Künstliche Intelligenz
Google dichtet mit KI Headlines in Suchergebnissen um
Wenn eine Überschrift in den Google-Suchergebnissen auftaucht, kann es ab jetzt sein, dass sie gar nicht mehr zu der Webseite dahinter gehört. Denn Google ändert zurzeit testweise die Überschriften von Suchergebnissen mit KI, wie das Unternehmen jetzt bestätigte. Bei den bekannten Fällen handelt es sich um journalistische Online-Artikel.
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Das Problem war Autoren des US-Tech-Magazins The Verge in den vergangenen Monaten aufgefallen. In zwei Fällen tauchten ihre Artikel in der Google-Suche mit Überschriften auf, die nicht ihre eigenen waren. Zwar ist es nicht unüblich, dass hier eine andere Überschrift gewählt wird, als die eigentliche des Artikels – diese anderen Überschriften werden aber von den Autoren oder Medienhäusern selbst vergeben, damit ein Artikel besser über Google gefunden wird.
Google-KI ändert Sinn der Überschriften
Und vor allem entsprechen die Überschriften der Urheber auch dem, was wirklich im Text steht, der unter dem Namen des Verfassers oder der Verfasserin läuft. Das war bei den von Google umformulierten Überschriften nicht immer so. So wurde etwa die Überschrift „I used the ‘cheat on everything’ AI tool and it didn’t help me cheat on anything“ („Ich habe das Schummel-KI-Tool für alles getestet und es hat mir nirgends beim Schummeln geholfen“) geändert zu „Cheat on everything’ AI tool“ („Schummel-KI-Tool für alles“). Statt einer deutlichen Kritik des KI-Tools Cluely hörte sich die Überschrift plötzlich eher wie eine Vorstellung oder Vermarktung des Tools an. Bei einer stichprobenhaften Google-Suche aus Deutschland werden dieser und ein anderer betroffener Artikel mit ihren Originalüberschriften zurückgeliefert (Stand: 22. März 2026, 12:33 Uhr). Dass die geänderten Überschriften nur in bestimmten Regionen oder bestimmten Nutzern angezeigt werden, ist aber durchaus möglich.
Google räumte gegenüber The Verge ein, dass die beiden Überschriften durch KI geändert wurden, ebenso wie Überschriften anderer Webseiten. Das sei Teil eines „kleinen“ Experiments gewesen. Demnach sei mit KI nach Inhalten auf den besagten Webseiten gesucht worden, die einer relevanten Suchanfrage entsprechen könnten. Damit sollten die Überschriften besser an die Suchanfragen angepasst werden, um „die Interaktion mit Webinhalten zu erleichtern.“
Google betont: „Sollten wir tatsächlich etwas auf der Grundlage dieses Experiments auf den Markt bringen, würde dabei kein generatives Modell verwendet werden, und wir würden keine Überschriften mit generativer KI erstellen.“ Wie die Lösung stattdessen aussehen würde, sagt der Suchmaschinen-Riese nicht.
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KI-Eingriffe bei Discover bereits Standard
The Verge befürchtet jetzt, dass Googles „Experiment“ schnell zum Standard werden könnte – so wie in den USA bei Google Discover. Im Rahmen eines anderen Experiments ersetzte Google in den USA Ende 2025 die Titel von Nachrichtentexten in der Discover-Sammlung mittels KI-Technik – und produzierte dabei teils haarsträubende Fehler. Discover gibt es auch hierzulande, Google sammelt hier Artikel von verschiedenen Onlinemedien und bietet so eine Übersicht über die jüngsten Neuigkeiten sowie lesenswerte Texte, unabhängig von deren Quelle.
In der Google-App oder auf der Mobilseite können Nutzer und Nutzerinnen diese durchscrollen, bei einem Klick landen sie direkt auf den jeweiligen Nachrichtenseiten. Doch zuletzt gaben die Discover-Texte für US-Nutzer oft völlig falsch wieder, was im verlinkten Text der jeweiligen Nachrichtenseite stand. Ohne dass die betroffenen Medien darauf Einfluss hatten. Diese Praxis ist in den USA nun zum Standard geworden, wie Google The Verge im Januar mitteilte – da sie gut zur Nutzerzufriedenheit beitrage. Ob und wie die Nutzerzufriedenheit gemessen wurde, bleibt unklar. Falsche Überschriften oder Discover-Texte dürften häufig viele Klicks produzieren, aber auch viele frustrierte Leser. Für Google dürfte nur ersteres zählen – denn ein falscher Discover-Text wird in aller Regel dem Medium des Artikels dahinter zugeschrieben.
Für Journalisten und Internet-Autoren sind diese Entwicklungen ein großes Problem. Denn was von Googles KI ersetzt wird, wurde vorher mit viel Arbeit sorgfältig formuliert – mit dem Ziel, Interesse am Artikel zu wecken, aber auch keine falschen Erwartungen. Wenn Google das nun mit fehlerhaften Discover-Texten oder Überschriften in der Google-Suche unterwandert, kann der Ruf der Medienhäuser darunter leiden.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Anthropic: Angst vor China-Spionage soll Auslöser für KI-Lockdown sein
Die Trump-Regierung greift im globalen KI-Wettlauf mit harten Bandagen durch. Auslöser für weitreichende Exportkontrollen gegen die KI-Schmiede Anthropic ist ein schwelender Konflikt um den Zugang zu dessen leistungsstärkster Technologie, dem Modell Claude Mythos. Anthropic stellte dieses System im Rahmen seines Programms Project Glasswing laut Wired auch dem südkoreanischen Telekommunikationsriesen SK Telecom zur Verfügung. Das soll die Sicherheitsbehörden im Weißen Haus auf den Plan gerufen haben, die hinter der südkoreanischen Firma verdeckte Verbindungen nach China vermuteten.
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Die Nervosität in Washington rund um eine potenzielle Peking-Connection verschärfte sich, als Amazon das Weiße Haus auf Schwachstellen in Fable 5 aufmerksam machte. Dabei handelt es sich um eine modifizierte Version von Mythos, die Anthropic Anfang Juni für die Öffentlichkeit freigegeben hatte. Amazon-Forscher demonstrierten, dass sich die eingebauten Sperren umgehen lassen, wodurch unbefugte Nutzer Zugriff auf die Cybersicherheitsfähigkeiten von Mythos erlangen könnten.
Für die US-Regierung fügten sich die Puzzleteile zu einem Bedrohungsszenario zusammen: Ein mächtiges KI-Werkzeug, das Software-Sicherheitslücken aufspüren kann, lag offenbar in den Händen eines Partners mit Verbindungen nach China. Dazu kam die Angst vor der möglichen Freischaltung aller Funktionen.
Per Exportbeschränkung ordnete das Weiße Haus an, sämtlichen ausländischen Staatsbürgern den Zugriff auf Mythos und Fable 5 zu entziehen, um jeglichen Datenabfluss Richtung Peking zu kappen.
Da eine Filterung nach Nationalitäten technisch kaum datenschutzkonform umsetzbar ist, zog Anthropic die Notbremse und schaltete die betroffenen Modelle ab. Dass die US-Regierung in diesem Fall derart kompromisslos reagierte, dürfte auch an Amodeis Weigerung liegen, sich politisch unterzuordnen. Das Pentagon hatte Anthropic wegen eines Streits über Massenüberwachung bereits im März vor die Tür gesetzt.
Geschäftliche Verstrickungen mit Peking
Dass gerade SK Telecom ins Visier der US-Falken geriet, ist historisch begründet. Zwar erwirtschaftete die Mobilfunksparte in China zuletzt kaum Umsatz und bestreitet jegliche unzulässige Nähe zu Peking. Doch SK Telecom ist Teil eines größeren Konglomerats, dessen Tochterfirmen Halbleiter- und Energiegeschäfte mit der Volksrepublik betreiben.
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Zudem unterhält SK Telecom seit über zwanzig Jahren das Joint Venture UNISK mit dem staatlichen chinesischen Telekommunikationsanbieter China Unicom. Diesen Konzern belegte die Trump-Regierung frühzeitig wegen mutmaßlicher Verbindungen zum chinesischen Militär mit Investitionsverboten. Der US-Regulierer FCC verbannte ihn aus dem US-Netz. Für das Weiße Haus Grund genug, die Reißleine zu ziehen.
Inzwischen versucht Anthropic, den Schaden in Washington zu begrenzen. Das Startup hat seine Lobby-Präsenz im Kapitol in diesem Jahr verdreifacht, ein Büro in Washington eröffnet und hochkarätige Republikaner sowie Ex-Trump-Mitarbeiter angeheuert. Aktuell verhandeln beide Seiten täglich über eine Lösung, bei der ein gemeinsames technisches Prüfverfahren den Weg für eine Wiederinbetriebnahme ebnen könnte. In der Tech-Branche wächst zugleich die Sorge, dass der China-Verdacht einen Präzedenzfall schafft und eine „elektronische Überprüfung der Staatsbürgerschaft“ zur Standardbedingung im Silicon Valley wird.
Ein Bumerang und der Kontrast zu OpenAI
Kritiker werfen Amodei vor, die geopolitische Tragweite und die China-Paranoia in Washington unterschätzt zu haben. Eigene Warnungen seien ihm zum Verhängnis geworden: Amodei hatte zuvor betont, dass Mythos zu mächtig für hochentwickelte Cyberangriffe sei, um es ohne Kontrolle freizugeben. Zwar sprangen Anthropic nach der Zwangssperre über 175 Tech-CEOs und Cybersicherheitsexperten in einem offenen Brief bei. Doch das Vertrauen der US-Sicherheitsbehörden scheint verspielt.
OpenAI-Chef Sam Altman schaltete dagegen nach Trumps Wahlsieg sofort auf Kuschelkurs. Der ChatGPT-Betreiber stellte frühere Mitarbeiter des Präsidenten ein, finanzierte im Sinne der Regierung US-Rechenzentren und schickte über Lobby-Gruppen Gelder an Politiker, die gegen eine KI-Regulierung eintreten. Der Lohn der politischen Anpassung zeigte sich beim jüngsten G7-Gipfel: Altman saß beim KI-Lunch direkt neben Trump. Amodei musste mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorliebnehmen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Nach IT-Vorfall bei Amazons One Medical droht Veröffentlichung von Daten
One Medical hat einen IT-Sicherheitsvorfall bestätigt. Nach Angaben der Amazon-Tochter verschafften sich Unbekannte zwischen dem 8. und 11. Juni 2026 Zugriff auf ein Dateispeichersystem eines Drittanbieters, in dem archivierte Daten von Patienten von One Medical Seniors sowie der übernommenen Gesundheitsorganisation Iora Health gespeichert waren. Der Vorfall wurde demnach am 13. Juni entdeckt; das Unternehmen sperrte den Zugriff und leitete eine Untersuchung ein.
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Iora Health war auf die Versorgung älterer Patienten spezialisiert und wurde 2021 von One Medical übernommen. One Medical beschreibt sich als digital gestützten Dienstleister für den Zugang zur Gesundheitsversorgung, der rund um die Uhr über Telefon oder ein Online-Formular erreichbar ist. Iora Health firmiert heute unter dem Namen One Medical Seniors. Laut einer Mitteilung betrifft der Vorfall ausschließlich bestimmte Altbestände von One Medical Seniors.
Betroffen seien dem bisherigen Kenntnisstand zufolge demografische und klinische Daten von Patienten der laut Website bisher angebundenen Standorte in Atlanta, Cape Cod, Charlotte, Denver, Houston, Phoenix, Seattle, Tucson und der Region Piedmont Triad. Andere One-Medical-Kliniken, Dienste oder das elektronische Patientenaktensystem seien nicht betroffen. Betroffene Patienten will das Unternehmen nach Abschluss der Untersuchung benachrichtigen.

Drohung auf der Website von Shiny Hunters
(Bild: heise medien)
Die Ransomware-Gruppe ShinyHunters behauptet, 8,8 Terabyte Daten von One Medical erbeutet zu haben, und droht mit einer Veröffentlichung, falls bis zum 22. Juni keine Verhandlungen aufgenommen werden.
Amazon übernahm One Medical 2023
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One Medical gehört seit 2023 zu Amazon. Der Konzern hatte die Übernahme des Betreibers von Gesundheitszentren und Telemedizin-Angeboten bereits 2022 angekündigt. Für rund 3,5 Milliarden US-Dollar übernahm Amazon das Unternehmen 1Life Healthcare, das unter der Marke One Medical in den USA mehr als 180 Gesundheitszentren betreibt. Mit der Akquisition baute Amazon seine Aktivitäten im Gesundheitssektor deutlich aus.
Der Vorfall wirft zudem Fragen zum Umgang mit übernommenen Altsystemen auf. Nach dem Angriff auf Change Healthcare hatte UnitedHealth eingeräumt, dass nach der Übernahme des Unternehmens im Jahr 2022 zunächst unterschiedliche Systeme auf einen gemeinsamen Sicherheitsstandard gebracht werden mussten. Change Healthcare betreibt zentrale Abrechnungs- und Zahlungsdienste für Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken und Versicherungen in den USA.
Die Angreifer waren dort über kompromittierte Zugangsdaten in ein Citrix-Portal eingedrungen, das für den Fernzugriff auf Systeme genutzt wurde und nicht mit Multi-Faktor-Authentifizierung abgesichert war. Der Vorfall betraf fast 200 Millionen Menschen, hauptsächlich aus den USA.
Sowohl One Medical als auch UnitedHealth waren bereits vor den jeweiligen Sicherheitsvorfällen Gegenstand kritischer Berichterstattung. Während bei One Medical organisatorische Probleme in der Patientenbetreuung thematisiert wurden, steht UnitedHealth seit Jahren wegen seiner Größe, Marktmacht und Geschäftspraktiken unter Beobachtung, auch vom „meistgehassten Versicherer“ war laut Die Zeit die Rede.
(mack)
Künstliche Intelligenz
iX-Workshop: Der schnelle Weg zum iSAQB-zertifizierten Softwarearchitekten
Moderne Softwarearchitekturen müssen heute skalierbar, wartbar und langfristig tragfähig sein. Genau hier setzt der viertägige iX-Workshop Softwarearchitektur: iSAQB CPSA Foundation Level mit iSAQB-Zertifizierung an.
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Der Workshop bietet eine strukturierte Einführung in die Grundlagen der Softwarearchitektur nach dem Curriculum des International Software Architecture Qualification Board (iSAQB). Sie lernen zentrale Methoden, Techniken und Werkzeuge kennen, um tragfähige Architekturen zu entwerfen und systematisch weiterzuentwickeln.
Im Fokus stehen dabei grundlegende Architekturkonzepte, strukturierte Vorgehensweisen im Entwurf sowie typische Entscheidungsprozesse in der Softwarearchitektur. Die Inhalte werden durch praktische Übungen ergänzt, in denen Sie das Gelernte direkt anwenden.
iSAQB-Zertifizierung
Der Workshop dient als offizielle Vorbereitung auf die Prüfung zum „Certified Professional for Software Architecture – Foundation Level (CPSA-F)”, die im Anschluss abgelegt werden kann.
Von Erfahrungen aus der Praxis lernen
Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Josef Pischel, einen erfahrenen Softwareentwickler und -architekten. Er verfügt über umfangreiche Praxiserfahrung in der Java-Entwicklung, mit Docker und Kubernetes sowie in der Leitung von Entwicklungsteams. In seinen Projekten unterstützt er Unternehmen bei der strategischen Weiterentwicklung ihrer Softwarearchitekturen und verbindet dabei fachliche Tiefe mit praxisnaher Umsetzung.
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Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Der Workshop richtet sich an Softwareentwickler und -architekten, die eine fundierte Einführung in die Softwarearchitektur suchen und sich auf die iSAQB CPSA-F Zertifizierung vorbereiten möchten.

(ilk)
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