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Monorails, Magnet- und Seilbahnen: Gadgetbahnen oder sinnvolle Systeme?


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Wenn man eine Diskussion um Bahnsysteme abwürgen möchte, gibt es drei effektive Möglichkeiten, um das Gegenüber zur Weißglut zu bringen: Bei Magnetbahnen erwähnt man am besten Edmund Stoiber, bei klassischen Monorails greift man auf eine Folge der Simpsons zurück und wenn das nicht reicht, denunziert man ein System einfach als Gadgetbahn.

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Für die Politik haben solche Systeme einen gewissen Reiz. Die kann sich nämlich scheinbar eine Innovationsfreudigkeit auferlegen. Gerade im Wahlkampf ist das praktisch und dann kommen mitunter sehr wilde Ideen ins Gespräch, wo Fachleute nur mit dem Kopf schütteln würden. An dem Begriff Gadgetbahn ist also durchaus etwas dran, wenn man nicht auf naheliegende, aber langweilige Systeme wie Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen verweisen möchte.

Gleichzeitig ist das Abkanzeln als Gadgetbahn aber oft nicht gerechtfertigt. Denn: So gut wie jedes Verkehrssystem hat seine Berechtigung. Oft ist die aber sehr speziell.

Beispiele von tatsächlichen Gadgetbahnen gibt es zur Genüge. So wollte Berlin etwa die Magnetbahn Transport System Bögl (TSB) mit so wenig Geld bauen, dass eine sinnvolle Nutzung kaum möglich gewesen wäre. Vielmehr hätte sie bewiesen, dass das TSB ohne ordentliche Investitionen nicht funktionieren kann. Das wäre allerdings schon vor der Planung klar gewesen: Eine einspurige Strecke mit einem oder zwei Zügen ist selbst mit klassischen Systemen nur selten sinnvoll, Standseilbahnen ausgenommen.

Die Magnetbahndiskussion ist dabei in Deutschland besonders vergiftet, weil es immer wieder Vorschläge für Systeme gibt, die kaum als Anwendungsstrecke einstufbar sind. Rund um Nürnberg wollte man Fahrgäste einer Straßenbahn beispielsweise zum Systemwechsel auf das TSB zwingen. Das ging aber nur mit eigenwilligen Kompromissvorschlägen: Eine Station störte etwa den Betriebsablauf bei überwiegender Einspurigkeit und Zugbegegnung in der Mitte.

In Berlin gibt es derweil eine neue Idee: Am ehemaligen Flughafen Tegel soll das TSB fahren. Im ersten Schritt sagte uns die Senatsverwaltung für Verkehr: „Der bereits vorliegende Verkehrsmittelvergleich für die Straßenbahnstrecke von der Urban Tech Republic beziehungsweise U-Bahnhof Paulsternstraße über Gartenfeld nach Spandau wird nun zunächst um die Betrachtung einer Magnetschwebebahn ergänzt.“ Immerhin ist zunächst von einer zweispurigen Variante auszugehen. Fraglich allerdings, ob das Potenzial für eine schnelle, spurtstarke und häufig fahrende Magnetbahn in Tegel vorhanden ist. Für das TSB besteht aber noch eine weitere Hoffnung: In China ist eine Anwendungsstrecke geplant, die Verträge sind unterschrieben.

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Allgemein wird das Thema Magnetbahnen in Asien ernster genommen. Das japanische Linimo-System in Nagoya ist jedenfalls gut ausgestattet. Selbiges gilt für Südkoreas Ecobee (Incheon Airport Maglev), die nach einer unklaren Phase zu einer selten fahrenden Touristenbahn degradiert wurde und bei unserer Testfahrt nur noch mit 40 km/h fuhr. In China gibt es dafür mehrere große und unterschiedliche Systeme wie die S1 in Peking (Mentougou Line) oder den Changsha Maglev Express. Beide sind als Pilotprojekte fester Bestandteil des Nahverkehrs. Dazu kommen in China noch Magnetbahnen, die als Touristenbahnen fahren, und der mittlerweile gut genutzte Transrapid (Shanghai Maglev Train).



Seouls Ecobee (Incheon Airport Maglev) ist nur noch eine Touristenbahn.

(Bild: Andreas Sebayang)

Schauen wir uns aber ein paar Systeme an, bei denen wohl kaum noch jemand eine Gadgetbahn-Diskussion starten würde. Etablierte, ungewöhnliche Systeme gibt es nämlich auch hierzulande einige.

Ein schönes Beispiel ist die Wuppertaler Schwebebahn, eine Monorail (Suspended), die aber kaum als solche wahrgenommen wird. Das Interessante an ihr ist die Trasse mitten über der Wupper.



Die Wuppertaler Schwebebahn wurde umfassend modernisiert.

(Bild: Andreas Sebayang)

Aber: Irgendwann war eine Modernisierung notwendig. Neue Wagen mussten angeschafft werden, die Spannung von 600 Volt auf 750 Volt erhöht werden und das Zugsicherungssystem auf ETCS Level 3 (damals so genannt) gesetzt werden. Das war seinerzeit eine herausfordernde Kombination, die dafür sorgte, dass mitunter der Waggonbau-Spezialist Talbot aushelfen musste. Das zeigt aber auch: Ein derart altes und einmaliges System lässt sich modernisieren. Natürlich kostet das viel Geld. Allerdings im Kontext eines Landes, das seit Jahren dafür bekannt ist, an allen Ecken und Enden im Schienenverkehr zu sparen. Die Betreiber und ihre Partner haben es übrigens sogar geschafft, die alten Kaiserwagen mit dem neuen System kompatibel zu machen. Testfahrten gibt es auch schon seit einiger Zeit. Die Umrüstung beanspruchte sieben Jahre.

Sondersysteme gibt es ansonsten vor allem an Flughäfen. Der Flughafen Düsseldorf hat auch eine Hängebahn (Skytrain), die noch einen Verwandten in Dortmund (H-Bahn) hat. Einen fahrerlosen „People Mover“ gibt es zudem noch am Flughafen München als Satelliten-Anbindung.



Skytrain: Hängebahn als Terminal-Zubringer des Flughafen Düsseldorf.

(Bild: Andreas Sebayang)

Eines der jüngsten Beispiele und ein sehr seltenes System ist die neue Sky Line am Flughafen Frankfurt. Der hat jetzt nämlich sogar zwei unterschiedliche People-Mover-Systeme. Die Verantwortlichen haben sich für ein neues System entschieden, weil das alte den Anforderungen nicht mehr genügte und Erweiterungen laut dem Flughafen kompliziert gewesen wären. Stattdessen gibt es nun zwei unterschiedliche Systeme.

Das neue System ist dabei eine vergleichsweise junge Entwicklung. Siemens Mobility und Lohr Industries haben gemeinsam den Neoval (Airval für Flughäfen) entwickelt. Ein gummibereifter People Mover, der über eine mittlere Führungsschiene (Translohr-System) gelenkt wird. Durch das Lenken erhofft sich der Flughafen Frankfurt geringere Betriebskosten durch weniger Abnutzung. Gleichzeitig ist das System recht schnell. Tempo 80 ist möglich, betrieblich fährt das System aber mit 70 km/h.



Sky Line: Das Airval-System arbeitet mit einer Führungsschiene in der Mitte.

(Bild: Andreas Sebayang)

Translohr hat vorher viel Kritik einstecken müssen. Das lag an den ersten Einsatzzwecken. Gummibereifte Straßenbahnen mit Führungsschiene in der Mitte auf klassischem Asphalt waren keine gute Idee. Die Züge bleiben zu präzise in der Spur und es bilden sich Spurrillen. Der Ruf nach einer Gadgetbahn war schnell da. Neoval setzt hingegen üblicherweise auf Betonspuren.

People Mover und Hängebahnen gehören zu den ungewöhnlichsten Systemen, die aber nur selten mit Gadgetbahnen in Verbindung gebracht werden. Bei People Movern liegt das daran, dass sie selten außerhalb von Spezialgebieten vorgeschlagen werden, auch wenn ihre Umsetzung möglich wäre. Taiwan setzt etwa auf einen People Mover (Wenhu Line, Metro Taipei) als Metrosystem und in Singapur sind solche Systeme in der Feinverteilung als Metro-Zubringer aktiv. Beide sind sehr gut ausgelastet und schaffen enge Kurven ohne große Geräusch- und Vibrationsentwicklung.

Hängebahnen sind weiterhin sehr selten. Mit seinen drei Systemen hat Deutschland vergleichsweise viele. Auch in Japan gibt es noch einige. Sehr neu ist Chinas gummibereifte Wuhan Optics Valley Air Rail Train.

Es gibt noch ungewöhnlichere Verkehrsmittel, die in der Regel etwas mit der Überwindung von Steigungen zu tun haben: Seilbahnen, Aufzüge und sogar Rolltreppen. Die schienengebundenen Seilbahnen, an denen ein Zug am Seil gezogen wird, wollen wir hier aussparen. Die gibt es vor allem in bergigen Regionen. Mitunter auch auf flachem Gebiet, wie im Flughafen Doha (Doppelmayr Cable Liner).

Doch was ist mit der innerstädtischen Gondel-Seilbahn ohne Berg? In Deutschland diskutiert die Politik solche überraschend oft. 2024 sprach sich der damalige Verkehrsminister Wissing etwa für urbane Seilbahnen als ÖPNV-Lösung aus. Die Vorteile: Es werden nur ein paar hohe Seilbahnstützen in der Stadt verteilt, um dann die Seilbasis zu installieren. Denkbar ist dabei vor allem das Überqueren von größeren Wasserflächen, wenn sich eine Fähre nicht lohnt, oder einfach schwieriges Gelände. In Paris kam es zu so einem Fall. Die Câble C1 von Doppelmayr im Süden der Stadt ist dort als Verlängerung der Métro Paris entstanden. Am Ende der U-Bahn-Linie gibt es nicht mehr den Bedarf eines Systems mit viel Kapazität. Ein Tunnel hätte sich also kaum gelohnt. Gleichzeitig war eine eigentlich kostengünstige oberirdische Weiterführung schwierig. Die Straßensituation und ein größeres Gleisfeld machen dies komplex (siehe Openrailwaymap). Also entschied sich Paris für eine Seilbahn.



Die Seilbahn Câble C1 als Verlängerung der Paris Métro Ligne 8.

(Bild: Andreas Sebayang)

Sie bewegt sich nach unserem Messungen zwar nur mit maximal 18 km/h, doch die Wegführung ist direkter als mit einem Bus. Zudem gibt es praktisch keine Wartezeiten auf das nächste Fahrzeug. Eine Kabine steht eigentlich immer bereit. Es kann aber passieren, dass man in einer Schlange warten muss. Aktuell ist das aber kaum zu erwarten. 9000 bis 10.000 Fahrgäste nutzen das System bisher täglich, leicht unter der Prognose.

Fahrgäste mit Höhenangst müssen jedoch Umwege einkalkulieren. Und bei etwas mehr Wind sollten Nutzer Spaß am Schaukeln haben. Direkt in der Stadt wirkt das System zudem einfach zu langsam.

Wenn dann tatsächlich Höhenmeter zurückzulegen sind, dann stellt sich die Sinnfrage weniger. Neben schienengebundenen Standseilbahnen und Gondelsystemen gibt es dann noch weitere Alternativen.

Auch wenn es seltsam klingen mag: Eine davon ist ein Fahrstuhl. Der Elevador de Santa Justa ist Teil der „Flotte“ des Nahverkehrsunternehmens Carris in Lissabon. Er hat sogar einen Fahrplan und braucht Tickets. Die Kapazität: 20 Sitz- und 15 Stehplätze. Auch Rolltreppen können Gebühren kosten. Das ist etwa beim Chongqing Crown Grand Escalator der Fall. Hier gibt es natürlich keinen Fahrplan im herkömmlichen Sinne. Eine Treppenstufe ist immer bereit. Ähnlich wie bei Câble C1 gibt es Betriebszeiten.

Die Systembeispiele zeigen, wie speziell ein Problem sein muss, um ein ungewöhnliches System zu rechtfertigen. Es gibt aber eine Stadt, die selbst wie ein großer Rummel ist und passend dazu auch Gadgetbahnen bietet: Las Vegas.

Die Stadt in Nevada ist nicht nur Heimat unzähliger Casinos und anderer Entertainment-Attraktionen. Sie bietet auch viel Experimentierfläche für alternative ÖPNV-Systeme und ist Heimat von seltsam konzipierten Bahnsystemen.

So hat die Stadt gleich mehrere an Seilen gezogene Bahnen. Zwischen dem Casino-Resort Mandalay Bay und dem Hotel Excalibur sind zwei sogenannte Trams auf eigenen Trassen unterwegs, bei der eine die Aufgabe eines Expresszugs hat. Dazu kommen der Aria Express und die derzeit geschlossene Treasure-Island-Tram.

Tatsächlich sind die kostenlosen Systeme für den Inter-Casino-Verkehr mit ihren zwei bis vier Stationen kaum von Relevanz. Die Fahrten lohnen sich wenig, weshalb die Verbindungen kaum genutzt werden. Es gibt aber Ausnahmen: Besonders hoch frequentiert wird zum Beispiel die Tram zwischen Mandalay Bay und Excalibur während Sportveranstaltungen. Das sorgt mitunter für sehr lange Wartezeiten und dann lohnt es sich erst recht zu laufen.

Auf der Ostseite des Strips sieht das ähnlich aus. Dort fährt die Las Vegas Monorail entlang. Ein System mit recht kleinen Fahrzeugen des Typs Bombardier Innovia 200.

Eigentlich hätte die Bahn Potenzial, sie hat aber ein eigenes Ticketsystem und mit 6 US-Dollar ist sie teuer. Immerhin muss die Bevölkerung Nevadas nur einen Dollar zahlen. Doch auch das bringt wenige Fahrgäste. Es gibt nur sieben Stationen fernab des Strips und sie sind schwer zu finden.

Es gab zwar immer mal wieder Ideen, den Flughafen mit der Monorail zu verbinden. Allerdings ist fraglich, ob die Monorail Fluggästen mit Koffern gewachsen wäre. Formal hat die Bahn 72 Sitz- und bis zu 304 Stehplätze – bei 0,125 Quadratmetern pro Person.

Ein Scheitern war also, wie andere Erweiterungspläne, wohl unausweichlich und die Geschichte ist komplex. Die Zukunft ist auch ungewiss, ein Jahrzehnt hat die Monorail aber wohl noch gesichert.

Las Vegas setzt weiter auf mehr oder weniger schlechten Busverkehr mit ein paar BRT-ähnlichen Verbesserungen im Osten der Stadt. Alternativen sehen Betreiber eher in anderen Konzepten. So hat heise online gerade erst das autonom fahrende Zoox System von Amazon getestet.

Eine große Spielfläche ist die Stadt auch für den Las Vegas Loop der Boring Company, der mit zahlreichen Tesla-Fahrzeugen in Tunneln bestückt wird. Das System ist jedoch sehr personalintensiv. Aufgrund der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen transportiert ein Fahrer manchmal nur 1–2 Personen. Dazu kommen Massen an Einweisern an den Stationen. Eine Straßenbahnstation ließe sich hingegen ohne Personal betreiben.

Gerade weil der Bus-basierte ÖPNV in Las Vegas so schlecht ist, funktioniert das System trotz vieler gebrochener Versprechen recht gut. Das gilt vor allem im Messebereich. Vom Messegelände zum Strip zu kommen, ist tatsächlich schnell und mit 4,25 US-Dollar pro Person vergleichsweise günstig. Allerdings sind die Betriebszeiten kurz. Meist ist um 21 Uhr Schluss.




Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Immerhin hat der Las Vegas Loop nun einen Flughafen-Anschluss für 12 US-Dollar. Dazu fahren die Teslas aus dem Tunnel heraus auf den Straßen zum Flughafen. Surface Route nennt sich das neue Konzept des Tunnelbauunternehmens Boring Company. Möglich macht das eine neue Regel, die einen größeren Oberflächenanteil bei LV-Loop-Fahrten ermöglicht, der einem älteren Bericht zufolge bei vier Meilen liegt.

Das soll sich aber ändern, sobald der Tunnel bis in die Nähe des Flughafens eröffnet wird. Eigentlich hätte der längst eröffnet werden sollen. Gerissene Termine und kaum Kommunikation sind bei der Boring Company aber normal.

Insgesamt sollten die Beispiele zeigen, dass es für Spezialbahnen in der Regel einen sehr spezifischen Einsatzzweck gibt, den sich manche Länder auch viel Geld kosten lassen, um der Bevölkerung ein gutes Verkehrsmittel zu bieten. Zu einer Gadgetbahn werden solche Systeme erst, wenn sie unüberlegt ins Spiel gebracht werden, um Innovationsfreudigkeit zu vermitteln.

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(nen)



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NASA will Marsrover Promise auf den Mond schicken


Die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) erwägt nach eigenen Angaben, einen Marsrover auf den Mond zu schicken. Er ist eigentlich ein Double für zwei Marsrover und wird zum Testen auf der Erde eingesetzt. Es gebe Überlegungen, Promise auf den Mond zu schicken, teilte die NASA über den Kurznachrichtendienst X mit. Das seien aber erst einmal nur Erwägungen. Konkret sei das jedoch noch nicht.

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Promise, der etwa so groß ist wie ein Kleinwagen, wurde vom Jet Propulsion Laboratory (JBL) der NASA entwickelt. Der Name ist ein Akronym für „Polar Rover for Observation, Mapping, and In-Situ Exploration“, zu Deutsch etwa: Polar-Rover für Beobachtung, Kartierung und In-situ-Erkundung. Er ist weitgehend baugleich mit den Marsrovern Curiosity und Perseverance. Die JBL-Techniker haben ihn vor allem als Testplattform genutz, um beispielsweise neue Kommandos oder Software-Updates auszuprobieren, bevor diese auf den Marsrovern installiert wurden. Möglicherweise wird Promise nun auf eine eigene Mission geschickt.

Die Teams von Curiosity und Perseverance können offensichtlich auf ihren Teststand auf der Erde verzichten: Sie hätten inzwischen genug Erfahrung mit Rovern auf dem Mars, dass das nicht mehr nötigt sei, sagte NASA-Direktor Jared Isaacman in einem Livestream. „Wo kam die Frage auf: ‚Was, wenn wir ihn auf den Mond schicken?‘“

Isaacman hat im März dieses Jahres die Mondpläne der NASA komplett geändert: Statt einer Station im Mondorbit soll eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond gebaut werden. Zur Vorbereitung sollen allein in diesem Jahr noch drei Missionen zum Mond fliegen. Die Mondbasis, die dauerhaft bewohnt sein soll, soll Anfang der 2030er Jahre fertig sein.

Die NASA hat nach eigenen Angaben vier unbemannte Missionen beauftragt, die Ende 2028 zum Mond fliegen sollen. Auftragnehmer sind die US-Unternehmen Astrobotic, Firefly Aerospace und Intuitive Machines. Sie sollen wissenschaftliche Ausrüstung für die NASA auf den Mond bringen. Astrobotic wird dabei zwei Missionen übernehmen, die beiden anderen je eine.


Künstlerische Darstellung der Mondlandefahrzeuge von Astrobotic, Intuitive Machines und Firefly

Künstlerische Darstellung der Mondlandefahrzeuge von Astrobotic, Intuitive Machines und Firefly

Künstlerische Darstellung der Mondlandefahrzeuge von Astrobotic, Intuitive Machines und Firefly (von rechts nach links)

(Bild: Astrobotic / Intuitive Machines / Firefly)

Hintergrund ist die Konkurrenz mit anderen Weltraummächten, allen voran China – das Land plant ebenfalls bemannte Mondmissionen sowie die Errichtung einer Mondbasis. „Die Uhr tickt in diesem Wettstreit der Großmächte“, sagte Isaacman im März. „Erfolg oder Scheitern werden in Monaten und nicht in Jahren gemessen.“

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(wpl)



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Top 10: Das beste City-E-Bike – Preis-Leistungs-Sieger kostet 799 Euro


City-E-Bike Engwe N1 Pro im Test: Carbon, Mittelmotor mit 80 Nm & GPS

19 kg dank Carbon-Rahmen, Mittelmotor mit 80 Nm, GPS-Tracking und 4G, Fernlicht sowie Alarmanlage: Das Engwe N1 Pro sieht schick aus und kann viel.

VORTEILE

  • 19 kg dank Carbon-Rahmen
  • starker Mittelmotor mit Drehmomentsensor
  • autom. Sperre, Alarmanlage, eSIM, GPS-Ortung
  • schickes Design

NACHTEILE

  • Einheitsgröße nichts für große Fahrer
  • teuer
  • einige Komponenten nicht für deutschen Straßenverkehr

19 kg dank Carbon-Rahmen, Mittelmotor mit 80 Nm, GPS-Tracking und 4G, Fernlicht sowie Alarmanlage: Das Engwe N1 Pro sieht schick aus und kann viel.

Das Engwe N1 Pro (ehemals Engwe Mapfour N1 Pro) für 2099 Euro (Code: DeliaKOL50OFF) zielt auf den Alltag in der Stadt und setzt dafür auf Highend durch Leichtbau und Hightech. Der Carbon-Rahmen reduziert Gewicht, der 250-Watt-Mittelmotor mit Drehmomentsensor soll die Unterstützung natürlicher dosieren als bei früheren Engwe-Modellen mit Heckmotor. Mit satten 80 Nm ist er zudem stärker und beschleunigt das Bike schneller. Im Rahmen steckt ein eSIM-Modul samt GPS-Ortung, Alarm und Achs-Sperre.

Navigation und Fahrdaten werden auf dem zentralen Farbdisplay angezeigt, das fest in den Lenkkopf integriert ist. Der Akku mit 360 Wattstunden lädt laut in unter zwei Stunden und soll für ordentliche 100 km Reichweite gut sein. Sieben Gänge und hydraulische Scheibenbremsen sind in der Preisklasse des N1 Pro hingegen eher Minimum. Klingt trotzdem grundsätzlich nicht verkehrt, aber wie ist das Bike im Alltag wirklich? Wir haben es getestet.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Die Montage des Engwe N1 Pro dauert keine halbe Stunde. Vorderrad einhängen, Lenker ausrichten, vorderes Schutzblech montieren, außerdem Pedale und Ständer montiert – fertig. Käufer sollten alle erkennbaren Schrauben vor Fahrtbeginn überprüfen und dabei ggf. die daneben aufgedruckten Drehmoment-Angaben befolgen. Der Aufbau ist so auch für Laien machbar.

Der Rahmen besteht laut Hersteller aus Carbonfaser, ausgeführt als einteiliges Monocoque mit intern verlegten Zügen und Kabeln. Das wirkt sehr aufgeräumt, auch wenn bei unserem Testgerät Bremsleitungen vor dem im Lenkkopf integrierten Vorderlicht hängen. Das ebenfalls in den Lenkkopf eingebaute Farbdisplay passt zum schnörkellosen Design und lässt das N1 Pro beinahe futuristisch wirken. Der Look ist kantig und modern, vor allem der Wegfall des Sitzrohres unterhalb des Sattels ist außergewöhnlich. Die Gabel ist ebenfalls aus Carbon, was die Front leichter und theoretisch auch stabiler macht sowie Vibrationen dämpft.

Engwe positioniert das N1 Pro als Stadt- und Pendlerrad, nicht als Geländespezialist. Entsprechend sind die Reifen schmaler gewählt und eine Federung vorn oder für den Rahmen fehlen. Im Paket sind 700C-Laufräder (Felgendurchmesser 622 mm, insgesamt etwa 28 Zoll) mit etwa 42 Millimeter Breite. Stabile Schutzbleche aus Metall sind ebenfalls dabei, ein Seitenständer auch. Einen Gepäckträger gibt es ab Werk nicht, wer Lasten transportieren will, muss ihn als Zubehör für rund 50 Euro einplanen. Die Schrauben dafür sind bereits im Rahmen des Bikes vorhanden.

Die Bremsanlage arbeitet hydraulisch im Verbund mit 160-Millimeter-Scheiben. Für den Stadtverkehr ist das absolut ausreichend und für mehr ist das Bike auch nicht gedacht. Die Schaltung kommt mit sieben Gängen von Shimano – die verwendete Tourney-Klasse ist im Einsteiger-Segment angesiedelt und passt zum Einsatzzweck als Citybike, aber eigentlich nicht zur Preisklasse des N1 Pro. Denn sie ist zwar einfach, robust und wartungsarm, bietet aber weniger Spreizung als eine Schaltung mit mehr Gängen und ist weniger stabil als teurere Modelle. Noch wartungsärmer wäre ein Riemenantrieb. Das Gesamtgewicht liegt bei etwa 19 kg, was für ein City-E-Bike mit Mittelmotor erfreulich wenig ist.

Die Verarbeitungsqualität geht insgesamt absolut in Ordnung und liegt über den früheren Engwe-Modellen. Grate oder unschönes Finish gibt es nicht, gerade letzteres fällt mit seinem matten Perlglanz sehr hochwertig aus. Während der Carbon-Rahmen das Gewicht des Bikes senkt, wirkt er sich an anderer Stelle negativ aus: Carbon ist insgesamt zwar stabiler als herkömmliche Stahl- oder Alurahmen, je nach Verarbeitungsqualität theoretisch aber auch brüchiger. Aus diesem Grund gibt es an mehreren Schrauben Drehmoment-Angaben auf den Rahmen gedruckt, mit denen Schrauben maximal angezogen werden dürfen. Diese Angaben sollten zwingend eingehalten werden. Außerdem gilt: Schon bei leichten Beschädigungen, die bei Alu oder Stahl nur eine hässliche Beule oder einen unschönen Kratzer hinterlassen würden, kann ein Carbon-Rahmen unbrauchbar sein, da die Stabilität betroffen ist. Hier helfen dann bisweilen nur aufwändige Kontrollen und Reparaturen durch Fachwerkstätten oder der Tausch des Rahmens.

Die Geometrie des Engwe N1 Pro ist sportlich, das Oberrohr fällt nur leicht ab. In der Praxis führt das zu einer eher nach vorn orientierten Haltung. Außerdem gibt es nur eine Rahmengröße und die richtet sich eher an mittelgroße Fahrer.

Lenker & Display

Engwe verwendet einen geraden Flatbar-Lenker mit integriertem Vorderlicht, eingelassenen RGB-LED-Streifen und eingepasstem Display. Durch die Integration und entsprechend unnötige Anbauten wirkt das Bike schnörkellos und modern, allerdings ist eine Verstellmöglichkeit für Winkel oder Höhe nicht gegeben. Der Lenker ist breit, die verwendeten Griffe durch Form und Material ausreichend bequem und griffig. Die Bedieneinheit liegt links am Lenker. Tasten mit klar spürbarem Druckpunkt wechseln die Unterstützungsstufe oder aktivieren das Bike. Langer Druck schaltet zudem das Licht ein und ein kurzer Druck auf den Power-Schalter wechselt dann zum Fernlicht. Die Bedienung gelingt auch mit Handschuhen. Eine klassische Klingel ist montiert und gut erreichbar, zusätzlich verfügt das Bike über eine elektronische Hupe. Nutzen sollte man die in Deutschland nicht. Eine motorische Schiebehilfe unterstützt beim Rangieren. Dazu muss der Minus-Knopf gedrückt gehalten werden.

Engwe Mapfour N1 Pro

Vorn in der Lenkstange installiert Engwe zwei RGB-Lichtbänder links und rechts des Frontlichts. Sie dienen als Zierelement und können über die App konfiguriert werden. Dort sind sie ab Werk abgeschaltet. Sonderlich hell sind sie auch in Aktion nicht, im Sonnenlicht sind sie schon kaum mehr erkennbar – gut so, denn im deutschen Straßenverkehr sind solche Zusatzbeleuchtungen ohnehin verboten. Nachts bieten sie eine auffällige Lichtshow mit dauerhaft leuchtenden, pulsierenden oder laufenden Lichtern in allen Regenbogenfarben.

Das Display sitzt mittig im Lenkkopf, direkt über dem Vorbau. Es zeigt Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe, Akkustand, Distanzangaben, aktiviertes Licht und Fehlermeldungen. Außerdem werden hier Navigationshinweise in Form von Richtungspfeilen und Entfernungsangaben bis zum Abbiegen angezeigt, sofern zur Navigation die Engwe-App verwendet wird. Die Ablesbarkeit ist gut, bei direkter Sonne erschweren allerdings Spiegelungen die Ablesbarkeit leicht. Die Menüstruktur ist einfach und übersichtlich: kurze Klicks für Stufenwechsel, längere Drucks für Zusatzfunktionen wie Licht.

Engwe Mapfour N1 Pro

Die vordere Beleuchtung ist ebenfalls fest in den Lenker integriert. Praktisch: Sie verfügt über eine Fernlicht-Funktion, die die Leuchtweite spürbar vergrößert. Etwas unpraktisch ist dabei insgesamt allerdings, dass ein Teil der wenigen Kabel bei unserem Testmodell direkt vor dem Vorderlicht hängt. Das scheint bei späteren Bikes behoben worden zu sein, unser Testgerät ist ein sehr frühes Modell. Die Ausleuchtung des Vorderlichts ist sowohl in Bezug auf Helligkeit, aber auch Reichweite und Leuchtbreite hervorragend. Apropos Licht: Eine Bremslicht-Funktion gibt es nicht und die hintere Leuchte wird nicht vom Akku des Bikes mit Strom versorgt, sondern mittels kleiner Solarzellen. Sie schaltet sich bei Bewegung und Dunkelheit automatisch ein. Eine K-Nummer, die eine Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt darstellt, ist bei keiner der Lampen zu finden – entsprechend ist das N1 Pro eigentlich nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen, auch wenn der Hersteller von „TÜV-certified“ und CE-Kennzeichnung spricht.

App

Die App ist Kernbestandteil des Engwe N1 Pro. Sie ist für Android und iOS kostenlos verfügbar und benötigt nur eine E-Mail-Adresse zur Registrierung. Manche Features lassen sich nur bei bestehender Bluetooth-Verbindung nutzen, wichtige Dinge wie die Verriegelung des Rades, Aktivieren des Alarms und die Darstellung der Position des Bikes auf einer Karte benötigen hingegen nur eine 4G-Verbindung. Dafür verfügt das N1 Pro über einen weiteren kleinen Akku samt GPS-Modul zur Standort-Übermittlung, ein 4G-Modul sowie Bewegungssensoren. Einschränkung: Laut Engwe ist die 4G-Konnektivität ein Jahr kostenfrei, danach fällt eine Jahresgebühr von 40 Euro an. In der App kann die 4G-Konnektivität verlängert werden.

Wird das Rad bewegt, meldet die App die Aktivität und auf Wunsch wird eine Alarmfunktion aktiviert. Die dann losheulende Sirene ist zwar nicht laut genug, um einen potenziellen Dieb allein durch den Schallpegel in die Flucht zu schlagen, reicht aber, um die Aufmerksamkeit Umstehender auf sich zu lenken. Die meisten Gelegenheits-Langfinger dürften daraufhin die Flucht ergreifen. Wegtragen kann man das N1 Pro natürlich trotzdem, denn die eingebaute „Feststellbremse“ blockiert beim Ausschalten lediglich die hintere Achse. Wer sichergehen will, muss das Bike also trotzdem irgendwo per Ketten- oder Bügelschloss anschließen. Um eben beim Bäcker reinzuspringen, reicht die integrierte Absicherung aber aus. Die Achsensperrung erfolgt nach kurzer Zeit automatisch bei Stillstand, sobald der Motor abgeschaltet ist und das Rad sich nicht bewegt. Das Schloss soll eigentlich auch automatisch aufsperren, wenn sich der Nutzer mit dem verbundenen Smartphone nähert. Das klappte im Test nicht immer direkt, ebenso wie das Entsperren per NFC.

Weitere Features der App: Routenaufzeichnung und einige Basis-Fitnesswerte wie gefahrene Strecke und die Trittfrequenz werden angezeigt. Klasse: Die Turn-by-Turn-Navigation wird auf dem Lenkerdisplay dargestellt – samt Abbiegepfeilen und metergenauer Entfernungsangabe bis zum Abbiegen. Ansonsten sieht man in der App typische Angaben wie den Akkustand, kann Tourenvorschläge entdecken und Firmware-Updates aufspielen.

Fahren

Im Tretlager des Engwe N1 Pro sitzt ein 250-Watt-Mittelmotor von Ananda, das entspricht der deutschen Straßenverkehrsordnung. Genannt wird ein Drehmoment von bis zu 80 Newtonmeter. Der Antrieb arbeitet mit Drehmomentsensor, entsprechend fühlt sich die Unterstützung natürlich und direkt an. Gut für Sportler, schlecht für Bewegungsmuffel: Im Gegensatz zu anderen Modellen mit Pedalsensor reicht die bloße Drehbewegung der Pedalerie nicht aus, um den Motor zur Mitarbeit zu bewegen. Der Drehmomentsensor misst die Kraft, mit der der Fahrer antritt und dosiert den Motor entsprechend. Es wird also immer etwas echte Muskelkraft benötigt – wenn auch viel weniger als ohne Motor.

Beim Anfahren setzt die Leistung weich ein, wer mehr in die Pedale tritt, wird mit mehr Unterstützung belohnt – bis 25 km/h. Hier wird – ebenfalls passend für den deutschen Straßenverkehr – sanft abgeriegelt. Das Halten der maximal unterstützten Geschwindigkeit ist kein Problem, ständiges Pendeln um 25 km/h wie bei manch anderem Bike gibt es hier nicht. Im Stadtverkehr fährt es harmonisch und gut dosierbar. Dabei ist die Geräuschkulisse dezent, erst unter hoher Last nimmt das leise Surren etwas zu, bleibt aber unauffällig.

Engwe Mapfour N1 Pro

Bei Anstiegen punktet das Bike dank des kräftigen Motors. Die Kombination aus Mittelmotor und Schaltung erlaubt es dem Nutzer, auch steile Abschnitte mit wenig eigener Kraft zu bewältigen. So bleibt die Trittfrequenz im optimalen Bereich. Die sieben Ritzel begrenzen zwar die Gangspreizung, reichen in der Ebene und bei leichten Steigungen aber aus, um bequem die 25 km/h zu halten. Wer häufig Steigungen zu überwinden hat, würde von einer größeren Bandbreite profitieren. Gleiches gilt, wenn man über die Motorunterstützung hinaus schneller fahren möchte. Das artet beim N1 Pro schnell in wildes Gestrampel aus.

Im Fahrbetrieb überzeugt das Bike dank der großen Räder mit guter Laufruhe. Bordsteinkanten und Fugen filtert es zwar nicht ganz so effektiv wie ein E-Fatbike (Bestenliste) mit dicken Reifen, dennoch bleibt das Fahrgefühl ausreichend bequem. Die ab Werk installierten Chaoyang-Reifen bieten in Kurven ausreichenden Grip auf Asphalt. Wer wie wir im Test einen verminderten Luftdruck von rund 1,8 bar statt der empfohlenen 3,5 bis 4 bar fährt, spürt einen deutlichen Fahrkomfort-Gewinn. Im Gegenzug wächst dabei das generell etwas zu weiche Gefühl des Vorderbaus am Engwe N1 Pro – der Bereich um die Vordergabel wirkt immer einen Tick zu gummiartig. Andere Bikes vermitteln auf holpriger Bahn ein stabileres Fahrgefühl, wirklich schlimm ist das beim N1 Pro aber nicht. In der Stadt mit befestigten Wegen dürfte das den meisten Fahrern gar nicht negativ auffallen – und dafür ist das N1 Pro schließlich auch gemacht. Der Sattel sieht nicht nur schick aus, sondern ist auf kürzeren Strecken auch ausreichend bequem. Wer für längere Touren noch mehr Komfort sucht, sollte über einen anderen Sattel und eventuell eine gefederte Sattelstütze nachdenken.

Engwe Mapfour N1 Pro

Die Bremsleistung ist voll in Ordnung. Die Bremsklötze packen auf den 160-Millimeter-Scheiben gut dosierbar zu, der Druckpunkt der nicht näher benannten Bremse ist dabei klar definiert. Bei Nässe steigt der Kraftaufwand nur leicht. Die Sitzposition ist sportlich, das macht in der Stadt Spaß, kann auf längeren Etappen aber Druck auf Hände und Verspannung im Nacken erzeugen und unbequem werden. Die Einheitsgröße des Rahmens sowie fehlende Anpassungsmöglichkeiten beim Lenker limitieren zudem eine ordentliche Abstimmung auf den Fahrer. Angaben zur empfohlenen Fahrergröße macht der Hersteller leider nicht, wir würden aber eher Fahrer bis 1,75 m empfehlen. Darüber wird es bei längeren Fahrten schnell unbequem. Interessenten sollten nach Möglichkeit vor dem Kauf prüfen, ob das Bike für sie geeignet ist – was bei einem Direktvertrieb wie bei Engwe äußerst schwierig ist.

Akku

Der 36-V-Akku des Engwe N1 Pro wird in das Unterrohr eingelegt, er kann, muss aber zum Laden nicht entnommen werden. Angaben zur genauen Zellchemie liegen nicht vor. Die Kapazität liegt bei 10 Ah, der Kraftspender kommt so auf 360 Wh. Der Hersteller kommuniziert Ladezeiten um 1,5 bis 2,0 Stunden, im Test erreichten wir knapp 2 Stunden. Deutlich unter der Herstellerangabe liegt die im Alltag erzielbare Reichweite des N1 Pro. Engwe spricht hier von bis zu 100 Km und bezieht sich dabei wie immer auf optimale Bedingungen mit leichtem Fahrer, sehr gutem, ebenem Untergrund, keinem Gegenwind etc. – Laborwerte eben.

Im Alltag liegt die tatsächliche Reichweite deutlich darunter. Auf maximaler Unterstützungsstufe, einem Fahrer jenseits der 90 kg und wechselnden Untergründen sowie typisch norddeutschem Wetter mitsamt seinen Wind-, Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnissen schaffte der Akku auf einer längeren Tour trotzdem rund 60 km. Wer viel Stadtverkehr mit Stop-and-Go hat, dürfte noch einmal deutlich darunterbleiben.

Positiv: Das System senkt die Leistung bei sehr niedrigem Ladestand sanft ab, statt abrupt abzuschalten. Der Akku verfügt laut Hersteller über ein Batteriemanagement (BMS) mit Schutzfunktionen gegen Über- und Tiefentladung sowie Temperaturüberwachung.

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland liegt bei 2.199 Euro mit dem Code DeliaKOL50OFF sinkt der Preis auf 2099 Euro.

Fazit

Das Engwe N1 Pro ist ein ambitioniertes Stadtrad mit selbstbewusstem Preis. Der Carbon-Rahmen drückt das Gewicht, der Mittelmotor fährt sich kraftvoll, harmonisch und leise. Die App-Funktionen mit eSIM- und GPS-Ortung, automatischer Sperre und Alarmfunktion erhöhen die Alltagssicherheit und sind hilfreiche Extras. Das Ambiente-Licht im Lenker ist im Straßenverkehr nicht nur verboten, sondern auch eher eine Spielerei. Positiv ist hingegen die Bremsanlage. Sie ist fein dosierbar und für die Stadt ordentlich dimensioniert. Die Verarbeitung des Bikes ist ebenfalls solide, allerdings sollten Interessenten im Hinterkopf behalten, dass sich bei einem Carbon-Bike schon leichte Beschädigungen fatal auf die Stabilität des Bikes auswirken können.

In der Summe ergibt das ein modernes Pendelrad mit viel Technik. Grenzen zeigen sich bei Ergonomie und Reichweite. Die Einheitsgröße des Rahmens sowie fehlende Einstellungsmöglichkeiten am Lenker erschweren die Anpassung an den Fahrer. Wir sehen daher auf dem N1 Pro keine Fahrer über etwa 1,75 m Körpergröße, denn dann wird das Bike schnell unbequem. Der 360-Wh-Akku ist zwar für tägliche Kurzstrecken ausreichend, fordert bei längeren Touren aber Planung mit Ladestopps oder verhindert sie ganz. Licht und Schatten außerdem bei der Beleuchtung: Das Vorderlicht sorgt nachts zwar für perfekte Ausleuchtung samt Fernlicht-Funktion, aber sowohl vorn als auch beim Solar-Licht hinten fehlen K-Nummern – das N1 Pro ist damit streng genommen nicht für den deutschen Straßenverkehr zugelassen.



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Push-Benachrichtigungen sollen elektronische Patientenakte attraktiver machen


Die elektronische Patientenakte (ePA) wird um weitere Funktionen erweitert. Dazu erhalten die ePA-Apps der gesetzlichen Krankenkassen schrittweise Updates. Zu den Neuerungen zählen Push-Benachrichtigungen über Aktivitäten in der ePA sowie der elektronische Medikationsplan (eMP) als Bestandteil des digital gestützten Medikationsprozesses (dgMP), der jedoch zunächst vermutlich von den wenigsten Ärzten und Apothekern genutzt wird.

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Mit den Push-Benachrichtigungen können sich Versicherte informieren lassen, wenn neue Dokumente in ihrer Patientenakte abgelegt werden oder Leistungserbringer auf die ePA zugreifen. Welche Ereignisse eine Benachrichtigung auslösen sollen, können Nutzer in der App selbst festlegen, „etwa, wenn nach dem Krankenhaus-Aufenthalt der Entlassbrief hochgeladen wird oder wenn die neue Facharzt-Praxis auf die eigene Akte zugreift. Das schafft noch mehr Transparenz, Überblick und Souveränität über die eigenen Gesundheitsdaten in der Patientenakte“, heißt es dazu von der Gematik.


Push-Benachrichtigungen in der TK-App aktivieren

Zu einer weiteren Neuerung zählt der eMP. Im Vergleich zur seit Anfang 2025 verfügbaren elektronischen Medikationsliste (eML) soll er künftig eine umfassendere Übersicht bieten. Laut Gematik stellt er „nicht nur eine Übersicht über das Verordnungs- und Abgabegeschehen [dar], sondern eine darüberhinausgehende Darstellung der aktuellen und institutionsübergreifenden Gesamtmedikation eines Versicherten mit weiterführenden Hinweisen, die die versicherte Person darin unterstützen, die Therapie sicher und erfolgreich umzusetzen“. Zudem können Einrichtungen laut Gematik künftig Nachträge zu frei verkäuflichen Arzneimitteln (OTC) und Betäubungsmitteln in der Liste ergänzen.

Die neuen Funktionen, die in den meisten ePAs bereits vorhanden sein müssten, werden nach dem Update nicht zwangsläufig sofort angezeigt. Außerdem gibt es bei vielen Krankenkassen keine Hinweise zu den Updates – weder in der App noch in den Play Stores. In Einzelfällen kann es helfen, den App-Cache zu löschen und auch dann kann es erfahrungsgemäß – je nach Krankenkasse und Betriebssystem – zu Abweichungen bei der Umsetzung kommen.

Zur Verfügbarkeit des eMP stellt die Gematik klar: „Der elektronische Medikationsplan wird ab Mitte Juli schrittweise ausgerollt und von den Herstellern schrittweise zur Verfügung gestellt. Er ist also bisher nicht in allen Primärsystemen verfügbar. Wie auch bei der Einführung der ePA findet die Pilotierung in den Modellregionen statt, bevor der Rollout in ganz Deutschland startet“. Die Pilotierung habe sich bewährt; in Zukunft wolle die Gematik über die Ergebnisse informieren.

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Nach Angaben des IT-Dienstleisters Bitmarck steht die Version 3.1.3 für rund 80 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen bereit. Das Update steht nun über die App-Stores zur Verfügung und wird schrittweise an die Versicherten ausgerollt. Noch 2026 soll eine Volltextsuche für Dokumente in der elektronischen Patientenakte hinzukommen, die vorwiegend Ärzteverbände schon seit Jahren fordern. Ferner fordert Andreas Strausfeld, Vorsitzender der BITMARCK-Geschäftsführung, „die Möglichkeit, auch künstliche Intelligenz in der ePA anwenden zu dürfen“.


(mack)



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