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ChatGPT schätzt jetzt dein Alter
Mit einer Alterseinschätzung möchte ChatGPT die User unter 18 Jahren identifizieren und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ansetzen. Das Age Gating hat aber so seine Tücken.
OpenAI möchte ab sofort die Grenze zwischen der User Experience von Minderjährigen und Erwachsenen fokussieren. Deshalb wird jetzt das angekündigte Age Gating eingeführt. Dabei wird ChatGPT künftig das Alter der User schätzen und dafür auf diverse Signale achten. Während es dabei Stolpersteine zu beachten gibt, ist der Schritt für das KI-Unternehmen notwendig – auch, um neue Nutzungskontexte für Erwachsene sicherer bereitstellen zu können.
Eine Altersschätzung, wie sie beispielsweise auch YouTube seit wenigen Monaten mithilfe von KI durchführt, ist eine Reaktion auf zentrale Herausforderungen für die großen Tech Player. Denn im vergangenen Jahr häuften sich Berichte über Jugendliche, die nach der Interaktion mit KI-Chatbots wie ChatGPT durch Suizid verstarben. Diese tragische Entwicklung sowie weitere Risiken der Technologie für Kinder und Jugendliche veranlassten die US-amerikanische Federal Trade Commission bereits zu einer Anordnung, die sich an sieben im KI-Kontext tätige Unternehmen, darunter OpenAI, richtet. FTC Commissioner Mark Meador sagte seinerzeit:
For all their uncanny ability to simulate human cognition, these chatbots are products like any other, and those who make them available have a responsibility to comply with the consumer protection laws. Undertaking this study is therefore essential.
Jugendschutz vs. KI-Chatbots:
FTC ordnet Untersuchung bei OpenAI, Meta und Co. an

So schätzt ChatGPT das Alter der User
Grundsätzlich ist die Nutzung von ChatGPT ab 13 Jahren erlaubt. Wer OpenAI bei der Anmeldung bereits erklärt, unter 18 Jahre alt zu sein, erhält automatisch Sicherheitsvorkehrungen für den Account. Dabei wird darauf geachtet, dass die Minderjährigen nicht mit sensiblen oder potentiell für sie schädlichen Inhalten konfrontiert werden. Doch nicht alle User sind bei der Altersangabe ehrlich. Deshalb möchte OpenAI künftig das Alter der User anhand verschiedener Faktoren schätzen. Zu letzteren gehören:
- Themen, die im Chat besprochen werden
- Nutzungsmuster im Verlauf der Zeit
- Erstellungszeitpunkt des Accounts
- Zeiträume der Nutzung
- das angegebene Alter
We’re rolling out age prediction on ChatGPT to help determine when an account likely belongs to someone under 18, so we can apply the right experience and safeguards for teens.
Adults who are incorrectly placed in the teen experience can confirm their age in Settings > Account.…
— OpenAI (@OpenAI) January 20, 2026
Der Ansatz basiert auf dem Input von Expert:innen und Erkenntnissen aus der akademischen Forschung zum Thema Jugendschutz. Ist sich OpenAI bezüglich des Alters eines Users unsicher, wird automatisch eine sicherer Experience eingestellt. Aber OpenAI betont selbst, dass „kein System perfekt ist“ – möglicherweise werden einige User also fälschlicherweise als minderjährig eingestuft, obwohl sie bereits erwachsen sind. In diesem Fall können sie ihr Alter durch den Upload ihres Personalausweises oder eines Selfies verifizieren. Prüfungen lassen sich über die Einstellungen starten. Unter-18-Jährige sollen indes geschützt werden, indem der Zugriff auf folgende Inhalte eingeschränkt wird:
- Content, der grafische Gewalt enthält
- Virale Challenges, die zu riskantem oder schädlichem Verhalten animieren könnten
- Sexuelle, romantische oder gewalttätige Rollenspiele
- Inhalte, die extreme Schönheitsideale, ungesunde Diäten oder Body Shaming fördern
Die neue Altersschätzung von ChatGPT ist bereits im Roll-out begriffen. In der EU wird sie in den kommenden Wochen, angepasst an die lokalen Gesetze, eingeführt.
Elternkontrollen und Erotik: Age Gating muss sich noch beweisen
In der Zusammenarbeit mit American Psychological Association, ConnectSafely und dem Global Physicians Network möchte OpenAI weiter an dem Schutz jugendlicher User arbeiten. Unterdessen muss sich erst zeigen, ob das Age Gating langfristig funktioniert. Werden aber mehr Jugendliche geschützt, ist diese Funktion bereits ein Schritt nach vorne, selbst wenn OpenAI in vielerlei Hinsicht weiterhin umfassender Kritik ausgesetzt ist. Diese Kritik zeigte sich vor wenigen Monaten bereits, als das Unternehmen ankündigte, für Erwachsene einen Adult Mode mit erotischen Chats ermöglichen zu wollen. Wenn der AI Chatbot als Sparrings-Partner:in für sexuelle Fantasien herhält, dann ist das einerseits ein Zeichen der Zeit, andererseits ein Einfallstor für Kritik am Geschäftsmodell.
Erotische Chats mit ChatGPT:
OpenAI kündigt Adult Mode für 2026 an

Das Age Gating dient nun aber auch dazu, für Erwachsene solche Möglichkeiten zu eröffnen. OpenAI erklärt zum Age Gating:
[…] This also enables us to treat adults like adults and use our tools in the way that they want, within the bounds of safety.
Allerdings kann es dennoch dazu kommen, dass Minderjährige diesen Erfahrungen ausgesetzt werden. Derweil können Eltern auf spezifische Sicherheitsvorkehrungen setzen, wenn ihre Kinder ChatGPT nutzen. Sie können zum Beispiel die Nutzungszeit limitieren und Benachrichtigungen einstellen, wenn der Nutzungskontext der Kinder Zeichen von Verzweiflung zeigt. In einem Threads Post weist das Unternehmen auf die verschiedenen Möglichkeiten hin.
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OpenAI verschiebt Erotik-Feature erneut | OnlineMarketing.de
UPDATE (12. Dezember 2025)
Mit GPT-5.2 veröffentlichte OpenAI jüngst das bislang leistungsstärkste Modell für den professionellen Einsatz. Die Nutzung der ChatGPT App dürfte damit nochmal angekurbelt werden; in den USA ist sie zur am meisten heruntergeladenen iPhone App des Jahres aufgestiegen und liegt damit vor Instagram, TikTok und Google.
Zusätzlichen Schub könnte der angekündigte Adult Mode bringen. Laut dem OpenAI Management soll er im ersten Quartal 2026 starten, wie unter anderem The Verge berichtet. Erwachsene Nutzer:innen sollen damit freier, persönlicher und auch erotischer mit ChatGPT interagieren können. OpenAI verweist dabei ausdrücklich auf Age Gating sowie klar getrennte Nutzungserfahrungen für Minderjährige und Erwachsene.
Adult Mode: Wie hoch ist das Risiko?
Genau hier setzt jedoch die Kritik an. Zweifel gibt es vor allem daran, ob Altersverifikation im Alltag zuverlässig genug funktioniert, insbesondere dann, wenn sich der Adult Mode perspektivisch nicht nur auf Text, sondern auch auf Bild- und Videogenerierung ausdehnt. Beispiele aus dem KI-Umfeld zeigen bereits heute, wie schnell sexualisierte oder erotische Inhalte entstehen können, die rechtliche und ethische Grauzonen berühren: von realistisch wirkenden Darstellungen über problematische Rollenmuster bis hin zu Inhalten, die Abhängigkeits- oder Objektifizierungsdynamiken verstärken. Für OpenAI wird der Umgang damit zur Gratwanderung.
OpenAIs CEO Sam Altman hatte bereits mehrfach betont, ChatGPT solle sich stärker an den Wünschen der Nutzer:innen orientieren dürfen, etwa als freundschaftliche Gesprächspartner:innen oder mit individuell geprägter Tonalität. Erotik bezeichnete er dabei ausdrücklich als legitime Option für Erwachsene, nicht als voreingestellten Standard.
Gleichzeitig reagiert OpenAI mit dem Adult Mode auch auf den Wettbewerbsdruck. Andere KI-Angebote wie der Spicy Mode von Grok erlauben bereits explizite Inhalte. Offen bleibt jedoch, wie belastbar die Schutzmechanismen in der Praxis sind – und wie OpenAI mit dem Risiko umgeht, dass Nutzer:innen emotionale oder intime Bindungen zu KI-Systemen aufbauen. Denn die gesellschaftlichen, ethischen und regulatorischen Konsequenzen sind noch längst nicht abschließend verhandelt.
Es bleibt trotz der Maßnahmen kritisch, Nutzer:innen durch Features und und Modes zu ermutigen, emotionale Bindungen zu einer künstlichen Intelligenz aufzubauen. Eine zu Jahresbeginn im Journal of Social and Personal Relationships veröffentlichte Studie, auf die Gizmodo im Rahmen der Berichterstattung hinweist, zeigt, dass Erwachsene mit engen emotionalen Beziehungen zu KI-Chatbots signifikant häufiger über psychische Belastungen berichten als Personen ohne solche Bindungen. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass insbesondere Menschen mit wenigen stabilen sozialen Kontakten dazu neigen, KI-Chatbots als Vertrauenspersonen zu nutzen. Auch OpenAI hat in der Vergangenheit eingeräumt, dass einzelne Nutzer:innen ein Risiko für emotionale Abhängigkeiten entwickeln können.
Dieser Beitrag erschien erstmals am 15. Oktober 2025.
Wenn der AI Chatbot als Sparrings-Partner:in für sexuelle Fantasien herhält, dann ist das einerseits ein Zeichen der Zeit, andererseits ein Einfallstor für Kritik am Geschäftsmodell. OpenAI möchte ChatGPT derart optimieren, dass User wieder mehr unterhaltsame Konversationen mit der KI führen können, die menschlicher und mehr wie Freund:innen daherkommen soll – egal ob mit personalisiertem Emoji-Sprech oder erotischen Botschaften. Denn im Rahmen des Age Gating soll auch Erotika für Erwachsene ermöglicht werden. Während CEO Sam Altman Usage Maxxing dementiert, könnten diese angekündigten Veränderungen genau das bewirken: ein Wachstum der User-Basis, die bereits bei über 800 Millionen pro Woche liegt. Gleichzeitig eröffnen sich mit weniger Restriktionen für den Chatbot große Problemfelder.
Bald schon Werbung in ChatGPT:
OpenAI bricht offenbar mit dem eigenen Prinzip
ChatGPT wie mit GPT-4o: Darum minimiert OpenAI die Restriktionen
In einem ausführlichen X Post erklärt Sam Altman, dass OpenAI eine Reihe von Restriktionen für den Chatbot ChatGPT zurückziehen wird. Diese wurden im Rahmen von Sicherheitsvorkehrungen im Mental-Health-Kontext integriert. Als Auslöser für diese Restriktionen können mehrere Momente gelten. Im Frühjahr reagierte das Unternehmen darauf, dass das Modell GPT-4o sich als geradezu speichelleckerisch erwies und Usern auf sehr persönlicher Ebene begegnete. Im Sommer 2025 wurde OpenAI zudem von den Eltern eines Jugendlichen verklagt, der sich im Anschluss an eine sehr enge Beziehung zu ChatGPT das Leben nahm. Er sprach mit dem AI Bot über seine Suizidpläne, erhielt aber nicht die nötige Hilfe, es seien keine relevanten Warnungen ausgegeben worden.
Inzwischen geht aber Sam Altman davon aus, dass das Unternehmen die gröbsten Mental-Health-Probleme so weit gemindert hat, dass man einige Restriktionen wieder aufheben kann. Dazu kommt, dass OpenAI kürzlich umfassende Elternkontrollen gelauncht und ein Expert Council on Well-Being and AI integriert hat. Auch ein Global Physician Network soll das Modellverhalten optimieren, gerade in Bezug auf psychische Probleme. Deshalb erlaubt OpenAI in den kommenden Wochen wieder eine überaus persönliche Kommunikation mit ChatGPT. Altman schreibt, dass das Tool dann wieder mehr wie das beliebte Modell GPT-4o agieren soll. Dieses wurde im Sommer von GPT-5 als Default abgelöst. Doch User waren zunächst enttäuscht und forderten – mit Erfolg – GPT-4o als Option zurück, weil sie zuweilen die persönliche Ansprache bei ChatGPT in diesem Modell vermissten. Altman erklärt:
[…] If you want your ChatGPT to respond in a very human-like way, or use a ton of emoji, or act like a friend, ChatGPT should do it (but only if you want it, not because we are usage-maxxing) […].
Ab Dezember setzt das Unternehmen überdies das Age Gating im großen Stil um. Damit sollen Minderjährige besser geschützt werden, aber Erwachsene eher „wie Erwachsene“ behandelt werden. Darum können sie dann auch auf erotische Konversationen mit ChatGPT bauen.
We made ChatGPT pretty restrictive to make sure we were being careful with mental health issues. We realize this made it less useful/enjoyable to many users who had no mental health problems, but given the seriousness of the issue we wanted to get this right.
Now that we have…
— Sam Altman (@sama) October 14, 2025
Chancen Probleme mit AI-Erotik: User-Interesse und Verletzlichkeit
Sofern ChatGPT erotische Chats erlaubt, könnte das das Interesse vieler User fördern und sogar zu einem User-Gewinn führen. Dass Sexualität sowie Erotik und digitale Rezeption eng zusammenhängen können, zeigt ein Blick auf die meistgenutzten Websites der Welt, diverse Trend-Podcasts und nicht zuletzt populäre Serienformate oder Hit Songs. Auch im Kontext von generativer KI sind sexualisierte Funktionen längst angekommen. X beispielsweise erlaubt Pornographie auf der Plattform und lässt User über den KI Bot Grok mit Grok Imagine sogar NSFW Content erstellen.
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Die Meta AI erlaubte zuletzt ebenso sexuell aufgeladene Konversationen und wurde scharf dafür kritisiert, dass auch Kinder solchen Chats ausgesetzt worden waren. Bei vielen Bild- und Videogeneratoren mit KI-Support gibt es zwar Einschränkungen, doch die lassen sich zum Teil sogar aushebeln. Dass OpenAI nun ebenfalls Erotika als Option für erwachsene User ermöglichen möchte, ist nicht per se problematisch, stellt der Bereich doch nur einen weiteren Nutzungskontext dar. Zum Problem könnte der Aspekte jedoch werden, wenn Kinder und Jugendliche die Altersschranken überwinden oder durch Bugs die sexualisierten Chats nutzen könnten. Des Weiteren läuft das Unternehmen Gefahr, daran teilzuhaben, wenn mehr und mehr Menschen enge erotische Beziehungen zu KI-Bots aufbauen. Dafür gibt es schon jetzt viele Beispiele. Amelia Gentleman schrieb zudem kürzlich für The Guardian über den Aufstieg von AI Girlfriends, die für manche Unternehmen oder Creator längst zum Geschäftsmodell avanciert sind.
KI-Beziehungen können das Bild von zwischenmenschlichen Beziehungen stark beeinträchtigen und unüberlegte Entscheidungen fördern. All das sind nur potentielle Probleme für OpenAI; noch ist nicht klar, in welchem Ausmaß das Unternehmen erotische Konversationen ermöglichen wird. Doch die Ankündigung untermauert, wie sehr sich ChatGPT und ähnliche KI-Bots, von Claude bis Gemini, als Raum für zahlreiche Interaktionen im Alltag etablieren: von der Suche über das Shopping bis hin zur Lehre und Erotik. Das ist Teil einer neuen Realität im KI-Zeitalter, aber einer, die viele Fallstricke mit sich bringt, die wir womöglich erst einige Zeit später im vollen Ausmaß sehen können. Der Aufstieg hochleistungsfähiger KI-Videomodelle und die Entwicklung der Speech-to-Speech-Modelle dürften indes dafür sorgen, dass KI-Erotik schon bald ein neues Level erreicht.
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