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Agentic Commerce: Wie Google sich die Zukunft des Handels vorstellt


Auf der diesjährigen NRF Retail’s Big Show in New York stellt Google eine Reihe von Neuerungen vor, die einen grundlegenden Wandel im digitalen Handel markieren werden. Sie stehen für nicht weniger als den Übergang von unterstützender KI hin zu sogenannten „agentischen“ Systemen, die nicht nur beraten, sondern eigenständig handeln können. In der Branche setzt sich dafür zunehmend der Begriff Agentic Commerce durch.

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Mittelfristig geht es um eine neue Generation von KI-Agenten, die komplexe Aufgaben entlang der gesamten Customer Journey übernehmen – von der Produktsuche über den Kauf bis hin zur Reklamation oder Nachbestellung von Waren. Anders als klassische Chatbots arbeiten diese Systeme nicht nur reaktiv, sondern planen, kombinieren Daten aus unterschiedlichen Quellen und führen mehrstufige Prozesse autonom aus – immer innerhalb definierter Regeln und mit Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer.

Kern von Googles Ankündigungen ist Gemini Enterprise for Customer Experience (CX), eine neue Plattform von Google Cloud, die Shopping- und Serviceprozesse in einer gemeinsamen agentischen Architektur zusammenführt. Unternehmen sollen damit KI-Agenten einsetzen können, die etwa Produktempfehlungen mit Echtzeitverfügbarkeit abgleichen, die Warenkörbe selbständig zusammenstellen, Bestellungen auf Tagespreisbasis auslösen oder ändern und bestenfalls noch Rückgaben und Erstattungen automatisiert abwickeln oder Serviceanfragen medienübergreifend bearbeiten.

Technisch basiert die Lösung auf Googles Gemini-Modellen sowie auf Vertex AI. Neu ist dabei vor allem der Anspruch, all das nicht länger als getrennte Systeme zu betrachten, sondern als durchgängigen Prozess zu denken. Der Shopping-Agent soll neben Text auch Sprache und Bilder verarbeiten. Nutzer können etwa ein Foto eines handschriftlichen Rezepts hochladen, woraufhin der Agent die Zutaten erkennt und direkt in einen Warenkorb überträgt – inklusive Rabatt- oder Loyalitätsprogrammen, sofern vorhanden.

Parallel dazu kündigte Google jetzt gemeinsam mit Partnern wie Shopify, Etsy, Wayfair und Target den Universal Commerce Protocol (UCP) an. Dabei handelt es sich um einen offenen Standard, der die Zusammenarbeit verschiedener KI-Agenten, Bezahlsysteme und Handelsplattformen erleichtern soll.



Alles auf der KI-Plattform: Für Händler:innen könnte die Agentic-Commerce-Revolution viel verändern.

(Bild: Google)

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Ziel ist es, technische Fragmentierung zu reduzieren: Statt für jeden Agenten oder Anbieter eigene Schnittstellen zu bauen, soll UCP eine gemeinsame Sprache für agentische Commerce-Prozesse schaffen – von der Produktsuche über den Checkout bis zur Nachbetreuung. Der Standard ist kompatibel mit bestehenden Protokollen wie dem Agent Payments Protocol (AP2) und Model Context Protocol (MCP).

UCP soll zudem in Kürze eine neue Checkout-Funktion im AI-Mode und in der Gemini-App bereitstellen. Die Kunden können damit Produkte von US-Einzelhändlern sicher direkt während der Recherche kaufen – unter Verwendung gespeicherter Zahlungsinformationen aus Google Wallet oder künftig Paypal. In der Praxis soll UCP zunächst in Googles Suche und in der Gemini-App zum Einsatz kommen.

All das wird vor allem bedeuten, dass es nicht mehr nötig ist, die Plattform für den Kauf zu verlassen. Die Abwicklung erfolgt über Google Pay oder angebundene Zahlungsdienste wie Paypal. Das könnte den E-Commerce nachhaltig verändern und insbesondere die Rolle der Webshops weiter schwächen.

Mehrere große Handelsunternehmen (allerdings bis auf Weiteres ausschließlich in den USA) testen oder nutzen die neuen Systeme bereits: etwa Home Depot als Teil eines Assistenten, der Projektberatung bietet. Auch Kroger, Lowe’s und Woolworths setzen auf personalisierte Einkaufsagenten, die Einkaufslisten erstellen, Angebote berücksichtigen und Supportanfragen kontextübergreifend bearbeiten. Papa Johns schließlich nutzt den Food Ordering Agent für sprach- und textbasierte Bestellungen über App, Telefon, Kiosk und In-Car-Systeme. Das System kombiniert Upselling, Angebotslogik und Wiederbestellfunktionen.

Zentrales Element sind Business-Agents, die es den Kunden erlauben werden, direkt mit den Marken zu chatten und komplexere Produktfragen zu klären. Die Unternehmen agieren dabei in ihrer eigenen Markentonalität – verkaufsfördernde Maßnahmen inklusive. Hinzu kommt ein neues Werbeformat namens „Direct Offers“, das im Rahmen eines Pilotversuchs getestet wird und das es Werbetreibenden ermöglichen soll, exklusive Angebote direkt im AI-Mode für kaufbereite Kunden zu präsentieren.

Aus Sicht der Anbieter verspricht Agentic Commerce vor allem Effizienz: weniger manuelle Prozesse, kürzere Servicezeiten, konsistentere Kundenerlebnisse. Für Händler bedeutet das potenziell sinkende Kosten im Kundenservice und bessere Conversion-Rates durch situativ passende Angebote. Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle von KI-Plattformen (namentlich hier Google) weiter in Richtung infrastruktureller Gatekeeper. Wenn Kaufentscheidungen, Zahlungen und Support zunehmend in KI-Interfaces stattfinden, wird die Frage nach Datenhoheit, Auswahlkriterien und Transparenz aber zentraler denn je.

Die auf der NRF vorgestellten Entwicklungen rund um Agentic Commerce markieren also weniger ein einzelnes Produktupdate als einen strukturellen Paradigmenwechsel: weg von Such- und Empfehlungssystemen, hin zu KI, die Aufgaben eigenständig erledigt. Das bringt Bequemlichkeit für die Kunden, schafft aber auch für Händler ein Personalisierungspotential – und neue Abhängigkeiten.

Wichtig ist auch, zu verstehen, dass all das in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit abläuft (auch wenn im europäischen Kontext noch viele technische und rechtliche Fragen offen sind). Wir können wohl davon ausgehen, dass der E-Commerce schon sehr bald anders funktioniert als heute.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.


(jle)



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HBO Max geht stärker gegen Passwort-Weitergabe vor, jetzt auch weltweit


Der erst kürzlich auch in deutschsprachigen Ländern verfügbare Streaming-Dienst HBO Max will sein Vorgehen gegen die Weitergabe von Passwörtern verschärfen. Ähnlich wie die Konkurrenten Netflix und Disney+ sollen Nutzer aufgefordert werden, weitere (kostenpflichtige) User anzulegen. Allerdings ist die Zukunft von HBO Max weiter unklar. Der Streaming-Dienst gehört zu Warner Bros. Discovery (WBD). Dieser Medienkonzern steht zum Verkauf und derzeit gibt es einen Bieterwettstreit zwischen Netflix und Paramount Skydance (PSKY).

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Netflix gilt als Favorit für die Übernahme. PSKY möchte den WBD-Gesamtkonzern übernehmen, aber das Gebot Paramounts konnte Warner Bros Discovery nicht überzeugen. Der WBD-Verwaltungsrat hatte mit Netflix bereits einen Verkaufsvertrag über Warner Bros geschlossen und möchte Discovery als eigenständigen Betrieb weiterführen. Zuletzt packte PSKY die Brechstange aus, denn das verschmähte Paramount hat Warner Bros. Discovery jetzt verklagt. Beide Bieter haben eigene Streaming-Dienste, sodass offen ist, ob Inhalte oder HBO Max nach der Übernahme komplett in den Dienst des übernehmenden Konzerns integriert werden.

Doch auch HBO Max selbst wächst weiter, wie WBD anlässlich der jüngsten Geschäftszahlen verkündete. Im vierten Quartal 2025 hat der Streaming-Dienst weltweit 3,5 Millionen Abonnenten hinzugewonnen und zählt jetzt insgesamt 131,6 Millionen Nutzer. Bis Ende 2026 erwartet der Medienkonzern 150 Millionen Abonnenten. Der Zuwachs dürfte auf die globale Expansion zurückzuführen sein. Mitte Januar startete HBO Max in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg.

In den USA geht HBO Max bereits seit Mitte 2025 aggressiver gegen Account-Sharing, berichtete The Verge damals. Nutzer werden des Öfteren aufgefordert, zusätzlich 8 US-Dollar pro Monat für das Hinzufügen eines weiteren Users zum Konto auszugeben. Dieses Vorgehen wird weltweit ausgebaut, wie WBDs Streaming-Chef JB Perrette bei der Diskussion der letzten Geschäftszahlen diese Woche erklärte.

„Wir befinden uns in der zweiten Phase unserer Maßnahmen zur Durchsetzung der Passwort-Sharing-Regeln. Diese Maßnahmen beginnen gerade erst, flächendeckend eingeführt zu werden“, sagte Perrette. „Eine globale Ausweitung ist bisher noch nicht erfolgt. Das wird erst 2026 der Fall sein.“ Damit dürften auch internationale HBO-Abonnenten künftig immer mal wieder daran erinnert werden, dass die Weitergabe von Streaming-Kennwörtern gegen die Nutzungsbedingungen verstößt.

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Diese Aufforderungen sind bei anderen Streaming-Diensten üblich. Schon vor drei Jahren begann Netflix mit der Eindämmung der Passwort-Weitergabe und seit Anfang 2024 dürfen Passwörter von Disney+ auch in den USA nicht mehr geteilt werden.


(fds)



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Samsung profitiert am stärksten von der Speicherkrise


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This article is also available in
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Samsung knöpft SK Hynix wieder den Titel des weltweit größten DRAM-Herstellers ab. Lag Samsung im Sommer 2025 beim Umsatz noch knapp hinter der Konkurrenz, konnte sich die Firma im vierten Quartal mit gut zwei Milliarden US-Dollar Vorsprung zurück an die Spitze setzen. Die Umsatzsteigerungen aller Hersteller kamen fast ausschließlich durch Preiserhöhungen.

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Der Marktbeobachter Trendforce schätzt den reinen DRAM-Umsatz von Samsung im vierten Quartal 2025 auf 19,3 Milliarden US-Dollar, 43 Prozent mehr als im dritten Quartal. Die Schätzung beinhaltet alle DRAM-Produkte, von DDR5-Arbeitsspeicher für PCs und Server über LPDDR5X für Notebooks bis hin zu High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Samsung selbst gibt in seinen Geschäftsberichten nur den gesamten Speicherumsatz inklusive NAND-Flash-Bausteinen für SSDs an.


Screenshot eine Tabelle mit Speicherumsätzen

Screenshot eine Tabelle mit Speicherumsätzen

Umsatz mit DRAM im vierten Quartal 2025 nach Hersteller aufgeschlüsselt.

SK Hynix legte ebenfalls erheblich zu, aber langsamer als Samsung. Der DRAM-Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar.

Micron profitierte von den drei Weltmarktführern zumindest Ende 2025 am wenigsten: Der Umsatz stieg um gut 12 Prozent auf knapp 12 Milliarden US-Dollar. Angeblich hat Micron früher Lieferverträge abgeschlossen als die Konkurrenz und konnte somit erst später von den Preissteigerungen profitieren.

Anfang 2026 sind die Preise weiter erheblich gestiegen; die Verteilung könnte sich inzwischen wieder geändert haben.

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Laut Trendforce haben Samsung und SK Hynix ihre Produktionskapazität Ende 2025 immerhin um wenige Prozent ausgebaut. Das ist über eine höhere Auslastung bestehender Halbleiterwerke möglich. Überraschender ist dagegen Microns Vorgehen: Die verkaufte Speichermenge (in GByte) sank dem Marktbeobachter zufolge um vier Prozent im vierten Quartal.

Relativ betrachtet wuchs der taiwanische Hersteller Nanya mit einem Plus von fast 55 Prozent am stärksten. Allerdings ist die Firma trotz ihres vierten Platzes erheblich abgeschlagen: Mit 970 Millionen US-Dollar hat sie einen Marktanteil von gerade einmal 1,8 Prozent. Samsung, SK Hynix und Micron kommen gemeinsam auf mehr als 90 Prozent. Nanya stellt vor allem Speicher für Nischenprodukte her, darunter DRAM vom Typ DDR4 und DDR3.


(mma)



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„Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ soll Verkehrsprojekte beschleunigen | heise autos


Die Sanierung maroder Brücken, der Neubau von Bahnstrecken oder Straßen dauert oft viele Jahre in Deutschland. Ziel einer Gesetzesreform der Bundesregierung ist deutlich mehr Tempo. „Deutschland kann schneller“, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) im Bundestag. Mit dem „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ mache die Bundesregierung den Weg frei: „Deutschland wird schneller werden.“ Schnieder brachte den Entwurf eines umfassenden Reformpakets ins Parlament ein. Er sprach von einem „Gamechanger“.

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Bundestag und Bundesrat haben ein Milliarden-Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur beschlossen. Ziel ist es dabei, dass Projekte schneller umgesetzt werden. „Damit die Bagger auch wirklich schnell rollen können, müssen wir dringend noch einen weiteren Schritt gehen“, sagte Schnieder.

Die geplante Gesetzesreform sieht schnellere Planung und Genehmigung unter anderem durch mehr digitale Prozesse vor. Ein zentraler Hebel soll zudem das „überragende öffentliche Interesse“ sein. Für wichtige Projekte zur Modernisierung des Schienennetzes sowie für ausgewählte Autobahnprojekte gilt dies bereits, wie auch für den Ausbau erneuerbarer Energien. Das hatte die frühere Ampel-Regierung beschlossen. Geplant ist nun, dass weitere zentrale Verkehrsprojekte der Straße, Schiene und Wasserstraße gesetzlich als Vorhaben des überragenden öffentlichen Interesses eingestuft werden. Das soll dafür sorgen, dass den Projekten in gerichtlichen und behördlichen Abwägungsentscheidungen ein höheres Gewicht beigemessen wird und sie so schneller genehmigt werden können.

Schnieder sagte, Schutzstandards des Umweltrechts sollten nicht angerührt werden. Es gehe um eine verantwortungsvolle Balance zwischen Umweltschutz und Infrastruktur. Umweltexperten dagegen kritisieren, die Beschleunigung gehe auf Kosten von Umwelt- und Naturschutz. Das Klagerecht solle beschnitten werden, sagte der Linke-Abgeordnete Jorrit Bosch. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) sagte im Bundestag: „Dieser Gesetzentwurf setzt einseitig auf Tempo vor Sorgfalt und setzt demokratische Beteiligung und Natur aufs Spiel.“ Es fehle zudem eine Priorisierung. „Wer alles beschleunigt, beschleunigt am Ende nichts.“ Der Gesetzentwurf wird nun im parlamentarischen Verfahren beraten. Neben dem Bundestag muss auch der Bundesrat dem Gesetz zustimmen.

Mehr über Verkehrspolitik


(fpi)



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