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Bundesmarine bekommt Unterwasserdrohne Blue Whale


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Die Bundesmarine hat eine neue Unterwasserdrohne bekommen. Der in Israel entwickelte Blue Whale ist das derzeit größte unbemannte Unterwasserfahrzeug der Marine. Damit beginne der Aufbau einer hybriden Flotte, sagt der Inspekteur der Marine.

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Als Large Unmanned Underwater Vehicle (Large UUV) bezeichnet die Bundesmarine den Blue Whale. Der ist knapp 11 Meter lang, hat einen Durchmesser von gut einem Meter und bringt 5,5 Tonnen auf die Waage. Das elektrisch angetriebene Unterwasserfahrzeug bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 13 km/h und soll zwei- bis vierwöchige Missionen unternehmen.

Entwickelt hat es der israelische Luft- und Raumfahrtkonzern Israel Aerospace Industries (IAI). Einen Teil der technischen Ausstattung hat Atlas Elektronik, eine Tochter des Kieler Rüstungsunternehmen ThyssenKrupp Marine System (TKMS), beigesteuert, darunter ein spezielles Sonarsystem.

Blue Whale ist für Aufklärungseinsätze gedacht: Das UUV soll Unterwasserziele, also U-Boote oder andere Unterwasserdrohnen, aufspüren und verfolgen. Dafür ist es unter anderem mit einem „Towed Array Sonar“ ausgestattet. Das ist ein Schleppsonar, das Blue Whale hinter sich herzieht und das Unterwasserobjekte über und unter sogenannten Sprungschichten erfasst und klassifiziert. Es ist passiv, das heißt, es sendet keine Schallimpulse aus, sondern empfängt nur.

Daneben kann Blue Whale auch Überwasserschiffe verfolgen. Dafür ist das unbemannte U-Boot wie ein konventionelles mit einem ausfahrbaren Seerohr ausgestattet, an dem verschiedene Kameras angebracht sind.

Die Beschaffung der Drohne dauerte nach Aussage von Vizeadmiral Jan Christian Kaack nur wenige Monate, was im Bereich des Militärs enorm schnell ist. „Mit der Übernahme des ersten Blue Whale setzen wir den Kurs Marine in Sachen Einführung unbemannter Systeme unter Wasser konsequent um“, sagte der Inspekteur der Marine. „Der Aufbau einer hybriden Flotte startet genau jetzt.“

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Diese wird aus konventionellen, bemannten Schiffen bestehen, die zusammen mit unbemannten operieren. Letztere können beispielsweise näher an Gefahrenstellen eingesetzt werden als bemannte und damit das Leben der Besatzungen schützen.

Die Bundesmarine hat das Large UUV Ende 2024 vor Eckernförde getestet. In der dortigen Marinebasis wird es auch stationiert, das Einsatzgebiet wird die Ostsee.

Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine vor vier Jahren ist die Ostsee zu einem Krisengebiet geworden. Mehrfach wurden in den vergangenen Jahren Unterseekabel in der Ostsee zerstört. Im Verdacht stand jeweils die russische Schattenflotte.

Der spektakulärste Zwischenfall war die Sprengung der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 im September 2022. Hier gehen Ermittler inzwischen davon aus, dass die Tat von Ukrainern verübt wurde. Systeme wie Blue Whale können auch eingesetzt werden, um solche kritischen Infrastrukturen unter Wasser zu überwachen.


(wpl)



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KI-Halluzinationen vor Gericht | heise online


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Künstliche Intelligenz wird vermehrt in der Justiz genutzt. Das stellt Rechtssysteme vor Herausforderungen: Weltweit haben Gerichte mit Schriftsätzen zu kämpfen, die KI-Halluzinationen enthalten, berichtet der US-Radiosender NPR.

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Dem Bericht zufolge nutzen immer mehr Anwälte KI für Schriftstücke in laufenden Verfahren. Das Problem: Die KI-Anwendungen zitieren nicht existierende Gerichtsurteile, verfälschen Aussagen oder geben Urteile falsch wieder. Das ist besonders problematisch für das anglo-amerikanische Fallrecht, das sich maßgeblich auf Präzedenzfälle stützt.

Damien Charlotin, Rechtswissenschaftler an der Wirtschaftshochschule HEC Paris, betreibt eine Online-Datenbank, die weltweit Verfahren erfasst, in denen Gerichte Personen wegen des Vorbringens von Dokumenten mit KI-Fehlern sanktioniert haben. Laut dieser Datenbank gab es bis April 2026 weltweit mehr als 1300 solcher Gerichtsverfahren. Allein 800 der Fälle entfielen auf US-Gerichte, erklärte Charlotin gegenüber NPR.

Dem Wissenschaftler zufolge hat die Menge an Gerichtsverfahren, in denen Dokumente mit Fehlern aus KI-Tools verwendet wurden, seit vergangenem Jahr erheblich zugenommen. Erst kürzlich wurden an einem Tag zehn Fälle an zehn verschiedenen Gerichten bekannt.

Auch die Strafen werden härter. Vergangenen Monat verhängte ein US-Bundesgericht in Oregon Sanktionen von insgesamt über 100.000 US-Dollar gegen einen Anwalt. Auch er hatte Dokumente eingereicht, die von KI-Modellen verursachte Fehler enthielten. Laut NPR sollen solche Fälle von halluzinierten Gerichtsentscheidungen oder falschen Zitaten in Prozessdokumenten bereits bei obersten Gerichten der US-Bundesstaaten aufgetreten sein.

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NPR zufolge haben einige US-Gerichte bereits Kennzeichnungsvorschriften eingeführt. Demnach muss jedes Dokument, das mit KI erstellt oder bearbeitet wurde, detailliert gekennzeichnet werden. Ziel sei es, festzustellen, welches Dokument die Gerichte detailliert auf KI-Halluzinationen überprüfen müssen.

Ein von NPR zitierter Anwalt hält diese Praxis allerdings für wenig praktikabel. Da KI mittlerweile im standardmäßigen Funktionsumfang von Kanzleisoftware integriert ist, wäre nahezu jedes Dokument kennzeichnungspflichtig.


(rah)



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Startup Photreon will Wasserstoff mit Sonnenlicht ohne Elektrolyse gewinnen


Grüner Wasserstoff gilt als wichtige Komponente der Energiewende, als Speicher für Wind- und Solarstrom, als Rohstoff oder als Treibstoff. Bisherige Konzepte gehen davon aus, das Element mit grünem Strom per Elektrolyse zu gewinnen. Das Startup Photreon will das nur mit Sonnenlicht schaffen.

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„Wir überspringen den Umweg über stromgebundene Elektrolyse und produzieren chemische Energie aus Sonne und Wasser“, sagt Paul Kant, einer der Gründer. Das Spinoff des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), will dazu Photokatalyse einsetzen. Dabei löst Licht eine chemische Reaktion aus.

Die von Photreon entwickelten Solarmodule bestehen aus speziellen lichtaktiven Materialien. Diese absorbieren Sonnenlicht und versetzen Elektronen in einen angeregten Zustand. Diese zerlegen dann Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Das Team hat ein Prototyp-Paneel mit einem Quadratmeter Fläche gebaut und damit die Funktionsweise seiner Entwicklung demonstriert. Das Design der Module sei „auf Serienfertigung durch gängige Massenproduktionsverfahren ausgelegt“.

Woraus die Photoreaktorpaneele bestehen, verrät Photreon nicht – die Technik ist zum Patent angemeldet. Auch weitere technische Details wie etwa den Wirkungsgrad, die produzierte Menge von Wasserstoff pro Stunde oder die Kosten für den so erzeugten Wasserstoff nennt das Startup nicht.

„Photovoltaik und Elektrolyseur werden in einem Prozessschritt durch das Photoreaktorpaneel ersetzt“, erläutert Photreon-Mitgründerin Maren Cordts. „Das senkt die Systemkosten und -komplexität bei der Produktion von grünem Wasserstoff erheblich.“

Den Einsatz der Photoreaktormodule sieht Photreon dort, „wo weder Stromnetze noch eine Anbindung an ein Wasserstoffnetz vorhanden sind, eröffnet unsere Technologie neue Spielräume für die lokale Erzeugung“, sagt Cordts. Abnehmer könnten beispielsweise Unternehmen aus der Chemiebranche, der Lebensmittelindustrie oder der Metallverarbeitung sein, die mit einem solchen System ihren Wasserstoffbedarf selbst decken könnten.

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Daneben könnten die Paneele in Solarparks in Regionen mit hoher Sonneneinstrahlung aufgestellt werden.


(wpl)



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Microsoft übernimmt Rechenzentrum von OpenAI in Norwegen


Microsoft statt OpenAI. Der Windows-Konzern hat die Anmietung von Rechenzentrumskapazität im norwegischen Narvik, nördlich des Polarkreises, vereinbart. Das Rechenzentrum war ursprünglich für OpenAI als Teil von dessen Stargate-Projekt geplant. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Bloomberg.

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Dem Bericht zufolge wird Microsoft 30.000 zusätzliche Nvidia-Vera-Rubin-Chips von dem britischen KI-Infrastrukturanbieter Nscale auf einem Campus in der Ortschaft Narvik anmieten. Ursprünglich hatte OpenAI mit Nscale über Kapazitäten für seine KI-Workloads auf dem Campus verhandelt, konnte aber laut Insidern keine Einigung erzielen, so Bloomberg. Der ChatGPT-Entwickler hatte das Projekt als sein erstes europäisches Riesenrechenzentrum unter dem Label „Stargate Norway“ vermarktet. Im Rahmen seines KI-Infrastrukturprojekts „Stargate Project“ will OpenAI mit Partnern in den kommenden Jahren mindestens 500 Milliarden US-Dollar in neue KI-Rechenzentren stecken.

Die Aufgabe der Rechenzentrumspläne in Norwegen ist der zweite Dämpfer für OpenAI innerhalb kurzer Zeit. In der vergangenen Woche legte OpenAI sein vergleichbares Rechenzentrumsprojekt Stargate UK in Großbritannien vorerst auf Eis, da die Rahmenbedingungen für die Realisierung nicht gegeben seien. Als Gründe für den überraschenden Schritt nannte das Unternehmen regulatorische Hürden und hohe Energiekosten. Dabei handelte es sich ebenfalls um einen von Nscale entwickelten Standort.

Bloomberg berichtet nun, dass Nscale mit Google einen weiteren Kunden für ein separates, mit Nvidias Grace-Blackwell-Chips ausgestattetes Rechenzentrum in West-London gefunden hat. Dies habe eine mit dem Deal vertraute Person mitgeteilt, die anonym bleiben wollte, da die Vereinbarung noch nicht öffentlich ist.

OpenAI scheint angesichts der steigenden Kosten für seine Serverfarmen entgegen vollmundigen Ankündigungen in der Vergangenheit nun vorsichtiger vorzugehen, vermutet Bloomberg. Ein Sprecher von OpenAI erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur, das Unternehmen prüfe weiterhin eine Vereinbarung über Kapazitäten in Norwegen und arbeite mit verschiedenen Partnern am Ausbau seiner Infrastruktur.

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Microsoft wiederum hat seinerseits mehrere Verträge mit Rechenzentrumsbetreibern wie Nscale abgeschlossen, um die steigende Nachfrage nach eigenen Rechenzentren zu decken. Im vergangenen Monat kündigte Microsoft zudem die Übernahme eines Datacenter-Projekts im US-Bundesstaat Texas an, das ursprünglich für OpenAI und Oracle entwickelt worden war. In Deutschland hat Microsoft im vergangenen Monat den ersten Spatenstich für ein Rechenzentrum im rheinischen Braunkohlerevier gesetzt, das im Endausbau rund 520 Megawatt (MW) leisten soll.


(akn)



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