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Google Cloud: Souveräne Cloud in Deutschland bis Ende 2026
Google Cloud hat auf seinem DACH-Summit den Zeitplan für seine souveräne Cloud in Deutschland vorgestellt. Grundlage ist die am 20. Mai angekündigte Partnerschaft mit Thales. Der französische Konzern soll die kryptografischen Schlüssel für die deutsche Plattform bis Ende 2026 erhalten; für denselben Zeitraum ist auch die allgemeine Verfügbarkeit vorgesehen. Bis dahin läuft das Angebot in einer Preview-Phase.
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Betrieben wird die Plattform von einer neuen, rechtlich und operativ von Google getrennten deutschen Gesellschaft, die Thales gehört und mit lokalem Personal besetzt. Nach Darstellung von Wieland Holfelder, Vice President Engineering, Regional CTO für Cloud-Souveränität und Leiter des Google-Entwicklungszentrums in München, liegen Root of Trust, Schlüssel, IP-Adressen, Identitäten und der gesamte Betrieb bei Thales – Google soll keinen Zugriff auf den Betrieb oder auf Daten haben. Das Modell entspricht dem Dienst PREMI3NS, den die Thales-Tochter S3NS in Frankreich betreibt. Beide Regionen sollen sich gegenseitig als Ausweichstandort nutzen und so eine grenzüberschreitende Notfallwiederherstellung in Europa ermöglichen. Die Plattform richtet sich nach dem neuen BSI-Rahmenwerk C3A.
Drei Stufen der Souveränität
Google bietet die souveräne Cloud in drei Stufen an. Google Cloud Data Boundary deckt nur die Datensouveränität ab und läuft auf der öffentlichen Infrastruktur. Das nun für Deutschland angekündigte Google Cloud Dedicated wird von einem lokalen Partner – hier Thales – betrieben und deckt zusätzlich die Betriebssouveränität ab. Google Cloud Air-Gapped ist vom Internet getrennt und für den behördlichen und militärischen Einsatz ausgelegt. Als Referenzen für die abgekoppelte Variante nannte Holfelder die NATO, die Bundeswehr und Geheimdienste in Großbritannien und Australien.
Die Stufen sind nach Angaben des Unternehmens API-kompatibel. Unter dem Motto „Develop once, deploy everywhere“ sollen sich Anwendungen in der Public Cloud entwickeln und anschließend auf eine souveräne Stufe verschieben lassen. In den Markt für souveräne Cloud-Dienste in Europa drängen auch AWS mit seiner European Sovereign Cloud, Microsoft sowie deutsche Anbieter wie STACKIT der Schwarz-Gruppe. Google beziffert seine Infrastruktur-Investitionen in Deutschland auf 5,5 Milliarden Euro bis 2029.
Bosch lizenziert Gemini Enterprise
Der zweite Schwerpunkt des Summits lag auf dem Einsatz von Agenten. Mit Gemini Enterprise will Google KI-Agenten in die gesamte Belegschaft bringen – von vorgefertigten Agenten wie Deep Research bis zu einem No-Code-Baukasten, mit dem Mitarbeiter eigene, an Unternehmensdaten angebundene Agenten bauen. Als Anwenderbeispiel dafür nannte Google die Robert Bosch GmbH. Der Zulieferer hat nach Angaben während des Summits 120.000 Lizenzen für Gemini Enterprise erworben und die Plattform für die gesamte Belegschaft eingeführt. Laut Bosch ging dem ein siebenmonatiger Test mit mehreren tausend Power-Usern voraus. Die Plattform läuft auf Google Cloud, unter anderem wegen der Anforderungen an Datenresidenz und Compliance. Als weitere Kunden in der Region nannte Google Mercedes-Benz und Otto.
Rechenkapazität bleibt knapp
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Karthik Narain, Chief Product and Business Officer von Google Cloud, äußerte sich zur Versorgungslage bei Rechenkapazität. Die Nachfrage übersteige das Angebot; bestehende Enterprise-Zusagen würden priorisiert bedient, neue Zusagen geprüft. Kurzfristig miete Google Rechenleistung bei xAI an. Steigende Speicherpreise fange der Konzern über langfristige Verträge ab; zudem biete er seine TPU-Pods für den Einsatz in Rechenzentren von Partnern an. Google setzt auf eigene Chips: die achte Generation der TPUs für KI-Berechnungen und den Arm-Prozessor Axion für allgemeine Workloads. Für Axion nennt der Konzern ein bis zu doppelt so gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und einen um 80 Prozent besseren Wert pro Watt gegenüber x86-Instanzen.
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(fo)
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Google-Health-App: Update auf Version 5.02 bringt weitere Verbesserungen
Nur zwei Wochen nach dem Update auf Version 5.01 verteilt Google schon Version 5.02 der Google-Health-App für Android und iOS. Das Update soll bis zur kommenden Woche je nach Mobilfunkanbieter und Gerät schrittweise verteilt werden. Unter anderem bessert Google bei der täglichen Ansicht nach, sodass sich auf Wunsch mehr Daten auf einen Blick einsehen lassen.
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Zügige Updates
Google scheint der Erfolg seiner Health-App nach der Umbenennung von Fitbit wichtig zu sein. Das machte der Konzern schon mit der ersten Ankündigung einer großen Update-Roadmap und der Verteilung von Version 5.01 deutlich. Die Version 5.02 baue „auf den Verbesserungen der vorherigen Version 5.01 auf“, erklärt Google nun.
Mit der neuen Version bessert Google unter anderem die Ansicht auf der Registerkarte „Heute“ nach: Nutzerinnen und Nutzer können nun das Dashboard mit den wichtigsten Kennzahlen auf der Registerkarte erweitern, um sich weitere Kennzahlen anzeigen zu lassen, ohne nach rechts zu wischen oder eine andere Registerkarte aufrufen zu müssen. Damit rutschen die textbasierten Informationen des KI-Coachs in der Premium-Version weiter nach unten.
Um sich mehr Zahlen auf dem Dashboard anzeigen zu lassen, tippt man auf das Stiftsymbol und wählt dann „Erweiterte Ansicht“. Diese lassen sich zudem nach eigenen Wünschen und Fitness- oder Gesundheitszielen anordnen.
Auch die Übersicht unter der Registerkarte „Gesundheit“ lasse sich derzeit nur unter Android einfacher neu anordnen. Nutzer können die Diagramme jetzt per Drag & Drop neu anordnen, indem sie zunächst auf den Knopf „Anpassen“ tippen und das Diagramm, das man verschieben möchte, lange gedrückt halten. Mit dem anstehenden Update auf 5.03 soll diese Option auch für iOS bereitstehen.
Schlaf und Aktivitäten
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Auch beim Schlaftracking bessert Google nach. Zum einen befinde sich die Unruhe-Leiste nun näher an der Schlafphasen-Grafik, sodass Nutzerinnen und Nutzer die Daten zu Unruhe und Wachphasen besser gemeinsam einsehen können. Ferner habe Google die Erkennung kleinerer Wachphasen verbessert.
Unter Android sollen sich zudem aufgezeichnete Nickerchen leichter finden und im Zeitverlauf anzeigen lassen. Außerdem lassen sich Nickerchen auf separaten Registerkarten in der täglichen Schlaf-Score-Ansicht einsehen. Diese Features ziehen laut Google mit Version 5.03 in die iOS-App ein.
Das Löschen von Schlafsitzungen wird Google zufolge ab sofort vollständig unterstützt. Zudem hat Google einen Fehler behoben, durch den manche Nutzer ihre Schlafsitzungen nicht bearbeiten konnten.
Wie bereits angekündigt, ist mit Version 5.02 die Funktion stündliche Aktivität wieder zurück. Damit können Nutzer sich die Diagramme zu ihrer stündlichen Aktivität – wie Schrittziel pro Stunde – auf den Registerkarten „Heute“ und „Gesundheit“ anzeigen lassen.
Überdies habe Google mit dem Update einige Fehler ausgebessert und die Stabilität erhöht. So sollen bei Trainingszusammenfassungen bei bestimmten manuell protokollierten Aktivitäten Schritte und Distanz nicht mehr 0 anzeigen. Ebenso habe Google Fehler bei automatisch erkannten Radtouren behoben – sie meldeten zu kurze Distanzen, obwohl dies nicht der Fall sein sollte, heißt es. Google ergänzt: „Die Distanzanzeige für automatisch erkannte Radtouren wird derzeit nicht unterstützt.“
Ernährung und Partner-Apps
Weitere Verbesserungen ziehen mit Version 5.02 ins Ernährungstracking ein: So soll die Lebensmittelsuche schneller Suchergebnisse ausspucken. Die Android-App zeigt in den Ergebnissen nun auch Portionsgrößen und Kalorien an. Für iOS folge dies in Kürze.
Ferner zeigt die App geschätzte Makronährstoffe auf der Hauptseite der Erfassung an, die „Heute“-Kachel zeigt fortan auch die Kalorienaufnahme (obere Zahl) und die verbleibenden Kalorien (untere Zahl) an. Die neuen Metriken ersetzen damit die bisherige Nettokalorien-Anzeige, erklärt das Unternehmen.
Zudem lassen sich einzelne Trainingseinheiten, Ernährungseinträge und Gewichtseinträge, die aus anderen Apps synchronisiert wurden, direkt in der „Google Health“-App löschen, ohne das Datenschutzcenter aufrufen zu müssen. Hierfür tippt man in der App auf die Trainingseinheit oder den Eintrag, den man löschen möchte, und anschließend entweder auf das Dreipunkt- oder das Papierkorbsymbol.
Sollte die App die Trainingseinheit oder den Eintrag aus Health Connect oder Apple Health importiert haben, werden Nutzer zur jeweiligen Plattform weitergeleitet, um den Löschvorgang abzuschließen. Dadurch werde der Eintrag aber auch von der Plattform gelöscht. Ist die Trainingseinheit oder der Eintrag über eine direkte Integration importiert worden, können Nutzer den Löschvorgang in Google Health abschließen. Künftig soll man Sitzungen oder Protokolle direkt in Google Health löschen können, die aus Health Connect oder Apple Health importiert wurden, ohne sie zusätzlich aus Health Connect oder Apple Health löschen zu müssen, ergänzt Google.
(afl)
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Siri sieht mit: Was steckt hinter Apples neuer Kontextfunktion?
Wer Siri bisher nach etwas gefragt hat, musste immer alles erklären. Die Software-Assistenz wusste nicht einmal, was auf ihrem eigenen Bildschirm steht. Das ändert sich mit iOS 27 grundlegend: Die neue Siri weiß, was der Nutzer gerade vor sich sieht – und handelt entsprechend. Sebastien Marineau-Mes, Apples Vice President of Software, demonstrierte die Funktion live in einem Tech-Talk im Zuge der Entwicklerkonferenz WWDC am Apple-Hauptsitz in Cupertino.
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Die neue Siri analysiert in Echtzeit drei Arten von Bildschirminhalt: Text – etwa in Webseiten, Notizen oder Dokumenten –, App-Oberflächen mit Buttons, Beschriftungen und Grafiken sowie Bilder. Daraus entsteht ein Kontextbild, das Siri bei jeder Anfrage automatisch mitbekommt. Neben ihrer neuen Fähigkeit, natürliche Sprache zu verstehen, soll dies Nutzereingaben immens erleichtern.
Marineau-Mes zeigte das anhand eines Fotos, das eine ungewöhnliche Wolkenformation zeigte. Ohne jede Erklärung, was auf dem Bild zu sehen war, fragte er: „Warum sehen die Wolken so aus und wo kann man sie in der Bucht sehen?“ Siri erkannte die Wolken als marine Inversion, wie sie in Meeresnähe vorkommt, lieferte eine Erklärung – und erstellte auf Nachfrage direkt eine Notiz mit einem Tagesplan für einen Ausflug zum erkannten Mount Tamalpais in Kalifornien.
Nutzer müssen nicht mehr die Sprache von Siri sprechen
Was technisch unspektakulär klingt, ist konzeptionell ein Bruch mit der bisherigen Funktionsweise von Sprachassistenten. Marineau-Mes nannte zwei Alltagsbeispiele: Schickt ein Freund eine Nachricht mit einem Konzerttermin, reicht die Frage „Habe ich heute Zeit?“ – Siri liest Datum und Uhrzeit aus der Nachricht auf dem Bildschirm. Schreibt die Ehefrau beim Heimfahren, wo sie ihren Ehemann spontan auf einen Kaffee treffen möchte, genügt „Wie weit ist das entfernt?“ – ohne Adresse, ohne App-Wechsel.
„Man muss Siri diesen Kontext nicht mitteilen, da Siri ihn bereits kennt“, sagte Marineau-Mes. Der Nutzer soll nicht mehr darüber nachdenken müssen, was und wie er es Siri erklären muss – der Assistent soll einfach verstehen, womit man gerade beschäftigt ist.
Die Datenschutzfrage
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On-Screen Awareness wirft gleichwohl eine offensichtliche Frage auf: Was passiert mit dem, was Siri sieht? Im Prinzip könnte das System jeden Bildschirminhalt erfassen – Bankdaten, private Nachrichten, vertrauliche Dokumente. Marineau-Mes sprach das direkt an: „Man kann Siri über alles befragen, was auf dem Bildschirm zu sehen ist“ – und genau deshalb sei Private Cloud Compute hier zentral, Apples Ansatz für besonders datenschutzsichere Cloud-Server. Was Siri auf dem Bildschirm sieht, wird wie alle anderen Anfragen behandelt: nur temporär verarbeitet, nicht gespeichert, nicht geloggt. Apple selbst habe keinen Zugriff darauf.
Ob das Versprechen hält, soll sich technisch überprüfen lassen – Apple hat PCC für externe Sicherheitsforscher geöffnet. Dies soll auch weiterhin gelten, wenn PCC-Server in Googles Rechenzentren stehen und Apple dabei Technologien aus Googles Gemini-Familie für seine eigenen Apple Foundation Models einsetzt. Für Nutzer bleibt es letztlich eine Vertrauensfrage.
Wie Siri aufgerufen wird
On-Screen-Awareness ist nicht auf eine bestimmte Eingabemethode beschränkt. Die neue Siri lässt sich per Sprache, per Seitentaste, durch Herunterziehen der Dynamic Island, über Kontextmenüs oder über Schaltflächen in App-Oberflächen aufrufen – und hat in jedem Fall Zugriff auf den aktuellen Bildschirminhalt.
Damit die neuen On-Screen-Awareness-Fähigkeiten auch in Dritt-Apps funktionieren, nimmt Apple die Entwickler mit ins Boot: Für sie wurden zwei Schnittstellen (APIs) bereitgestellt. UserActivity eignet sich, wenn ein einzelnes primäres Element im Vordergrund steht, etwa ein geöffnetes Dokument. View Annotations hingegen kommen zum Einsatz, wenn mehrere Elemente gleichzeitig sichtbar sind – zum Beispiel Nachrichten in einer Liste.
Ein Vorteil: Wer seine App bereits mit App Entities und App Intents ausgestattet hat, muss nur noch die Views entsprechend annotieren. Der zusätzliche Aufwand hält sich damit in Grenzen. Noch mächtiger wird On-Screen-Awareness in Kombination mit Content Transfer – dann kann Siri erkannte Inhalte direkt an andere Apps weitergeben, etwa eine angezeigte Nachricht an die Mail-App übergeben, um sie dort weiterzuleiten.
Was noch fehlt
On-Screen-Awareness klingt nach dem, was Google mit Android schon länger unter dem Begriff „Now on Tap“ versucht hat. Der Unterschied liegt im Anspruch: Apples Ansatz ist tiefer ins System integriert, verarbeitet Bilder nativ auf dem Gerät dank des neuen KI-Modells AFM 3 Core Advanced – und ist, zumindest dem Versprechen nach, vollständig privat. Ob das im Alltag so funktioniert wie in der kuratierten Demo, wird sich in den kommenden Monaten zeigen und spätestens im Herbst, wenn die finalen Versionen die Nutzer erreichen – im Falle der Europäischen Union leider noch mit ungewissem Ausgang: Apple hat angekündigt, Siri AI vorerst nicht für EU-iPhones und iPads freizugeben. Auf dem Mac soll Siri AI aber auch in die EU kommen. Vorerst allerdings weltweit zunächst in englischer Sprache.
(mki)
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NASA-Weltraumteleskop Swift: Beispiellose Rettung durch Robotermission steht an
Katalyst Space Technologies hat die Vorbereitungen für eine historische Raumfahrtmission zur Rettung eines NASA-Weltraumteleskops abgeschlossen. In den kommenden Tagen soll es losgehen. Das geht aus einer Stellungnahme des US-Raumfahrtunternehmens und Medienberichten hervor. Demnach wurde das „robotische Raumschiff LINK“ auf der Rakete des Typs Pegasus XL angebracht und kann jetzt zu den Marshallinseln im Pazifik transportiert werden. Dort soll sie von einem speziellen Flugzeug aus gestartet werden. Zwei Wochen später soll sich das Raumschiff dem Weltraumteleskop Swift nähern und es inspizieren. Danach soll es das Instrument greifen und langsam in eine höhere Umlaufbahn schieben, damit es dort die Forschung wiederaufnehmen kann.
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Für die Forschung zu wertvoll
Neil Gehrels Swift Observatory wurde 2004 gestartet, damals hieß das Gerät nur Swift. Das Weltraumteleskop untersucht primär Gammastrahlenblitze, „die stärksten Explosionen im Universum“. An Bord hat es drei verschiedene Forschungsinstrumente, die im sichtbaren, im ultravioletten, im Röntgen- und im Gammaspektrum arbeiten. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Burst Alert Telescope (BAT), das zu jeder Zeit etwa ein Sechstel des Himmels abdeckt und dort Gammablitze entdecken kann. Wenn einer entdeckt wird, kann es die anderen Instrumente rasch darauf ausrichten, Observatorien auf der Erde können nachziehen. Während seines Betriebs hat das Gerät unzählige Ereignisse beobachtet. 2018 wurde es zu Ehren des verstorbenen Forschungsleiters umbenannt.
In den vergangenen Jahren hat die verstärkte Sonnenaktivität nun aber dafür gesorgt, dass die Ausläufer der Erdatmosphäre Swift stärker abbremsen als ursprünglich erwartet. Ohne Gegenmaßnahme würde es wahrscheinlich in Monaten abstürzen. Um das zu verhindern, hat die NASA Katalyst deshalb 30 Millionen US-Dollar bezahlt. Im Gegenzug sollte Katalyst in Rekordzeit ein Raumfahrzeug fertigstellen, das den Orbit von Swift anheben kann. Das sollte ursprünglich im Frühjahr dieses Jahres geschehen, jetzt soll es bis Ende Juni losgehen. Im Winter hat die NASA Swift weitgehend deaktiviert, damit das Weltraumteleskop durch die Drehungen um sich selbst nicht zu stark absinkt. Damit es gerettet werden kann, darf es nicht unter 300 km sinken.
Was man bei Katalyst in gerade einmal acht Monaten geschafft habe, sei „außergewöhnlich“, sagt Ghonhee Lee, CEO der Firma. Das Team habe den Weltraumroboter in dieser Zeit entworfen, gebaut, getestet und fertiggestellt, jetzt stehe eine der „ehrgeizigsten kommerziellen Wartungsmissionen“ an, die jemals in Angriff genommen worden sei. Normalerweise benötigen diese Vorbereitungsschritte einer Weltraummission Jahre, der jetzige Zeitplan sei „geradezu verrückt“, heißt es auch von der NASA. Sollte die Mission klappen, würde das beweisen, dass man das übliche Prozedere enorm beschleunigen kann. Wann die Mission starten soll, schreibt Katalyst nicht, laut NextSpaceflight.com soll es am 27. Juni losgehen.
(mho)
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