Connect with us

Künstliche Intelligenz

Geduldsprobe im Orbit: Warum der BND-Spähsatellit Georg weiter am Boden bleibt


Diese Lektion lernte das Bundeskanzleramt auf die harte Tour. Im Jahr 2014, als die Annexion der Krim die europäische Sicherheitsordnung erschütterte, wollte die Bundesregierung genau wissen, ob sich russische Verbände auch verdeckt in der Ostukraine bewegten. Doch der Blick aus dem All blieb verwehrt. Ein privater Anbieter lieferte über Tage hinweg keine Bilder. In diesem Moment stand in der Regierungszentrale fest: Der Bundesnachrichtendienst (BND) sollte nicht länger „blind“ sein und eigene Satelliten erhalten. Doch zehn Jahre später ist dieser Wunsch immer noch nicht Realität.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das spätestens seit 2016 verfolgte Projekt mit dem klangvollen Namen Georg (Globales Elektro-Optisches Reconnaissance System Germany) entwickelt sich zunehmend zu einer unendlichen Geschichte der deutschen Sicherheitspolitik. Wie Recherchen von WDR und NDR ans Licht bringen, wurde der Start des ersten BND-Satelliten erneut verschoben. Ursprünglich für 2022 geplant, wanderte der Termin erst auf 2024, dann auf 2025. Nun heißt es aus Regierungskreisen laut dem Bericht vage, es solle im Lauf von 2026 endlich so weit sein.

Die Mauer des Schweigens um das Vorhaben ist dick. Ein Regierungssprecher verwies schlicht auf die Geheimhaltung und die Zuständigkeit der entsprechenden Bundestagsgremien. Offiziell ist lediglich von einer hohen Planungskomplexität die Rede. Hinter den Kulissen im Berliner Regierungsviertel und beim Bremer Raumfahrtunternehmen OHB, das mit dem Bau beauftragt ist, dürfte die Stimmung aber angespannter sein, als es die kargen Statements vermuten lassen. Ex-BND-Präsident Bruno Kahl hatte zuvor auch Verzögerungen auf der Produktionsseite eingeräumt.

Ein Grund für die aktuelle Zurückhaltung liegt den ARD-Sendern zufolge offenbar in den schmerzhaften Erfahrungen, die die Bundeswehr unlängst machen musste. Sie hatte ebenfalls bei OHB Aufklärungssatelliten bestellt, die 2023 ins All befördert wurden. Doch statt scharfer Aufnahmen gab es zunächst technischen Stillstand: Zwei der drei Radarsatelliten konnten ihre Antennen nicht ausfahren und blieben funktionsunfähig.

Erst nach riskanten Manövern im Orbit gelang es dem Hersteller, die Technik zur Mitarbeit zu bewegen. Der Preis dafür: Die Satelliten verbrauchten bei den Rettungsaktionen so viel Treibstoff, dass ihre voraussichtliche Betriebsdauer im All deutlich verkürzt sein dürfte. Dieses Desaster will das Kanzleramt bei Georg tunlichst vermeiden. Lieber bleibt die Hardware noch einige Monate am Boden, als dass sie als teurer Weltraumschrott endet.

Mehr als eine halbe Milliarde Euro an Steuergeldern soll die Entwicklung des Systems, das nach dem BND-Schutzpatron benannt ist, bereits verschlungen haben. Während der BND auf seine eigenen optischen Systeme wartet, bleibt die technische Abhängigkeit bestehen. Derzeit behilft sich der Auslandsgeheimdienst mit Daten der Bundeswehr, Informationen von Partnerdiensten – allen voran aus den USA – und Zukäufen bei kommerziellen Anbietern.

Weiterlesen nach der Anzeige

Besonders die Dominanz der Vereinigten Staaten und der Mangel an europäischen Alternativen werden in Sicherheitskreisen aber kritisch beäugt. Das Problem zeigt sich schon beim Transport: Da Europa derzeit kaum eigene Kapazitäten für schwere Lasten hat, müssen die deutschen Späher wohl mit Raketen von Elon Musks Konzern SpaceX ins All fliegen.

Dass die Bedeutung des Alls für die nationale Sicherheit deutlich zugenommen hat, unterstreicht die Ende 2025 vorgestellte Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung. Das Dokument macht deutlich, dass zivile und militärische Sicherheit im Orbit untrennbar miteinander verwoben sind. Der Bund will damit weg von der Beobachterrolle, hin zum Aufbau eigener europäischer Netze und Trägersysteme. Doch solange selbst die eigenen nationalen Leuchtturmprojekte wie Georg immer wieder ausgebremst werden, bleibt der Weg zur technologischen Souveränität im All noch weit.


(mki)



Source link

Künstliche Intelligenz

Meta Platforms bestätigt Abkehr vom Metaverse und Spielen mit Virtual Reality


Diesen Dienstag rollt die Kündigungswelle bei Reality Labs, der Metaverse-Abteilung Meta Platforms’. Diese Abteilung sollte den vormals als Facebook bekannten Datenkonzern in die Zukunft führen, zu den echten Pfründen in der virtuellen Realitäten. 100 Milliarden Dollar später wird jetzt umgeschichtet: Der Konzern setzt auf KI, die Abteilung auf am Körper getragene Geräte, vulgo Wearables.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das hat Meta Platforms am Dienstag bestätigt. Über 1.000 Mitarbeiter werden bei den Reality Labs gegangen. Investitionen in virtuelle Realität (VR) werden zurückgefahren, um die Sache „nachhaltig” zu gestalten, wie Meta-Technikchef Andrew Bosworth laut Bloomberg in einem internen Rundschreiben festhält.

Ein weiteres Rundschreiben verlautbart demnach, dass er drei konzerneigene Computerspielestudios schließt, die Computerspiele in die VR gehievt haben: Armature (bekannt für die VR-Version von Resident Evil 4), Sanzaru (zum Beispiel Asgard’s Wrath, Marvel Powers United) und Twisted Pixel (unter anderem Deadpool VR und Defector). Zudem wird die für hunderte Millionen US-Dollar erworbene Fitness-App Supernatural auf Lebenserhaltung umgestellt: Der VR-Dienst soll vorerst weiterlaufen, aber neue Inhalte oder Leistungsmerkmale wird es nicht geben.

Am Metaverse selbst will Bosworth festhalten, zumindest dem Namen nach. Er möchte, dass es in Hinkunft auf Mobiltelefonen reüssiert. Verständlich, haben die voluminösen VR-Brillen doch ihren Massenmarkt nie gefunden. Doch was das Metaverse ohne VR ist, bleibt offen.

An Brillen hält der Manager fest – allerdings mit KI und Augmented Reality anstatt Virtual Reality. Die Ray-Ban-Sonnenbrillen mit Kamera und KI-Assistent verkaufen sich, also soll deren Produktion vervielfacht werden. Sie sind einer Kooperation Metas mit dem europäischen Brillenhersteller EssilorLuxottica entsprungen.


(ds)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Speicherkrise: Framework erhöht Preise für Notebooks und Desktops


Der Hersteller leicht reparierbarer und modularer Notebooks und neuerdings auch Desktops, Framework, erhöht die Preise seiner Produkte. Der Desktop-Rechner kostet nun bis zu 440 Euro mehr. Auch bei den Notebooks hat der Hersteller an der Preisschraube gedreht.

Weiterlesen nach der Anzeige

„Wir haben so lange wie möglich damit gewartet, aber heute mussten wir die Preise für unser Framework Desktop aktualisieren, um den massiven Preisanstieg für LPDDR5x seitens unserer Lieferanten auszugleichen“, begründet das Unternehmen die Preiserhöhungen. „Wie zuvor passen wir die Preise nur so weit an, dass die gestiegenen Kosten gedeckt sind.“ Als Hauptursache nennt Framework die volatilen Speicherpreise – hier trifft es die kleineren zuerst.

Laut Framework sind die Preise für 128-Gbit-Komponenten am stärksten gestiegen. Dies wirke sich besonders auf die beliebte 128-GByte-Konfiguration aus. Für 128 Gbyte werden acht 128-Gbit-Bausteine benötigt. Währenddessen konnte Framework die 32-GByte- und 64-GByte-Konfigurationen näher an den ursprünglichen Preisen halten.

Im deutschen Framework-Store können Kundinnen und Kunden einen Desktop-Rechner mit AMD Ryzen AI Max 300 Series und 32 oder 64 GByte LPDDR5x-RAM für 1299 respektive 1879 Euro kaufen. Das entspricht einer noch erträglichen Preiserhöhung von 20 Euro. Die Konfiguration mit 128 GByte beginnt bei 2769 Euro und ist damit 890 Euro teurer als die 64-GByte-Version – wohlgemerkt jeweils ohne SSD. Im Zuge der Ankündigung Anfang letzten Jahres verlangte Framework noch 2329 Euro für diese Konfiguration.

Neben dem Arbeitsspeicher sind bei Framework auch die SSD-Preise gestiegen. Jedoch sind die Erhöhungen tendenziell weniger drastisch: Während der Hersteller für eine 1 TByte SSD um die 140 Euro verlangte, sind es nun zehn Euro mehr. Je größer der Speicher, desto größer sind indes die Preissteigerungen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Lesen Sie auch

Die Erhöhungen beim Desktop waren nicht die erste Ankündigung des Unternehmens, die Preise anzuheben. Schon im Dezember sah das Unternehmen sich dazu gezwungen, die Preise des Framework Laptops DIY Edition anzupassen. Dabei hatte Framework die RAM-Preise um 50 Prozent erhöht. Framework wies im Zuge dessen darauf hin, dass das Notebook auf Wunsch auch ohne Arbeitsspeicher ausgeliefert werden könne.

Es dürfte nicht die letzte Preissteigerung Frameworks oder weiterer Hersteller sein, denn die Speicherkrise ist noch lange nicht ausgestanden. Größere Unternehmen konnten den höheren Preisen bislang noch ausweichen, da sie im Vorfeld ihre Lager gefüllt hatten. Doch irgendwann sind die Speichervorräte auch verbraucht.


(afl)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Milliarden-Spritze für Startups: Bund und EU wollen Tech-Champions schaffen


Deutschland und Europa schalten bei der Förderung ihrer technologischen Zukunft einen Gang höher. Mit einer spürbaren Mittelaufstockung bündeln das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und der Europäische Investitionsfonds (EIF) ihre Kräfte, um ein Signal an den Risikokapitalmarkt zu senden. Eine zusätzliche Summe von 1,6 Milliarden Euro fließe in die neue gemeinsame Programmlinie „EIF German Equity“, kündigte das Ressort von Ministerin Katherina Reiche (CDU) am Dienstag an.

Weiterlesen nach der Anzeige

Der erweiterte Finanztopf soll die nunmehr zwei Jahrzehnte bestehende Partnerschaft von BMWi und EIF auf ein neues Fundament stellen. Laut dem Ministerium stehen damit Fördermittel von über zehn Milliarden Euro bereit. Das Geld soll dafür eingesetzt werden, Deutschland als führenden Standort für Wagniskapital in Europa zu etablieren und die Lücke zwischen „exzellenter“ Forschung und marktfähiger Skalierung zu schließen.

Weiteres Ziel: Erfolgversprechende Ideen sollen nicht länger aufgrund fehlender Anschlussfinanzierungen in die USA oder nach Asien abwandern. Vielmehr soll Deutschland auch in die Lage versetzt werden, mehr „internationale Technologieführer hervorzubringen“.

Gefördert werden soll eine große Bandbreite von Technologien. Ob Künstliche Intelligenz (KI), FinTech, Life Sciences oder industrielle Innovationen in der Produktion: Die Förderung ist branchenoffen gestaltet. Zuletzt hatte die Bundesregierung zudem den Deutschlandfonds mit 30 Milliarden Euro öffentlicher Gelder aufgelegt, der insgesamt 130 Milliarden Euro mobilisieren soll.

Mit der Förderung soll zusätzlich privates Kapital mobilisiert werden. Der EIF als erfahrener Ankerinvestor soll wie ein Qualitätssiegel für institutionelle Geldgeber wirken, so die Hoffnung. In der Vergangenheit hat sich laut dem BMWi gezeigt, dass jeder öffentliche Euro teils das Fünffache an privaten Mitteln nach sich zieht. Durch diese Hebelwirkung entstehe eine robuste Finanzierungsarchitektur, die Startups von der ersten Finanzierungsrunde bis zum internationalen Wachstum begleite.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretärin Gitta Connemann (CDU) unterstreicht die strategische Bedeutung der Initiative für die Eigenständigkeit des Standorts. Es gehe darum, in zukunftsträchtige Projekte zu investieren. Junge Gründer brauchen Planungssicherheit. Nicola Beer, Vizepräsidentin der hinter dem EIF stehenden Europäischen Investitionsbank, sieht in der Kooperation einen entscheidenden Baustein für die strategische Autonomie Europas. Die Verzahnung nationaler Programme mit europäischen Plattformen wie der „European Tech Champions“-Initiative schaffe eine durchgängige Förderlandschaft, die den Kontinent im globalen Wettbewerb stärke.

Dass dieses Modell funktionieren kann, beweist der Blick zurück. Seit dem Start der Zusammenarbeit 2004 haben die Partner in über 6000 Unternehmensfinanzierungen investiert. Prominente Namen wie DeepL, Flix, GetYourGuide, Personio oder Trade Republic sind Erfolgsgeschichten, die ohne einen langen Atem und die stabilen Fondsstrukturen kaum in dieser Form denkbar gewesen wären. Mit „EIF German Equity“ wird diese Tradition nun unter dem Dach der paneuropäischen Innovationsstrategie TechEU fortgeführt.


(vbr)



Source link

Weiterlesen

Beliebt