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Künstliche Intelligenz

KI-Enkeltrick und Deepfakes: Interpol warnt vor verschärfter Betrugswelle


Europa ist zum primären Ziel einer weltweiten Betrugswelle geworden. Laut dem „Global Financial Fraud Threat Assessment 2026“ von Interpol verzeichnete keine andere Region einen so starken Anstieg bei Betrugsmaschen: ein Plus von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auslöser ist eine Kombination aus relativem Wohlstand und einer alternden Gesellschaft, die Kriminelle mit einer vergleichsweise neuen Waffe ins Visier nehmen: Künstlicher Intelligenz.

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Nick Court, leitender Beamter der City of London Police und Vize-Direktor bei Interpol, warnt im Gespräch mit Euractiv vor der neuen Qualität solcher Angriffe. Früher galt die Faustregel, dass man bei angekündigten, dann aber doch nicht erfolgenden Videoanrufen skeptisch werden sollte. „Das funktioniert heute nicht mehr.“

Dank KI könnten Täter Gesichter und Stimmen in Echtzeit klonen. Zehn Sekunden Audiomaterial aus sozialen Medien genügten oft, um eine täuschend echte Kopie eines Angehörigen zu erstellen. Die Hemmschwelle, Geld zu überweisen, sinkt rapide, wenn am Telefon scheinbar der eigene Enkel um Hilfe fleht.

Auch linguistische Barrieren fallen. Während Betrüger früher oft an mangelnden Sprachkenntnissen scheiterten, ermöglichen KI-Übersetzungstools heute eine fehlerfreie Kommunikation in fast jeder Mundart. Das führt zu einer Professionalisierung, die Abzocke zu einer regelrechten Industrie gemacht hat. Interpol schätzt die weltweiten Verluste durch Finanzbetrug allein für 2025 auf 442 Milliarden US-Dollar.

Die wichtigste Forderung von Court und Interpol bezieht sich aber nicht auf die Technik, sondern die gesellschaftliche Reaktion auf solche Taten: Eine Stigmatisierung der Opfer dürfe nicht erfolgen. Das Narrativ, jemand sei „darauf reingefallen“, schiebe die Schuld fälschlicherweise den Betrogenen zu. „Wir sagen auch nicht, dass Opfer von Sexualstraftaten auf etwas reingefallen sind“, erläutert Court.

Die sonst entstehende Scham führt dazu, dass viele Taten nicht angezeigt werden. Das erhöht die Dunkelziffer und behindert Ermittlungen. In manchen europäischen Ländern macht Betrug bereits bis zu 40 Prozent aller Straftaten aus. Eine „mitfühlende Antwort“ der Behörden und Angehörigen ist laut Interpol essenziell, um die Meldebereitschaft zu erhöhen.

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Hinter den täuschend echten Profilen stecken oft keine Einzeltäter, sondern organisierte Netzwerke. Ein Trend ist der „Hybrid-Betrug“. Oft beginnt es mit „Romance Fraud“, dem Aufbau einer scheinbaren Liebesbeziehung. Ist das Vertrauen gewonnen, wird das Opfer in Investmentbetrug verwickelt – etwa durch vermeintlich lukrative Krypto-Tipps. Wenn das Opfer nicht mehr zahlen kann, schlägt die Falle zu: Die Täter nutzen zuvor ausgetauschte intime Informationen für Sextortion, die Erpressung mit der Veröffentlichung privater Bilder.

Interpol beschreibt die Anlage von „Scam-Centern“ in Südostasien und Westafrika. Viele der dort tätigen Mitarbeiter sind selbst Opfer von Menschenhandel und werden gezwungen, Betrugskampagnen durchzuführen. Angesichts dieser industriellen Dimension drängt Court auf mehr Verantwortung von Tech-Plattformen. Diese hätten die Rechenleistung, um verdächtige Muster und Deepfakes zu identifizieren, bevor sie Schaden anrichten können.

Trotz KI-Aufrüstung gibt es Warnsignale. Der Fokus sollte laut Interpol weniger darauf liegen, wer jemanden kontaktiert, sondern was verlangt wird. Künstliche Dringlichkeit, Forderungen schneller Überweisungen oder das Gebot, über den Kontakt Stillschweigen zu bewahren, seien typische Anzeichen. Das gesunde Misstrauen gegenüber ungewöhnlichen Verlangen bleibe wichtigste Verteidigungslinie.

Der Interpol-Bericht verdeutlicht, dass der Erfolg dieser Betrugsmaschen auf einer hochgradig arbeitsteiligen Unterwelt basiert. Ein Faktor sei die Zunahme von „Fraud-as-a-Service“-Modellen.

Professionelle Gruppen verkaufen fertige Deepfake-Baukästen und gestohlene Datensätze aus Lecks der Vorjahre an weniger spezialisierte Kriminelle. Besorgniserregend sei auch die Geschwindigkeit, mit der erbeutete Gelder gewaschen würden. Über dezentrale Finanzplattformen und „Chain-Hopping“-Techniken verschleierten die Täter die Herkunft der Gelder. Die Regulierung von Krypto-Assets und Identifizierungspflichten auf Social Media blieben hinter der technologischen Raffinesse der Betrüger zurück.


(wpl)



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ShareX: Screenshots, OCR und QR-Codes in einem Tool


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ShareX ist in Version 20.0.2 erschienen und bringt unter anderem einen nativen ARM64-Build für Windows-on-ARM-Geräte sowie einen neuen Bildeditor auf Basis von Avalonia UI. Hinzu kommen 18 Annotationswerkzeuge, ein neuer „Background Beautifier“, 232 Bildeffekte sowie diverse Detailverbesserungen bei Uploadern, OpenAI-Anbindung und Region-Capture. Im Gegenzug entfallen der MEGA-Uploader, die Option für einen eigenen KI-Provider sowie die bisherigen Blob-Emojis.

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ShareX ist ein quelloffenes Werkzeug für Screenshots, Bildschirmaufnahmen und Datei-Uploads unter Windows. Das Projekt hat seine Wurzeln im 2007 gestarteten ZScreen und steht unter der GPL und steht unter der GPLv3. Funktional reicht es weit über klassische Screenshot-Tools hinaus: ShareX bietet OCR, QR-Code-Generierung und -Erkennung, Bild-Annotationen, Hotkey-Workflows sowie über 80 Upload-Ziele, darunter Imgur, FTP, Amazon S3 und beliebige eigene Server per Custom Uploader. Zur Zielgruppe zählen Power-User, Entwickler, IT-Support und Content Creator.

Erstmals liegt ShareX in einer nativ für ARM64 kompilierten Fassung vor. Diese Version wird über den Microsoft Store bereitgestellt. Auf Geräten mit Snapdragon X oder anderen Copilot+-PCs entfällt damit die x64-Emulation über Prism, was die Performance steigern und die Akkulast senken soll.

Den größten funktionalen Sprung markiert der neue Bildeditor. Er löst die bisherige WinForms-Implementierung ab und nutzt Avalonia UI, ein quelloffenes .NET-UI-Framework für plattformübergreifende Oberflächen, das vielen Entwicklern als moderner Nachfolger von WPF und WinForms gilt. Wer mit der neuen Oberfläche nicht warm wird, kann den alten Editor in den Einstellungen über „Use legacy image editor“ reaktivieren.

Der neue Editor bündelt 18 Annotationswerkzeuge mit Tastenkürzeln, darunter Smart Eraser (W), Magnify (M), Spotlight (S), Cut Out (U) und ein Emoji-Tool (J) mit Unterstützung für Microsofts 3D-Fluent-Emojis. Klassiker wie Rechteck, Ellipse, Linie, Pfeil, Freihand, Text, Sprechblase, Step-Marker, Highlight, Weichzeichner, Pixelate und Crop sind ebenfalls direkt per Taste erreichbar.

Im neuen Editor ist außerdem ein „Background Beautifier“ enthalten, wie man ihn etwa von Pika oder Recraft kennt. Er versieht Screenshots mit Rändern, Padding, abgerundeten Ecken, Schatten, festem Seitenverhältnis und einem frei wählbaren Hintergrund – wahlweise als Verlauf, Farbe, transparent, Bild oder aktuelles Wallpaper. Damit lassen sich Screenshots etwa für Social-Media-Posts oder Dokumentationen aufbereiten, ohne dass ein zusätzliches Tool nötig wäre.

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Die Effektbibliothek umfasst 232 Filter und Bearbeitungsoptionen, aufgeteilt in 35 Manipulationen, 32 Adjustments, 149 Filter und 16 Drawings. Im neuen Editor stehen unter anderem folgende Tastenkürzel zur Verfügung: Strg+Z und Strg+Y für Undo und Redo, Strg+X, C, V und D für Ausschneiden, Kopieren, Einfügen und Duplizieren sowie Pos1, Ende und Bild auf/ab für die Ebenenreihenfolge. Über „Task settings Tools Image editor“ lässt sich der Editor anpassen, etwa hinsichtlich System-Theme und Akzentfarbe, Fensterzustand, automatischem Schließen nach abgeschlossenem Task, automatischem Kopieren in die Zwischenablage oder Zoom-to-fit beim Öffnen.

Auch bei den Upload-Diensten gibt es Änderungen. Neu hinzugekommen ist PrivateBin als Text-Uploader – ein quelloffener Pastebin-Klon, der die Inhalte bereits im Browser des Absenders verschlüsselt und vor allem in sicherheitssensiblen Umgebungen zum Einsatz kommt. Im Gegenzug entfällt der MEGA-Uploader, weil die zugrunde liegende Bibliothek nicht mehr gepflegt wird.

Die OpenAI-Anbindung haben die Entwickler ausgebaut. Ein neuer „Load models“-Button fragt verfügbare Modelle automatisch ab und füllt die Auswahlliste. Zusätzlich gibt es eine Option „OpenAI Legacy AI Provider“ für lokale Deployments mit OpenAI-kompatibler API. Die bisherige Option für einen Custom AI Provider entfällt, da der OpenAI-Provider denselben Zweck erfüllt. SFTP-Uploads laufen außerdem schneller.

Beim Region-Capture und in den Workflows finden sich weitere Detailverbesserungen. So lässt sich das Fadenkreuz bei der Region-Auswahl nun abschalten, und nicht aktivierbare Tool-Fenster filtert ShareX bei der Fenster-Erkennung heraus – schwebende Werkzeugleisten in Photoshop tauchen damit nicht mehr fälschlich als Capture-Ziel auf. Zu den After-Capture-Tasks gehört jetzt auch die Option „Copy folder path to clipboard“. Der Hash-Checker zeigt das Ergebnis direkt mit einem grünen Haken oder einem roten Kreuz an, und die Freihand-Werkzeuge zeichnen dank Glättung und Kurveninterpolation sauberere Linien.

Außerhalb davon hat das Projekt die bisherigen Blob-Emojis entfernt und setzt nun durchgängig auf die 3D-Fluent-Emojis von Microsoft. Das vollständige Changelog steht auf der Projektseite bereit, der Quellcode liegt auf GitHub.


(fo)



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Interoperabilität mit Googles Android: EU-Kommission schlägt Maßnahmen vor


Die EU-Kommission hat im Rahmen eines Prüfverfahrens dem US-Konzern Google ihre vorläufigen Ergebnisse übermittelt. Das teilte die Kommission in einer am Sonntag veröffentlichten Presseerklärung mit. Die Google übermittelten Feststellungen skizzieren die Maßnahmen, die das Unternehmen umsetzen soll, um Dritten effektiven Zugang zu den wichtigsten Funktionen von Android zu ermöglichen und deren Interoperabilität zu gewährleisten.

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Ende Januar hatte die EU-Kommission das Feststellungsverfahren begonnen und Google eine Frist von sechs Monaten gesetzt, um etwaige technische Hürden für KI-Assistenten der Mitbewerber auf Android abzubauen. Die Aufsichtsbehörden der Europäischen Union prüfen, ob Google die EU-Vorgaben nach dem Gesetz über digitale Märkte (DMA) einhält und konkurrierende KI-Software in Android fair behandelt.

„Angesichts der sich rasch wandelnden KI-Landschaft ist klar, dass Interoperabilität der Schlüssel ist, um das volle Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen“, so Henna Virkkunen, EU-Kommissarin für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie. „Diese Maßnahmen werden Android-Geräte für ein breiteres Spektrum an KI-Diensten öffnen, sodass Nutzer die Freiheit haben, die KI-Dienste zu wählen, die ihren Bedürfnissen und Werten am besten entsprechen, ohne dabei auf Funktionalität verzichten zu müssen.“

Die nun vorgeschlagenen Maßnahmen sollen sicherstellen, schreibt die EU-Kommission in ihrer Mitteilung, „dass konkurrierende KI-Dienste effektiv mit Anwendungen auf Android-Geräten interagieren und Aufgaben wie das Versenden von E-Mails über die vom Nutzer bevorzugte E-Mail-App, das Bestellen von Essen oder das Teilen von Fotos mit Freunden ausführen können“.

Derzeit behalte sich Google diese Funktionen weitgehend für die Nutzung durch seine eigenen KI-Angebote auf Android-Smartphones und -Tablets vor, so die Kommission. Die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen würden es Nutzerinnen und Nutzern künftig beispielsweise ermöglichen, konkurrierende KI-Dienste einfach über ein individuelles „Weckwort“ zu aktivieren. Zudem ermöglichten die Maßnahmen, so die Kommission weiter, es konkurrierenden Anbietern von KI-Diensten, Innovationen voranzutreiben und Nutzerinnen und Nutzern auf Android-Smartphones und -Tablets neben den KI-Diensten von Alphabet, wie Gemini, tief integrierte KI-Erlebnisse anzubieten.

„Die heute vorgeschlagenen Maßnahmen werden Android-Nutzern mehr Auswahlmöglichkeiten hinsichtlich der KI-Dienste bieten, die sie nutzen und in ihr Smartphone integrieren, einschließlich der großen Bandbreite an KI-Diensten, die mit Googles eigener KI konkurrieren“, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera.

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Um sicherzustellen, dass die von ihr vorgeschlagenen Maßnahmen wirksam sind, lädt die EU-Kommission interessierte Parteien zur Stellungnahme im Rahmen einer öffentlichen Konsultation ein. Diese Stellungnahmen können bis zum 13. Mai eingereicht werden.

Die Kommission kündigt an, die Rückmeldungen der Beteiligten und von Google selbst sorgfältig zu prüfen und die vorgeschlagenen Maßnahmen gegebenenfalls anzupassen. Den endgültigen Beschluss wird die Aufsichtsbehörde innerhalb von sechs Monaten nach Einleitung des Feststellungsverfahrens am 27. Januar erlassen. Dieser werde dann die endgültigen verbindlichen Maßnahmen enthalten, hieß es.

Der europäische Digital Markets Act (DMA) ist seit November 2022 in Kraft und soll der Marktmacht von sogenannten Gatekeepern wie Google, Amazon oder Apple Grenzen setzen und den Wettbewerb im Digitalsektor fairer machen. Als Gatekeeper oder Torwächter werden laut der EU-Verordnung Unternehmen eingestuft, die zentrale Plattformdienste anbieten und dauerhaft einen erheblichen Einfluss auf den EU-Binnenmarkt haben. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die EU-Kommission plant, die Digitalgesetzgebung rund um Digital Services Act (DSA) und DMA im Jahr 2026 entschiedener durchzusetzen.


(akn)



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Chinesischer Autokonzern will Elektroautofabrik in Spanien bauen


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Chinesische Elektroautos aus Europa: Der staatliche chinesische Autokonzern SAIC Motor Corporation plant den Bau einer Fabrik für Elektroautos der Marke MG in Europa. Die Wahl fiel auf Spanien.

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Die Entscheidung sei noch nicht finalisiert, berichtet die US-Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mehrere Quellen mit Insiderwissen. Auch seien wichtige Details wie die Größe und Produktionskapazität der Fabrik, ein Zeitplan sowie die Höhe der Investition noch nicht geklärt.

Ein anderer möglicher Standort neben Spanien hätte Ungarn sein können. Das Land hat sich in den vergangenen Jahren um die Ansiedlung von Elektroauto- und Akkuproduktionsstätten bemüht. So hat etwa der Konzern BYD 2023 beschlossen, seine europäische Fertigung dort aufzubauen.

Grund für die Expansion nach Europa sind die Einfuhrzölle, die die Europäische Union (EU) seit 2024 auf Elektroautos aus China erhebt. Baut der Konzern die Fahrzeuge in der EU, entfallen die Zölle. Anfang dieses Jahres hat die EU allerdings eine Lockerung beschlossen: So werden keine Zölle fällig, wenn sich die Elektroautohersteller verpflichten, Mindestpreise für ihre Fahrzeuge festzusetzen.

SAIC will vor allem Fahrzeuge der einstigen britischen Marke MG in Spanien bauen. Die elektrischen MG, wie etwa der MG4, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

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(wpl)



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