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Energieeffizienz: Bundesregierung will Vorgaben für Rechenzentren lockern


Eine umstrittene Reform des Energieeffizienzgesetzes ist auf dem Weg. Nach monatelangem Ringen zwischen den deutschen Ministerien für Wirtschaft, Digitales, Finanzen und Umwelt soll die Gesetzesnovelle am Mittwoch das Bundeskabinett passieren. Ziel des heise online vorliegenden Entwurfs ist eine beschleunigte Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Doch das Gesetzesvorhaben sorgt schon im Vorfeld für Auseinandersetzungen: Die IT-Wirtschaft warnt vor Überregulierung. Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen in dem Plan einen eklatanten Rückschritt beim Klimaschutz und einen Kniefall vor den großen Tech-Konzernen.

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Im Zentrum der Novelle des deutschen Energieeffizienzgesetzes stehen die Vorgaben für Betrieb und Gesamteffizienz von Rechenzentren, gemessen am Power-Usage-Effectiveness-Wert (PUE). Wer künftig eine solche Anlage neu in Betrieb nehmen will, muss mittelfristig einen PUE-Wert von 1,2 erreichen. Die Kennzahl besagt, dass für jede Kilowattstunde Strom, die direkt in die Rechenleistung fließt, höchstens ein Fünftel zusätzlich für die Infrastruktur verbraucht werden darf.

Ein solcher Zusatzbedarf fällt primär bei der Kühlung der Server an. Dass die Einigung überhaupt zustande kam, gilt als Kompromiss innerhalb der Koalition. Letztlich haben sich die SPD-geführten Ministerien mit ihren etwas strengeren Vorschlägen durchgesetzt und eine Aufweichung bestehender Vorgaben verhindert. Je näher der PUE-Wert an 1,0 liegt, umso energieeffizienter ist ein Rechenzentrum.

Der Branchenverband eco warnt vor Wettbewerbsnachteilen für den Standort. Aus seiner Sicht passen die politischen Ankündigungen von souveränen Cloud-Strukturen, digitaler Resilienz und neuen KI-Großprojekten nicht mit Gesetzen zusammen, die die dafür dringend benötigten Rechenzentren ausbremsen würden. Die Digitalwirtschaft fordert bürokratiearme Eins-zu-eins-Umsetzung der EU-Vorgaben, wie es im Koalitionsvertrag stehe. Über das EU-Recht hinausgehende Regulierung gefährde Investitionen und treibe Betreiber ins Ausland.

Ganz anders bewertet die Organisation AlgorithmWatch die Lage. Ihr zufolge würde die Reform den Klimaschutz verwässern. Der anstehende Kabinettsbeschluss hebele Transparenzpflichten aus und entlaste Tech-Giganten wie Google und Microsoft auf Kosten der Allgemeinheit und der Umwelt. Er würde Betreibern erleichtern, bei Rechenzentren weiter auf fossile Energieträgern zu setzen, und Pflichten zur Weitergabe von Energieverbrauchsdaten an Endkunden aufweichen. Da wichtige Umweltdaten künftig als Geschäftsgeheimnisse unter Verschluss gehalten werden könnten, drohe Verlust an Kontrollmöglichkeiten.

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Tatsächlich sieht der Entwurf vor, nationale Vorgaben, die über das von der EU geforderte Mindestmaß hinausgehen, konsequent zurückzufahren. Die Regierung begründet das mit Bürokratieabbau und Entlastung der Wirtschaft. Die Neufassung werde den jährlichen Erfüllungsaufwand für Unternehmen um rund 760 Millionen Euro senken. Einmalige bürokratische Belastungen für die Wirtschaft sollen sogar im Ausmaß von rund 2,9 Milliarden Euro entfallen. Erreicht wird dies etwa dadurch, dass die Schwellenwerte für verpflichtende Energie- und Umweltmanagementsysteme angehoben werden. Das soll tausende Betriebe von teuren Nachweis- und Auditpflichten befreien.

Das Umweltinstitut München hält das Vorhaben angesichts der Klima- und Energiekrise für unverantwortlich, geopolitisch kurzsichtig und schädlich auch für die Wirtschaft. Der Entwurf sorge dafür, dass ein Großteil der Firmen seinen eigenen Energieverbrauch nicht mehr überwachen müsse. Pläne für wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen würden hinfällig. Technisch vermeidbare Abwärme dürfe wieder produziert und müsse nicht zwingend wiederverwendet werden, um Fernwärmenetze mit klimaneutraler Wärme zu versorgen. Einsparauflagen für Kommunen entfielen. Das wäre ein Antrieb weniger für die Sanierung von Schulen, kommunalen Schwimmbädern und Krankenhäusern.

Einen Lichtblick gibt es laut den Bedenkenträgern bei den Vorgaben für Rechenzentren: Wenigstens für Neubauten soll die Effizienzkennzahl PUE beim aktuellen Wert beibehalten werden. Auch wenn dieser nun für vier Jahre nicht mehr in der Praxis, sondern nur auf dem Design-Papier, nachgewiesen werden müsse, sei das ein Signal.

Ferner blieben Meldungen an die Plattform für Abwärme wenigstens für sehr große Konzerne verpflichtend. Das Umweltinstitut fordert, dass beim Energiesparen mehr passieren müsste: Alleine durch kurzfristig rentable Maßnahmen könnte die deutsche IT-Branche pro Jahr 29 Milliarden Euro Energiekosten vermeiden.


(ds)



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Figma: KI-Werkzeuge für Design, Code und Zusammenarbeit


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

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Das US-Unternehmen Figma will seine gleichnamige Web-App stärker auf einen ganzheitlichen Entwicklungsprozess digitaler Produkte ausrichten. Auf der Hauskonferenz Config 2026 in San Francisco hat das Unternehmen Werkzeuge vorgestellt, die Design, Programmierung, Animation und künstliche Intelligenz enger als zuvor miteinander verbinden sollen. Figma will sie in den kommenden Wochen schrittweise veröffentlichen.

Statt beispielsweise eine Webseite in Photoshop zu entwerfen und später in Code nachbauen zu lassen, sollen Teams beim Bau von Apps und Seiten möglichst viele Arbeitsschritte innerhalb einer gemeinsamen Arbeitsfläche erledigen.

Die Figma Canvas steht dabei im Mittelpunkt, eine Arbeitsumgebung, in der man Apps, Websites und andere digitale Produkte entwirft. Figma integriert neben klassischen Designfunktionen auch solche für Programmierung, Animationen, visuelle Effekte und KI-Dienste.

Eine der wichtigsten Neuerungen: Programmcode lässt sich direkt auf der Designfläche bearbeiten. Entwickler können Quellcode aus bestehenden Projekten übernehmen, ihn ändern und wieder mit dem ursprünglichen Codebestand synchronisieren. Ein integrierter KI-Agent soll dabei alternative Lösungswege vorschlagen oder Abläufe in bearbeitbare Designelemente überführen.

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Mit „Figma Motion“ führt das Unternehmen ein Werkzeug für Animationen und dreidimensionale Szenen ein. Animationen entstehen entweder klassisch über eine Zeitleiste oder per Prompt über künstliche Intelligenz. Die erstellten Inhalte bleiben mit den verwendeten Designsystemen verknüpft und sollen sich einfacher in die spätere Entwicklung übernehmen lassen.



Animationen lassen sich nicht nur über KI-Prompts, sondern auch manuell in einer Zeitleiste entwerfen.

(Bild: Figma)

Auch bei visuellen Effekten setzt Figma auf künstliche Intelligenz. Über sogenannte Shader lassen sich Oberflächen, Farbverläufe und Effekte wie Pixelierung, Dithering oder Unschärfe per Texteingabe erzeugen.



Über Shader lassen sich Farbverläufe und Effekte per Texteingabe erzeugen.

(Bild: Figma)

Nutzer können über die Arbeitsfläche auf den Figma Agent zugreifen. Der KI-Assistent beantwortet Fragen, erstellt Designs und erledigt wiederkehrende Aufgaben. Arbeitsabläufe lassen sich künftig als „Agent Skills“ speichern und innerhalb eines Teams verwenden. Mit dem KI-Agenten lassen sich außerdem eigene Plugins erstellen.

Der Figma-Agent erhält Zugriff auf Informationsquellen wie Websuchen, Dateianhänge und Schnittstellen zu externen Diensten. Dadurch soll die KI bei ihren Vorschlägen mehr Kontext berücksichtigen können.



Wiederkehrende Aufgaben speichert der KI-Assistent von Figma auf Wunsch als Agent Skills.

(Bild: Figma)

Außerdem soll er auf weitere Produkte des Unternehmens ausgeweitet werden. In FigJam unterstützt er bei der Strukturierung, Analyse und Visualisierung von Ideen. In Figma Slides hilft er beim Erstellen und Überarbeiten von Präsentationen sowie beim Zusammenfassen von Rückmeldungen.

Hinzu kommen die „Figma Weave Workflows“, eine Sammlung von gut 20 KI-Werkzeugen. Dazu gehören das Entwickeln eines Designstils aus Referenzbildern, das automatische Anpassen von Motiven an verschiedene Formate, das Freistellen von Bildern, das Umwandeln von Bildern in kurze Videos sowie das Erstellen von 3D-Modellen und mehrstufigen Bildkompositionen.


(akr)



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c’t-Story: Wie der Krieg für mich endete


Den Job hatte ich haben wollen. Und wie bei so vielem in meinem Leben hatte ich nicht gewusst, worauf ich mich einließ. Aber deshalb war ich jetzt hier, mitten in einem militärischen Auslandseinsatz, und nein: Dafür hatte ich nicht unterschrieben. Aber hinterher ist man immer schlauer – so heißt es doch.

Im Vorstellungsgespräch hatte ich die Frage bejaht, ob ich gedient hätte. Wie hatte ich nur so blöd sein können? Aber der gut dotierte Job hatte vor mir wie die sprichwörtliche Karotte vor der Nase des Esels gebaumelt und manchmal ist man einfach dumm. Ich hatte das Thema gegoogelt und im Gespräch dann offensichtlich so fundierte Antworten gegeben, dass die Frau von Human Resources keinen Verdacht geschöpft hatte. Gelächelt hatte sie, die Schlunze. Und meine überaus farbenfrohe Geschichte nicht überprüft.


Titelmotiv-Museum der c’t-Stories

Titelmotiv-Museum der c’t-Stories

Was ist das: Es dreht sich um Technik, ist mal spannend, mal bestürzend, mal amüsant und hat nur sehr selten ein Happy End? Richtig: die c’t-Story. Seit gut 37 Jahren hat sie ihren festen Platz im Magazin – und seit einiger Zeit auch auf heise+. Mal kommt sie aus der Feder preisgekrönter Belletristik-Profis, mal sind die Verfasser hochkarätige Wissenschaftler – oder eigenwillige junge Science-Fiction-Debütanten. Viele unserer c’t-Story-Autoren haben in den vergangenen Jahren für ihre Werke renommierte Preise wie den Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) oder den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) errungen.

Jetzt saß ich in der Scheiße. Nichts als Feinde um mich herum. Die Kameraden nicht mehr zu sehen. Ich drückte das kalte Metall des Gewehrs an meine Wange. Sturmgewehr SB 2-23, neueste Generation. Von mir mitentwickelt. Schöner Mist!


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „c’t-Story: Wie der Krieg für mich endete“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



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Kryptobörsen: Marktbereinigung im Europäischen Wirtschaftsraum


Der zwielichtige Markt für den Handel mit Kryptowährungen wird im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zum 1. Juli teilweise bereinigt. Laut Branchenbeobachtern gibt es derzeit mehr als 1.200 Anbieter, doch nur gut 200 haben eine Lizenz erworben. Prominentester Abgang ist Binance, das als weltweit größte Kryptowährungsbörse gilt.

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Seit Ende 2024 gibt es EWR-weit gültige Lizenzen nach der EU-Verordnung 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (bekannt als MiCA, für Markets in Crypto-Assets). Anbieter müssen nur in einem Land eine Lizenz erwerben, die dann im gesamten EWR gilt. Allerdings sind die Vorgaben überall die gleichen: Weil hohe Geldbeträge von Spekulanten auf dem Spiel stehen, müssen die Betreiber zeigen, dass sie ausreichend Eigenkapital haben, wie sie ihre Plattformen führen, wie sie Kundenguthaben schützen und, nicht zuletzt, wie sie Geldwäsche verhindern.

Daran ist Binance gescheitert: Das US-Unternehmen wollte eine griechische Lizenz, hat seinen Antrag jedoch zurückgezogen, nachdem die griechische Behörde vorige Woche eine Ablehnung signalisierte. Daraufhin aufgenommene Gespräche mit Behörden einiger anderer Länder dürften nicht gefruchtet haben – die Vorschriften sind ja jetzt einheitlich. Bislang ist Binance in allen EWR-Staaten außer den Niederlanden und Liechtenstein tätig.

Bis Ende Juni läuft noch eine Übergangsfrist: Ältere, nach national unterschiedlichen Vorschriften erteilte Lizenzen verlieren dann ihre Gültigkeit. Dennoch setzte Binance zunächst auf Durchhalteparolen: „Binance verlässt Europa nicht”, zitierte Reuters noch am Mittwoch Binances Europamanagerin Gillian Lynch. Sie suche nach einem „anderen Weg” zur Zulassung, wisse aber nicht, warum Griechenland den Antrag ablehnen wollte. Wie sich eine neue Lizenz in wenigen Tagen ausgehen kann, ließ sie offen.

Und tatsächlich hat Binance noch am selben Tag europäische Kunden über die bevorstehende Einstellung des Geschäftsbetriebes zum 30. Juni informiert: Online kursiert eine an französische Kunden ergangene Mitteilung. Neukunden nimmt Binance demnach ab sofort nicht mehr auf, Bestandskunden werden gemäß den Vorgaben der MiCA-Verordnung schrittweise abgewickelt. Etwaige Guthaben bleiben damit erhalten.

Am 1. Juli werden alle offenen Order betroffener Kunden automatisch gelöscht, ihre Handelsbots deaktiviert. Verkäufe von Kryptowährungseinheiten gegen Euro sowie der Tausch gegen USDC-Stablecoins bleiben möglich. Frisches Geld nimmt Binance dann nicht mehr an, aber Geldguthaben werden auf Antrag ausgezahlt.

Angebote, die Spekulanten mit möglichen Zinszahlungen oder anderen Gewinnen locken sollen, werden ebenfalls getilgt. Das betrifft beispielsweise Staking und Cloud-Mining-Produkte. Diese Guthaben schreibt Binance dem Kundenkonto zu, etwaige Guthaben in dem Zinsen zahlenden Coin RWUSD werden automatisch in USDC gewechselt. Ebenfalls storniert werden Wetten auf neue Kryptowährungen durch die Angebote Launchpad und Launchpool.

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Ein bisschen mehr Zeit gibt es für die Tilgung von Schulden: Wer offene Binance Loans oder Flexible Loans hat, sollte diese spätestens im September zurückzahlen. Denn sonst werden die Außenstände durch automatischen Verkauf der hinterlegten Sicherheiten zum 1. Oktober getilgt, egal, welcher Kurs dann gerade erzielt werden kann.

Ähnlich sollte es bei den kleineren, rund 1.000 Anbietern laufen, die entweder keine Lizenz beantragt oder die Voraussetzungen nicht erfüllt haben. Kontoinhaber haben drei Möglichkeiten: Sie können ihre Kryptowährungseinheiten in ein selbst gehostetes Wallet übertragen, sie verkaufen oder zu einem der gut 200 lizenzierten Anbieter übertragen lassen. Doch Obacht: Der große Wechsel dürfte Betrüger anlocken, weshalb Transaktionen und Empfänger besonders genau geprüft werden sollten.

Binance hat Erfahrung mit solchen Abwicklungen. Es hat sich schon aus mehreren Ländern zurückziehen müssen, weil es die Vorschriften nicht einhalten kann oder möchte. In den USA haben sich sowohl das Unternehmen als auch sein kanadischer Eigentümer Changpeng Zhao (CZ) zu Geldwäschevergehen schuldig bekannt. Er kam dafür 2023 für vier Monate ins Gefängnis. Nach Milliardengeschäften mit Donald Trump begnadigte dieser CZ später. In Kanada hat Binance eine Millionenstrafe wegen Geldwäscheverstößen ausgefasst und den Betrieb eingestellt.

Das Unternehmen hat Besserung gelobt, CZ musste sich zurückziehen. Dass er sich dennoch öffentlich einmischt und zudem angibt, weiterhin der Eigentümer zu sein, hat die Bemühungen um eine MiCA-Lizenz sicher nicht unterstützt. Und im Februar wurde ruchbar, dass Binance Mitarbeiter gefeuert hat, die potenziell illegale Transaktionen in Milliardenhöhe untersuchten.


(ds)



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