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Künstliche Intelligenz

Apples KI-Strategie: Spielt Tim Cook „3D-Schach”?


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Die neuesten Unternehmenszahlen von Microsoft, Meta oder Amazon zeigen, wie massiv diese IT-Riesen Geld in KI stecken: Die Kapitalkosten (CapEx) für Chips, Speicher, Rechenzentren und andere Notwendigkeiten zum Betrieb von Chatbots, Coding-Tools oder Agenten schießen weiter in die Höhe. Eine große Ausnahme ist dabei Apple: Zwar errichtet man auch dort Datacenter und kauft KI-Leistungen etwa von Google ein, doch die Summen sind signifikant geringer als bei der Konkurrenz.

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Apple hat weder einen eigenen Chatbot noch eine verbesserte KI-Assistenz (Siri) vorzuweisen. Die zentrale Frage dabei: Begeht Apple einen großen Fehler, hier nicht mitzuspielen? Einer Analyse der Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg zufolge erstaunlicherweise nicht: Gautam Mukunda, selbst Lehrer an der Yale School of Management, behauptet gar, Apple-Konzernchef Tim Cook spiele „3D-Schach mit KI“.

Die Begründung: Apple seien durch die fehlenden KI-Großinvestititionen weder Umsätze noch Gewinne entgangen. Das iPhone 17 sei trotz des Hinterherhinkens des Konzerns in Sachen KI „der beste Produktstart aller Zeiten“ gewesen. Hat Cook die KI-Strategie vermasselt? „Vielleicht ist das ja so. Oder vielleicht sieht der Mann, der einen Aktienwert in Höhe von Billionen Dollar geschaffen hat, immer noch ein paar Schritte voraus“, sagte Mukunda.

Seiner Ansicht nach steht Apple dank Cooks Ausgabendisziplin Gewehr bei Fuß, sofern die KI-Bewertungen sinken. Apple habe 145 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante. „Diese Barmittel bieten Flexibilität. Sollte KI wirklich [auch finanziell] fliegen, kann Apple ein KI-Labor damit immer noch direkt aufkaufen. Sollte es sich um eine Blase handeln, ist kein Unternehmen besser aufgestellt, wenn diese platzt.“ Tatsächlich sind die Kosten für KI derart hoch, dass keine der großen Firmen damit Gewinne macht.

Beim iPhone ist das ganz anders. Zwar seien Apples KI-Probleme etwa bei Siri eine selbstverschuldete Demütigungen. „Das interessiert die Kunden aber nicht.” Apple habe allein 2025 rund 250 Millionen iPhones verkauft. „Würden die Kunden Smartphones anhand ihrer KI-Fähigkeiten kaufen, hätte dieser Apple-Verkaufsboom nie passieren dürfen”, schreibt Mukunda.

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Das heißt nicht, dass Apple nicht aufpassen muss. Doch bislang kommt das Unternehmen augenscheinlich gut voran. So sind die Kosten, die Gemini für Siri verursacht, ungefähr 20 Mal geringer als das, was Google dem Konzern für Suchwerbung in Safari bezahlt. Dennoch scheint man bei Apple den Ernst der Lage zu erfassen. Der ab September amtierende neue Konzernchef John Ternus will das Augenmerk verstärkt auf KI legen. Und dann gibt es ja auch noch das neue Siri-KI-Bootcamp für Entwickler bei dem Konzern.


(bsc)



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KI-Geheimnisse: SpaceX scheitert mit Klage gegen OpenAI


SpaceX ist mit einer Klage gegen OpenAI wegen angeblicher Verletzung von Geschäftsgeheimnissen endgültig gescheitert. Das angerufene US-Bundesbezirksgericht hat die Klage zum zweiten Mal zurückgewiesen: Weil schon die Vorwürfe in SpaceX’ Anbringen an sich unzureichend sind, muss nicht geprüft werden, ob sie zutreffen. Zudem hat das Gericht SpaceX’ Antrag, die Klage in einem halben Jahr noch einmal überarbeitet einbringen zu dürfen, abgelehnt.

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Das Verfahren wurde im September 2025 vom KI-Betreiber xAI angestrengt, der inzwischen zu SpaceX gehört. Firmenchef Elon Musk stört sich daran, dass ihm Mitbewerber OpenAI Personal abgeworben hat. Dabei soll der KI-Experte Xuechen Li Geschäftsgeheimnisse von xAI zu OpenAI mitgenommen haben. Eine Klage gegen Li sowie eine Untersuchung des FBI laufen. Parallel dazu hat xAI OpenAI verklagt – eine erste Version der Klage ist im Februar zurückgewiesen worden, jetzt auch eine zweite.

Im Zuge des Vorstellungsgesprächs soll OpenAI Li nach seiner bisherigen Karriere gefragt haben. Aus solch einer Routinefrage könne nicht abgeleitet werden, dass es den Mann zum Verrat von Geschäftsgeheimnissen angestiftet habe, hält das Gericht fest. (Ob Li überhaupt Geschäftsgeheimnisse mitgenommen und verraten hat, wäre gegebenenfalls zu prüfen, Anmerkung.)

Zudem verweist SpaceX auf eine von Li erstellte Präsentation, auf deren erster Folie unter anderem die Worte „confidential material“ aufscheinen, und die auf anderen Folien laut Angaben eines xAI-Mitarbeiters Geschäftsgeheimnisse enthält (was ebenfalls unabhängig zu prüfen wäre). Doch erhebt die nachgebesserte Klage gar nicht den Vorwurf, dass Li die Präsentationsfolien im Bewerbungsverfahren überhaupt verwendet hat.

Selbst wenn, könne aus dem Vermerk „confidential material“ nicht geschlossen werden, dass OpenAI gewusst habe oder hätte wissen müssen, dass auf den folgenden Seiten Geschäftsgeheimnisse verraten würden. Denn „confidential material“ könne sich einerseits auf die von Li im Zuge des Bewerbungsverfahrens bei OpenAI unterzeichnete Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) beziehen, andererseits auf sensible oder interne Informationen xAIs, die aber nicht das Niveau von Geschäftsgeheimnissen erreichen.

Sogar gesetzt den Fall, SpaceX könnte im weiteren Verfahren nachweisen, dass OpenAI gewusst habe, dass Li auf unlautere Weise an xAI-Geheimnisse gelangt sei und diese nun OpenAI zur Verfügung stelle, wäre daran nichts auszusetzen. Verboten seien aktiver Erwerb, Ausnutzung oder Weitergabe an Dritte – Vorwürfe, die die Klageschrift nicht erhebt.

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Kurzen Prozess macht das Gericht auch mit SpaceX’ wiederholtem Antrag, in einem halben Jahr eine noch ein weiteres Mal überarbeitete Klageversion einbringen zu dürfen. Bis dahin könnte die parallel gegen Li laufende Klage neue Beweise gegen OpenAI hervorbringen, mutmaßt der Konzern. Doch hätte er sich seine Beweise vor Erheben der Klage besorgen müssen, entscheidet das Gericht und stellt die Sache ein. Dagegen stehen SpaceX Rechtsmittel zur Verfügung.

Das Verfahren hieß xAI v OpenAI und war am US-Bundesbezirksgericht für Nordkalifornien anhängig (Az. 3:25-cv-08133).


(ds)



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ILA 2026: Großer Andrang beim A380, das Militär rückt in den Fokus


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Der politische Wunsch nach mehr europäische Souveränität war auch eines der bestimmenden Themen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA), die am Sonntag auf dem Gelände des Flughafens Berlin-Brandenburg zu Ende gegangen ist. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Messe genutzt, um die Luftfahrtstrategie der Bundesregierung vorzustellen.

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Zur Sicherung der Luftfahrt als strategischer Schlüsselbranche und deren Entlastung verwies Merz auf das bereits beschlossene Entlastungspaket: Die Pflicht zur Beimischung von synthetischem für E-Kerosin entfiel bereits zum Jahresbeginn. Darüber hinaus will die Bundesregierung die letzte Erhöhung der Luftverkehrssteuer im Sommer zurücknehmen sowie die Gebühren für die Flugsicherung senken.



Eindruck von der ILA 2026

(Bild: Anne-Dorette Ziems/heise medien)

Rund 110.000 Besucher verzeichnete die ILA in diesem Jahr. 765 Aussteller aus 37 Nationen zeigten auf mehr als 200.000 Quadratmetern Produkte und Dienstleistungen für die Luft- und Raumfahrt. 330 Delegationen aus rund 60 Ländern nutzten die ILA für politischen Austausch und Kooperationen. Neben der europäischen Souveränität waren erneut Nachhaltigkeit und der Einsatz autonomer Luft- und Raumfahrzeuge wichtige Themen.

Etwa 100 Flugzeuge waren in diesem Jahr am Boden und in der Luft zu sehen. Publikumsmagnet der Flugzeugausstellung auf dem Rollfeld war ein A380 von Emirates, der auch innen besichtigt werden konnte. Während der Publikumstage am Wochenende warteten Besucher teilweise bis zu zwei Stunden in der Schlange. Wer sich trotzdem angestellt hat, hatte die Möglichkeit, auch mal einen Blick in die Business- und First Class im Obergeschoss zu werfen: Eine Gelegenheit, die sich auf einer normalen Urlaubsreise eher nicht bietet.



Flugshow auf der ILA 2026

(Bild: Anne-Dorette Ziems/heise medien)

Nicht alle Flugzeuge konnten aber auch von Innen besichtigt werden – etwa der A350-1000, der sich bei der Flugshow als beeindruckend wendig für ein derart großes Passagierflugzeug zeigte. Auf der ILA war das erste gebaute Testflugzeug des Typs A350-1000 zu sehen. Schon in seiner normalen Variante ist der A350 ein sehr sparsames Flugzeug. Zuletzt hat Airbus eine Ultra Long Range Variante entwickelt, die Flüge von bis zu 22 Stunden am Stück ermöglichen soll. Der Erstflug dieses Modells hat erst Anfang Juni stattgefunden.


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Großen Andrang gab es auch bei den Flugvorführungen der Eurofighter-Jets, die mit Spiralen und Loopings alle Raumdimensionen ausgenutzt haben.

Das Thema Verteidigung nimmt großen Raum auf der ILA ein, die in drei Bereiche Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung aufgeteilt ist. Viele Firmen bedienen sowohl zivile als auch militärische Luft- und Raumfahrt, zusätzlich wird das Thema „Dual Use“ immer größer. Das gilt auch in Organisationen wie der Europäischen Weltraumagentur ESA, die eigentlich für zivile Raumfahrt zuständig ist. Konkret gilt das etwa für das Satellitennavigationsnetzwerk Galileo – ein Gemeinschaftsprojekt von ESA und EU. Und auch das ESA-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus steht der militärischen Nutzung offen.

Verschiedene Drohnen waren ebenfalls Teil der Flugshow. Optisch waren die vorwiegend wegen der Entfernung kein besonderer Hingucker, dafür aber technisch umso interessanter. Eine der gezeigten Drohnen war die KI-gesteuerte Vector AI UAS der Firma Quantum Systems, die im März 2025 vorgestellt wurde.

An der Schnittstelle zwischen Luft- und Raumfahrt war auf der ILA der besondere „Zero G A310“ zu sehen. Das Forschungsflugzeug der Firma Novespace ist umgebaut für Parabelflüge, die Experimente in der Schwerelosigkeit ermöglichen und damit zum Astronautentraining beitragen kann. Dabei fliegt die Maschine mit einem Steigwinkel von bis zu 50 Grad. Um die Spitze der Parabel herrschen für 22 Sekunden Schwerelosigkeit.



Der Space-Pavillon

(Bild: Anne-Dorette Ziems/heise medien)

Im Space-Pavillon lag der Hauptfokus auf dem Mond. Am Mittwochvormittag eröffnete Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, zusammen mit ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher, ESA-Reserveastronautin Amelie Schönenwald sowie den ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer den Bereich. Die Ambitionen Europas auf dem Mond waren mehrfach Thema im Bühnenprogramm. Allerdings konnte Aschbacher wenig Neuigkeiten zur Rolle der ESA im Artemis-Programm berichten.

Zuletzt hat die NASA das Artemis-Programm deutlich umstrukturiert. Das Gateway, die ursprünglich geplante Raumstation um den Mond, wurde zugunsten einer Basis auf der Mondoberfläche pausiert. Die ESA sollte eigentlich Module fürs Gateway entwickeln und im Gegenzug dafür drei Crew-Plätze auf zukünftigen Artemis-Missionen erhalten. Diese Vereinbarung sei so nun nicht mehr gültig, berichtet Aschbacher: „Der Flug von Luca Parmitano auf Artemis III ist keiner der drei Flüge, die für das Gateway vorgesehen waren, weil das Gateway erst einmal pausiert ist. Wir fangen wirklich wieder an, neu zu verhandeln. Meine Ambition ist es, auch Astronautenflüge auf die Mondoberfläche zu bekommen. Mein Team und ich verhandeln derzeit mit der NASA.“ Wie lange diese Verhandlungen noch dauern, ist laut Aschbacher bisher nicht absehbar. Er hofft, bis Ende des Jahres damit durch zu sein.


(vbr)



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Recycling: Alte Smartphones werden zu Server-Clustern für Studierende


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Forscherinnen und Forscher der University of California San Diego arbeiten an einem Mini-Rechenzentrum aus 2000 gebrauchten Smartphones. Weil sie dabei mit Google kooperieren, verwenden sie dazu Pixel-Smartphones. Allerdings nutzen sie nur die Mainboards der alten Smartphones, lassen also Akkus und Displays weg.

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Die Rechenleistung der älteren Smartphone-Prozessoren genügt für viele Aufgaben, die in der Lehre vorkommen, etwa für Jupyter Notebooks. Die CPU-Performance ist sogar besser als bei manchen billigen Cloud-Instanzen, vor allem bei Singlethreadring. Für manchen Anwendungen ist allerdings der Hauptspeicher der Smartphones zu knapp; er liegt zwischen 8 und 12 GByte bei den verwendeten Geräten.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Ryan Kastner an der Uni San Diego forscht seit mehreren Jahren an der Nachnutzung alter Smartphones als Server. Dazu wurden bereits mehrere Arbeiten veröffentlicht, etwa „Reducing the Carbon Footprint of EdTech with Repurposed Devices“ und „Junkyard Computing: Repurposing Discarded Smartphones to Minimize Carbon“.

Das aktuelle Projekt gruppiert laut einem Blog-Beitrag von Google Research je 20 Smartphone-Mainboards zu einem Subsystem, dessen Leistung grob der eines typischen Allzweck-Servers entspricht. Die Performance genüge für die Projekte von etwa 75 Studierenden gleichzeitig. Ziel ist es, 100 dieser Subsysteme zentral zu verwalten.

Auf das Mainboard inklusive Prozessor beziehungsweise System-on-Chip sowie RAM und Flash-Speicher entfällt der größte Teil der Ressourcen, die zur Produktion eines Smartphones nötig sind. Denn die Herstellung von Halbleiterchips benötigt viel Energie sowie Tausende von Roh- und Hilfsstoffen.


(ciw)



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