Datenschutz & Sicherheit
Browser-Updates: Chrome, Firefox und Thunderbird stopfen Sicherheitslecks
Die Hersteller der Webbrowser Chrome und Firefox sowie der Mailsoftware Thunderbird haben aktualisierte Softwareversionen veröffentlicht. Die schließen teils als kritisch eingestufte Sicherheitslücken. Firefox bringt aber noch interessante Funktionen mit, etwa wählbare Länder für VPN-Endpunkte.
Weiterlesen nach der Anzeige
Google-Updates
Googles Entwickler haben zu den jüngsten Updates des Chrome-Browsers inzwischen auch die Liste der darin geschlossenen Sicherheitslücken nachgeliefert. Die Gesamtzahl ist wieder deutlich gesunken, das Update stopft 16 Sicherheitslecks. Davon gelten zwei jedoch sogar als kritisches Risiko und neun immerhin als hochriskante Bedrohung. Die Versionen Chrome 148.0.7778.178 für Android und Linux sowie 148.0.7778.178/179 für macOS und Windows bessern die sicherheitsrelevanten Fehler aus. Zudem wagt Google in einem zunächst begrenzten Rollout auch den Umstieg auf Chrome 149, für Android und iOS.
Laut Ars Technica ist Googles Entwicklern unterdessen ein kleines Missgeschick passiert. Am Mittwoch haben sie aus Versehen im Issue-Tracker von Chromium Proof-of-Concept-Code für eine seit rund zweieinhalb Jahren gemeldete Schwachstelle öffentlich gemacht. Die soll demnach eine Art persistente (zumindest in Microsoft Edge) JavaScript-Hintertür öffnen und den Browser auch über Neustarts hinweg etwa zum Teil eines Botnets mit begrenzten Fähigkeiten machen – ein Fix dafür steht jedoch noch aus, erklärt die Entdeckerin Lyra Rebane im sozialen Netzwerk Mastodon.
Aktualisierte Mozilla-Software
Nicht nur in den Chromium-Browsern wurden Schwachstellen aufgespürt und geschlossen, sondern auch in denen der Mozilla-Stiftung. Die neuen Versionen Firefox 151, Firefox 151 für iOS, Firefox ESR 140.11 und 115.36 sowie Thunderbird 151 und 140.11 schließen zahlreiche Sicherheitslücken. Firefox ESR 115.36 ist dabei die verlängerte Support-Linie für ältere Betriebssysteme wie Windows 7 und 8 und macOS bis Version 10.14 – Mozilla pflegt sie nur noch bis Ende August 2026. Im 151er-Firefox handelt es sich immerhin um sechs hochriskante Lücken, zwölf mittelschwere und 13 als niedriges Risiko eingestufte Sicherheitslecks.
Im 151er-Entwicklungszweig kommen aber zudem noch interessante neue Funktionen mit. Firefox bietet monatlich 50 GByte kostenfreien VPN-Traffic. In der neuen Browser-Version können Interessierte aus fünf Ländern auswählen, in denen die VPN-Endpunkte rauskommen sollen: Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und die USA. Unter Android und iOS folgen nun Einstellungen für KI-Funktionen. Im privaten Modus lässt sich mit der flammenförmigen Schaltfläche „Clear private session“ in der Adressleiste die Sitzung zurücksetzen, ein Browser-Neustart ist nicht mehr nötig.
Da auch auf den Projekten aufsetzende Browser wie Microsofts Edge, das auf Chromium basiert, oder etwa der Tor-Browser, der auf Firefox fußt, von den Schwachstellen betroffen sind, dürften in Kürze auch hierfür aktualisierte Versionen erscheinen. Nutzer sollten prüfen, ob die Updates bereits verfügbar sind, etwa durch den Aufruf des Versionsdialogs der Software. Der findet sich regelmäßig im Einstellungsmenü unter „Hilfe“ – „Über
Weiterlesen nach der Anzeige
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Grafikkartentreiber von Nvidia unter Linux und Windows angreifbar
Nutzen Angreifer Schwachstellen im Grafikkartentreiber von Nvidia erfolgreich aus, können sie Dienste abstürzen lassen, unbefugt auf Informationen zugreifen oder sogar Schadcode ausführen. Dagegen stehen abgesicherte Versionen für Linux und Windows zum Download bereit. Weiterhin haben die Entwickler Lücken in der vGPU-Software geschlossen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Schadcode-Attacken vorstellbar
Einer Warnmeldung zufolge sind acht der insgesamt 13 Softwareschwachstellen im GPU-Treiber mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. In allen Fällen können Angreifer auf einem nicht näher beschriebenen Weg Speicherfehler provozieren und im Anschluss Böses tun.
Nvidia vGPU ist ebenfalls für Speicherfehler empfänglich. Bislang gibt es seitens des Grafikkartenherstellers keine Hinweise, dass Angreifer die Sicherheitslücken bereits ausnutzen. Unbekannt ist derzeit, an welchen Parametern Admins bereits attackierte Systeme erkennen können.
Um möglichen Attacken vorzubeugen, haben die Entwickler die folgenden Treiberversionen veröffentlicht:
Linux:
- 535.309.01
- 580.159.03
- 595.71.05
Weiterlesen nach der Anzeige
Windows:
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Sicherheitspatches Atlassian: Bamboo, Confluence & Co. sind verwundbar
Angreifer können an mehreren Softwareschwachstellen unter anderem in Atlassian Bamboo Data Center and Server, Confluence Data Center and Server und Jira Data Center and Server ansetzen und betroffene Systeme im schlimmsten Fall vollständig kompromittieren. Sicherheitsupdates sind verfügbar.
Weiterlesen nach der Anzeige
Bislang gibt es seitens des Softwareherstellers keine Warnungen, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen. Das kann sich aber schnell ändern, sodass Admins bald reagieren sollten. Die gegen die im Folgenden geschilderten Angriffe gerüsteten Ausgaben sind am Ende dieser Meldung aufgelistet.
Unterschiedliche Gefahren
Im Sicherheitsbereich seiner Website hat Atlassian die nun geschlossenen Sicherheitslücken und konkret bedrohten Versionen aufgelistet. Am gefährlichsten gilt eine „kritische“ Schwachstelle (CVE-2026- 22732) im Sicherheitsframework Spring Security, das Jira Data Center and Server nutzt. An dieser Stelle können Angreifer im Kontext von HTTP-Headern Instanzen attackieren und etwa auf eigentlich abgeschottete Daten zugreifen. Wie ein solcher Angriff konkret ablaufen könnte, ist bislang nicht bekannt.
Die verbleibenden Schwachstellen sind alle mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Hier können Angreifer etwa im Rahmen von Fisheye/Crucible aus der Ferne Schadcode ausführen (etwa CVE-2026-27830). Attackieren Angreifer Confluence Data Center and Server erfolgreich, kann es zu Abstürzen kommen (CVE-2026-29062) oder Daten können leaken (CVE-2026-29146).
Die Entwickler versichern, die Fehler in den folgenden Versionen bereinigt zu haben:
- Bamboo Data Center and Server 12.1.7 (LTS) recommended Data Center Only, 10.2.19 (LTS) Data Center Only, 9.6.26 (LTS) Data Center Only
- Bitbucket Data Center and Server 10.2.2 to 10.2.3 (LTS) recommended Data Center Only, 9.4.19 to 9.4.20 (LTS) Data Center Only
- Confluence Data Center and Server 10.2.11 (LTS) recommended Data Center Only, 9.2.20 (LTS) Data Center Only
- Fisheye/Crucible 4.9.10 recommended
- Jira Data Center and Server 11.3.5 to 11.3.6 (LTS) recommended Data Center Only, 10.3.20 to 10.3.21 (LTS) Data Center Only, 9.12.35 (LTS)
- Jira Service Management Data Center and Server 11.3.5 to 11.3.6 (LTS) recommended Data Center Only, 10.3.20 to 10.3.21 (LTS) Data Center Only
Weiterlesen nach der Anzeige
(des)
Datenschutz & Sicherheit
Familienministerin: Karin Prien will Social-Media-Verbot nicht „Verbot“ nennen
Fünf Tage, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf dem Katholikentag „Nein“ zum Social-Media-Verbot für Minderjährige gesagt hat, zeigt sich Familienministerin Karin Prien (CDU) zurückhaltend. Auf der Berliner Digitalkonferenz re:publica weicht sie entsprechenden Fragen aus dem Publikum eher aus.
„Ich habe mich nie für ein Verbot augesprochen, sondern für wirksame Altersbegrenzung“, sagt die Familienministerin am heutigen Mittwoch. Das ist ein Euphemismus, also eine Beschönigung. Unterm Strich ist eine „wirksame Alterbegrenzung“ dasselbe wie ein Verbot für Minderjährige.
Hintergrund sind die seit Monaten vorgebrachten Forderungen nach einem Social-Media-Verbot für Minderjährige nach australischem Vorbild, begleitet mit strengen Alterskontrollen. In Australien dürfen junge Menschen keinen Account auf Plattformen wie Instagram oder TikTok haben. Ein solches Modell wollen unter anderem die CDU, die SPD-Fraktion, mehrere EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU).
Ähnlich wie die Familienministerin hat Ursula von der Leyen den Begriff „Verbot“ jüngst gemieden – und lieber von „Aufschub“ gesprochen. Die wolkige Wortwahl der Spitzenpolitiker*innen könnte eine Reaktion auf die umfassende Kritik sein, unter anderem aus Kinderschutz, Medienpädagogik und Wohlfahrt, aus Forschung und IT-Sicherheit bis hin zu Elternverbänden. Die Kritiker*innen lehnen es ab, junge Menschen von gesellschaftlicher Teilhabe auszuschließen. Viele warnen zudem davor, eine technische Infrastruktur zur Kontrolle aller Nutzer*innen im Netz zu errichten.
Prien verweist auf Fachleute und EU-Staaten
Verbot, Aufschub, Begrenzung: Ändern sich nur die Worte oder auch die Inhalte? Zumindest bei ihrem Auftritt auf der re:publica lässt sich Prien nicht tief in die Karten blicken. Stattdessen setzt sie mindestens drei Akzente, die von der zentralen Streitfrage ablenken.
Alles netzpolitisch Relevante
Drei Mal pro Woche als Newsletter in deiner Inbox.
Erstens: Prien verweist auf das von ihr einberufene Expert*innen-Gremium, das bis zum 24. Juni Vorschläge für Kinder- und Jugendschutz im Netz vorlegen soll. „Wir sind da mit unseren Überlegungen noch nicht am Ende und warten auf die Empfehlungen.“ Zugleich hielt sie sich alle Türen offen, falls die Regierung mit den Ergebnissen doch nicht zufrieden ist. „Klar ist immer, entscheiden muss die Politik.“
Zweitens: Prien erinnert daran, dass Social-Media-Regulierung vor allem europäisch ist. „Das werden wir mit unseren europäischen Nachbarn und Partnern tun müssen.“ Das ist korrekt – als größtes Land in der EU spielt Deutschland hierbei aber eine wichtige Rolle.
Drittens: Statt aufs Social-Media-Verbot näher einzugehen, lenkt die Ministerin den Blick auf andere Aspekte. „Wir brauchen eine Gesamtstrategie, die Befähigung, Schutz und Teilhabe gleichermaßen im Blick hat.“ Allerdings gibt es unter den diskutierten Maßnahmen keine, die so umfassend die Grundrechte von gleichermaßen jungen und älteren Menschen beträfe.
„Schade, dass sie nicht klar gemacht hat, wo sie steht“
Das Herumlavieren der Ministerin zeigt sich besonders deutlich bei einer Aussage zur Abwägung von Grundrechten. Grundrechte sind ein wichtiger Aspekt der Debatte, denn ein Social-Media-Verbot würde das Recht junger Menschen auf Information und Teilhabe einschränken; die damit verbundenen Alterskontrollen schränken je nach Ausgestaltung Datenschutz und Privatsphäre ein.
Wir sind ein spendenfinanziertes Medium.
Unterstütze auch Du unsere Arbeit mit einer Spende.
Prien sagt, zwar werde man immer abwägen müssen zwischen Kinder- und Jugendschutz und anderen Werten. „Aber beim Kinder- und Jugendschutz hört meiner Meinung nach der Spaß auf.“
Die Wortwahl fällt ins Auge, denn das Abwägen von Grundrechten ist kein Spaß; es geht um potenziell tiefe Eingriffe. Selbst beim Fokus auf Kinder und Jugendliche ist die Abwägung komplex. In einer Stellungnahme schreibt etwa das Deutsche Kinderhilfswerk: „Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche.“ Sie stünden in krassem Widerspruch zum Recht auf digitale Teilhabe, das die UN-Kinderrechtskonvention garantiert.
Die Publikumsfrage nach der aktuellen Position der Ministerin zum Social-Media-Verbot hatte Felix Preu gestellt. Er kümmert sich beim Bund der katholischen Jugend (BDKJ) um Digitalpolitik. Mit der Antwort der Ministerin ist er nicht so recht zufrieden, wie er gegenüber netzpolitik.org erklärt. „Ich finde es schade, dass sie nicht klar und transparent gemacht hat, wo sie im Moment steht.“ Er wünsche sich „ein klares Bekenntnis“, dass jungen Menschen Teilhabe ermöglicht wird. Verbote dürften nur das allerletzte Mittel sein, nachdem alle anderen Maßnahmen gescheitert sind.
Strenge Maßnahmen zum Schutz junger Menschen im Netz kann die EU auf Grundlage des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) von Plattformen einfordern; erste Verfahren, etwa gegen TikTok, laufen bereits.
Kurz nach den Empfehlungen des deutschen Expert*innen-Gremiums Ende Juni soll auch ein Gremium auf EU-Ebene eigene Empfehlungen vorlegen. Die EU-Kommission könnte daraufhin noch bis Ende September einen passenden Gesetzentwurf vorlegen.
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Social Mediavor 2 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenPetra‑AI: KI soll Frauen in der Perimenopause unterstützen
