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Kampagne mit Rapper SSIO: Rockstar Energy beeindruckt mit Außenwerbung zum Fühlen


Rockstar Energy liefert in Berlin gerade Außenwerbung zum Anfassen

Musik, die man nur fühlen kann? Was wie ein Widerspruch klingt, beschreibt die neue Außenwerbetechnologie, mit der Rockstar Energy gerade das Highlight seiner Kampagne „Musik im Blut“ mit Rapper SSIO geliefert hat. Die Energydrink-Marke zeigt mit dem Auftritt, wie sich in der digitalen Ära einmalige Erlebnisse schaffen lassen.

Wenn Menschen Plakate anfassen, dann geschieht das meist, um sie anschließend mit Graffiti zu „verzieren“. Am 20. und 21. März erlebte die Außenwerbung in der Mall of Berlin allerdings einen berührenden Moment der anderen Art. Im Rahmen ihrer aktuellen Kampagne präsentierte die Pepsico-Marke Rockstar Energy in einem PR-Stunt das erste Billboard mit ausschließlich fühlbarer Musik. Wer wissen wollte, welches Genre gerade lief, musste vor Ort sein und das Billboard berühren, um sich von der Musik berühren zu lassen.

Damit wurde ein Werbemittel zum öffentlichen Event und Musik auch jenseits klassischer Hörlogiken erfahrbar. Der Stunt sollte das Hashtag der Kampagne #Fühlskomplett auf besonders überraschende Weise inszenieren, sagt Sofia Kulcke-de Beauclair, Brand Managerin bei Pepsico Deutschland: „Mit SSIO zeigen wir, dass Musik mehr ist als ein Genre, sie ist ein Gefühl. Das Billboard übersetzt diese Haltung in die analoge Welt: Musik wird greifbar, erlebbar und überraschend persönlich.“

Das Plakat zum Fühlen ist eine Neuentwicklung, die mit einer kleinen Pleite begann.

Roman Jonson, Faktor 3

Bei dem Stunt war bewusst einkalkuliert, dass sich die verwendete Technik nicht in digitalen Formaten erlebbar machen lässt, sagt Kulcke-de Beauclair: „In einer Welt, in der Inhalte permanent verfügbar, reproduzierbar und algorithmisch kuratiert sind, gewinnen echte Momente an Bedeutung. Es erzeugt einen Moment der Exklusivität, den es nur vor Ort gibt. Dieser Ansatz motiviert die Zielgruppe, selbst vorbeizukommen und darüber zu sprechen, wodurch organischer Social Buzz entsteht. Es ist ein gezielter Bruch mit der digitalisierten Erlebniswelt – und genau das macht die Aktivierung besonders.“

Die Brand-Managerin sieht hier eine grundsätzliche Strategie, um in der Contentflut der Attention Economy überhaupt noch herauszustechen: „Exklusive Offline-Erlebnisse schaffen eine Form von Aufmerksamkeit, die digital kaum reproduzierbar ist. Diese Exklusivität erzeugt Emotion und Erinnerung und Menschen sprechen darüber und teilen ihre Erfahrung. Für Marken entsteht so eine neue Form von Aufmerksamkeit: nicht durch reine Sichtbarkeit, sondern durch echte Erlebnisse.“
Und kurioserweise ist es gerade die Generation der Digital Natives, die besonders stark auf die antidigitale Strategie reagiert, sagt Kulcke-de Beauclair: „Die multisensorische Inszenierung spricht besonders junge Menschen (Gen Z) an, die intensive, reale Momente suchen und sich bewusst von digitalen, reproduzierbaren Erlebnissen abheben möchten.“
Bei dem von der Kommunikationsagentur Faktor 3 entwickelten und umgesetzten Event konnten Besucher versuchen, das Genre des gespielten Tracks zu erraten und dabei Preise zu gewinnen. Allerdings war es lange Zeit noch nicht einmal sicher, dass es überhaupt die nötige Technologie für das Markenevent geben würde.

Denn das Plakat zum Fühlen ist eine Neuentwicklung, die mit einer kleinen Pleite begann, erinnert sich Roman Jonsson, Head of Creation bei Faktor 3: „Für die Umsetzung hatten wir zuerst eine ganz andere Technologie im Blick. Aber die ließ sich nicht so umsetzen, wie wir uns das erhofft hatten. Danach haben wir so lange mit Soundprofis gesprochen, bis die eine Idee ausgetüftelt hatten, wie es doch klappen könnte.“ Aber auch die neue Idee sorgte beim ersten realen Test in einer Lagerhalle in Neukölln für Kopfschmerzen. Jonsson: „Beim ersten Versuch hat die ganze Lagerhalle gewackelt. Es war also noch eine Menge Finetuning nötig, bis das Ergebnis so war, wie es ein sollte.“

Red Bull, Monster, Rockstar & Co

Das sind die stärksten Energydrink-Marken in Deutschland

Wenn sich die Kicker von RB Leipzig etwas für die nächste Bundesliga-Saison wünschen dürften, dann würden sie wohl am Ende in der Tabelle genau da stehen, wo ihr Eigentümer und Trikotsponsor Red Bull im Ranking der stärksten Energydrink-Marken steht – nämlich ganz oben. Und zwar mit Abstand.

#Das Ziel der Entwicklung war dabei klar definiert: Ein intensives Sounderlebnis zu schaffen, ohne andere Passanten zu stören. Dafür war die Einbindung der auf Musik spezialisierten Kreativagentur Blut Agency entscheidend, sagt Jonson: „Die haben zusammen mit ein paar hochbegabten Hifi-Profis eine ganz neue Lösung entwickelt, die so ähnlich auch bei einigen Berliner Clubs zum Einsatz kommt. Drinnen wummern die Bässe, draußen hört man nichts.“

Dazu entwickelte die Agentur auch noch einen passenden Sound. Michael Robb, Head of Audio Production & Managing Director bei Blut Agency: „Wir haben die Songs gezielt so aufgebaut, dass ihre Energie im tieffrequenten Bereich wirkt. Damit ging die Musik wortwörtlich unter die Haut.“

Mit dem Auftritt will Rockstar auch sein Markenthema Musik glaubwürdig aufladen. Marie Lipphardt, Senior Brand Managerin, Rockstar Energy: „Die Kampagne zeigt, dass Rockstar als Marke nicht nur ein Energy-Drink ist, sondern ein Katalysator für echte Musikmomente – Momente, die intensiv, disruptiv und unvergesslich sind. Mit SSIO als Kampagnengesicht verstärken wir die Haltung: Er verkörpert Musik als etwas, das Grenzen überschreitet, keine Labels kennt und Energie physisch erlebbar macht.“

Die aktuelle „Musik im Blut“-Kampagne ist der bisher ambitionierteste Auftritt der Getränkemarke Rockstar Energy in der DACH-Region, um diese Positionierung zu vermitteln und sie im Musik- und Eventumfeld weiter zu schärfen.

Zentrales Element der Aktivierung sind Kampagnenfilme mit Rapper SSIO, der die Grenzüberschreitung zwischen musikalischen Welten erzählt. Dramaturgischer Anker ist ein Aufzug, der als eine Art Portal zwischen Genre-Universen funktioniert. So landet SSIO mal als DJ in einer Technoparty und dirigiert in einem anderen Video öffnet sich der Aufzug in einen klassischen Konzertsaal, wo SSIO im Frack Seite an Seite mit Ludwig van Beethoven ein Orchester dirigiert.

Parallel erhält die gesamte Range im 500-ml-Format neue Genre-Designs (Rock, Rap, Pop, Schlager, EDM, Oldies), die die Kampagnenidee sichtbar ins Regal übertragen. Der Mix aus digitalen und realen Kampagnenmomenten ist bewusst kalkuliert, sagt Lipphardt: „Durch Stunts, Hero-Filme, POS-Aktivierungen und interaktive Installationen verlagern wir den Fokus vom digitalen Konsum zu echten Erlebnissen, bei denen Musik nicht nur gehört, sondern gefühlt wird. Der Mix aus digitalen Kanälen und analogen Momenten macht deutlich: Rockstar denkt die Energie von Musik weiter und macht sie erlebbar.“

Die Kampagne baut dabei auf dem kulturellen Insight auf, dass junge Zielgruppen Musik nicht mehr in festen Genres, sondern in Stimmungen, Playlists und Momenten denken. Für die strategische Auswahl, die Vertragsanbahnung sowie das Artist-Handling der Kampagne zeichnete sich die Culture Marketing Beratung The Ambition in Zusammenarbeit mit Warner Music Central Europe verantwortlich.



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Ernährungskampagne: Lidl holt HeimatTBWA an Bord und schrumpft Wigald Boning


Lidl wirbt mit Wigald Boning

Die Advertising-Sparte von Omnicom hatte seit der Integration von Interpublic wenig Positives zu verkünden. Den Verlust von Prestigekunden wie Henkel, Hornbach und Teekanne bewerten Experten als Alarmsignal. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer, wie die neue Kampagne von Lidl zeigt.

Dass sich Lidl vom Modell der kreativen Leadagentur verabschiedet hat und stattdessen auf ein Pool-Modell setzt, ist

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Bonussystem: Verbraucherschützer ziehen Klage gegen Rewes Rabatt-Werbung zurück


Die Rewe-Bonus-App sorgt für Streit

Kunden der Supermarktkette können sich in der App Bonus-Coupons sichern. Verbraucherschützer halten die Praxis allerdings für irreführend. Zwei Gerichte kommen zu unterschiedlichen Einschätzungen.

Im Streit um Rabatt-Werbung in der Rewe-App hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eine Klage gegen den Lebensmittelhändler zurückgenommen. Das teilte eine Sprecherin des Oberlandesgerichts (OLG) Köln der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Senat habe eine andere Auffassung als die Vorinstanz, hieß es. Damit ist das Urteil des Landgerichts Köln gegenstandslos.

Im konkreten Fall ging es unter anderem um Werbung für Weintrauben und Sekt in der Rewe-App. Nutzer können sich beim Kauf bestimmter Produkte einen Bonus-Coupon in Höhe eines festen Eurobetrags sichern, den sie später einlösen dürfen. Verbraucherschützer hielten die Darstellung für irreführend, weil neben den Artikeln zwar der Bonus, nicht aber der Produktpreis angezeigt werde. Ohne Preisangabe könnten Verbraucher jedoch keine informierte Kaufentscheidung treffen.

Das Gericht gab ihnen im November 2025 recht. Rewe legte daraufhin Berufung ein, das Urteil wurde deshalb nicht rechtskräftig. Die Richter des OLG Köln bewerteten den Fall nun anders. Sie sahen in der betreffenden Werbung keine Verpflichtung für Rewe, weitere Preisangaben zu machen, und stuften die Klage als unbegründet ein.

So reagieren Verbraucherschützer und Rewe

Gabriele Bernhardt von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg sagte: „Das OLG hat in der mündlichen Verhandlung sehr deutlich gemacht, dass es auf die Berufung der Gegenseite unsere Klage zurückweisen wird.“ Deshalb habe man sie zurückgenommen. Rewe teilte auf Nachfrage mit: „Wir freuen uns, dass das OLG Köln unsere Rechtsauffassung bestätigt hat.“

Treue-Apps von Lebensmittelhändlern waren zuletzt mehrfach Thema vor Gericht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband verklagte die Discounter Penny und Netto. Moniert wurde, dass nur angemeldete Kunden besondere App-Rabatte erhalten. Die Klagen wurden abgewiesen, im Fall Penny wurde Revision zugelassen.

Im September 2025 scheiterten Verbraucherschützer mit einer Klage gegen Lidl vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. Sie kritisierten, die App sei entgegen den Teilnahmebedingungen nicht kostenlos, weil Nutzer mit ihren Daten zahlten. Der Verbraucherzentrale Bundesverband zog deshalb vor den Bundesgerichtshof.

Umfrage: App-Nutzer kaufen mehr

In den Treue-Apps erhalten Kunden exklusive Vorteile und Rabatte, wenn sie sich registrieren. Händler gewinnen dadurch loyalere Kunden und deren Daten, die zeigen, was Käufer wollen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln verwenden gut 90 Prozent der Menschen Bonus-Apps. Ob diese die Kundenbindung stärken, ist jedoch fraglich. Nutzer haben der Befragung zufolge im Schnitt 4,2 Apps von Händlern installiert. Jeder Zweite wechselt nach eigenen Angaben für die besten Vorteile häufig zwischen Apps. Ebenso viele haben das Gefühl, dabei kaum Geld zu sparen. Das IFH befragte im Februar 1.000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren.



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State of AI 2026: Nutzung verdoppelt sich, Markt konzentriert sich


State of AI 2026: KI-Nutzung verdoppelt sich, vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend, eine Milliarde ChatGPT-Nutzer:innen. KI wird zurm Discovery Layer für Suche, Shopping und Werbung – und der Markt bleibt extrem konzentriert.

Nutzer:innen verbringen im ersten Halbjahr 2026 doppelt so viel Zeit mit Generative AI Apps wie im Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung zeigt, wie stark sich KI-Dienste bereits in den digitalen Alltag integriert haben. Sie sind längst mehr als Produktivitäts-Tools und entwickeln sich zunehmend zu zentralen Einstiegspunkten digitaler Nutzung.

AI is no longer a standalone category—it is becoming a behavioral and commercial layer across the internet,

schreibt Sensor Tower mehrfach im neuen State of AI 2026 Report.

  • In Assistants verschiebt sich der Markt von Dominanz zu Wettbewerb.
  • In Commerce verändert KI, wie Nutzer:innen Produkte entdecken und kaufen.
  • In Advertising wird sie zugleich Medium und Botschaft.
  • Und in Apps entwickelt sie sich vom Produkt zum Standard-Feature.

Kaum verwunderlich ist daher, dass die KI-Wirtschaft selbst auf Rekordwerte zusteuert: mehr als vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend und 36 Milliarden Stunden Nutzung allein im ersten Halbjahr 2026.

Wir blicken auf die weiteren wichtigen Erkenntnisse des State of AI 2026 Reports des Marktanalyseunternehmens, der Entwicklungen im ersten Halbjahr 2026 auf Basis von App-, Web- und Werbedaten aufzeigt.


GPT-5.6:
Kommt OpenAIs neues KI-Modell schon nächste Woche?

OpenAI Branding
Das neue OpenAI Branding vor Fotografie, © OpenAI

ChatGPT bleibt die Nummer 1 – verliert aber erstmals Marktanteile

ChatGPT hat die Marke von einer Milliarde monatlich aktiven Nutzer:innen schneller erreicht als jede andere App zuvor.

Die Grafik zeigt, wie schnell große digitale Plattformen die Marke von einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer:innen erreicht haben. ChatGPT liegt deutlich vor Unternehmen wie Google, Meta oder TikTok und ist die am schnellsten wachsende Anwendung im Vergleich.
Balkendiagramm zum Vergleich der Zeit bis 1 Milliarde monatlich aktiver Nutzer:innen, © Sensor Tower

Und mit 215 Minuten Nutzungszeit pro User und Monat bleibt ChatGPT auch der meistgenutzte KI-Dienst. Der Rekordlauf schützt den KI-Dienst jedoch nicht vor der erstarkten Konkurrenz. Im März 2026 fiel der Marktanteil von ChatGPT an der sogenannten True Audience – also der plattformübergreifenden Reichweite über Apps, Mobile Web und Desktop – erstmals unter 50 Prozent.

Flächendiagramm zur Marktverteilung von KI-Assistants weltweit mit ChatGPT, Gemini, Claude, Grok, DeepSeek und weiteren Anbieter:innen.
Marktanteile führender KI-Assistants nach True Audience (Web und Mobile), © Sensor Tower

Davon profitierten vor allem Google Gemini und Claude, die in vielen wichtigen Märkten an Reichweite gewinnen konnten. Denn auch wenn immer mehr KI-Unternehmen in den Markt drängen, bleibt die Nutzung stark konzentriert. ChatGPT, Google Gemini und DeepSeek vereinten im ersten Quartal 2026 zusammen nahezu 90 Prozent der gesamten Nutzungszeit im Markt für KI-Assistants auf sich.

Gemini und Claude holen mit hohem Tempo auf

Laut Sensor Tower werden Nutzer:innen weltweit im ersten Halbjahr 2026 36 Milliarden Stunden in Generative AI Apps verbringen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 17 Milliarden Stunden. Innerhalb von nur zwölf Monaten hat sich die Nutzung damit mehr als verdoppelt.

Google Gemini und Claude verzeichnen derzeit die höchsten Wachstumsraten im Markt. Bei Gemini stieg die durchschnittliche monatliche Nutzungszeit innerhalb eines Jahres von 14 auf rund 100 Minuten. Claude legte im selben Zeitraum von 40 auf etwa 120 Minuten zu.

Besonders dynamisch entwickelt sich Claude. Die Reichweite des KI-Assistants stieg im Jahresvergleich um 452 Prozent. In den USA wuchs der Marktanteil von 4,4 auf knapp 14 Prozent. Gleichzeitig gelingt es Anthropic zunehmend, Nutzer:innen langfristig zu binden und die Lücke zu ChatGPT zu verkleinern.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich Claude als Alternative für anspruchsvollere Anwendungsfälle etabliert – insbesondere für Research, Wissensarbeit und Coding. Gemini profitiert wiederum von der tiefen Integration in das Google-Ökosystem und gewinnt vor allem in Europa, den USA, Japan und Südkorea kontinuierlich an Reichweite.


Anthropic sorgte jüngst abseits der Wachstumszahlen für Schlagzeilen. Das KI-Unternehmen veröffentlichte Anfang Juni mit Claude Fable 5 und Claude Mythos die leistungsfähigsten KI-Modelle der Mythos-Reihe. Es sind die besten, aber auch gefährlichsten Modelle des Unternehmens bisher. Wenige Tage nach dem Launch deaktivierte Anthropic die Modelle weltweit, nachdem die US-Regierung Beschränkungen für den Zugang ausländischer Personen angeordnet hatte.

Claude Fable 5 und Claude Mythos 5:
Jetzt kommen die gefährlichen KI-Modelle

beigefarbener Hintergrund, Schmetterlinge in Form einer Fünf im Vordergrund
© Anthropic via Canva

Die Daten sprechen weniger für ein Winner-takes-all-Szenario als für eine Multi-Assistant-Nutzung. Viele Nutzer:innen scheinen KI-Dienste je nach Aufgabe auszuwählen: ChatGPT für allgemeine Anfragen, Claude für Research und Coding, Gemini für Anwendungen im Google-Ökosystem.

Vier Milliarden US-Dollar Consumer App Spend machen den KI-Markt endgültig zum Milliarden-Business

Die KI-Wirtschaft erreicht mit vier Milliarden US-Dollar Consumer Spend ein neues Umsatzniveau und entwickelt sich damit endgültig zu einem skalierbaren Milliardenmarkt.

Mit der steigenden Relevanz wächst auch die Bereitschaft, für leistungsfähigere Modelle und Premium-Features zu bezahlen. Claude etwa hat den durchschnittlichen Umsatz pro Nutzer:in (ARPU) auf Mobilgeräten in den USA innerhalb von acht Monaten von weniger als 50 Cent auf 2,76 US-Dollar gesteigert.

Das steigende wirtschaftliche Potenzial rückt die gesamte Branche stärker in Richtung Kapitalmarkt. Nach Anthropic bereitet nun auch OpenAI den IPO vor. Das KI-Unternehmen könnte dabei die Billionenmarke knacken.

Die steigende Zahlungsbereitschaft schlägt sich inzwischen auch in den Marketing-Budgets der Anbieter:innen nieder. Laut Sensor Tower flossen allein im ersten Quartal 2026 rund 1,3 Milliarden US-Dollar in digitale Werbekampagnen mit KI-Bezug. OpenAI erhöhte seine Werbeausgaben im Jahresvergleich um mehr als 800 Prozent, Anthropic sogar um über 1.100 Prozent.

Mehr als 200.000 Apps werben inzwischen mit KI

Die Report-Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI für viele Nutzer:innen zunehmend zur erwarteten Standardfunktion wird. Viele erwarten entsprechende Funktionen als festen Bestandteil digitaler Produkte. Laut Sensor Tower werben daher inzwischen mehr als 200.000 Apps im Apple App Store und Google Play Store aktiv mit KI-Funktionen in ihren Beschreibungen. Apps, die KI-Begriffe in Titel, Beschreibung oder Keywords verwenden, steuern im ersten Halbjahr 2026 auf nahezu zehn Milliarden Downloads zu.

Besonders stark wächst das Interesse in Kategorien, die lange nicht als klassische KI-Märkte galten. In Health & Wellness stiegen Downloads über Suchanfragen mit dem Keyword „AI“ im Jahresvergleich um 651 Prozent, in Financial Services um 536 Prozent. Auch Bereiche wie Education, Utilities und Productivity verzeichnen deutliche Zuwächse.

Balkendiagramm zu Werbeausgaben und Ad Impressions von KI-Unternehmen im Zeitverlauf.
Digitale Werbeausgaben und Reichweite von Gen AI-Unternehmen, © Sensor Tower

KI wird zum neuen Discovery Layer im E-Commerce

Die Produktsuche verlagert sich zunehmend in KI-Dienste. Nutzer:innen lassen sich Produkte erklären, vergleichen Alternativen oder holen Empfehlungen ein, bevor sie überhaupt einen Online Shop besuchen. Sensor Tower beschreibt KI deshalb mehrfach als neuen „Discovery Layer“ des Internets. Zwischen dem vierten Quartal 2024 und dem ersten Quartal 2026 ist der durch generative KI ausgelöste Traffic auf Shopping Websites in allen großen Einzelhandelskategorien gestiegen.

Diagramm zum Anteil von GenAI Traffic auf Shopping Websites nach Kategorien wie Electronics, Apparel und Home & Garden.
KI-getriebener Traffic zu Shopping Websites nach Subgenre, © Sensor Tower

Am stärksten fiel das Wachstum im Bereich Computer und Unterhaltungselektronik aus, wo sich der KI-getriebene Traffic nahezu vervierfachte. Auch Home & Garden sowie Sport & Outdoor verzeichneten deutliche Zuwächse und lagen jeweils bei über 0,35 Prozent der gesamten Website-Besuche.

Bei großen E-Commerce-Unternehmen lässt sich dieser Wandel bereits messen. Während Walmart und Target durch Kooperationen mit OpenAI inzwischen mehr als 1,5 Prozent ihres Referral Traffics über KI-Systeme erhalten, liegt der Anteil bei Amazon laut Sensor Tower bei 0,5 Prozent.

Einen möglichen Grund sieht Sensor Tower im Umgang der Unternehmen mit KI-Crawlern. Diese erfassen Informationen aus Websites und Produktkatalogen, damit KI-Assistants Produkte und Marken in ihren Antworten berücksichtigen können. Während Walmart und Target ihre Inhalte stärker für KI-Systeme zugänglich machen, verfolgt Amazon bislang einen deutlich zurückhaltenderen Ansatz.

Die Entwicklung erinnert an die Anfänge der Suchmaschinenoptimierung. Damals begann der Wettbewerb um Sichtbarkeit bei Google. Heute entsteht ein ähnlicher Wettlauf um Präsenz in ChatGPT, Gemini und anderen KI-Assistants.

Für Händler:innen und Marken hat das direkte Auswirkungen. Wer in den Antworten der Systeme nicht auftaucht, verliert Aufmerksamkeit, bevor klassische SEO-, Paid- oder Social-Media-Maßnahmen überhaupt greifen können.

Wer mit KI shoppt, kauft häufiger und gibt mehr Geld aus

Der Einfluss von KI endet jedoch nicht bei der Produktsuche. Erste Kennzahlen deuten darauf hin, dass KI zunehmend auch beeinflusst, welche Produkte Nutzer:innen tatsächlich kaufen.

Mit Rufus bei Amazon und Sparky bei Walmart entstehen derzeit erste größere Beispiele für Agentic Shopping. KI-Assistants übernehmen dabei Aufgaben, die bislang von Suchmaschinen, Produktfiltern oder Verkaufsberater:innen erfüllt wurden. Sie erklären Produkte, vergleichen Alternativen und begleiten Nutzer:innen bis zur Kaufentscheidung.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen erste Kennzahlen. Nutzer:innen von Amazons KI-Assistant Rufus konvertieren laut Sensor Tower nahezu doppelt so häufig wie andere Amazon-Kund:innen. Bei Walmart legte die tägliche Nutzung von Sparky innerhalb weniger Monate um fast 50 Prozent zu. Gleichzeitig liegt der durchschnittliche Warenkorbwert von Sparky-Nutzer:innen 35 Prozent über dem von Walmart-Kund:innen, die den KI-Assistant nicht nutzen.

Liniendiagramm zur Conversion Rate bei Amazon mit und ohne KI-Assistant Rufus.
Conversion-Vergleich zwischen Rufus-Nutzer:innen und Nicht-Nutzer:innen, © Sensor Tower

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