Points entstehen. Reddit ist damit auch ein exzellenter Hinweisgeber für Trends und Pain Points.
Subreddits: Das Herzstück von Reddit
Stichwort Subreddits: Sie sind der eigentliche Kern von Reddit und darin lauern die Antworten, nach denen die KI so gerne sucht. Reddit selbst ist ein communitybasiertes Netzwerk, das wiederum aus vielen verschiedenen Subreddits besteht. Subreddits sind ähnlich wie die oben erwähnten Foren Online-Räume, in denen die User*innen über ganz bestimmte Themen miteinander sprechen und diskutieren.
Die jeweilige Themenbreite variiert dabei je nach Community von kleiner Nische bis zu weitläufigen Communitys. Jede dieser Communitys hat eigene Regeln, Moderationen und häufig auch eine eigene Gesprächskultur. Beiträge werden dabei nicht von Algorithmen im Feed sortiert, sondern die User*innen entscheiden selbst durch Up- und Downvotes, was weit oben im Diskussionsbereich angezeigt wird.

Und hier hat AI-Slop wenig Chancen. Die User*innen auf Reddit wollen sich mit anderen User*innen über ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen. Häufig beginnen Gespräche mit Fragen nach Lösungen aller möglichen Probleme. Egal, was der Fokus eines Subreddits ist, die User*innen erwarten authentische Antworten, und KI-generierte Beiträge bekommen schnell ihre Downvotes.
Kein Ort für schnelle Marketing-Erfolge: Warum Reddit Zeit braucht
Aus der GEO-Perspektive ist es sinnvoll, diese Funktionsweise von Reddit zu kennen. Um Reddit wirklich zu verstehen und dort erfolgreich zu sein – und ich denke, das kann man nicht oft genug betonen – sollten sich Marken und Unternehmen bewusst sein, dass die Plattform völlig anders funktioniert als gewöhnliche Social Media Netzwerke. Darin liegt auch der Wert von Reddit.
User*innnn posten Beitragen, diskutieren miteinander und sprechen authentisch. Wobei natürlich wie jede Online-Community auch Subreddits über ganz eigene Sprachstile und Insider-Begriffe verfügen können. Du siehst auf Reddit, postet man nicht einfach mal einen Beitrag und hofft, dass etwas passiert. Du musst wirklich tief in die Subreddits und Communitys eintauchen.
Übrigens ein kleiner Tipp für alle, die sich auch der Social SEO widmen. Auch Google schätzt Reddit Beiträge und indexiert diese teilweise recht hoch. Sowohl für die GEO als auch eben die Social SEO solltest du zudem wissen, warum die User*innen bestimmte Themen nach oben voten. Nur so kannst du Inhalte erstellen, die Suchintentionen wirklich präzise widerspiegeln und auf die Fragen sowie Bedürfnisse der Community eingehen. Deswegen ist Reddit auch kein Kanal, um kurz vorbeischauen. Ansprechendes Reddit Marketing braucht Zeit.
Reddit ist kein Social Media Kanal wie jeder andere
Ebenso solltest du Reddit nicht nach einer Marketing Denkweise behandeln. Subreddits sind kein Platz für Eigenwerbung. Betrachte Reddit nicht als Marketing Plattform, sondern als Community Plattform. Denn durch den GEO-Hype ist die Gefahr groß, dass Marken, Agenturen und Unternehmen nichts unversucht lassen, um so schnell wie möglich auf Reddit sichtbar zu werden. Reddit bedeutet: Investiere Zeit und Ressourcen ins Community Management!
Reddit belohnt Community‑Arbeit, nicht Marketing‑Taktiken
Mehr Zeit für die eigene Community sollte eigentlich für jede Social Media Plattform gelten, auf der du aktiv bist. Aber für Reddit gilt das in besonderem Maße. Trotz aller GEO-Verlockungen! Ehrlich gemeinter Ratschlag: Wenn GEO in deinen Marketing-Bemühungen zurzeit an erster Stelle steht – was absolut legitim ist, gute Gründe für GEO gibt es einige, wie du hier in unserem GEO Best-of nachlesen kannst – solltest du lieber nicht auf Reddit sein. Und genauso wird direkte Werbung ebenso abgelehnt und mit Downvotes bestraft.
Ja, das ist vielleicht ein wenig drastisch, aber die Hauptmotivation für eine aktive Reddit-Präsenz sollte ausschließlich der Austausch mit der Community sein. Dafür wurde Reddit geschaffen und dafür sind die User*innen auf Reddit aktiv.
Performance ist dennoch erlaubt und Reddit bietet hier auch Möglichkeiten. Doch für organische Inhalte zählt nur: Wie und worüber sprichst du mit deiner Community? Und hierbei stehst nicht du oder dein Unternehmen im Mittelpunkt, sondern ausschließlich die Themen, welche deine Community bewegen.
Denke nicht an irgendwelche Chatbots, in denen dein Unternehmensname auftauchen soll, denke lieber daran, wie du mit gehaltvollen Inhalten Antworten auf die Anliegen deiner Community findest und wie Reddit für diesen Austausch dir eine Plattform bieten kann. Darum geht es bei Reddit: Die User*innen erwarten von Marken und Unternehmen, dass sie sich wie Teilnehmer*innen verhalten, sich an die Regeln der Subreddits halten und wirkliche Mehrwerte schaffen.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
