Künstliche Intelligenz
Dank zwei Zufällen: Hubble fotografiert unerwartet auseinanderbrechenden Kometen
Das Weltraumteleskop Hubble hat durch einen doppelten Zufall gänzlich unerwartet das Auseinanderbrechen des Kometen C/2025 K1 (ATLAS) fast in Echtzeit beobachtet. Das hat die Europäische Weltraumagentur ESA jetzt publik gemacht und mehrere Aufnahmen veröffentlicht, die die auseinander driftenden einzelnen Bruchstücke zeigen. Eigentlich sollte Hubble einen anderen Kometen ablichten, das ging aber aus technischen Gründen nicht, erklärt John Noonan von der Auburn University im US-Bundesstaat Alabama. Deshalb habe man das Instrument stattdessen auf C/2025 K1 (ATLAS) ausgerichtet. Als die erste Aufnahme verfügbar war, haben die nicht einen, sondern gleich vier Kometen gezeigt. Das sei „etwas sehr, sehr Besonderes“ gewesen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die ersten von vielen Bildern der Bruchstücke
Der Komet C/2025 K1 (ATLAS), mit dem Spitznamen K1 und nicht zu verwechseln mit dem interstellaren Kometen 3I/ATLAS. Er war nur weit im Süden der Nordhalbkugel sowie auf der Südhalbkugel zu sehen. Er erreichte am 8. Oktober seinen sonnennächsten Punkt (Perihel) innerhalb der Merkurbahn, und es galt als wahrscheinlich, dass er danach auseinanderbrechen könnte. Dass das tatsächlich passiert ist, war bereits bekannt. Die Bruchstücke wurden unter anderem mit dem Observatorium Gemini North vom Mauna Kea auf Hawaii aus aufgenommen. Als Hubble am 8. November 2025 auf den Himmelskörper gerichtet wurde, war demnach aber noch nicht bekannt, dass er zerbrochen ist. Hubble hat die Bruchstücke dann auch noch an den beiden Folgetagen abgelichtet.
Die ESA erklärt jetzt, dass Forscher und Forscherinnen schon lange versucht haben, einen Kometen während oder kurz nach dem Auseinanderbrechen mit Hubble zu untersuchen. Das sei aber nie erfolgreich gewesen. Bislang habe man so etwas immer nur Wochen oder Monate später und in viel größerer Entfernung beobachtet. Die Forschungsgruppe vermutet, dass K1 acht Tage vor der ersten Hubble-Aufnahme langsam auseinandergebrochen ist, bis dahin habe er einen Durchmesser von etwa 8 km gehabt. Dank der hohen Auflösung von Hubble konnte die Gruppe demnach auch aus den drei Aufnahmen zurückrechnen, wie die Überreste auseinandergedriftet sind.
Die Aufnahmen haben jetzt bereits eine Frage aufgeworfen, schreibt die ESA noch. Demnach ist unklar, warum erst nach einer Verzögerung helle Ausbrüche auf dem Himmelskörper zu sehen waren, nachdem er zerbrochen ist. Eigentlich wäre man davon ausgegangen, dass das dabei freigelegte Eis direkt für eine Helligkeitszunahme sorgt. Die Forschungsgruppe spekuliert jetzt, dass sich über dem freigelegten Eis erst eine neue Staubschicht bilden muss, die dann weggeweht wird. Dieser Staub reflektiert das Sonnenlicht und ist für uns deshalb hell. Vielleicht müsse auch erst Wärme unter die Oberfläche gelangen, dort Druck aufbauen, bevor eine expandierende Staubhülle ausgestoßen wird. Eine wissenschaftliche Arbeit zu den Bildern wurde im Fachmagazin Icarus veröffentlicht.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Seit 1987 weiterentwickelt: Großes Update für Spiele-Oldie „NetHack“
Mit „NetHack“ hat eines der ältesten immer noch aktiv entwickelten Computerspiele ein weiteres großes Update erhalten, von Version 3.6.7 geht es damit direkt auf 5.0.0. Das Update nimmt nicht nur Bugfixes vor, sondern bringt auch zahlreiche Änderungen am Spiel selbst – insgesamt sprechen die Verantwortlichen von mehr als 3100 Modifikationen am Code. Alle lassen sich einsehen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Das Team warnt jedoch, dass einige der Einträge – vor allem zu neuen Funktionen – Spoiler enthalten könnten. Außerdem laufen bisherige Spielstände nach dem Update nicht mehr.
Auch mal zehn Jahre Update-Pause
„NetHack“ gibt es seit 1987, die erste freigegebene Version war eine deutliche Weiterentwicklung des 1984 veröffentlichten Spiels „Hack“, das sich wiederum stark am vier Jahre älteren „Rogue“ orientierte. Danach erschienen Updates in unregelmäßigen Abständen, teils mit mehr als zehn Jahren Pause. Nach dem jüngsten großen Update auf Version 3.6.0 erschienen mehrere kleinere Updates, die vor allem Fehler behoben. Das aktuelle Update verbessert unter anderem die generelle Architektur der Software.
„NetHack“ ist ein textbasiertes Rollenspiel, dessen „Grafik“ anfangs aus ASCII-Zeichen bestand. Das Spiel läuft aber inzwischen auf unterschiedlichsten Plattformen, längst auch mit grafischen Oberflächen, die viele Spieler bevorzugen. Mit einem zuvor angepassten Charakter erkundet man einen immer wieder neu generierten Dungeon auf der Suche nach dem Amulett von Yendor, das der böse Moloch gestohlen hat. Dabei geht es explizit nicht darum, alles und jeden zu töten, sondern die Erkundung. Bekannt ist „NetHack“ hauptsächlich für seinen enormen Umfang, den Humor und dafür, dass das Spiel auf jede denkbare Spielsituation vorbereitet zu sein scheint. Es gibt einen umfangreichen „Reiseführer“, der für das aktuelle Update angepasst wurde.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Apple-KI: Nicht nur ChatGPT in iOS 27 – und Gemini soll den Mac kontrollieren
Für Mac und iPhone (und vermutlich auch iPad) stehen verschiedene KI-Neuerungen an. So will Apple einem Bericht zufolge in iOS 27 erstmals den Tausch des innerhalb von Siri verfügbaren Zusatzassistenten ermöglichen, wie Apple das bereits angedeutet hatte. Google interessiert sich unterdessen dafür, Macs mittels Gemini zu steuern, wie man es bereits von Perplexity Personal Computer oder OpenClaw kennt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Extensions für KI – Nutzer dürfen wechseln
Mit iOS 27 sind laut einer Bloomberg-Meldung sogenannte Extensions möglich, die generative KI-Fähigkeiten in vorhandene Apps einbauen, damit nicht nur Apples Modelle verwendet werden müssen. Schreibwerkzeuge, Image Playground und sogar Siri an sich könnten dann durch Claude, Gemini oder andere Systeme ersetzt werden, heißt es. Apple soll bereits Infos dazu in internen Tests der Systemeinstellungen publiziert haben. Laut dem Bericht ist das Feature auch für iPadOS 27 und sogar macOS 27 vorgesehen.
Parallel dazu droht Apple auch Druck durch den Digital Markets Act in der EU – hier könnte ein Austausch von Siri durch andere Assistenten erzwungen werden. Momentan lässt sich ChatGPT in Siri und Co. einbinden, außerdem in Bildgeneratoren und Textgenerierung. Das System bietet teilweise von sich aus an, auf die OpenAI-Technik zu wechseln, wenn Apple Intelligence feststellt, dass ChatGPT bessere Ergebnisse liefern könnte.
Rechnersteuerung mit Gemini
Google bastelt unterdessen an einem Mac-Steuerungsmodus für seine Gemini-App. Neu ist das nicht, so hat Perplexity seinen Personal Computer angekündigt und die ChatGPT-App kann bereits jetzt bestimmte Anwendungen auf dem Mac kontrollieren. Laut einer Code-Untersuchung der macOS-Version von Gemini soll die Anwendung künftig unter anderem „Dateien organisieren“ können.
Außerdem ist geplant, aus Dateien Tabellen zu bauen, Metadaten auszulesen und Batch-Umbenennungen vorzunehmen. Als weiteres Beispiel wird genannt, dass man Transkripte aus Google Meet oder Notizen aus Google Docs beziehen und daraus dann E-Mails generieren könne. Unklar bleibt, ob es auch eine vollständige Mac-Fernsteuerung geben wird. Offenbar nimmt sich Google auch ein Beispiel an Claude Cowork.
Weiterlesen nach der Anzeige
(bsc)
Künstliche Intelligenz
Hamburg bleibt das digitalste Bundesland
Hamburg bleibt laut dem Bitkom-Länderindex 2026 das digitalste Bundesland Deutschlands. Der Stadtstaat erreicht 70,3 von 100 möglichen Punkten und verteidigt seinen Spitzenplatz mit deutlichem Abstand. Dahinter folgen Berlin mit 63,8 Punkten und Hessen mit 63,7 Punkten. Hessen verbessert sich damit gegenüber der vorherigen Ausgabe von Rang fünf auf Rang drei. Die auffälligste Bewegung im Ranking zeigt das Saarland: Es springt von Platz zwölf im Jahr 2024 auf Rang sechs. Insgesamt zeichnet der Index ein Bild stark ungleich verteilter digitaler Stärken: Der Norden liegt vor allem bei der Infrastruktur vorn, ostdeutsche Länder punkten bei digitaler Bildung, der Süden bleibt in der digitalen Wirtschaft stark.
Weiterlesen nach der Anzeige
Für den Länderindex hat der Branchenverband Bitkom alle 16 Bundesländer anhand von 30 Indikatoren in vier Kategorien bewertet: Governance & Verwaltung, Digitale Infrastruktur, Digitale Wirtschaft und Digitale Gesellschaft. In die Auswertung flossen eine Befragung aller Landesregierungen, amtliche Statistiken, Drittstudien sowie eine repräsentative Bevölkerungsbefragung mit mehr als 5.600 Teilnehmern ein. Die Daten rechnet Bitkom auf eine Skala von 0 bis 100 um.
Spitzengruppe und Schlusslichter
Hinter Hamburg, Berlin und Hessen folgen Bayern mit 62,6 Punkten auf Rang vier und Baden-Württemberg mit 61,8 Punkten auf Platz fünf. Am unteren Ende des Rankings liegen Sachsen-Anhalt mit 52,4 Punkten sowie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern mit jeweils 51,1 Punkten, die sich Platz 15 teilen. Eine schwache Gesamtplatzierung bedeutet allerdings nicht zwingend Schwächen in allen Teilbereichen. Gerade in der Kategorie Digitale Gesellschaft erreichen einige ostdeutsche Länder vordere Plätze.
Hamburg verdankt seine Spitzenposition vor allem starken Werten in der digitalen Wirtschaft und der digitalen Infrastruktur. In beiden Kategorien liegt das Land auf Rang eins. Hinzu kommen ein dritter Platz bei Governance & Verwaltung und Rang fünf bei der Digitalen Gesellschaft. Als Treiber nennt Bitkom vor allem die Glasfaser- und Gigabitversorgung sowie den hohen Anteil an IT-Unternehmen und IT-Fachkräften. Berlin behauptet Rang zwei vor allem mit seiner digitalen Wirtschaft. Ausschlaggebend sind hier die hohe Zahl an Start-up-Neugründungen und die starke Präsenz von IT-Unternehmen.
Hessen rückt in der Gesamtwertung knapp vor Bayern auf Rang drei vor und erreicht bundesweit den ersten Platz in der Kategorie Governance & Verwaltung. Bei der digitalen Infrastruktur liegt das Land auf Rang zwei. Ein zentraler Standortfaktor ist hier die hohe Rechenzentrumsleistung in der Region Frankfurt am Main. Solche Standortvorteile schlagen sich im Index ebenso nieder wie politische und administrative Rahmenbedingungen.
Saarland überrascht mit Sprung nach vorn
Der eigentliche Überraschungsfall des Jahres ist das Saarland. Das kleinste Flächenland verbessert sich in der Gesamtwertung um sechs Plätze und erreicht in der Kategorie Digitale Gesellschaft sogar Rang eins. Dahinter stehen vor allem starke Werte bei digitaler Bildung: In allen Schulformen gibt es dort mindestens sechs Pflichtstunden Informatik, außerdem unterrichten 5 Prozent der Lehrkräfte das Fach. Im Bundesdurchschnitt sind es bislang 3 Prozent. Hinzu kommt ein Spitzenwert bei der Gigabitversorgung an Schulen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Länderindex macht zudem regionale Muster sichtbar. In der Kategorie Digitale Infrastruktur liegen mit Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor allem Länder aus dem Norden vorn. Dort sind Glasfaser- und Gigabitnetze überdurchschnittlich gut ausgebaut. Der Süden punktet dagegen in der digitalen Wirtschaft, hier schneiden nur Hamburg und Berlin noch besser ab. In ostdeutschen Ländern setzen die Landesregierungen laut Bitkom vor allem Maßnahmen zur digitalen Teilhabe und Bildung erfolgreich um.
Das zeigt sich besonders in der Kategorie Digitale Gesellschaft. Mecklenburg-Vorpommern erreicht hier Rang zwei, Sachsen Rang drei und Thüringen Rang vier. Im Gesamtranking liegen diese Länder dagegen deutlich weiter hinten. Hintergrund sind erneut Bildungsindikatoren: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es an allen Schulformen sechs Pflichtstunden Informatik, in Sachsen unterrichten 9 Prozent der Lehrkräfte das Fach. Für den Verband ist das ein Hinweis darauf, dass digitale Bildung als eigene Stärke sichtbar wird, sich daraus aber nicht unmittelbar eine entsprechend starke Position in Wirtschaft oder Infrastruktur ergibt.
Was digitale Vorreiter gemeinsam haben
Bitkom leitet aus dem Ranking auch strukturelle Gemeinsamkeiten digital starker Länder ab. Dazu zählen eine überdurchschnittliche Wirtschaftsleistung, eine hohe Bevölkerungsdichte, eine starke Unternehmens- und Hochschullandschaft sowie hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung. Hinzu kommen politisch-institutionelle Faktoren wie ein eigenständiges Digitalministerium, ein Digitalkabinett, ein Digitalcheck für neue Gesetze oder eine Digitalstrategie mit öffentlichem Fortschrittsbericht. Ein solcher Digitalcheck soll prüfen, ob neue Regelungen digitaltauglich sind oder bestehende digitale Prozesse behindern.
Aus Sicht des Verbands liegen die naheliegenden Hebel für Nachzügler vor allem in mehr digitaler Bildung und einem höheren Umsetzungstempo in der Verwaltung. Bitkom empfiehlt unter anderem Informatik als Pflichtfach ab der Sekundarstufe I, zusätzliche Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte sowie mehr Angebote zur Förderung digitaler Kompetenzen, etwa in Bibliotheken oder Volkshochschulen. Für die Verwaltung fordert der Verband ein Beschleunigungsbudget für digitale Maßnahmen und mehr Tempo bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG), das Bund, Länder und Kommunen verpflichtet, ihre Leistungen digital verfügbar zu machen.
Deutschland-Stack als gemeinsames Fundament
Zugleich verweist Bitkom auf die Notwendigkeit einer engeren technischen Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Potenzial sieht der Verband im sogenannten Deutschland-Stack. Gemeint ist damit ein gemeinsames technisches Fundament für digitale Verwaltungsleistungen, also wiederverwendbare Basiskomponenten statt vieler paralleler Einzellösungen in den Ländern. Denkbar sind etwa gemeinsame Bausteine für Identitätsdienste, Formulare, Registeranbindungen oder Bezahlfunktionen. Für IT-Verantwortliche in der Verwaltung ist das vor allem eine Frage der Architektur: Weniger Insellösungen sollen Entwicklung, Betrieb und Wartung vereinfachen und Doppelarbeit vermeiden.
Neben langfristigen Strukturfragen weist Bitkom auch auf kurzfristig nutzbare Spielräume hin. Im Rahmen der föderalen Modernisierungsagenda hätten sich Bund und Länder darauf verständigt, unter anderem Berichtspflichten für Unternehmen abzubauen. Auch beim Mobilfunkausbau seien die Voraussetzungen für eine schnellere Errichtung neuer Masten bereits verbessert. Alle Informationen zum Länderindex 2026 finden sich beim Bitkom.
(fo)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 3 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
