Künstliche Intelligenz
Meta streicht Stellen und treibt KI-Umbau voran
Meta hat am Mittwoch rund 700 Angestellte in Reality Labs sowie weitere Beschäftigte in der Personalgewinnung, im Vertrieb und bei Facebook entlassen, berichtet die New York Times. Reality Labs ist Metas Hardware-Sparte und für die Entwicklung von Smart Glasses und VR-Brillen zuständig.
Weiterlesen nach der Anzeige
Meta hatte schon im Januar 1.500 Stellen in der Abteilung gestrichen. Betroffen war primär die VR-Sparte. Der Konzern erklärte damals, dass er Investitionen vom Metaverse hin zur Wearables-Sparte verlagere, weil diese stärker wachse. Meta ist Marktführer bei KI-Brillen und hat seit Ende 2023 knapp zehn Millionen Geräte verkauft. Aus dem Bericht geht nicht hervor, auf welche Sparten die 700 neuen Kündigungen entfallen. Meta beschäftigte Ende des vergangenen Jahres knapp 79.000 Angestellte, rund 15.000 davon in Reality Labs.
Die jüngsten Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund einer strategischen Neuausrichtung hin zu künstlicher Intelligenz. Meta plant in diesem Jahr Investitionen von bis zu 135 Milliarden Dollar, die überwiegend in die eigene KI-Infrastruktur und den Bau von Rechenzentren fließen sollen. Im vergangenen Jahr gab Meta zudem Milliarden für hoch qualifizierte KI-Fachkräfte aus. Ziel ist es, im Rennen um eine KI-Superintelligenz eine führende Rolle einzunehmen.
Meta testet neue Strukturen für KI-getriebene Teams
Das US-Nachrichtenportal Business Insider berichtet derweil, dass in einem rund 1.000 Personen starken Team innerhalb von Reality Labs eine grundlegende Neuordnung von Rollen und Teamstrukturen mit Blick auf künstliche Intelligenz erfolgt. Das Pilotprogramm sieht kleinere, funktionsübergreifende Teams und flachere Strukturen vor. Laut Meta stehen die Neuorganisation und die aktuellen Entlassungen dabei in keinem direkten Zusammenhang.
Laut einem internen Memo werden die Beschäftigten als „AI Builders“ neu eingeordnet und in sogenannten „Pods“ organisiert. Diese Einheiten bestehen aus wenigen Personen, die ergebnisorientiert und oft disziplinübergreifend arbeiten sollen. Die Pods werden von „Pod Leads“ geleitet, die wiederum „Org Leads“ unterstellt sind. Prozesse wie Leistungsbewertungen und Beförderungen sollen dabei von nicht näher bezeichneten „KI-Systemen“ unterstützt werden. Bereits im Februar sickerte durch, dass Meta die Mitarbeiterleistung künftig daran messen will, wie stark diese KI-Werkzeuge nutzen.
Parallel dazu setzt Meta verstärkt auf finanzielle Anreize für seine Führungsspitze. Erstmals seit dem Börsengang 2012 bietet der Konzern Top-Managern neue Aktienoptionen an, die an ambitionierte Kursziele geknüpft sind, berichtet Bloomberg. Demnach könnte der Wert der Vergütung in den kommenden fünf Jahren um bis zu 921 Millionen Dollar pro Führungskraft steigen. Vorausgesetzt natürlich, dass Meta die hochgesteckten Wachstumsziele erreicht. Der Konzern erklärte, die Maßnahme solle dazu dienen, Schlüsselpersonal im KI-Zeitalter zu binden und das Unternehmen zum Wachstum anzutreiben.
Weiterlesen nach der Anzeige
(tobe)
Künstliche Intelligenz
OpenAI und Broadcom kündigen neuen KI-Chip Jalapeño an
Broadcom arbeitet an einem Prozessor namens Jalapeño, der für Inferenzen Künstlicher Intelligenzen optimiert ist. OpenAI unterstützt Broadcom dabei. Ziel sind kürzere Latenz und geringerer Energieverbrauch. Jalapeño ist eine anwendungsspezifische integrierte Schaltung (ASIC), besteht also aus speziell auf OpenAIs Inferenz-Software zugeschnittenen Schaltkreisen. Nicht gedacht ist das Gerät für das Training großer Sprachmodelle.
Weiterlesen nach der Anzeige
OpenAI hat das Projekt am Mittwoch bekanntgegeben. Ziel ist wohl, vor OpenAIs Börsengang die Börsenphantasie anzuregen: Die wortreiche Mitteilung enthält keine konkreten Daten und auch keine Informationen über die Prozessorarchitektur.
Jalapeño wurde laut Mitteilung in neun Monaten von Grund auf neu entwickelt. Frühe, interne Tests sollen gezeigt haben, dass der neue Computerchip bei Inferenzen pro Watt mehr leisten werde als derzeit für diesen Zweck verfügbare Halbleiter. Die beiden Unternehmen wollen langfristig zusammenarbeiten, kündigen sie doch gleich mehrere Generationen Jalapeños an.
Die ersten Auslieferungen der ersten Jalapeño-Generation sind für Jahresende geplant. „Wir beginnen 2026 damit, den Bau von Gigawatt-Rechenzentren mit Microsoft und anderen Partnern zu ermöglichen”, kündigt Broadcom-CEO Hock Tan an. Microsoft ist der größte Aktionär des operativen OpenAI-Arms.
(ds)
Künstliche Intelligenz
Digital-Health-Podcast: DiGA als Innovation auf Kosten der Krankenkassen?
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) gelten als Vorzeigeprojekt der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Doch während Befürworter sie als Innovationstreiber sehen, kritisieren Krankenkassen die schnelle Zulassung und fordern strengere Nachweise für ihren Nutzen. Wie berechtigt ist diese Kritik?
Weiterlesen nach der Anzeige
Darüber spricht heise online im Digital-Health-Podcast mit Moritz Göldner, Juniorprofessor für Data-Driven Innovation an der TU Hamburg. Er forscht unter anderem zu digitalen Gesundheitsanwendungen, Real-World-Daten und der Evidenzgenerierung für digitale Medizin.

Im Digital-Health-Podcast erklärt heise-online-Redakteurin Marie-Claire Koch gemeinsam mit Kolleginnen die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich. Neben einer redaktionellen Einordnung gibt es regelmäßig Expertengespräche zu elektronischer Patientenakte, Telemedizin, KI, Gesetzgebung und den Auswirkungen für Praxen, Kliniken und Patientinnen.

Im Digital-Health-Podcast erklärt heise-online-Redakteurin Marie-Claire Koch gemeinsam mit Kolleginnen die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich. Neben einer redaktionellen Einordnung gibt es regelmäßig Expertengespräche zu elektronischer Patientenakte, Telemedizin, KI, Gesetzgebung und den Auswirkungen für Praxen, Kliniken und Patientinnen.
Aus Sicht Göldners ist das deutsche DiGA-Modell international ein Vorreiter. Der eigene Zulassungsweg ermögliche Innovationen, ohne die Sicherheit der Patienten aus den Augen zu verlieren. Dass Anwendungen zunächst vorläufig gelistet werden können und klinische Studien erst nachgereicht werden, hält er für einen sinnvollen Kompromiss. Die Forderung, diesen Weg abzuschaffen, sieht er kritisch.
Ein weiterer Streitpunkt ist die Bewertung des Nutzens. Anders als Medikamente sollen DiGA nicht nur medizinische Effekte erzielen, sondern auch den Versorgungsalltag verbessern – etwa durch eine höhere Therapietreue oder mehr Gesundheitskompetenz. Gerade diese patientenrelevanten Struktur- und Verfahrensverbesserungen würden jedoch bislang kaum berücksichtigt, obwohl sie zu den eigentlichen Stärken digitaler Anwendungen gehörten.
Im Podcast geht es außerdem um die Frage, warum viele DiGA bisher nicht mit der elektronischen Patientenakte oder Wearables zusammenarbeiten, welche Rolle Real-World-Daten künftig spielen könnten und weshalb Göldner europaweit einheitliche Zulassungsregeln für digitale Gesundheitsanwendungen fordert.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Funklöchern auf der Spur: Zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche läuft
Die Erfassung des digitalen Alltags geht in die nächste Runde. Am Mittwoch hat die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche begonnen: Bürger sind aufgerufen, bis 1. Juli die tatsächliche Mobilfunkversorgung vor Ort auf den Prüfstand zu stellen. Mithilfe der aktualisierten und kostenlosen App „Mobilfunk-Check“ der Bundesnetzagentur können Smartphone-Nutzer unkompliziert Daten über die Netzqualität fort erfassen, wo sie gerade sind.
Weiterlesen nach der Anzeige
Ziel der Crowdsourcing-Aktion Check Dein Netz ist, ein flächendeckendes und realistisches Abbild der Mobilfunkversorgung aus Anwenderperspektive zu gewinnen, sowie weiße Flecken präzise zu lokalisieren. Die gesammelten Informationen sollen dazu beitragen, künftige Ausbau- und Unterstützungsmaßnahmen bedarfsgerecht zu planen, und den Druck auf Netzbetreiber erhöhen.
An der ersten Messwoche 2025 haben sich laut Regulierungsbehörde mehr als 100.000 Teilnehmer beteiligt und fast zweihundert Millionen Messpunkte geliefert. Im Ergebnisbericht heißt es, dass an weniger als einem Prozent der erfassten Punkte tatsächliche Funklöcher festgestellt worden seien. Dennoch besteht weiter Handlungsbedarf, da die offiziellen Versorgungsmeldungen der Netzbetreiber und die gefühlte Realität der Verbraucher, insbesondere abseits der großen Ballungsräume, oft stark voneinander abweichen.
Die Politik sieht die Netzbetreiber am Zug
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hob zum Start der zweiten Kampagne hervor, dass Deutschland bei der Netzinfrastruktur noch besser werden müsse. Die Politik habe mit der Verankerung des überragenden öffentlichen Interesses am Netzausbau gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen. Nun liege der Ball bei den Mobilfunknetzbetreibern. Diese müssten die gewonnenen Daten nutzen, um ihre Netze zu optimieren. Die Ergebnisse stehen neben den Telcos auch den Bundesländern und Kommunen zur Verfügung. Daten sollen helfen, Ausbauvorhaben zu priorisieren, administrative Hindernisse abzubauen und den konkreten Bedarf für Verdichtung der Netze darzulegen.
Ein Fokus liegt auf ländlichen Regionen, die am stärksten von Verbindungsproblemen betroffen sind. Laut Bundesheimatminister Alois Rainer (CSU) ist lückenlose Mobilfunkversorgung Basis dafür, dass ländliche Räume als Lebens- und Wirtschaftsräume attraktiv blieben. Schlechter Empfang entwickle sich schnell zu einem spürbaren Standortnachteil für Familien, Betriebe und Regionen. Er verwies explizit auf die Land- und Forstwirtschaft, die für digitale Anwendungen wie präzise, sensorgestützte Düngung oder Tierüberwachung in Echtzeit auf stabile Netze angewiesen sei. Am Ortsausgang dürfe der Anschluss an die digitale Welt nicht einfach abreißen.
Der Bundesrat fordert vollständige Flächendeckung. Die Bundesnetzagentur erhofft sich durch rege Beteiligung von Bürgern eine noch solidere Datenbasis als im Vorjahr. Unterstützt wird die Aktion von der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG). Sie hat schon im Vorfeld für #CheckDeinNetz geworben.
Weiterlesen nach der Anzeige
(ds)
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniX-Workshop Angriffsziel lokales AD − Schwachstellen finden und beheben
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
-
Social Mediavor 1 MonatMetas neuer Creative Setup Workflow: Was sich wirklich ändert – und warum das nicht nur eine UI-Frage ist!
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMega-GPUs für Nvidia, AMD & Co: TSMC zeigt CoWoS-Package mit >11.600 mm² & 24 × HBM5E
