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Künstliche Intelligenz

Nach dem Blackout in Spanien: Warum Solaranlagen künftig das Netz stützen müssen


Für Spanien und Portugal war es eine Katastrophe: Anscheinend völlig aus dem Nichts fiel am Mittag des 28. April 2025 der Strom auf der gesamten Iberischen Halbinsel und in einem Zipfel Frankreichs aus. Es dauerte für einige betroffene Regionen bis zu 16 Stunden, bis sie wieder Strom bekamen. Und diese Wiederherstellungszeit galt angesichts der Größe des Ausfalls als Meisterleistung. Jetzt hat der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) seinen abschließenden Untersuchungsbericht vorgelegt. Der dreht sich vor allem um die Frage, was Netzbetreiber, Stromerzeuger und Behörden aus dem Vorfall lernen können.

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Der Abschlussbericht bestätigt, was bereits der Zwischenbericht im Oktober 2025 feststellte: Es gab nicht eine einzelne Ursache, die diesen riesigen Ausfall auslöste. Zu den Empfehlungen zählt, dass Solaranlagen künftig bei der Spannungsregelung mithelfen sollen. Bislang stellen sie Blindleistung nach einem festen Faktor bereit.

Erneuerbare Energien gerieten nach dem Ausfall schnell in Verdacht, den Ausfall begünstigt zu haben. Sie trugen laut Bericht bei – als einer von mehreren interagierenden Faktoren. Konventionelle Kraftwerke, die aufgrund fehlender Vorgaben zu wenig Blindleistung lieferten, kamen aber als erschwerender Faktor hinzu. Auch schalteten Schutzsysteme nach Ansicht des Expertengremiums zu früh ab und das spanische 400-kV-Netz mit einem breiteren Spannungsband operierte mit zu kleinen Sicherheitsmargen. Ein weiteres Problem: Shunt-Reaktoren, die als Kompensationsdrossel überschüssige Spannung im Netz abzubauen helfen, wurden manuell geschaltet – was angesichts der blitzschnellen Abfolge der Ereignisse viel zu spät war.

Die eigentliche Katastrophe, die um 12.32 Uhr begann, wurde durch einen Spannungsanstieg im Netz ausgelöst, durch den die Kraftwerke begannen, sich abzuschalten. Dem Ereignis waren Netzschwingungen vorausgegangen, die zuerst zwischen 12.03 und 12.08 Uhr durch eine fehlerhafte Wechselrichtersteuerung und zwischen 12.19 und 12.22 Uhr im europäischen Verbundnetz ausgelöst wurden. Die Netzbetreiber reagierten in den folgenden Minuten darauf, indem sie die Stromexporte nach Frankreich reduzierten und Stromleitungen im Süden Spaniens kuppelten. Dies führte zum Anstieg der Spannung im iberischen Stromsystem und binnen 90 Sekunden schaukelten sich die Probleme ab 12.32 Uhr durch fehlende Automatisierung und die genannten Defizite so hoch, dass der komplette Blackout folgte. In dem kurzen Zeitraum fielen rund 2,2 GW Erzeugungsleistung aus.

Was gut funktionierte: Das europäische Verbundnetz wurde rechtzeitig und sicher automatisch abgetrennt, sodass nicht ganz Europa im Dunkeln saß. Auch die Wiederherstellung der Stromversorgung funktionierte, obwohl die Netzbetreiber mit allerlei Problemen zu kämpfen hatten: Schwarzstart-fähige Anlagen fuhren teilweise nicht an und es gab Probleme bei der Sprachkommunikation mehrerer Verteilnetzbetreiber und starker Netznutzer. Auch hieraus konnten einige Erkenntnisse für die Zukunft gewonnen werden.

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Die Experten urteilen: Erneuerbare Energien lösten die Probleme nicht aus – trugen aber zu wenig dazu bei, sie zu beherrschen. Künftig sollen Solar- und Windanlagen aktiv zur Spannungsstabilisierung beitragen, statt mit starren Leistungsfaktor-Einstellungen zu operieren. Schutzeinstellungen müssen EU-weit vereinheitlicht und regelmäßig geprüft werden. Und manuelle Eingriffe ins Netz müssen durch Automatisierung ersetzt werden – denn wie der 28. April zeigte, entscheiden im Ernstfall Sekunden.

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(mki)



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Künstliche Intelligenz

KI-Bots als Täter-Software: Wenn Algorithmen Kindesmissbrauch simulieren


Die Versprechen Künstlicher Intelligenz klingen nach Fortschritt: effizientere Arbeitsabläufe, Hilfe bei der Kreation oder empathische digitale Assistenten. Doch abseits der bekannten Pfade von ChatGPT & Co. hat sich eine Schattenwelt etabliert, in der generative Sprachmodelle für besonders verstörende Zwecke missbraucht werden: Eine Recherche der Süddeutschen Zeitung wirft ein Schlaglicht auf Plattformen, auf denen KI-generierte Kinder-Charaktere gezielt erstellt werden, um virtuelle Missbrauchsszenarien zu simulieren.

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Ein Beispiel, auf das die Reporter gestoßen sind, ist die Figur „Karin“. Dabei handelt es sich um ein fiktives 13-jähriges, obdachloses Mädchen, dessen Profil anhand vieler Details auf Hilflosigkeit und sexuelle Verfügbarkeit programmiert wurde.

Dieses Phänomen ist laut dem Bericht kein Nischenprodukt des Darknets. Vielmehr findet es auf frei zugänglichen Diensten für KI-Charaktere wie Chub AI statt. Dort sind keine technischen Hürden oder Altersprüfungen vorgeschaltet, was den Zugang zu solchen Inhalten sehr einfach macht. Die Interaktion mit den Bots folgt einer perfiden Logik: Die KI ist darauf trainiert, dem Nutzer zu gefallen und das Gespräch aktiv in Richtung sexualisierter Gewalt zu lenken. Allein mit dem Charakter „Karin“ wurden bereits fast 17.000 Chats geführt. Die Community findet das offenbar gut, worauf eine erschreckend hohe Zahl an positiven Bewertungen hindeutet.

Hinter solchen Angeboten steht offenbar ein Geschäftsmodell, bei dem Gewalt an Kindern schon ins Design eingebaut ist. Chub AI & Co. setzen auf nutzergenerierte Inhalte: Je mehr Charaktere erstellt werden, desto höher steigen die Interaktionsraten, die Datenmengen und die Reichweite. Die Betreiber bieten die Werkzeuge an, die Nutzer liefern die Inhalte. Das System unterstützt dabei sogar die gezielte Suche nach Missbrauchsdarstellungen durch eindeute Schlagworte, welche sexualisierte Gewalt gegen Kinder beschreiben.

Wettbewerber wie Character AI versuchen, durch Inhaltsfilter und Moderation gegenzusteuern. Sie wollen nicht anonym agieren und ihre Marke schützen. Auf Plattformen wie Chub AI bleibt die Kontrolle dagegen oft eine Sisyphusarbeit. Einmal gelöschte Bots tauchen durch Forks – das Kopieren und Abändern bestehender Charaktere – innerhalb kurzer Zeit in mehrfacher Ausführung wieder auf. Das führt dazu, dass Aufsichtsbehörden etwa in Australien solche Services als hohes Risiko für Kinder einstufen.

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Die Dringlichkeit des Problems unterstreichen aktuelle Zahlen der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM). Ihr Jahresbericht 2025 verzeichnete mit 28.598 Meldungen die zweithöchste Anzahl an Hinweisen seit Gründung der Beschwerdestelle. Dabei hat sich die Darstellung sexuellen Missbrauchs von Kindern (CSAM) mit 58 Prozent der begründeten Fälle zur größten Kategorie entwickelt. Ein signifikanter Teil dieser Meldungen – rund 19 Prozent – entfällt mittlerweile auf virtuelle Darbietungen. Dabei nehmen KI-generierte Inhalte stetig zu.

Laut FSM verschwimmen hier die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, was den Jugendschutz vor völlig neue Herausforderungen stelle. Dennoch bleibe die rechtliche Einordnung in Deutschland unmissverständlich: Auch virtuelle, mittels KI erstellte Darstellungen seien unzulässig und strafbar.

Die rechtliche Einordnung dieser virtuellen Gewalt gestaltet sich dennoch komplex. Das Bundeskriminalamt (BKA) stellt zwar klar, dass es für die strafrechtliche Bewertung in Deutschland unerheblich sei, ob es sich um reale oder KI-generierte Darstellungen handele. Beide würden vom Begriff der Kinderpornografie erfasst. Doch es gibt Unterschiede in der Handhabung von Bild- und Textmaterial. Während der Besitz von missbräuchlichen Bildern strafbar ist, gilt dies für rein textbasierte Beschreibungen („Fiktivpornographie“) bisher nicht. Hier ist nur das öffentliche Zugänglichmachen oder Verbreiten sanktioniert.

Eine Gesetzesverschärfung ist auf dem Weg. Bis Juni 2027 muss Deutschland eine EU-Richtlinie umsetzen, die das Erstellen und Verbreiten KI-generierter sexualisierter Inhalte explizit unter Strafe stellt. Ferner einigten sich die EU-Gesetzgeber vor wenigen Tagen auf ein Verbot von KI-Anwendungen, die sexualisierte Deepfakes produzieren („Nudifier-Apps“). Ob diese Vorgaben auch rein fiktive Text-Charaktere wie „Karin“ voll erfassen, ist noch unklar.

Auf Anfragen reagieren Betreiber oft ausweichend oder mit regionalen Zugriffssperren, wie sie Chub AI im Fall von „Karin“ nach der journalistischen Konfrontation für Deutschland umgesetzt hat. In anderen Ländern bleibt der Zugriff auf solche Bots weiterhin bestehen, da die globalen Plattformen oft unter unklarem Firmensitz oder US-Recht agieren. So geht der Wettlauf zwischen den Möglichkeiten der KI-Entwicklung und der staatlichen Fähigkeit, wirksame Leitplanken gegen digitalen Missbrauch einzuziehen, vorerst weiter.


(nen)



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iX-Workshop: Cloud Security Masterclass – Angriff und Verteidigung in AWS


Häufig sind es Fehlkonfigurationen, die Angreifern den Zugriff auf Cloud-Umgebungen wie Amazon Web Services (AWS) erleichtern. Entwicklungsfehler, unzureichende Härtung sowie Standardeinstellungen, die eher auf Funktionalität als auf Sicherheit ausgelegt sind, erhöhen das Risiko, dass Anwendungen, Ressourcen und Identitäten kompromittiert werden.

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In dem Workshop Angriffe auf und Absicherung von Amazon Web Services (AWS) lernen Sie typische Angriffstechniken in Cloud-Umgebungen kennen und verstehen, wie Angreifer vorgehen, um AWS-Identitäten und -Ressourcen zu kompromittieren. Darauf aufbauend erfahren Sie, mit welchen Sicherheitsmaßnahmen Sie Ihre AWS-Umgebung gezielt härten und potenzielle Angriffe frühzeitig erkennen und abwehren können.

Im Fokus stehen dabei reale Angriffsszenarien und passende Gegenmaßnahmen. Sie beschäftigen sich unter anderem mit Methoden zur unautorisierten Informationsbeschaffung, der initialen Kompromittierung von AWS-Identitäten sowie der Privilegieneskalation innerhalb von Cloud-Umgebungen. Zudem lernen Sie, Angriffspfade zwischen lokalen IT-Umgebungen und der AWS-Cloud zu analysieren und sicherheitsrelevante Zusammenhänge zu verstehen.

Beim Aufspüren von Fehlkonfigurationen erfahren Sie, wie Sie diese gezielt beheben und zentrale Sicherheitsfunktionen in AWS aktiv aktivieren und korrekt einsetzen. Sie lernen den praktischen Umgang mit CloudTrail, CloudWatch und GuardDuty, um Sicherheitsereignisse zu analysieren, zu bewerten und auf Vorfälle angemessen zu reagieren.

Sie profitieren von der direkten Anleitung durch Ihren Trainer Frank Ully, erfahrenem Pentester und Principal Consultant Cybersecurity bei der Corporate Trust Business Risk & Crisis Management GmbH in München.

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Er verfügt über umfangreiche Erfahrung aus realen Sicherheitsanalysen und Penetrationstests in Cloud-Umgebungen und zeigt im Workshop, wie Angriffe in AWS tatsächlich ablaufen, welche Fehlkonfigurationen besonders kritisch sind und wie sich diese in der Praxis wirksam absichern lassen.

Der Workshop richtet sich an Administratoren, IT-Sicherheitsverantwortliche und Security-Fachleute, die AWS-Umgebungen sicher betreiben und sich intensiv mit Angriffsszenarien und Schutzmaßnahmen in der Cloud auseinandersetzen möchten.


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(ilk)



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Opel entwickelt E-SUV mit chinesischem Hersteller Leapmotor


Opel entwickelt zusammen mit dem chinesischen Autohersteller Leapmotor ein Kompakt-SUV, das ausschließlich mit batterieelektrischem Antrieb auf den Markt kommen soll. Die Entwicklung habe bereits begonnen und soll zu einem Produktionsbeginn im Sommer 2028 führen, heißt es in einer Mitteilung von Opel. Gebaut werden soll das Auto im Stellantis-Werk im spanischen Saragossa, wo bereits seit Jahrzehnten der Opel Corsa vom Band läuft. Laut Medienberichten will Leapmotor dort noch in diesem Sommer die Produktion des eigenen SUV B10 beginnen, der mit einer Länge von 4,52 Metern in derselben Klasse antritt wie der geplante neue Opel.

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„Damit plant Opel einen weiteren wichtigen Schritt bei der Entwicklung hochmoderner und erschwinglicher Elektrofahrzeuge für unsere Kunden“, erklärt Huettl. Die Chinesen seien für den Antrieb, die Batterie sowie für die komplette Elektro- und Digitalarchitektur zuständig. In Rüsselsheim sollen sich die Ingenieure zusätzlich zum Design um sämtliche Autoteile kümmern, mit denen die Kunden direkt in Kontakt kommen. Hier geht es beispielsweise um Fahrwerk, Sitze und Licht.

Aktuelle Opel-SUV im Test

Erst vor wenigen Wochen hatte Stellantis eine weitere Reduzierung der Entwicklungsmannschaft in Rüsselsheim angekündigt. Von derzeit rund 1650 Ingenieuren sollen künftig noch 1000 an der Entwicklung von Opel-Modellen sowie verschiedenen Themenfeldern für den Gesamtkonzern arbeiten. Pläne für eine Batteriezellen-Fabrik am Opel-Standort Kaiserslautern wurden aufgegeben. Bei der Übernahme durch PSA im Jahr 2017 waren bei Opel noch rund 7000 Entwickler beschäftigt. PSA ist dann zusammen mit Fiat-Chrysler im multinationalen Stellantis-Konzern aufgegangen. Zudem gehören heute unter anderem Fiat, Jeep, Peugeot, Citroën und auch Opel.

Stellantis hält einen Minderheitsanteil von 21 Prozent an Leapmotor und hat mit dem chinesischen Elektroautobauer das Vertriebsunternehmen Leapmotor International gegründet. Auch andere chinesische Hersteller drängen nach Europa: SAIC plant den Bau einer Elektroautofabrik in Spanien, um EU-Einfuhrzölle zu umgehen.

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Verantwortlich für die rund 150 Verkaufsstellen von Leapmotor auf dem deutschen Markt ist Huettl, der neben Opel auch die deutsche Stellantis-Landesgesellschaft leitet. Mit der China-Kooperation nimmt Opel im Konzern eine Pionier-Rolle ein. Vorteile könnten sich beispielsweise im Einkauf und beim Tempo der Umsetzung ergeben. Konkrete Kooperationspläne für weitere Modelle auch anderer Stellantis-Marken wurden nicht genannt.

Derzeit versieht Opel seine SUV-Modelle sowohl mit Verbrennungsmotoren als auch mit E-Antrieben. In Mokka, Frontera und Grandland hat der Kunde aktuell die Wahl. Vom Vorhaben, ab 2028 in Europa nur noch batterieelektrische Antriebe zu verkaufen, ist Opel wieder abgerückt. Das neue SUV soll dagegen ausschließlich mit E-Antrieb angeboten werden.

Mehr zur Marke Opel


(mfz)



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