Entwicklung & Code
Apples früherer KI-Chef John Giannandrea verlässt das Unternehmen
Es war ein denkwürdiger Auftritt am Nachmittag des 11. Juni 2024: Apples damaliger KI-Chef John Giannandrea und Software-Chef Craig Federighi demonstrierten auf der Bühne des Steve Jobs Theater im Apple-Hauptquartier in Cupertino den großen Schulterschluss. Die von Apple-Chef Tim Cook eingeleitete Fragestunde mit YouTuberin iJustine sollte die kurz zuvor vorgestellte Apple Intelligence inhaltlich vertiefen und vermutlich ein Signal der Einmütigkeit in der Apple-Chefetage ausstrahlen. Jetzt, nicht einmal zwei Jahre danach, wird Giannandrea das Unternehmen zur Monatsmitte verlassen.
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Das Schicksal des früheren Google-Mitarbeiters ist eng verknüpft mit den KI-Bemühungen Apples. Damals angekündigte Grundfunktionen der Apple Intelligence wie das Zusammenfassen von Texten oder maßgeschneiderte Emojis erreichten zwar binnen weniger Monate einen großen Teil der Apple-Kundschaft. Der Blick der Fachwelt richtete sich allerdings mehr auf das, was nicht kam: Siri sei kein Sprachassistent mehr, sondern ein Geräteassistent mit tieferem Verständnis dafür, was auf dem Gerät passiert, tönte Giannandrea in der damaligen Fragestunde. Zwei Jahre später gibt es immer noch nur die Ankündigung, dass Siri besser werden soll. Zuletzt verdichteten sich jedoch Berichte, wonach Apple für iOS 27 eine eigene Siri-App sowie einen Chatbot-Modus plant.
KI-Weichen neu gestellt
Giannandrea kam im Jahr 2018 zu Apple. Bei Google war er zuvor acht Jahre lang tätig. Seine Expertise in Machine-Learning passte gut zu Apples Ambitionen, die mit der Neural Engine auch in Hardware gegossen wurden. Doch als mit ChatGPT von OpenAI Jahre später die generativen Sprachmodelle einen Hype auslösten, wirkte Apple wie auf dem falschen Fuß erwischt. Die Vorstellung der Apple Intelligence, 2024, sollte der Befreiungsschlag werden. Die „AI for the rest of us“ (KI für den Rest von uns) sollte mit dem Datenschutz-Vorrang punkten. Stattdessen machte Apple Schlagzeilen damit, dass die KI-Siri offenbar gar nicht funktionierte und das Projekt offenbar komplett zurückgesetzt werden musste. Intern gilt die Dauerbaustelle Siri bereits seit Längerem als Problemfall, da versprochene Funktionen immer wieder verschoben wurden.
Die diesjährige Entwicklerkonferenz WWDC am 8. Juni soll nun den Trubel der vergangenen Jahre vergessen machen. Apple ist eine Kooperation mit Google eingegangen, um deren KI-Modell Gemini zu verwenden. Vor allem aber wurden erhebliche Veränderungen in der Leitung vorgenommen. Dabei gilt Federighi intern als Verfechter eines eher pragmatischen KI-Kurses mit Fokus auf Budgets und Partnerschaften. Der ehemalige Vision-Pro-Chef brachte für den Umbau der Siri-Abteilung zahlreiche Experten aus seinem alten Team mit. Weitere erfahrene Kräfte, die es richten sollen, sind Eddy Cue und Sabih Khan. Erneut ist ein Ex-Googler mit in der Verantwortung: Neuzugang Amar Subramanya soll als Vice President of AI aber deutlich weniger Eigenständigkeit genießen als sein Vorgänger. Er berichte an Federighi.
Eine letzte Aktienprämie
Giannandrea war in den vergangenen Monaten nur noch Berater für Apple. Sein Rückzug wurde im Dezember 2025 angekündigt, nachdem zuvor bereits laut geworden war, dass es zwischen den Ressortleitern bei Apple geknirscht hat. Bereits im März 2025 habe Cook Giannandrea deshalb die Leitung des Siri-Teams entzogen, hieß es in Medienberichten. Es war ein Rückzug in Raten. Sein Verbleib bis Mitte April erklärt Bloomberg-Reporter Mark Gurman mit den üblichen Gepflogenheiten in börsennotierten Unternehmen, um Giannandrea noch eine letzte Aktienprämie auszahlen zu können.
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Nach Apple will der frühere KI-Chef laut Bericht in verschiedenen Unternehmensvorständen mitwirken und als Berater für Start-up-Unternehmen tätig werden. Wie stark Apples stotternder KI-Motor tatsächlich mit seiner Person verknüpft war, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Finanziell profitiert der Konzern trotz technischer Rückstände massiv: Erwartungen zufolge wird Apple bald eine Milliarde US-Dollar durch KI-Apps im App Store verdienen.
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(mki)
Entwicklung & Code
Alibaba optimiert Android 16 für RISC-V-Chips
Entwickler der Damo Academy, einer Forschungseinrichtung der Alibaba-Gruppe, haben eigenen Angaben zufolge Android 16 (AOSP) für Chips mit offener Befehlssatzarchitektur RISC-V optimiert.
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Android 16 auf RVA23
Laut einem Beitrag auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Weixin (WeChat) hat die Damo Academy Android 16 auf Prozessoren der XuanTie-9-Serie mit dem RVA23-Befehlssatzprofil zum Laufen gebracht. Die Forscher gaben dabei nicht konkret an, um welches Modell der Chipreihe es sich handelt. Die 9er-Serie umfasst Prozessoren mit unterschiedlicher Leistung, von einfachen Modellen bis hin zu KI-optimierten Serverprozessoren.
Im Beitrag (via The Register) sprechen die Damo-Entwickler vom einem Meilenstein und einer „neuen Ära im RISC-V-Ökosystem“ sowie einer soliden technischen Grundlage für den großflächigen kommerziellen Einsatz. Die Damo Academy gibt an, die Entwicklungsarbeit mit der ersten Gruppe strategischer XuanTie-Kunden geteilt zu haben. Sie hoffe, dass diese sie nutzen werden, um die Erforschung neuer Szenarien für den Einsatz von RISC-V-Chips in Endgeräten zu beschleunigen und die Entwicklung bis zur Produkteinführung deutlich zu verkürzen.
Die XuanTie-Plattform sei hinsichtlich ihrer Systemfähigkeiten vollständig kompatibel mit Android-Spezifikationen wie Android Verified Boot (AVB), Generic Kernel Image (GKI), generisches Systemimage (GSI) und Vendor Interface (VINTF), heißt es weiter. Ferner habe die Plattform in Tests die Stabilität der Android 16-Laufzeitumgebung, der Systemdienste und nativer RISC-V-Anwendungen auf dem XuanTie-Prozessor bewiesen, so Damo.
Fortschritte bei RISC-V
Es ist nicht die erste Android-Version, die auf RISC-V-Chips zum Laufen gebracht wurde. Die erste war Android 10 im Jahr 2021. Damals kam als Prozessor ein Dual Core XuanTie C910 der Alibaba-Tochter T-Head zum Einsatz. Vorteil gegenüber ARM-Chips ist, dass die RISC-V-Architektur keinen Patenten unterliegt und unter der BSD-Lizenz verfügbar ist.
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Besonders auf dem chinesischen Markt spielt RISC-V eine zunehmende Rolle, da die Unternehmen damit unabhängiger von westlichen Herstellern wie Qualcomm und Handelsrestriktionen sind. Interessanterweise forschte aber auch Qualcomm zusammen mit Bosch, Infineon, Nordic Semiconductor und NXP an der RISC-V-Chiparchitektur.
Google unterstützt RISC-V ein wenig
Für Google ist die offene RISC-V-Architektur ebenfalls kein Neuland: Der Konzern arbeitet aktiv daran, Android auf die offene Befehlssatzarchitektur zu portieren, womöglich um die Abhängigkeit von ARM zu verringern. Seitdem der Google-Manager Lars Bergstrom im Jahr 2023 betonte, dass das Android Open Source Project (AOSP) viel Arbeit in die Unterstützung von RISC-V-Chips investiere, hat sich jedoch wenig dahingehend getan.
Zudem hatte Google 2024 einige spezifische Kernel-Unterstützungen aus dem Android Open Source Project (AOSP) entfernt, jedoch betont Google, dass das Projekt weitergeführt werde. Ziel war es, RISC-V als erstklassige Plattform („Tier-1-Platform“) für zukünftige Android-Geräte zu etablieren.
(afl)
Entwicklung & Code
Software Testing: Security-Anforderungen im Team entwickeln
In diesem Interview sprechen Richard Seidl und Markus Geiger über die oft vernachlässigte Kunst, Sicherheitsanforderungen in der Softwareentwicklung konkret und testbar zu formulieren. Markus räumt mit der Vorstellung auf, Security lasse sich auf allgemeine Kataloge und nachgeschobene Pentests reduzieren. Stattdessen erklärt er, wie Teams mithilfe konkreter Fragen zu Daten, Risiken und Bedrohungsszenarien die wirklich schützenswerten Werte identifizieren.
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Richard Seidl ist Berater, Speaker und Podcast-Host. Für ihn ist klar: Wer heute exzellente Software kreieren möchte, denkt den Entwicklungsprozess ganzheitlich: Menschen, Kontext, Methoden und Tools. Er hat seine Erfahrungen in acht Fachbüchern veröffentlicht, betreibt erfolgreich zwei Community-Podcasts und ist Beirat der heise-Konferenz betterCode() Testing.
„Wir reden nicht nur über Sicherheit, wir reden über Schutzziele.“ – Markus Geiger
Markus Geiger ist Projektleiter, Trainer und Architekt bei der WPS – Workplace Solutions. Markus hat Nachrichtentechnik in Esslingen am Neckar und Distributed Computing Systems Engineering an der Brunel University in London studiert und hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Softwareentwickler, Softwarearchitekt und Coach in vielen Projekten im Umfeld von Industrie, Logistik und Handel. Neben der Software-Architektur gilt sein besonderes Interesse der IT-Security und dem Secure Development Lifecycle.
Softwarequalität im Gespräch
Dieses Format fokussiert sich auf Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste betrachten die Dinge, die die Qualität in der Softwareentwicklung steigern.
Die aktuelle Episode ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar.
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(mro)
Entwicklung & Code
Redis 8.8: Neuer Array-Datentyp und Rate Limiting per Befehl
Redis 8.8 ist erschienen: Die neue Version des In-Memory-Datenbanksystems bringt unter anderem einen nativen Array-Datentyp, neue Befehle für Streams und Rate Limiting sowie Verbesserungen für Such-, Zeitreihen- und KI-Workloads.
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Entwickler nutzen Redis vor allem als Key-Value-Store für Caching, Session-Management, Echtzeitanalysen und Messaging. Seit Redis 8.0 integriert Redis Open Source auch Volltext- und Vektorsuche, JSON-Dokumente sowie Zeitreihenfunktionen; ein separater Redis Stack entfällt.
Neuer Datentyp und neuer Rate-Limiting-Befehl
Wichtigste Neuerung ist der native Datentyp Array. Bislang mussten Entwickler strukturierte Sequenzen meist über Listen oder serialisierte JSON-Strukturen abbilden. Arrays speichern homogene Daten kompakter und erlauben den direkten Zugriff per Index – etwa auf numerische Sensordaten oder Embedding-Vektoren für KI-Anwendungen.
Mit INCREX führt Redis einen neuen Befehl für Rate Limiting ein. Er vereint Zähler, Ablaufzeiten und Grenzwerte in einem Schritt – ohne zusätzliche Lua-Skripte oder mehrere Redis-Kommandos. Damit lassen sich typische API-Limits wie „100 Anfragen pro Minute“ direkt umsetzen.
Streams und feingranulare Benachrichtigungen
Auch Redis Streams erhalten neue Funktionen: Der Befehl XNACK erlaubt es Consumern, ausstehende Nachrichten gezielt wieder freizugeben. Bislang konnten fehlerhafte oder hängende Worker Nachrichten in den Pending-Listen festhalten und so die weitere Verarbeitung blockieren. Der neue Befehl soll die Fehlerbehandlung in Event-Streaming- und Queue-Szenarien vereinfachen.
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Für eine feinere Ereignissteuerung unterstützt Redis 8.8 nun feldgenaue Benachrichtigungen bei Hashes. Anwendungen können damit auf Änderungen einzelner Felder reagieren statt nur auf Änderungen am gesamten Schlüssel. Das reduziert unnötige Trigger und erlaubt feiner granulierte Event-Architekturen.
Erweiterungen für Suche und Zeitreihen
Für Such- und Analyse-Szenarien – etwa Vektorsuchen oder hybride Abfragen – bringt Redis 8.8 mehrere Neuerungen: Die hybride KNN-Suche über FT.HYBRID erhält eine Option, mit der sich die Zahl der Kandidaten pro Shard begrenzen lässt. Zusätzlich lassen sich hybride Suchabfragen nun per FT.PROFILE analysieren.
RedisTimeSeries baut die Range-Abfragen aus: Sie können nun mehrere Aggregationen in einem Aufruf kombinieren, etwa Mittelwert, Maximum und Summe. Das reduziert laut den Release Notes zusätzliche Abfragen und die Netzwerklast in Monitoring- und Analyseumgebungen.
Zudem nennt das Projekt allgemeine Performance-Verbesserungen sowie Bugfixes, unter anderem bei Cluster-Topologien und in der Speicherverwaltung. Redis erweitert außerdem die Sorted-Set-Befehle ZUNION, ZINTER, ZUNIONSTORE und ZINTERSTORE um einen neuen COUNT-Aggregator. Redis 8.6 erschien Mitte Februar 2026 und bietet seitdem deutlich mehr Performance auf ARM-Systemen.
(fo)
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