Digital Business & Startups
Flexible Arbeitsmodelle im Alltag: Ein Balanceakt für Unternehmen
#Gastbeitrag
„New Work“ ist nicht synonym zu Laissez-faire. Es braucht Strukturen und klare Regeln sowie Rahmenbedingungen, ebenso ist aber Flexibilität nicht länger verhandelbar. Unternehmen bleibt damit nur, sich den neuen Spielregeln des Arbeitsmarktes hin anzupassen.

Die Corona-Pandemie liegt zwar schon einige Jahre in der Vergangenheit, geblieben sind aber die zum damaligen Zeitpunkt aus der Notwendigkeit heraus entstandenen flexiblen Arbeitsmodelle. Homeoffice, Hybrid-Work und Vertrauensarbeitszeit sind in Unternehmen heute präsenter als je zuvor, auch weil Arbeitnehmende sie konsequent für sich einfordern und zur Verhandlungsmasse deklarieren. Unternehmen müssen damit einen Balanceakt meistern.
Arbeit muss heute ganzheitlich neu gedacht werden
Speziell die Generationen Y und Z legen viel Wert auf Work-Life-Balance und mehr Flexibilität: Gleichermaßen sind jüngere Generationen ihrem Arbeitgeber längst nicht mehr so verbunden wie frühere Generationen. Wer als Unternehmen qualifizierte Fachkräfte dauerhaft an sich binden und kontinuierlich weiterentwickeln möchte, muss jenen also entgegenkommen. Dabei hat sich zugleich die Gewichtung der Benefits aus Arbeitnehmendensicht verändert: Ein Dienstwagen ist heute längst nicht mehr so ein attraktiver Benefit wie früher, viel mehr Wert wird stattdessen auf flexible Arbeitsorte und -zeiten gelegt.
Speziell im Hinblick auf die internationale Konkurrenz und den in Deutschland omnipräsenten Fachkräftemangel, gepaart mit einer ungünstigen demografischen Entwicklung, die künftig nur noch stärker zur Herausforderung avancieren wird, stehen Unternehmen unter Zugzwang. Sie müssen sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, um qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Hybride Arbeitsmodelle und Homeoffice-Lösungen sind dabei zwei wichtige Werkzeuge: Schon beim Recruiting sorgen beide dafür, dass Unternehmen ihren Suchradius nach neuen Fachkräften signifikant ausweiten können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vertrauensarbeitszeit: Speziell jüngere Generationen möchten nicht nur „Arbeitszeit absitzen“, sondern rücken den Fokus stärker auf die tatsächlichen Ergebnisse. Auch in der Wissenschaft wird schon länger argumentiert, dass mehr Arbeitszeit nicht automatisch in mehr Produktivität oder besseren Ergebnissen resultiert. Vertrauensarbeitszeit und ein strategisches Umdenken kann hier helfen – bei dem die Ergebnisse, statt den geleisteten Stunden unter die Lupe genommen werden.
Flexibilität und unternehmenseigene Strukturen verbinden ist dennoch eine Herausforderung
Es liegt in der Natur der Sache, dass in den meisten Unternehmen einzelne Mitarbeitende nicht in einem Vakuum agieren, sondern eine konsequente Abstimmung gegenüber anderen Mitarbeitenden erforderlich ist. Unternehmen müssen sich daher strukturell anpassen: Innerhalb von Teams und Abteilungen gilt es Transparenz zu schaffen, auch Projekte und Arbeitszeiten gehören koordiniert. Hier helfen beispielsweise digitale Kalender, Statusmeldungen und natürlich Kernarbeitszeiten. Speziell bei der Kommunikation können digitale Tools etabliert werden, so dass auch Remote-Arbeitende leicht an Meetings und Projektgesprächen teilnehmen können. Führungskräfte müssen zugleich ihren Stil anpassen: Denn die Produktivität muss im Homeoffice nicht zurückgehen, aber Mitarbeitende müssen anders geführt und geleitet werden, als es bei einer dauerhaften Präsenzarbeit der Fall wäre.
Digitale Zeitmanagement-Lösungen und HR-Tools als Schnittstelle
Die Digitalisierung kann und soll Effizienz- sowie Produktivitätssteigerungen mit sich bringen. Zugleich liefern digitale Schnittstellen, was flexible Arbeitsmodelle anbelangt, essentielle Rückendeckung. Mit der klassischen „Zettelwirtschaft“ kommen Unternehmen und Organisationen nicht weiter, wenn ein guter Teil der Mitarbeitenden gar nicht dort ist, wo die jeweiligen Zettel und Dokumente sind. Das fängt schon bei Routineaufgaben an, beispielsweise in der Personalabteilung: Mit modernen HR-Lösungen können Urlaubsanträge, Krankmeldungen und die Zeiterfassung vollständig digitalisiert und oftmals auch teilweise oder ganzheitlich automatisiert werden.
Das optimiert die Kommunikation untereinander sowie zwischen Abteilungen, zugleich erleichtert es Führungskräften und Projektmanagern die Planung. Auch flexible Arbeitszeiten und Remote-Arbeit müssen so nicht in mehr Bürokratie ausufern, wenn die daran geknüpften bürokratischen und organisatorischen Vorgänge digital und softwaregestützt optimiert werden. Weiterführende Informationen zu modernen Lösungen rund um Arbeitszeit- und HR-Management finden Leser bei Haufe. Frühzeitig solche Strukturen und digitalen Helfer im Unternehmen zu etablieren ist notwendig: Denn eine Rückkehr in ältere, traditionelle Arbeitsverhältnisse und Arbeitsweisen gilt für die nachkommenden und jüngeren Arbeitnehmendengenerationen als ausgeschlossen.
Sich der Digitalisierung zu verwehren, ist also keine Option: Weder ganzheitlich noch auf einzelne Prozesse bezogen. Unternehmen, vor allem solche im Mittelstand, die um Fachkräfte mit großen internationalen Organisationen und Konzernen konkurrieren müssen, sollten sich daher besser zu früh als zu spät entsprechend positionieren.
Flexibilität ist ein Muss – klare Strukturen aber ebenfalls
„New Work“ ist nicht synonym zu Laissez-faire. Es braucht Strukturen und klare Regeln sowie Rahmenbedingungen, ebenso ist aber Flexibilität nicht länger verhandelbar. Unternehmen bleibt damit nur, sich den neuen Spielregeln des Arbeitsmarktes und auf Arbeitnehmende hin anzupassen. Das gelingt mit stabilen, verlässlichen und transparenten digitalen Strukturen, die nicht nur dauerhaft die Kosten senken können, sondern auch maßgeblich Anteil an einer effizienten Umsetzung von modernen Arbeitsmodellen haben.
Foto (oben): pexels, Faizur Rehman
Digital Business & Startups
Andercore erhält 30 Millionen – Stenon sammelt 18 Millionen ein – alqem bekommt 8 Millionen
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ Andercore erhält 30 Millionen +++ Stenon sammelt 18 Millionen ein +++ alqem bekommt 8 Millionen +++ CCRAFT streicht 7,8 Millionen ein +++ FENKA Robotics erhält 3 Millionen +++ Vytal bekommt weitere Millionen +++ Holidu übernimmt Gites.com +++

Im #DealMonitor für den 06. Juli werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
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INVESTMENTS
Andercore
+++ UniCredit und KfW gewähren dem Berliner Startup Andercore eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 30 Millionen Euro. „The financing positions Andercore to accelerate across Europe, in one of the largest and most fragmented sectors of the global economy“, teilt das Team mit. Das Berliner Unternehmen, 2021 von Elsa Cordonnier und Philipp Andernach, die zuvor bei Service Partner One (jetzt SoniQ) aktiv waren, gegründet, positioniert sich als „KI-gestützte Handelsplattform für industrielle Beschaffung“. Der tschechische ClimateTech-Investor Inven Capital, Atomico, Project A und Co. investierten zuletzt 40 Millionen US-Dollar in Andercore. Insgesamt flossen in den vergangenen Jahren bereits 75 Millionen US-Dollar in die Jungfirma. Mehr über Andercore
Stenon
+++ Der niederländische Impact-Investor Pymwymic, DeepTech & Climate Fonds (DTCF) sowie Altinvestoren wie Atlantic Labs, Oyster Bay Venture Capital, Founders Fund, Time Ventures und Bernd Hoffmann investieren 18 Millionen Euro (Series B) in Stenon. Das Unternehmen aus Potsdam, das 2018 von Niels Grabbert und Dominic Roth geführt wird, kümmert sich mit Hilfe von Sensor-Technologie um laborunabhängige Bodenanalyse. Mit dem sogenannten FarmLab, einer Art mobilem Labor für Bodenanalysen, müssen Landwirte ihre Proben nicht mehr in ein Labor schicken, sondern können diese direkt vor Ort analysieren. „This investment will help us accelerate our mission of bringing real-time nitrogen and soil intelligence to agriculture at scale, expand our presence in key markets, and advance the next generation of Stenon technology“, teilt das Team mit. Founders Fund, The Production Board, Cherry Ventures und Atlantic investierten zuletzt 20 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Atlantic hielt zuletzt 16 % am Unternehmen. Mehr über Stenon
alqem
+++ Der Münchner Geldgeber UVC Partners und der US-Investor Union Square Ventures (USV) investieren im Rahmen einer Pre-Seed-Investmentrunde 8 Millionen Euro in alqem. Das DeepTech-Startup, 2026 von Hanh Nguyen, Tiago Cerqueira und Milan Allan (CSO) in Garching bei München gegründet, entwickelt eine KI-Plattform zur „Kommerzialisierung neuartiger Materialien“. Eigene Laborkapazitäten zur Synthese stellen dabei sicher, „dass aus digitalen Vorhersagen reale Materialien werden“. Das Team hinter alqem machte sich zuvor mit der Materialdatenbank Alexandria, einen Namen. UVC hält nun rund 14 % an alqem. Auf USV entfallen rund 13 %. Mehr über alqem
CCRAFT
+++ Der Schweizer Investor QBIT Capital, Zürcher Kantonalbank, Apprecia Capital, Spacewalk, Blue Wonder Ventures sowie „ein führendes europäisches Unternehmen im Bereich KI-Infrastruktur“ investieren 7,8 Millionen US-Dollar in CCRAFT. „Darüber hinaus hat CCRAFT bereits mehr als USD 3,5 Millionen (CHF 3 Millionen) an öffentlichen Fördergeldern und kantonaler Unterstützung gesichert“, heißt es in einer Presseaussendung. Das Schweizer DeepTech-Unternehmen mit Sitz in Neuchâtel, 2025 von Andreas Voelker, Hernán Furci und Hamed Sattari gegründet, entwickelt „photonische Chips auf Basis von Dünnschicht-Lithiumniobat“. Mehr über CCRAFT
FENKA Robotics
+++ Die Süddeutsche Kreissparkasse investiert 3 Millionen Euro (Fremdkapital) in FENKA Robotics. Das Robotik-Startup aus Berlin, von Moritz Fendt und Niklas Janka gegründet, „widmet sich dem Kampf gegen den Fachkräftemangel in der Serviceindustrie mithilfe des Einsatzes von innovativen Robotiklösungen“. Das frische Kapital soll den „Rollout der autonomen Serviceroboter beschleunigen“. Mehr über Fenka Robotics
Vytal
+++ Der tschechische ClimateTech-Investor Inven Capital und Co. investieren eine weitere Millionensumme in Vytal. Das Kölner GreenTech, 2019 von Tim Breker und Sven Witthöft gegründet, setzt auf eine „software-basierte Lösung für Mehrwegverpackungen“. Zielgruppe waren zunächst Take-away- und Delivery-Dienste. Inzwischen setzt das Team verstärkt auf den Sport- und Entertainmentsektor. Mit dem frischen Kapital möchte das Team „seine Plattformtechnologie weiter ausbauen, in digitale Infrastruktur investieren und das Wachstum in Europa und Nordamerika beschleunigen“. Inven Capital und NRW.Venture, Emerald Technology Ventures und Co. investierten zuvor bereits mehr als 20 Millionen Euro in Vytal. Inven hält derzeit rund 12 % am Unternehmen. Mehr über Vytal
MERGERS & ACQUISITIONS
Holidu – Gites.com
+++ Das Münchner Ferienhaus-Scaleup Holidu übernimmt den 2001 gegründeten niederländischen Ferienhausdienst Gites.com. Die Transaktion ist die 14. Akquisition des Unternehmens. „Die Übernahme folgt der Strategie von Holidu, etablierte regionale Ferienhausportale in die eigene Technologieplattform zu integrieren“, heißt es in einer Presseaussendung. Das Münchner Travel-Unternehmen, 2014 von Johannes Siebers und Michael Siebers gegründet, hilft Gastgeberinnen und Gastgebern „mit weniger Aufwand mehr Buchungen zu erzielen“. Die israelischen Growth-Investoren Key1 Capital und Vintage Investment Partners sowie Prime Ventures und weitere Altinvestoren investierten zuletzt 46 Millionen Euro in Holidu. Mehr über Holidu
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
Digital Business & Startups
„Schnecke statt Unicorn“: Warum diese Gründer keinen VC wollten
Lukas Haemisch hatte erreicht, wovon viele Gründer träumen: Er hatte ein Data-Startup mit aufgebaut, dessen Verkauf an Thyssenkrupp begleitet und führte anschließend ein Team im Konzern. Doch statt Sicherheit wollte er wieder Freiheit. „In einem Konzern gibt es viele Interessen, viele Meinungen und viele Ziele“, sagt er. Gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen Reiner Kurzhals und Patrick Petter gründete er deshalb 2025 Datasphere Analytics.
Die drei kannten sich bereits aus ihrem früheren Startup und verließen Thyssenkrupp gemeinsam. Mit Datasphere Analytics entwickeln sie heute eine KI-Software, die Materialpreise analysiert und Unternehmen bei ihren Einkaufsentscheidungen unterstützt.
Von Beginn an stand für die Gründer fest: Sie wollten ihr Unternehmen nicht nach den Regeln klassischer Venture-Capital-Finanzierungen aufbauen. „Unser ursprünglicher Plan war, zunächst eigenes Kapital zu investieren und zu schauen, wie sich das erste Jahr entwickelt“, sagt Haemisch.
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Business Angel hilft beim Netzwerk
Datasphere Analytics liefert KI-gestützte Analysen für Materialpreise. Dafür wertet die Software Nachrichtenmeldungen aus und leitet ab, wie sich bestimmte Rohstoffe entwickeln. Damit sollen Industrie-Unternehmen effizient ihre Einkäufe planen können. Vier Großkunden habe das Startup inzwischen, vom Dax-Konzern bis zum Mittelständler, sagt Haemisch.
Mit solchen Softwares kennen sich die Gründer aus, Kurzhals etwa ist Professor für Data Science an der FH Münster. Im Rohstoffmarkt sind sie allerdings neu. “Wenn man – wie wir – aus dem KI-Umfeld kommt und nicht direkt aus der Branche, muss man die Zielgruppe erst verstehen”, sagt Haemisch. “Man muss ihre Sprache lernen und ihre Herausforderungen kennen.”
Dafür haben sie einen Experten: Noch in der Gründungsphase lernten sie einen Manager aus der Energiebranche kennen. Er hatte Kontakte, Fachwissen – und ihm gefiel die Idee. Bald habe er ihnen eine niedrige siebenstellige Summe angeboten für den Einstieg als Mit-Gesellschafter, sagt Haemisch. “Darüber haben wir viele Gespräche geführt, bevor wir uns entschieden haben.”
Denn die Gründer wollten eigenständig bleiben, ihr Produkt entwickeln und eine Basis aufbauen. “Dann ist klar, wofür das Unternehmen steht”, sagt Haemisch. Das machten sie ihrem potenziellen Partner klar. Der war einverstanden: Er würde investieren, das Startup beraten, aber als Business Angel im Hintergrund bleiben und nicht öffentlich auftreten. Also vereinbarten sie den Deal und sammelten den Millionenbetrag ein – pünktlich zur Gründung.
“Unser Business Angel kennt den Markt, die Unternehmen und die Probleme der Branche sehr genau”, sagt Haemisch. “Dieses Wissen bringen wir direkt in unser Produkt ein, ohne selbst jahrelang in der Energiewirtschaft gearbeitet zu haben.”
Die persönliche Nähe des Partners habe sie überzeugt. “Wenn man sich einen engen Sparringspartner oder Mentor wünscht, der nah am Unternehmen ist, dann ist ein Business Angel aus meiner Sicht oft die bessere Wahl.”
Weniger KPI-Stress für den Team-Spirit
Deshalb pitchten die Gründer ihr Konzept nicht bei einem VC. “Viele Startups sprechen von der Rakete oder dem Unicorn. Der Unterschied zeigt sich im Alltag sehr deutlich. Wenn ein VC Millionen Euro in ein Startup investiert, müssen Gründer in kurzer Zeit bestimmte Wachstumsziele erreichen”, sagt Haemisch. “Das bedeutet oft, dass sie eine Heads-of-Ebene und Manager oder Vertriebsteams einstellen. Das Geld soll investiert werden – meist in Personal, Prozesse und Tools. Genau das machen wir nicht. Wir schauen uns jede Ausgabe sehr genau an.” Das Team von Datasphere bremst sich bewusst. “Unser Ziel war nie, möglichst schnell zu wachsen, sondern nachhaltig”, sagt Heamisch.
Ihr Motto: “Schnecke statt Unicorn”, sagt Haemisch. Es bedeute Autonomie, denn eine Schnecke “braucht niemanden, der ihr sagt, wie schnell sie zu sein hat”.
Datasphere Analytics stellt behutsam ein, hat mittlerweile vier Mitarbeitende und 20 Freelancerinnen und Freelancer in verschiedenen Ländern. “Sie erleben unsere Arbeitsweise, verstehen unsere Vision und entwickeln ein gemeinsames Verständnis für das Unternehmen”, sagt Haemisch. “Wenn ich dagegen innerhalb weniger Wochen viele Menschen einstelle, kann ich diesen Spirit nicht mehr in derselben Intensität vermitteln.”
Bei VCs “ist die Zusammenarbeit meist deutlich stärker KPI-getrieben. Dort gibt es klare Erwartungen, Zielvorgaben und regelmäßige Meilensteine, die erreicht werden müssen.”
Allerdings wollen die Macher von Datasphere Analytics ein führender Anbieter werden für agentische KI im Rohstoff-Einkauf. Auch ein VC-Investment könne sich das Team dafür vorstellen. “Wir diskutieren dieses Thema regelmäßig. Ich glaube sogar, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt notwendig sein wird – allein, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können”, sagt Haemisch. “Mit mehr Kapital könnten wir zusätzliche Zielgruppen erschließen, unser Produkt schneller weiterentwickeln oder früher international expandieren”, sagt Haemisch.
Diese Prozesse dauerten mit einem einizigen Business Angel länger. “Das nehmen wir bewusst in Kauf, weil unser Ziel nicht ein schneller Exit ist, sondern der nachhaltige Aufbau unseres Unternehmens.”
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So findet ihr den richtigen Business Angel
Hier verrät Haemisch, woran er und sein Team gemeinsam mit ihrem Business Angel erkannten, dass die Zusammenarbeit passt.
Wer sich für externes Kapital entscheidet, müsse Kompromisse eingehen. “Der Investor gehört dann zum Unternehmen und seine Interessen sind genauso relevant. Darüber sollte sich jeder Gründer bewusst sein, bevor er externe Geldgeber aufnimmt.” Ein Investment sei mehr als Angebot und Unterschrift. “Man diskutiert über Beteiligungshöhen, Gesellschaftsverträge, Visionen und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.”
Es gehe vor allem um die Frage: „Passt diese Person zu unserem Gründerteam? Passt sie zu unserer Unternehmenskultur? Teilt sie unsere Vision?“
Haemisch rät, möglichst viel Zeit mit einem potenziellen Business Angel zu verbringen – auch außerhalb von Meetingräumen. Wir waren gemeinsam Tennis oder Padel spielen, zusammen essen und auch mal auf ein Bier unterwegs”, sagt er. “Dabei geht es nicht in erster Linie um das Produkt oder das Investment, sondern um den Menschen. Wenn man gründet – besonders im Team –, dann ist das fast wie eine Ehe. Man muss wissen, wie die andere Person denkt und handelt.”
Setzt deshalb eure Sales-Brille ab, zeigt euch authentisch. “Am Ende holt man sich einen Mitgesellschafter oder Investor ins Unternehmen. Diese Person sollte auch in schwierigen Phasen hinter einem stehen. Wenn der menschliche Fit nicht stimmt, werden viele Situationen unnötig kompliziert.”
Er selbst habe diese Fragen geklärt:
- Wie stark möchte sich der Investor tatsächlich einbringen?
- Wie tickt er menschlich?
- Welchem Führungsstil folgt er?
- Welche Erfahrungen bringt er aus der Zusammenarbeit mit Teams mit?
Und Haemisch rät, die Unternehmen kennenzulernen, in die der Business Angel bereits investiert – sofern die Investorin oder der Investor das zulässt. “Sprecht mit den Gründern, lernt die Kultur kennen und verschafft euch möglichst viele Perspektiven.”
Denn “je besser ihr die Person kennt, desto besser könnt ihr einschätzen, ob eine langfristige Zusammenarbeit funktioniert”, sagt er.
Digital Business & Startups
Eine Sommernacht, 10 Startups, viele Ideen
Das Startup Village ist einer der Anziehungspunkte der Cologne Startup Summer Night, die am 8. Juli im Kölner Stadtgarten stattfindet. Dort präsentieren sich zehn ausgewählte Startups mit ihren Ideen und Innovationen – von Biotech und Robotik über Software und Logistik bis hin zu Bildung, Compliance und Deep Tech.
Besucherinnen und Besucher können alle Stände besuchen, mit den Gründerinnen und Gründern ins Gespräch kommen und neue Technologien sowie Geschäftsmodelle aus erster Hand kennenlernen. Das Startup Village bietet damit die Gelegenheit, innovative Produkte live zu erleben, Kontakte zu knüpfen und mehr über die Herausforderungen und Chancen junger Unternehmen zu erfahren.
Die 10 Startups im Startup Village
BIOWEG
BIOWEG aus Quakenbrück, von Prateek Mahalwar und Srinivas Karuturi als Cellulosic Technologies gegründet, entwickelt biobasierte Materialien und Inhaltsstoffe als nachhaltige Alternative zu konventionellen Chemikalien. Das Unternehmen kombiniert Biotechnologie, Materialwissenschaften und KI, um leistungsfähige, tierfreie und skalierbare Inhaltsstoffe für verschiedene Industrien herzustellen. Mehr über BIOWEG
Birdwave
Birdwave aus Aachen, von Amine Kharrat gegründet, unterstützt Industrieunternehmen bei der Einführung von Robotiklösungen. Die Plattform des Startups hilft dabei, passende Robotersysteme und Technologiepartner zu finden, Anwendungsfälle zu bewerten und Automatisierungsprojekte von der Planung bis zur Integration umzusetzen. Mehr über Birdwave
Cynrise
Cynrise aus Aachen, von Franziska Böhle, Francis Lang, Ian Neuling und Dennis Sadecki ins Leben gerufen, hat ein intelligentes Heimenergiemanagementsystem (HEMS) im Angebot. Dieses System besteht aus einem Sicherungskasten, „in den erstmals die hochfrequente, nicht-invasive Lastüberwachungstechnologie (NILM) direkt integriert ist“. Damit hilft Cynrise Privathaushalten dabei, aktiv Energie und Geld zu sparen. Mehr über Cynrise
Detechgene
Detechgene aus Köln, von Reza Esmaillie und Robin Bayer gegründet, bietet Schnelltests zur Detektion von Infektionserregern. „With this fresh capital, Detechgene is consistently pursuing its vision: to make laboratory diagnostics accessible to everyone – fast, mobile and reliable“, teilt das Team mit. Mehr über Detechgene
ecoro
Die Jungfirma ecoro aus Würzburg hat sich der „digitalen Straße“. verschrieben. Das Startup entwirft dafür „Verkehrswege mit Hohlraum unter der Oberfläche“. So soll der Gütertransport unter die Oberfläche wandern und „mehr Platz für den Personenverkehr darüber“ schaffen. Mehr über ecoro
Klared
Klared aus Wien, von Max Tiessler, Miguel López, Pablo Gómez, Izan Leal und Benjami Parellada gegründet, entwickelt eine KI-Plattform für Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Software analysiert Forschungsaktivitäten, Förderprogramme und institutionelle Daten, um passende Fördermöglichkeiten zu identifizieren und den Antragsprozess zu unterstützen. Mehr über Klared
Magister Compliance Safety
Magister Compliance Safety aus Köln digitalisiert die „Arbeitssicherheit an Hochschulen“. Zum Konzept heißt es: „Unsere integrierte Systemlösung aus intelligenter Hardware und Software ermöglicht einen rechtskonformen und lückenlos dokumentierten Maschinenzugang für Werkstätten und Labore. So gewährleisten wir maximale Sicherheit und Effizienz im Hochschulbetrieb.“
PoLightFilters
Das Kölner Startup PoLightFilters, von Andreas Mischok, Anja Lindenau und Elena von der Heyden ins Leben gerufen, hat eine neue Generation optischer Filter für Anwendungen in LiDAR, Sensorik und hochauflösenden Bildgebungssystemen im Angebot. Die Technologie soll die Leistungsfähigkeit optischer Systeme verbessern, indem sie winkelstabile Filter für präzisere Messungen und Bildaufnahmen ermöglicht. Mehr über PoLightFilters
Solid Hour
Das Kölner Startup Solid Hour, von Hendrik Voßkamp angeschoben, arbeitet an anpassbarer ERP-Software für mittelständische Unternehmen. Die Plattform unterstützt Unternehmen dabei, Projekte, Ressourcen und Geschäftsprozesse zentral zu planen, zu steuern und mit lokalen KI-Funktionen effizienter zu gestalten. Mehr über Solid Hour
Wabeeo
Wabeeo, von Johannes Arnz in Köln gegründet, unterstützt die Sprachförderung von Kindern im Kita-Alltag. Das interaktive Sprachlernspiel kombiniert Wortkarten mit einer smarten Audiobox, um spielerisch den Wortschatz, Satzbau und alltägliche Abläufe zu vermitteln – ganz ohne Internetzugang. Mehr über Wabeeo
Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness
In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedIn, Facebook und Instagram.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): KI
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