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Apps & Mobile Entwicklung

Amazon Ember Artline TV im Test


Der Amazon Ember Artline TV ist ein Smart-TV mit mattem Display, der vollständig plan an der Wand montiert und so zum virtuellen Gemälde werden kann, dessen Bilder sich per KI auch passend zum Raum auswählen lassen. Neben Alexa+ und FireTV bietet der 4K-QLED-Fernseher mit HDR10+ Adaptive und Dolby Vision auch einen Triple-Tuner.

Der Amazon Ember Artline TV ist eine Besonderheit, nicht nur für Amazon, sondern grundsätzlich. Denn er versucht, Lifestyle und Alltag mit digitalen Inhalten zu verbinden, wofür er auf ein mattes QLED-Display setzt und auswechselbare, magnetische Rahmen bietet, die den Fernseher zu einem großen, digitalen Bilderrahmen werden lassen. In Verbindung mit Amazons Ambient-TV-Funktion ergibt dies einen Fernseher, der eigentlich nie vollständig ausgeschaltet sein müsste, da er den ganzen Tag automatisch zwischen Fotos, Kunstwerken und TV-Streaming wechselt – und dies auch noch ganz automatisch je nach Anwesenheit des Nutzers. UHD und HDR sind für einen aktuellen Fernseher selbstverständlich, doch abseits des matten Displays weist der Ember Artline keine High-End-Spezifikationen auf, wie sie aktuelle OLED- oder QLED-Modelle mit hohen Bildwiederholfrequenzen und vielen Dimming-Zonen bieten.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV

Matter Smart-TV oft mit hohem Rabatt

Dafür ist er preislich trotz seiner Besonderheiten günstiger positioniert. Der Ember Artline 55″ kostet 999,99 Euro, war zuletzt aber am Prime Day beispielsweise für 659,99 Euro erhältlich*. Der Ember Artline 65″ verfügt über eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.299,99 Euro, wurde aber zuletzt für 899,99 Euro angeboten*. Jeweils im Preis enthalten ist ein magnetischer Rahmen, wobei man die Variante frei aus 10 verschiedenen Modellen wählen kann. Auch die passenden magnetischen Rahmen lassen sich einzeln erwerben, kosten allerdings rund 75 Euro pro Stück*. Je nach Modell ist der Rahmen abgeschrägt, was eine zusätzliche Tiefe erzeugt, oder flach. Aus echtem Holz sind die klassischen Modelle mit Holzmaserung allerdings nicht, was aus den Beschreibungen bei Amazon allerdings nicht ganz eindeutig hervorgeht.

Einer von 10 Rahmen für den Ember Artline
Einer von 10 Rahmen für den Ember Artline
Die Sensorleiste bleibt auch mit Rahmen ausgespart
Die Sensorleiste bleibt auch mit Rahmen ausgespart

Der Lieferumfang umfasst den Amazon Ember Artline TV, die Alexa-Sprachfernbedienung, die spezifische Wandhalterung, ein Netzkabel, zwei AAA-Batterien für die Fernbedienung und eine Kurzanleitung. Amazon gewährt eine einjährige Garantie.

Nahtlose Wandmontage mit eigener Halterung

Eine Wandhalterung ist im Lieferumfang enthalten, Standfüße nicht. Denn der Fernseher ist gerade auf eine Wandmontage als Gemälde ausgelegt. Wer ihn dennoch aufstellen statt aufhängen möchte, kann für rund 20 Euro Standfüße nachkaufen*.

Die mitgelieferte Wandhalterung ist speziell auf den Ember Artline ausgelegt und verschwindet vollständig in einer Aussparung an der Rückseite des Fernsehers, so dass dieser nahtlos an der Wand anliegt. Neben der horizontalen Befestigung ist sogar eine vertikale Montage des Fernsehers möglich, die Amazon in der Anleitung allerdings mit keinem Wort als Option erwähnt.

Der Ember Artline kann auch hochkant montiert werden
Der Ember Artline kann auch hochkant montiert werden
Die angepasste Wandhalterung mit Scharnieren
Die angepasste Wandhalterung mit Scharnieren

Damit er wirklich nah anliegt, liegen ihm vier Metallplatten bei, die man in den Ecken an die Wand schraubt und an denen der Fernseher zusätzlich magnetisch gehalten wird. Dies sorgt für eine feste Montage direkt an der Wand, ohne dass sich der Fernseher an einer Seite leicht lösen kann.

Magnete halten den Fernseher dicht an der Wand
Magnete halten den Fernseher dicht an der Wand
Diese kleinen Metallteller werden an die Wand geschraubt
Diese kleinen Metallteller werden an die Wand geschraubt
Der Ember Artline liegt Dank passgenauer Wandhalterung eng an der Wand an
Der Ember Artline liegt Dank passgenauer Wandhalterung eng an der Wand an

Neben einer guten Anleitung* hat Amazon auch ein passendes Montagevideo für den Ember Artline parat, das die Schritte gut erklärt.

Damit man die vier Eckpunkte an der richtigen Stelle an die Wand schraubt, an der sie am Ende auch Kontakt mit den Magneten an der Rückseite des Fernsehers haben, legt Amazon eine große Pappschablone bei, auf der die Stellen markiert sind. Diese legt man nach erfolgter Montage der Wandhalterung einfach auf diese und markiert die vier Punkte für die Magneten. Das ist auch deshalb wichtig, weil die vier Punkte rechts und links unterschiedlich weit von der Mitte des Ember Artline entfernt liegen. Wer nur eine Seite ausmisst oder sie spiegelverkehrt auf die Wand überträgt, landet am Ende an den falschen Stellen. Die Pappschablone ist deshalb nicht nur die einfachste Art, alles richtig zu platzieren, sondern auch die schnellste.

Die Montagehilfe kennzeichnet die Bohrstellen
Die Montagehilfe kennzeichnet die Bohrstellen
Montierte Wandhalterung und Magneten
Montierte Wandhalterung und Magneten

Wer sich an die Montageanleitung hält und grundsätzlich eine Wandhalterung für einen Fernseher sicher an der Wand montieren kann, der bekommt auch mit dem Ember Artline keine Schwierigkeiten.

Wem die Wandmontage zu schwierig erscheint, der kann bei Amazon beim Kauf auch einen Montageservice hinzubuchen. Befestigungsmaterial liefert Amazon übrigens auch mit, im Test wurde dies allerdings nicht genutzt, da ein 7-mm-Bohrer, der laut Anleitung genutzt werden soll, nicht ganz so üblich ist. Stattdessen wurde auf 8er-Dübel und passende Schrauben zurückgegriffen.

Ein kleiner Metallbügel verhindert das Lösen von der Wandhalterung
Ein kleiner Metallbügel verhindert das Lösen von der Wandhalterung
Die Wandhalterung lässt sich flach falten und bei Bedarf ausklappen
Die Wandhalterung lässt sich flach falten und bei Bedarf ausklappen
Die Wandhalterung lässt sich flach falten und bei Bedarf ausklappen
Die Wandhalterung lässt sich flach falten und bei Bedarf ausklappen

Fernseher kann geschwenkt werden

Die leichte Wandhalterung, die völlig anders aufgebaut ist als klassische VESA-Halterungen, die übrigens auf Wunsch auch unterstützt werden, hält den Fernseher im oberen Bereich und ermöglicht es nicht nur, ihn wie erwähnt, vollständig plan an die Wand zu drücken, sondern auch, ihn ein gutes Stück von der Wand abzuziehen und nach rechts und links zu schwenken. Der Fernseher wird in die Wandhalterung gehängt und dann arretiert, damit er nicht wieder nach oben gelöst werden kann.

Die Magneten halten fest, bei Bedarf ist aber viel Platz
Die Magneten halten fest, bei Bedarf ist aber viel Platz
Auch neigen lässt sich der Fernseher theoretisch
Auch neigen lässt sich der Fernseher theoretisch
Geneigter Ember Artline mit spezieller Wandhalterung
Geneigter Ember Artline mit spezieller Wandhalterung

Anschlüsse bleiben erreichbar

Auch die Anschlüsse an der Rückseite des Fernsehers lassen sich gut erreichen, wenn man ihn nach vorne zieht, einzig das Verlegen etwaiger Kabel gestaltet sich nicht ganz so einfach. Amazon hat hierfür in der Rückwand des Fernsehers extra unterschiedlich breite Kanäle geschaffen, in die man die Kabel einlegen und entweder zur Seite oder nach unten hinausführen kann. Aber die Kabel in diesen Kanälen zu halten, wenn sie nicht durch leichtes Hineindrücken halten, und gleichzeitig den Fernseher alleine wieder an die Wand zu drücken, ist nicht trivial. Zudem fällt auf, dass die Kanäle an der unteren Seite nicht genau in der Mitte des Fernsehers enden – Kabel also immer etwas seitlich versetzt unten aus dem TV herauskommen. Um den Eindruck eines Wandbildes optimal zu unterstützen, sollte man deshalb auch versuchen, das Stromkabel zu verdecken. Amazon empfiehlt den Anschluss an einer eingelassenen Wanddose direkt hinter dem Fernseher, nur die wenigsten Käufer dürften diese Option jedoch haben. Bis auf das Stromkabel benötigt man nicht unbedingt weitere Kabel, die vom Fernseher wegführen, da man wie bei anderen Smart-TVs von Amazon Filme und Serien direkt über die Fire-TV-Oberfläche streamen kann. Neben Amazon können auch Apps von Streaming-Diensten wie Netflix und Disney+ genutzt werden und beispielsweise mit MagentaTV kann auch auf die Nutzung von Kabel- oder Satelliten-TV verzichtet werden. Das Stromkabel bleibt so der einzige Faktor, der bei vielen das optische Bild zerstören könnte.

Rückseite des Ember Artline TV mit optionalen Standfüßen
Rückseite des Ember Artline TV mit optionalen Standfüßen
Kabelkanäle an der Rückseite
Kabelkanäle an der Rückseite
Durchführung für HDMI und USB
Durchführung für HDMI und USB

Erst auf den zweiten Blick fällt zudem eine kleine Abdeckung unterhalb der Anschlussleiste am Rahmen des Ember Artline auf, die sich nur schwer lösen lässt und von Amazon gar nicht erwähnt wird. Hier hat Amazon eine passgenaue Durchführung für ein HDMI- und ein USB-A-Kabel versteckt.

Apropos Anschlüsse: Der Ember Artline bietet davon an der rechten Seite eine ganze Menge.

Anschlüsse des Ember Artline von oben nach unten
  • Optischer Audioausgang
  • Ethernet-Anschluss
  • USB-A-Anschluss
  • Satelliten-Eingang
  • Antenne/Kabel-Eingang
  • 1 × HDMI 2.1 mit eARC
  • 3 × HDMI 2.0
  • Common Interface Slot
  • IR-Senderanschluss
  • Audioausgang
Anschlüsse des Ember Artline an der Rückseite
Anschlüsse des Ember Artline an der Rückseite

Dass nur einer der vier HDMI-Eingänge HDMI 2.1 beherrscht, ist zu verkraften, da der Fernseher mit maximal 60 Hz ohnehin keine schnellere Bildwiederholfrequenz oder spezielle Gaming-Funktionen unterstützt. Und auch wenn der Ember Artline als Amazon-Smart-TV mit Fire TV auf das Streaming von Inhalten ausgelegt ist, bietet er auch einen Kabel- und Satellitenanschluss und einen CI-Modul-Schacht. Auf diese Weise können alle alten Sehgewohnheiten abgedeckt werden.

Der Stromanschluss für den Ember Artline sitzt auf der linken hinteren Seite, wenn man vor dem Fernseher steht.

Das Stromkabel im Kabelkanal endet nicht mittig
Das Stromkabel im Kabelkanal endet nicht mittig

Im Rahmen unten sitzt zudem eine Leiste, die Sensoren, Mikrofone und zwei Tasten beherbergt. Über die linke Taste können die Mikrofone für Alexa mechanisch ein- und ausgeschaltet werden. Auf der rechten Seite sitzt hingegen der Ein-/Ausschalter, um den Ember Artline direkt am Gerät ein- oder ausschalten zu können. Erfreulich: Die hier platzierte Standby-LED des Fernsehers lässt sich ausschalten, so dass sie nachts etwa im Schlafzimmer nicht dauerhaft leuchtet.

Sensorleiste mit Mikrofonen und Tasten
Sensorleiste mit Mikrofonen und Tasten

Magnetischer Rahmen für nahtloses Bild

Der Rahmen um den Fernseher wird dann einfach nur noch magnetisch aufgesetzt. Zuerst oben und unten, dann an den Seiten. Erfreulich ist, dass der Rahmen an der Vorderseite sogar noch den schmalen schwarzen Rand des Displays überdeckt, so dass die sichtbare Fläche tatsächlich nahtlos mit dem „Bilderrahmen“ abschließt, wie es auch bei einem Bild wäre.

Ember Artline ohne Rahmen mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint
Ember Artline ohne Rahmen mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint
Ember Artline mit Rahmen mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint
Ember Artline mit Rahmen mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint

Die optionalen Standfüße, die ComputerBase allein für Fotos der Rückseite erworben hat, werden über je zwei Schrauben mit der Rückseite des Fernsehers verschraubt und sind so gestaltet, dass rechts und links nicht vertauscht werden kann.

Optionaler Standfuß für den Ember Artline TV

Digitale Kunstwerke an der Wand

TV zeigt bei Anwesenheit Gemälde und Co.

Bevor es im Einzelnen um die Einrichtung, die Bildqualität, Leistungsaufnahme und Alexa-Integration geht, soll an dieser Stelle schon vorweggreifend auf die Nutzung des Ember Artline als digitaler Bilderrahmen für Kunstwerke eingegangen werden, da dies neben der Nutzung als Fernseher die zentrale Funktion des matten Smart-TVs ist. Hierfür verfügt auch das neue Modell über die bereits bekannte und zuverlässig funktionierende Omnisense-Technologie, die dafür sorgt, dass die Ambient-TV-Funktion automatisch ein- und ausgeschaltet wird, wenn Personen den Raum betreten oder verlassen. So werden die Kunstwerke nicht den ganzen Tag auf dem Ember Artline angezeigt, wenn überhaupt niemand zuhause ist. Und wie zuvor gilt, dass Ambient-TV optional ist, man es also nicht nutzen muss und der Fernseher dann abseits von seiner primären Nutzung schwarz bleibt.

Ambient-TV-Einstellungen
Ambient-TV-Einstellungen
Ambient-TV-Einstellungen
Ambient-TV-Einstellungen
Optionen während der Ambient-TV-Darstellung
Optionen während der Ambient-TV-Darstellung

Auf die Ambient-TV-Funktion abseits der Darstellung von Kunstwerken auf dem matten Display des Ember Artline ist ComputerBase beispielsweise im Test des Amazon Fire TV Omni Mini-LED QLED 65″ und des Amazon Fire TV Omni QLED 65″ bereits genauer eingegangen.

Die Kunstwerke sind kostenlos

Auf dem Ember Artline kann der Nutzer aus mehr als 2.000 kostenlosen Kunstwerken auswählen, wobei sich die Auswahl über Gemälde, Druckgrafiken, Fotografien, Szenenfotos aus Filmen, Naturvideos und virtuelle Welten erstreckt. Der Ambient-Modus muss also auch auf dem Ember Artline kein unbewegtes Gemälde darstellen, sondern die Auswahl ist sehr viel umfassender und enthält auch 4K-Videos und erneut auch animierte Inhalte, die sich an die Bewegung im Raum anpassen. Für diese über 2.000 Inhalte ist auch kein Abonnement notwendig, sie stehen allen Nutzern des Ember Artline kostenlos zur Verfügung. Und hat man ein Bild gefunden, kann man selbst auch noch entscheiden, ob dies mit oder ohne Passepartout auf dem Fernseher dargestellt werden soll und welche Farbe und Textur das Passepartout gegebenenfalls aufweisen soll. So lässt sich der Stil noch weiter individualisieren.

Auswahl der Inhalte, die auf dem Ember Artline TV angezeigt werden sollen

Vor allem von einem Passepartout profitiert der Effekt des Fernsehers als Gemälde im Alltag sehr. Wenn man bereit ist, hier etwas auszusuchen, das zum Raum passt und einem selbst gefällt, kann man sehr schöne Darstellungen und Ergebnisse erzielen. Optionen wie die Uhrzeit und Temperatur oder Widgets sollte man in diesem Modus allerdings ausschalten. Abends müsste der Ember Artline aber weniger leuchten, um den Effekt eines Bildes zu erwecken. In einem dunklen Raum strahlt der Fernseher an der Wand hervor, was ein normales Gemälde eben nicht kann. Auch mit automatischer Helligkeitsanpassung wird der Fernseher in einem dunklen Raum bei Weitem nicht dunkel genug.

Das Erstellen von individuellen Hintergründen für Ambient-TV per AI über Alexa, wie Amazon es für die USA schon lange eingeführt hat, hat im Test weiterhin nicht funktioniert. Alexa+ nimmt den Befehl zwar entgegen, erklärt dann aber lediglich, dass etwas nicht funktioniert hätte und man es später erneut versuchen oder einen anderen Hintergrund wählen soll.

Die KI entscheidet anhand des Raums

Wer sich nicht entscheiden kann, welches Bild am besten auf dem Ember Artline dargestellt werden soll, für den hat Amazon eine besondere KI-Funktion eingebaut. Der Nutzer kann mit dem Smartphone ein Foto seines Zimmers machen und erhält dann drei Empfehlungen zu passenden Bildern aus der Galerie von Amazon. Dabei wird der Stil und die Art der Einrichtung berücksichtigt, wobei insbesondere auch die Farben im eigenen Zuhause eine Rolle spielen, damit sich das ausgewählte Bild gut einfügt.

Auswahl der Inhalte anhand von Fotos des Raumes

Hierfür muss im Menü des Ember Artline im Bereich „Kunst und Fotos“ der Eintrag „Neue Empfehlungen erhalten“ ausgewählt und der angezeigte QR-Code mit dem Smartphone gescannt werden. Auf dem Smartphone wird eine Web-App geöffnet, die Anweisungen zum Aufnehmen oder Auswählen eines Fotos mit dem Smartphone gibt. Ein bis vier Fotos des Raumes, in dem der Ember Artline steht, lassen sich auf diese Weise hinzufügen. Durch einen Klick auf „Empfehlung erzeugen“ werden die Fotos in die Cloud gesendet, ausgewertet und drei Vorschläge unterbreitet.

Hintergründe anhand von Fotos des Raums per KI auswählen

Im Test wurde dies in einem Raum mit lila-pinker Wand und vielen Rosatönen ausprobiert und die Auswahl hat basierend darauf vor allem Bilder mit modernen Formen und passenden Farben herausgesucht. Das passt in diesem Fall zum Raum, wäre allerdings nicht die erste Wahl des Autors, da es keine klassischen Kunstwerke sind. Persönliche Präferenzen spielen aber bei der Raumanpassung keine Rolle und lassen sich auch nicht angeben.

Dia-Show persönlicher Fotos

Hat man persönliche Bilder in der Amazon-Photos-App hochgeladen, können auch diese auf dem Ember Artline dargestellt werden. Dabei ist es auch möglich, eine Diashow durchlaufen zu lassen, die man auch über Alexa erstellen lassen kann, beispielsweise indem man ihr den Ort oder Zeitpunkt der Aufnahmen vorgibt. Auch Collagen mehrerer Fotos lassen sich automatisch erstellen und anzeigen.

Bekannte Einrichtung mit Fire TV

Die der Darstellung von Kunstwerken vorausgehende Einrichtung des Fernsehers unterscheidet sich per se nicht von anderen Smart-TVs mit Fire-TV-Oberfläche. Schritt für Schritt wird man durch die wichtigsten Einstellungen, die Netzwerkverbindung und das Anmelden mit dem Amazon-Account geführt, der für die Nutzung Voraussetzung ist. Für Details wird an dieser Stelle auf den Test des Amazon Fire TV Omni QLED verwiesen. Wer schon einmal einen Fire-TV-Stick genutzt hat, findet sich auch auf dem Ember Artline sofort zurecht, da der Aufbau der Oberfläche identisch ist, nur weitere Optionen etwa zur Bildanpassung bietet.

Fire-TV-Oberfläche auf dem Amazon Ember Artline TV

Dabei gilt weiterhin, dass man manche Bildeinstellungen nur dann vornehmen kann, wenn passender Inhalt wiedergegeben wird. HDR-Einstellungen lassen sich nicht bei der SDR-Wiedergabe anpassen und umgekehrt. Einmal vorgenommene Bildeinstellungen lassen sich aber auch beim Ember Artline auf alle Eingänge anwenden, so dass man sie nicht mehrfach anpassen muss. Um die Bildeinstellungen zu ändern, hält man am besten die Startseiten-Taste der Fire-TV-Fernbedienung gedrückt, bis sich am rechten Rand das passende Menü öffnet.

Der Ember Artline erhält garantierte Software-Sicherheitsupdates für mindestens vier Jahre, nachdem er zuletzt als Neugerät bei Amazon zum Kauf angeboten wurde.

Mattes 4K-QLED mit HDR

Wie eingangs bereits erwähnt, bietet der Ember Artline bei den reinen technischen Daten eher Standardkost. 4K-QLED mit 3.840 × 2.160 Pixeln und Unterstützung für Dolby Vision und HDR10+. Aber mehr als 60 Hz bietet das Display nicht, Konsolenspieler können also nicht auf 120 Hz zurückgreifen. Mit Wi-Fi 6 und Ethernet wird der Smart TV wahlweise kabellos oder kabelgebunden ins Netzwerk eingebunden.

Als QLED-Fernseher kommt der Ember Artline auf eine Dicke von 3,9 cm. So dünn wie aktuelle OLED-Fernseher zumindest am Rand sind, ist er also bei Weitem nicht. Das ist in Kombination mit dem Rahmen und flach an der Wand montiert aber kein Beinbruch, ein Gemälde ist ja auch nicht nur wenige Millimeter dick.

Das Highlight des Ember Artline ist deshalb seine matte Oberfläche, auf der im Standby dargestellte Gemälde optisch nicht so sehr nach Fernseher und Display aussehen wie auf einem klassischen TV. Das Licht wird breit gestreut, so dass sich der Raum auch bei direktem Lichteinfall nicht im Fernseher spiegelt.

Ember Artline mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint
Ember Artline mit heller Lichtquelle, die direkt auf das Display scheint
Ember Artline mit Rahmen und heller Lichtquelle, die auf das matte Display scheint
Ember Artline mit Rahmen und heller Lichtquelle, die auf das matte Display scheint

Lichthöfe mit Edge-Lit-LED

Amazon bietet zahlreiche Presets für das Bild und die Option, diese manuell anzupassen. Über einen Umgebungslichtsensor können Helligkeit und Farbtemperatur an das Raumlicht angepasst werden.

Mit Edge-Lit-LED-Hintergrundbeleuchtung sind Themen wie Local Dimming kein Thema, denn nicht vorhanden. Sprich: Die Hintergrundbeleuchtung ist beim Ember Artline immer vollständig eingeschaltet, selbst wenn das Bild vollständig oder auch nur fast vollständig schwarz ist, was zu helleren Lichthöfen führt. Um die Unterschiede zu verdeutlichen, wurde ein Testvideo von YouTube in einem abgedunkelten Raum genutzt. Die Belichtung der Kamera wurde so angepasst, dass der Effekt zu sehen ist, im Alltag ist er auch bei einem abgedunkelten Raum weniger sichtbar.

Hintergrundbeleuchtung des Ember Artline bei schwarzer Fläche
Hintergrundbeleuchtung des Ember Artline bei schwarzer Fläche

Bildqualität und Helligkeit

Der Amazon-Fernseher bietet eine Reihe von Bildmodi: Standard, Energiesparen, Film dunkel, Film hell, FilmMaker, Lebhaft, Spiel und Sport. Je nach Modus ändern sich die Farbsättigung, Farbtemperatur und Einstellungen wie die Helligkeit. Für die Film- und Serienwiedergabe wird aber auch beim matten Smart-TV ein FilmMaker-Modus angeboten, bei dem alle Bildverbesserungstechniken deaktiviert werden, sodass Filme und Serien so wiedergegeben werden sollen, wie sie aufgezeichnet wurden. Wer jedoch ein satteres Rot oder Grün und ein paar Weichspüleffekte bevorzugt, kann das Bild auch nach eigenen Bedürfnissen anpassen.

Homogenität und Farbtreue

Für alle Messungen ist „Adaptive Helligkeit“ deaktiviert, da der Fernseher mit dieser Einstellung die Helligkeit des Bildes an das Umgebungslicht anpasst, was die Ergebnisse verfälschen würde. Die Helligkeit ist für die Messungen zur Farbtreue in allen Modi auf 75 von 100 gestellt, was nicht immer zur selben Helligkeit führt.

Bei der Betrachtung der Homogenität des Bildschirms, also der Gleichmäßigkeit der Helligkeitsverteilung, fällt auf, dass die Bildmitte am hellsten leuchtet und die Helligkeit zu allen Seiten abnimmt. Positiv ist, dass die jeweiligen Seiten und Ecken auf jeder Seite halbwegs gleich hell leuchten, die rechte Seite sich also nicht deutlich von der linken Seite unterscheidet.

Homogenität des Amazon Fire TV Omni Mini-LED QLED 65
Homogenität des Amazon Fire TV Omni Mini-LED QLED 65
Homogenität des Amazon Fire TV Omni QLED 65
Homogenität des Amazon Fire TV Omni QLED 65

Die Homogenität des Ember Artline 55″ könnte durchaus besser ausfallen und überzeugt nicht. Gerade die oberen Ecken sind deutlich dunkler als das restliche Bild. Ob man dies wahrnimmt, hängt vor allem vom Bildinhalt ab. Bei normalen Filmszenen, in denen keine einfarbigen Bildinhalte vorkommen, ist die unterschiedliche Helligkeit eigentlich nicht zu erkennen.

Mit 8.470 Kelvin fällt die Farbtemperatur des Fernsehers im Modus „Standard“ mit Farbtemperatur „Standard“ viel zu kühl aus. Ändert man die Farbtemperatur auf „Warm 1“, ist sie mit 7.090 Kelvin deutlich angenehmer, aber noch etwas zu kühl. „Warm 2“ sorgt für eine Farbtemperatur von 6.250 Kelvin, ist also etwas zu warm, aber am nächsten an den optimalen 6.500 Kelvin dran.

Maximal 700 cd/m², minimal zu hell

Die gemessenen 712 cd/m² im Modus Standard sind zugleich auch die maximale Helligkeit des Ember Artline in SDR. Im Modus FilmMaker fällt die Spitzenhelligkeit mit 621 cd/m² beispielsweise niedriger aus.

Minimal leuchtet der Fernseher bei vollflächiger Weißdarstellung immer noch mit 142,2 cd/m². Das ist zu hell.

Maximal 700 cd/m² auch bei HDR

Im HDR-Modus ließen sich im Test bei einem Weißanteil von bis zu 10 Prozent rund 710 cd/m² messen. Bei einem höheren Weißanteil reduziert sich die Helligkeit minimal auf rund 705 cd/m². Die Option „Intelligent HDR“ war für die Messungen deaktiviert.

Helligkeit in Abhängigkeit des Weißanteils

Hervorragender Kontrast

Der Schwarzwert in der Bildmitte ist sehr gut. Der Fernseher leuchtet trotz auf höchster Helligkeit eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung nur mit 0,150 cd/m², wenn Schwarz dargestellt wird. Der Kontrast liegt bei rund 4.750:1.

Messung der Farbtreue

ComputerBase testet die Farbwiedergabe des Amazon Ember Artline mit Portrait Displays‘ Calman-Color-Calibration-Software. Sie vergleicht die dargestellte Farbe des Monitors mit der vom Programm angezeigten Farbe. Interessant an dieser Stelle sind insbesondere der durchschnittliche und der maximale Delta-E-Wert und das Delta-E-2000-Diagramm, da sie angeben, wie stark die Farbwiedergabe von dem ausgewählten Farbstandard abweicht. Eine Abweichung von 1 dE ist für das menschliche Auge so gut wie nicht sichtbar. Ein kalibriertes Display sollte so eingestellt sein, dass die durchschnittliche Abweichung unter 3 dE und das maximale dE unter 5 liegt. Eine Abweichung über 3 dE wird als sichtbar für das menschliche Auge aufgefasst. Unkalibrierte Monitore liegen normalerweise weit darüber. Das Delta-E-2000-Diagramm zeigt die Abweichung für jeden gemessenen Farbwert an.

Im dargestellten CIE-1976-Chart des Ember Artline ist zu sehen, welche Farbpunkte wie stark vom angestrebten Farbwert abweichen. Bei einem optimal eingestellten Display sollten alle Punkte innerhalb der Quadrate liegen. ComputerBase hat die Messung für jeden voreingestellten Bildmodus durchgeführt und dabei immer die Standard-Einstellungen für jeden Bildmodus geladen.

Überraschenderweise ist es nicht der Bildmodus FilmMaker, der das beste Ergebnis liefert, sondern dieses Mal ist es der Bildmodus „Film dunkel“, bei dem der Ember Artline innerhalb der Toleranzen bleibt und eine durchschnittliche Farbabweichung von 2,7 Delta E und eine maximale Abweichung von genau 5,0 Delta E erzielt, womit er den Sollwert genau noch erreicht.

Kein anderer Bildmodus kommt diesen Werten nahe. Der Bildmodus „Lebhaft“ sorgt abermals für eine stark verfälschte Farbwiedergabe und ist darüber hinaus viel zu kühl mit klarem Blaustich. Dies gilt auch für die Modi „Spiel“, „Sport“ und „Standard“.

Die Leistungsaufnahme

Die Leistungsaufnahme des Ember Artline ist angesichts seiner angedachten Nutzung nicht ganz unbedeutend. Zwar kann sich der Smart TV mit seinen Sensoren ausschalten, wenn keine Person mehr im Raum ist, und wieder automatisch einschalten, wenn man den Raum betritt, so dass er nicht die ganze Zeit vollständig eingeschaltet sein muss, aber auch dies führt zu einer erhöhten Nutzung und einer höheren Leistungsaufnahme im Vergleich zum vollständigen Ausschalten.

Ein Kunstwerk mit 80 Watt

Die Leistungsaufnahme des Ember Artline 55″ liegt im Betrieb zwischen 28,8 und 96,6 Watt. Im normalen Fernsehbetrieb im Bildmodus Standard werden 81,1 Watt benötigt. Wird über Ambient TV ein Kunstwerk dargestellt, liegt die Leistungsaufnahme ebenso bei rund 80 Watt, unabhängig vom dargestellten Bild, da anders als bei OLED der Bildinhalt keine Auswirkung auf die Leistungsaufnahme hat. Zeigt der Ember Artline somit beispielsweise 10 Stunden am Tag ein Kunstwerk an, weil jemand zuhause ist, werden 0,8 kWh verbraucht, was in diesem Beispiel für 80 bis 90 Euro Stromkosten sorgen würde. Wird hingegen nur für 2 Stunden am Tag zusätzlich ein Kunstwerk dargestellt, resultiert dies in 15 bis 20 Euro extra pro Jahr.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV

5 Watt im Stand-by

Im Ruhemodus, wenn also das Display ausgeschaltet ist, aber der Fernseher weiterhin aktiv beispielsweise auf Personen wartet und auch Alexa angesprochen werden kann, beträgt die Leistungsaufnahme 4,9 Watt.

Schaltet man den Ember Artline über die Fernbedienung vollständig aus, beträgt die Leistungsaufnahme 0 Watt. Dann reagiert aber auch Alexa nicht mehr auf Sprachbefehle, während Alexa im normalen Ruhemodus, bei dem das Display ausgeschaltet wird, weiterhin jederzeit auch per Sprache aktiviert werden kann.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV

Lautsprecher, Mikrofone und Alexa+

Zwei 10-Watt-Lautsprecher sorgen für den Ton. Diese bieten zwar einen guten, klaren Klang, wer es raumfüllender und effektvoller möchte, kommt aber auch beim Ember Artline nicht um eine Soundbar herum. Die Heimkino-Funktion, bei der man Echo-Lautsprecher für den TV-Sound nutzen kann, bietet der Ember Artline nicht.

Der neue Ember Artline unterstützt über integrierte Mikrofone auch Alexa, sowohl um ihn zu bedienen als auch um andere Geräte zu steuern oder allgemeine Anfragen zu stellen. Neben den integrierten Mikrofonen kann auch die mitgelieferte Alexa-Fernbedienung zur Spracheingabe genutzt werden. Möchte man über den Ember Artline auch Alexa nutzen und ist er nicht das einzige Alexa-Gerät im Raum, kann man einstellen, ob er bei der Alexa-Steuerung priorisiert werden soll, so dass Befehle primär über ihn ausgeführt werden. Dann erfolgt die Zuweisung nicht ausschließlich anhand der automatischen Erkennung, welchem Gerät man am nächsten ist. Wie alle neuen Alexa-Geräte von Amazon unterstützt auch der Ember Artline nicht nur Alexa, sondern auch Alexa+ und somit eine Bedienung des digitalen Sprachassistenten über natürliche Sprache. Durch den Kauf des Ember Artline erhalten Käufer nämlich auch direkt Alexa+ im Early Access. Was Alexa+ alles kann und was noch nicht, hat sich ComputerBase bereits in einem gesonderten Bericht angesehen.

Mit Alexa+ lassen sich auf dem Ember Artline nicht nur, aber auch passende Inhalte suchen
Mit Alexa+ lassen sich auf dem Ember Artline nicht nur, aber auch passende Inhalte suchen

Stellt man Alexa+ aber beispielsweise Fragen zu einem Schauspieler, beantwortet der Sprachassistent diese nicht etwa mit zusätzlichen Informationen wie Bildern oder einer Filmografie des Schauspielers, sondern rein per Sprache. Amazon möchte hier nach eigenen Angaben die aktuelle Wiedergabe beziehungsweise Ansicht auf dem TV so wenig wie möglich unterbrechen. Allerdings unterbricht man als Nutzer durch die Anfrage diese ja ohnehin schon, so dass eine Ausnutzung der visuellen Möglichkeiten des Fernsehers durch Alexa+ an der ein oder anderen Stelle durchaus wünschenswert wäre.

Wie schon kurz angemerkt erlaubt die Alexa-Integration auch Befehle, die sich auf die Steuerung des Fernsehers beziehen. So lässt sich der Ember Artline beispielsweise per Sprache ein- und ausschalten und seine Lautstärke anpassen, den Eingangskanal wechseln oder eine bestimmte Serie oder einen Film direkt abspielen. Zudem kann auch die Fire-TV-Oberfläche per Sprache bedient werden. Auch die Bilder in Amazon Photos lassen sich per Sprachbefehl anzeigen, ebenso wie das Live-Video einer Smart-Home-Kamera.

Fazit

Das matte Display des Ember Artline überzeugt mit wenigen Reflexionen und einer Streuung der Lichtquellen, die auf das Bild treffen. Diese sind zwar weiterhin als diffuse Lichter sichtbar, schränken die Wiedergabe aber weit weniger ein als bei einem spiegelnden Display. Der matte Bildschirm reduziert Spiegelungen effektiv und lässt Kunstwerke tatsächlich deutlich natürlicher und plastischer erscheinen als klassische Hochglanz-TVs. Mit einem Passepartout und einer passend zum Raum ausgewählten Darstellung ist der künstlerische Effekt, den man mit dem Ember Artline erzielen kann, nicht von der Hand zu weisen und wertet den Raum im Vergleich zu einem schwarzen Fernseher tatsächlich deutlich auf. Allerdings leuchtet das Display abends und nachts zu hell, wenn im Raum nur wenig oder keine Beleuchtung an ist. Hier schafft es der Ember Artline nicht, auf wenige Nits herunterzuregeln, um noch wie ein Gemälde auszusehen. Das ist auch einer der größten Kritikpunkte, denn zwischen einer Helligkeit von 50 und 0 Prozent ist der Unterschied nur gering. Als Gemälde leuchtet der Ember Artline abends viel zu hell.

Ember Artline bei der Darstellung von Kunstwerken
Ember Artline bei der Darstellung von Kunstwerken

Wem es in erster Linie um die Qualität als Fernseher geht, der greift allerdings zu einem anderen Modell, meist zu einem OLED mit höherer Helligkeit, stärkerem HDR-Effekt und besserem Kontrast. Denn der Ember Artline bietet eben nur ein normales 4K-QLED-Display mit 60 Hz und ist deshalb auch für Konsolenspieler nicht die erste Wahl.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV

Der Amazon Ember Artline ist insbesondere für all jene gedacht und geeignet, bei denen der Fernseher eben nicht im Vordergrund stehen und tagsüber auch nicht unbedingt sofort als solcher wahrgenommen werden soll, sondern den Raum mit seinen dargestellten Inhalten bereichern statt mit einer großen schwarzen Fläche vereinnahmen soll. Amazons neuer Smart-TV lässt sich deshalb vor allem dann gut integrieren, wenn der Fernseher nicht als zentrales Element im Raum fungiert.

Doch um seine Wirkung zu entfalten, muss der Ember Artline flach an die Wand, denn aufgestellt oder an einer alternativen VESA-Halterung geht sein Kunstwerk-Effekt fast vollständig verloren. Mitunter sieht der Ember Artline deshalb auch dort am besten aus, wo man den Fernseher normalerweise nicht platzieren würde. Ob dies mit dem Raum und der Einrichtung vereinbar ist und man hinterher trotzdem noch angenehm fernsehen kann, sollte man deshalb vor der Anschaffung überdenken. Zudem muss man bedenken, dass der Fernseher für die Darstellung eines Gemäldes auch immer 70 bis 80 Watt benötigt.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV

Störend ist, dass Amazon auch auf dem Ember Artline in die Fire-TV-Oberfläche großformatige Werbung integriert hat. Auch wenn sich die Plattform zu Teilen über Werbeeinnahmen finanziert, handelt es sich bei dem Ember Artline nicht um einen 20 Euro teuren Fire-TV-Stick, bei dem man die Werbung vielleicht noch bereit ist zu akzeptieren, sondern um ein 1.000 Euro (UVP) teures Gerät. So möchte man die Fire-TV-Oberfläche aber nur noch als Sprungbrett nutzen, um beispielsweise schnell in die Netflix-App zu wechseln, was auch dazu führt, dass man sich im Alltag aufgrund der Werbung gar nicht mit all ihren Optionen auseinandersetzen möchte.

Das Bild des Ember Artline bietet zwar trotz Edge-Lit einen guten Kontrast, die Homogenität könnte jedoch höher ausfallen und auch die Spitzenhelligkeit bleibt hinter aktuellen OLED- oder gar Mini-LED-TVs zurück. Bei komplett dunklem Raum und sehr dunklen Szenen gehen nicht nur Details verloren und das Schwarz wirkt ausgewaschen, sondern je nach Einstellung können auch leichte Lichthöfe zu erkennen sein. Auch der Ton des Ember Artline ist zwar gut, aber nicht berauschend. Steht die TV-Wiedergabe im Fokus, sollte man wie bei fast jedem Fernseher über eine zusätzliche Soundbar nachdenken.

Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Kunstwerk auf dem Ember Artline TV
Zu jedem Inhalt lassen sich Informationen anzeigen
Zu jedem Inhalt lassen sich Informationen anzeigen

Die Montage des Ember Artline mit seiner speziellen Wandhalterung, die eine komplett an der Wand anliegende Befestigung erlaubt, ist sehr gut umgesetzt. Kritik gibt es nur an der Kabelführung. Denn der Fernseher bietet an der Rückseite zwar Kabelkanäle, aber diese bieten keinerlei Möglichkeit zur Fixierung der Kabel. Verstellt man häufiger die Ausrichtung des Fernsehers, muss man sich entweder selbst mit Klebestreifen helfen oder die Kabel jedes Mal wieder in der Führung halten, wenn man den Ember Artline wieder an die Wand drückt. Hier wären kleine Abdeckungen an ein paar Stellen auf dem Weg des Kabels sehr hilfreich. Generell gilt jedoch, dass man versuchen sollte, Kabel bestmöglich zu verstecken, denn jedes Kabel reduziert den Gemälde-Effekt des TVs. Zumindest ein farblich passender Kabelkanal für das Stromkabel, wenn es keine eingelassene Steckdose hinter dem Fernseher gibt, ist deshalb Pflicht.

ComputerBase hat den Ember Artline 55″ leihweise von Amazon zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

(*) Bei den mit Sternchen markierten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Im Fall einer Bestellung über einen solchen Link wird ComputerBase am Verkaufserlös beteiligt, ohne dass der Preis für den Kunden steigt.

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Neue Serie: Gigabytes erstes Eagle-Notebook im Detail


Neue Serie: Gigabytes erstes Eagle-Notebook im Detail

Erstmals bietet Gigabyte ein Notebook in der Serie Eagle an. Wie bei den Grafikkarten steht der Name für das Einstiegssegment. Zu den ersten Produkten zählt das Gigabyte Eagle GL6J, das in zwei Varianten mit älterer AMD-APU (Rembrandt Refresh) und den Laptop-GPUs GeForce RTX 3050 oder RTX 4050 angeboten wird.

Eagle-Serie startet bei 16 Zoll

Das erste Notebook der Eagle-Serie von Gigabyte wird auf den Produktseiten von Gigabyte Taiwan näher beschrieben, worauf VideoCardz hinweist. Es handelt sich um ein 16″-Notebook mit einem IPS-Display, das 1.920 × 1.200 Pixel im Format 16:10 darstellt. Das Display arbeitet mit 165 Hz und soll sRGB vollständig abdecken sowie eine Leuchtkraft von 400 cd/m² erreichen.

Als Prozessor dient jeweils der AMD Ryzen 5 7533HS, ein 6-Kern-Prozessor der Serie Rembrandt R (Refresh) auf Basis der CPU-Architektur Zen 3+. Dieser besitzt eine integrierte Grafikeinheit vom Typ Radeon 660M mit 6 Compute Units. Für mehr Grafikleistung sorgen die dedizierten GPUs: Hier setzt Gigabyte beim der Variante Eagle 9LJ auf eine GeForce RTX 3050, die bereits stolze 5 Jahre am Markt ist. Bei der Ausführung 9MJ ist es eine jüngere und schnellere GeForce RTX 4050. Beide besitzen 6 GB VRAM.

Gigabyte Eagle GL6J Notebook (Bild: Gigabyte)

Bis zu 64 GB Arbeitsspeicher vom Typ DDR5-4800 sollen in den beiden SO-DIMM-Slots verbaut werden. Im Einstiegssegment dürften Kunden aber eher deutlich weniger davon konfigurieren. Das gilt auch für den SSD-Speicher, für den Gigabyte maximal 4 TB nennt, die in zwei M.2-Slots mit PCIe 4.0 x4 unterkommen.

Der Akku mit 61 Wh soll eine Laufzeit von bis zu 8 Stunden ermöglichen. Per Schnellladefunktion sollen 50 Prozent Akkustand in 30 Minuten erreicht werden. Als Anschlüsse sind auf der linken Seite einmal HDMI 2.1, einmal USB-C (5 Gbps, DP 1.4, PD 3.0), zweimal USB-A (5 Gbps) und einmal RJ-45 (Netzwerk mit 1 Gbps) zu finden. Auf der rechten Seite gibt es eine weitere USB-A-Buchse (nur USB 2.0) sowie einen Audioausgang (3,5 mm).

Gigabyte Eagle GL6J Notebook
Gigabyte Eagle GL6J Notebook (Bild: Gigabyte)

Drahtlose Verbindungen sind über WiFi 6E und Bluetooth 5.2 möglich. Zur weiteren Ausstattung zählen integrierte Lautsprecher (2 × 2 W), eine 720p-Webcam und ein integriertes Mikrofon. Die einfarbig beleuchtete Rubberdome-Tastatur (Scissor-Switch) soll einen Tastenhub von 1,7 mm aufweisen. An der dünnsten Stelle misst das Eagle-Notebook 19,59 mm und besitzt ein Gewicht von rund 2,2 kg je nach Ausstattung.

Preis und Verfügbarkeit

Den Preis hatte Gigabyte bei einem ersten Blick auf ein Eagle-Notebook auf der Computex auf unter 1.000 Euro eingegrenzt. Dass das auch für Konfigurationen mit maximaler Speicherbestückung gilt, ist angesichts der hohen Preise für SSDs und RAM allerdings ausgeschlossen.

Vorerst wird das Notebook in Taiwan verkauft. Informationen zum Marktstart in Deutschland konnten bei Gigabyte kurzfristig nicht eingeholt werden.



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DRAM-Preise: Samsung soll nochmals bis zu 20 Prozent mehr verlangen


DRAM-Preise: Samsung soll nochmals bis zu 20 Prozent mehr verlangen

Bild: Samsung

Die Preise für Arbeitsspeicher könnten im dritten Quartal erneut deutlich steigen. Samsung soll derzeit mit Kunden über höhere Verkaufspreise für herkömmlichen DRAM verhandeln. Im Raum steht ein Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Samsung geht bei Preisverhandlungen offensiv vor

Wie ZDNet Korea unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, verfolgt Samsung bei den laufenden Preisverhandlungen eine aggressive Linie. Besonders bei konventionellem DRAM will der Hersteller demnach höhere Preise durchsetzen. Bei LPDDR, das unter anderem in Smartphones und anderen mobilen Geräten eingesetzt wird, könnten die Aufschläge sogar über 20 Prozent liegen.

Noch ist allerdings offen, ob die Kunden die geforderten Preise vollständig akzeptieren. Die genannten Werte beschreiben Samsungs Ziel für die Verhandlungen und keine bereits abgeschlossene allgemeine Preiserhöhung. Der Spielraum des Herstellers ist dennoch groß. Speicherchips bleiben knapp, während vor allem Investitionen in Rechenzentren den Bedarf hochhalten.

Preise waren schon zuvor stark gestiegen

Samsung konnte seine durchschnittlichen DRAM-Verkaufspreise bereits in den vergangenen Quartalen deutlich erhöhen. ZDNet Korea berichtet für das erste Quartal von einem Anstieg im Bereich von über 90 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Für das zweite Quartal werde ein Plus von 50 bis 60 Prozent geschätzt.

Mit bis zu 20 Prozent würde sich der Preisanstieg im dritten Quartal zwar abschwächen. Von einer Entspannung kann dennoch kaum gesprochen werden. Analysten rechnen demnach damit, dass das Angebot auch im kommenden Jahr hinter der Nachfrage zurückbleiben könnte.

Für Samsung zahlt sich die Entwicklung finanziell aus. Analysten erwarten für das zweite Quartal einen starken Gewinnsprung. Gleichzeitig steigen für Gerätehersteller die Kosten für Speicherkomponenten, was sich letztlich auch auf Smartphones, Notebooks oder andere Elektronikprodukte auswirken kann.

Preisentwicklung landet bereits vor Gericht

Die erneuten Preisforderungen treffen auf eine ohnehin aufgeheizte Debatte um den DRAM-Markt. Ende Juni wurde in den USA eine Sammelklage gegen Samsung, SK Hynix und Micron eingereicht. Den drei Speicherherstellern wird vorgeworfen, das Angebot für konventionellen DRAM künstlich verknappt und dadurch höhere Preise begünstigt zu haben. Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bestätigt. Dennoch fällt die mögliche nächste Preisrunde in eine Phase, in der der Umgang der großen Speicherhersteller mit Produktionskapazitäten und dem Consumer-Markt zunehmend kritisch betrachtet wird.

Langfristige Lieferverträge könnten den Herstellern zudem mehr Planungssicherheit geben. Laut ZDNet Korea wächst der Anteil entsprechender Vereinbarungen, bei denen feste Abnahmemengen und Preisuntergrenzen vereinbart werden. Ein schneller Preisverfall bei DRAM erscheint damit vorerst wenig wahrscheinlich.



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„Neustart“ von Xbox: Der große Reset heißt zum Start 1.600 Entlassungen


„Neustart“ von Xbox: Der große Reset heißt zum Start 1.600 Entlassungen

Bild: Microsoft

Xbox braucht einen Reset, sagt die neue CEO. Mit Beginn des neuen Fiskaljahres werden die bereits kursierenden Maßnahmen umgesetzt. Das bedeutet: Für den Anfang werden 1.600 Stellen gestrichen, danach noch einmal so viele. Die Studios haben allerdings eine Überlebenschance.

In einer auch im Xbox-Blog veröffentlichten Mail an die Sparte zeichnet Asha Sharma ein düsteres Bild vom Zustand der Xbox-Sparte. Nicht gesund sei das Geschäftsmodell, der Konzern erziele 3 bis 10 Mal kleinere Margen als Konkurrenten, habe in der aktuellen Konsolengeneration eine kleinere Hardwarebasis bei höheren Kosten. Den Versuch über Multi-Plattform-Titel und den Game Pass Wachstum zu erzielen sieht Sharma als gescheitert an. Er habe „bedeutende Mehrwerte“ geschaffen, blieb aber hinter den Wachstumserwartungen zurück. Mehr Geld zu investieren und weiter zu wachsen habe daran nichts zu ändern vermocht.

Um in der aktuellen Hardware-Krise weiter bestehen zu können, müsse Xbox „zurückgesetzt“ werden. Das betrifft drei Aspekte. Der erste mit den größten direkten Auswirkungen ist das Spiele-Angebot. Man könne und wolle nicht jedes großartige Studio besitzen und sei gar nicht der richtige Ort für jede Art von Entwickler. Künftig soll die Rolle von Xbox sein, unabhängigen Studios dabei zu helfen erfolgreich zu arbeiten, unter anderem indem Entwicklerwerkzeuge und Zielgruppen bereitgestellt werden. Was genau das heißt bleibt offen, eine Art Steam wird der Konzern nicht werden können – sein Store spielt nur auf der Konsole eine Rolle, weil es dort keine Alternative gibt.

Diese Studios gehen

Das bedeutet auch, dass Studios aufgegeben werden – der Konzern setzt tatsächlich die Kettensäge an. Kahlschlag gibt es jedoch nicht.

Compulsion Games und Double Fine werden inklusive den Rechten an ihren Marken und Spielen unabhängig. Dazu bekommen sie „Anlauf“ für ihre nächsten Projekte.

Ninja Theory und Undead Labs werden hingegen verkauft. Auch hier stellt Microsoft die Finanzierung für aktuelle Titel sicher. Dabei handelt es sich um die erst jüngst und vor dem Hintergrund eines Verkaufs angekündigten Spiele Senua und State of Decay 3.

Auch Arkane im französischen Lyon ist von der Maßnahme betroffen. Hier prüft die Studioleitung in Konsultation mit dem Betriebsrat mögliche strategische Optionen, heißt es. Das ergibt Sinn, denn Regularien in Frankreich sind strikter als in den USA. Daneben werden auch in anderen Studios Stellen abgebaut und Ressourcen auf Projekte mit „höherer Priorität“ verlagert. Alle bereits angekündigten Spiele werden allerdings fertiggestellt, betont Sharma.

Schlankere Strukturen

Der zweite Aspekt der Neuausrichtung betrifft die Plattform. Sie soll durch flachere Organisationsstrukturen, insbesondere die Verringerung von bisher bis zu 14 hierarchischen Ebenen auf 5 oder besser 3, agiler, günstiger und mit klaren Verantwortlichkeiten neu aufgestellt werden. Gleichzeitig wird als dritter Aspekt die Arbeitsweise angepasst. Nachfolgerin von Chief Operating Officer Dave McCarthy wird Helen Chiang, die zuletzt dem Minecraft-Studio Mojang vorstand. Bei ihr werden nun Inhalte, Plattform, Hardware und Dienstleistungen zusammenlaufen. So soll bisheriger Fragmentierung der Geschäftsbereiche entgegengewirkt werden, um eine klarere Strategie mit einheitlicher Führung umsetzen zu können.



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