Künstliche Intelligenz
Ecovacs Deebot X11 Omni Cyclone im Test: Saugroboter mit Station ohne Beutel
Der Ecovacs X11 Omni Cyclone setzt auf beutellose Staubentsorgung und Kletterfunktion. Zudem bietet das Flaggschiff wieder eine selbstreinigende Wischwalze.
Ecovacs wirft mit dem Deebot X11 Omni Cyclone dieses Jahr bereits das dritte Flaggschiff-Modell auf den Markt – und löst damit schon nach wenigen Monaten das bisherige Topmodell ab. Der X11 will mit einer beutellosen Reinigungsstation einen neuen Trend setzen. Statt Wegwerf-Staubbeutel nutzt das Gerät einen herausnehmbaren Kunststoffbehälter, den man einfach entleeren und wieder einsetzen kann. Das führt zu einem eigenwilligen Design, das an einen auf dem Boden stehenden Kaffeevollautomaten erinnert. Die Station ist deutlich wuchtiger als bei den Vorgängern X9 und X8 Pro Omni und benötigt entsprechend mehr Stellplatz. Mit 19.500 Pa Saugleistung, ausfahrbarer Seitenbürste und der Tru-Pass-Kletterfunktion für Schwellen bis 2,4 cm ist der X11 klar ein Premium-Gerät. Ob der Saugroboter mit Wischwalze sein Geld wert ist, zeigt unser Test.
Das Testgerät hat uns Ecovacs zur Verfügung gestellt.
Design: Wie gut ist die Verarbeitung des Ecovacs X11 Omni Cyclone?
Die Station des X11 Omni Cyclone fällt sofort durch ihre wuchtige Bauweise auf. Mit Abmessungen von 380 × 465 × 493 mm nimmt sie deutlich mehr Platz ein als die Stationen der Vorgänger X8 und X9 Pro Omni. Tatsächlich erinnert die Station an einen Kaffeevollautomaten, der auf dem Boden steht – ein ungewöhnlicher Anblick im Wohnzimmer. Der zentrale Staubbehälter mit 1,6 Liter Fassungsvermögen dominiert die Front. Sein silberglänzender Griff wirkt hochwertig und lässt sich gut greifen. Beim Entnehmen funktioniert alles problemlos, beim Wiedereinsetzen zeigt sich aber eine Schwäche: Der runde Behälter muss exakt ausgerichtet werden, der Griff muss präzise nach vorn zeigen. Ist er nur leicht verdreht, passt er nicht in die Aufnahme. Das hätte Ecovacs flexibler lösen können.
Ecovacs Deebot X11 Omni Cyclone – Bilderstrecke
Die Wassertanks auf der Oberseite sind ungewöhnlich angeordnet: Schmutzwasser rechts mit 2,7 Litern, Frischwasser links mit 3,2 Litern – bei den meisten Konkurrenten und auch bei Ecovacs’ Vorgängern war das genau andersherum. Warum der Hersteller hier die eigene Logik ändert, bleibt unklar. Die zwei Reinigungsmittelbehälter an der Vorderseite sind clever positioniert und ermöglichen automatisches Wechseln zwischen verschiedenen Mitteln für unterschiedliche Bodentypen oder Verschmutzungsgrade.
Der Roboter selbst misst 353 mm im Durchmesser und 98 mm in der Höhe. Die Bauhöhe von knapp 10 cm ist keine Verbesserung zum Vorgänger: Viele moderne Sofas und Schränke haben eine Bodenfreiheit von 90 bis 95 mm. Mit seinen 98 mm passt der X11 hier nicht immer drunter, das sollte man vor dem Kauf prüfen. Flachere Konkurrenten mit unter 90 mm Höhe haben hier einen klaren Vorteil. Der graue oder schwarze Kunststoff (je nach Modellvariante) fühlt sich solide an, Spaltmaße sind gleichmäßig. Die Verarbeitung liegt auf gutem Niveau, ohne jedoch Premium-Feeling zu vermitteln. Schade: Der Kunststoffdeckel auf der Oberseite wird wieder nur lose aufgelegt, statt magnetisch fixiert. Dreht man den Roboter um, fällt der Deckel sofort herunter.
Die ausfahrbare Seitenbürste und die Omzo Roller 2.0 Wischwalze sind gut in die Unterseite integriert. Die Tru-Pass-Kletterhilfen – zwei Gummihebel neben den Antriebsrädern – fallen im eingeklappten Zustand kaum auf.
Einrichtung: Wie schnell ist der Ecovacs X11 Omni Cyclone betriebsbereit?
Die Einrichtung erfolgt über die Ecovacs Home App aus den bekannten App-Stores. Nach Erstellung eines Accounts fügt man den Roboter über den QR-Code hinzu, der sich unter dem Deckel auf der Oberseite befindet. Der X11 benötigt ein 2,4-GHz-WLAN. Nach erfolgreicher Verbindung startet die Kartierung und anstehende Updates werden ausgeführt.
Ecovacs Deebot X11 Omni Cyclone – App & Einrichtung
Die App selbst wirkt übersichtlich und bietet alle wichtigen Funktionen. Die Hauptansicht zeigt ein Bild des Saugroboters und ermöglicht die Auswahl spezieller Reinigungsmodi. Kartenverwaltung, Raumaufteilung, virtuelle Wände und No-Go-Zonen – alles vorhanden. Ecovacs hat an Details geschraubt und bietet nun eine verbesserte Übersicht über aktuelle Reinigungsaufgaben, deren Reihenfolge und die Ergebnisse. Die Wischwassermenge lässt sich zwischen 0 und 50, die Saugleistung zwischen Leise, Standard, Hoch und Max einstellen. Auch eine Live-Videostream-Funktion ist integriert, über die man sich vom Smartphone auf die Kamera des Roboters schalten kann.
Allerdings hat die App noch Fehler, die verwirren: Kartenänderungen speichert man etwa durch „Abbrechen“ statt „Bestätigen“ – das ist kontraintuitiv und sollte längst behoben sein. Die Sprachansagen des Roboters sind teilweise eigenwillig formuliert und sehr ausführlich. Der X11 kommentiert jede Aktion mit einer detaillierten Erklärung – das nervt schnell. Immerhin bietet der Hersteller inzwischen einen Button zum Verkürzen der Ansagen auf das Wesentliche. Wahlweise lassen sie sich komplett deaktivieren, dann verpasst man aber wichtige Meldungen wie leere Wassertanks oder Fehlermeldungen ohne Blick auf die App.
Der integrierte Sprachassistent Yiko lässt sich mit „OK Yiko“ aktivieren und versteht Befehle wie „Reinige die Küche“ oder „Fahre zur Station zurück“. Das funktioniert zuverlässig, ist aber nicht zwingend notwendig, da die App-Steuerung komfortabler ist. Die Integration von Amazon Alexa, Google Assistant und Matter erweitert die Smart-Home-Möglichkeiten. Insgesamt dauert die Ersteinrichtung etwa 30 Minuten – das ist Standard und geht nicht schneller oder langsamer als bei der Konkurrenz.
Navigation: Wie gut erkennt der Ecovacs X11 Omni Cyclone Hindernisse?
Die Navigation des X11 Omni Cyclone funktioniert grundsätzlich zuverlässig, wirkt aber eigenartig und teilweise unlogisch. Der Roboter reinigt alle Bereiche und lässt nichts aus, die Wegplanung erscheint jedoch oft willkürlich. Wo andere Roboter systematisch den ausgewählten Bereich in gleichmäßigen, durchgehenden Bahnen abarbeiten, wählt der X11 manchmal überraschende Routen – springt zwischen Bereichen hin und her oder fährt Zickzack-Kurse, wo gerade Bahnen effizienter wären. Das Endergebnis stimmt, der Weg dorthin wirkt aber unnötig kompliziert.
Die Objekterkennung mit Kamera und Lidar arbeitet bei den meisten Hindernissen solide. Flache Gegenstände, Kabel und größere Objekte werden erkannt und umfahren. Problematisch wird es in unserem Standard-Testszenario mit mehreren unter einen Tisch geschobenen Stühlen. Hier zeigt der X11 echte Schwächen: Er navigiert sich zwischen die Stuhlbeine hinein und kommt dann nicht mehr elegant heraus. Stattdessen beginnt er, die Stühle mit seinem Frontschild durch die Gegend zu schieben und gegen Stuhlbeine anzufahren. Das ist kein komplettes Versagen – er befreit sich letztlich selbst – aber die Methode ist alles andere als intelligent und einem 2025er-Topmodell nicht angemessen.
Gegen Glastüren zwischen Räumen stupst der Roboter gelegentlich, obwohl die Sensorkombination diese eigentlich erkennen sollte. Das passiert nicht durchgehend, aber häufiger als bei Premium-Konkurrenten. Die allgemeine Hinderniserkennung funktioniert bei normalen Möbeln, Wänden und größeren Gegenständen aber zuverlässig.
Sehr positiv ist die Kletterfunktion: Die zwei Gummihebel fahren bei Bedarf aus und drücken den Roboter nach oben. Schwellen bis 2,4 cm werden souverän überwunden, zusammenhängende Stufen sogar bis 4 cm. Das erweitert den Einsatzbereich erheblich – viele Konkurrenten scheitern schon an 2 cm hohen Türschwellen. Die ausfahrbare Seitenbürste verbessert die Kantenreinigung, auch wenn sie keine Wunder vollbringt.
Reinigung: Wie gut saugt und wischt der Ecovacs X11 Omni Cyclone?
Die Reinigungsleistung des X11 Omni Cyclone zeigt ein gespaltenes Bild. Auf Hartböden arbeitet das Gerät grundsätzlich zufriedenstellend. Mit 19.500 Pa Saugleistung und einem Luftdurchsatz von 18 Litern pro Sekunde sammelt der Roboter 85 bis 90 Prozent des ausgebrachten Testschmutzes ein. Krümel, Staub und leichte Verschmutzungen verschwinden meist im ersten Durchgang im 220 ml fassenden Staubbehälter. Die einzelne Bodenbürste arbeitet effektiv, könnte aber bei groben Verschmutzungen an ihre Grenzen stoßen – hier wären zwei Bürsten wie bei manchen Konkurrenten vorteilhaft.
Die Omzo Roller 2.0 Wischwalze wurde gegenüber dem Vorgänger verbessert und arbeitet nun mit höherem Anpressdruck. Sie rotiert während der Reinigung und wird regelmäßig in der Station mit 75 Grad heißem Wasser gewaschen. Das ist solide, aber nicht spitze – der Dreame Aqua Clean 10 Roller (Test folgt demnächst) reinigt seine Walze mit bis zu 100 Grad. Der 110 ml große interne Frischwassertank wird automatisch aus der Station nachgefüllt. Die Wischleistung auf Hartböden ist ordentlich, leichte Flecken werden überwiegend entfernt. Bei hartnäckigen, eingetrockneten Verschmutzungen muss der Roboter aber mehrfach darüberfahren.
Das große Problem zeigt sich bei Teppichen. Hier offenbart der X11 gleich mehrere Schwächen. Zunächst fehlt ihm eine automatische Abdeckhaube für die Wischwalze, wie sie etwa der Mova Z60 Ultra Roller (Testbericht) bietet. Zwar hebt der Roboter die Walze um 10 mm an und deaktiviert sie auf Teppichen, aber allein durch den Kontakt mit der feuchten Walze wird Feuchtigkeit auf den Teppich übertragen. Es ist nicht viel, aber es ist spürbar und bei empfindlichen Teppichen problematisch.
Die Saugleistung auf Teppichen enttäuscht ebenfalls. Bei unserem Test mit eingetretenem, feinem Schmutz (simuliert durch Mehl) bleibt selbst auf kurzflorigen Teppichen deutlich sichtbar Schmutz zurück. Wir mussten von Hand nacharbeiten. Auf längerflorigem Teppich weigert sich der X11 teilweise komplett zu fahren – erkennt er ihn, fährt er drumherum. Schafft er es doch darauf, ist die Saugleistung zu schwach, um Schmutz zwischen den längeren Fasern herauszuziehen. Insgesamt holt der Roboter aus Teppichen nur etwa 65 Prozent des ausgebrachten Testschmutzes – das ist deutlich unterdurchschnittlich.
Für unseren 60 m² großen Testraum benötigt der X11 etwa 75 Minuten bei maximaler Saug- und Wischleistung. Das ist schneller als der X9 mit 94 Minuten. Der Roboter fährt während dieser Zeit dreimal zur Station zurück, um die Wischwalze zu reinigen und nachzuladen. Die Station saugt den Staubbehälter automatisch ab und trocknet die Wischwalze nach der Reinigung mit Heißluft.
Positiv fällt die vergleichsweise niedrige Lautstärke von etwa 55 dB(A) auf. Allerdings stören wie schon bei den Vorgängern die ruckartigen Fahrgeräusche der Elektromotoren etwas. Statt gleichmäßig zu beschleunigen, steuert der X11 die Motoren in Schüben an – das klingt wie billiges Kinderspielzeug und nicht ganz so premium, ist am Ende des Tages aber Meckern auf hohem Niveau.
Der Hersteller bewirbt 150 Tage ohne Wartung, was unrealistisch ist. Nach unserer Erfahrung muss der kleine Schmutzwassertank auf der Rückseite des Roboters, wo das von der Kunststofflippe abgestreifte Schmutzwasser gesammelt wird, je nach Nutzung mindestens einmal pro Woche gereinigt werden. Auch der Abstreifer an der Wischwalze benötigt regelmäßige Reinigung, da sich hier durch die Feuchtigkeit sonst schnell unangenehme Gerüche bilden.
Akkulaufzeit: Wie lange arbeitet der Ecovacs X11 Omni Cyclone?
Bei maximaler Saugleistung und Wischwassermenge verbraucht er in unserem 60 m² großen Testraum knapp 60 Prozent der Akkuladung. Der Roboter fährt dreimal zur Station zurück und lädt währenddessen nach. Stellt man die Einstellungen herunter, verlängert sich die verfügbare Laufzeit.
Die Schnellladefunktion lädt den Akku in unter drei statt vier Stunden vollständig auf. Der Hersteller empfiehlt das Gerät für Räume bis 150 m². Für größere Wohnungen reicht das mit Zwischenladen aus. Die automatische Wiederaufnahme nach dem Laden funktioniert zuverlässig.
Preis: Was kostet der Ecovacs X11 Omni Cyclone?
Mit 1299 Euro UVP greift Ecovacs tief ins Regal. Zum Testzeitpunkt kostet der X11 bei Amazon 1201 Euro. Das ist viel Geld für einen Roboter, dessen größte Neuerungen der beutellose Staubbehälter und die Schnellladefunktion sind. Ja, die Omzo Roller wurde verbessert und bietet höheren Anpressdruck, zudem gibt es eine verbesserte Kletterfunktion. Im Alltag hat sich aber relativ wenig verändert. Zum gleichen Preis bekommt man bessere Modelle wie den Mova Z60 Ultra Roller (Testbericht) oder den Roborock Saros 10R (Testbericht). Letzterer glänzt mit hervorragender Navigation und einer der besten Apps am Markt. Das Vorgänger-Vorgängermodell X8 Pro Omni kostet aktuell nur 684 Euro – ein besserer Deal.
Fazit
Der Ecovacs X11 Omni Cyclone zeigt innovative Ansätze, kann aber nicht in allen Bereichen überzeugen. Die beutellose Staubentsorgung funktioniert einwandfrei und spart langfristig Folgekosten und Müll – ein echter Pluspunkt für umweltbewusste Nutzer. Die Kletterfunktion meistert Schwellen bis 2,4 cm und erweitert damit den Einsatzbereich erheblich. Zudem arbeitet der X11 angenehm leise, die Schnellladefunktion in unter drei Stunden ist praktisch im Alltag.
Die Navigation zeigt allerdings Schwächen. Wo Vorgänger und Konkurrenten eleganter um Hindernisse navigieren, schiebt der X11 manchmal Möbel durch die Gegend. Die Wegplanung wirkt mitunter ineffizient. Auf Hartböden reinigt der Roboter mit 85 bis 90 Prozent Schmutzaufnahme ordentlich, bei Teppichen schwächelt er aber deutlich und lässt einiges liegen. Die fehlende Walzenabdeckung führt zu leicht feuchten Teppichen – hier bieten andere Hersteller durchdachtere Lösungen. Die beworbenen 150 Tage ohne Wartung sind zu optimistisch, wöchentliche Reinigung einzelner Komponenten bleibt notwendig.
Für 1299 Euro UVP erwarten wir mehr Perfektion. Konkurrenten wie der Roborock Saros 10R oder der Mova Z60 Ultra Roller bieten zum gleichen Preis bessere Navigation und durchdachtere Details. Wer die bessere Kletterfunktion und Beutellosigkeit nicht benötigt, fährt mit dem X8 Pro Omni für nur 684 Euro deutlich günstiger. Der X11 Omni Cyclone ist kein schlechter Saugroboter, aber bei diesem Preis gibt es ausgefeiltere Alternativen. Für Nutzer, denen die beutellose Entsorgung und hohe Schwellen wichtig sind, kann er trotzdem die richtige Wahl sein.
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VW ID.4 wird zum ID. Tiguan
VWs Elektromodelle verlieren allem Anschein nach sukzessive ihre Ordnungsnummern. Der ID.2, der ID. Polo heißen wird, war nur der Anfang. Auch beim ID.4 steht der „neue“ Name fest.
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Aus dem ID.4 wird gegen Ende dieses Jahres im Zuge eines „Reskins“ der ID. Tiguan. Die Umbenennung bestätigte die IG Metall Emden im Laufe einer Veranstaltung öffentlich, wie zuerst die Ostfriesenzeitung berichtete. Laut der Gewerkschaft soll die Produktion des ID. Tiguan in Emden bis Ende 2031 laufen.
Alte Namen für neue Modelle
Mit dem ID.4 erhält nach dem VW ID.2all – nun ID. Polo – das zweite Elektromodell des Wolfsburger Autoherstellers den Namen eines bekannten Modells aus dem VW-Konzern. Zwar ist der 2007 eingeführte Tiguan historisch noch nicht so gefestigt wie der VW Polo, den es seit 1975 gibt. Doch scheint es so, dass die Konzernführung unter Oliver Blume die unter seinem Vorgänger Herbert Diess eingeführten Ordnungszahlen der ID-Serie loswerden möchte.
Zudem dürfte es wenig sinnvoll sein, bei den Modellserien zwischen Verbrennern und E-Autos zu trennen, da Volkswagen nach eigenen Aussagen immer stärker auf E-Mobilität setzen wird. Außerdem möchte VW mit der Umbenennung die Elektromodelle stärker emotional aufladen und eine Nähe zu den etablierten Baureihen schaffen.
Optische Anpassungen erwartet
Überdies soll das Design der ID-Familie weniger eigenständig werden und sich der Optik der Verbrenner-Baureihen nähern. Das sieht man schon beim ID. Polo, der gesetzter und weniger an der ID.-Serie orientiert ist. Diese Entwicklung wird auch dem ID. Tiguan widerfahren: Von Carscoops veröffentlichte Bilder deuten darauf hin, dass die Optik ein wenig am Tiguan angelehnt wird, aber auch Anleihen vom bisherigen ID.4 zu erkennen sind. Darüber hinaus sollen im Innenraum, wie beim ID. Polo, physische Tasten und Schalter eine wichtige Rolle spielen, darunter ein echter Lautstärkeregler. Damit reagiert VW auf die Kritik an den berührungsempfindlichen Bedienelementen im aktuellen ID.4.
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Zudem soll das E-SUV den überarbeiteten modularen Elektrobaukasten MEB+ erhalten, auf dem etwa auch der ID. Polo basieren wird. Es heißt, der ID. Tiguan bekommt damit nicht nur eine modernere Technologiebasis, sondern auch einen neuen Einstiegsmotor. Zumindest die Basisvariante dürfte die kostengünstigere LFP-Zellchemie (Lithium-Eisenphosphat) erhalten, die VW im PowerCo-Werk in Salzgitter fertigt.
Weitere Umbenennungen denkbar
Beim ID. Tiguan wird VW hinsichtlich der Umbenennungen seiner E-Modelle sicherlich nicht Halt machen. Die bisher auf dem Markt befindlichen IDs wie ID.3 und ID.7 könnten mittelfristig in ID. Golf und ID. Passat umgetauft werden. Schon 2023 sagte Thomas Schäfer, Markenchef für VW, dass der Nachfolger des Golf 8, der gegen Ende der 2020er erwartet wird, batterieelektrisch fahren soll. Damit würden letztlich die ID.- und die klassischen Modellreihen ineinanderfließen.
Eine ähnliche Entwicklung werden wir sicherlich beim VW ID.Every1 sehen: Das tendenziell günstigste und kleinste Modell der ID-Serie könnte entweder den Namen ID. Up oder ID. Lupo erhalten, wobei die erste Option näherliegend ist, da sich der Up bis zur Einstellung im Jahr 2023 recht großer Beliebtheit erfreute. VW möchte seine E-Autos ja emotionaler aufladen.
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(afl)
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Angestellte nutzen mit KI gesparte Zeit, um KI-Ergebnisse zu korrigieren
Der Einsatz generativer KI in Unternehmen zeigt sich laut aktuellen Studien als zweischneidiges Schwert: Einerseits berichten Angestellte von Zeitersparnis mit KI-Einsatz, andererseits geht erheblich mehr Zeit dafür drauf, mangelhafte KI-Ergebnisse nachzubessern.
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So hat eine Umfrage des HR- und Finanzsoftwarespezialisten Workday ergeben, dass zwar rund 85 Prozent der befragten Angestellten eine bis sieben Stunden pro Woche mit KI einsparen könnten – aber mit bis zu 40 Prozent werde ein Großteil der Zeitersparnis für Nacharbeit an fehlerhaften KI-Inhalten wieder aufgebraucht. Mit all den Fehlerkorrekturen, dem Umschreiben von Inhalten und der Überprüfung der Ergebnisse kommen Workday zufolge nur 14 Prozent der Befragten mit KI zu einem durchweg klaren, positiven Nettoergebnis.
Oft mangelt es auch an Weiterbildung in dem Feld. Der würden zwar zwei Drittel der Führungskräfte oberste Priorität einräumen – aber nur 37 Prozent der Mitarbeiter, die die meisten Nachbesserungen vornehmen müssen, erklärten, auch Zugang zu Schulungen zu haben. Zudem kämen Einsparungen durch KI auch nur bedingt Mitarbeitern zugute: Rund 32 Prozent der Firmen erhöhten einfach die Arbeitsbelastung – und würden es den Mitarbeitern überlassen, sich selbst mit KI auseinanderzusetzen. Befragt wurden laut Workday weltweit 3200 Angestellte, die aktiv KI nutzen und für Firmen mit mindestens 100 Millionen US-Dollar Jahresumsatz arbeiten.
Mehrere Stunden Nacharbeit pro Woche
Eine Umfrage des Automatisierungsdienstes Zapier unter 1100 KI-Anwendern in Unternehmen beziffert den Nachbearbeitungs-Aufwand für schlechte KI-Inhalte mit 4,5 Stunden pro Woche, also etwas über einen halben Arbeitstag. 58 Prozent hätten angegeben, drei oder mehr Stunden pro Woche damit zu verbringen, 35 Prozent mindestens fünf Stunden und elf Prozent sogar zehn oder mehr Stunden. Lediglich drei Prozent hätten angegeben, dass KI nur selten korrigiert werden muss.
Dessen unbenommen berichteten dennoch 92 Prozent, dass KI sie produktiver mache. Rund die Hälfte habe sogar erhebliche Steigerungen ihrer Produktivität angegeben. Nur ein Prozent habe gesagt, dass die KI sie tatsächlich weniger produktiv macht. Erste negative Konsequenzen aus KI-Patzern sind auch bereits fast drei Vierteln begegnet (74 Prozent). Unter anderem in Form von Kundenbeschwerden, Datenschutz- und Sicherheitsvorfällen oder Arbeitsergebnissen, die von Kollegen wegen Qualitätsmängeln zurückgewiesen wurden.
Dabei unterscheidet sich der KI-Korrekturaufwand je nach Abteilung. Bei Ingenieuren, ITlern und Datenfachleuten seien es im Schnitt fünf Stunden Nacharbeit und 78 Prozent seien schon mit Problemen wegen KI-Inhalten konfrontiert gewesen. In Finanz- und Buchhaltungsteams seien es im Schnitt 4,6 Stunden KI-Korrekturen, und 85 Prozent berichteten schon von Negativkonsequenzen wegen plausibel klingendem KI-Blödsinn. Vertriebler und Kundensupport scheint es mit drei Stunden Nacharbeit und 62 Prozent, die von eingetretenen Problemen berichten, weniger zu treffen.
Nein? Doch! Oh!
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Insgesamt scheint sich unter dem Zusammentreffen von generativer KI und Arbeitsrealität auch das Marketing-Narrativ zu wandeln. Statt den Versprechen unbegrenzter Produktivität und Arbeitnehmer-Ersetzung werden nun zunehmend „harte Arbeit“ und Change-Management in den Vordergrund gerückt. Das müssten Unternehmen leisten, wenn sie die Früchte der Technologie auch ernten wollten. Unter anderem war das kürzlich von Microsoft-Chef Satya Nadella bei seinem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu vernehmen.
Messbarer Wert durch die KI-Einführung kommt bei der Mehrheit der Unternehmen bislang noch nicht an, wie verschiedene Studien der Beratungsgesellschaften Deloitte, PwC und BCG nahelegen. Nur rund 12 Prozent der befragten Unternehmen hätten bislang Kosteneinsparungen und Wertzuwachs damit erzielt, stellte etwa PwC fest.
(axk)
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TNBT sagt Tschüss: Auf Wiedersehen, Vision Pro | TNBT-Podcast
Ein massiver Sprung bei der Bildqualität, ein ausgefleischtes Betriebssystem, funktionierende Augen- und Gestensteuerung sowie tiefe Integration in das Apple-Ökosystem: Die Vision Pro brachte viel frischen Wind in die Virtual-Reality-Welt und tritt trotzdem auf der Stelle. Die Probleme und Fehlstellen sind hinlänglich bekannt – zu teuer, zu unpraktisch, kaum alltagstauglich, wenige Apps.
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In Episode 59 – der letzten Folge – spricht Leo Becker noch einmal mit Mark Zimmermann, Leiter für mobile Lösungen bei EnBW. Wir tauschen uns über die vergangenen knapp zwei Jahre mit der Vision Pro aus, was wir über räumliches Computing gelernt haben – und wie KI der Vision Pro den Boden unter den Füßen weggezogen hat.
Seit Mitte 2023 – kurz vor der Enthüllung der Vision Pro – setzte sich TNBT mit den vielen offenen Fragen rund um VR-Headsets und Apples Rolle in diesem Segment auseinander. „The next big thing“ ist die Vision Pro nicht geworden. Offen bleibt, ob sich Apple damit in eine Sackgasse manövriert hat oder doch ganz langsam die Basis für etwas Neues schaffen kann. Wir sagen jedenfalls Danke fürs Zuhören und das Feedback.
(lbe)
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