Digital Business & Startups
Der große Irrtum der deutschen Autoindustrie
Warum Open Source der Autoindustrie eine zweite Chance gibt und welche Startups schon heute profitieren.
Die Autoindustrie hat sich lange eingeredet, sie könne den Software-Rückstand gegenüber Tesla und China mit ein paar tausend neuen Entwicklern aufholen. Man müsse nur genug Programmierer einstellen, ein paar neue Plattformen ausrollen – und schon werde aus dem Industriekonzern ein Tech-Champion. Diese Illusion ist mittlerweile kollabiert, doch die Industrie hat eine Lösung gefunden.
Mehr als 30 Hersteller, Zulieferer und Chipfirmen, darunter BMW, Daimler, VW und Stellantis, haben sich auf eine gemeinsame Open-Source-Basis für Fahrzeugsoftware verständigt. Dahinter stecken der Verband der deutschen Automobilhersteller (VDA) und die Eclipse Foundation, die daran arbeitet, Open-Source-Software in der Industrie zu verankern. Man hat endlich verstanden, dass die Autoindustrie nur überleben kann, wenn man sich vom Gedanken verabschiedet, alles alleine gestalten zu wollen.
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Chinesische Hersteller wie BYD, Nio oder Xiaomi entwickeln ihre Autos längst wie Smartphones. Eine zentrale Rechnerarchitektur, kontinuierliche Software-Updates, neue Funktionen per Download. Das Auto ist dort nicht mehr das Produkt – es ist die Plattform. Wer schnell iteriert, gewinnt.
Das alte Modell hat verloren
Europäische Hersteller dagegen schleppen Jahrzehnte proprietärer IT mit sich herum. Jeder baut seine eigene Middleware, seine eigenen Schnittstellen, seine eigenen Sicherheitsmodelle. Das macht Systeme teuer, träge und vor allem nicht skalierbar. Genau das ist im Plattformzeitalter tödlich. Am Ende bremsen die komplexen Systeme die Geschwindigkeit bei der Entwicklung aus. Und genaus das kann man sich nicht mehr erlauben.
Open Source ist deshalb keine Ideologie, sondern ein industriepolitisches Werkzeug. Wenn sich die Branche auf gemeinsame Grundlagen einigt, kann Innovation dort stattfinden, wo sie hingehört: oben auf der Plattform und tief in der Infrastruktur. Denn auf beiden Ebenen haben europäische Hersteller sehr viel Nachholbedarf.
Das sind auch gute Nachrichten für Startups aus der Mobility-Szene. Zum ersten Mal entsteht damit ein Markt, in dem junge Unternehmen realistisch mitspielen können. Solange jeder OEM seine eigene Softwarewelt pflegt, bleibt jede Zusammenarbeit ein teures Einzelprojekt. Eine offene Architektur macht aus Fahrzeugsoftware etwas, das sich wie Cloud-Dienste entwickeln und verkaufen lässt.
Startups verdienen schon jetzt
Firmen wie Apex.AI aus München zeigen, wie das aussieht. Sie bauen auf dem Open-Source-Robotik-Stack ROS2 eine zertifizierbare, automotive-taugliche Softwarebasis, die BMW, Bosch oder Volvo direkt einsetzen können. Auch Autoware, der offene Fahr-Stack für autonome Fahrzeuge, wird längst von europäischen Testflotten, Robotaxi-Projekten und Zulieferern genutzt – betrieben und industrialisiert von Unternehmen wie TIER IV. Und Anbieter wie TTTech Auto oder dSpace verdienen ihr Geld damit, diese offenen Architekturen so robust zu machen, dass sie in Serie funktionieren.
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Das ist kein Randphänomen. So entstehen Plattform-Ökosysteme: Einer liefert die Basis, viele andere schaffen darauf Wert. Genau dieses Modell hat die Tech-Industrie groß gemacht – und genau so haben chinesische Hersteller ihre Geschwindigkeit aufgebaut.
Für Europas Autobauer ist das unbequem. Es bedeutet, Kontrolle abzugeben. Aber die Alternative wäre, weiter in abgeschotteten Software-Silos gegen global skalierende Plattformen anzutreten. Dieses Rennen ist längst entschieden. Open Source garantiert keinen Erfolg. Aber es ist die letzte realistische Chance, wieder Teil des globalen Innovationssystems zu werden – statt nur noch dessen Kunde.
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Schnellster Pitch der DHDL-Geschichte: Klemab räumt Deal mit Dümmel ab
47 Sekunden, ein vollgeklebtes Studio und ein Rekord-Pitch: Vick Manuel sichert sich mit seinem Klebemaßband Klemab den Deal mit Dümmel.
47 Sekunden. So lange dauert es, bis Vick de Froz Jorge Manuel in der neuen Folge von „Die Höhle der Löwen“ den Rekord für den schnellsten Pitch in der Geschichte der Sendung aufstellt. Bevor überhaupt jemand richtig sitzt, ist das ganze Studio schon vollgeklebt, sogar die Löwensessel bleiben nicht verschont.
Das Produkt heißt Klemab und ist ein Klebemaßband – eine Idee, die bereits 2018 entstanden ist. Die Anwendung erklärt sich so schnell wie der Pitch selbst: Klebemaßband aufkleben, Maß nehmen, am Klemab markieren, zuschneiden und rückstandslos entfernen. Die Skala erlaubt theoretisch unendliches Messen, ohne dass sich beim Ziehen etwas verschiebt. Die Idee an sich gab es schon, aber laut Gründer hat es bislang niemand geschafft, die Standards so umzusetzen, dass das Band auf allen Untergründen hält und sich beim Arbeiten nicht verzieht. Für die Weiterentwicklung und den Schritt in den Handel bietet Jorge Manuel 50.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile an.
Vom Kochroboter zum Klebeband
Der 32-Jährige aus Leipzig ist Produktdesigner, gelernter BWL-er und arbeitet viel handwerklich, ist Schreiner, Heimwerker, Tüftler. Er ist einer, der weiß, wie nervig es sein kann, wenn das Maßband ständig verrutscht. Klemab soll genau dieses Problem lösen, ohne großes Umdenken.
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Jorge Manuel hat schon Erfahrungen im Gründen gemacht, da er bereits ein Startup in der Robotik aufgebaut hatte. „Ich habe die letzten Jahre ein Startup gegründet und war in der Food Robotic tätig und habe kochende Roboter gebaut. Wir waren eines von zwei deutschlandweiten Startups, die sowas gemacht haben“, erzählt er. Das Timing allerdings sei schwierig gewesen. „Mit der Corona-Pandemie ein passendes Investment zu finden war hart. Die Technologie in Europa war ebenfalls nicht so einfach. Die Mischung daraus hat das Startup nicht aufgehen lassen.“ Ausgerechnet aus dieser Erfahrung entstand jedoch die Idee für sein heutiges Produkt. „Ich brauchte Tools, mit denen man schnell arbeiten kann.“
Soft Launch statt TikTok-Hype
Seit einem Jahr ist das Produkt im Soft Launch online erhältlich. Rund 1000 Rollen wurden bislang verkauft, etwa 5000 Euro Umsatz stehen zu Buche. Eine volle Rolle mit 50 Metern kostet im Verkauf 7,90 Euro, der Einkauf liegt bei 1,20 Euro. Online habe er noch nicht so viel Gas gegeben. Warum eigentlich nicht, will Frank Thelen wissen: „Was ist da los? Ich empfinde dich als extrem sympathisch, und stelle mich dich auf TikTok vor. Da müssten doch ein paar Rollen rübergehen.“ Jorge Manuel sieht sich jedoch nicht in dem Feld: „Ich kann Produkte gut bauen und das ist das, was ich gerne mache. Ich habe da die größten Anforderungen an mich selbst.“
Thelen zeigt sich grundsätzlich angetan: „Ich liebe einfache Produkte. Wenn du nichts kompliziert erklären musst. Das finde ich cool.“ Trotzdem sieht er sich nicht als passenden Partner. „Du bist ein toller Gründer. Starker Auftritt. Sehr eindrucksvoll. Aber was du brauchst, ist ein Vertrieb in den Baumärkten. Ich seh dich als Medienstar auf TikTok. Du siehst es aber nicht und willst in die großen Baumärkte. Dafür bin ich der falsche Löwe.“
Zwischen Baumarkt und Bauchgefühl
Der Gründer selbst wünscht sich vor allem Kontakte, Netzwerk und Unterstützung beim Schritt in den Handel. Genau da hakt es bei einigen. Judith Williams sagt: „Vick, du bist super sympathisch. Du kommst hier an mit einer genialen Idee. Aber ich bin geschäftlich kein Partner von Baumärkten. Nicht mein Business.“ Anne Lemke ist ebenfalls begeistert vom Produkt: „Das Band klebt sehr gut. Er kommt sehr gut rüber.“ Ihr Ehemann und Geschäftspartner Stefan Lemke ergänzt: „Du bist top, aber leider ist es kein richtiges Online-Produkt. Anne und ich sind einfach nicht die Richtigen.“
„Saudufter Typ“ holt sich den Deal
Carsten Maschmeyer bringt es mit einem Joke auf den Punkt: „KI würde in dem Fall heißen: Klebt intelligent.“, weiterhin sagt er: „Ich will dich hier nicht ohne Deal rauslassen. Ralf, hast du Interesse? Ich bin da auch nicht so zu Hause.“ Ralf Dümmel meldet sich zu Wort, und der Ton ist eindeutig. „Saustarker Auftritt. Menschlich bist du sensationell und super bodenständig. Du bist ein saudufter Typ. Das Produkt gehört in jeden Haushalt. Du stehst ganz am Anfang. Ich sag zu 50.000 Euro und 20 Prozent ja und glaube, ich bin der richtige Partner.“
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Dass aus dem TV-Handschlag mehr wird als nur Sendezeit, zeigt sich nach den Dreharbeiten: Die 50.000 Euro für 20 Prozent fließen tatsächlich, der Deal mit Dümmel geht in die Umsetzung. Für den Leipziger Gründer bedeutet das nicht nur Rückenwind, sondern vor allem Zugang zu genau dem Vertriebsnetz, das er sich gewünscht hat. Am Ende bleibt damit nicht nur ein Rekord in 47 Sekunden, sondern auch die Aussicht, dass aus einer klebrigen Studioaktion ein ernstzunehmender Baumarkt-Case werden könnte.
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Es hat zu sehr gejuckt
conmeet aus Borken, 2023 von Leandro Ananias, Lennart Eckerlein und Seriengründer Benedikt Kisner (netgo group) gegründet bringt sich als „cloud-native All-in-One-Plattform für prozessorientierte Bau- und Handwerksunternehmen“ in Stellung.
Der junge KI-Investor May Ventures und das Gründerteam investierten kürzlich 1,3 Millionen Euro in das Unternehmen. „May Ventures wollte mich ursprünglich als Investor in ihren Fonds ansprechen. Beim Kennenlernen habe ich ihnen dann aber von meinem neuen Startup erzählt und conmeet präsentiert. Das hat die beiden so überzeugt, dass sie unbedingt in conmeet investieren wollten“, erzählt Seriengründer Kisner.
Im Interview mit deutsche-startups.de stellt der conmeet-Macher sein neues Unternehmen einmal ganz ausführlich vor.
Wie würdest Du Deiner Großmutter conmeet erklären?
Stell dir vor, du hast ein Handwerksunternehmen mit 50 Leuten und zehn Baustellen gleichzeitig. Früher hat der Chef dafür viele verschiedene Programme genutzt: Eines für die Kundendaten, eines um zu sehen wo welcher Mitarbeiter arbeitet, wieder ein anderes für die Rechnungen. Ständig muss man die gleichen Sachen mehrfach eingeben und trotzdem weiß man oft nicht genau, ob man bei einem Projekt gerade Geld verdient oder verliert. conmeet ist wie ein großes Notizbuch, in dem alles drinsteht – aber eben digital und intelligent. Einmal eingetragen, können alle damit arbeiten. Und das Besondere: Das Programm nutzt künstliche Intelligenz und hilft automatisch bei vielen Aufgaben, die früher viel Zeit gekostet haben. Die KI lernt mit und macht Vorschläge, erkennt Muster und automatisiert wiederkehrende Abläufe. So haben die Leute mehr Zeit für die eigentliche Arbeit und der Chef hat alles im Blick.
Wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
Unser Geschäftsmodell basiert auf mehreren Säulen: Erstens zahlen Kunden eine monatliche Lizenzgebühr pro Nutzer für die Kernplattform. Zweitens bieten wir Add-on-Module für spezialisierte Funktionen wie Live-Banking-Integration oder AI Agents, die zusätzliche Geschäftsprozesse automatisieren. Kunden können so genau die Funktionalität buchen, die sie brauchen. Das Schöne daran: Wir wachsen mit unseren Kunden. Wenn ein Unternehmen von 20 auf 80 Mitarbeiter wächst, skaliert conmeet einfach mit. Und wenn die Kunden erfolgreicher werden und mehr Komplexität managen müssen, buchen sie weitere Add-ons hinzu. Das ist unser Upselling-Ansatz. Ein wichtiger Aspekt ist auch unser Ökosystem-Ansatz: Wenn ein Hauptunternehmer seine Subunternehmer auf die Plattform bringt, entstehen Netzwerkeffekte. Die Zusammenarbeit wird für alle einfacher – gemeinsame Bautagebücher, strukturiertes Mängelmanagement, direkter Dokumentenaustausch. Das erhöht den Wert der Plattform für alle Beteiligten und macht einen Wechsel zu einem anderen System unattraktiv. Zusätzlich bauen wir gerade eine eLearning-Plattform auf, über die wir unsere Kunden kontinuierlich schulen und befähigen, das volle Potenzial eines modernen ERP-Systems auszuschöpfen. Wir haben conmeet so gebaut, dass Implementierung und Schulung mit sehr geringem Aufwand möglich sind. Das senkt die Einstiegshürde erheblich und führt zu schnellerer Produktivität. Diese Art von System und der Umfang der Lösung führen zu einer extrem hohen Kundenbindung. Je mehr Prozesse ein Unternehmen in conmeet abbildet, je mehr Partner eingebunden sind, desto wertvoller wird die Plattform – und desto unwahrscheinlicher wird ein Wechsel.
Wie ist die Idee zu conmeet entstanden?
Das war tatsächlich eine Kombination aus mehreren Faktoren, die zusammengekommen sind. Erstens hatte ich schon immer den Wunsch, ein komplettes ERP-System zu bauen. Ich war überzeugt, dass man es deutlich besser machen kann als die existierenden Lösungen – moderner, intelligenter, benutzerfreundlicher. Zweitens hatte ich schon immer einen Fuß im Bau- und Handwerkssektor. Diese Branche kenne ich gut und hatte immer wieder gesehen, mit welchen Software-Problemen Unternehmen kämpfen. Drittens habe ich nach meinem Ausstieg bei der netgo group diverse Beratungsjobs gemacht, vor allem in der Organisationsentwicklung von Handwerksunternehmen. Da wurde mir noch klarer, wo die wirklichen Pain Points liegen. Und dann kam der entscheidende Moment: Ich habe Leandro und Lennart bei „Borken pitcht“ kennengelernt. Die beiden hatten damals eine Idee für ein Projektmanagement-Tool für kleine Handwerksunternehmen. Wir sind ins Gespräch gekommen, und ich war sofort begeistert von ihrer Power und ihrem Know-how – Leandro mit seiner technischen Brillanz und Lennart mit seiner echten Handwerks-DNA. Wir haben dann angefangen, gemeinsam zu überlegen. Und daraus ist conmeet entstanden – kein einfaches Projektmanagement-Tool, sondern ein System für Unternehmen im Handwerk und Bau, womit man auch die komplexen Anforderungen größerer, prozessorientierter Unternehmen perfekt meistern kann.
Vor conmeet hast Du bereits die netgo group aufgebaut und verkauft. Was reizt Dich daran, nun wieder ein Startup hochzuziehen?
Ehrlich gesagt hatte ich meiner Frau versprochen, sehr lange nichts zu machen. Aber es ging einfach nicht. Es hat zu sehr gejuckt. Was mich bei conmeet wirklich reizt, ist die Kombination: Wir haben ein echtes Problem identifiziert, das Tausende Unternehmen täglich nervt. Wir haben heute technologische Möglichkeiten mit Cloud und AI, die vor zehn Jahren noch undenkbar waren. Und ich habe wieder ein Team, mit dem ich von Tag eins an auf Augenhöhe arbeiten kann – Leandro und Lennart sind echte Experten in ihren Bereichen. Bei der netgo group habe ich unglaublich viel gelernt und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Jetzt die Chance zu haben, es nochmal zu machen – aber mit diesem Wissen, diesem Team und dieser Vision – das ist schon extrem spannend.
Ist beim erneuten Gründen wirklich alles einfacher als beim ersten Mal?
Jein. Manches ist einfacher, manches aber auch nicht. Einfacher ist definitiv: Ich weiß, worauf es ankommt. Ich kenne die Phasen, die ein Unternehmen durchläuft. Ich kann bestimmte Stolpersteine von vornherein umschiffen – zum Beispiel die richtigen Leute zur richtigen Zeit einstellen. Vor allem aber weiß ich jetzt, wie man richtig schnell, gesund und effektiv skalieren kann und dabei den Cash Burn gering hält. Das ist ein riesiger Vorteil. Schwieriger war zunächst die Umstellung: Nach einem Unternehmen mit über 1.300 Mitarbeitern wieder mit einem kleinen, fokussierten Team zu arbeiten – das war erst einmal seltsam. Du machst plötzlich wieder Dinge selbst, die du jahrelang delegiert hattest. Aber genau das macht es auch reizvoll: Ich kann diesmal viel bewusster Entscheidungen treffen. Nicht aus Bauchgefühl, sondern aus Erfahrung.
Welche Erfahrungen aus der netgo group fließen in conmeet ein?
Drei Dinge vor allem: Erstens: Produktfokus. Bei netgo hatten wir ein anderes Geschäftsmodell mit verschiedenen Geschäftsbereichen. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, mit einer Firma wirklich fokussiert auf die Lösung und Bearbeitung eines klar definierten Marktes zu gehen. Wir konzentrieren uns auf prozessorientierte Bau- und Handwerksunternehmen – das ist unser Kern. Aber wir denken das Ökosystem von Anfang an größer: Architekten, Facility-Management-Unternehmen, Generalunternehmer und Dienstleister werden Teil der Plattform. Unsere Vision ist es, den gesamten Prozess von der Planung über den Bau bis zum Betrieb der Immobilie dauerhaft mit conmeet zu managen. Fokus bedeutet für uns nicht Begrenzung, sondern die richtige Reihenfolge. Zweitens: Die technologische Basis richtig bauen. Wir haben nicht nur auf cloud-native gesetzt, sondern auch wahnsinnig viel Zeit und Energie in die Grundlagen gesteckt. Dadurch haben wir ein System entwickelt, das uns von der Basis her noch enorme Entwicklungs- und Skalierungsmöglichkeiten bietet. Wir können bereits heute Unternehmensgruppen mit zentralen Stammdaten, intercompany-Verrechnung und komplexen Hierarchien bedienen – Features, die normalerweise nur Enterprise-Systeme haben. Und gleichzeitig haben wir die Flexibilität, schnell neue Ökosystem-Partner zu integrieren. Drittens: Das richtige Team zur richtigen Zeit. Mit Leandro für die Technik und Lennart für die Branche haben wir von Tag eins an Top-Experten in ihren Bereichen. Das beschleunigt alles enorm. Und ganz pragmatisch: Ich kenne die Herausforderungen beim Aufbau von Vertrieb, beim Skalieren von Prozessen, beim Recruiting. Das spart uns wahrscheinlich zwei, drei Jahre Lernkurve.
Welches Projekt steht demnächst ganz oben auf eurer Agenda?
Zwei Dinge parallel: Erstens bauen wir gerade unser Go-to-Market richtig aus. Wir haben erste Kunden live, die sehr zufrieden sind – jetzt geht es darum, das systematisch zu skalieren. Vertrieb und Marketing werden in den nächsten Monaten massiv verstärkt. Zweitens treiben wir unsere AI-Capabilities weiter voran. Wir haben bereits intelligente Automatisierung in der Plattform, aber da ist noch viel mehr möglich. Unser Ziel ist es, dass conmeet zunehmend selbst mitdenkt – von der vorausschauenden Materialbestellung bis zur automatischen Projektkalkulation. Und mittelfristig: Unser Ökosystem-Ansatz. Wenn Hauptunternehmer, Subunternehmer und Partner nahtlos zusammenarbeiten können, entstehen Netzwerkeffekte, die für alle einen riesigen Mehrwert schaffen. Das geht über reine Bau- und Handwerksunternehmen hinaus – wir wollen Schritt für Schritt auch Architekten, Facility-Management-Dienstleister und weitere Akteure der Immobilien-Wertschöpfungskette einbinden.
Ihr konntet bereits Investorengelder einsammeln. Wie seid Ihr mit Euren Geldgebern in Kontakt gekommen?
Das war tatsächlich eine lustige Wendung. May Ventures wollte mich ursprünglich als Investor in ihren Fonds ansprechen. Beim Kennenlernen habe ich ihnen dann aber von meinem neuen Startup erzählt und conmeet präsentiert. Das hat die beiden so überzeugt, dass sie unbedingt in conmeet investieren wollten. Maximilian und Dominik haben mich im Austausch total überzeugt. Ihr Verständnis für den Markt, ihre strategische Denkweise, ihr sympathisches Auftreten und der ehrliche und direkte Austausch – das hat einfach gepasst. Und nach meiner Private-Equity-Erfahrung reizt mich jetzt total der VC-Weg. Mit May haben wir einen tollen Investor für die Pre-Seed-Phase gefunden – nicht nur finanziell, sondern auch als strategischer Partner, der die Herausforderungen von frühen Wachstumsphasen genau kennt. Was sicher auch geholfen hat: Durch den Exit bei netgo hatte ich einen Track Record. Das schafft Vertrauen. Und dass wir Gründer selbst substanziell investiert haben, zeigt, wie sehr wir an conmeet glauben.
Wo steht conmeet in einem Jahr?
Wir geben jetzt richtig Gas beim Go-to-Market. Wir holen uns gerade richtig gute und erfahrene neue Kolleginnen und Kollegen an Bord, die den Markt und die Branche kennen. Das wird sich stark in der Anzahl aktiver Kunden widerspiegeln. Wir werden eine signifikante Rolle im Markt spielen und eine hohe Bekanntheit haben. Auf der Produktseite werden AI Agenten fest im System etabliert sein. Nicht nur einzelne Features, sondern echte Agenten, die unseren Kunden enorme Einsparungen im gesamten Backoffice und bei der Steuerung aller Prozesse liefern. Und wir werden die ersten Netzwerkeffekte in unserem Ökosystem sehen. Wenn Hauptunternehmer anfangen, ihre Subunternehmer auf die Plattform zu ziehen, wird es richtig interessant. Langfristig – das ist unsere Vision – wird conmeet die zentrale Plattform für die gesamte Immobilien-Wertschöpfungskette. Aber erstmal fokussieren wir uns auf das, was wir am besten können: prozessorientierten Bau- und Handwerksunternehmen echten Mehrwert liefern.
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Foto (oben): conmeet
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So lief es für die Ankerkraut-Gründer als Gastlöwen bei DHDL
Die Ankerkraut-Gründer, Anne und Stefan Lemcke, sind als Gastlöwen zurück: Sie investieren gemeinsam mit Frank Thelen 500.000 Euro in das Startup Supernutural, das eine Nussmus-Maschine entwickelt hat.
2016 standen sie selbst noch vor den Investoren, jetzt sitzen sie auf der anderen Seite: Anne und Stefan Lemcke, die Gründer von Ankerkraut, sind in der aktuellen Folge von „Die Höhle der Löwen“ erneut als Gastlöwen dabei. Für das Ehepaar ist es nicht der erste Auftritt auf den Sesseln der Investoren – schon 2021 waren sie als Gastlöwen eingeladen.
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Vom Gewürzregal in die Löwenstühle
Ihre eigene Geschichte in der Sendung begann vor rund zehn Jahren. Damals pitchten die Lemckes ihr Gewürz-Startup vor den Investoren und machten einen Deal mit Frank Thelen. Heute hat das Unternehmen rund 250 Mitarbeitende und erzielt nach eigenen Angaben etwa 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Inzwischen haben die beiden selbst investiert, laut Stefan Lemcke in rund 30 Startups. Jetzt schauen sie sich also bei „Die Höhle der Löwen“ nach potentiellen Investments um.
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Gastlöwe mit Eisbad-Erfahrung
Entspannt bleibt der Job als Gastlöwe allerdings nicht. Beim Pitch des Startups Pool.Down, das ein System für Kältetherapie in der Badewanne entwickelt hat, testet Anne Lemcke das Produkt direkt selbst und steigt in die Eiswanne: „Let’s do it. Dann mache ich das halt mit meinem Kleid, wenn ihr euch alle nicht traut.“ Damit hatte in der Show tatsächlich niemand gerechnet.
Das Startup fordert 200.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile. Einen Deal bekommt das Startup in der Show allerdings nicht. Die Investoren finden die Idee zwar gut, aber halten sie für noch zu unausgereift. Immerhin bleibt der Beweis, dass man für einen Pitch in der Höhle manchmal nicht nur einen kühlen Kopf bewahren muss, sondern gleich den ganzen Körper.
Nusscreme statt Gewürz
Ein Investment für die Gastlöwen gibt es in der Folge trotzdem – und zwar gemeinsam mit Frank Thelen. Die drei investieren in das Startup Supernutural. Die Gründer Amelie und Timo Sperber präsentieren eine Maschine für zu Hause, mit der sich aus ganzen Nüssen frische Nusscreme herstellen lässt.
Eine größere Version der Maschine ist laut den Gründern bereits im B2B-Bereich im Einsatz, etwa in Hotels oder Unternehmen. In der Show geht es nun um die kleinere Variante für Endverbraucher. Die Sperbers bieten 6,25 Prozent ihrer Firma für 500.000 Euro. Stefan Lemke ist sofort begeistert: „Das ist ja wirklich außerordentlich lecker, das muss man wirklich sagen. Acht Prozent muss es aber mindestens sein.“ Weiter sagt er: „Ich finde das Produkt richtig toll. Ich glaube auch wirklich daran, dass man am Produkt noch was ändern kann, damit der Preis runtergeht.“
Die drei Investoren bieten nach Absprache zusammen 500.000 Euro für zehn Prozent der Firmenanteile, woraufhin die Gründer das Angebot annehmen. Damit geht die Folge für die Lemckes mit einem Deal zu Ende, aber diesmal als Teil der Investorenrunde. Auf Nachfrage von Gründerszene haben wir von Thelens Sprecher erfahren, dass der Deal mit Supernutural auch nach der Sendung zustande gekommen ist.
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