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Lithografie-Systeme: Rekordbuchungen für ASML wegen KI
ASML schließt das Jahr 2025 mit Umsatzrekorden ab: Der Umsatz im vierten Quartal war mit gut 9,7 Milliarden Euro so hoch wie noch nie, und auch der Jahresumsatz steigt mit 32,7 Milliarden auf ein Rekordhoch. Gegenüber 2024 entspricht das einem Plus von knapp 16 Prozent.
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Das reicht für einen Jahresnettogewinn von 9,6 Milliarden Euro (+27 Prozent), gut 2,8 Milliarden davon im vierten Quartal. Da Chip- und Speicherhersteller wie TSMC, Intel, Samsung, SK Hynix und Micron Lithografie-Systeme nach langfristigem Bedarf bestellen, sind bei ASML die Vergleiche der aufeinanderfolgenden Quartale interessanter als jene zum Vorjahreszeitraum. Eine ferien- oder weihnachtsbedingte Saisonalität gibt es bei ASML nicht. Der Umsatz im vierten Quartal steigt gegenüber dem dritten Quartal um gut 29 Prozent, der Nettogewinn um fast 34 Prozent.
Über das ganze Jahr verteilt hat ASML 300 neue und 27 wiederaufbereitete Lithografie-Systeme verkauft. Das sind insgesamt 91 weniger als 2024, dafür aber mehr komplexe Modelle mit extrem-ultravioletter (EUV-)Belichtungstechnik. Zudem verbucht ASML weitere EUV-Systeme mit hoher numerischer Apertur (High-NA EUV), die rund 350 Millionen Euro pro Stück kosten. Ein normales EUV-System liegt bei 170 Millionen bis 200 Millionen Euro.
EUV-Typen sind inzwischen auch für Speicherhersteller essenziell. Sie sind bei der sechsten DRAM-Generation der 10-Nanometer-Klasse angekommen und belichten immer mehr Chiplagen mit EUV-Technik.
4,7 Milliarden Euro sind 2025 in die Forschung und Entwicklung geflossen, gut neun Prozent mehr als 2024.
Steigender Bedarf mit Rekordbuchungen
Aktuell schießen die Buchungen von Lithografie-Systemen in die Höhe: Chiphersteller haben Systeme im Wert von knapp 13,2 Milliarden Euro gebucht und so selbst die bisherigen Bestwerte infolge der Coronapandemie übertroffen. Der vorherige Rekord lag bei rund 9,2 Milliarden Euro im vierten Quartal 2023. Im dritten Quartal 2025 waren es nur 5,4 Milliarden Euro.
Speicherhersteller scheinen im Zuge der Speicherkrise langsam in die Pötte zu kommen. Sie haben vergangenes Quartal Lithografie-Systeme im Wert von 7,4 Milliarden Euro gebucht und damit untypischerweise Chipauftragsfertiger für Logikhalbleiter wie Prozessoren übertroffen. Insgesamt hat ASML jetzt Bestellungen im Wert von 38,8 Milliarden Euro offen. 40 Prozent beziehungsweise 15,5 Milliarden davon stammen von Speicherherstellern. Hohe Rückstände sind bei ASML üblich.
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Allerdings gilt auch hier, dass sich die Auswirkungen hinziehen werden. Zum einen verrät ASML nicht, für welche Termine die Systeme bestellt sind. Zum anderen vergeht nach der Auslieferung eines Lithografie-Systems über ein Jahr, bis aus einer neuen Produktionslinie Chips im Handel auftauchen.
Zusätzlich ist laut Finanzchef Roger Dassen auch das Interesse an Upgrades „recht groß“, etwa um die Belichtungsgeschwindigkeit bestehender Systeme zu erhöhen. Solche Upgrades sind neben der Wartung Teil der sogenannten Installed Base Management Sales. Sie machten 2025 mit 8,2 Milliarden Euro ein Viertel von ASMLs Umsatz aus.
Im Jahr 2025 zeigten sich SK Hynix, Samsung, Micron & Co. derweil noch träge. Ihr Anteil an ASMLs Verkäufen sank 2025 gegenüber 2024 leicht auf 8,3 Milliarden Euro. Erst im vierten Quartal legte er mit 2,3 Milliarden wieder zu, 17 Prozent mehr als im dritten Quartal.

ASML
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KI-Boom soll nachhaltig bleiben
ASML-Chef Christophe Fouquet betont, dass das aktuelle Wachstum sowohl bei Chipauftragsfertigern als auch bei Speicherherstellern anhalten soll.
„In den vergangenen Monaten haben wir beobachtet, dass unsere DRAM-Kunden und unsere Logik-Kunden begonnen haben, ihre Planungskapazitäten zu erhöhen und diesbezüglich Gespräche mit uns zu führen“, sagt Fouquet. „Wenn ich mir zunächst die Logik anschaue, so sehen wir dort, dass unsere Kunden zunehmend zuversichtlicher hinsichtlich der Nachhaltigkeit der langfristigen Nachfrage im Bereich KI sind.“
„Wenn ich mir DRAM anschaue, dann ist auch dort die Nachfrage nach HBM [Anm. d. Red.: High-Bandwidth Memory für KI-Beschleuniger] natürlich sehr stark, aber auch nach DDR. Dies wird höchstwahrscheinlich zu einer sehr knappen Versorgung führen, zumindest im Jahr 2026 und höchstwahrscheinlich auch darüber hinaus.“
Trotz des Wachstums will ASML rund 1700 von über 44.000 Stellen streichen, hauptsächlich in der Führungsebene. Die Firma kommt damit nach eigenen Angaben Kundenwünschen nach, die eigenen Strukturen zu entschlacken. ASML will Hürden abbauen und flexibler werden.
Weiterer Umsatzrekord 2026
Im angelaufenen ersten Quartal 2026 prognostiziert ASML einen bestenfalls leichten Umsatzrückgang auf 8,9 Milliarden Euro oder im schlechtesten Fall auf 8,2 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr erwartet ASML aber Wachstum mit 34 Milliarden bis 39 Milliarden Euro Umsatz. ASML kündigt zudem eine stark erhöhte Dividende von 7,50 Euro pro Aktie (+17 Prozent) und ein neues Aktienrückkaufprogramm an, das bis zu 12 Milliarden Euro bis Ende 2028 umfasst.
Die Börse reagiert gemischt auf den Geschäftsbericht. Die Aktie schoss zunächst um bis zu zehn Prozent hoch, ist inzwischen aber wieder auf das Vortagesniveau gefallen.
(mma)
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c’t-Story: Fehleinschätzung | heise online
Ungläubig staunend standen sie vor der kolossalen, vollkommen schwarzen Kugel und schauten an ihr empor. Sie mochte einen Durchmesser von gut fünfundvierzig Metern haben. Ihre Oberfläche wies nicht die kleinste Beschädigung oder Verschmutzung auf, obwohl sie sich vermutlich schon seit sehr langer Zeit hier befand. Möglicherweise seit Äonen. Ihr unteres Viertel lag im Boden begraben, und so stand sie fest und unbeweglich wie ein Ei im Eierbecher.
„Wow“, fand Floyd als erster seine Sprache wieder. „Einfach nur wow!“

Was ist das: Es dreht sich um Technik, ist mal spannend, mal bestürzend, mal amüsant und hat nur sehr selten ein Happy End? Richtig: die c’t-Story. Seit gut 37 Jahren hat sie ihren festen Platz im Magazin – und seit einiger Zeit auch auf heise+. Mal kommt sie aus der Feder preisgekrönter Belletristik-Profis, mal sind die Verfasser hochkarätige Wissenschaftler – oder eigenwillige junge Science-Fiction-Debütanten. Viele unserer c’t-Story-Autoren haben in den vergangenen Jahren für ihre Werke renommierte Preise wie den Kurd-Laßwitz-Preis (KLP) oder den Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) errungen.
„Das ist …“, begann als nächstes Gruschenkowa, und Corsh beendete den Satz: „… einfach unglaublich!“
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „c’t-Story: Fehleinschätzung“.
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Klagen von Passagieren wegen Flugverspätungen fordern Justiz heraus
Klagen von Passagieren wegen verspäteter oder stornierter Flüge stellen die Justiz zunehmend vor Herausforderungen. Bei den 19 Gerichten an Standorten mit größeren Flughäfen in Deutschland gab es im vergangenen Jahr nach Angaben des Deutschen Richterbundes mehr als 121.000 Entschädigungsfälle von Reisenden. Das waren 44 Prozent (rund 37.000 Klagen) mehr als fünf Jahre zuvor, wie es hieß.
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Die Verfahren von Fluggästen machen nach den Angaben an vielen Gerichten inzwischen deutlich mehr als die Hälfte aller Zivilfälle (etwa 60 Prozent) aus. Bei dem für den Hauptstadtflughafen BER zuständigen Amtsgericht Königs Wusterhausen liegt deren Anteil sogar bei 93 Prozent. Die steigenden Zahlen stellten das Gericht „dauerhaft vor erhebliche Herausforderungen“, teilte ein Sprecher mit.
Deutliche Zunahme in Brandenburg und Frankfurt
19.239 Entschädigungsklagen von Reisenden landeten laut Richterbund 2025 bei dem Gericht in Brandenburg – rund 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Im bundesweiten Vergleich landete das Gericht damit auf Platz drei. An der Spitze lag das Amtsgericht Köln 2025 mit 22.491 Fällen (2024: knapp 41.300 Klagen), gefolgt vom Amtsgericht Frankfurt mit 19.374 Klagen (2024: rund 16.000 Fälle).
Trotz Rückgangs Köln an der Spitze
Während es in der hessischen Metropole im Vergleich zum Vorjahr etwa 21 Prozent mehr Fälle gab, ging die Anzahl in Köln fast um die Hälfte zurück. Der deutliche Rückgang dürfte aus Sicht des Richterbundes darauf zurückzuführen sein, dass die Lufthansa verstärkt außergerichtliche Einigungen anstrebt. Zudem hat die Airline für das Geschäftsjahr 2025 von einem wesentlich pünktlicheren Betrieb berichtet, bei dem in der Folge weniger Entschädigungsfälle entstanden seien. Europas größter Luftverkehrskonzern hat in der Domstadt mit dem Flughafen Köln-Bonn seinen juristischen Firmensitz.
Vor allem der starke Rückgang beim Amtsgericht Köln hat nach Einschätzung des Richterbundes dazu geführt, dass es im Jahr 2025 bundesweit fast 10.000 weniger Klagen von Passagieren gab (2024: etwa 131.000 Fälle).
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Fluggäste haben nach Justizangaben die Wahl, ob sie am Sitz der Gesellschaft oder am Abflugort vor Gericht ziehen. Zunehmend nutzen Menschen Portale, um ihre Ansprüche schnell und einfach durchsetzen zu können.
Nicht genug KI-Unterstützung
Die Justiz ist aus Sicht des Richterbundes dafür nicht ausreichend gewappnet. „KI-gestützte Richterassistenzsysteme, die eine schnellere Bearbeitung dieser gleichförmigen Massenfälle ermöglichen, befinden sich weiterhin in der Testphase“, sagte Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn der Deutschen Presse-Agentur. Es fehle eine fertige Standardsoftware, die Fälle in Sekundenschnelle erfasse, mit Urteilen vergleiche, Ansprüche herausfiltere und Entscheidungsvorschläge mache. „Diese KI-Assistenz würde Verfahren vereinfachen und die Gerichte spürbar entlasten“, so Rebehn.
(nen)
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Mehr als jeder siebte Stadtbus in Deutschland fährt emissionsfrei
Mehr als jeder siebte Stadtbus im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) in Deutschland war im vergangenen Jahr emissionsfrei unterwegs. Damit stieg die Zahl der Busse mit alternativen Antrieben hierzulande um knapp 1.400 auf rund 4.750, wie das Beratungsunternehmen PWC ermittelt hat. Nahezu jeder zweite neue Bus im ÖPNV hatte im Jahr 2025 demnach einen solchen Antrieb. Ein Grund für den Zuwachs sei die im Vorjahr wieder aufgenommene Bundesförderung.
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85 Prozent dieser Busse verfügen laut PWC über einen batterieelektrischen Antrieb. Hinzu kommen einige Hundert Brennstoffzellen- und 90 Oberleitungsbusse.
Die meisten Elektrobusse sind der Untersuchung zufolge im Großraum Hamburg unterwegs. Die Hochbahn sowie die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) betreiben zusammen mehr als 700 solcher Fahrzeuge, wie PWC weiter mitteilte. Auf Platz zwei folgt Berlin mit 277 Elektrobussen.
Zuwachs wird sich fortsetzen
Die PWC-Fachleute gehen davon aus, dass sich der Zuwachs in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Bis 2030 könnten demnach 11.000 E-Busse bundesweit unterwegs sein, was knapp einem Drittel der heutigen Gesamtflottengröße entspräche.
Um dieses Ziel zu erreichen, blieben die Unternehmen auf öffentliche Förderungen angewiesen, hieß es. Ein zwölf Meter langer Solo-Batteriebus (Anm. d. Redaktion: Batteriebus mit einteiligem Chassis) kostete der Untersuchung zufolge im vergangenen Jahr mit 580.000 Euro noch fast doppelt so viel wie ein vergleichbarer Dieselbus für 310.000 Euro. Hinzu kämen notwendige Investitionen in die Ladeinfrastruktur und den Umbau von Betriebshöfen.
Die Bundesregierung hatte Ende Februar Förderbescheide in Höhe von insgesamt mehr als 400 Millionen Euro übergeben. Gefördert werde die Beschaffung von knapp 1.900 neuen Elektrobussen, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Für das laufende Jahr ist demnach erneut eine Gesamtförderung von rund 500 Millionen Euro geplant.
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Nachlassen können Hersteller und Verkehrsunternehmen beim Hochlauf der Elektroflotten nicht. Seit diesem Jahr gelten neue EU-Vorgaben im Rahmen der sogenannten Clean Vehicle Directive (CVD). Ein knappes Drittel neu zu beschaffender Stadtbusse müssen demnach künftig emissionsfrei sein.
(nen)
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